Archive for Mai 2016

Spaltung
21. Mai 2016

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Heute:
Babsy Blitzschnell über Spaltungen
AndyB über Dummheit
Die Galerie des Kandidaten Hofer

Liebe Leserleins!

Am Vortag dieser HBP-Wahl ist nur eines sicher: das Land ist gespalten. Kein Wunder, denn die Positionen von VdB und Hofer liegen schon ein bisserl weit auseinander. Das liegt nicht daran, dass VdB so besonders links wäre. Das sieht nur für Herrn Hofer so aus, weil er halt gar so weit rechts aussen herum lungert. Wenn Herr Hofer und seine paranoiden Fans VdB als links-links oder sowas empfinden, dann ist das aufgelegter Unsinn. Denen wünscht man fast, dass sie mal wirklich mit jemandem zu tun haben, der linksextrem ist.

Deshalb sollte man sich verdammt gut überlegen, wen frau/man wählt, gell. Weil wer einen Linksliberalen als linksextrem denunziert, der ist in Wahrheit gedanklich nicht weit vom Herrn Erdogan entfernt, auch wenn er sonst heftig gegen die Türkei ätzt. Das ist nicht ganz ironiefrei. Denn der autoritäre Staat des Herrn Erdogan ist genau das, was die FPÖ und Hofer mit ihrer Dritten Republik anstreben: eine Präsidialdemokratur mit hetzerischen Plebisziten gegen Minderheiten.

Ausserdem sollte sich jede und jeder fragen, ob sie jemanden wählen wollen, der sie mittels NLP manipuliert. Wie es Hofer während des ganzen Wahlkampfs getan hat. Und in den letzten Tagen tat er es sogar deutlich vermehrt. Darüber haben wir gestern auch geschrieben.
Diese Woche hat Hofer auch noch einen anderen NLP-Schmäh geliefert: er werde die neue Staatssekretärin mit muslimischem Hintergrund angeloben, wenn sie kein Kopftuch trägt. Er hat diese Dame damit für das Publikum als Islamistin denunziert, wissend, dass sie in Wahrheit religiös nicht aktiv ist und niemals ein Kopftuch trägt. Der NLP-Trick: man mache eine scheinbar positive Aussage (die Zusage, die Frau an zu geloben) und kombiniere das mit einer abstrusen Bedingung (Angelobung nur, wenn sie kein Kopftuch trägt), die ohnehin erfüllt ist. Mit der Bedingung, die man überflüssigerweise postuliert, unterstellt man aber eine bestimme, verborgene Eigenschaft – diesfalls die, dass die neue Staatssekretärin letztlich doch eine verkappte Islamistin ist, auch wenn sie kein Kopftuch trägt.

Es ist diese Art der Manipulation, die allen Grundsätzen der Aufklärung widerspricht. Mit der von Hofer für sich behaupteten „Stimme der Vernunft“ ist es beim FP-Kandidaten leider nicht weit her.

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Wichtig ist jedenfalls, wählen zu gehen und sich für einen Kandidaten zu entscheiden. Weiss wählen ist eine weg geworfene Stimme. Insbesondere sogenannte „bürgerliche“ Wählerleins sollten sich verdammt gut überlegen, ob sie wieder einmal einem rechtsradikalen Lächler auf den Leim gehen wollen. Das wäre wie gehabt ein sogenanntes Elitenversagen.

Sage niemand, er/sie habe nicht gewusst, was es heisst, Hofer zu wählen. Und bei den nächsten NR-Wahlen dann zur Draufgabe auch noch Strache und die FPÖ. Wer noch immer nicht die Konsequenzen aus dem Desaster des Haider-Regimes in Kärnten und der Mischung aus Unfähigkeit und Korruption in der blau-schwarzen Koalition zieht, sollte eigentlich die Folgen selbst zu tragen haben. Aber so ist es leider nicht. Die Rechnung zahlen wir alle – also auch jene, die rechtzeitig erkannt haben, wohin die blauen Machtfantasien führen.

Also Leute, gehts wählen! Und schaltet Hirn und Vernunft ein. Lasst euch nicht von dem NLP-Quatsch einlullen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

In eigener Sache.
Es scheint, dass wir mit unserem Konzept richtig liegen. Am gestrigen Freitag hatten wir die höchsten Zugriffe, die wir je an einem Freitag hatten. Offenbar schätzen unsere Leserleins unsere Infos und unsere Meinungsäusserungen. Danke für die Treue und das Vertrauen!


hbp_petry_hofer_anschlussFrauke Petry (AfD) und Norbert Hofer (FPÖ)


Hofer – Erzähltalent mit beschränkter Haftung

http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-ominoese-israel-reise-des-fpoe-politikers-norbert-hofer-a-1093410.html

http://derstandard.at/2000037286256/Dichtung-und-Wahrheit-bei-Norbert-Hofers-Israel-Reise?ref=rec

http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.714021#article-comments

Norbert Hofer – Der Gschichtldrucker!


Die Dummheit

Gastkommentar von AndyB

„Die große Menschenmasse ist von betonartiger Dummheit.“
„Die breite Masse ist blind und dumm und weiß nicht, was sie tut.“
„Die meisten Menschen werden leichter Opfer einer großen Lüge als einer kleinen.“
Von wem sind diese berühmten Zitate? Na?

Genau, von dem putzigen kleinen Männchen mit dem lustigen kleinen Bärtchen, das wir 1913 nach Deutschland geschickt haben.

Wenn ich mir das Österreich von heute ansehe, dann befürchte ich, diese Sprüche haben auch heute noch Gültigkeit.

Besonders was in Internetforen und Zeitungsforen so abgeht, da stehen mir die Haare zu Berge. Wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich so etwas nie im Leben erwartet. Wir werden noch unser blaues Wunder erleben.

Was ich ehemals als einen der „schönsten Orte der Welt“ bezeichnet habe, bleibt mir inzwischen im Hals stecken.

Die Österreicher scheinen sich überhaupt nicht bewusst, was sie ihrem Land da antun und wie der Rest der Welt darauf reagiert. Tourismusfreundlich ist das jedenfalls nicht. Österreich wird international isoliert sein, und in der Liste der „lebenswertesten Länder der Welt“ werden wir wohl auch einige Plätze abrutschen.

Dafür droht uns ein Tourismus ganz anderer Art, auf den ich gerne verzichten würde. Vielleicht lohnt sich dann doch noch ein neues Hotel …

Wenn ich heute die Leserkommentare in eine großen deutschen Zeitung, mit vielen BILDern lese, da kann man nur ahnen was uns erwartet.

Beispiele :
„Wer hätte das gedacht, Österreich einmal Vorbild für DE.“
„Glückwunsch Österreich!“
„Nein, Europa zittert nicht vor Hofer, die meisten sind ganz gelassen und widmen sich anderen Themen. Ich persönlich würde mich sogar sehr freuen, wenn Herr Hofer die Wahl gewinnt.“
„Gott bewahre Österreich vor dem Grünen und gebe Hofer deinen Segen!“

„Hofer ist ein Hoffnungsträger für Europa und die Welt.
Heute Österreich – morgen Deutschland.
Ich hoffe auf unsere zukünftige Kanzlerin Frauke Petry.
Gemeinsam mit dem gloreichsten Präsidenten der vereinigten Staaten, Donald Trump, wird die islamistische Bedrohung besiegt werden.
Deutschland erwache – Europa erwache – Welt erwache. Es ist noch früh genug.“

„Da könnten sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden.“

„Das mus hier auch passieren dan haben wir ein haufen probleme gelöst.“
„Vorwärts Herr Hofer! Die Vernunft wird siegen. Sie werden Bundespräsident !“
„Genau, dann werden von mir sofort 3 Wochen Familienurlaub in Kärnten gebucht.“


Die Galerie des Kandidaten Hofer

Auch ein HBP-Kandidat muss sich manchmal entspannen. Das tut er bei Kunst, die ihm sympathisch ist. Damit alle Leserleins sich ein Bild vom Menschen Norbert Hofer machen können, von seinen geheimen Wünschen und Begierden, denn die spiegeln sich ja im Kunstgenuss, hier eine kleine Auswahl von Bildern seines Lieblingsmalers Odin. Wer wählen kann, der wähle!

odin_Der_Fechtgott

odin_manfred_wiesinger_02

odin_Paukant_Pennal

odin_wie1

odin_wiesDer Haus-Künstler der FPÖ mit Totenkopf
links ein Gemälde mit blutzerfetzten Händen

odin_wk1_zwei_soldaten

Ein echter Kunstgenuss, liebe Leute. Wir freuen uns schon auf den Tag, an dem Hofer die Hofburg von seinem Lieblinbsmaler ausschmücken lässt.

Hier übrigens das „Markenzeichen“ des Ateliers von Odin, die Odal-Rune:
odin_rune_w30

Wir halten fest, was bisher noch niemandem aufgefallen ist: der Lieblingsmaler von FP-HBP-Kandidat Hofer verwendet als Logo für sein Atelier genau das selbe Runenzeichen wie die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“, nur ein wenig modernisiert, auf die heutige grafische Stilistik angepasst:

odin_7th_SS_Division_Logo_svgSo wurde die Odalrune einst von den Nazis und dann von der inzwischen verbotenen rechtsradikalen Wiking-Jugend besungen:
Odalrune auf blutrotem Tuche,
Weh voran uns zum härtesten Streit.
Odalrune, dir Zeichen aller Freien,
Sei der Kampf unseres Lebens geweiht.

Alles nur Zufall? So wie die von der FPÖ verwendete Blaue Kornblume rein zufällig das Erkennungszeichen der illegalen Nazis war? Die arme FPÖ muss geradezu zwanghaft dauernd Symbole verwenden, die von den Nazis missbraucht worden sind – das wäre eine psychologische Untersuchung wert, gell! Und dann ab mit der ganzen FP-Führung auf die Couch in der Berggasse 9 in Wien, gell!

Also, liebe Leserleins, was für einer steckt wirklich hinter dem freundlichen Gesicht des Herrn Norbert Hofer? Sie haben die Wahl! Und sagen Sie nachher nicht, sie hätten nicht gewusst, wen sie da wählen!



 

Lügenbaron
20. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über einen Kandidaten mit kurzen Beinen

Liebe Leserleins!

Nicht nur im Krieg ist der erste Todesfall die Wahrheit, auch in Wahlkämpfen ist das so. Nun sind wir alle die eine oder andere Flunkerei gewöhnt. Das beginnt bei Wahlversprechen, von denen wir alle sofort wissen, dass sie niemals eingehalten werden. Auch Kinderköpfe-Tätscheln und Hunderl-Kraulen sind an der Tagesordnung, auch wenn die Kandidätchens Kinder hassen und sich vor Hunden ekeln. Wir wissen es und gehen unbeeindruckt wählen.

Auch in diesem Wahlkampf gab es jede Menge Geflunker. VdB als unabhängiger Kandidat, das war schon ein wenig resch. Aber soll sein. Inzwischen zeigt seine Unterstützerschar, dass seine Wählerleins so ziemlich alle „Lager“ umfassen – nur nicht das der FPÖ. Aber das ist eh klar. Hofer aber ist die personifizierte Flunkerei. Sein Dauerlächeln zwecks Empathieauslösung in der Wählerschaft ist einstudierte NLP-Technik und soll über seinen wahren Charakter hinwegtäuschen. Nämlich darüber, dass er ein ideologischer Hardliner mit einem vorsintflutlichen Weltbild ist.

Jetzt aber, in der Hektik rund um seinen Endsieg, läuft die Flunkerei ein wenig aus dem Ruder. Er stilisiert sich zum Zeugen eines Attentats mit einer Toten. Das habe angeblich im Rahmen eines Israelbesuchs in zehn Metern Entfernung von Hofer stattgefunden. Dass die israelische Polizei nichts von einem Attentat mit Todesfolgen während Hofers Anwesenheit am Tempelberg weiss, wird natürlich sofort wieder als Verschwörung missgüngstiger isrealischer Polizisten abgetan. Weil Rechte, Rechtsradikale und Hofer-Wähler lieben nichts mehr als Verschwörungstheorien. Das passt ins schlicht gestrickte Weltbild. Sorry, ich muss das mal so deutlich schreiben. Herr Hofer hat ja auch im Parlament eine Anfrage wegen Chem-Trails gestartet. Auch so eine Weltverschwörungstheroie.

Und der VdB war Mitglied bei einem Ober-Weltverschwörungsverein. Bei den Freimaurern, vor denen sich jeder wackere Rechte ordentlich fürchtet und nicht einschlafen kann, wenn er an sie denkt. Auch die Bilderberger werden da gern zitiert. Dabei ist das nicht mehr als eine arrogante Runde von Politikern und Wirtschaftstreibenden, die sich bei diversen Treffen recht wichtig vorkommen, aber nie auf eine gemeinsame Linie kommen würden. Demnächst wird uns die FPÖ auch wieder einmal die Weisen von Zion präsentieren. Jeder hat halt die Paranoia, die er braucht und die seinem Reflexionsvermögen entspricht. Eine Stimme der Vernunft klingt anders.

Jedenfalls hat Herr Hofer behauptet, er sei bei dem Attentat anwesend gewesen. Unterstellend natürlich: er sei gerade noch davon gekommen. In der Diskussion hat er dabei einen alten NLP-Trick angewandt: er legte die angeblichen Bilder dieses Ereignisses vor sich auf den Tisch, wachelte damit herum, zeigte aber die Bilder nicht her. Damit hat er für seine Fans den Wahrheitsgehalt seiner Aussage dokumentiert, ohne auch nur ein Futzerl dieses Beweises wirklich her zu zeigen. Wie gesagt: alter NLP-Trick zur Steigerung der eigenen Glaubwürdigkeit. Der durchschnittliche Hofer-/FP-Wähler stellt sich natürlich erst gar nicht die Frage, warum einer mit den Bildern einer angeblichen Leiche zu einer Diskussion geht.

Konkret hatte Hofer behauptet: „Ich war am 30. Juli 2014 am Tempelberg. Da wurde eine Frau mit Handgranaten und Maschinengewehren erschossen“.
Nun aber hat sich herausgestellt: Weder war Hofer in irgendeiner Gefahr, noch gab es eine Tote. Die Frau war lediglich leicht verletzt, von MG- und Handgranaten-Einsatz kann keine Rede sein. Auch von keinem Attentat. Die Frau wollte ohne sich auszuweisen durch eine Sperre und wurde dabei angeschossen. Nix erschossen. Nur angeschossen. Der Schiessliebhaber Baller-Baller-Hofer sollte den Unterschied kennen. That’s it.

hofer_isrealDie beiden angeblichen Beweisbilder, auf denen buchstäblich nichts zu sehen ist.
Beweise sehen anders aus.

Herr Hofer hat hier mehr als nur am Rande der Wahrheit agiert. Ebenso, wie er zuerst behauptet hatte, er habe einen offiziellen Besuch in der Knesset absolviert. Keine Rede. Inzwischen spricht er selbst nur noch von einem inoffiziellen Gespräch.
Herr Hofer hält es mit der Wahrheit eher locker, wird aber nicht müde, Herrn VdB als Lügner zu bezeichnen. Die Frage ist hier wirklich: wessen Beine sind kürzer? Ihre Babsy erlaubt sich ganz ohne Massband zu konstatieren: Herr Hofer hat die deutlich kürzeren Beine, gell!

Der Wahlkampf wird jetzt auf Seiten von Herrn Hofer immer bizarrer. Herr Felix Baumgartner, das ist der, welcher sich darin gefiel, seine Lebensgefährtin als Esstisch zu präsentieren. Ein Frauenbild, das sich scheinbar mit dem von Herrn Hofer decken dürfte. Jetzt hat dieser Herr Baumgartner, der bisher nur dadurch auffiel, dass er zwecks Werbung für ein schauerliches Gesöff aus einer Art Raumkapsel gefallen ist, sich für Hofer ausgesprochen. Und er hat sich auch zu VdB geäussert.

hbp_hofer_BaumgartnerHofer-Fan Baumgartner bei der bestimmungsgemäßen Nutzung eines Frauenkörpers

Er nannte VdB „Rechtfertigungsakrobat und Scheinheiligen, ganz sicher kein Mann für das Präsidentenamt“. VdB wäre ein „Präsident der Lügen, der sich wie eine Fahne im Wind dreht. … Entweder ist es das Alter oder der jahrzehntelange Konsum von Zigaretten, welche bei VdB Spuren hinterlassen haben. Was hat Alexander Van der Bellen überhaupt im Kopf?“. Wir denken, das ist eine wahrhaft politische Äusserung, gell. Wir stellen uns die Frage: kann es sein, dass der tiefe Fall aus der Stratosphäre beim Baumgartner zu gewissen intellektuellen Defekten geführt hat? Oder war der gar schon immer so?

Ein wenig gemogelt hat die FPÖ auch, als sie behauptet hatte, die katholische Frauenbewegung habe eine Wahlempfehlung für Hofer abgegeben. Dumm, dass diese nichts davon gewusst hat. Jetzt haben die katholischen Damen, um das klar zu dementieren, eine explizite Wahlempfehlung für VdB abgegeben. Tja, wer anderen ein Lügengruberl gräbt, poltert dann selbst hinein, gell!

Und wenn es ums Bizarre geht, dann kann der bizarrste Bischof des Landes, Weihbischof Laun, nicht abseits stehen. Der Mann hat gefährliche Schrullen, wie wir inzwischen oft erfahren mussten. Homophobie und ein vorkonziliares Religionsverständnis paaren sich bei Laun mit reaktionärstem politischen Gedankengut. Jetzt hat er alle Christen, die Hofer wählen, als „gehirngewaschen“ bezeichnet.
Laun im Originaltext: „Armes Österreich, arme Kirche! Gott helfe uns und den Menschen in unserem Land! So, wie das Angebot jetzt ist, kann man nur Hofer wählen und beten für ihn und für Österreich! … sein Reden gibt mir die Zuversicht, … dass er, durch sein Gewissen vermittelt, Gott in den wesentlichen Punkten gehorchen wird.“

Liebe Leute, das also ist es, was wir brauchen: einen HBP, der Gott gehorcht. Der liebe Gott wird da wohl aus dem Wundern nicht mehr heraus kommen. Wir bezweifeln auch, dass der Liebe Gott nichts anderes zu tun hat, als Befehle Richtung Hofburg zu schicken. Wie sich Hofers Ausländerhetze mit der christlichen Nächstenliebe verträgt, hat Herr Laun nicht erklärt. Und die katholischen Burschenschafter, entschiedene Gegner, ja Feinde, der Schlagenden und ihrer „scharfen Mensur“ (wie die Säbel-Prügelei betrunkener rechtsradikaler Studenten von selbigen liebevoll genannt wird), werden sich bedanken, dass dieser gloriose Bischof ausgerechnet das Mitglied einer schlagenden Burschenschaft zur Wahl empfiehlt.

Liebe Leserleins, frau kann nur froh sein, dass das jetzt bald ein Ende hat. Ob es ein Ende mit Schrecken ist, wird sich zeigen.

Ich denke schon darüber nach, was ich für den Sonntagabend einkühlen soll. Ein Flascherl Schampus zum Feiern? Eine Riesenflasche Vodka zwecks Betäubung? Oder meinen Reisepass? Nee, den nicht. Denn vielleicht reise ich nach Diktat meines letzten Blogbeitrags einfach ab, wenn die Österreicher den Intelligenztest nicht bestehen. Und komme nie wieder. Ich habe nämlich keine Lust, jene Steuern zu berappen, die benötigt werden würden, wenn die FPler mit Strache und Hofer Österreich ruinieren. Dagegen war das Hypo-Desaster (jetzt mal 12,5 Milliarden, die wir brennen dürfen) ein Lercherlschas.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Abendlicher Nachtrag zur Hofer-Story am Tempelberg.
Inzwischen sind die Umstände klar. Sie sind so, wie ich das oben dargestellt habe. AUch ist jetzt klar, dass Hofer selbst mehrere Versionen des Vorfalls auftischte, die einander widersprechen. Hier hat sich einer eine Geschichte aufgeblasen, um sich selbst grösser dar zu stellen. Wir werden uns wirklich wundern, wenn Hofer in die Hofburg einziehen sollte.
Konkret:

„Es geht um eine Amtshandlung gegen eine verwirrte Israelin beim Tempelberg. Die ereignete sich, als Hofer die Weihestätte am 30. Juli 2014 besuchte. Eine ultraorthodoxe Jüdin wurde von den Sicherheitskräften mit einem Schuss verletzt, weil sie bei einem Checkpoint nicht stehen blieb. Nach einem Warnschuss wurde der unbewaffneten Frau ins Bein geschossen, berichten israelische Medien. Sie überlebte jedoch.

Hofer hat diese Begebenheit in mehreren Interviews wild übertrieben – zuletzt in der „ZiB2“ am Mittwoch: „Ich bin mitten in einen Terrorakt hineingekommen. Neben mir wurde eine Frau erschossen“, prahlte er dort. Bei Thurnher dichtete er am nächsten Tag dazu, die Frau habe auch „Handgranaten und Maschinenpistole“ dabei gehabt.

Das ist nicht die einzige falsche Version der Story, die der blaue Präsidentschaftskandidat lieferte: Im April berichtete er im „Report“, er sei bei bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gewesen, als neben ihm eine Frau erschossen worden sei. Wie geht das wieder? Die Stätte liegt kilometerweit vom Tempelberg entfernt.“
Quelle: Kurier, online

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Neuer TTIP-Skandal
19. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über eine TTIP-Lüge
GK von Hugo v. W. & S. über Baustellen allerorts

Liebe Leserleins!

Zuerst ein Link auf die PRESSE zu einem Kommentar des Gmundner Autors Michael Amon zur Lage der SPÖ. Der Kommentar ist Donnerstag in der Früh schon auf Platz zwei der Online-Zugriffe:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4991177/Auf-zum-letzten-Gefecht-Zu-welchem-Genossen

Aber jetzt zur Sache.
Dass Regierungen die Bevölkerung verarschen, ist nichts Neues. Neu ist nur die Dreistigkeit, mit der das geschieht. Nun ist im Zusammenhang mit TTIP wieder einmal eine Lügengeschichte aufgeflogen.

Da wird von Regierungen versichert, man sei eh gegen TTIP, werde sich das genau ansehen und nicht zustimmen. Schon gar nicht den Privat-Schiedsgerichten jenseits der Rechtsstaatlichkeit. Und was stellt sich jetzt heraus? Sechs europäische Regierungen werben in einem informellen sogenannten „Non-Paper“ von Anfang April für den Erhalt privater Schiedsgerichte in der EU (Deutschland, Österreich, Finnland, Frankreich und die Niederlande).

Jawohl, richtig gelesen. Auch die österreichische Regierung setzt sich in Brüssel unter der Hand für die Etablierung privater Schiedsgerichte ein. Ein Skandal sondergleichen. Man interveniert für Schiedsgerichte und spricht sich in der Krone dagegen aus.

Dazu muss man wissen, dass es bei TTIP in Wahrheit nicht um den Abbau von Zöllen geht. Die sind nämlich ohnehin bereits weitgehend beseitigt. Die paar Prozenterln die noch auf wenige Güter eingehoben werden, sind lächerlich und die Aufhebung dieser Zölle bringt praktisch nichts. Für Abmachungen über einheitliche Bremslichter bei Autos in den USA und in der EU braucht man auch kein grosses, geheimes Vertragswerk. Das liesse sich einfacher in einem einzigen, überschaubaren Vertrag lösen. Auch das behauptete zusätzliche Wirtschaftswachstum, das durch TTIP angeblich bewirkt wird, bewegt sich im Bereich der Lächerlichkeit: 0,5 % im Laufe von zehn Jahren. Also 0,05 % pro Jahr. Der statistische Fehler in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung liegt bei 3 – 5 %.

Worum es bei TTIP wirklich geht, sind eben diese privaten Schiedsgerichte. Mit deren Hilfe wollen die internationalen Konzerne die rechtsstaatlichen Regeln der einzelnen Staaten aushebeln. Nur darum geht es. Und das nun bekannt gewordene Geheimpapier aus dem Ministerium des deutschen SPD-Politikers und SPD-Chefs Gabriel beweist das.

Wieso sich nationale Regierungen für einen derartigen Schlag gegen die Souveränität und die Rechtsstaatlichkeit engagieren, darüber kann man nur rätseln. Eine Antwort der österreichischen Regierung wäre interessant. Auch der neue Kanzler könnte hier einmal nach dem Rechten sehen.

Die EU arbeitet ohnehin wieder einmal daran, sich den Zorn der Bürger in immer höherem Ausmass zu zu ziehen. Jetzt will man sogar Milliarden in die Forschung für Atomkraft stecken, um „das Know-How nicht zu verlieren“. Offenbar träumen einige EUrokraten von einer strahlenden Zukunft. Die Idee der vielen Klein-Atomkraftwerke ist total verrückt. Wer soll die bewachen? Jedes Kraftwerk erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Panne. Je mehr Atomkraftwerke, desto höher das Risiko eines GAUs – egal ob die Kraftwerke klein oder gross sind.

So, liebe Leute. Nur noch drei Tage. Dann wissen wir, ob ein Vertreter der autoritär-pseudoplebiszitären Staatsidee das Rennen macht. Oder ein Vertreter des liberalen Rechtsstaates und einer ruhigen und vernünftigen Aussenpolitik, die nicht ausgerechnet am Balkan Unfrieden stiftet. Inzwischen ist sogar Frau Griess eingefallen, dass sie Van der Bellen wählt (sie sagte: sie habe ihn bereits gewählt). Was keine Wahlempfehlung sein soll, sagt Frau Griess. Was dann? Samma froh, dass der VdB in den zweiten Wahlgang gekommen ist. Nichts gegen Frau Griess, aber Ihre Babsy hat den Eindruck, diese sehr bemühte Frau hat keinen politischen Instinkt.

Nur, weil es mir gerade einfällt: ich will wieder einmal darauf hin weisen, dass Gastkommentare natürlich nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder geben, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Baustellen allerorts

Gastkommentar von Hugo von Wald und See

Sehr beachtlich, der gemütliche Herr Professor hat es in die Stichwahl geschafft !
Der Einzige der noch etwas politisch zu bieten hat. Die sogenannten Großparteien sind bei dieser Wahl so gut wie verschwunden in sogenannte Nichtse !
In Gmunden besteht ein ähnliches Verhältnis. Dort versagen auch die Blauen weil sie sich vermutlich wegen eines geschenkten Vice Bürgermeisters verächtlich anbiedern.
Die Bundes SPÖ hat schon reagiert die holen sich jetzt ein paar gute Leute
ins Team die auch dementsprechend ausgebildet sind und den heutigen Anforderungen gewachsen sind.
Warum die ÖVP in Gmunden so mächtig ist? Die haben ja auch bei der letzten Wahl einige Leute mit von der Wirtschaft und paar mit Ausbildung in s Team geholt. Der letzte Rest von denen schwimmt halt so mit.
Der Erfolg war nicht nur ein Erfolg. Da haben ja die anderen Parteien kräftig gesorgt, das die ÖVP so viele Stimmen bekommen hat, Es waren eben die
falschen Themen die aufgegriffen wurden.
Bei der SPÖ hat man den letzten Akademiker wegen der Wahlniederlage entfernt. Das jetzige Team dürfte nicht in der Lage sein eine Wahl zu gewinnen.
Es mangelt vermutlich an fachlichen Fähigkeiten.
Das sieht man ja bei den Gmundner Baustellen und deren Verkehrsabsicherungen. Die StVO gibt genau vor wie diese Baustellen abzusichern und die Verkehrstafeln anzubringen sind. Man kann überall Mängel
Mängel feststellen. Die bestehende österreichische Straßenverkehrsordnung scheint niemanden zu interessieren. So kann man keine Gemeindewahl gewinnen. Wo doch fast Jedermann in die Fahrschule gegangen ist und dort lernt wie es sein sollte. Wenn man sich nicht auskennt könnte man bei der
Fahrschule nachfragen.
Die Grünen in Gmunden haben sich zwar in der Hotelsache vorbildlich eingesetzt. Doch jetzt ist es auch bei den Grünen ruhiger geworden.
Bei den Verkehrsthemen, Parkplätze, Vorstellungen den Verkehr zu sperren gehen sie am Willen der meisten Bürger vorbei. Straßenbahn wäre ein gutes
Thema. Doch in Gmunden ist sie aus wirtschaftlichen Gründen und der mangelnden Einwohner die damit fahren könnten nicht sinnvoll. Da ist die
Bevölkerung in ihrer Meinung gespalten. Da muß man sich schlau machen
wer die Mehrheit in dieser Angelegenheit bildet und mit dem Wähler Gespräche führen, Kontakte pflegen, Die Meinungen von ein paar Grünfunktionären ist
zu wenig.
Wenn es in Gmunden ein paar gute Leute gibt, die sich um die Sorgen, Ängste,
Meinungen der Bevölkerung kümmert, dann wäre die Mehrheit der ÖVP Geschichte. Das hat man ja mit der BIG gesehen. Jetzt tritt sie nicht mehr vor
ihre Wähler man hört von diesen Leute fast nichts und das ist zu wenig.
Offensichtlich begnügt man sich mit einem Stadtrat für eine Periode.


 

Habemus irgendwas
18. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Kernprobleme

Liebe Leserleins!

Wir haben ihn jetzt also, den neuen Bundeskanzler. Der Alptraum der Faymann-Jahre, der sich wie eine Lavamasse über das Land gelegt hat, ist vorbei. Die Frage ist allerdings: kommt ein neuer Alptraum, oder wird es ein Träumchen mit nur kleinen Irritationen? Mal sehen!

Denn eines ist klar: wie gut oder nicht gut Kern auch ist, ein neuer Parteichef allein wird es nicht richten können. Sein Team ist der Versuch, alle Flügel der SPÖ und ein breites Bevölkerungsspektrum in der Regierung wieder zu spiegeln. Aber diese Idee muss sich noch bis hinunter in die kleinste Gliederung durch sprechen. Denn in so mancher Sektion oder Stadtpartei war es üblich, dass diejenigen, die meinten, in der Mehrheit zu sein, die anderen, die anderer Meinung waren, hinaus geekelt haben. Und wenn die sich nicht vertreiben liessen, hat man sie einfach nicht mehr zu Sitzungen eingeladen. Faymann hielt es bekannterweise ähnlich: wer ihm widersprach, bekam keine Termine. Dem Faymann-kritischen Kärntner Landeshauptmann hat er sogar angedroht, die finanziellen Hilfen für Kärnten einzustellen. Wenn da nicht schleunigst eine Änderung der Kultur eintritt, und zwar bis ganz hinunter auf Orts- und Sektionsebene, dann war alle Mühe vergebens.

Schon heulen die ersten FPler in diversen Foren laut auf. Eine Staatssekretärin mit Migrationshintergrund und muslimischen Wurzeln – das geht für diese Leute gar nicht. Da wird bereits losgehetzt, bevor die Dame ihr Amt angetreten hat. Mal sehen, wie da die SPÖ gemäss ihrer neuen Linie (nicht mit Hetzern, keine Menschenverachtung) mit der FPÖ koalieren will. Da wird es einiges an Interpretationsspielraum brauchen, gell!

Die FPler sind derzeit ohnehin wieder einmal wie die Elefanten im Porzellanladen unterwegs. Zuerst heizen sie eine sinnlose und überflüssige Südtirol-Debatte an, reissen damit alte Wunden auf und spekulieren vermutlich auf die alte „Erzfeindschaft“ mit Italien. Wahre Europäer halt, gell! Die Südtiroler sind erstens entsetzt, wollen zweitens nicht eine Region mit Nordtirol bilden und wollen drittens schon gar nicht zu Österreich. Jetzt sind die Nordtiroler verwundert, die Südtiroler entsetzt und die Italiener verärgert. So sieht freiheitliche „Aussenpolitik“ aus. Der FP-HBP, das wird ein echter Hit – international gesehen oder so. So viel Geschirr kann gar nicht produziert werden, wie Herr Hofer zerschlagen würde.

Denn er hat nach dem grossartigen Südtirol-Coup gleich noch nach gelegt. Jetzt hat er nämlich mit seiner völkerrechtswidrigen Unterstützung für eine eigenständige Republik Srpska auch gleich die Spaltung von Bosnien-Herzegowina unterstützt. Warum? Weil in der Republik Srpska, die völkerrechtlich eine Art Bundesland Bosniens mit serbischer Mehrheit ist, die SNSD (Savez nezavisnih socijaldemokrata) das Sagen hat. Eine ethno-nationalistische Partei, die wegen rassistischer und nationalistischer Tendenzen aus der Sozialistischen Internationale ausgeschlossen worden ist. Die FPÖ ist dafür jetzt gut Freund mit der SNSD und ihrem Führer Milorad Dodik. Jetzt ist die Bosnische Regierung schwerst verärgert. Die FPÖ hat aus parteitaktischem Interesse (sie buhlt um die Stimmen der Österreich-Serben) das fragile Gleichgewicht in Ex-Jugoslawien gefährdet. Zum Sprachrohr der FPÖ in dieser Sache hat sich jetzt während des HBP-Wahlkampfs deren Kandidat Hofer gemacht. Entsprechend bekam er auch Glückwünsche von Herrn Dodik. Ein HBP, der die Parteiinteressen vor alles andere stellt und den Frieden am Balkan gefährdet. Bravo!

Die Berichterstattung über das merkwürdige „Duell“ zwischen Hofer und VdB auf ATV ist bemerkenswert merkwürdig. Da wird so getan, als ob beide zu gleichen Teilen die Schuld am miesen Niveau tragen würden. Dabei war es eindeutig und für jeden NLP-Kenner leicht, festzustellen, dass Hofer es mit seinem NLP-Gequassel darauf angelegt hatte, das Gespräch zu zerstören. Gegen eine solche NLP-Taktik kann man sich praktisch nur auf eine Weise wehren, indem man, sobald der Diskussionsgegner mit einer solchen Taktik beginnt, aufsteht und geht. Was einen auch schlecht aussehen lässt. Genau auf eine solche Doppelmühle ist NLP angelegt: den anderen in eine loose-loose-Situation zu bringen. Die Medien sollten das den Menschen erklären. Aber gut, nein: schlecht, der Boulevard hat daran kein Interesse. Der heult mit der Meute.

Jetzt wird sogar versucht, die Absage der Wiener Stadträtin Wehsely für das Ministeramt mit dem Proteststurm in den sozialen Medien zu erklären. Was für ein Unsinn. Dieser Proteststurm fand nur in den der FP nahe stehenden Blogs und Facebook-Seiten statt, sowie in der Kronenzeitung. Der wahre Grund für die Absage ist banal: eine Gesundheitsminiserin hat weniger Geld, weniger Macht und weniger Einfluss als eine Wiener Gesundheitsstadträtin, also auch weniger Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu kommt, dass ein Wechsel von Wehsely in die Regierung einen ganzen Rattenschwanz von komplizierten Personaländerungen erfordert hätte. Etwa den Rücktritt ihres Lebensgefährten Schieder vom SP-Klubchef (er hätte sonst als Parlamentarier seine Lebensgefährtin kontrollieren müssen). Liebe Leute, glaubt nicht alles, was in der Zeitung steht.

Wie auch immer. Warten wir ab, was Kern zuwege bringt. Immerhin hat er es noch immer mit der verknöcherten SPÖ und vielen Funktionärs-Betonärschen zu tun, die sich nicht bewegen wollen. Schon gar nicht wollen die sich von ihren Amterln weg bewegen. Wie mit diesen Leuten ein Aufbruch möglich sein soll, bleibt rätselhaft.

Auch das Problem des Landes-SP bleibt ungelöst, weil Stöger im Ministeramt bleibt. Er wäre allerdings sowieso keine dauerhafte Lösung für die SP-OÖ gewesen. Dort also wird weiterhin jemand gesucht, der sich den Parteijob antut. Und um den Landesratposten scheint auch nicht gerade ein Wettrennen im Gang zu sein. Was auch viel über den Zustand der SPÖ und die Ambitionen etwa der Linzer Genossen zeigt. Nur nicht aus der Zone der Bequemlichkeit hinaus tappen.

Liebe Leute, in vier Tagen wissen wir, ob wir braven Österreicherleins von den nicht ganz so braven Landsleuten ein schmerzhaftes blaues Auge verpasst bekommen. die Frage ist: die Koffer schon vor der Wahl packen oder bis zur ersten Hochrechnung warten? Rette sich wer kann, wenn Hofer HBP werden sollte!

Nein, Ihre Babsy hat keine Paranoia. Die wartet mal ab und streicht den Blue Curacao von ihrer Liste, wirft die blauen Buntstifte weg und wird nie mehr blauäugig durchs Leben laufen. So der Hofer Nichtmein-HBP wird. Versprochen!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Countdown
17. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell zählt herunter

Liebe Leserleins!

Es ist echt an der Zeit, dass der HBP-Wahlk(r)ampf ein Ende findet. Die Diskussionen sind nur noch zäh und wadelbeisserisch. Neue Erkenntnisse gibt es nicht, die bekannten Themen sind bis auf die Knochen abgenagt. Demnächst werden die beiden Herren wahrscheinlich darüber diskutieren, wie sie als HBP die Preise beim Billa senken und das Gsangl in der Staatsoper verbessern werden, weil ein HBP ja allmächtig und allzuständig ist. Vor allem Hofer wird langsam penetrant. Wir wissen eh schon, dass wir uns noch wundern werden, wenn er in der Hofburg sein Regiment aufzieht. Er brauchts uns nicht dauernd vorzuführen, welche Wunder von ihm zu erwarten sind. Seine Beteuerungen, niemand brauche sich vor ihm zu fürchten, konterkariert er selbst mit seinem besserwisserischen und sektenhaften Verhalten.

Bei der Diskussion am Pfingstsonntag auf ATV war es echt arg. Da sassen zwei Herren, die sich entgegen allen Beteuerungen inniglich nicht mögen, bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich sogar verachten. Offensichtlich ist diese Verachtung bei Hofer. VdB ist da ein wenig besser verpackt. Aber bei der Diskussion erweckte er den Eindruck eines ob des Unwissens des Prüflings schwer genervten Professors. Während Hofer trotzig wie ein Kleinkind auf VdB eindrosch. Solange eindrosch, bis auch VdB sich auf dieses Niveau begab, weil es gegen Hofers NLP-Taktiken kaum ein wirksames Mittel gibt. Hofer legte es darauf an, das Gespräch zu zerstören. Am Ende ging es nur noch darum, wer die Sandburg des anderen schneller zerdeppert.

Inzwischen hat Hofer immer öfter den irren Sektenblick in den Augen. Der Mann hat sich immer weniger unter Kontrolle, zieht aber sein NLP-Programm durch. Gewinnen wird die Wahl wohl der, dem es gelungen ist, die wenigsten eigenen und die meisten anderen Wähler zu verschrecken. Wobei schon deutlich gesagt werden muss: es war Hofer, der auf ATV das Klima versaut hat.

Derweil sucht Herr Kern, der neue Kernaktionär der SPÖ, verzweifelt Personal. Aber wer gibt schon seinen Job auf, um dann als Minister womöglich in ein paar Monaten wieder rauszufliegen, weil es bei Neuwahlen für die SP schlecht gelaufen ist? Ob das SP-Kabinett, das da herauskommt, mehr ist, als eine Truppe von Polit-Outlaws, die nichts mehr zu verlieren haben, wird sich zeigen.

Von Inhalten ist ohnehin nicht die Rede. Es geht nur noch um den unmittelbaren Machterhalt. Wenn die SP sich davon den Machterhalt versprechen würde, wäre sie auch bereit, die Panzerknacker zu Ministern zu machen. Oder Kater Carlo. Oder Tick, Trick und Track. Nein, die drei eher nicht. Die sind zu schlau.

Derweil sind stramme Österreicher in Lignano unterwegs, um dort die österreichischen Werte und das österreichische Brauchtum zu verbreiten. Ergebnis: 17 (siebzehn) Jugendliche mit Alkoholvergiftung legten das Spital und die Polizei lahm. Wie man hört, werden diese gestählten Typen nach ihrer Genesung hier in OÖ von der FP/VP-Koalition für die Wertekurse in den Kindergärten engagiert werden. Prost!

So, liebe Leute, jetzt harren wir der sensationellen, epochalen und ganz Österreich verändernden Antrittsrede des neuen Bundeskanzlers.
Ab sofort sind im Zusammenhang mit Herrn Kern folgende Formulierungen zu vermeiden:
Es ist alles auf Schiene. Da fährt der Zug drüber. Die Weichen sind gestellt. Die Signale stehen auf Grün. Die Signale stehen auf Rot. Schrankenlose Freiheit. Da geht der Schranken runter. Kernschmelze. Kernenergie. Kernspaltung. Kernreaktion. Das ist des Pudels Kern.
Diese Liste kann nach Belieben verlängert werden.

Ich geb mir jetzt einen kernigen Longdrink. Auch wenn die Feiertage vorbei sind. Und in den Martini kommt eine Olive ohne Kern. Sicher ist sicher, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

In eigener Sache.
Wir sind leider gezwungen einige Beiträge, die wir erhalten haben, nicht zu bringen. Wenn nur noch geschimpft wird, ohne dass man den Sinn dahinter erkennen kann, dann entspricht das nicht unserem Selbstverständnis. Auch die Nennung von Namen (oder klare Hinweise auf bestimme Personen) im Zusammenhang mit rechtlich relevanten Beleidigungen ist unerwünscht. Wir können solchen Beiträgen keinen Raum geben. Bitte immer zu bedenken: ein Kommentar muss entweder Informationen enthalten, oder gut argumentierte Meinungen. Wenn ein Kommentar im Prinzip nur aus Ehrenbeleidigungen besteht, können wir ihn hier nicht veröffentlichen. Also bitte beim Schreiben immer beachten: wir richten uns bei der Veröffentlichung streng nach den Vorschriften des Presserechts und anderer Bestimmungen, welche die Persönlichkeitsrechte schützen.


 

Pfingstmontag
16. Mai 2016


Wir haben heute Ruhetag.


Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen;
und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.

Apostelgeschichte, Kapitel 2, Übersetzung: Lutherbibel 1912


 

Noch eine Woche
15. Mai 2016

Heute:
Eine kurze Betrachtung von Babsy Blitzschnell

Liebe Leserleins!

Bevor ich mich endgültig ins längere Wochenende vertschüsse, noch eine kurze Sonntagsandacht von Ihrer Babsy.

In einer Woche wissen wir es, ob wir auf dem Weg in die blaue Republik sind. Blau hat in Österreich ja auch was mit besoffen zu tun. Nüchtern betrachtet ist ein Herr Hofer in der Hofburg nicht wirklich wünschenswert. Der Mann vertritt Ansichten, die man zumindest skurril nennen muss. Aber wenn frau diese Ansichten ernst nimmt, muss sie eigentlich zur Bezeichnung „Besorgnis erregend“ greifen. Die Ideen dieses Mannes sind gefährlich. Wie sonst kann erklärt werden, dass die Gegnerschaft zu Hofer inzwischen quer durch alle politischen Lager (mit Ausnahme der FP, klaro) geht?

Natürlich ist Erneuerung fällig. Aber die FPÖ steht nicht für Erneuerung, sie tut nur so. Die Agenda der FPÖ ist Veralterung. Zurück zu längst überholt geglaubten Feindbildern. Ihre Agenda ist die Spaltung der Bevölkerung, und zwar nach Kriterien, die Europa schon zweimal in die Katastrophe geführt haben. Auch wenn viele FP-Wähler das nicht hören wollen, weil es ihren Vorurteilen nicht entspricht.

Nein: die FP-Wähler sind nicht alle Nazis oder gestandene Rechtsradikale. Das ist auch nicht die Frage. Die Frage ist: wofür steht die Politik der FPÖ? Und wozu sind Menschen fähig? Hat der Mensch sich in den letzten achtzig Jahren in seinem Wesen geändert? Natürlich nicht! Die Charaktere, aus denen einst Blockwarte und KZ-Wächter geschnitzt worden sind, die gibt es noch immer. Es müssen nur die Umgebungsbedingungen stimmen, dann dürfen sie wieder aktiv werden. Es ist der Schoss, aus dem das kroch, der noch immer fruchbar ist, wie es bei Brecht so gruselig heisst.

Wie leicht kann Islamophobie umschlagen in noch wesentlich Schlimmeres! Der Faschismus oder der Nationalsozialismus werden nicht wiederkehren, jedenfalls nicht in der alten, bekannten Form. Wir werden neue Formen der Unmenschlichkeit kennen lernen, wenn es schlecht läuft. Sie werden die alten Feindbilder verwenden, die alten Lieder in neuer Verpackung singen.

Wir müssen hinter die Fassaden sehen. Die schrecklichen Abgründe lauern mitunter hinter freundlichen Fassaden. Die Brandstifter sind unterwegs und geben sich als Biedermänner aus. Wer keinen Genierer hat, Nicht-Österreicher zu diskriminieren, der hat auch keinen Genierer, schon morgen auch Österreicher zu diskriminieren. Der Aufruf eines burgendländischen FP-Funktionärs, alle „Willkommensklatscher“ auszuweisen, ist ein Vorbote dessen, was auf uns zukommen kann. Niemand vom Führungspersonal in der FP hat sich bis heute von dieser Irrsinnsforderung distanziert. Zuerst sagen wir „Österreich zuerst“. Dann kommt „Volksfreunde zuerst“. Am Ende sind alle Andersdenkenden Volksfeinde. So läuft es immer, wenn engstirnige Nationalisten die Oberhand bekommen.

In einer Woche also werden wir wissen, ob man mit Menschenverachtung und Uralt-Ideologie in Österreich eine Mehrheit bekommen kann, oder ob es eine Mehrheit der Besonnenen gibt.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Weil es auch aktuell ist: nächste Woche werden wir erfahren, ob die Neuaufstellung der SPÖ wirklich ein Neubeginn ist oder nur die alte Karre mit einem neuen Gespann.


 

Dies und das
14. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinharts HBP-Rundschau
GK Gen. Werner aus Linz
Ein Leserbrief und Brunos Antwort

Liebe Leserschaft!

Der HBP-Wahlkampf biegt ein. In die Zielgerade. Jetzt wird es brutal. Oder kurios. Je nachdem.
Brutal die gestrige Diskussion in Graz zwischen Vdb und dem Burschenschafter Hofer. Vdb präsentierte das Posting eines FP-Lokalpolitikers (Markus Fetter, VizeBM von Grammatneusiedl). Der forderte, man möge alle „Willkommensklatscher“ ausweisen. Frage von VdB an Hofer: „Alle ausweisen? Vom Kardinal Schönborn abwärts? Das nenne ich das Gegenteil des Heimatbegriffs, der mir vorschwebt.“ Halten wir fest: die FPÖ ist für die Ausweisung aller Österreicher, die die schräge FP-Weltsicht nicht teilen. Die Jagd auf „Volksfeinde“ ist offenbar bereits im Gang. Hofer, ein HBP, der spaltet. Mehr noch. Der mit freundlichem Lächeln auf brutale Art Feindbilder schafft. VdB: „Herr Hofer ist gut darin, alles zu diskreditieren, was ihm im Weg steht.“ So ist es. So sehen auch wir das.

Hofer dagegen spricht allen Nicht-FPlern offenbar die Heimat ab: „Wenn die Grünen mit Heimat Werbung machen ist das, als würde ich sagen: Drogenfreigabe für alle.“ Haben Grüne keine Heimat? Auch wenn sie darunter nicht das selbe verstehen wie Hofer? Zum Glück nicht das selbe darunter verstehen! Endlich wird der Heimat-Begriff nicht den Rechten überlassen. Die damit nur Unfug treiben. Hofer spricht Andersdenkenden offenbar die Heimat ab. Weit ist das nicht zum Volksschädling. Politische Mitte ist das nicht.

Dann erklärt Hofer noch: „… ich bin nicht der Meinung, dass der Islam ein Teil von Österreich ist.“ Lernen Sie Geschichte, Herr Möchtegern-HBP! In der K. u. K.-Monarchie waren Moslems in vielen Teilen Österreichs die Bevölkerungsmehrheit. Es gab moslemische Truppenteile. Moslemische Militär“pfarrer“. Der Islam war bereits im 19. Jahrhundert eine anerkannte Religionsgemeinschaft. Teil der Monarchie. Damit Teil Österreichs. Herr Hofer hat einen engen Heimatbegriff. Und er grenzt Menschen aus. Bestimmt, wer „echter“ Österreicher ist. Wer hier Heimat hat. Das ist nationalistisch. Chauvinistisch. Letzten Endes menschenverachtend. Ein HBP für alle, die hier leben? Der sieht wohl anders aus. Der Mann kann nicht anders.

Kurios dagegen, wie er es mit der Bundeshymne hält. Wir sind ja auch der Ansicht, der neue Text ist bescheuert. Weil er nur mit Krampf in die Melodie eingepasst werden kann. Wir halten die Änderung für grenzwertig. Weil der ganze Hymnentext grenzwertig ist. Er atmet das Gedankengut des Ständestaates. Hat ein Österreichbild, das mit der Gegenwart nichts zu tun hat. Ein gänzlich neuer Text gehört längst her. Stattdessen wird dilettantisch herum gebastelt am Text. Naja, wenn Politiker eine Hymne texten.

Hofer weigert sich, den neuen Text zu singen. Weil das nirgend wo vorgeschrieben ist. Aber ein HBP hat sich an den gesetzlichen Text zu halten. Ob es ihm gefällt oder nicht. Ob der Text gut ist oder nicht. Aber echt kurios ist es, wenn Hofer sagt, er möchte die Hymne so wie seine Grossmutter singen. Echt? Da fragt man sich: will er wirklich „Deutschland, Deutschland über alles“ intonieren? Wie es sich für einen deutschnationalen Burschenschafter gehört. Denn das wird jene Hymne gewesen sein, die Grossmütterchen gesungen hat. So sie gesungen hat.

Immer wenn man bei Hofer ein wenig am reichlich aufgetragenen Strahle-Lack kratzt, lugt ein deutschnationaler Burschenschafter hervor. Einer, der Menschen nach merkwürdigen Kriterien von einander trennt. Statt Menschen zusammen zu führen. Wie es ein HBP sollte.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Parteigranden

Gastkommentar von Genosse Werner aus Linz

Ja die SPÖ Manager und Sozigranden!!
Ja die haben gute Leute jetzt. Sind gleich nach dem Studium zum Parteijob gewechselt. Dann wurden sie von der Sozi Partei in Managerjobs vermittelt. Dort sollen sie viel gelernt haben. Und jetzt sind sie wieder bei der Partei. Die bringen jetzt alles auf Vorderfrau!!!??
Franz Vr. der Lehrmeister hat ja auch schon nach dem Genossen Bruno alles besser machen wollen. Sein Nachfolger der Viktor auch. Die jetzigen Manager waren bei diesen Grössen Lehrbuben. A guate Pati hot ma freia gsogt. Nur warum hat die SPÖ seit dem Dr. Franz immer % verloren. Die Wähler haben die guten Funktionär nicht begriffen die müssen mehr lernen. Damit sie die Parteigranden vestehen lernen!!

Genosse Werner aus Linz
Jetzt melde ich meinen Zweitwohnsitz ab. lasse den Kanal versiegeln Mühlabfuhr melde ich ab. Strom abzwicken. Dann zahl ich nur mehr die Grundsteuer bis a Depp kommt
und mir des Seegrundstückl mit der alten Hüttn abkauft. Pfiat euch!!


Margareta Enser-de Groot an Bruno Beinhart

Sehr geehrter Herr Bruno Beinhart,
Ich will aus Ihrem Blog „die Freiheit die sie meinen“ lediglich auf Ihre Verteidigung der Raucher im öffentlichen Raum eingehen. Sind Sie wohl selbst ein Raucher?. Die Freiheit des einzelnen endet dort, wo sie die Freiheit des nächsten beeinträchtigt. Als Bahnfahrerin beobachte ich oft, dass z.B. in Warteräumen trotz Rauchverbot weiter geraucht wird. Auf dem Bahnsteig schmeissen die überwiegend Jugendlichen, die noch meist feucht hinter den Ohren sind, die Tschiks auf die Geleise. Die Steuerzahler zahlen eh wieder die Reinigung. In den Erholungsräumen und Parks liegen überall die grauslichen Zigarettenstummel herum. Von den Kosten, die das Gesundheitssystem für die Schäden des Rauchens zu tragen hat, will ich gar nicht reden.

Aber es geht nicht um das Rauchen per se. Wenn sich jemand selbst schaden will, soll er das tun. Aber es geht um die Schädigung und Belästigung der Mitmenschen. Da Sie, in Anspielung auf einen Leserbrief „Zivilcourage“in den OÖN behaupten, „Zivilcourage“ trete für ein generelles Rauchverbot ein , dann verdrehen Sie bewusst den Sinn. dieses Leserbriefes, der nur das rücksichtslose Wegwerfen von Zigarettenstummel in Natur und im öffentlichen Raum kritisiert (was höchstwahrscheinlich zum Brand von Schloss Ebenzweier geführt hat). Wenn Sie das als Einschränkung der persönlichen Freiheit sehen, dann interpretiere ich Sie so, dass Sie für Rücksichtslosigkeit und Chaos eintreten.
.
Was Ihre Anspielung auf Singapur betrifft: ich war im Jahre 2008 auf meiner Rückreise von Australien eine Woche in Singapur, ich habe mich in keiner Stadt so sicher gefühlt, auch spät abends, wie in Singapur. . Sich sicher fühlen dürfen, dass ist doch eines der Grundbedürfnisse der Menschen. Noch dazu ist Singapur eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt. Habe keine Slums gesehen, oder hab ich vielleicht etwas übersehen?

 

Bruno Beinhart an Fr. Enser-de Groot

Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
scheinbar bin ich im Gegensatz zu Ihnen in der Lage, nicht nur nach meinen eigenen Interessen zu denken und zu handeln. Sondern auch den Interessen anderer Rechnung zu tragen. Deren Interessenslage mit zu denken. Man muss kein Raucher sein, um manches an der Anti-Raucher-Hysterie zu kritisieren. Auch ich bin froh, in Lokalen endlich rauchfreie Zonen zu finden. Aber ich bin gegen die geplanten Totalverbote. Die Kosten für das Gesundheitswesen? Das ist so eine typische neoliberale Argumentation. Dann reden wir doch auch über die Kosten durch Extremsportarten, Autoraserei, Alkohol, Arbeitsleid und Arbeitsstress etc. Wenn wir das zu Ende denken, sind wir dort, wo die Neoliberalen uns haben wollen: in der egoistischen Ellbogengesellschaft. Die Jagd macht auf alle, die sich nicht den angeblichen ökonomischen Zwängen unterwerfen. Da wird dann in Volksschädlinge und Volksnützlinge unterschieden. Kein Wunder, dass Neoliberale sich oft nah der FPÖ finden.

Sie sollten ihre Ressentiments überdenken. Etwa Jugendlichen, die rauchen, auch gleich vorzuwerfen,  die seien „noch feucht hinter den Ohren“. Was hat das mit dem Wegwerfen von Kippen zu tun? Nix! Es dient nur der Verächtlichmachung dieser Jugendlichen. Zu deren Herabwürdigung.

Dass noch immer manche Raucher rücksichtslos ihre Tschiks anzünden, sie irgendwo in die Landschaft werfen, ist leider wahr. Aber nach meiner Erfahrung ist das eine kleine Minderheit. Herumliegende Tschikstummeln sind ärgerlich. Hundstrümmerln sind noch ägerlicher. Aber die Leute wie in Singapur mit irren und völlig unangemessenen Strafen zu verfolgen? Das ist nicht meine Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft.

Sie sollten versuchen, meine Äusserungen genauer zu lesen. Ich habe nirgend wo geschrieben, die Posterin „Zivilcourage“ sei für generelle Rauchverbote eingetreten. Ich schrieb: „Da wird auch gleich gefordert, man möge Rauchen ganz verbieten.“ Das Wort „da“ ist eine generelle Feststellung. Nicht ein Bezug auf ein bestimmtes Posting. To whom it may concern. Wie man so sagt. Dann folgt der Hinweis auf Singapur. Ich verdreh da gar nichts. Ich schreibe ganz allgemein darüber, was sich in den Postings so findet. Bitte sinnentnehmend lesen! Statt was hinein zu geheimnissen, was nicht drin steht.

Wenn es Ihnen taugt, dass in Singapur alles so sauber ist, dann blenden Sie aus, dass Singapur eine schlimme Autokratie ist. Wenn nicht eine Diktatur. Erinnert mich, tut mir leid, an einen besonders dummen Sager. Unterm Hitler sei alles so sicher gewesen. Ja, wenn man nicht an der Front war. Wenn man nicht jüdisch war. Wenn man nicht gerade vernadert worden ist. Und wenn man … aber lassen wir das.

Nur ein paar Fakten zu Singapur: hin und wieder fallen Wahlen aus. Einmal gleich für 18 Jahre (1993-2011). Das Land ist praktisch ein Einparteienstaat. Strenge Überwachung der Verhaltensweisen. Alle Medien stehen unter staatlicher Kontrolle. Unterliegen strenger Zensur. Wenn mehr als drei Personen öffentlich über Politik sprechen wollen, müssen sie eine staatliche Linzenz beantragen. Alle öffentlichen Lebensbereiche werden streng überwacht (Total Defense). Der Preis für eine geringe Kriminalitätsrate ist die totale Einschränkung der persönlichen Freiheit.

Ja, Sie haben etwas übersehen! Eine Stadt bzw. ein Staat mit „totaler Sicherheit“ ist ein totalitärer Staat. Der Preis für die vermeintliche Sicherheit ist die totale Einschränkung der Freiheit, die permanente Verletzung von Menschenrechten. Die richtige Balance zu finden zwischen Freiheit und Sicherheit ist nicht immer einfach. Leider sind viele Bürger so unmündig (unaufgeklärt im Sinne Kants), dass sie für vermeintliche Sicherheit die Freiheit aufgeben.

Ein Staat mit totaler Sicherheit, wie das in Singapur angestrebt wird, ist ein Staat mit totaler Unfreiheit. Das mag für manche bequem und attraktiv sein. Freiheit aber inkludiert immer ein gewisses Mass an Unsicherheit. Ein Staat, in dem Verbrechen nicht mehr möglich sind, ist ein totalitärer Staat. Freiheit inkludiert die Möglichkeit, diese Freiheit zu missbrauchen. Wer von der grossen Sicherheit in Singapur schwärmt, der sollte in der Tat sein Weltbild überprüfen. Der schwärmt nämlich, ohne es zu wissen, von der grossen Unfreiheit.

Man muss halt bei der Bewertung einer Gesellschaft über den Tellerrand der eigenen Befindlichkeit hinaus blicken. Nicht immer ist die eigene Interessenslage und die eigene Komfortzone der geeignete Massstab zur Beurteilung.

Mit besten Grüssen
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

Freiheit, die sie meinen
13. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Freiheit und Anderes
Wetterstation – Briefwechsel

Liebe Leserschaft!

Jetzt hat sich die SPÖ einen neuen Vorsitzenden ausgesucht. Und einen neuen Bundeskanzler. Mit viel Altherrengemauschel. Ohne die Mitglieder. Die wurden ferngehalten. So funktioniert das System SPÖ. Genau deshalb funktioniert es eben nicht. Über Inhalte hat man nichts gehört. Wofür Herr Kern steht, weiss kein Mensch, ausser ihm. Interessiert die „Mächtigen“ in der SPÖ auch nicht. Um Inhalte geht es den meisten nicht. Nur um die Erhaltung der Macht. Ob das alles die Sozialdemokratie wieder auf Vordermann bringt? Die Erfahrung spricht dagegen. Ein paar Prozenterln mehr in Umfragen. Vielleicht. Aber nachhaltig wird das nicht sein. Nie und nimmer.

Man wundert sich. Immer wieder. Darüber, dass die kleinen Leute auf die FPÖ herein fallen. Auf ihre Sozialdemagogie. Auf den Schmäh mit der „sozialen“ Heimatpartei. Wenn die FP etwas nicht ist, dann sozial. Gestern in Servus-TV. Leider mit geringen Quoten. Der Talk über „Grossparteien am Ende“. Auftritt Frau Barbara Kolm. Präsidentin des berüchtigten, extremistisch-neoliberalen Hayek-Instituts. Benannt nach dem Nobelpreisträgers Friedrich A. Hayek. Einem durchgeknallten Paläoliberalen. Der die Diktatur in Chile freudig unterstützt hat. Weil sie den Markt von Fesseln befreite. Dass diese miese Dikatur die Menschen in Fesseln schlug, war egal. Für diese Leute ist Freiheit ausschliesslich die wirtschaftliche Freiheit des Stärkeren. Sozialdarwinismus des 19. Jahrhunderts. Diese Dame also berät die FPÖ. Den OÖ-Haimbuchner. Und bekennt sich in der gestrigen Diskussion ungerührt. Zur Abschaffung des Sozialstaates. Des Wohlfahrtsstaates.

Erstaunlich, dass gerade jene, die diesen Sozialstaat am meisten brauchen, mittels FP-Wählen für dessen Abschaffung stimmen. Sie glauben offenbar, sie seien nicht betroffen. Das wird ein schlimmes Erwachen geben. Die hoffnungsvollen NSDAP-Wähler sind an der russischen Front aufgewacht. Wo und wann die FP-Wähler aufwachen, ist noch unklar. Ein freudiges Erwachen wird es nicht sein. Mit Sicherheit nicht.

In den Online-Foren tobt wieder einmal eine widerliche Debatte. Eine vom UNHCR zugewiesene, zehnköpfige Familie erhält über 5.000 Euro Mindestsicherung. Streng nach den Regeln, die auch für „Inländer“ gelten. Das sind 500 Euro pro Kopf. Gerade genug zum Überleben. Dazu gibts hasserfüllte Kommentare. Dass 2.500 auch reichen würden. Die müssten ja keine Wohnung haben. Ein Heim täte es auch. Aus diesem Holz sind viele Rechtswähler gestrickt. Leider. Man wünscht ihnen, mit 250 Euro im Monat überleben zu müssen. Warum nur fällt mir beim Wort „Inländer“ immer gleich Inländer-Rum ein?

Gestern wurden 800 Syrer aus dem Mittelmeer gefischt. Bevor sie abgesoffen sind. Auf dem Weg nach Italien. Die Balkanroute ist zu. Jetzt also geht es anderswo los. Nun wird Italien allein gelassen. So wie zuerst Griechenland. Brenner zusperren. Ende. Die Katzlmacher sollen sich dahängen. Das ist europäische Politik. Und österreichische Politik. Aber vielleicht sorgt der neue SP-Kanzler wenigstens für menschliche Töne im Umgang. Anstatt sich an die Wortungeheuer der FP an zu hängen.

Es wird ohnehin bald wieder eng werden. An den Grenzen. Auch in Griechenland und am Balkan allgemein. Die EU versagt der Türkei die Visafreiheit. Mit Recht. Noch immer gelten dort die Terrorgesetze. Die nichts mit Terroristen zu tun haben. Sondern viel mit der Verfolgung von Kritikern des Erdogan-Regimes. Ein Erdogan-Minister hat jetzt klar gesagt: Wir lassen die Flüchtlinge auf euch los, wenn die EU die Visa-Freiheit nicht umsetzt. Europa hat sich erpressbar gemacht. Wird man sich dieser Erpressung widersetzen? Und wenn ja, wie löst man dann die wohl kommende neue Flüchtlingsbewegung?

Lässt man Italien allein, produziert man ein neues Griechenland. Diesmal bei einem Gründungsstaat der EU. Gegen einen failing state namens Italien wäre ein Grexit ein Lercherlschas. Ist Europa noch zu retten?

Entsetzlich auch viele Postings zum Brand von Schloss Ebenzweier. Da werden Umleitungen und Staus kritisiert. Die sind durch den Feuerwehreinsatz entstanden. Die Feuerwehren werden als unfähig hingestellt. Der absolute Egoismus ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Da riskieren hunderte Feuerwehrleute ihr Leben, und ein paar egoistische Vollidioten haben nichts anderes zu tun, als die Feuerwehr zu kritisieren. Die mehr als fünfzig Stunden Dauereinsatz hatte.

Kurios auch das Einhacken auf die Raucher. Wieder mal eine kleine Hexenjagd. Wir nähern uns immer mehr einer Verbotsgesellschaft. Verbote für die Menschen, aber alle Freiheit für die Konzerne und ihre Machinationen. So schaut es heute aus. Da wird auch gleich gefordert, man möge Rauchen ganz verbieten. Und wie in Singapur unter Strafe stellen. Wer das fordert, sollte mal ein Jahr in Singapur leben. Um in den Genuss jener Freiheit zu kommen, wie man sie in Singapur versteht: Haftstrafen für Graffiti, Prügelstrafe mit dem Rohrstock, Todessstrafe (bezogen auf die Bevölkerungszahl ist Singapur das Land mit der höchsten Hinrichtungsrate). Wer Singapur für ein Vorbild hält, sollte mal sein Weltbild überprüfen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Wetterstation

Ein Briefwechsel

Guten Tag BBs et al,

ich habe in meinem Mailarchiv nachstehend die von mir bereits erwähnte eMail gefunden. Ich sende sie, damit der Zeitraum der Entscheidung, kein Geld für eine neue Wetterstation in die Hand zu nehmen, eingegrenzt werden kann.

Freundliche Grüße

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Antwort des ORF am 11. 07. 2014.

Sehr geehrtexxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx,
nach aktueller Auskunft der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wird die Station in Gmunden leider von den Betreibern nicht mehr gewartet und wird in den nächsten 3 bis 6 Monaten durch Altaussee ersetzt. Solange noch ein paar plausible Daten vorhanden sind, möchten wir die Station aber weiter anzeigen.

Mit freundlichen Grüßen – ORFON-Wetter Andreas Tiesner

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: xxxxxxxxxxxxxxxxx
Gesendet: Donnerstag, 03. Juli 2014 14:38
An: ORF On Wetter
Betreff: wetter.ORF.at – Gmunden, Temperaturangaben

Guten Tag,
vor kurzem war — laut ihrer Auskunft auf meine Anfrage warum die Regenmengen in Gmunden nicht angezeigt würden — das Niederschlagsmessgerät defekt, nun scheint es das Thermometer zu sein, da seit 30. 5. die Temperaturen in Gmunden nicht mehr angezeigt werden. Besteht die Hoffnung, dass ein neues Thermometer angeschafft wird?

MfG

X. X.


 

Kernschmelze
12. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Kernschmelze
EK von Heute anonym über ein Freudenfeuer
GK von Gegenstrom Fragen an den Neuen

Liebe Leserleins!

Ist es nicht merkwürdig, wenn in einem Land, das der Atomkraft eine Absage erteilt hat, plötzlich eine Partei ihre Kernschmelze erlebt, und das ausgrechnet mit Kernkraft beheben will (Copyright: unser Gastkommentator Michael Amon)? Ja, das ist des Pudels Kern: dass ein Manager die Probleme der SPÖ beheben soll. OK, immerhin. Managen wird er im Gegensatz zum Faymann ja wirklich können. Auch wenn VP-Lowpatka das sicherheitshalber gleich mal bezweifelt. Aber das ist die übliche Lowpatka-Rhetorik. Der Mann kann es nicht lassen, neben dem offenen Benzinkanister mit den Zündhölzern zu spielen.

Denn was hat die ÖVP derzeit schon zu gewinnen? Einen welken Blumentopf. Oder gar einen Blumentopf mit den schönen blauen Kornblumen der illegalen Nazis und der FPÖ. Ja eh, die Nazis haben die Kornblumen missbraucht. Bei der FPÖ sind sie einfach nur blau, gell. Weil die FP ja auch blau ist. Was sie jedes Jahr im Braunauer Bierzelt auch nachhaltig unter Beweis stellt.

Dass das Herumzündeln an der österreichischen Verfassung mitsamt der Selbststilisierung Hofers zum allmächtigen HBP demokratiepolitisch höchst bedenklich ist, dämmert inzwischen immer mehr Leuten. Die wollen sich nämlich nicht darüber wundern, was so alles möglich ist.

Nun hat VP-Chef Mitterlehner recht deutlich darauf hingewiesen, dass das ganz so einfach, wie Herr Hofer sich das vorstellt, nicht gehen wird. Auch ein HBP ist nämlich durchaus kontrollierbar. Sogar ziemlich einfach, wenn die Mehrheitsverhältnisse stimmen. Und das tun sie. Der Nationalrat kann mit einfacher Mehrheit ein Verfahren gegen den HBP wegen „Verletzung der Bundesverfassung“ einleiten. Dann muss die Bundesversammlung mit Zweidrittelmehrheit eine Anklage beim Verfassungsgerichtshof einleiten. Diese Mehrheit ist locker vorhanden: SP, VP, Grüne und Neos haben in der Bundesversammlung rund 75 % der Stimmen. Eine Anklage des HBP ist also möglich. Auch beim Versuch der Einleitung einer Volksabstimmung über die Absetzung des HBP hat die FPÖ nicht ausreichend Stimmen, um einen solchen Beschluss mittels Sperrminorität zu blockieren.

Einfach gesagt: wenn ein eventueller HBP Hofer tatsächlich versucht, eine Präsidialdiktatur zu errichten (darauf laufen seine bisher geäusserten Absichten letzten Endes hinaus), dann ist das der sichere Weg in eine Staats- und Verfassungskrise. Am Ende dessen könnte die FPÖ als grosser Verlierer dastehen – so weder in den Institutionen noch in der Wählerschaft alle Vernunft aussetzt. Sollte aber die Vernunft allseits aussetzen, ist der Weg in einen autoritären Staat geebnet. In einen Staat, in dem die FPÖ mittels fragwürdiger „Volks“entscheide die Andersdenkenden terrorisieren kann. Ob die Österreicherleins eine solche Instabilität wollen? Ob selbst alle FP-Wählerleins eine Strache-Demokratur wollen?

Wissen wirklich alle Hofer- bzw. FP-Wählerleins, dass der Mann nicht nur ein Liebhaber des Kriegsbildermalers Odin ist, sondern auch gern martialische Kriegslieder anstimmen lässt und sich bei deren Absingen sichtlich wohl fühlt (siehe unser Video vor ein paar Tagen). Ist es wirklich österreichischer Mainstream, „zu siegen und zu sterben“ fürs Heimatland, und das auch noch fröhlich gröhlend zu besingen? Wollen Österreichs Mütter und Väter ihre Söhne auf dem „Feld der Ehre“ sterben sehen? Ist es wieder einmal soweit, dass es „süss und ehrenvoll“ ist, „für das Vaterland zu sterben“? Hatten wir diesen Ungeist nicht längst vertrieben geglaubt? Wie sagte es der FP-Kandidat für den HBP, Herr Hofer, so schaurig: „Soll man mit Blumen schiessen?“. Ist das einer der Hauptgründe, warum die FPÖ-Führung das Friedenprojekt Europa torpedieren will? Sage niemand, er oder sie habe nicht gewusst, wenn er/sie da wählt.

Wer die Ränke und Intrigen mit verfolgt hat, in denen sich die SPÖ dieser Tage ergangen hat, ahnt: mit dem Auswechseln des Parteichefs ist es nicht getan. Wenn man ehrlich ist, müsste eine grosser Teil der Funktionsträger bis weit hinunter auf die Bezirksebene ausgewechselt werden. Und es braucht kein neues Parteiprogramm mit den immer selben Phrasen. Es braucht einen neuen Denkansatz für die Sozialdemokratie. Und keine „neuen dritten Wege“ à la Blair und Schröder. Nur dann ist ein Neubeginn möglich. Das wird nicht geschehen.

Die Art, wie Faymann gegangen ist, zeigt einmal mehr: ein kleiner Geist, weit entfernt von einem Staatsmann. Weit entfernt von einem Sozialdemokraten. Man rächt sich nicht kleinlich beim erzwungenen Abgang. Noch immer glaubt Faymann, den Ereignissen seine eigene Deutung aufzwingen zu können. Er tut ja so, als hätte er eine Mehrheit gehabt und gehe, weil nicht alle für ihn sind. Dabei ist offensichtlich, dass er vergangenen Montag im Parteivorstand keine Mehrheit mehr gehabt hätte. Der Mann geht ab und tut selbst dies noch mit einer Lüge. Wenn der Kärntner SP-Chef Kaiser jetzt von „Grandezza“ spricht, mit der Faymann gegangen sei, dann kann frau nur noch lachen. Wer das Gesicht Kaisers sah, als er vom plötzlichen Abgang Faymanns hörte, weiss, das Kaiser im Moment der Wahrheit eher an eine Verbalinjurie als an „Grandezza“ gedacht hat. Vielleicht dachte er „Piccolezza“.

Selbst in seinem Abgang hat Faymann noch den grösstmöglichen Schaden für seine Partei und für Österreich produziert. Möge er sich damit für jede weitere politische Funktion selbst verbrannt haben. Dieser Mann in einer europäischen Spitzenfunktion, das ist ein Alptraum, den nicht einmal Juncker hervor rufen kann – nicht einmal im Doppel mit Schulz. Und, liebe Leserleins, das will wahrhaft was heissen!

Dass der Hasser von allem, was politisch links von Iwan dem Schrecklichen steht, wieder sein Unwesen treibt, versteht sich von selbst. Ja, die Rede ist von Krone-Gnam, der seine Artikel grundsätzlich nicht mit Tinte, sondern mit dem Schaum vor seinem Mund schreibt. Jetzt deckt er eine linke Verschwörung gegen Faymann auf. Die „Linken“ im Rathaus hätten die Missfallenskundgebungen am 1. Mai organisiert. Also ehrlich, wenn die so stark wären, hätten sie eine 2/3-Mehrheit in der Wiener Partei. Was Gnam jederzeit sofort bestreiten würde, weil, in seinen Worten, sind die „Linken“ eine kleine Minderheit. Wer allerdings am 1. Mai am Wiener Rathausplatz war, weiss: die überwältigende Mehrheit am Rathausplatz war an den Pfiffen und Buhrufen beteiligt. Im Gegensatz zu den paar „Werner, der Kurs ist richtig“-Taferln, die vorgedruckt waren, sind die meisten Transparente der Faymann-Gegner handgestrickt und selbstgebastelt gewesen. Aber mit Fakten hält sich einer wie Gram nicht auf. Dem reicht der Schaum vorm Mund.

Was ist das für ein Land, in dem ein Van der Bellen als „Linkslinker Extremist“ verunglimpft werden kann, und jede Menge Deppen glauben das auch noch? Was ist das für ein Land, in dem ein Herr Hofer als „gemässigte Mitte“ durchgehen kann?

Leute, ich sage lieber nicht, welche Menge alkoholischer Betäubungsmittel ich in den letzten Tagen schlucken musste, um all das zu ertragen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Freudenfeuer

Einserkasterl von Heute anonym

Krokodilstränen drückt es heimischen Baulöwen beim Anblick der Brandruine Schloß Ebenzweier in die Augen. Verstohlen polieren sie schon ihre Abrissbirnen, sehen sie doch vor dem geistigen Auge schon „Parkvillen“ im heimischen Südsee-Stil (Bunga-Bunga) aus dem Boden schießen.
Und die Investorengemeinschaft erhöht noch schnell die Brandschutz-Versicherung auf die Kößlmühle. Brennen doch derlei alte Gemäuer wie Zunder…


Fragen an den Neuen

Gastkommentar von Gegenstrom

Darüber müsste sich auch der künftige neue SP-Parteivorsitzende – egal ob B-Kanzler oder nicht, Gedanken machen:
Hat der Kapitalismus als Wirtschaftsmodell ausgedient?
Zwei Stars der Kapitalismuskritik gehen der Frage nach, ob die Marktwirtschaft die richtige Lösung für die Probleme unserer Zeit ist. Tomáš Sedláček bricht eine Lanze für den Kapitalismus: Er ist das beste Wirtschaftssystem, das wir kennen. Aber er muss von Grund auf reformiert werden. David Graeber hält dagegen: Der Kapitalismus ist nicht mehr reformierbar. Er gehört abgeschafft. Wir brauchen ein anderes, gerechteres System. Ein Ökonom und ein Ethnologe bürsten herrschende Meinungen gegen den Strich und beziehen pointiert Stellung.
Wie ist die Zukunft zu sehen wenn die Masse der Normalsterblichen ärmer werden und Arbeitslosen immer mehr werden und 62 Personen gleich viel besitzen wie die halbe Menschheit.

„Manches an dem Transformationsprozess, in dem wir stecken, vollzieht sich objektiv, wie der Niedergang der Preise für Information und Kommunikation. Arbeit wird auch aufgrund des Bevölkerungswachstums immer billiger, weil die Zahl der Erwerbstätigen weltweit sich verdoppelt hat, immer mehr Arbeit durch Technik ersetzt wird und immer weniger gute Arbeit da ist. Das sind objektiv zu beobachtende Prozesse. “

http://www.zeit.de/2016/16/postkapitalismus-paul-mason-england-arbeiter-kritik/komplettansicht


 

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