Zitterpartie

Heute:
Babsy Blitzschnell zittert
GK Stefan Moser „Immer wieder Regio“ Offener Brief an BM Krapf

Liebe Leserleins!

Wenn das gestern keine Zitterpartie war, dann weiss Ihre Babsy nicht, was eine Zitterpartie ist. Heute geht es so weiter, während unsere Beamtenschaft hunderttausende Kuverts öffnen und die Kreuzerln zählen muss. Wenn die sich nur nicht verzählen, gell, weil sonst kommt der FP-Kickl über sie.

Egal, wen jemand gewählt hat; egal, wie gross die Spaltung ist – in einem ist Österreich an diesem Montag geeint: im Warten auf das Endergebnis. Laut der ORF-Hochrechnung hat Van der Bellen eine geringfügig grössere Chance der Sieger zu sein – am Ende des Tages (wie scheinbar der Lieblingssatz des neuen Bundeskanzlers Kern lautet). Aber nichts Genaues weiss frau nicht. Vielleicht war es ja meine eine Stimme, die letzten Endes wahlenscheidend war! Oder Ihre, liebes Leserlein!

Wir lagen gestern jedenfalls total richtig mit der Einschätzung der Umfrage: alles ist möglich!
Erstaunlich ist es aber schon, wie viele Österreicherleins bereit sind, eine Partei zu wählen, deren Häuptlinge rechtsradikal sind oder merkwürdigen Mythen anhängen, die tief in der nationalsozialistischen Sagenwelt wurzeln. Einem Teil der Wählerschaft ist es offenbar scheissegal, wen sie wählt, Hauptsache, man reagiert sich ab. Völlig unverständlich etwa, dass Hofer in Kärnten eine grosse Mehrheit errungen hat. Langsam sollte wirklich überlegt werden, wie man Kärnten endlich den Slowenen anhängen könnte. Wie viele Milliarden wird uns dieses scheinbar von Unbelehrbaren bevölkerte Land noch kosten? Nee, echt, Ihre Babsy ist für herschenken.

Wieder hat sich bewiesen, dass die SPÖ in einer Koalition mit der FP nicht einmal einen Trostpreis gewinnen kann. Im Burgenland haben mehr als 60 % für Hofer gestimmt. Aber das ist dem Niessl wurscht, solange er noch ein paar Jährchen als Landeshauptmann werken darf. Nach ihm die Sintflut und die FP. Der Mann ist ein politischer Kurzdenker.

Der formale Bildungsgrad ist zwar kein Ausweis des Intelligenzgrades – es gibt kluge Menschen mit Hauptschulabschluss und strunzdumme Akademiker – aber auffällig ist es schon, dass mit steigendem formalem Bildungsabschluss die Zahl der FP-Hofer-Wählerleins drastisch sinkt. Deppert halt, dass wir nur rund 20 % Akademikerleins haben.

Hätten nur die Frauen wählen dürfen, wäre VdB sicherer HBP. Sechzig Prozent von uns Weibleins haben VdB gewählt. Da fragen wir Frauen uns schon, ob wir die Männer, die zu sechzig Prozent Hofer gewählt haben, nicht doch mit drastischen Mitteln zu einem anderen, uns entsprechenden Wahlverhalten, zwingen sollten. Ich denke da an eine österreichweite Bumssperre für Partner, die blau wählen wollen. Oder andersrum: mann hat uns Frauen ja ewig lang das Wahlrecht vorenthalten. Vielleicht sollte man zum historischen Ausgleich und zwecks vernünftiger Wahlergebnisse einmal die Männer zehn oder zwölf Jahre beim Wählen pausieren lassen. Wenn sie dann wieder wählen dürfen, haben wir alles so weit in Ordnung gebracht, dass sie nichts mehr anstellen können.

Aber ganz Spass ohne: das männliche Geschlechtshormon Testosteron hat, wir wissen es, neben seinen wichtigen Folgen auch eine Menge merkwürdiger Wirkungen. Etwa vermehrten Tod durch Schnellraserei in Jugendjahren. Dass ein wesentlicher Teil unserer Testosteronbomben auch im Wahlverhalten ein bisserl sehr archaisch agiert, war zumindest Ihrer Babsy aber bisher nicht in dieser Deutlichkeit klar.

Ja, natürlich werden wir das Wahlergebnis kommentieren. Aber erst, wenn wir wirklich wissen, wer gewonnen hat. Obwohl das für die Analyse eigentlich eh egal ist. Genaugenommen steht es ja fifty-fifty. Daran wird sich nichts mehr ändern.

Heute aber wieder einmal ein lokales Thema. Ein ziemlich leidiges sogar: die Regio. Wir veröffentlichen die Fragen eines denkenden Bürgers an den Gmundner Bürgermeister. Er hat dies als offenen Brief an BM Krapf gerichtet. Wir sind gespannt auf die Antwort, die wir natürlich auch gern veröffentlichen werden.

So, liebe Leute. Ich trink heut keinen Kaffee, damit meine Handerln nicht der endgültigen Entscheidung entgegen zittern. Auch Alk ist natürlich tagsüber streng untersagt. Ich will den Wahlausgang mit klarem Kopf und bei vollem Bewusstsein erfahren. Anpieperln kann ich mich dann immer noch – entweder aus Freude oder aus Frust.

Sagen wir so: gegen den heutigen Montag Abend ist der Faschingsdienstag ein nüchternes Ereignis. Die eine Hälfte der Österreicherleins wird dem Sieger zuprosten, die andere Hälfte ihren Kummer ersäufen. Also: auch hier keine Spaltung des Landes, sondern Österreich im Rausch vereint. Die Polizei sollte aber die einen und die anderen doch lieber nicht gemeinsam in eine Ausnüchterungszelle sperren, so die Trinkerleins all zu auffällig und ordnungswidrig werden sollten. Sonst könnte es in der Zelle laut und lebhaft werden, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Immer wieder Regio

Gastkommentar von Stefan Moser

Offener Brief an BM Krapf in Sachen Regio

Sehr geehrter Herr Krapf!
Ich ersuche um Ihre klare Meinung und Einschätzung folgender Problematik:
Gehen wir einmal davon aus, die geplante Durchbindung der RegioTram wird ein Flop. Was zu erwarten ist. Erstens fehlen der Strecke viele wichtige Anfahrtsziele, und zweitens wird die bestehende Linie (außer von Schülern, für die aber ein kostengünstigerer Transport direkt zu den Schulen sinnvoller wäre) so gut wie nicht genutzt. Sogar die Vorchdorfer sagen, dass das Ganze eine einzige Geldvernichtung ist, da sich das Umsteigen von Auto auf Schiene kein Mensch antut, und man dank der neuen Umfahrung in Kürze in Gmunden ist.

Wann immer man den auf der Vorchdorfer Strecke fahrenden Zügen begegnet (auch Sie werden das bestimmt schon beobachtet haben!), sind diese zumeist nur mit dem Wagenführer besetzt.
Was sagen Sie dazu, dass die Vorchdorfer und Kirchhamer die Möglichkeit, jetzt schon mit der Bahn fahren zu können, ignorieren? Oder glauben Sie allen Ernstes, dass es nur am fehlenden Lückenschluss liegt?

Dank jahrelanger Baustelle ist die Innenstadt so gut wie tot – geopfert für „Geisterzüge“.
Was passiert bei einem nicht annähernden Erreichen der prognostizierten Fahrgastzahlen?
Gibt es einen Plan für diesen vorhersehbaren Umstand?
Fahren dann 30 Jahre lang leere Züge auf der Strecke?
Oder wird das Ganze dann wieder eingestampft?

Wussten Sie, dass die Lärmpegelgrenze bei Schienenfahrzeugen bei 82 Dezibel liegt? Dass die letzte von S&H in Auftrag gegebene Messung am 6.10.2008 durchgeführt wurde? Dass diese Messung 80,9 bei 15 km/h und 85,6 bei 25 km/h ergab?
Sind Sie bereit eine neue Messung zu veranlassen, da mit Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass die Lärmpegelgrenze aufgrund der 6 Jahre älteren Straßenbahngarnituren überschritten wird?

Wissen Sie, dass die Anrainer nicht bereit sind, noch zwei Jahre oder länger zu warten, bis die neuen Züge durch die Kuferzeile fahren, in der Hoffnung diese wären leiser?
Was gedenken Sie zu tun, wenn sich herausstellt, dass sich der jetzt schon unerträgliche Lärmpegel in der Kuferzeile durch die neuen Züge erhöht?

Weiters würde ich gerne wissen wie es möglich ist, dass UNSER Steuergeld einer einzigen Firma in den Rachen geschmissen wird. Die dazu genau Null unternehmerisches Risiko hat?!
Eigentlich wäre es ja in Ihrem Sinn als Bürgermeister, sich der Interessen der Bürger anzunehmen und nicht der einer Firma.
Das haben Sie aber leider nicht getan, Sie haben 4000 Unterschriften rigoros ignoriert!

In der Hoffnung auf Antworten auf die oben gestellten Fragen verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Stefan Moser



 

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