Archive for Mai 2016

Rücktrittswelle
11. Mai 2016

+++ Eilmeldung +++

Wahnsinn!

Gmundl zurückgetreten!

Nachfolge ungeklärt!

Gmunden in Schockstarre!

Wie das Dirndl vom Tanz hat Gmundl sich davon gestohlen. Er hatte die Mehrheit der Gmundner hinter sich. Aber Mehrheit ist nicht alles. Seinen Rücktritt wollte Gmundl auf einer Pressekonferenz verkünden, die von ihm gleichzeitig mit deren Anberaumung auch gleich wieder abgesagt worden ist.

Über seine weiteren Pläne gab Gmundl keine Auskunft. Gut informierte Gmundl-Kreise sprechen davon, dass er sich als Fahrer bei der Regio-Tram ein neues berufliches Umfeld schaffen will. Nicht ausgeschlossen wird aber auch ein Wechsel ins Kanzleramt. Dort ist bekanntlich soeben ein Job frei geworden.

Das Team Gmundl berät in diesen Stunden über einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Der aussichtsreichste Kandidat, Gmundens Bürgermeister Krapf, hat bereits abgesagt. Nun ist die Rede von einem Quereinsteiger aus der Wirtschaft. Gerüchteweise handelt es sich dabei um Herrn Neumann, den Geschäftsführer von Stern & Hafferl. Angeblich hat er grosses Interesse signalisiert. Die Meldung, beim Gmundl-Rücktritt habe im Hintergrund Altbürgermeister Köppl die Fäden gezogen, hat sich nicht erhärtet.

Wie man aus Politkreisen hört, sind auch die beiden HBP-Kandidaten Van der Bellen und Hofer fest entschlossen, sofort nach ihrer Angelobung als HBP zu demissionieren, um der neuen österreichischen Rücktrittskultur endgültig zum Durchbruch zu verhelfen.

Dem Land steht, wie es aussieht, eine massive Rücktrittswelle bevor.


 

Der Tag danach
10. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über den Tag danach
Der Kandidat
Diskussion Enser-de Groot/Bruno Beinhart

Liebe Leserschaft!

Er ist also gegangen. Der Bundeskanzler. Wie das Dirndl vom Tanz. Zuerst fest am Sesserl kleben. Als die letzten Spin-Aktionen von Ostermayer keine Wirkung zeigen, wird schnell das Hangerl geworfen. Faymann hat nie verstanden, dass man den Boulevard nicht steuern kann. Nur füttern mit Inseratenaufträgen. Auf Kosten der Steuerzahler. Dieser Mann war seinem Amt nie gewachsen. Nur eine Zeit lang geschickt in der eigenen Machtsicherung. Aber wenn die zündende Idee fehlt, dann stösst man eines Tages an Grenzen. Früher oder später. Im Fall Faymann leider viel zu spät.

Die SPÖ steht nun besch…. da. Eine geordnete Übergabe sieht anders aus. Mitterlehner darf jetzt ein paar Tage Kanzler spielen. Kann sein, dass er auf den Geschmack kommt. Jagt die ÖVP in Neuwahlen? Die wären derzeit zwar tödlich. Auch für die ÖVP. Aber die ÖVP hat das FP-Ticket schon in der Tasche.

Wen die SPÖ nachfolgen lässt? Angeblich weiss man es nächste Woche. Die Personaldecke ist dünn. Die Auswahl eher soso-lala. Ob kühle Management-Typen das schaffen? Der SPÖ ihre Seele zurück zu geben?

Dass jetzt Häupl auch offiziell das Sagen hat, ist ein Tribut an die Wirklichkeit. Er ist letztlich auch für Faymann verantwortlich. Er hat ihn in den Bund geschickt. Gusenbauer gestürzt. Faymann zum Kanzler gemacht. Wohl auch (oder vor allem?), um einen Konkurrenten in Wien los zu werden. Denn Faymanns Zug zur Macht war unübersehbar. Er wusste nur nicht, wozu er diese Macht verwenden sollte. Ausser um Kanzler zu bleiben. Ein stilloser Abgang. So glanzlos wie seine Kanzlerschaft. Der wohl schlechteste Kanzler der Zweiten Republik.

Wirklich erschüttert hat mich gestern etwas Anderes. Ich war auf Facebook unterwegs. Auf der Gesichtsbuch-Seite des FPÖ Abgeordneten Vilimsky. Sitzt im EU-Parlament. Was sich in den Postings dort abspielt, spottet jeder Beschreibung. Im Gesichtsbuch zeigen sie ihr Gesicht. Die Postings dort zeigen, wie daneben Autor Glavinic liegt, der den FP-Kritikern vorwarf, sie würden die FP-Wähler beschimpfen. Der war noch nicht auf der Seite von Vilimsky. Hier eine kleine Auslese der Kommentare zum HBP-Kandidaten Van der Bellen, der bekanntlich gegen FP-Hofer antritt. Die Rechtschreibfehler sind FP-Standard bis hinein in deren Presseaussendungen. Deutsches Spraches, schweres Spraches. Vor allem für Deutschtümler. (Bei den Postings geht es um die letzte Diskussion VdB vs. Hofer auf Puls4.)

Werner Unterlechner Wia kann man so an sandler wählen
Franz Matousek Der Bello wird’s net, oder seine Waehlerinnen und Waehler gehoeren besachwaltert….
Und ich wandere aus zum Putin und beantrage die russische Staatsbuergerschaft.
Helmut Huber Das was mir aber wie ein GEIST IM NACKEN, SITZT ist die ANGST DASS AM 22 MAI, MASSIVER WAHLBETRUG STATTFINDEN, KÖNNTE UM DEN GRÜNEN SCHLEIMER, AN DIE SPITZE ÖSTERREICHS HEBEN ZU KÖNNEN. ICH KANN NUR HOFFEN, DASS DAS NICHT PASSIEREN, WIRD UND NORBERT HOFER, DER BUNDESPRÄSIDENT ÖSTERREICHS WIRD.
Reinhard Rami Der VdB will deswegen BP werden, damit er vor seinen Abgang in die ewigen Jagdgründe, noch auf Staatskosten die Welt bereisen kann was er sonst nicht billiger haben könnte. Als BP wäre er derjenige der den aus der Bahn geratenen Karren noch an die Wand fahren würde.
Egon Landl van der Vergesslichkeit, Peinlich hoch drei, Mister Dement
Brigitte Haas Ich kann diesen senilen Volltrottel nicht mehr sehn oder sein dämliches Lachen
Peter Gradauer Ich habe das Programm gewechselt , da ich diesen ungepflegten, senilen, verlogenen Menschen nicht mehr sehen kann
Martin Schoder Eve Baier sehr richtig do homs wieder einen irren links linken extra für de sendung von der anstalt freigestellt echt krank der typ sie probieren wirklich alles aber es wird nichts helfen der norbert wirds scho schaffen!!
Regina Baldauf Dieser Mann ist entweder dumm oder senil … oder beides ….. unwählbar
Monika Weiss eigentlich niemand das das lauter ausgesuchte leute sind bekommen sogar geld das sie sich da hin setzten !! Der alte kasperl van der bellendarf niemals BP werden ! Ich hoffe das alle richtig wählen ansonsten heisst wien bald instanbul !!
Chris Wiegele Der will sich in der hofburg sanieren, und nicht nur die zähne.
Franz Matousek Habe weggeschaltet, ich kann mir diesen dementen alten verlogenen ungepflegten unsympathischen Altersheim Kanditaten nicht mehr live geben, ohne Aggressionen zu bekommen.
Werner Unterlechner Der kann in die Wüste reisen der Vollkoffer
Christian Bachmayer Da sieht mann wie der wahnsinnige VDB sich im Winde tret

Meint Glavinic ernsthaft, mit solchen Leuten sei ein „Diskurs“ möglich? Ich habe da meine Zweifel.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Der Kandidat

Wir siegen oder sterben
für unser Heimatland
dem Feinde zum Verderben …

Ja, liebe Mitmenschen, obige Zeilen singt man fröhlich auf Hofer-Wahlveranstaltungen. Wie hier im Blog schon zu lesen stand: sobald die „internationale“ der nationalen Rechtsradikalen (verschämt „Rechtspopulisten“ genannt) die EU gesprengt hat, gehen die mit Waffen aufeinander los. Hatten wir schon in Europa. Der völkische Ungeist war auch für den Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien verantwortlich. Und für die Massaker.

Dieses Video sollten sich alle genau anschauen. Wollen wir wirklich eine Hofburg, in der martialische Militärlieder gegröhlt werden?

Ein Kandidat mit skurriler Weltanschauung. An der Macht
wohl weniger skurril als brandgefährlich.


Diskussion Margareta Enser-de Groot / Bruno Beinhart

Wollte gerade in eigener Sache noch zu Ihrer Anmerkung wegen meiner Kandidatur bei den Gmundner Grünen etwas sagen: Ich bin parteilos und habe vor es zu bleiben. Die Gmundner Grünen mit ihrem Obmann Josef Sperrer haben aber meine Mitarbeit begrüßt, da meine besonderen Interessen dem Natur- und Tierschutz und der Korruptionsbekämpfung gelten, das sind auch Anliegen der Gmundner Grünen. Es zeigt wie aufgeschlossen die Gmuindner Grünen sind, dass sie keinen Parteizwang haben..

Zu den Schlagzeilen: Habe ich nicht gesagt,,dass wir ohne Regierung sind. Naja, Österreich wurde bis jetzt von Pröll und Häupl regiert, die sind ja noch da, also haben wir eine Regierung. So kommt es, wenn die Parteigranden mächtiger sind als die Regierung und das Parlament. Der Schaden für das Image von Österreich ist immens. Hoffentlich bekommen wir keine griechischen Verhältnisse bei der Staatsverschuldung.

Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
das mit der Kandidatur bei den Grünen war ja kein Vorwurf. Nur eine Feststellung. Es geht halt nicht ohne Parteien. Und wenn man Mandatarin der Grünen ist, ist man parteipolitisch tätig. Auch wenn man die Welt, wie ich bei Ihnen annehme, nicht nur durch die Parteibrille betrachtet.
Was den Schaden für das Image Österreichs betrifft. Lesen Sie die internationalen Medien. Faymanns Art des Rücktritts hat dem Ansehen des Landes extrem geschadet. Noch mehr Schaden kann nur noch ein Duo Hofer/Strache erzielen. Leider zahlen die Zeche nicht nur die, die blau wählen. Die Zeche zahlen wir alle. Siehe Hypo-Alpe.
Mit besten Grüssen Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Liebe Leserleins!
Mit HBP-Kandidaten Hofer haben wir endlich einen Kandidaten, der uns nicht belügt und beschwindelt, gell! Einen, der wirklich sagt, was Sache ist. Haben manche Vorgänger noch versucht, ihr Treiben zu verheimlichen („Was war mei Leistung?“ Oder „Bar aufs-Handerl“-Geschäfte im Hinterzimmer), so ist das jetzt endlich alles ganz anders. Hofer schreibt seine wahren Absichten sogar auf Plakate. Ja, liebe Leserleins, er will Bargeld und sagt das laut und deutlich in einem Krone-Inserat. Da verkündet er mit hoffnungsvollem Zukunftsblick, ER wolle Bargeld erhalten. Also, liebe Menschen, wenn ihr zum Hofer geht, vergesst die Scheinchen nicht! Und nur „ER“ will das „Bargeld erhalten“. Also ja nicht jemandem anderen ins feuchte Handerl drücken, gell!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl, Satireabteilung

hbp_hofer_bargeld


 

Schicksalstage
9. Mai 2016

LATEST NEWS:
FAYMANN von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Nachfolge offen.

Heute:
Bruno Beinhart über Schicksalstage
Diskussion Fr. Enser-de Groot & Bruno Beinhart
GK Gmundner Unterstützungskomitee Van der Bellen

Liebe Leserschaft!

Schicksalstage sind derzeit echt angesagt. Allerorten. Das begann heute morgen um 8h30. Mit der Zentralmatura in Deutsch. Jetzt für alle. Also AHS & BHS. Möge heuer alles ohne Probleme ablaufen. Und möge dieser Schicksalstag für möglichst viele Eleven gut ausgehen. Hoffen wir, dass möglichst alle auch wirklich Lesen, Schreiben und Denken können. Nachdem man sie für reif erklärt hat. Möge Österreich endlich aus der Bildungsmisere heraus finden. Da gibts noch viel zu tun. Auch in Fragen Asylanten & Migranten. Wenn die in Zukunft was zu Österreichs Wohlstand beitragen sollen, werden wir sie bilden müssen. Und ausbilden. Daran führt kein Weg vorbei. Keiner. Auch so eine Schicksalsfrage.

Für Griechenland ist ebenfalls ein Schicksalstag. Möge niemand glauben, das betreffe nicht auch uns. Neuerlich steht der Grexit im Raum. Die Banken hat man gerettet. Die Menschen nicht. Die sind allen egal. Die zwölfte Pensionskürzung innerhalb von zwei Jahren. Ob das gut gehen kann? Griechenland fällt auf den Status der Dritten Welt zurück. Als EU-Land. Längst sind die meisten Ökonomen skeptisch. Diese Art des Kaputtsparens ist fatal. Europa leidet unter eine Nachfragekrise. Weil die Reallöhne stagnieren oder sinken. Weil zu viele Menschen arbeitslos sind. Vor allem Jugendliche. Will man das Projekt Europa wirklich versenken?

Auch das Friedensprojekt Europa wackelt. Wir hängen – obwohl formal neutral – mit drin. Die NATO und Russland liefern sich im Norden Europas einen neuen Aufrüstungswettkampf. Ausgelöst eher von der NATO als von den Russen. Die EU als williger Partner der Einkreisungsstrategie der USA. Österreich humpelt mit. Man kann in der EU nicht neutral sein. Man kann nur so tun als ob. Putin ist keineswegs ein „lupenreiner Demokrat“ wie der Sozialdemokrat und Ex-Kanzler Schröder behauptete. Putin ist ein übler Autokrat. Leider. Denn Russland wäre – logisch überlegt – ein Partner Europas in einer sich rasant ändernden Welt. Mit neuen Machtblöcken, die sich gerade bilden. Stichwort China!

Der Widerstand gegen TTIP ist enorm. Dabei wird leider CETA übersehen. Der selbe Mist, aber mit Kandada. Die EU-Kommission versucht CETA im Hintergrund durch zu drücken. Mittels CETA könnten US-Konzerne über ihre kanadischen Tochterfirmen all jene Ziele erreichen, die man mit TTIP erreichen wollte. Aber die EU will weiter ihre haarsträubende Handelspolitik fortsetzen. Aus Dummheit, unter dem Einluss von Lobbys oder aus purer Korruption der Führungsfiguren? Es darf geraten und gerätselt werden.

Was jeden von uns betrifft an CETA und niemand ahnt: die Kommunalpolitik wird von CETA mitbestimmt. So werden durch CETA Rekommunalisierungen verunmöglicht. Es stellt sich nämlich immer mehr heraus, dass viele Privatisierungen von kommunalen Aufgaben zu enormen Kostensteigerungen geführt haben. Und zu ökologischen Fehlsteuerungen. So ist Hamburg dabei, die Müllentsorgung wieder zu kommunalisieren. Geringere Kosten, bessere ökologische Steuerung. Es hat sich gezeigt, dass mit der Privatisierung kommunaler Leistungen neue Monopole mit Monopolrenten entstanden sind. Zu Lasten der Steuerzahler. Man kann nämlich die Anbieter nicht einfach wechseln. Die EU hofft, dass die Bürger nach den Protesten gegen TTIP zu müde sind, auch noch gegen CETA auf die Barrikaden zu gehen. All das ein demokratiepolitischer Skandal.

Vielleicht könnten auch die beiden verbliebenen HBP-Kandidaten mal ein Wörtchen zu CETA verlieren. Das ist nämlich momentan die konkrete und unmittelbare Gefahr. TTIP scheint ja auch am amerikanischen Kongress zu scheitern.

Auch für die SPÖ ist heute ein Schicksalstag. Es geht für Faymann um Kopf und Kragen. Und wieder bedienen sich er und sein Adlatus Ostermayer der Boulevardmedien. Wieder einmal dürfen der Parteivorstand und die Mitglieder schon im vorhinein aus der Zeitung erfahren, wie es ausgehen wird. Damit will man Fakten schaffen. Und Faymann sich noch ein paar Monate über die Runden retten. Diesmal durfte das besonders krawallige „Österreich“ die frohe Botschaft verkünden: Faymann bleibt. Was schert der sich um die HBP-Wahlschlappe! Anderswo tritt man nach einer solchen politischen Ohrfeige umgehend zurück. SP-Kanzler Sinowatz hat einst das Handtuch geworfen, als ÖVP-Waldheim die HBP-Wahl gewann. Der SP-Kandidat erhielt damals immerhin beachtliche 46 %. Die vierfache (!!!) Stimmenzahl von Hundstorfer.

Wie es aussieht, wird die SPÖ versuchen, sich in den Herbst zu retten. Was Faymann sich davon verspricht, ist unklar. Schwer vorstellbar, dass er nochmals ein eine Wahl geht. Wenn ihn nicht die SPÖ abzieht, werden das die Wähler umso unbarmherziger tun. Faymann wird bei seinem Sturz die SPÖ mit in den Abgrund ziehen. Die deutschen Sozialdemokraten haben in BRD-weiten Umfragen bereits die 20 % Marke nach unten durchbrochen. Faymann wird das locker über-/untertreffen.

Nachträglich eingefügt.
Soeben ist Faymann von allen Ämtern zurück getreten. Die letzten Versuche, sich mittels des Boulevards zu retten, waren offensichtlich vergeblich.

Kurzdiagnose des SPD-Fraktionschefs im Berliner Stadtparlament: „Wir befinden uns an einem Scheideweg der Geschichte … Eine Politik jenseits neoliberaler Sachzwänge ist möglich … Die SPD muss wieder lernen, zu träumen, damit sie wirklich etwas verändern kann … Die Alternative zu den neuen Rechten ist die Neuerfindung der Sozialdemokratie.“
Sollte sich auch die SPÖ zu Herzen nehmen.

Die SPÖ wird heute wahrscheinlich eine Schwafelgruppe einsetzen. Die sich Strategie-Gruppe nennt. Die Mitglieder bleiben aussen vor. Dann wird die SP wohl beschliessen, dass jede Gliederung es mit der FPÖ halten kann, wie sie will. Alles für den Machterhalt einer kleinen Gruppe von Funktionären. Die um ihre Sesserln zittern. Ein Teil der SPÖ ist auf dem Weg zu einem Nationalen Sozialismus. Man kann es auch Harakiri mit Anlauf nennen. Aber vielleicht fusioniert Herr Niessl mit der FPÖ. Wäre ein Weg, die FPÖ endlich klein zu bekommen.

Natürlich steht auch die ÖVP vor riesigen Problemen. Aber dank des Infights von Faymann merkt das derzeit niemand. Es kann aber nicht kalt lassen, wenn die beiden Gründungsparteien der Republik alle ihre Grundsätze über Bord werfen. Dabei zerbröseln. Das Erbe eines Kanzlers Strache wird nämlich fürchterlich sein. Das hat schon Haider in Kärnten bewiesen. Und die schwarz-blaue Koalition. Nur die Gerichte werden viel Arbeit bekommen. Das löst aber nicht das Arbeitslosenproblem. Nicht vergessen: wir haben 500.000 Hacknstade. Wahrscheinlich sogar mehr. Für die hat derzeit keine Partei und kein HBP-Kandidat eine Lösung. Ermutigend ist das nicht.

Die Angst im Land wächst. Mit dieser Angst kann man Wahlen gewinnen. Auch wenn man keine Lösungen hat.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

In eigener Sache.
Wir haben lang diskutiert. Ob wir die Stellungnahme des Gmundner Unterstützungskomitees für Van der Bellen veröffentlichen sollen. Wir haben uns dafür entschieden. Es steht auch den Unterstützern von Norbert Hofer frei, uns ihren Standpunkt zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen.
Der Diskussion mit Frau Enser-de Groot geben wir deshalb so breiten Raum, weil das Fragen sind, die auch im Team intensiv diskutiert werden. Unsere nicht geringe Leserschaft soll wissen, was uns so umtreibt. Auch das ein Teil demokratischer Diskussionskultur.


Lokal oder nicht?

Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Sehr geehrter Herr Bruno Beinhart,
muss mich doch noch einmal melden. Ich kann die Ausführungen des Herrn Mitterbauer voll unterstreichen, den ich als sehr logischen und realistischen Denker kenne. Zunächst sollte der Gmundl wirklich über unsre lokalen Ereignisse berichten. Da hört man so einiges in Gmunden, worüber die Bürgerleins gerne informiert sein würden. Die Kommentare und Berichterstattung über die nationale und internationale Politik kann man sich aus Medien aus aller Welt und über das Internet beschaffen.

Ich vermute, dass Sie ein alter Sozi sind, weil Sie sich in der SPÖ intern so gut auskennen. Mir hat von jeher das Interesse an jeglicher Parteipolitik gefehlt, dadurch kann ich über die SPÖ Interna nicht mitreden. Ich kann nur sagen, wie dieses Hick-Hack beim Normalbürger ankommt, nicht mehr und nicht weniger.

Die Bürger haben es soo satt, die Querelen in den Parteien erdulden zu müssen.. Auch der LH Pröll von der ÖVP ist ein alter Intrigant, feige und hinterhältig, mir zutiefst unsympathisch. Ich finde es abscheulich, dass man der Kanzler, einen wichtigen Repräsentanten unseres Landes, im eigenen Land so anpatzt. Somit sind wir ohne Regierung und ohne Bundespräsidenten;, kein Wunder, dass unsere nationale Souveränität von unseren EU-Nachbarn nicht mehr respektiert wird.

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Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
wie schon gesagt: wir würden gern mehr über lokale Ereignisse berichten. Aber es fehlt an relevantem Stoff. Der Satiriker Tucholsky schrieb einst: „Komisch, dass jeden Tag genau so viel geschieht, wie in die Zeitung passt.“ Damit ist das Problem umrissen.
Wenn Sie meinen, „man höre so einiges in Gmunden, worüber die Bürgerleins gern informiert sein würden“, dann wissen Sie offenbar etwas, was uns entgangen ist. Da wären wir für sachdienliche Hinweise dankbar. Diskretion zugesichert.
Uns ist derzeit nur ein „grosses“ Ding bekannt. Über das wir aber nicht schreiben können. Weil wir Vertraulichkeit zugesichert haben. Der/die Ezzes-Geber würde derzeit sonst „auffliegen“. Wir behalten dieses wahrhaft monströse Thema aus der Gemeindepolitik im Auge. Berichte gibt es, wenn die Sache wirklich real werden sollte.

Wir haben festgestellt, dass eine grosse Zahl unserer Leserschaft es schätzt, nicht selbst durch die Medienwelt surfen zu müssen. Sie schätzen unsere sehr subjektive Themenauswahl. Unsere subjektive Tagesübersicht. Unsere Art des Briefings. Wir sehen das an den Zugriffszahlen und an den Emails. Die uns auffordern, so weiter zu machen.

Wir sind überzeugt, mit diesem Konzept im Grossen und Ganzen richtig zu liegen. Die Welt ist klein geworden. Die Krähwinkel-Sicht des rein Regionalen nicht mehr möglich. Es hat Einfluss auf das Leben auch hier in Gmunden, was in Deutschland geschieht, in Griechenland etc.
Die Kirchturmpolitik ist an ihr Ende gelangt  Damit auch die Kirchtum-Berichterstattung. Ein bedeutender Teil unserer Leserschaft schätzt den Blick über den Tellerrand. Dass die enge lokale Berichterstattung nicht mehr funktioniert, ist ja längst bewiesen. Siehe den Untergang der ehemaligen Salzkammergut-Zeitung.

Einen kleinen Irrtum Ihrerseits möchte ich korrigieren. Ich bin kein „alter Sozi“, sondern ein junger Parteifreier. Mit klarer Haltung ohne Parteimitgliedschaft. Unsere Infos bekommen wir von Auskennern. Klaro. Dass einer unserer Mentoren sich in der SPÖ ganz gut auskennt, dürfte schon aufgefallen sein. Aber ein paar grundsätzliche Worte zum Funktionieren des Teams. Das Team trägt die Themen zusammen, Leserinnen und Leser schicken uns Hinweise und Tipps. Daraus zimmern dann entweder Babsy Blitzschnell oder ich den täglichen Blog. Da wir alle neben Beruf oder Studium arbeiten, geht es nur so.

Was Ihr mangelndes Interesse an Parteipolitik betrifft, das ist Ihr gutes Recht. Hat nur einen Haken. Die Parteien machen die Politik. Was die Parteien so treiben, betrifft uns alle. Man kann die Politik nicht ändern, wenn man sich nicht mit Parteipolitik beschäftigt. Laut unserer Verfassung sind die Parteien wesentliche Instrumente der politischen Willensbildung. Sie haben ja auch bei den Gemeinderatswahlen auf der Liste der Grünen kandidiert.

Was oft als Hick-Hack empfunden wird, ist die nötige Auseinandersetzung um Inhalte. Auch wenn es leider oft nur um Posten und Pöstchen geht. Aber Parteien sind unverzichtbar. Sie müssen nur endlich wieder beginnen, ihre Aufgaben ernst zu nehmen.

Der Kanzler wird nicht angepatzt, der hat sich selbst angepatzt. Weil von ihm nur politische Patzer kommen. Der Mann kann den Job nicht. Sagt Androsch. Auch ein Auskenner. Er hat recht.

Den Schluss, dass wir ohne Regierung und ohne Bundespräsidenten sind, kann ich nicht nach vollziehen. Verstehe ich nicht. Auch das mit dem Nicht-Respektieren unserer Souveränität kapiere ich nicht. Offen gestanden. Noch dazu gibt es in der EU nur noch eine eingeschränkte nationale Souveränität. Für meinen Geschmack gibt es in der EU noch viel zu viel Nationalismus. Dafür zu wenig Demokratie auf europäischer Ebene.

Beides hindert Europa daran, die grossen Probleme zu lösen. Jene grossen Probleme, die sich bis auf die lokale Ebene fatal auswirken. Darum auch ist der Blick über den Tellerrand so notwendig. Lokales, Globales, EU – das lässt sich nicht mehr trennen.

Mit besten Grüßen
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Das Unterstützungskomitee Gmunden
(eines von den über 1.000  Van der Bellen-Komitees)

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Es geht um nicht weniger als um 100.000ende  Arbeitsplätze in Österreich (jeder zweite Arbeitsplatz hängt mit dem Export zusammen) wenn geschlossene Grenzen, Nationalismus und Engstirnigkeit wieder den Ton angeben würden. Wir werden uns noch wundern (O-Ton des anderen Kandidaten ) wie es dann mit den sozialen Frieden bestellt sein wird, wenn eine Million Arbeitslose, gekürzte Renten, noch schlechtere Schulausbildung das wirtschaftliche und soziale Leben in Österreich – wie in der Zwischenkriegszeit mit der 1.000 Mark Sperre – bestimmen wird. Orbans Ungarn und Putins Russland zeigen uns jetzt schon real vor wie dann das Leben in Österreich aussehen würde. Unsere Heimat Salzkammergut, Österreich, Europa und mehr als 70 Jahre Friede ist zu wertvoll um es  nationalistischen Cliquen rund um Le Pen, Pegida, Strache oder Orban zu überlassen.

Danke liebe Freundin, danke lieber Freund,
wenn auch Du die Kandidatur von  Alexander Van der Bellen  in Gmunden unterstützt.

Was kannst Du tun?

  • Leite diesen Brief weiter an Deine Freundinnen und Freunde (und ändere Anrede)
  • Stelle diesen Brief in die „Sozialen Medien“ (Facebook etc.)
  • Bitte beteilige Dich auch unter: vanderbellen.at

Du unterstützt diese Kandidatur gemeinsam mit Heide Schmidt (ehemals FPÖ), Othmar Karas, Josef Pröll, Franz Fischler (ÖVP), Brigitte Ederer, Wolfgang Petritsch, Caspar Einem (SPÖ), Grexi Tostmann und Reinhard Kepplinger (GRÜNE, OÖ Unternehmerin & Unternehmer), Hans Peter Haselsteiner (NEOS), Andree Heller, Reinhold Messner, Maresa Hörbiger, Nicole Beutler, Christian Clerici, Michael Horowitz, Heini Staudinger, Maximilian Schachinger, Josef Hader und vielen anderen tausenden Österreicherinnen und Österreicher.

Danke und liebe Grüße


 

Diskussion
8. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart leitet kurz ein
GK J. Mitterbauer zu Unterläufeln
GK Enser-de Groot zu Faymann oder Häupl

Liebe Leserschaft!

Heute halte ich mich kurz. Ziemlich kurz. Zwecks Pause. Und sich ausrasten. Auch wir brauchen das. Wenigstens manchmal. Also heute zwei GK mit meiner direkten Antwort.

Aber weil es gerade ein Thema ist. Das Absaufen der SPÖ. Ein Teil des Problems ist die totale Orientierungsloigkeit ihres Führungspersonals. Wir haben gestern schon auf den Linzer Bürgermeister verwiesen. Der hat als angeblicher Sozialdemokrat nichts Besseres zu tun, als auf die Mindestsicherung ein zu hacken. Im Ton von ÖVP und FPÖ. Und auf die „Traditionalisten“ in der SPÖ geschimpft. Er sollte sich lieber Gedanken anderer Art machen. Nicht die Mindestsicherung ist zu hoch. Die Löhne und Gehälter sind zu niedrig. Stagnieren real seit zwanzig Jahren. Dank einer SPÖ, die jeden neoliberalen Unfug brav mit gemacht hat. Inzwischen wird längst über Industrie 4.0 diskutiert. Und wie man dann den mit ganz wenigen Arbeitskräften produzierten Reichtum zu den Menchen bringt, die in der Produktion nicht mehr benötigt werden. Ein schwieriges Thema. Aber Formen der Mindestsicherung sind längst Teil der Überlegungen. Auch wenn das in der Politik noch nicht angekommen ist. Aber was kommt dort schon an!?

Der Herr BM Luger ist der Richtige, um über den Weg der SPÖ „zur Sekte“ zu referieren. Wir möchten an etwas erinnern. Herr Luger war in Linz Mitglied des Kommunistischen Studentenverbandes KSV. Dieser Verein hat erstens alle Kriterien einer Sekte erfüllt. Und der KSV war so ziemlich die stalinistischste Organisation, die es in Österreich gab. Stalinistisch bis zum Geht-nicht-mehr. Bis zuletzt unbeirrbar Moskau-gläubig. Eine Organisation, die den Einmarsch der Russen 1968 in die damaligen Tschechoslowakei begrüsst hat.  Und befürwortet. Eine interessante Entwicklung vom stalinistischen Hardliner zum Spendensammler für einen guten Zweck. Nämlich sich selbst. Unsere Leser wissen, was gemeint ist. Der kleine Barbeitrag von 24.000 Euronen. Bar aufs Handerl. Als Hochzeitsgeschenk. Ein echter Arbeiterführer halt.

Wir wünschen einen geruhsamen Tag.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Unterläufeln

Gastkommentar von J. Mitterbauer

Hallo Gmundl, gibt es denn über unsere Heimat nichts mehr zu berichten? Warum „gmundld“ der Gmundl fast nicht mehr?

Euer Kommentar zu unserem Herrn Bundeskanzler, war sicher recht treffend. Aber auf einen wahrlich absurden Umstand möchte ich schon noch hinweisen.
Da verhandelt ein Unterläufel( Landeshauptmann und Bürgermeister) mit anderen Unterläufeln ganz ungeniert und vor allem öffentlich und faktenschaffend ,über die Zukunft einer politisch und rangmässig wesentlich höher gestellten Person.
Nämlich der des Bundeskanzlers der Republik Österreich ,und höchsten Repräsentanten in Brüssel.
Das ist wie wenn in einem Konzern ein paar Prokuristen und Abteilungsleiter
alle nötigen Fakten schaffen würden, dass der Vorstandsvorsitzende abgesägt wird ,ohne vorher die zuständigen Gremien auch nur zu befassen.
Da wedelt der Schwanz kräftig mit dem Hund!

Hier geht es wirklich nicht um Formalismen und leere Hierarchien sondern um Verantwortlichkeiten und Führungsstrukturen die dem Land nützen und nicht die verklemmte Eitelkeit einiger Herdenführer bedienen.

Wenn ein Kanzler oder Minister aus einem gravierenden Grund abgesetzt werden muss, so kann das ,meiner bescheidenen Meinung nach nur durch das Parlament erfolgen. Das wäre der richtige Ort, denn alles andere beschädigt unser Land nachdrücklich. Was soll man im Ausland z.B von einem neuen Kanzler halten, den dann vielleicht ein anderer Unterläufel in die Wüste schickt.

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Sehr geehrter Herr Mitterbauer,
Warum „gmundelt“ der Gmundl derzeit sehr wenig? Ja, das hat mehrere Gründe.
Der wichtigste: es mangelt an Themen mit Neuigkeitswert. Das Thema Regio ist derzeit tot. Da warten alle auf die Gerichtsentscheide. Neues gibt es nicht.
Oder die Asamer-Hotel-Sache: bis auf Weiteres gelaufen. Auch hier warten alle auf gerichtliche Entscheidungen. Und darauf, wie und ob man die Hotelfrage in Gmunden lösen kann. Aber derzeit gibt es nichts, worüber wir in dieser Sache berichten könnten.
Ähnlich bei vielen anderen Themen. Von der Seniorenresidenz bis zur Gestaltung der Innenstadt – da wird in Gemeindeausschüssen mehr oder weniger zielgerichtet vor sich hin gewerkt.
Zuletzt gab es erst kürzlich das lokale Thema der Wetterstation. Da haben wir als einziges Medium darüber berichtet. Und den Hintergrund aufgezeigt.
Gmunden ist halt recht klein. Da geschieht nicht genug. Um jeden Tag was zu schreiben. Wir würden gern die lokalen Sachen auf das ganze Salzkammergut ausweiten. Dann hätten wir mehr Themen. Aber wir müssen auch ehrlich sein. Das können wir nicht leisten. Da braucht es Logistik und Organisation. Sprich: eine Struktur, die Geld kostet. Das haben wir nicht. Wir machen alles gratis und ehrenamtlich. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt.

Wir diskutieren natürlich ausführlich, wie wir den gmundl-Blog weiter entwickeln können. Wie wir ihn in Zeiten, in denen lokal wenig geschieht, „am Leben“ erhalten können. Eine der Lösungen war eben, mehr überregionale Themen zu behandeln. Das verursacht keine Kosten. Wir diskutieren auch, ob wir nicht eines Tages das Dauer-Experiment „gmundl“ beenden. Aber soweit ist es im Moment noch nicht.

Was Sie über die Unterläufeln sagen, können wir nur unterschreiben. Da wissen wir uns eines Sinnes mit Ihnen. Auf die Merkwürdigkeit, dass Niessl und Häupl wichtige Entscheidungen unter sich aus mauscheln, haben wir bereits mehrmals hingewiesen. Was das Parlament betrifft: Stimmt! Aber Sie wissen ja: Klubzwang und so … da läuft leider nicht viel.
Mit besten Grüssen Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Faymann oder Häupl?

Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Sehr geehrter Herr Bruno Beinhart,
ich wollte eigentlich bei dem schönen Wetter nicht mehr Zeit investieren, um zu diesem Thema , von dem ich persönlich nicht unmittelbar berührt bin, nochmals Stellung zu beziehen. Zuerst was Grundsätzliches:: Sie bezichtigen mich eines Denkfehlers und Irrtums. Könnten wir uns nicht darauf einigen, dass wir verschiedener Meinung sind?. Das wäre schon ein Fortschritt in der politischen Diskussionskultur.

Zum sehr persönlichen Angriff auf Faymann: Warum attackieren Sie nicht seinen Mentor Häupl? Dieser Mann ist mir unerträglich mit seinem präpotenten Auftreten. Ein Sprachkurs in Hochdeutsch könnte ihm auch nicht schaden, denn es gibt in Wien noch Leute, die kultiviertes Deutsch sprechen.

Ich habe keinen Grund Faymann zu verteidigen, ich kann nur das ewige Hintrampeln auf einen einzigen Mann nicht als gerecht empfinden. Da der Kanzler schon mehr Zeit in Brüssel ist als in Wien verbringt, können in seiner Abwesenheit die Ränke geschmiedet werden. Würden Sie seinen Job haben wollen, mehr im Flugzeug als zu Hause??. Ich könnte schon physisch da nicht mit. Da lebt es sich im schönen Gmunden schon gemütlicher, gell.

So nebenbei angemerkt, ich mache mir um einen Ex-Politiker keine Sorgen, von Pröll bis Gusenbauer, etc. Die haben längst vorgesorgt, ihre Netzwerke geflochten, für die Folgen ihrer Fehlleistungen tragen sie keine Verantwortung (Hypo, Herr Josef Pröll, schon vergessen?) Hat die SPÖ nicht schon unter Gusenbauer ihre Glaubwürdigkeit verloren? Ich habe seinerzeit Gusenbauer gewählt, weil er versprochen hat, dass unter seiner Kanzlerschaft die Abfangjäger nicht gekauft werden. Was hat er gemacht, umgefallen ist er und heute haben wir das Gerümpel an Flugzeugen am Hals,, die das Budget täglich mit ca. 30,000 Euro belasten, auch wenn aus Geldmangel kaum geflogen wird. Die Glaubwürdigkeit der SPÖ wurde schon vor langer Zeit zu Grabe getragen, weil sie wegen der Machterhaltung in der Koalition sich immer geduckt hat und in Wahrheit die Rolle der Juniorpartei übernommen hat, auch wenn sie die Mehrheit hatte. Es wären ohne Zweifel ein paar starke Persönlichkeiten gefragt gewesen, die die Politik nicht nur als lukrative Einnahmensquelle oder für Selbstdarstellungszwecke gesehen hätten. Faymann muss jetzt die Rechnung bezahlen, auch für seine Vorgänger.

Zu Ihrem Wunsche, starke Persönlichkeiten in der Politik wären gefragt:: Sollte sich wider Erwarten einmal eine starke Persönlichkeit in die Politik verirren, würde sich diese nicht lange halten oder von selbst den Hut nehmen. . Nur wer mitheult mit den Wölfen, bleibt im Rudel.

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Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
ich habe Sie doch nicht „bezichtigt“! Ob eine Meinungsverschiedenheit nun Meinungsverschiedenheit, Irrtum oder Denkfehler genannt wird, ist eine filosofische Frage. Wenn ich eine Meinung habe, die von einer anderen Meinung abweicht, dann gehe ich mit aller Vorsicht davon aus, dass meine Meinung stimmt. Der Andere sich aber im Irrtum befindet. Oder einen Denkfehler begeht. Kann natürlich auch sein, dass ich mich mit meiner Meinung irre. Oder fehlerhaft denke. Wenn ich aber zum Schluss komme, mich zu irren bzw. fehl zu denken, dann muss ich meine Meinung ändern. Es ist also nichts Böses, einer anderen Meinung Irrtum oder Denkfehler zu attestieren. Das ist vielmehr ein einfaches Gesetz der Logik.

Natürlich haben wir Häupl sehr wohl ausgiebig kritisiert. Erst gestern hier im Blog. Werden Sie doch gelesen haben. Nehme ich an.
Von einem „Hintrampeln“ auf Faymann kann keine Rede sein. Wir üben fundierte Kritik. Die man in fast allen Medien in ebensolcher Weise findet. In allen Medien jedenfalls, die nicht mit grosszügigen Inseraten auf Kosten der Steuerzahler von Faymann verwöhnt werden. Die Frage ist doch nicht, ob ich seinen Job haben will. Ich will, dass der, der sich um diesen Job gerissen hat, ihn ordentlich macht. Zu diesem Job gehören halt auch Unannehmlichkeiten. Faymann hat den Job gewollt, und klammert sich jetzt mit Klauen Zähnen an diesen Job. Also wovon reden wir? Da hat mein Mitleid Grenzen. Er könnte jeden Tag aufhören und alles hinschmeissen. Tut er nicht.So gross kann sein Arbeitsleid also nicht sein. Wo würde Herr Faymann schon mehr als 20.000 Euronen pro Monat verdienen können? Im Taxi sicher nicht.

Was Gusenbauer betrifft. Sie haben die SP wegen Gusenbauers Absage an die Abfangjäger gewählt. Andere wegen seinem Versprechen mit den Studiengebühren. Beide Versprechen wurden nach der Wahl gebrochen. Wissen Sie auch von wem? Herr Faymann war Chefverhandler bei den Koalitionsgesprächen und hat diese Versprechen Gusenbauers sofort fallen lassen. Gusenbauer war gegen diese Vorgangsweise Faymanns machtlos, weil ihm der Rückhalt in der Partei gefehlt hat. Und weil Häupl schon damals auf Faymann gesetzt hat. Faymann hat vom ersten Tag an auf den Sturz von Gusenbauers hin gearbeitet – mit Unterstützung Häupls und der Gewerkschaften, die auf Gusenbauer bös waren. Weil er sie aus dem Parlament verjagt hat. Und aus ihren bezahlten Doppeljobs. Soviel zur historischen Gerechtigkeit über Gusenbauers gebrochene Wahlversprechen. Es war Faymann, nicht Gusenbauer. Es war die Lerche, nicht die Nachtigall!

Ich erinnere mich nicht, „starke Persönlichkeiten“ in der Politik verlangt zu haben. Vielmehr habe ich den Hang zum „starken Mann“ kritisiert. Weil das ein autoritäres Politikverständnis offenbart. Mit dem ich nichts auf dem Hut habe.

Natürlich ist Faymann das Ende einer Kette des Versagens. Schon Vranitzky ist zur FP nur eingefallen, mit ihr nicht zu koalieren. Aber seine reale Politik hat zur dauernden Stärkung der FP geführt. Eine Politik, die der FPÖ die Basis entzieht, hat er nicht zusammen gebracht.

Mit besten Grüssen Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Irrläufer
7. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Irrläufer
GK Frau Enser-de Groot tut Faymann fast leid

Liebe Leserschaft!

Manche Ereignisse sind unfassbar. Man kann nicht einmal mehr den Kopf schütteln. Zuerst spielt die Regierung sehr unsensibel mit der Brennergrenze. Macht Stimmung gegen den „Erzfeind“ Italien. Das uns im Ersten und im Zweiten Weltkrieg hängen hat lassen, so das alte Ressentiment. Nee, wir diskutieren jetzt nicht ob die geplanten Sperren am Brenner sinnvoll sind. Oder nicht. Wir sprechen darüber, wie die österreichische Regierung sich verhält. Nämlich wie der Elefant im Porzellanladen. Wir spielen Grossmacht und haben nicht das Pinke für den Sprit der Bundesheerautos.

Nachdem also viel Glas zerdeppert worden ist, legt Strache jezt nach. Strache ganz als sensibler Staatsmann. Fordert eine Abstimmung über die Wiedervereinigung Tirols. Was zeigt, er hat den Sinn der EU nicht verstanden. In der sind nationale Grenzen sinnlos. Auch wenn viele das nicht kapieren. Die Lösung für die getrennten Teile von Tirol heisst Vereinigtes Europa. In dem es egal ist, ob Südtirol zu Österreich oder zu Italien gehört. Aber Strache geht es nicht um Lösungen. Darum geht es ihm nie. Es geht ihm um den Aufreger. Die Südtiroler hat er übrigens nicht gefragt. Die wollen nämlich nicht zurück nach Österreich. Die leben in Italien als autonome Region schliesslich viel gemütlicher.

Ein Zusammenschluss der Teile von Tirol würde für den Grenzschutz nichts bringen. Null. Denn dann müsste man schon viel weiter südlich (Trentino) die Grenzen schützen. Am Brenner geht das technisch leichter. Die Folgen wären aber da wie dort verheerend. Der europäische Verkehr käme zum Erliegen. Allerdings stellt sich gleichzeitig die Frage der Sinnhaftigkeit dieses irren Warentransportes. Ökologisch ist der ein Wahnsinn. So besehen wäre eine Brennersperre nicht uninteressant. Könnte zu neuen Einsichten führen. Über den ökologischen Wahnsinn des europäischen Güterverkehrs.

Der Schaden für den Tourismus wäre natürlich in Südtirol sehr hoch. Das Problem des Urlaubsreiseverkehrs ist vernachlässigbar. Die Leute sind gewohnt, in den Urlaub zu stauen. Oft hat man das Gefühl, ohne Stau würde es den Leuten gar keinen Spass machen. Warum sonst stürzen sich alle zur selben Zeit auf die Tranisrouten?

Auf jeden Fall hat sich Strache erneut als verantwortungsloser Politiker erwiesen. Einer der nur Wirbel macht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Rücksicht auf das Ansehen Österreichs.

Vielen Menschen macht Hofer Angst. Das merkt man in Gesprächen. Er hat sich jetzt aber immerhin scharf zum rechten Rand abgegrenzt. Glauben ihm das die Leute? Oder halten sie es nur für Wahltaktik? Denn Hofer braucht Stimmen aus dem bürgerlichen Lager. Dort sind viele Leute nicht überzeugt von ihm. Haben Angst vor Instabilität. Und vor einem autoritären Doppelpass-Spiel zwischen Strache im Kanzleramt und Hofer in der Hofburg. Zudem empfinden viele Hofer als Puppe an den Fäden von Strache. Als Marionette von HC. Halten ihn für einen, der in der Hofburg Politik für die FPÖ machen würde. Nicht ein Präsident für alle Österreicher sein wird. Sondern ein Präsident nur für FP-Wähler. Zu tief steckt Hofer für viele im Milieu deutschnationaler Studentenvereine.

Hofer hat dafür neue Wahlhelfer bekommen. Den SPD-Chef Gabriel und den ebenfalls roten Präsidenten des EU-Parlaments. Deren Wortmeldungen sind sehr hilfreich für die FPÖ. Schon tönt Kickl, der Reimeschmied der FP, das sei „Einmischung in den österreichischen Wahlkampf“. Hoffen wir, dass wir nicht wieder einen „Wir Österreicher wählen, was wir wollen“-Wahlkampf bekommen. Das hat schon einmal eher schlecht geendet für das Land. Mit Herrn Waldheim in der Hofburg. Die er dann sechs Jahr lang fast nicht verlassen konnte. Weil niemand ihn eingeladen hat. Ähnliches droht auch bei Hofer. Wer ausser ein paar Potentaten und Autokraten wird Hofer einladen? Eine interessante Frage.

Die Welt traut nämlich der FPÖ nicht. Nicht einmal Österreich. Es gibt zwar einen harten Kern von FP-Wählern. Aber mehr als 60 % der Österreicher misstrauen der FPÖ. Was für Hofers Hofburgambitionen eine schwere Hürde darstellt.

Die SPÖ verdeppert weiter fröhlich das Familiengeschirr. Dass Häupl und Niessl versuchen, sich die Faymann-Nachfolge untereinander aus zu schnapsen, ist jenseitig. Die SPÖ-Mitglieder und -Wähler sitzen staunend auf den Rängen und schauen entsetzt, verwirrt oder angewidert zu. Inzwischen ist die SPÖ-OÖ in den Umfragen weiter abgestürzt. Waren es bei den Landtagswahlen im Herbst noch mickrige 18,4 %, sind es jetzt nochmals weniger. Nur noch um die 14 %. Der letzte dreht das Licht ab! Die Flucht Richtung FPÖ wird nichts nützen. Das kostet nochmals die halbe Wählerschaft. Und bringt keine Wähler zurück.

Dass der grandiose Linzer SP-Bürgermeister (der mit den zigtausend Euronen Hochzeitsgeschenk in bar für den Kauf seines Traumhäuschens) jetzt auch noch die soziale Kompetenz der SPÖ über Bord wirft, deutet auf Selbstmord mit Anlauf hin. Er stimmt ins Geheul wegen der Mindestsicherung mit ein – die gehöre überdacht. Was konkret heisst: gekürzt. Wir schlagen vor, dieser sozialdemokratische Sozial-Fighter soll mal drei Monate von der Mindestsicherung leben. Die Caritas oder die Volkshilfe werden ihm für diese Zeit gern einen trockenen Schlafplatz zur Verfügung stellen.

Die spannendste Frage dieser Tage ist: schafft Faymann es, seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen? Wird die SP es schaffen, ihn an zu bringen? Oder werden das die Wähler machen müssen. Bei der nächsten NR-Wahl. Glaubt irgend wer in der SP wirklich, dieser Mann könne auch nur eine Wahl gewinnen? Nein, Faymann ist längst der beste Garant für Wahlsiege der FPÖ.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Faymanns gute Figur

Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Ich in zwar kein SPÖ Mitglied, aber ich finde, dem Kanzler jetzt alles in die Schuhe zu schieben ist unfair. Die Ausgrenzung der FPÖ seit Vranitzky, damals noch unter Haider, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Umstände haben sich drastisch geändert. Regieren und allen recht machen, ist halt nicht so einfach. Den Schleudersitz des Parteiobmannes will sowohl bei der ÖVP als auch bei der SPÖ niemand übernehmen. Politisches Talent hat eigentlich nur Kreisky bewiesen, indem er mit Peter (VdU, wenn ich mich nicht irre) ein Toleranzübereinkommen geschlossen hatte und somit eine Minderheitsregierung der SPÖ möglich machte. Daran könnten sich die Reinrufer aus sicherer Entfernung und unter Pseudonym sich Verbergenden des Gmundl Teams erinnern. Die ÖVP war nicht so ungeschickt und hat jemand ausgegrenzt, hat sich dadurch alle Möglichkeiten offen gelassen, und wird trotzdem nicht als rechtsextrem abgestempelt.

Ich kann das ewige „es geht nichts weiter“ nicht mehr hören. Wohin soll es denn gehen? Wir haben einen Sozialstaat, wovon es dergleichen nirgends in der Welt einen gibt. Der ist allerdings in Gefahr, wenn wir nach dem Giesskannenprinzip kreuz und quer grosszügig verteilen. . Das Geld, was es zu verteilen gibt, muss erst einmal erwirtschaftet bzw. durch die braven arbeitenden Menschen verdient werden. Heute muss ein Arbeiter oder Angestellter ohne Ende Überstunden machen, sonst ist er seinen Job los. Davon haben die Berufspolitiker im Bund, Land und Gemeinden mit ihren Privilegien keine Ahnung, denn für sich selbst haben sie sich´s gerichtet. ,Zu dem kommt noch, dass in Österreich Interessensgruppen. Kammern, Bünde wesentlich mitregieren, dagegen kann sich kein Bundespolitiker durchsetzen, das hat noch keiner geschafft.

Mir tut der Kanzler fast schon leid. Jetzt, wo er endlich einmal in der EU eine feste Haltung eingenommen hat und sich nicht mehr von der Merkel (die sich wiederum ihre Befehle aus den USA holt ) herumkommandieren lässt, jetzt hauen so Leute wie die Julia Herr von der Sozialistischen Jugend, meines Wissens ewige Studentin, die noch nie gearbeitet hat, auf den Kanzler hin. Solchen linken Elementen traue ich am wenigsten.

Die Entsendung eines österreichischen Ex-Politikers in die EU ist keine eine Besonderheit. Von den aussortierten Politikern gibt es viele von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grün. Darum ist die EU auch so eine schwammige Organisation, die nur mehr von Lobbyisten, Grosskonzernen, Banken und Politikern mit niedrigem Profil regiert wird. Als einer der profillosesten und mir am meisten suspekten ist EU-Präsident Juncker, der sehr wohl sein Land Luxembourg als sicheres Depot für die kriminellen Gelder aus aller Welt sichert. Darüber gäbe es viel zu berichten, aber das würde zu weit führen.

Wie gesagt, ich bin kein SPÖ Mitglied, aber ich finde, , dass Faymann eine so schlechte Figur – schon von seinem Äusseren und seinem Auftreten her – in der EU nicht abgeben würde, zum Unterschied von Alk Juncker.

Lieber Bruno Beinhart, etwas weniger gehässig gegenüber Faymann würde eine bessere Wirkung erzielen.

Übrigens, die detaillierte Kanzlerdebatte und die internen Konflikte in der SPÖ interessieren eigentlich eh nur eine sehr begrenzte Anzahl der Österreicher.

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Brunos Antwort

Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
Sie erlauben, dass ich Ihnen namens des  Gmundl-Teams direkt antworte. Sie haben mich ja ad personam angesprochen.

Ich glaube, Ihnen unterlaufen da ein paar Irrtümer. Oder Denkfehler.

Wir schieben nicht alles dem Faymann in die Schuhe. Haben deutlich gesagt: er gehört zwar aus vielen Gründen weg. Aber das löst die Probleme noch nicht. Aber wir beobachten, wie auch andere (etwa NÖ-Pröll) feststellen, dass MIT Faymann die Probleme nicht gelöst werden können.

Peter war nicht VdU, den gabs 1970 nicht mehr, sondern FPÖ, die Nachfolgepartei des VdU (Verband der Unabhängigen, manche meinen es bedeute Verband der Unentwegten). Der VdU war ein Sammelbecken von Alt-Nazis und Nationalliberalen. Eine denkbar merkwürdige Mischung.

Ihr Hinhacken auf uns, die „unter einem Pseudonym Verbergenden des Gmundl Teams“ reinrufen, ist nicht nur überflüssig, sondern auch einigermassen fragwürdig. Erstens ist diese Anonymität ein Grundsatz dieses Blogs, um Bürger zu schützen. Und zweitens sind Ihnen, wie wir wissen, Bürgerinnen und Bürger bestens bekannt, die hier unter dem Schutz der Anonymität ihre Meinung schreiben. Manche sogar unter mehreren verschiedenen Pseudonymen. Sie wissen sicher, wen wir meinen. Wollen Sie diesen Menschen die Lauterkeit absprechen? Oder messen Sie gar mit zweierlei Mass?

Faymann hat – wie immer in seiner Karriere – keine feste Haltung eingenommen. Haltung ist bei Herrn Faymann ein Fremdwort. Zuerst hat er sich kritiklos an Frau Merkel an gehängt. Als er merkte, das geht schief, hat er eine atemberaubende Wende hingelegt. Ohne die Mitglieder oder die Öffentlichkeit über seine Motive zu informieren. Er hat sich einfach nach dem Wind gerichtet. Von einer Haltung ist hier nichts zu erkennen. Weht der Wind mrogen aus anderer Richtung, wird Faymann sich wieder als Wetterhahn betätigen. Ein Politiker mit Haltung sieht anders aus.

Die Tatsache, dass es in Brüssel von unfähigen Politikern wimmelt, ist noch kein Grund, einen weiteren solchen, nämlich Faymann, dorthin zu schicken. Wir brauchen in Brüssel endlich Politiker, die etwas zusammen bringen. Zu denen zählt Faymann nachweislich nicht. Wir glauben nicht, dass Faymann dort eine gute Figur machen würde. Ein Politiker, dem nicht einmal mehr die eigenen Wähler, noch ärger, nicht einmal die eigenen Parteigänger mehr trauen (von den Österreichern insgesamt ganz zu schweigen), wäre nur ein weiterer Sargnagel für ein geeintes Europa. Nur weil er einen Anzug tragen kann? Dafür genügt ein Kleiderbügel. Kommt billiger.

Den Vorwurf der „Gehässigkeit“ gegen Faymann müssen wir schärfstens zurück weisen. Lesen Sie mal, was in den österreichischen Qualitätszeitungen, die nicht wie Krone, Heute und Österreich mit Inseraten von Faymann & Co. gefüttert werden, über Herrn Faymanns Qualitäten schreiben. Da wird teilweise nur noch gespottet oder gehöhnt. Da sind wir Waserln dagegen. Von Gehässigkeit keine Spur. Faymann ist, das ist hinlänglich bewiesen, ein politischer Bankrotteur. Oder wie Hannes Androsch deutlich gesagt hat: Der Mann kann es nicht. Manche Begriffe, die Sie verwenden, wie „linke Elemente“ oder der Vorwurf, jemand habe noch nie gearbeitet, können von manchen im übrigen auch als „gehässig“ gedeutet werden (natürlich nicht von uns, wir sind da unglaublich tolerant).

Dass das Thema Faymann und SPÖ-Probleme die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung nicht interessiert, ist eine Fehlwahrnehmung Ihrerseits. Wenn es eine der Gründungsparteien der Republik zerbröselt, wenn ein Kanzler verzweifelt ohne Rücksicht auf Verluste um sein Amterl kämpft, dann lässt das die Leute nicht kalt. Es ist Stammtisch-Thema und übertönt derzeit sogar die Debatten um HBP-Wahl und Asylprobleme. Weil es den Menschen nicht ganz egal ist, wer der Bundeskanzler dieses Landes ist. Weil die Leute begreifen, dass es bei dieser nur scheinbar „internen“ Debatte der SPÖ um Österreich und seine Zukunft geht.

Wir werden also auch weiterhin ungeschminkt unsere Meinung sagen. Manche unter eigenem Namen, manche eben unter Pseudonym. Nur durch die Anonymität können wir ein wenig mehr Waffengleichheit mit den Mächtigen erlangen. Das ist nun mal so. Das ewige Matschkern über diese Anonymität ist das, was WIR nicht mehr hören können.

Bruno Beinhart & das Team Gmundl


 

 

Kanzlerbankrott
6. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Faymanns Bankrott

Liebe Leserschaft!

Wenn ein Kanzler wankt, ist das ein Thema. Allemal. Was diesmal besonders auffällig ist beim bevorstehenden Kanzlersturz: Der Mann will nicht gehen. Ist wie eine geplatzte Tube Superkleber nicht zu entfernen. Faymann ist fest entschlossen, die Partei mit sich zu reissen. Oder glaubt er im Ernst, noch eine Wahl gewinnen zu können? Man wird ihm schon bald den politischen Garaus machen. Wie Insider erzählen, hat Häupl sich jetzt dazu durch gerungen, Faymann fallen zu lassen.

Es ist schon merkwürdig, wenn eine demokratische Partei so an Einzelpersonen hängt. Häupl hat Faymann gemacht. Indem er Gusenbauer stürzte. Jetzt ist Faymann dran. Diese acht verlorenen Jahre gehen auch auf die Kappe von Häupl. Da hat er Mitverantwortung.

Besonders charakterlos ist die Art, wie Faymann seinen Kampf führt. Unter Verwendung eines Massenmediums. In dem die FPÖ abgefeiert wird. Das Faymann und seine Clique mit Zig-Millionen-Werbeaufträgen gesponsert hat. Jetzt rückt sein Vertrauter, der Herr Pandi in der Kronenzeitung aus. Singt das Hohelied auf Faymann. Während gleichzeitig Herr Gnam die Abgrenzung zur FPÖ verteufelt. Die Krone schreibt halt irgend wie für alle. Und die Werbeaufträge hätte man auch in Zukunft gern. Also muss Faymann gehalten werden. Weil so einer kommt nie wieder. So läufts in Österreich.

Pandi ist eng mit Faymann verbunden. Sie waren schon während Faymanns Zeit in der Mietervereinigung befreundet. Die zweite Frau von Pandi, Angelika Feigl, war Pressesprecherin von Fayman. Heute ist sie Mitarbeiterin im Ministerbüro des engsten Faymann-Vertrauten Ostermayer und dort Referentin für Kunst und Kultur.

Faymann bedient sich für seinen innerparteilichen Kampf der Kronenzeitung und des Herrn Pandi. Tiefer geht es nicht. In der Krone werden die vermeintlichen Hauptgegner, d. h. eigentlich Hauptgegnerinnen, aus der Wiener SPÖ durch den Dreck gezogen. Mit grossen Bildern der drei Damen. Die kommen sonst in der Krone nicht vor. In der wird gegen einen (kleinen) Teil der innerparteilichen Gegner Stimmung gemacht. Die Stadträtinnen Wehsely, Fraunberger und Brauner werden als links-linke Radikale verunglimpft. Alles im Dienste von Faymann.

Aber das ist das Geschäftsmodell von Herrn Faymann. Unzählige Millionen an Steuergeldern werden in Form von Werbeeinschaltungen dem Boulevard in den Rachen geschmissen. Dafür gibt es Schützenhilfe für die Person Faymann. Nicht einmal die SPÖ hat etwas davon. Nur Faymann und seine Clique erhofft sich dadurch ihren persönlichen Machterhalt. Eigentlich gehört dieser Mann aus der SPÖ ausgeschlossen. Bei dem Flurschaden, den er anrichtet.

Auch nicht sehr demokratisch, dass ein kleiner Klüngel von Spitzenfunktionären sich unter Fernhaltung der Mitglieder auspackeln will, wie es in der SPÖ weitergehen soll. Aber Mitglieder sind in der SPÖ scheinbar keine relevante Grösse mehr. Heute werden Häupl und Niessl unter einander tagen. Eine Partei geschrumpft auf zwei ältere Herren.

Jetzt sucht man einen Versorgungsjob für Faymann. Taxeln wird er eher nicht mehr. Weil er aber sonst nichts kann, muss es ein Job ohne Anforderungsprofil sein. Wo findet man sowas? In der EU! In Brüssel! Man will scheinbar die EU bei der Bevölkerung noch madiger machen. Als Abschiebeort für abgehaltfterte Politiker. Die ihren Unfähigkeitsnachweis bereits erbracht haben. Angeblich ist die Rede vom Job als Präsident des Europäischen Rats. Die Idee könnte von der FPÖ sein. Um die EU endgültig zu ruinieren. Es geistert auch die Idee herum, ihn zum Vorsitzenden der Sozialistischen Internationale zu machen. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich!

Wer in seinem Beruf gescheitert ist, sollte – so wie jeder kleine Hackler und Angstellte – beim AMS einen Kurs machen. Umgeschult werden. Ende. Aber nicht einen hoch dotierten Versorgungsposten erben. Arbeit ist keine Schande, Herr Faymann. Es wird aber schwer sein, einen Job zu finden, wo der Faymann die Kohle bekommt. Und der Ostermayer die Hackn macht.

Herr Faymann schädigt die SPÖ. Er schädigt Österreich. Mit jedem Tag, an dem er noch im Amt ist. Er ist ein Polit-Bankrotteur und verschleppt den Konkurs. In der Wirtschaft ist das strafbar. In der Politik leider nicht.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

Willkür
5. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Bullen und Willkür
GK von Gmundner Totenglöckchen „Der Mystery Shopper“

Liebe Leserschaft!

Die Entsolidarisierung der Gesellschaft geht munter weiter. Sehr munter. Leider. Selbst die Solidarität im unmittelbaren Umfeld geht verloren. Was ziemlich dumm ist.

Diesmal vorgeführt vom Gesöff-Autokraten Mateschitz. Weil ein Teil der Belegschaft einen Betriebsrat gründen wollte, platzte ihm die Dose. Oder sonstwas. Ohne mit den Leuten zu sprechen. Er hat einfach mal den Betrieb abgedreht. Meldete alle Mitarbeiter zur Kündigung an. Ende des Betriebs von Servus-TV. Par ordre du mufti. Weil der hohe Herr keine Lust mehr hatte. Keine Lust auf einen Betriebsrat. Der würde Politik in den Betrieb bringen, wie im ORF. Welch eine scheiss Argumentation. Der ORF unterliegt dem ORF-Gesetz. Mittels dessen haben sich die Parteien ihren Einfluss auf den ORF gesichert. Von diesem Gesetz kommt die Macht der Betriebsräte im ORF. Ein normaler Privatbetrieb wie Servus-TV unterliegt nicht dem ORF-Gesetz, sondern dem Arbeitsverfassungs-Gesetz. Da haben Parteien im Betrieb nichts zu melden.

Aber das ist halt eine billige Ausrede vom Herrn Mateschitz. Er will einfach nicht, dass nicht er allein die Entscheidungen trifft. Sondern dass er gar in sozialpartnerschaftlicher Weise mit der Belegschaft reden muss. Nee, das will er nicht. Er ist Autokrat. Wie der Stronach. Das Geld macht die Regel. So sind sie die Autokraten. Die jetzt leider auch in der Politik ankommen. So nebenbei hat Herr Mateschitz mit seinem Handeln gezeigt, warum diese Art autokratischer Unternehmer in der Politik immer scheitert. Siehe Stronach und seine verhaltensauffällige Truppe. Politik ist ein schwieriges Geschäft. Braucht Gespräche und Kompromisse. Einsame Entscheidungen gehen nicht. Funktionieren nicht.

Rund fünfzig Mitarbeiter haben sich für einen Betriebsrat ausgesprochen. Offenbar der hellere Teil der Belegschaft. Rund 200 haben nach dem Schliessungsbefehl einen unterwürfigen Brief an den grossen Zampano unterschrieben. Sie würden eh keinen Betriebsrat wollen. Die Schafe werden zur Schlachtbank getrieben und blöken noch freudig. Klar, es ist das Recht der Belegschaft, keinen Betriebsrat zu wählen. Aber wie freiwillig ist diese Entscheidung, wenn zur Strafe der Betrieb geschlossen wird? Bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage mit tausenden arbeitslosen Journalisten und Medienmitarbeitern? Genau null freiwillig.

Der Betrieb sei ohnehin total sozial. Je, eh. Aber nach dem Motto: Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen. Die Leute sind sowas von geschichtsvergessen. Warum wurden Betriebsräter erfunden? Oder Genossenschaften? Um die Kräfte zu bündeln, um ein wenig Mitsprache bei Entscheidungen zu erhalten. Nicht dankbar vor dem grossen Gönner auf den Knien rutschen müssen, sondern auf Augenhöhe über Probleme und innerbetriebliche Fragen diskutieren. Keine Willkürherrschaft des grossen Geldes. Nicht ausgeliefert sein den Launen und Neurosen eines selbstherrlichen Autokraten.

Wie nötig Servus-TV einen Betriebsrat brauchen würde, hat Herr Mateschitz ja bewiesen. Gestern noch zusperren. Heute nach dem Kotau eines Teils der Belegschaft geht es wieder weiter als ob nichts geschehen wäre. Irre! Wann bekommt der Bullen-Sultan den nächsten Anfall und sperrt den Laden wieder zu? Man kennt das vom einstigen Krone-Mitbegründer, einem gewissen Herrn Falk. Der hat, ähnlich Herrn Red Bull, Milliarden in ein niemals rentables Medienunternehmen gesteckt. In die erste bunte Tageszeitung „Täglich alles“. Eines Tages hat es ihn nicht mehr gefreut. Laden zugedreht. Ende. So sind sie, die Autokraten. Auch Herr Falk wollte keinen Betriebsrat. Keine Gewerkschaften.

Es ist ganz einfach. Bei hohen Arbeitslosenzahlen trauen die Leute sich nicht einmal mehr, ihre Rechte wahr zu nehmen. Jetzt dürfen die Servus-Mitarbeiter einzeln bei der Unternehmungsleitung antanzen. Man werde mit jedem einzeln über die weitere Zusammenarbeit reden. Ja, jetzt darf jeder kleine Angstellte sich allein und ohne Beistand (keine Gewerkschaft, keine AK, kein Betriebsrat) mit einer übermächtigen Geschäftsleitung herumschlagen. So haben sie es gern, die Autokraten.

Intelligente Unternehmer aber wissen, dass ein Betriebsrat immer auch die Interessen des Gesamtunternehmens im Auge hat. Haben muss. Oft wissen Betriebsräte besser darüber Bescheid, was im Betrieb läuft, als die Leute oben in der Führungsetage. Weil sie nahe an den Leuten dran sind. Ein Betriebsrat ist in einem intelligent geführten Unternehmen ein Korrektiv für die Geschäftsleitung. Eine kluge Geschäftsführung ist froh, wenn es einen klugen Betriebsrat gibt. Der notwendige Interessensausgleich kann so in geregelten Bahnen und für alle Beteiligten zufriedenstellend geregelt werden.

Es wird immer Leute geben, die glauben, sie allein könnten es sich besser regeln. Eine Selbsttäuschung! Das wussten schon unsere Vorfahren und haben diese Rechte erkämpft. Ach ja: was sagt die neue Arbeiterpartei FPÖ zu solchen Vorgängen? Wie steht sie dazu, dass eine Belegschaft gezielt eingeschüchtert wird, damit sie ihre gesetzlichen Rechte ja nicht wahrnimmt? Da würde man gern was dazu hören von der „sozialen Heimatpartei“.

Es sind die neoliberalen „Freiheiten“ der EU, die den europäischen Arbeitsmarkt zerstört haben. Die eine „industrielle Reservearmee“ geschaffen haben, die natürlich auch den Dienstleistungssektor umfasst. Jene Reservearmee, die Herrn Mateschitz & Co. die Möglichkeit gibt, die Arbeitnehmer aus zu manövrieren. Sie gegen einander aus zu spielen. Was sagt die FPÖ eigentlich dazu? Würde man gern wissen. Denn Herr Haimbuchner schreibt das neue Wirtschaftsprogramm der FPÖ. Der „sozialen“ Heimatpartei. In seinem Beraterstab sitzen lauter Neoliberale. Etwa die Chefin des Hajek-Instituts, DER neoliberalen Lobbying-Organisation. In Haimbuchners Beraterstab sitzen lauter Leute, die genau jene neoliberalen Ideen predigen, die in der EU umgesetzt werden. In jener EU, die von der FPÖ so heftig bekämpft wird. Wird die FPÖ die Arbeitnehmer und kleinen Unternehmer von den neoliberalen Auswüchsen der EU befreien – mit Hilfe neoliberaler Berater? Na, wird sind gespannt. Wie gesagt: die Schafe wählen mitunter ihre Schlächter.

Der ganze Vorgang rund um Servus-TV ist irr. Und ein Akt der Willkür. Der unkontrollierten Machtausübung. Erinnert irgend wie an die Machtgelüste von Herrn Hofer für seine Amtsausübung in der Hofburg. Gestern noch war die Fortführung des Unternehmens wirtschaftlich nicht mehr argumentierbar. Es hiess, „Wir haben uns der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes entsprechend entschlossen, den Betrieb von ServusTV einzustellen.“ Was schliessen wir daraus? Ab heute ist Herr Mateschitz kein ordentlicher Geschäftsmann mehr. Er verstösst ab heute gegen die Sorgfaltspflicht.

Wird die neue Arbeiterpartei FPÖ gemeinsam mit den Arbeitnehmern dafür kämpfen, dass solche Erpressungen nicht mehr vorkommen? Bisher ist sie ja recht freundlich zu solch selbstherrlichen Autokraten.

Ich gebe es zu. Ich kann Red Bull nicht trinken. Ein unglaublich grausliches Gesöff. Aber gut, wems schmeckt. Mich nervt aber die Durchflutung aller Lebensbereiche mit Red Bull-Werbung. Die Durchflutung mit Demokratie wäre mir lieber. Die Durchflutung mit Denkvermögen. Ich habe auch Servus-TV nur ein paar Mal geschaut. Die Art, wie dort Werbung umgesetzt wird, hat mich nur genervt. Unterbrecherwerbung ist schlimm genug (washalb ich Privatsender für normal nicht schaue). Aber da kann man wenigstens aufs Klo gehen. Bei der eingeblendeten Dauerwerbung auf Servus-TV während Dokus geht mir der Hut hoch. Da pfeif ich auf die beste Doku. Wenn ich während der Doku auf einem Viertel des Bildschirms mit Werbung belästigt werde. Und soooooo gut waren die Dokus auch wieder nicht. Bei den beliebten Pinguin-Dokus wurde das immer gleiche Filmmaterial in immer wieder neuen Umschnitten verbraten. Immer das Selbe, nur anders sortiert. Kein Wunder, dass Servus-TV nie zu nenneswerten Seherzahlen gekommen ist. Da hat auch die Zusammenarbeit mit der Krone nichts gebracht.

Mir geht das ganze System „Red Bull“ auf die Nerven. Allein das bescheuerte Red Bull-Magazin, das mir regelmässig gegen meinen Willen aus dem Standard entgegen purzelt, wäre ein Grund, Red Bull nicht zu trinken. Wie komme ich dazu, diesen Mist auch noch selbst entsorgen zu müssen? Eine doofe Macho-Zeitung. Mit Sportarten, die mehr Anleitung zum Selbstmord sind als Sport. Dazu dieser Ungustl Baumgartner, der sich unter grossem Trara und Red-Bull-gesponsert vom Himmel fallen hat lassen. Wissenschaftlicher Wert entgegen der Red-Bull-Werbe-Verdummung exakt null. Nichts anderes als ein Massenverdummungs-Spektakel. Wie alles von Red Bull.

Noch kurz zu was Anderem. Wir, Griechenland und dessen Errettung durch die EU.
Was wir auch hier immer geschrieben haben: Das war keine Griechenlandrettung. Sondern eine Bankenrettung. Die erfolgte auf Kosten der Allgemeinheit. Der Beweis liegt jetzt auf dem Tisch. Eine Studie der European School of Management and Technology (ESMT). Dort wird es glasklar vorgerechnet und belegt. Von den bisher 216 Milliarden Euro Rettungsgeld landeten nur rund fünf Prozent in Griechenland. Im griechischen Staatshaushalt. Nicht einmal elf Milliarden. „Die europäischen Steuerzahler haben die privaten Investoren herausgekauft“, so das kühle Resumee von ESMT-Präsident Jörg Rocholl.
Griechenland aber, das muss erst gerettet werden. Die Marktgesetze gelten nur für die Kleinen. Egal ob Arbeitnehmer oder Unternehmer. Die hat man den „Märkten“ zum Frass vorgeworfen.

Kein Wunder, wenn allerorts die Rattenfänger erfolgreich sind.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Was haben wir nicht befreit aus geatmet! Die gleich am Beginn des regulären Betriebs schwer havarierte Regio-Garnitur „Laudach“ ist wieder im Einsatz. Die Hofberichterstattung des lokalen Lobhudel-Blatts hat es freudig gemeldet. Weil das ist wirklich eine weltbewegende Information. Ab sofort geht es mit Gmunden vorwärts und aufwärts. Entert die Laudach. Füllt die Sitzbänke! Helft S&H, die brauchen dringend Fahrgäste für die Statistik.

Nur zur Erinnerung: der Inhalt von Gastkommentaren muss sich nicht mit der Meinung des Teams Gmundl decken.
Heute wieder ein Kommentar in Bernhardscher Schimpftradition von „Gmundens Totenglöckchen“.


Der Mystery Shopper

Gastkommentar von Gmundens Totenglöckchen

Sehr erfreulich, dass Altmünster auch bei Wetterstation – nicht nur bei Wahl 2015 – Nase vorne hat. Bringt Gmunden bei der Bevölkerung überhaupt noch etwas auf die Reihe? Ich helfe nicht, nur höchstens noch weiter vom Niveau runter. Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, wie sehr Menschen im Universum abgeschreckt sind, sage ich, ich wäre ein echter Gmundner & vergleichen mich mit dem tatsächlichen Status Quo. Diese Poleposition weide ich gründlich aus.

Die sich selbst für wichtig haltenden Gmundner sind zu dämlich zu allem – siehe Wahl 2015 auf Kommunalebene. Statt Parität bei den antretenden Gruppierungen herzustellen, wurde die seit vielen Jahren Untergangssippe Gmunden-ÖVP noch gestärkt mit Zuwachs zur weiteren Absoluten.

Ja, liebe Depperlgrinsergmundner – ich würde mir starke Sorgen machen bei DEM Status Quo. Selbst im „SEP“ habe ich schon die Hosen an. Erscheine ich irgendwo, springen selbst Handerlheberwitwen hinter Regale oder wird bei Merkur-Erdensackverladung unaufgefordert ein Merkurmitarbeiter aktiv. Für mich wird überall schon Sonderbehandlung aktiviert, dass ich – & in meinem Windschatten noch andere echte Gmundner, geächtet von der Dummerlbevölkerung – noch kaufen und zur Antideppenbevölkerung beitragen.

Erscheine ich in der „Varena“ als echter Gmundner, wird mir bereits roter Teppich ausgerollt. Kürzlich erschien ich dort in Begleitung und bekam Frage serviert, wer liegt da vor Dir im Staube – naja, Krötzl, Centerleiter der „Varena“, der mich namentlich sicher nicht kennt, sondern nur von Face to Face Gesprächen am 24. Dezember jeden Jahres, seitdem es die „Varena“ gibt. Irgendwo muss man an dem Tag doch ein freundliches Gesicht sehen – früher fuhr ich nach Wels.

Sehr toll war auch an dem Tag, dass ich in einem Shop, den es auch im Gmundner „SEP“ gibt, von einer Verkäuferin, die vorher in Gmunden war, offeriert bekam, dass ich 25 % Rabatt auf die Ware bekomme. Vor mir, hinter mir schreckten an der Kasse Kunden hoch, warum bekommt die Person das und ich nicht. Meine Begleitung – Shoppingmäuse wie ich – hängten sich doch glatt mit ihren Käufen an mich an bei dem Rabatt -> gut für „Varena“, schlecht für „SEP“.


 

Konfusionen
4. Mai 2016

Heute:
Babsy & Bruno über Konfusionen aller Art
Gmundens Wetterhäuschen

Liebe Leserleins! Liebe Leserschaft!

Wir haben die besten Leserleins der Welt. Sie kommen aus allen Schichten und Berufen. Und sie denken mit. Ohne Sie, liebe Leute, wären wir nur halb so viel wert. Sie versorgen uns mit Hinweisen und Vorschlägen. Oder machen sich gleich selbst an die Recherche-Arbeit, wie im Fall der Gmundner Wetterstation. Dafür sagen wir danke! Es sind die aktiven Bürgerleins, die dafür sorgen, dass die Dinge in Bewegung bleiben, und dass es immer schwerer wird mit dem Mauscheln und mit der Machthaberei.

Zuletzt gab es einen kleinen „Skandal“, ein Skandälchen, weil die Laakirchner Grünen es gewagt hatten, in ihrer Zeitung Informationen aus dem Bauausschuss des Gemeinderats zu verwenden und detailliert über die Pläne rund ums Pensionistenheim berichtet haben. Die Neue Heimat beabsichtigt nämlich, anstelle dessen Wohnungen auf dieser Liegenschaft neben dem Rathaus zu errichten. Die Grünen sind gegen dieses Vorhaben und haben es öffentlich gemacht. Jetzt sind die anderen Fraktionen sauer, weil die Ausschüsse „geheim“ sind. Diese Geheimhaltung, schamhaft „Vertraulichkeit“ genannt, ist eine der Absurditäten des Gemeinderechts.

Die Bürgerleins dürfen von nix was erfahren, solange es nicht offiziell im Gemeinderat behandelt wird (dort gibt es aber auch „Geheimsachen“, von denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, etwa Personalfragen). Demokratie sieht anders aus.  Manche haben es noch immer nicht verstanden: es genügt nicht, der Bevölkerung ausgehandelte Projekte vor die Füsse zu schmeissen. Die Bürgerleins müssen von Beginn an informiert werden. Nicht die Bauwerber gehören nämlich geschützt (und damit eventuelle Durchstechereien), sondern die Bürgerleins. Das geht nur mit Transparenz, aber sicher nicht unter dem Mäntelchen „Vertraulichkeit“.

Mit diesem Schmäh arbeitet man ja auch bei TTIP. Jetzt ist aufgeflogen, was schon immer vermutet worden ist: die USA vertreten beinhart Konzerninteressen, auch gegen die Interessen der US-Bürger. Die EU reagiert knieweich auf die brutale Erpressung durch die Amis. Man versteht jetzt, warum die USA auf Geheimhaltung bestehen. Denn all die giftigen Details, die man bisher nur gerüchteweise kannte, haben sich als wahr bestätigt, gell! Die zuständige EU-Kommissarin übt sich in Beschwichtigung und spricht von einem „Sturm im Wasserglas“. Da möchte frau fast sagen: Das Wasserglas geht solange zum Brunnen, bis es zerbricht. Solche EU-Äusserungen sind Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner von ganz rechts bis ganz links.

Dabei ist TTIP völlig überflüssig. Der behauptete Wachstumsschub beträgt 0,1 % (!!!) des europäischen BNP. Das liegt unter der Wahrnehmungsschwelle und im Bereich der statistischen Ungenauigkeit. Eine der vielen Schmähs, die in der EU leider üblich sind. Die traurige Realität: bei TTIP geht es in Wahrheit darum, europäische Standards ab zu senken und den Rechtsstaat für ausländische „Investoren“ aus zu hebeln. Man wird sehen, ob die EU-Verhandler nicht versuchen werden, die US-Lobby obsiegen zu lassen und die europäischen Staaten aus zu manövrieren. Wie wir schon berichtet haben, sind Klauseln vorgesehen, die TTIP auch ohne Zustimmung der nationalen Parlamente in Kraft treten lässt (mitsamt einer skandalösen Kündigungsfrist von 20 Jahren).

Etwas irritierend die immer ausufernderen Machtfantasien von HBP-Kandidaten Hofer. Jetzt will er Regierungen auch entlassen, wenn sie Steuern erhöhen. Klaro, niemand will noch höhere Steuern. Aber der Bundespräsident ist weder Ersatz- noch Nebenregierung. Langsam braucht man ein ganzes Büchl, um aufzuschreiben, in welchen Fällen aller Herr Hofer die Regierung zum Teufel jagen will. Eine Regierung, die sich ja letzten Endes ebenso auf die Mehrheit der Bevölkerung stützt, wie das eine FPÖ tun würde, die 51 % erhält.

Das Angebot Hofers an skeptische Wähler ist nicht etwa nur lau, sondern nicht vorhanden. Er will seine extremen Positionen auch in der Hofburg beibehalten – bis hin zum Provozieren einer Staats- und Verfassungskrise. Ob der Mann die Räson und das Augenmass für diese Funktion hat, darf bezweifelt werden. Hier fantasiert sich einer eine Präsidialdiktatur herbei und hat den Nerv, Van der Bellen einen „grünen faschistischen Diktator“ zu nennen. Das nennt frau, mit Verlaub, Chuzpe.

Die SPÖ zerbröselts derweil. Häupl hat vorgeführt, wer der eigentlich Chef der SPÖ ist. Der Faymann ist es jedenfalls nicht. Die Aussage Häupls über Faymann war pures Gift: „Ein sehr unterschätzter Bundeskanzler. Ob die Partei ihn will, wird man sehen.“ Wann zeigt Faymann endlich Charakter und geht von selbst? Wer sich so vorführen lässt, hat nicht das Format für einen Bundeskanzler. Weder charakterlich noch im Hinblick auf seine Fähigkeiten.

Dass die Krone heftig mit rauft bei den SP-Streitereien, das hat die SP Faymann und seiner Inseratenpolitik zu verdanken. Der Erz-Reaktionär und Einpeitscher gegen alle, die links von Iwan dem Schrecklichen stehen, Herr Gnam von der Kronenzeitung, hat dabei wieder gezeigt, welchen Geistes Kind er ist. Er hat kritisiert, dass SP-Clubchef Schieder die Abgeordneten „nicht unter Kontrolle habe“, weil vier SP-lerinnen aus Gewissensgründen gegen die Verschärfung der Asylgesetze gestimmt haben. Sonst wettert er immer gegen die Abgeordneten, die eh nur auf Parteibefehl die Hand heben, weshalb er für die Reduzierung des Nationalrats auf 100 Personen eintritt.

Jetzt aber, da sich (eh nur ein paar wenige) gegen den Klubzwang entschieden haben, verlangt Iwan Gnam „Kontrolle“ über die Abgeordneten. Rechtlich sind die Abgeordneten aber nun mal nur ihrem Gewissen verantwortlich. Es gilt das „freie Mandat“, das ohnehin meist nur eine Illusion ist. Abweichende Abgeordnete landen bei der nächsten Wahl meist im Out unwählbarer Listenplätze. Wenn diese Art von „Demokraten“ an die Macht kommt, dann Gnade Gott der Demokratie!

Wann geben eigentlich endlich besonnene Kronenzeitungs-Redakteure, die gibt es ja in durchaus nennenswerter Zahl, diesem politisch wirren Amokläufer kontra?

Die Bundes-SPÖ ist schwer daneben. Die Löwelstrasse, also die Parteizentrale, gilt als Heimat der reitenden Leichen. So erfährt man jetzt, dass der Tiroler Landespartei (540.000 Wahlberechtigte) für den Wahlkampf gleich mal 7.000 Werbekugelschreiber angeboten worden sind. Abgesehen von der Frage, ob Kugelschreiber es bringen (wenn nicht, dann kann man auf sowas gleich verzichten), aber das ist echt massive Unterstützung: für jeweils fast 80 Wählerleins ein Hundsi-Kuli. Wundert sich noch wer über irgend etwas? Dafür hat man 60.000 Eurönchen verpulvert, indem man in einem Anfall von Grössenwahn schon mal Hundsi-Plakate für den zweiten Wahlgang drucken liess. Das lässt auf realistische Selbsterkenntnis schliessen, wie sie ja auch Faymann dieser Tage fulminant beweist.

Dass die Parteizentrale am Wahlabend verwaist war, und man erst nach Stunden zu einer gemeinsamen Sprachregelung fand und eine Aussendung bastelte, sagt eh alles. Die Aussendung kam auch nur deshalb (wenn auch viel zu spät), weil die verzweifelten Bezirksfunktionäre quer durch Österreich die Löwelstrasse mit Anfragen bombardierten, was sie eigentlich auf Nachfragen antworten sollen. Man muss die Faymann-Truppe als das benennen, was sie ist: ein Dilettanten-Stadel. Jetzt haben diese Typen es auch noch geschafft, dass niemand sieht, wie schwer die ÖVP getroffen ist.

Dort geht es intern nämlich ebenfalls längst rund. Nur hat die ÖVP zu ihrem Glück keine Maiaufmärsche. Ausserdem will Kurz nicht aus der Deckung, weil es derzeit nichts zu gewinnen gibt. Auch Pröll ist inzwischen schwer unter Beschuss. Längst spekuliert die ÖVP trotzdem damit, schnell noch in Neuwahlen zu flüchten, bevor die SP den Faymann  auswechselt, denn der ist Garant dafür, dass die SPÖ ein letales Ergebnis einfährt. Und die ÖVP zieht es ohnehin längst hin zur FPÖ.

Was den Status von Faymann betrifft, sollte niemand glauben, dass da keine sehr plötzlichen Überraschungen möglich sind. Jetzt wartet die SPÖ noch ab, ob Hofer es schafft, den zweiten Wahlgang zu gewinnen. Solle dieser Fall eintreten, wird die SPÖ, so hört man aus gut informieren Parteikreisen, noch vor dem 8. Juli, der Angelobungstermin des neuen HBP, Faymann ablösen und durch jemand anderen ersetzen. Damit will man verhindern, dass Hofer die Möglichkeit erhält, die Angelobung eines neuen SP-Kanzlers zu verweigern. So jedenfalls die SP-interne Gerüchtebörse. Für den Fall, dass VdB gewinnt, bekommt Faymann noch eine Gnadenfrist.

Was nichts daran ändert, dass er mit hoher Sicherheit die SPÖ in keine Wahl mitsamt Niederlage mehr führen wird. Denn andere Insider gehen davon aus, dass schon beim Bundesparteitag am 9. Mai die Ablöse Faymanns beschlossen wird – bzw. man ihm den gesichtswahrenden (was ist da noch zu wahren?) Rücktritt ermöglicht. Tatsache ist, dass Faymann nicht mehr Herr der Ereignisse ist. Häupl habe per Beschluss der Wiener Partei defacto die Führung der Bundes-SP übernommen und bereite – entgegen allen Beteuerungen – den Abgang Faymanns vor. Seine Gespräche mit den Landesparteivorsitzenden dienten dazu, eine(n) Kandidaten/in zu finden, der/die einen Parteitag ohne Kampfabstimmung überleben kann.

Letzte Nacht, also in den USA heute, hat Donald Trump auch Indiana mit grossem Vorsprung gewonnen. Ted Cruz hat das Handtuch geworfen. Trump ist damit mit ziemlicher Sicherheit der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Die Welt ist aus den Angeln und die Wählerschaft weltweit von der Rolle.

Aber es gibt auch Kurioses zu berichten. Frau Griss, es bekreuzige sich, wer sie gewählt hat, will jetzt Ministerin werden. Welches Ministerium es denn sein darf, gab sie nicht bekannt. Aber es ist ihr egal, welche Partei es ihr anbietet, denn es käme auf „die Inhalte“ an. Diese neue Wendung gibt allen recht, die Frau Griss für politisch unerfahren und im Kern sogar für unpolitisch gehalten haben. Das Gerede von „den Inhalten“, um die es angeblich geht, ist uraltes Politikergewäsch. Am Ende geht es immer um die Posten. Ausserdem ist dieses dauernde „ich gehöre keiner Partei an“ nur noch kindisch. Die österreichische Verfassung weist den Parteien eine wichtige, überragende Rolle bei der Repräsentation der Bürgerschaft zu.

Dass da vieles im Argen liegt, ist bekannt. Lösbar ist das nicht durch dauernde Distanzierung von Parteien, sondern nur durch Reform und Ausbau von Kontrolle und Mitbestimmung. Was übrigens nicht nur die staatlichen Institutionen betrifft, sondern auch die politischen Parteien selbst. Dort stehts nämlich um die demokratische Mitbestimmung auch nicht überall besonders gut. Die Statuten der FPÖ etwa würde die Vereinsbehörde bei einem Kaninchenzüchter-Verein nicht akzeptieren – Begründung: autoritär und undemokratisch. Ähnliches gilt für ÖGB, SPÖ und ÖVP. Merkwürdigerweise gelten bei politischen Parteien gesetzlich geringere demokratische Standards als bei jeder Art von Pimperlverein.

Liebe Leute, es sind spannende Wochen. Manchmal hätte es frau gern nicht ganz so spannend, gell!

Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Dss Wetterhäuschens zweiter Teil

Abschliessender Brief

Hallo Gmundls,

untenstehend die finale Mail betreffend die Wetterstion. Ich erinnere mich noch gut an vorausgehende Mails an den ORF, die Wetterstation betreffend, da tagelang oft keine Werte angezeigt wurden, bzw. essentielle Angaben wie Temperatur etc. fehlten. Sinngemäß wurde mir schon damals mitgeteilt, dass die Messgeräte veraltet und daher störungsanfällig seien, und man daher erwägt, die Station aufzulassen. Dies war noch unter der „Ära“ Köppl. Ich nehme daher an, dass zu dieser Zeit die Verhandlungen über eine neue Wetterstation geführt wurden.

Mfg xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Die Mail.
Sehr geehrter Herr Mag. Potzmann,

danke für die umfassende Information bezüglich der Kosten. Ich war jahrzehntelang im Bereich Werbung tätig und kann Ihnen aus Erfahrung versichern, dass auch 40.000 € ein Klacks im Verhältnis zum Werbewert sind, den Gmunden dadurch generieren würde, ständig im ORF präsent zu sein.

Nochmals freundliche Grüße nach Wien

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


 

Wetterwendig
3. Mai 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Wetter und Wendigkeit
Briefwechsel über Wetterwarte Gmunden

Liebe Leserschaft!

Winds of change blasen über die Landschaft. Recht heftige sogar. Man würde gern Georg Christoph Lichtenberg zitieren. Er schrieb das Folgende über die Französische Revolution. Aber es passt auch heute. Für unser Land. Passt sogar hervorragend: „In Frankreich gärt es. Ob daraus Wein oder Essig wird, weiss man noch nicht.“ Bei uns vermute ich, wird es eher Essig sein.

Wie HC Straches Erbraubzug Richtung Kreisky zu werten ist, hat unsere liebe Babsy hier schon kommentiert. Dazu noch ein paar Details. Etwa die Behauptung, die FPÖ sei heute sozialdemokratisch. Da werden aber manche in der FPÖ nicht begeistert sein. Es gibt nämlich viele FPler, die sagen: mit der SP, mit Roten geht gar nicht. Ausserdem ist die Sozialdemokratie internationalistisch. Zumindest von Geschichte und Idee her. Die FP nationalistisch. Auch von Geschichte und Idee her. Zwischen diesen beiden Haltungen liegen Welten.

Besonders amüsant die Behauptunge, man sei auch Erbe der Kreiskyschen Kulturpolitik. Die Hühner lachen, die Künstler und Kulturschaffenden winden sich in Schmerzen. Schon vergessen, dass die FP die Hatz auf österreichische Schriftsteller zum Programm gemacht hat? Dass Künstlel- und Intellektuellenfeindlichkeit leider bis heute Teil der FP-DNA ist? Dass man einst in einem Wiener Wahlkampf Turrini, Jelinek & Co. plakatierte. Als Nestbeschmutzer und so. Man muss die Texte von Jelinek nicht mögen. Ich zum Beispiel finde die Dame schwer überschätzt. Nobelpreis hin oder her. Aber die Kunstfeindlichkeit vieler FP-Funktionäre ist legendär. Und offensichtlich. Dass Herr Hofer einen gewissen Odin als Lieblingsmaler nennt, ist ok. Aber das zeugt halt doch auch von einem etwas eingeschränkten und schlichten Kunstverständnis. Ist ok. Darf man haben. Manche „Installation“ ist wirklich mehr merkwürdig als bemerkenswert. Wissen wir. Spätestens nachdem Reinigungsfachkräfte das eine oder andere Kunstwerk von ranzigen Fettflecken befreit haben. Oder gleich als Müll entsorgt haben. Aber immer nur auf den simplen Geschmack kulturferner Schichten zu setzen? Das ist billig. Also die FP ist eher kein Erbe des Kreiskyschen Kulturverständnisses.

Lachen ist Medizin. Besonders herzlich habe ich über Hofers Aussage bezüglich Freundschaft gelacht. Nachdem das mit „Freundschaft“ bei der SPÖ derzeit ein wenig schwierig ist, hat Hofer triumphierend ausgerufen: „Bei uns hat Freundschaft noch echten Wert.“ Ja, wissen wir. Ich denke da an die Werthaltigkeit der Freundschaft von KHG mit Was-war-mei-Leistung-Maischi. Die Freundschaft, die sie meinen …

In der SPÖ geht jetzt Arsch auf Grundeis. Rette sich wer kann. Und sei es in Richtung FPÖ. Da fallen alle Hemmungen. Und man ist so dumm, sich die geklopften Sprüche der FPÖ zu eigen zu machen. So heisst es jetzt in manchen SP-Kreisen, mit der „Ausgrenzung“ müsse Schluss sein. So etwa der Steyrer SP-Bürgermeister. Bitte Denken beim Schenken! Das ist das Wording der FPÖ. Und es ist grundfalsch. Es gibt keine Ausgrenzung der FPÖ. Aber es ist das gute Recht jeder Partei, mit anderen Parteien nicht zusammen zu arbeiten. Wie klug das ist, ist eine andere Frage. Es gibt aber das sogenannte Koalitionsrecht. Ist ein Grundbestandteil einer funktionierenden Demokratie. Dieses Recht inkludiert aber auch das Recht auf Nicht-Koalieren. So einfach ist das.

Dumm war nur, dass die SPÖ beschloss, mit der FPÖ nicht zu koalieren. So ein Beschluss ist einfach nur doof. Richtig wäre es, zu definieren, unter welchen Bedingungen man koaliert oder auch nicht. Also: nicht eine Partei als nicht koalitionsfähig fest zu schreiben, sondern politische Inhalte. Antisemitismus, Islamophobie, Ausländerfeindlichkeit, autoritäre Konzepte, Deutschtümelei (so man will) etc. Und dann ist von Fall zu Fall zu beurteilen. Ob ein eventueller Koalitionspartner diese Kriterien „erfüllt“ oder nicht. Ob ein eventuelles Koalitionsprogramm solche Ideen eines eventuellen Koalitionspartners enthält. Und dann ist zu entscheiden.

Die SPÖ und der verpfuschte Erste Mai 2016. Legendär. Der wird in die Geschichte eingehen. Noch nie wurde ein SP-Parteichef so vorgeführt. Hätte Faymann ein Mindestmass an Charakter, hätte er noch auf der Tribüne seinen Job hingeworfen. Aber der Mann muss einen Werbevertrag mit einem Superkleber-Produzenten haben.  Dead Man Walking. Mehr fällt einem nicht ein.

Ziemlich vergiftet die gestrige Häupl-Aussage, Faymann sei ein unterschätzter Bundeskanzler. Das sagt nämlich nichts über die wahren Qualitäten. Wenn ein Hundertmeter-Läufer für die Strecke lächerliche 30 Minuten braucht, die Leute ihm 29 Minuten zutrauen, aber er im Training es sogar schon in 28 geschafft hat, dann ist er ein unterschätzter 100-m-Läufer. Aber gleichzeitig halt auch ein extrem mieser 100-m-Läufer. Man darf vermuten, dass Häupl das sehr genau weiss.

Aber jetzt geht es in der SP um was anderes. Nämlich den Faymann bis zum November-Parteitag durch zu tragen. Damit man Zeit hat, sich einen neuen Boss zu suchen. Ein neues Team. Ausserdem braucht die SPÖ jetzt eine Abkühlphase. So, wie sie jetzt beisammen ist! Ein Parteitag – eine Katastrophe. Die drei Lager – hier Teile der Gewerkschaft und Leute vom Schlag des Herrn Niessl, der in der FP besser aufgehoben wäre, da grosse Teile der Wiener Partei und der parteinahen Organisationen und die Jugend, irgendwie dazwischen die paar Faymann-Getreuen – würden sich derzeit gegenseitig zerfleischen. Sich bis auf die Knochen abnagen.

Dass das nicht ohnehin geschieht? Kann niemand garantieren. Niemand! Erstmals seit der Gründung der SPÖ (bzw. SDAPDÖ) könnte bei einer Spaltung eine ernsthafte Konkurrenz entstehen. Eine, die ein kleines Stück links der SPÖ situiert ist. Das „bürgerliche“ Lager ist längst entsprechend aufgesplittert. ÖVP, Neos und jetzt vielleicht noch die Griss-irgendwas. Rechts davon die FPÖ. Auf der anderen Seite die Grünen (mit starker Ausstrahlung ins „bürgerliche“ Lager) und die SPÖ. Je weiter die SPÖ nach rechts rückt, umso mehr Platz wird für eine linke Alternative (die in Österreich noch dazu nicht die Bürde der deutschen Partei „Die Linke“ mit ihrer DDR-Vergangenheit zu tragen hätte). Wobei linke Alternative in Österreich nicht besonders „links“ ist. Dazu ist die SP inzwischen zu rechts. Linke Alternative heisst zurück zu den Wurzeln der Sozialdemokratie. Gleichzeitige Modernisierung und neuen Antworten auf die neuen Fragen. Prekariat, Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, Integration. EU-Politik.

Jetzt noch ein kleiner Blick nach Gmunden. Nee. Kein Lokal-SP-Bashing. Leichenfledderei ist nicht unseres. Hierorts kann man nur noch auf den Phoenix aus der Asche hoffen. Nein, es geht ums Wetter.

Eines unserer Leserleins hat sich die Mühe gemacht, das Verschwinden von Gmunden aus den Wetterberichten des ORF-Teletextes zu hinterfragen und zu recherchieren. Wir bringen den Briefwechsel, haben aber den Namen unkenntlich gemacht. In Gmunden weiss man schliesslich nie.

Ehrlich: da werden zig Millionen teilweise sinnlos verbuddelt. Da werden Zigtausende bei fragwürdien „Events“ verpulvert. Für eine einmalige Ausgabe von vielleicht 30.000 Euro hat man dann nicht die Kohle. Denn die Werbewirkung des Teletextes ist hoch. Die Wetterseiten zählen zu den Seiten mit den höchsten Aufrufzahlen. Jetzt steht dort halt Altmünster. Und bekommt die Aufmerksamkeit und die Werbung. Wir nehmen nicht an, dass Gmunden aus filantropischen Gründen der Nachbargemeinde den Vortritt liess. Oder aus Courtoisie gegenüber der frischgebackenen roten Bürgermeisterin. Vielmehr wohl das kleingeistige Kirchturmdenken. Das schon die Pinsdorfer kennen lernen durften. Ich sag nur: Bahnübergänge.

Interessant wäre aber die Antwort auf eine Frage. Wer hat das entschieden? Hier in Gmunden. Und mit welcher Begründung? Ist Gmunden schon so pleite (über diese Frage in den nächsten Tagen mehr hier im Blog!!!)

Wir grüssen mit einem lautstarken „Freundschaft“ – vielleicht wachen ein paar Leute auf!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Briefwechsel rund um die Wetterstation

Hallo Gmundls,
ich hatte euch schon meinen Schriftwechsel mit dem ORF bezüglich Wetterstation Gmunden gepostet. Nun hier die Stellungnahme der ZAMG, des Betreibers der Gmundner Wetterstation.
Es geht — wie fast immer — ums Geld. Hauptsache für Gmunden scheint es aber zu sein Millionen sinnlos zu vergraben, bzw. sie jemanden in den A… zu schieben.

P. S.: Die Wetterstation Altmünster ist eine automatische Station, bei der ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die übermittelten Daten fehlerhaft sein können.

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Gesendet: Samstag, 30. April 2016 09:09
An: Direktion ZAMG
Betreff: Wetterstation Gmunden
Guten Tag,

auf Anfrage, warum der ORF seit einigen Tagen keine Messdaten aus Gmunden veröffentlicht, wurde mir mitgeteilt, dass er von ihnen, der ZAMG, keine Messdaten aus Gmunden mehr bekommt.
Können Sie mir bitte mitteilen warum das der Fall ist, da es doch eine Region betrifft, deren Wetterprognose nicht mit z. B. Vöcklabruck, Kirchdorf oder Bad Ischl verglichen werden kann.

Danke für Ihre Bemühungen und in Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich
Mit freundlichen Grüßen
xxx xxxxxxx

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Sehr geehrte xxxxxxxxxxxxxxxx.
Gmunden hatte eine veraltete Wetterstation und war nicht bereit, die Kosten für die Umrüstung auf das neue System zu übernehmen.
Da auch der alte Standort nicht ideal war, haben wir im ca. 3 km entfernten Altmünster eine neue Station errichtet.
Die Daten finden sie sowohl auf dem ORF Server als auch bei uns unter
http://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/wetterwerte-analysen/oberoesterreich/temperatur/?mode=geo&druckang=red

Mit freundlichen Grüßen
Roland Potzmann

Mag. Roland Potzmann
Leiter der Abteilung Datenerfassung / Head of Department Data Acquisition
Bereich Daten, Methoden, Modelle / Division Data, Methods, Modeling
ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik

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Gesendet: Montag, 2. Mai 2016 14:35
An: Potzmann Roland
Betreff: Wetterstation Gmunden

Sehr geehrter Herr Mag. Potzman,

danke für die prompte Antwort. Sind Sie befugt auch mitzuteilen um welche Beträge es sich in etwa bei einer Modernisierung der Gmundner Wetterstation gehandelt hätte?
Eine Frage die nicht nur mich, sondern auch zahlreiche andere Gmunder Bürger, die sich über die Schließung der Gmundner Station ärgern, interessiert.

Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße nach Wien
x. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

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Sehr geehrte xxxxxxxxxxxxxxxx.
Da bei einem neuen Standort die Baukosten ziemlich variieren können, kann ich das nur grob abschätzen, so zwischen 20.000 und 40.000 Euro.
Wenn das z. B. das Geld ist, dass bei einer Sanierung des Kindergartens oder der Schule fehlen würde, können sich die Verantwortlich nur aussuchen, wen sie verärgern, neidig bin ich ihnen den Job nicht.
Wenn es jetzt nur um die Wetterinformation für die Bürger von Gmunden geht, denke ich, dass auch die Messwerte der nahegelegenen neuen Station gute Dienste leisten. Den Werbewert der Nennung auf Webseiten wie vom ORF (und in deutlich bescheidenerem Maß auch bei uns) kann ich überhaupt nicht abschätzen, zumal unsere Stationen ja auch das „schlechte“ Wetter anzeigen.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Potzmann
ZAMG


 

Der 2. Mai
2. Mai 2016

Heute:
Babsy Blitzschnells Rückblick auf den 1. Mai 2016

Liebe Leserleins!

Oberflächlich betrachtet könnte frau nach diesem Ersten Mai sagen: Gut is es gangen, nix is geschehn. Pfiffe für Wernerlein, der sich abbeutelt wie ein Hund, der aus dem Wasser kommt. Und dann trabt der Tross weiter. Allerdings gibt es bemerkenswerte Nebenereignisse.

Das Pfeifkonzert für Wernerlein hatte sich gewaschen. Das war wirklich innovativ an der sonst ziemlich angestaubten Veranstaltung, die inzwischen den Charme von Moskau anno 1980 hat. Aber gut, das stört weniger und fällt halt unter Traditionspflege. Da geht es manchmal retro zu. Niedlich aber waren die Versuche der Parteiführung, die Pfiffe als von einer „Minderheit“ stammend zu erklären. Unsere Beobachter vor Ort nahmen das anders wahr. Gut drei Viertel der Menschen am Rathausplatz gaben während Wernerleins Rede ihrem Unmut lauthals Ausdruck. Wenn in der Sicht der SP-Führung 75 % eine Minderheit sind, dann versteht man erst, warum dort die 35 % vom Hofer niemanden aufregen. Eine krasse Minderheit, mehr nicht, gell! Man muss nur mit Zahlen gut umgehen können, gell.

Besonders humorig wie immer der Bundesgeschäftsführer der SPÖ Schmidl-Schmid. Der erkannte klar: „Da waren sicher auch Leute dabei, die mit der SPÖ nichts zu tun haben“. Alles klar. Die FP-Wähler haben den Ersten-Mai-Aufmarsch der SPÖ gekapert und sind dann beim Wernerlein in Buhrufe ausgebrochen. Fragt sich nur: sind die vorher in den Bezirksparteisekretariaten eingebrochen? Denn woher hatten die Buhrufer die traditionellen SPÖ-Fahnen, deren Fahnenstange noch das alte Parteisysmbol mit den drei Pfeilen ziert?

Nicht schlecht auch der rote Chef des Gewerkschaftsbundes Foglar, dessen Name wahrscheinlich nicht einmal den meisten Gewerkschaftsmitgliedern geläufig sein dürfte. Auch er eine der intellektuellen Stützen der Sozialdemokratie. Glasklar donnerte er in die Menge: „Wir können die 35 Prozent Hofer-Wähler nicht ins rechte Eck rücken.“ Nun, ein Eck wird für die 35 Prozent eher nicht reichen, gell. Da wird es schon ein grösseres Platzerl brauchen. Und wir werden uns das merken. Ab sofort rücken wir die FP-Wählerleins ins linke Eck.

Ziemlich verloren wirkten die paar treuen Genösschens aus Wernerleins Heimatbezirk Liesing. Die hielten tapfer ihre winzig kleinen Taferln mit der Aufschrift „Werner, der Kurs stimmt“ gegen ein Meer von Schildern mit der Aufschrift „RÜCKTRITT!“ und „PARTEITAG JETZT!“. Über allem wehte ein riesiges Transparent „Obergrenze für Wahlniederlagen – Faymann Rücktritt jetzt!“. Hier waren nicht verknöcherte Funktionäre des Mittelbaus am Werk, sondern die Basis der Wiener SPÖ. Wer sich umhörte, war mit heftiger Kritik konfrontiert. Wenn es nach der überwältigenden Mehrheit am Rathausplatz geht, dann ist Faymanns Zeit abgelaufen. Die Frage ist, ob beim reichlich undemokratischen Wahlritus der SPÖ, der die Meinung der einfachen Mitglieder wirkungslos lässt, diese Stimmung in voller Stärke bis auf einen Parteitag durchschlägt. Aber dann werden eben bei der nächsten NR-Wahl die Wählerleins Faymanns Leben als Bundeskanzler beenden.

Erschreckend die gestrige Diskussion in der ORF-Sendung „Im Zentrum“. Der ehemalige SP-Innenminister Löschnak, ein ideenloser Bürokrat, hat sich einst ja schon mit Ruhm bekleckert und so sonderbare Wortschöpfungen wie „Schübling“ hervorgebracht. Er ist der Stammvater jener Politiker, die dem Irrglauben verfallen sind, es genüge, die FP zu imitieren und ihre Forderungen zu erfüllen, um die FP-Wähler zur SPÖ zurück zu holen. Nicht nur HBP-Ergebnisse im Burgenland beweisen das Gegenteil. Auf den Trick, den Bundesgeschäftsführer der SPÖ auf „Schmid“ zu taufen, statt ihn „Schmiedl“ zu nennen, sind die Wäherleins bis jetzt auch noch nicht hereingefallen.

Der Josef Cap, er schwelgte in seiner aufmüpfigen Vergangenheit, die ihn zu einem der zynischsten Parteikarrieristen in der SP machte, also der Cap schrieb die hohe Arbeitslosigkeit vor allem dem Flüchtlingszustrom zu. He is a dedicated follower of FP-Fashion. Denn wenn schon, dann liegt das Problem in der falsch umgesetzten Osterweiterung und einem falschen Verständnis von „Personenfreizügigkeit“ (auch so ein EU-Wortmonster).

Den schlimmsten Auftritt in dieser Sendung hatte der burgenländische LH und Rechtsverbinder Niessl. Der Mann war weder willens noch intellektuell in der Lage, den Ausführungen von Politologie-Professor Pelinka zu folgen. Dabei war an denen nichts komplex oder unverständlich. Mit Denkern wie Niessl wird die SP es nie schaffen, den Parteikahn wieder seetüchtig zu machen. Aber denken ist ohnehin nicht gefragt, denn der bereits zitierte ÖGB-Chef Foglar erkannte glasklar: „Nicht analysieren. Machen.“ Eh, die Frage ist nur: was machen? Da ist guter Rat eher nicht billig. Aber mit dem Motto „Ned denkn – hackln!“ wird das Schiff auch nicht flott gemacht werden können, gell!

Für Niessl reduziert sich alles auf die Frage: Koalition mit der FPÖ. Damit kann man sich an der Macht halten. Wenn er sich da nur nicht irrt. Wenn die SPÖ so weiter macht, wird sich das nämlich, wenn es ganz schief läuft, gar nicht mehr für eine gemeinsame Mehrheit ausgehen. Und wie stark könnte ein Juniorpartner SPÖ mit 20 % in einer Koalition mit einer 35%-FPÖ sein?

Wer die Stimmung am Rathausplatz miterlebt hat, dem wurde klar: die Wiener SPÖ würde bei einer Parteispaltung wohl mehrheitlich „links“, jedenfalls links von Niessl stehen. Eine SPÖ, der ein Grossteil der Wiener Basis verloren geht (teils in Richtung Grüne, teils in Richtung einer neuen Partei links der Mitte), hätte keine Chance, jemals wieder mehrheitsfähig zu werden. Ade, ihre liebegewordenen Pöstchens! Dann droht der Gesamtpartei das Schicksal der OÖ-SPÖ. Kann aber auch noch schlimmer kommen, denn die Vorarlberger und Tiroler Genössleins, die wissen, wie tief hinunter es gehen kann. So rein prozentuell gesehen, gell!

Die Erbschleicher sind unter uns, ich will sagen: die politischen Erbschleicher. Hat doch HCStrache am Ersten Mai laut gedonnert: „Wir sind inzwischen mit unserem sozialdemokratischen Bewusstsein die Erben von Bruno Kreisky!“
Wahrscheinlich mangelts beim HC ein bisserl am historischen Wissen. Merkmal der Sozialdemokratie ist ihr Internationalismus. Leute wie Niessl sind Nationale Sozialisten. Bestenfalls. Und Bruno Kreisky war ein Flüchtling, gell. Leider kann er sich nicht mehr gegen Leute wehren, die sich sein Erbe erschleichen wollen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

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