Lügenbaron

Heute:
Babsy Blitzschnell über einen Kandidaten mit kurzen Beinen

Liebe Leserleins!

Nicht nur im Krieg ist der erste Todesfall die Wahrheit, auch in Wahlkämpfen ist das so. Nun sind wir alle die eine oder andere Flunkerei gewöhnt. Das beginnt bei Wahlversprechen, von denen wir alle sofort wissen, dass sie niemals eingehalten werden. Auch Kinderköpfe-Tätscheln und Hunderl-Kraulen sind an der Tagesordnung, auch wenn die Kandidätchens Kinder hassen und sich vor Hunden ekeln. Wir wissen es und gehen unbeeindruckt wählen.

Auch in diesem Wahlkampf gab es jede Menge Geflunker. VdB als unabhängiger Kandidat, das war schon ein wenig resch. Aber soll sein. Inzwischen zeigt seine Unterstützerschar, dass seine Wählerleins so ziemlich alle „Lager“ umfassen – nur nicht das der FPÖ. Aber das ist eh klar. Hofer aber ist die personifizierte Flunkerei. Sein Dauerlächeln zwecks Empathieauslösung in der Wählerschaft ist einstudierte NLP-Technik und soll über seinen wahren Charakter hinwegtäuschen. Nämlich darüber, dass er ein ideologischer Hardliner mit einem vorsintflutlichen Weltbild ist.

Jetzt aber, in der Hektik rund um seinen Endsieg, läuft die Flunkerei ein wenig aus dem Ruder. Er stilisiert sich zum Zeugen eines Attentats mit einer Toten. Das habe angeblich im Rahmen eines Israelbesuchs in zehn Metern Entfernung von Hofer stattgefunden. Dass die israelische Polizei nichts von einem Attentat mit Todesfolgen während Hofers Anwesenheit am Tempelberg weiss, wird natürlich sofort wieder als Verschwörung missgüngstiger isrealischer Polizisten abgetan. Weil Rechte, Rechtsradikale und Hofer-Wähler lieben nichts mehr als Verschwörungstheorien. Das passt ins schlicht gestrickte Weltbild. Sorry, ich muss das mal so deutlich schreiben. Herr Hofer hat ja auch im Parlament eine Anfrage wegen Chem-Trails gestartet. Auch so eine Weltverschwörungstheroie.

Und der VdB war Mitglied bei einem Ober-Weltverschwörungsverein. Bei den Freimaurern, vor denen sich jeder wackere Rechte ordentlich fürchtet und nicht einschlafen kann, wenn er an sie denkt. Auch die Bilderberger werden da gern zitiert. Dabei ist das nicht mehr als eine arrogante Runde von Politikern und Wirtschaftstreibenden, die sich bei diversen Treffen recht wichtig vorkommen, aber nie auf eine gemeinsame Linie kommen würden. Demnächst wird uns die FPÖ auch wieder einmal die Weisen von Zion präsentieren. Jeder hat halt die Paranoia, die er braucht und die seinem Reflexionsvermögen entspricht. Eine Stimme der Vernunft klingt anders.

Jedenfalls hat Herr Hofer behauptet, er sei bei dem Attentat anwesend gewesen. Unterstellend natürlich: er sei gerade noch davon gekommen. In der Diskussion hat er dabei einen alten NLP-Trick angewandt: er legte die angeblichen Bilder dieses Ereignisses vor sich auf den Tisch, wachelte damit herum, zeigte aber die Bilder nicht her. Damit hat er für seine Fans den Wahrheitsgehalt seiner Aussage dokumentiert, ohne auch nur ein Futzerl dieses Beweises wirklich her zu zeigen. Wie gesagt: alter NLP-Trick zur Steigerung der eigenen Glaubwürdigkeit. Der durchschnittliche Hofer-/FP-Wähler stellt sich natürlich erst gar nicht die Frage, warum einer mit den Bildern einer angeblichen Leiche zu einer Diskussion geht.

Konkret hatte Hofer behauptet: „Ich war am 30. Juli 2014 am Tempelberg. Da wurde eine Frau mit Handgranaten und Maschinengewehren erschossen“.
Nun aber hat sich herausgestellt: Weder war Hofer in irgendeiner Gefahr, noch gab es eine Tote. Die Frau war lediglich leicht verletzt, von MG- und Handgranaten-Einsatz kann keine Rede sein. Auch von keinem Attentat. Die Frau wollte ohne sich auszuweisen durch eine Sperre und wurde dabei angeschossen. Nix erschossen. Nur angeschossen. Der Schiessliebhaber Baller-Baller-Hofer sollte den Unterschied kennen. That’s it.

hofer_isrealDie beiden angeblichen Beweisbilder, auf denen buchstäblich nichts zu sehen ist.
Beweise sehen anders aus.

Herr Hofer hat hier mehr als nur am Rande der Wahrheit agiert. Ebenso, wie er zuerst behauptet hatte, er habe einen offiziellen Besuch in der Knesset absolviert. Keine Rede. Inzwischen spricht er selbst nur noch von einem inoffiziellen Gespräch.
Herr Hofer hält es mit der Wahrheit eher locker, wird aber nicht müde, Herrn VdB als Lügner zu bezeichnen. Die Frage ist hier wirklich: wessen Beine sind kürzer? Ihre Babsy erlaubt sich ganz ohne Massband zu konstatieren: Herr Hofer hat die deutlich kürzeren Beine, gell!

Der Wahlkampf wird jetzt auf Seiten von Herrn Hofer immer bizarrer. Herr Felix Baumgartner, das ist der, welcher sich darin gefiel, seine Lebensgefährtin als Esstisch zu präsentieren. Ein Frauenbild, das sich scheinbar mit dem von Herrn Hofer decken dürfte. Jetzt hat dieser Herr Baumgartner, der bisher nur dadurch auffiel, dass er zwecks Werbung für ein schauerliches Gesöff aus einer Art Raumkapsel gefallen ist, sich für Hofer ausgesprochen. Und er hat sich auch zu VdB geäussert.

hbp_hofer_BaumgartnerHofer-Fan Baumgartner bei der bestimmungsgemäßen Nutzung eines Frauenkörpers

Er nannte VdB „Rechtfertigungsakrobat und Scheinheiligen, ganz sicher kein Mann für das Präsidentenamt“. VdB wäre ein „Präsident der Lügen, der sich wie eine Fahne im Wind dreht. … Entweder ist es das Alter oder der jahrzehntelange Konsum von Zigaretten, welche bei VdB Spuren hinterlassen haben. Was hat Alexander Van der Bellen überhaupt im Kopf?“. Wir denken, das ist eine wahrhaft politische Äusserung, gell. Wir stellen uns die Frage: kann es sein, dass der tiefe Fall aus der Stratosphäre beim Baumgartner zu gewissen intellektuellen Defekten geführt hat? Oder war der gar schon immer so?

Ein wenig gemogelt hat die FPÖ auch, als sie behauptet hatte, die katholische Frauenbewegung habe eine Wahlempfehlung für Hofer abgegeben. Dumm, dass diese nichts davon gewusst hat. Jetzt haben die katholischen Damen, um das klar zu dementieren, eine explizite Wahlempfehlung für VdB abgegeben. Tja, wer anderen ein Lügengruberl gräbt, poltert dann selbst hinein, gell!

Und wenn es ums Bizarre geht, dann kann der bizarrste Bischof des Landes, Weihbischof Laun, nicht abseits stehen. Der Mann hat gefährliche Schrullen, wie wir inzwischen oft erfahren mussten. Homophobie und ein vorkonziliares Religionsverständnis paaren sich bei Laun mit reaktionärstem politischen Gedankengut. Jetzt hat er alle Christen, die Hofer wählen, als „gehirngewaschen“ bezeichnet.
Laun im Originaltext: „Armes Österreich, arme Kirche! Gott helfe uns und den Menschen in unserem Land! So, wie das Angebot jetzt ist, kann man nur Hofer wählen und beten für ihn und für Österreich! … sein Reden gibt mir die Zuversicht, … dass er, durch sein Gewissen vermittelt, Gott in den wesentlichen Punkten gehorchen wird.“

Liebe Leute, das also ist es, was wir brauchen: einen HBP, der Gott gehorcht. Der liebe Gott wird da wohl aus dem Wundern nicht mehr heraus kommen. Wir bezweifeln auch, dass der Liebe Gott nichts anderes zu tun hat, als Befehle Richtung Hofburg zu schicken. Wie sich Hofers Ausländerhetze mit der christlichen Nächstenliebe verträgt, hat Herr Laun nicht erklärt. Und die katholischen Burschenschafter, entschiedene Gegner, ja Feinde, der Schlagenden und ihrer „scharfen Mensur“ (wie die Säbel-Prügelei betrunkener rechtsradikaler Studenten von selbigen liebevoll genannt wird), werden sich bedanken, dass dieser gloriose Bischof ausgerechnet das Mitglied einer schlagenden Burschenschaft zur Wahl empfiehlt.

Liebe Leserleins, frau kann nur froh sein, dass das jetzt bald ein Ende hat. Ob es ein Ende mit Schrecken ist, wird sich zeigen.

Ich denke schon darüber nach, was ich für den Sonntagabend einkühlen soll. Ein Flascherl Schampus zum Feiern? Eine Riesenflasche Vodka zwecks Betäubung? Oder meinen Reisepass? Nee, den nicht. Denn vielleicht reise ich nach Diktat meines letzten Blogbeitrags einfach ab, wenn die Österreicher den Intelligenztest nicht bestehen. Und komme nie wieder. Ich habe nämlich keine Lust, jene Steuern zu berappen, die benötigt werden würden, wenn die FPler mit Strache und Hofer Österreich ruinieren. Dagegen war das Hypo-Desaster (jetzt mal 12,5 Milliarden, die wir brennen dürfen) ein Lercherlschas.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Abendlicher Nachtrag zur Hofer-Story am Tempelberg.
Inzwischen sind die Umstände klar. Sie sind so, wie ich das oben dargestellt habe. AUch ist jetzt klar, dass Hofer selbst mehrere Versionen des Vorfalls auftischte, die einander widersprechen. Hier hat sich einer eine Geschichte aufgeblasen, um sich selbst grösser dar zu stellen. Wir werden uns wirklich wundern, wenn Hofer in die Hofburg einziehen sollte.
Konkret:

„Es geht um eine Amtshandlung gegen eine verwirrte Israelin beim Tempelberg. Die ereignete sich, als Hofer die Weihestätte am 30. Juli 2014 besuchte. Eine ultraorthodoxe Jüdin wurde von den Sicherheitskräften mit einem Schuss verletzt, weil sie bei einem Checkpoint nicht stehen blieb. Nach einem Warnschuss wurde der unbewaffneten Frau ins Bein geschossen, berichten israelische Medien. Sie überlebte jedoch.

Hofer hat diese Begebenheit in mehreren Interviews wild übertrieben – zuletzt in der „ZiB2“ am Mittwoch: „Ich bin mitten in einen Terrorakt hineingekommen. Neben mir wurde eine Frau erschossen“, prahlte er dort. Bei Thurnher dichtete er am nächsten Tag dazu, die Frau habe auch „Handgranaten und Maschinenpistole“ dabei gehabt.

Das ist nicht die einzige falsche Version der Story, die der blaue Präsidentschaftskandidat lieferte: Im April berichtete er im „Report“, er sei bei bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gewesen, als neben ihm eine Frau erschossen worden sei. Wie geht das wieder? Die Stätte liegt kilometerweit vom Tempelberg entfernt.“
Quelle: Kurier, online

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

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