Archive for Juli 2016

Wir loben mal
30. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Alko-Kärchern
EK Wurfan Wupf „Echtes Problem“

GK Geisterbahn „Kärcher-Man“

Liebe Leserleins!

Gestern waren wir stumm. Absichtlich. Es ist Sommer und unser Team ist personell ausgedünnt wegen Urlaub und so. Also werden wir auch bis Ende August nicht immer täglich erscheinen, so mehr zufällig und wie es sich ausgeht, gell. Weil ein bisserl Urlaub muss sein.

Heute muss Ihre Babsy aber auch einmal ein Lob aussprechen. Natürlich kann man über die Bekärcherung der Alk-Dummies jede Menge Witze machen. Aber geben wir doch zu: zumindest vorläufig hat die Sache geklappt. Und es ist eine ziemlich gewaltfreie Vorgangsweise und vermeidet Eskalation. Natürlich ist damit das Problem Alkoholismus nicht gelöst. Aber wer von uns wird schon gern belästigt, angestänkert, angepöbelt oder gar angekörpert. Kam ja alles vor, kann man nicht ableugnen. Der Stadtrat hat also einstimmig die Bekächerung beschlossen. Das ist sozusagen die unterste Stufe sanfter Gewalt. Wer das Interview mit BM Krapf gesehen hat, muss zugeben, dass er sich wirklich Sorgen macht, und es ihm ein echtes Anliegen ist, die Alk-Kranken möglichst sanft und human an eine verträglicheren Aufenthaltsort zu bugsieren. Der Mann ist kein Haudrauf oder Schlagdrein.

Wie gesagt: fürs den Anfang hat es funktioniert. Die Leute sind Richtung Evangelische Kirsche abgezogen, dorthin, wo man ihnen eine Art Exil oder Asyl angeboten hat. Wie lange das dort gut geht, wird man sehen. Natürlich müsste man sich jetzt Gedanken machen, wie man das Problem dieser Menschen längerfristig besser in den Griff bekommt. Bei den Alk-Leuten kommt da zwar wahrscheinlich fast alles zu spät, aber den Nachschub neuer Alk-Abhängiger abzusperren, wäre ratsam. Ein Beginn: strengere Kontrollen der Alkoholausschank in den Lokalen. Wir alle wissen, dass in bestimmten Gmundner Lokalen Volltrunkene ebenso Alkohol konsumieren können wie Jugendliche. Hier gehören, mit Verlauf, strengere Kontrollen her.

Grundsätzlich ist das trotz alledem ein gesellschaftliches Problem. Unsere Ellbogen- und Konkurrenzgesellschaft produziert zu viele Leute, die da nicht mit halten können. Produziert sozial deklassierte Menschen ohne Perspektive. Alkoholkranke gab es immer, auch in der Öffentlichkeit. Aber in einer Ellbogengesellschaft wächst die Aggressivität allgemein an. Auf Dauer kann man Armut, Aggression und Drop-Outs nicht einfach nur wegscheuchen, damit man sie nicht mehr sieht. Da wird mehr nötig sein: ein Umdenken über Werte und Prioritäten in unserem Zusammenleben, in der Art, wie wir wirtschaften und wie wir unsere Ressourcen vergeuden.

Kärchern ist eine Notmassnahme. Langfristig löst es letzten Endes keines der Probleme.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Echtes Problem

Einsterkasterl von Wurfan Wupf

Liebes Holzauge47,
Ihren Humor möchte ich haben.

Da werden Menschen angepöbelt, mit Flaschen beworfen – auch auf Kinder(wagen), das ortspolizeiliche Alkoholverbot missachtet, zudem kommt es immer wieder zu Raufhändel – so die OÖ Nachrichten.
Und von der rechtlichen Seite her – wie uns http://www.meinbezirk.at wissen läßt- sieht es so aus, dass den Unruhestiftern der generelle Aufenthalt nicht verboten werden kann.

Diese Machtlosigkeit der Behörden eignet sich wahrlich nicht für Scherze.

Ich jedenfalls begebe mich auf die Esplanade und lass mich von den Wasserwerfern light vertreiben. Mit der Maßnahmenbeschwerde verdien‘ ich mir dann ein Körberlgeld.
Ihr
Wurfan Wupf


Kärcher-Man

Gastkommentar von Geisterbahn

Kärcher der 2te
Hier im Blog und auch in meinem Freundeskreis musste ich bestürzt feststellen, dass viele Leute glauben, die Gmundner Alkoholiker-Jagd mit Kärcher sei nur ein vorgezogener Faschingscherz!

Liebe Leute das ist die Zukunft! Kärcher ist die neue Waffe der Polizei sie macht den Verbrecher unschädlich und auch sofort sauber!
Sanfte Gewalt mit Wasserdruck das schätzen schon die Beatles !
Imagine we are all wet !

Die Ausbildung zum Kärcher Polizisten ist auch eine ernste Angelegenheit!
Man muss die Kärcher Akademie der Landespolizei absolvieren!
Lehrplan:
Kärcher-Technik Grundlagen
Anschlussmöglichkeiten
Schuss-Technik
Wahl des Wasserdrucks, Berechnung aus Grösse und Bauchumfang des Verbrechers
Richtige Montage des Kärchers am Rücken
Wahl der richtigen Lanze
Zielübungen
Geographie von Gmunden erlernen: wo gibt es Wasser, wo Strom?
Umgang mit Obdachlosen und Alkoholiker erlernen.
Wie beschützt man Krapf und die Raika Elite.

Nach dieser Ausbildung ist man dann offiziell Kärcher-Hilfspolizist.
Den Offiziers-Lehrgang zum Kärcher-Kommissar oder zum Kärcher-Inspektor kann man leider nur in Linz absolvieren!
Die besten Kärcher Polizisten werden Leibwächter von BG Krapf!

Also ich kann besser schlafen, seitdem wir von Kärcher-Polizisten bewacht werden!

Who do you call? Kärcher-Man !!!!!!


 

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Fragen, Fragen, Fragen …
28. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart fragen weiter
EK Holzauge47 „Kärchern“

Liebe Leserleins!
Geschätzte Leserschaft!

Erwartungsgemäss herrscht auf unsere Fragen das grosse Schweigen im Mastenwalde. Aber lästig wie wir sind, sind uns schon wieder neue Fragen eingefallen. Weil wir nicht so sind, veröffentlichen wir sie hier und täterten weiterhin auf Antworten hoffen. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wir nummerieren der Einfachkeit halber fort mit Nummer zehn.

10.) Stimmt es, dass die „Nostalgiefahrten“ in Hinkunft nicht mehr möglich sein werden, weil auf die Weiche am Rathausplatz verzichtet wurde? Stimmt es in diesem Zusammenhang, dass die alten Garnituren das Kammerhoftor nicht passieren können? Wenn ja: werden die alten Garnituren verschrottet – denn wie will man sie in Hinkunft warten/reparieren, wenn es auf dieser Seite der Traun keine Remise mit Werkstatt mehr gibt? Herr Neumann, finden Sie es nicht ein wenig degoutant, wenn man unter diesen Umständen die Durchfahrt durch die Stadt mit breitem Lächeln in einer alten Garnitur am Rathausplatz feiert? Ist das nicht ein wenig gar viel Publikumsbeschwindelung?

11.) Stimmen die angeblichen Kosten von 1,3 Millionen durch eventuelle Bauzeitverlängerungen überhaupt? Denn wenn wir davon ausgehen, dass ein Teil der Bauarbeiten ohnehin von Firmen aus dem S&H-Konzern gemacht werden, dann würden diese Baupreiserhöhungen ja vom Generalunternehmer S&H an eine Tochter von S&H fliessen, also ohnehin im Konzern bleiben. Die Mehrkosten wären fiktiv und eine reine Verschiebung innerhalb des Konzerns (was das eine Unternehmen an Mehrkosten hat, fliesst beim anderen Unternehmen als Mehrerlös in die Kassa). Wie hoch ist bitte der Auftragsanteil von S&H-Firmen am Gesamtvolumen von 30 Millionen?

12.) Die Schätzung der Mehrkosten erfolgte durch die WP-Kanzlei BDO. Die hat soeben für eine läppische Überprüfung der Compliance-Regeln im Belvedere (Affäre Husslein) noch läppischere 130.000 Euronen in Rechnung gestellt. Waren die Kosten der BDO-Schätzung in Gmunden, die ja auch wir geplagten Steuerzahlerleins brennen müssen, ähnlich unverschämt? (Inzwischen hat ja Kulturminister Drozda erklärt, dass er nicht daran denke, eine Rechnung in dieser unglaublichen Höhe zu berappen!)

13.) Wollen Sie, Herr Neumann, uns tatsächlich einreden, dass es einen Zwang zum Weiterbau gäbe, obwohl noch nicht alle Bescheide in Rechtskraft erwachsen sind? Haben Sie schon einmal etwas von der „Vorsicht bwz. Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns“ gehört? Die hätte erstens verboten, einen solchen Vertrag zu machen und zweitens wäre schon aus Gründen dieser kaufmännischen Vorsicht und Sorgfalt ein Weiterbau, ohne dass alle Bescheide rechtsgültig sind, zu unterlassen. Warum fällt die Politik auf solche Schmähs herein? Oder besteht Ihre kaufmännische Vorsicht ausschliesslich darin, Herr Neumann, dass Sie alle Risken der öffentlichen Hand, also den Steuerzahlern, aufbürden?

14.) Wäre es angesichts der Tatsache, dass ohnehin alle Kosten von der Öffentlichkeit getragen werden, nicht angebracht, den ganzen S&H-Verkehrsbetrieb zu kommunalisieren oder zu verstaatlichen? Noch dazu da S&H beim Regio-Projekt auch noch eine Menge Privateigentum zuwächst, ohne selbst auch nur einen Cent zu investieren. Kurz gesagt: die Steuerzahler schenken S&H beträchlichte Eingetumswerte. Bei Rückführung ins öffentliche Eigentum kann alles nur billiger werden, weil die kalkulierten Gewinne des Privatunternehmens wegfallen und das Eigentum an den Investitionen bei der öffentlichen Hand bleibt. Eine Entschädigung wäre natürlich überflüssig, da kein Cent von S&H selbst investiert worden ist. An der Risikolage für die öffentliche Hand ändert sich ebenso nichts: sie zahlt und haftet jetzt schon für jeden Handgriff, den S&H durchführt.

Tja, liebe Leute, das sind die Fragen, die uns so durch den Kopf gehen, gell!

Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Kärchern

Sehr kurzes Einserkasterl von Holzauge47

Alles Kärcher? Das ist eine tolle Vorlage für den Ebenseer Fasching.


 

Alles Kärcher?
27. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell blickt sich um
GK Borgare „Regionalzug“
GK Wilhelm Krausshar fährt Zug
GK Geisterbahn „Stopp oder ich kärchere“

Liebe Leserleins!

Unsere neun Fragen an Hrn. Neumann von S&H haben ziemlich eingeschlagen. Es sind nämlich Fragen, die sich auch viele Bürgerleins auf die eine oder andere Art stellen. Wir rechnen ja bekannterweise nicht damit, dass wir eine Antwort bekommen. Die einzige Antwort wird die Zeit und das Leben uns vor den Latz knallen.

Was übrigens viele Bürgerleins besonders beunruhigt, ist die Frage nach der Kappung der Buslinien. Denn ein dreimaliges Umsteigen pro Fahrtrichtung, wo man bisher die Diretissima nehmen konnte, ist ein schwerer Anschlag auf die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Und ein Anschlag auf all jene, die älter, gebrechlich oder sonst irgendwie bewegungs-eingeschränkt sind. Diese Massnahme macht alle Beteuerungen, man wolle die Öffis verbessern und die Leute vom Auto weg bekommen, völlig unglaubwürdig. Inzwischen haben sich bei uns noch einige weitere Fragen angesammelt. Wir werden sie demnächst nach schieben, gell!

Wegen der Ortverfestigung einer kleinen Runde extremer Nicht-Abstinenzler vor dem Spar bei der Esplanade, hat man sich jetzt etwas Neues einfallen lassen. Nachdem der Versuch, die Leute mit Hilfe eines Sozialarbeiters zur Ortsverlagerung zu bewegen, gescheitert ist, versucht man jetzt eine andere Methode. Man will die Leute mit sanftem Zwang an eine Stelle verlagern, wo Touristen und Einkaufende nicht gestört werden. Dazu hat der Stadtrat einstimmig eine Idee geboren, die in Wahrheit nicht ganz neu  ist (siehe nächsten Absatz): man wird stündlich die Sitzgelegenheiten unter Polizeischutz/-aufsicht kärchern lassen. Damit es für die Alkoholfreunde ausserhalb von Brandl, Schwan & Co. ungemütlich wird. Man hofft, sie so zum Abzug zu bewegen. Man will damit ohne offene Gewalt für Ordnung sorgen. Ob es klappt, das weiss niemand.

Was die Neuigkeit dieser Idee betrifft, muss Ihre Babsy auf die Erfahrungen eines Grossonkels zurück greifen. Der war in den 1970ern längere Zeit in London. Die Verkehrsinsel am Piccadilly-Circus war damals DER Jugendtreff (wie auch heute noch). Man lernte Leute kennen, äh, ja, anderes Geschlecht auch, gell, und tauschte Schlaf- bzw. Wohnadressen. Und natürlich die diversen Afghanen, die damals noch nix Religiöses oder gar Attentäter waren, sondern roter oder meist schwarzer Afghane, also gutes, altes Haschisch. Die Jugendlichen sassen auf den Stufen des dort befindlichen Denkmals und liessen die Joints kreisen. Was der Stadtverwaltung nicht gefiel. Auch die verfiel damals auf eine solche Idee. Ungefähr einmal alle Stunden kam überfallsartig die städtische Strassenreinigung und spritzte grosse Mengen Wassers auf die Verkehrsinsel, natürlich gezielt auf die Jugendlichen, mitunter auch kübelweise. Wer nicht schnell genug weg war, wurde tropfnass. Dann reinigten einige Arbeiter mit Besen die Stufen und verschwanden wieder. Die Jugendlichen hatten den Dreh aber bald heraussen und gaben die Stufen frei, sobald der Wagen der Reinigung auf den Piccadilly einbog. Wie lange diese Massnahme erfolglos durchgeführt wurde, bis man sie wieder einstellte, daran kann sich mein Grossonkel nicht mehr erinnern. Mal sehen, wie es in Gmunden laufen wird.

piccaddillyAbschreckung durch Reinigung – Piccadilly/London in den 1970ern

Tja, liebe Leute, Gmunden wird London. Oder so ähnlich halt. Nur nicht zu Ende denken, diesen Gedanken, sonst bekommen wir zur Regio auch noch eine U-Regio.

So, das wäre es für heute wieder einmal.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Regionalzug

Gastkommentar von Borgare

ENDLICH, ENDLICH der Gmundl ist wieder auf den für Gmunden so wichtigen Regionalzug aufgesprungen! Alle Fragen sind durchdacht und sollten unbedingt und vor allem, den zuständigen Politikern unter den Nägeln brennen.

Herr NEUMANN ist ein Unternehmer der das Beste für seine Firma heraus holt. Wie er das macht und erreicht, entspricht wahrscheinlich der in unserem Land längst üblichen Verachtung von jeder Art von Compliance-Regeln durch die Bauwirtschaft.
Das gehört aufgezeigt, aber die wirklich Verantwortlichen sitzen in Landesregierung und Landtag. Sie gehören vor den Vorhang.


Zugfahren

Gastkommentar von Wilhelm Krausshar

Zum PS von Gedankensplitter:
Bin gerade Zug gefahren. Es war fröhlich, entspannend und gemütlich. Die Zugbetreuerinnen hatten einen guten Schmäh, haben auf die allein fahrenden Kinder aufgepasst. Die Reinigungskräfte mit den Dyson-Akkusaugern waren dunkel bis schwarz und haben mit allen geblödelt.
Es war herrlich und vollkommen ungefährlich.
Es war Westbahn!


Stopp oder ich kärchere !!!!

Gastkommentar von Geisterbahn

Unser Stern & Hafferl Lieblingslehrling des Jahres 2015 Herr Krapf hat eine geniale Lösung!

Die Obdachlosen und Alkoholiker, die auf den Parkbänken rumlungern, widern die Innenstadt-Kaufleute total an.
Also hat Herr Krapf die Kärcher-Polizei gegründet … mit Dampfreiniger sollen all diese Subjekte verjagt werden.
Es gibt noch keine Bilder, doch die Polizisten werden in Gmunden jetzt wie die Ghostbusters aussehen mit dem Dampfreiniger am Rücken!

Bleiben folgende Fragen offen:

  • Wird der Strom aus der Straßenbeleuchtung entnommen?
  • Müssen die Polizisten eine Kabeltrommel mitführen?
  • Wird das Wasser aus dem See entnommen?
  • Wird man vorgewarnt, wenn man auf der Parkbank sitzt, mit den Worten „Aufstehen oder ich Kärchere!“?
  • Wie oft am Tag werden die Rumlungerer mit dem Dampfreiniger bekämpft?
  • Braucht man eine Schulung als Dampfreinigungs-Polizist?

Gmunden wird Vorreiter: In ganz Österreich gehen die Polizisten bald mit Dampfreiniger auf Verbrecherjagd !
Endlich kann man wieder stolz sein, Gmundner zu sein !

Ein Kärcher für ein Halleluja!!!


Neun Fragen zur Regio
26. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart
stellen neun Fragen zur Regio

GK Gedankensplitter über Autoverkehr

Liebe Leserleins!
Geschätzte Leserschaft!

Wir wollen nicht nur kritisieren. Wir wollen auch ein gutes Beispiel geben. Daher würden auch wir Herrn Neumann von S&H gerne neun Fragen zur Regio stellen. Ob wir darauf je eine Antwort bekommen werden?

Wohlan! Hier sind unsere neun Fragen zur Regio, deren Beantwortung die Bürgerleins mit grosser Sicherheit extrem interessieren würde.

1.) Halten Sie es wirklich für den Sinn von Public Private Partnerships, dass die öffentliche Hand (Public) alle Risken übernimmt, während Sie (Private) den risikolosen Gewinn einstreifen? Oder war die Idee hinter diesem Modell nicht die, mittels der Übernahme eines unternehmerrischen Risikos durch Private sinnlose öffentliche Investitionen zu verhindern? Zusatzfrage: worin besteht eigentlich das Risiko von S&H beim Regio-Projekt?

2.) Wären Sie bereit, nachträglich Pönalezahlungen oder Subventionsstreichungen zu zustimmen für den Fall, dass die von Ihnen nicht sehr konzise geschätzten Fahrgastzahlen nicht erreicht werden?

3.) Halten Sie es für ein sinnvolles Konzept, bestehende und gut funktionierende City-Bus-Linien zu kappen, damit sich durch das daraus resultierende Zwangsumsteigen am Kloster- bzw. FJ-Platz die Regio-Fahrgast-Zahlen erhöhen? Halten Sie es für ein sinnvolles Öffi-Konzept, die Leute zu zweimaligem Umsteigen zu zwingen? Wird dadurch der öffentliche Verkehr attraktiver? Wann wird den Bürgerleins endlich reiner Wein darüber eingeschenkt, dass die Citiy-Bus-Linien stark verstümmelt werden?

4.) Sind Sie ernsthaft der Meinung, dass eine Begegnungszone in der engen Theater- bzw. Kammerhofgasse, durch die Regio-Zugsgarnituren rattern, möglich ist? Und finden Sie, dass eine Begegnungszone Gehsteige hat, wie uns das in der fertiggestellten Theatergasse vorgeführt wird? Oder ist es doch so, dass die Verbreiterung der Gehsteige bereits ein Hinweis darauf ist, dass niemand an das Funktionieren einer echten Begegnungszone in diesem Bereich glaubt? Warum hat man dann den Kaufleuten der Innenstadt vorgegaukelt, dass es durch die neue „Begegnungszone“ zu einer höheren Frequenz in der Innenstadt kommt? Warum wird den Bürgerleins eine zukünftige „Begegnungs“zone vorgespiegelt?

5.) Würden Sie tatsächlich ein Riesenprojekt, bei dem nicht die öffentliche Hand das gesamte Risiko trägt, durchziehen, solange nicht alle, aber wirklich alle Bescheide in Rechtskraft erwachsen sind?

6.) Halten Sie es für gerechtfertigt, dass Sie mit Geldern der Bürger (nämlich mit deren Steuergeld) Einsprüche dieser Bürger gegen ein fragwürdiges Projekt bekämpfen? Wäre es nicht anständiger, wenn Sie als eigentlicher Projektbetreiber wenigstens diese Rechtskosten übernehmen würden? Halten Sie es für moralisch vertretbar, dass die gesamte PR für dieses Projekt mit Geldern der Steuerzahler finanziert wird?

7.) Wenn wir jetzt erfahren, dass bei Nichtüberschreitung der geplanten Bauzeit die geschätzten Gesamtkosten von 30 Millionen eingehalten werden können, dann heisst das doch, dass Sie in Wahrheit bereits sechs Millionen Mehrkosten produziert haben. Denn die Projektkosten wurden ursprünglich mit 24 Millionen geschätzt. Beachtliche sechs Millionen wurden als „Reserve“ hinzu gerechnet. Angesichts dieser üppigen Reserve muss man schon jetzt von enormen Baukostenüberschreitungen (25 %) sprechen. Halten Sie eine so hohe Reserve nicht auch für einen Taschenspieler-Trick?

8.) Ursprünglich war von einem Viertelstunden-Takt der Regio während der ganzen Betriebszeit die Rede. Jetzt spricht man nur noch von einem Viertelstunden-Takt während der Verkehrsspitze. Wurden hier nicht im Vorfeld den Bürgerleins falsche Versprechungen gemacht?

9.) Im Amtsvortrag für den Gemeinderat in Sachen Zusatzvereinbarung zu den Regio-Verträgen ist davon die Rede, dass durch eine Bauzeitverzögerung Rückforderungen der Förderungsgeber entstehen könnten, welche das „Unternehmen wirtschaftlich gefährden“ würden.  Diese theoretischen Mehrkosten betragen laut Amtsvortrag 1,3 Millionen Euro. Wollen Sie uns ernsthaft mitteilen, dass ein Unternehmen Ihrer Grösse, also S&H, durch einen solchen in Relation zur Unternehmensgrösse eher kleinen Betrag gefährdet wäre? Wäre dies tatsächlich der Fall (was wir bezweifeln), würde sich nämlich die Frage stellen, ob das Unternehmen überhaupt noch potent genug ist, um einerseits das Regio-Projekt abzuwicklen und andererseits langfristig seine Verpflichtungen aus den Verträgen zu erfüllen. Anders gesagt: würde es stimmen, dass S&H einen Verlust von 1,3 Mille nicht verkraften kann, dann hätte die öffentliche Hand mit S&H keine langfristigen Verträge über derart hohe Beträge, wie sie im Regio-Projektim Spiel sind, mehr abschliessen dürfen. Wir bezweifeln, dass S&H einen solchen Verlust nicht stemmen könnte. Würden Sie sagen, dass man hier ein „Droh“potential aufgebaut hat, um die Stadtgemeinde (und das Land) in Richtung der Zusatzvereinbarung zu drängen?

Da tätma gern eine Antwort haben. Wir fürchten jedoch, die einzige Antwort wird das Schweigen im Mastenwald sein.

Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Autoverkehr und so

Gastkommentar von Gedankensplitter

Antwort an Andy B. :Schwarz-weiss
Ihre Antwort befriedigt mich keinesfalls, nämlich dass man nur mit einem Auto überleben kann. Sich hie und da ein Taxi leisten für z. B. Grosseinkäufe kommt allemal noch viel billiger, als sich ein Auto zu halten. Haben Sie schon einmal durchgerechnet, was ein Auto im Monat kostet? Nämlich mindestens 700 Euro ohne viel zu fahren. Was machen diejenigen, die sich kein Auto leisten können oder keinen Führerschein haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Auto fahren können? Die schaffen es ja auch irgendwie.

Was die Öffis anlangt, sind sie deshalb nicht so ausgebaut, weil sie nicht angenommen werden, da die meisten mit dem Auto fahren. Es ist also ein Teufelskreis: die Öffis sind nicht genügend ausgebaut, weil die Leute lieber mit der heiligen Kuh oder dem Statussymbol (SUVs in einer Grossstadt wie Wien Gang und Gäbe??) fahren.
Andererseits fahren die Leute mit dem Auto, weil sie nicht genügend Angebote an Öffis vorfinden. Wenn es Öffis gibt, sollte man sie aber schon benützen. Ich finde es auch einen Skandal, dass es auf den Gmundnerberg oder Grasberg keinen Bus gibt. Aber warum sollte man einen anbieten, so lange die Leute mit dem Auto hinkommen,, und diejenigen, die kein Auto haben, sollen zu Fuss gehen. Ich finde es müssig, sich darüber zu ereifern, die Zeit wird alles regeln, wenn die Schmerzgrenze überschritten ist.

Antwort an die Redaktion zum Flugverkehr:
Da haben Sie recht, der Flugverkehr ist einer der ganz grossen Umweltverschmutzer. Jetzt bringen noch die Chinesen mit ihren Flugzeugen massenhaft Touristen nach Europa. Ausserdem wollen sich die Chinesen, ehemals Radfahrer, motorisieren und die Fehler, die wir schon gemacht haben, nachahmen. So gesehen, gebe ich es auf, noch darüber nachzudenken. Es fällt mir die Zeit der Existentialisten ein, Jean-Paul Sartre: „We are doomed“, das war vor sechzig Jahren. Diese Prophezeiung scheint sich jetzt zu bewahrheiten: die Menschheit zerstört sich ihre eigene Lebensgrundlage, nämlich die Natur. Ich habe beschlossen, glücklich zu sein und mich nicht mehr aufzuregen, weil ich es eh nicht ändern kann.,

P.S.: Morgen mache ich eine weite Zugreise und werde mir mein hoffentlich noch funktionierendes Pfefferspray (liegt schon lange in der Lade) einstecken und hoffe, dass ich es nicht ausprobieren muss.


 

Grau in grau gemischt
25. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell in Kürze
EK Traunseewiener „Markt & Regio“
GK AndyB Über Schwarz-weiss

Liebe Leserleins!

Gibt es ein Gesetz der Serie? Oder sind das falsch tickende Gehirne, die sich derzeit als Nachahmungstäter durch deutsche Lande mördern?

Zuerst bei Würzburg im Zug.
Dann München. Eine Stadt in totaler Panik. Wohl auch deshalb, weil die Polizei zwar schon um ca. 20h30 gewusst haben dürfte, dass es sich um einen Einzeltäter handelt, aber trotzdem den Einsatz mit ungefähr 2.300 Polizisten bis in den frühen Morgen durchgezogen hat. Zum Teil wegen der wuchernden Gerüchte und Falschmeldungen in den „sozialen“ Medien, zum Teil aber vermutlich auch zu Übungszwecken. Eine bessere Gelegenheit, um die Einsatzpläne in der Praxis zu überprüfen, kommt so schnell nicht wieder. Denn zweifellos war die Sperre aller Öffis die ganze Nacht hindurch im konkreten Fall wohl nicht notwendig. Hoffen wir, dass die Polizei entsprechend viele Erkenntnisse gewinnen konnte. Am Sonntag nachmittag ging dann in Reutlingen ein Mann, Asylwerber aus Syrien, mit einer Machete auf eine Frau los und tötete sie. Sieben Personen wurden teils schwer verletzt.
Am Sonntagabend dann eine Attacke auf einem Musikfestival in Ansbach (Bayern/Franken). Um 22.10 hat sich ein Mann, ein abgelehnter syrischer Asylwerber, der seit zwei Jahren in Deutschland war, in die Luft gesprengt. Allerdings ausserhalb des Festgeländes, da er mangels Eintrittskarte nicht eingelassen worden ist. Dadurch wurde eine Katastrophe verhindert. Das Festival wurde abgebrochen. In der mittelfränkischen Stadt Ansbach herrschte Panik, die Innenstadt wurde abgeriegelt. Der Syrer war polizeibekannt als Gewalttäter. Die Polizei geht momentan von einem islamistisch-terroristischen Hintergrund aus.

Wir leben in einer ungemütlichen Zeit, liebe Leute, in einer sehr ungemütlichen Zeit.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Regio & Markt

Einserkasterl von Traunseewiener

Das Regio-Projekt hat weder mit Marktwirtschaft noch mit öffentlicher Verkehrspolitik zu tun, sondern erinnert eher an an die Vergabe von Monopolen zu Zeiten der Monarchie. Wer diese Gunst errang, konnte sich ungehindert blöd verdienen, weil es keinen offenen Markt gab. So ist es auch hier: Vielleicht sollte sich die Regio umbennennen in „k.u.k. privilegierte Monopolverkehrsgesellschaft für Gmunden“.


Schwarz-weiss …

Gastkommentar von AndyB

@Gedankensplitter

Das sind ja nette Gedanken, aber leider fernab von jeglicher Realität.

Wird die Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt, dann muss man einen 30 Minuten Umweg nehmen, um von einem Seeufer ans andere zu kommen.

Die Umweltbelastung wird doch dadurch nicht weniger, sondern höher.

Autofreie Innenstädte sind eine feine Sache, nur sind sie nicht überall sinnvoll oder möglich. Das kann man dort machen, wo es Möglichkeiten gibt, die Innenstadt sinnvoll zu umfahren. Das ist in Gmunden nicht gegeben.

Ich würde ja auch gerne mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen, aber wie katastrophal das in der Realität aussieht, das habe ich erst vor zwei Wochen gemerkt.
Ich wollte mit dem Zug nach Wien fahren, um ein Konzert zu besuchen. Was musste ich sehen? Bereits zum Konzertende fährt kein Zug mehr zurück. Ich wäre noch bis Linz gekommen und hätte dort 6 Stunden Aufenthalt gehabt, bis ich nach Attnang hätte fahren können. Das hätte dann auch noch lächerliche 50 Euro gekostet, pro Person. Nur diese Rückfahrt mit Aufenthalt.

Wohne ich außerhalb Gmundens, z. B. in Neukirchen, wie soll man da seine Großeinkäufe machen, wenn man kein Auto hat?

Wie soll man als Tourist die Gegend erkunden? Welche Busse fahren denn auf den Gmundner Berg, Langbathsee, Offensee etc.? Keiner?!


 

Weichenstellungen
24. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Weichen in Gmunden
GK Gedankensplitter über notorische Autofahrer

Liebe Leserleins!

Von den Regio-Fans wird den Regio-Gegner gern vorgeworfen, sie seien Feinde des öffentlichen Verkehrs. Das stimmt natürlich nicht. Wir vom Team etwa sind geradezu unbeirrbare Öffi-Anhänger. Aber das heisst nicht, jedes Öffi-Projekt für sinnvoll zu halten. Wir haben übrigens auch nichts gegen öffentliche Subventionen für öffentlichen Verkehr. Der ist ohne Zuschüsse meist nicht finanzierbar (und für die Nutzerleins nicht leistbar). Aber es stinkt uns an, wenn wenn die öffentlichen Kassen zu Gunsten eines Privatunternehmens geplündert werden, das ein reichlich sinnloses Öffi-Projekt mit allen Mitteln und ohne jedes eigene Risiko durch drückt. Gewinne privatisieren und Verlust sozialisieren. Rot und Grün sind da leider brav mit im Boot. Die Regio ist ein Öffi-Projekt, das der Idee des öffentlichen Verkehrs einen ungemeinen Schaden zufügt.

Besonders ärgerlich ist jetzt die Geschichte mit den Weichen am Rathausplatz. Dazu ein Zitat aus dem Anbetungs-Interview der OÖN („Neun Fragen“), und zwar die Frage Nummer 7 mitsamt Antwort von S&H:
7. Warum wird beim Rathausplatz keine Weiche eingebaut?
Dadurch hätten die Bahngarnituren bis zum Rathausplatz fahren können und müssten nicht bei der Konditorei Grellinger stoppen. Diese Weiche wäre nur für eine zweijährige Übergangsphase. Wir haben überlegt, ob wir sie nach der Fertigstellung der Durchbindung betrieblich benötigen würden, aber das ist nicht der Fall. Wir brauchen sie nicht. Und aus Kostengründen verzichten wir daher auf sie.
Die Kosten der Kanzlei SCWP, die den Zusatzvertrag zur Regio erstellt hat und die Rechtskosten der Einsprüche wurden aus dem Regio-Projekt finanziert. Warum zahlt das nicht der Projektwerber, der die Dinge verbockt hat?
Mit diesem Geld hätten die Weichen am Rathausplatz locker bezahlt werden können. Am Rathausplatz keine Weichen einzubauen, das zeugt vom ausufernden Dilettantismus der Pro-SRT-Politiker und auch von S&H.

Nur mit Weichen am Rathausplatz ist es möglich, die Nostalgietriebwagen der Gmundner Strassenbahn ohne Probleme bis zum Stadtplatz zu führen und dort zu wenden. Die kommen nämlich durch das Trauntor nicht durch. Wenn es überhaupt einen wenigstens marginalen Strassenbahntourismus geben soll, dann kann der nur mit den historischen Triebwägen funktionieren. Mit den 34 m langen, zukünftigen Geisterbahnzügen quer durch Gmunden wird sich kein nennenswerter Nostalgietourismus etablieren. Und was ist, wenn es – wie üblich – betrieblich immer wieder einmal notwendig sein wird, ab der Station Rathausplatz den Fahrbetrieb zu sperren? Man denke etwa an Reparaturen im Bereich Trauntor, an der Traunbrücke oder Malerarbeiten an den Fassaden der Altstadthäuser! Dann würde man diese Weichen brauchen.
Auch dass man bis zur Fertigstellung der neuen Traunbrücke (30. 6. 2018) ohne Weichen keinen Regelverkehr bis zum Stadtplatz abwickeln wird können, zeigt von der durchdachten Vorgangsweise der Pro-Regio-Gruppe! Schon allein aus kaufmännischer Vorsicht für den Fall, dass der VWGH das Projekt stoppen sollte, wäre eine Weiche am Stadtplatz zu planen gewesen.

Man fragt sich manchmal wirklich, was die Regio-Planer sich so denken. Nachvollziehbar ist da Vieles nicht. Übrigens: auch dass die neuen Triebwägen noch nicht auf der Steigungsstrecke zum Bahnhof getestet worden sind, ist völlig unverständlich. Manchmal hat Ihre Babsy den Eindruck, die eifrigsten Gegner des öffentlichen Verkehrs finden sich in den Reihen der Regio-Betreiber, die alles unternehmen, um den öffentlichen Verkehr in Misskredit zu bringen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Notorische Autofahrer

Gastkommentar von Gedankensplitter

Antwort auf Geschmackvoll:
Einen notorischen Autofahrer wird man wohl nie überzeugen können. Von wegen Provinzgeschmack: wenn man in Europa mit dem Auto ein bisschen unterwegs ist, z.B. in der Schweiz, stellt man fest, dass fast alle Innenstädte für den Autoverkehr gesperrt sind und man die Umfahrungen nehmen muss.. Vielleicht findet bei manchen erzkonservativen Bewohnern dieser Stadt im Zeitalter der zu Ende gehenden fossilen Ressourcen ein Umdenken statt. Die Verteidiger des Autoverkehrs sollten doch einmal an ihre lieben Enkerl denken und die Umwelt die sie ihnen hinterlassen. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben, meint ein mit Provinzgeschmack ausgestatteter Innnenstadtbewohner.

Anm. d. Red.:
An die Umwelt und die Enkerln sollten aber auch andere denken, z. B. die Flugpassagiere. Die verursachen den vielfachen Flurschaden der Autofahrer. Ein Flugstart entspricht rund 35.000 Mal ein Auto zu starten. Was die Flugzeuge für Schäden in den oberen Luftschichten anrichten, spottet jeder Beschreibung. Von der gesundheitsschädlichen Lärmbelastung in den riesigen Anflug-/Abflugschneisen, die ein Vielfaches des Autoverkehrs beträgt, gar nicht zu sprechen. Dazu kommen Umweltschädlinge, die deutlich mehr Schaden anrrichten als der PKW, etwa der LKW-Verkehr. Mehr als die Hälfte aller Umweltschäden wird von der Industrie verursacht, ein Viertel vom Hausbrand. Der PKW-Verkehr trägt rund 2,5 % bei. Wir sind sehr für jede Senkung von Umweltschäden aller Art. Aber mit dem dauernden Autofahrer-Bashing prügelt man die Falschen. Auch wenn ein klügerer Umgang mit dem Auto anzustreben ist.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Woche des Schreckens
23. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über eine schreckliche Woche

Liebe Leserleins!

Es hätte eigentlich ein beschwingter Sommer werden sollen. Nicht allzu heiss mit lauen Abenden. So hätte es Ihre Babsy gern gesehen. Aber viele zählen das Jahr 2016 schon jetzt zu einem der beschissensten seit der Jahrtausendwende. Die Beweise, dass diese Behauptung stimmen könnte, häufen sich.

Wir jagen hierzulande von Unwetter zu Unwetter. Unterbrochen von Schwülität. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Aber Jammern muss erlaubt sein, wenn wir uns die Liste der prominenten Toten dieses Jahres ansehen. Noch mehr erlaubt ist dieses Jammern, wenn wir uns die Serie von Attentaten vor Augen halten.

Allein die letzte Woche, die wird es hoffentlich zur beschissensten Woche im beschissensten Jahr der bisherigen 20xx-Serie bringen. Alles andere würde bedeuten, dass uns heuer noch viel grimmigere Ereignisse bevorstehen. Das möge uns erspart bleiben.

Also diese Woche vom vorigen Freitag bis heute: 84 Tote beim Anschlag in Nizza. Ein Angriff auf Zugpassagiere in der Nähe von Würzburg. Drei Schwerverletzte. Und gestern spätnachmittags in München: ein Deutschiraner killt neun Menschen und begeht dann Selbstmord. Motiv derzeit noch unklar, aber in München herrschte stundenlang der Ausnahmezustand. 2.300 Polizisten jagten die anfangs vermuteten drei bis vier Attentäter.

Eine Woche wie aus dem Bilderbuch für Alpträume. Anders kann man das kaum beschreiben. Der Terror rückt näher. Wir werden uns auf diese Situation einstellen müssen. Der IS ist auch eine Selbstmordsekte. Aber eine, bei der die Mitglieder nicht fassbar sind, weil sie sich selbst zu solchen erklären. Verhindern wird man solche Taten nicht können. Wir sollen so zu einer Gesellschaft des Misstrauens gemacht werden, zu einer Gesellschaft, in der keiner mehr dem anderen über den Weg traut, so der andere ein bisserl eine dünklere Hautfarbe hat, nach Moslem aussieht oder gar einer ist.

Dagegen müssen wir uns stellen. Aber da sind auch die moslemischen Glaubensorganisationen gefragt. Die müssen sich endlich und eindeutig von allen solchen Umtrieben distanzieren. Und sich fragen, ob ihre Form des Islam, wie sie ihn lehren, mit unserem Staatswesen und unserer Demokratie vereinbar sind. Die Religionsfreiheit hat dort ihr Ende, wo sie unsere freie Gesellschaft zerstört. Auch die staatlichen Behörden müssen da endlich tätig werden. Wer sich nicht aktiv vom Terror distanziert, entsprechend predigt, dem ist schlichtweg die staatliche Anerkennung zu entziehen. Auch sind alle Vereine, die offenbar mit der islamofaschistischen AKP sympathisieren, schleunigst nach den Vorschriften des Vereinsrechts zu untersagen.

Warum haben die Parteien bisher immer nur fundamentalistische Islamisten bei Wahlen auf ihren Listen (wenn auch meist auf unwählbarer Stelle) platziert? Es gibt genug aufgeklärte, europäische Moslems, die für eine klare Trennung von Religion und Staat eintreten. Nur solche haben etwas auf Listen von demokratischen Parteien zu suchen.

Wir werden uns ausserdem viel mehr als bisher um die Integration der Flüchtlinge kümmern müssen. Sie einfach nur mit Kürzungen bei der Mindestsicherung zu drangsalieren ist zu wenig und wird sich in ein paar Jahren als fataler Fehler beweisen.

Ja, meine Sommerscherze, die ich vorbereitet hatte, verschimmeln in meinem Witzkisterl. Vielleicht im nächsten Jahr …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

PS.: Morgen geht es weiter mit der Regio!


 

Neun untertänigste Fragen
22. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über SRT und Schurnalismus
EK Gabriel Grabner „Verrückt?“

Liebe Leserleins!

Der Skurillo-Schurnalismus Gmundens hat ein neues Bravourstück geliefert. Anlässlich der heutigen Aufhebung der Durchfahrtssperre durch die Innenstadt hat sich ein Redaktör untertänigst dem hochsubventionierten, unternehmerrisikofreien Betreiber des Projekts in entsprechend ehrfürchtiger Haltung angenähert. So ähnlich muss es auch bei Herrn Erdogan in der Türkei funktionieren, wenn er Schurnalisten gnädig ein Interview gewährt. Keine kritische Frage nach Kosten, Sinnhaftigkeit oder Subventionsbedarf. Sondern dummbrave Fragen, deren Beantwortung niemanden ernsthaft interessiert. Ein PR-Interview, keine kritische Befragung. Aber so sind wir es ja vom Lokal-Schurnalismus gewöhnt.

Da wird etwa die völlig belanglose Frage gestellt, wo die Poller zur Abriegelung des PKW-Verkehrs situiert sind. Na, wo wohl??? Mitten in der Stadt vielleicht? Die wirklich interessante Frage stellt ein Schurnalist natürlich nicht: wieso hat die Gemeinde die Fundamentkosten in Höhe von rund Euro 50.000  für diese Poller aussertourlich bezahlt? Sprich: warum wurden die nicht aus dem Baubudget des Gesamtprojektes berappt? Vielleicht deshalb, weil man derzeit mit rund 1,8 Millionen Euro Mehrkosten (offenbar über die kalkulierten sechs Millionen Projektreserve hinaus) rechnet, so es zu Bauzeitverlängerungen kommt. Da versteht man auf einmal, warum S&H jedes Restrisiko mittels „Zusatzvereinbarung“ auf die öffentliche Hand überwälzt hat.

Inzwischen zahlen wir als Bürgerleins ja bereits fast 200.000 Rechtsberatungskosten für S&H. Klartext: S&H lässt sich die Kosten für das Abwehren von Bürgereinsprüchen von der Bürgerschaft bezahlen. Das nenne ich Geschäftsmodell! Man wundert sich, was Rot und Grün so alles schlucken, wenn es um ein Projekt geht, das sich ausschliesslich ideologisch rechtfertigen lässt. Dass die Schwarzen da mitmachen, ist ohnehin klar. Die kommen aus dieser Nummer nicht mehr heraus.

Der tapfere Schurnalist fragt natürlich auch nicht, wie S&H es mit dem Unternehmerrisiko hält, und ob es nicht ein bisserl sehr viel Chuzpe ist, jedwedes Risiko aus diesem Projekt dem Steuerzahler auf zu halsen. Man hätte S&H ja wenigstens eine ordentliche Strafzahlung (oder Subventionskürzung) aufbrummen können, wenn die leichtfertig prognostizierten Fahrgastzahlen nicht erreicht werden. Und gleichzeitig klar festlegen können, dass es zu keinem Umsteigezirkus am Klosterplatz kommen wird, weil man die City-Bus-Linien kappt, und damit die Leute zum Fahrgastzahlen erhöhenden Umsteigen zwingt. Damit die Regio-Statistik besser aussieht. Aber zur Frage der Kappung der Buslinien schweigen die Verantwortlichen derzeit beharrlich, dröhnendes Schweigen. Was auch eine Aussage ist, gell!

Wir wünschen dem Schurnalisten, der die neun Fragen an den Geschäftsführer von S&H gestellt hat, dass er ob seiner gebückten Interviewhaltung vom Leben nicht mit schweren Spätschäden am Kreuz und am Rückgrat ganz allgemein gestraft wird. Denn auch die Behandlungs- und Kurkosten würden wiederum wir Beitragszahlerleins brandeln dürfen.

Eines Tages wird sich der Rechnungshof mit dem Regio-Projekt befassen. Auf die Ergebnisse dieser Untersuchung darf man gespannt sein. Ein Ruhmesblatt in der Stadtgeschichte werden die mit Sicherheit nicht sein, liebe Leute!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Verrückt?

Einserkasterl von Gabriel Grabner

Nehme Bezug auf Überschrift und Lauftext: Warum „Irrsinn“ und „verrückter Afghane“? Die Attacken wurden rational geplant und eiskalt ausgeführt. Kern des Problems ist, dass es sich bei den Attentätern in der Regel nicht um „Verrückte“ oder „Irre“, sondern um kühl kalkulierende und planmäßig handelnde Terrorristen handelt.

Anmerkung der Redaktion:
Wir verstehen natürlich, was Sie meinen. Aber unsere Wortwahl war keine medizinische Diagnose. So ganz allgemein kann man jedoch Leute, die in der Erwartung, im Himmel mit Jungfrauen beschenkt zu werden, Massenmorde begehen, schon als einigermassen „verrückt“ bezeichnen, oder landläufig auch als Irre. Das schliesst ja planmässiges Handeln keineswegs aus, wie die „grossen“ Irren der Geschichte in ihrem Grössenwahn bewiesen haben. Ich sag nur Hitler. Oder Erdogan. Oder Stalin. Am schlimmsten sind genau diese Irren, die eben sehr wohl planmässig vorgehen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Anklage & Abschiebung
21. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über zwei Tagesereignisse
GK Geschmackvoll zur Stadtgestaltung

Liebe Leserleins!

Gestern wurden, hurratralala, 11 (elf) abgelehnte Asylanten per bundesheereigener Transportmaschine nach Bulgarien ausgeflogen/abgeschoben. Das Begleitpersonal betrug lachhafte 37 Personen. Das nennt man effizient.

Aus irgendeinem Grund sieht die Krone sich bemüssigt, die Abschiebung als kostengünstig zu beschreiben. Für uns nicht ganz nach vollziehbar. Ausser Streit stehen nämlich die Kosten der reinen Flugstunde mit rund 3.000 Eurönchen. Bei geschätzten vier bis fünf Flugstunden (hin und zurück) kommen da mindestens 12.000 Euronerln zusammen, gell. Also mehr als ein Tausender pro Kopf. Das in Zeiten, da man um 99 Euro nach New York fliegen kann. Also günstig sieht anders aus.

In Wahrheit kommen trotzdem noch andere Kosten dazu. Denn auch das Begleitpersonal ist nicht gratis. Da wird gern gesagt: die müssen wir ohnhin zahlen, die kann man nicht mitrechnen. Äh, wie? Hocken die sonst herum und tun nix? Dann könnte man so argumentieren. Aber die Leute müssen schliesslich wo fehlen, die werden doch nicht seit Jahren auf einer Amtspritsche liegen und jenem Tag entgegen geschlafen haben, da sie in den lärmenden Hercules-Maschinen „Schüblinge“ (Copyright Ex-Innenminister Löschnak) begleiten dürfen, oder? Nee, liebe Leute, natürlich kostet das weitaus mehr. Ob da andere Lösungen nicht deutlich billiger wären? Ach ja, die sind nicht so publikumswirksam. Der Herr Verteidigungsminister muss sich nämlich profilieren. Als Rechtsaussen der SPÖ. Während Frau Drozda sich ziemlich weit links positioniert, findet jedenfalls die Krone. Na gut. Soll sein. Mir fällt da bloss ein: „Wenn ers nur aushalt, der Zgonc!“

Aber die Kosten sind nur eine Seite des Problems. Bei diesem Abschiebetempo werden die meisten mit Abschiebebescheid wohl in hohem Alter hier im Land die Äuglein schliessen. Es sei ihnen vergönnt. Aber man möge uns nicht Sand in unsere noch offenen Äuglein streuen, gell!

Man freut sich, dass die Justiz nun endlich zu einem Entscheid gekommen ist. Eine der merkwürdigsten Figuren der österreichischen Innenpolitik der letzten Jahrzehnte wird endlich vor Gericht gestellt: KHG – zu jung, zu reich, zu schön. Zu angeklagt, könnte man jetzt hinzu fügen. Kurz flackert ein Hauch von Vertrauen zum Rechtsstaat auf. Aber nicht lang. Wirklich nur ein kurzes Flackern. Denn Ihre Babsy hat den Verdacht, nur so kann man ihn elegant frei sprechen (es gilt die Unschuldsvermutung, eh klar). Denn wie von der Staatsanwaltschaft unter der Hand jetzt schon verbreitet wird: die rauchende Pistole habe man nicht gefunden. Aha! Vielleicht hätte man einen stinkerten Revolver suchen müssen, gell! Einen, der schon vor langer Zeit abgefeuert worden ist. Ihre Babsy hält jede Wette, dass am Ende niemand verurteilt werden wird.

Darum sind auch die Rufe nach dem Staatsanwalt in so mancher Gmundner Angelegenheit völlig sinnlos. Es würde keine Verurteilungen geben. Nur den tolpatschigen Strasser hat man ins Häfn geschickt. Wahrscheinlich als Strafe für seine Dummheit. Denn wirklich angestellt hat er nichts. Niemand weiss, ob er wirklich käuflich war/gewesen wäre. Aber scheinbar hat der gute Landesfürst Pröll sein schützendes Händchen nicht mehr über Strasser gehalten. Einer muss der Teschek sein. Ein Opfer hats halt gebraucht. Da kam der Strasser gerade im richtigen Moment daher. Aber der KHG, der ist viel zu unschuldig, als dass er was ausfassen könnte. Top! Die Wette gilt!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Provinzgeschmack

Gastkommentar von Geschmackvoll

Das Loblied von „Gedankensplitter“ auf die Gestaltung der Regio-Baustelle hat mich irritiert. Ich gebe zu, Ohrfeigen und Geschmäcker sind verschieden. Über Geschmack kann man streiten oder eben nicht. Aber schön ist anders. Ob die verringerten Fahrbahnbreiten den Autoverkehr verringern? Ich glaube es nicht. Wir werden noch mehr Stau haben, weil die Stadtdurchfahrt nun einmal ein unvermeidlicher Weg und ein Nadelöhr ist.

Auf die wunderbaren Begegnungen bin ich jetzt schon gespannt. Fussgeher begegnen den 32-Tonnern der Regio. Das werden echt beeindruckende Begegnungen sein. Der Eindruck wird ganz auf Seiten der Fussgeher sein. Die sind ihre eigene Knautschzone. Ob die Kaufleute wirklich profitieren? Auch da habe ich große Zweifel. Aber manchmal geschehen noch Wunder. Denn natürlich werden die Autofahrer auch in Zukunft sehr nah an die Geschäfte heranfahren können. Oder traut sich wirklich wer, den Rathausplatz ganzjährig fürs Parken zu sperren? Na eben!

Wer glaubt ernsthaft, dass die Leute in der extrem engen Begegnungszone bummeln gehen und Schaufenster schauen werden? Ich jedenfalls nicht.

Es wird ein bitteres Erwachen geben. So die Durchbindung der Regio überhaupt kommt. Aber wen störts! Wir haben ein ganzes Kernkraftwerk sinnlos herumstehen (zum Glück nie in Betrieb gegangen). Was machen da ein paar ungenutzte Schienenstränge aus (wenn zum Glück auch die Region nie in Betrieb gehen sollte).


 

Irrsinn
20. Juli 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Irrsinn in der Welt
GK Gedankensplitter über alles Mögliche

Liebe Leserleins!

„Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang, lang, lang, lang, lang, lang.“ So heisst es im Kometenlied in Nestroys Posse „Der böse Geist des Lumpacivagabundus“.

In diesen Tagen könnte frau manchmal glauben, dass das so weit hergeholt nicht ist. Während aber bei Nestroy immerhin noch ein Komet für die befürchtete Zerstörung der Welt her halten musste, schafft die Menschheit das inzwischen locker selbst. Nein, Ihrer Babsy ist dieser Tage wenig zum Scherzen zu Mute.

Die letzten Tage waren einigermassen heftig: Nizza, Türkei und jetzt ein Zug bei Würzburg. Ein offensichtlich verrückter „Afghane“ mit IS-Fantasien sticht auf Zugreisende ein, flüchtet und wird von einem zufällig in der Nähe befindlichen Sondereinsatzkommando erschossen. Inzwischen gibt es nicht nur ein Bekennervideo des „Afghanen“,

sondern auch ein Statement des IS, der sich zu dieser Tat bekennt. Allerdings wird inzwischen bezweifelt (darum die Anführungszeichen), dass der Attentäter tatsächlich Afghane ist. Seine Sprache deutet auf einen Pakistani hin, und die deutschen Behörden vermuten, dass er sich als Afghane ausgegeben hat, um seine Chancen, als Flüchtling anerkennt zu werden, zu verbessern. Wir werden noch lange mit diesem Irrsinn leben müssen.

Nun droht uns auch noch eine Fluchtbewegung von Türken aus der Türkei. Nämlich von Menschen, die von Diktator Erdogan verfolgt werden. Inzwischen ist klar, dass Erdogan und seine AKP sich seit langem auf einen Staatsstreich von oben vorbereitet haben. Gestern wurden rund 30.000 Lehrer aus ihren Posten entfernt. Die Frage ist: wie lange schaut die EU noch reaktionslos zu? Würde Putin das machen, was sich Erdogan in den letzten drei Tagen geleistet hat, wie sähen da wohl die „Boykott“-Massnahmen aus? Frau kann sich nur noch wundern, wo die EU die wahren Feinde sieht. (Ohne Herrn Putin zum lupenreinen Demokraten zu erklären, aber dieser Mann tickt halbwegs rational im Vergleich zum Amokläufer Erdogan.)

Die Repulikaner haben zähneknirschend Donald Trump zum republikanischen Kandidaten für die US-Präsidentschaft gewählt. God (to whom it my concern) bless the world! Die Amerikaner haben die Wahl zwischen einem Wirrkopf (Trump) und einer Unsympathlerin (Clinton). Sie werden sich vermutlich für die unsympathische, immer geclont und unehrlich wirkende Clinton entscheiden. Die Krise der Politik und ihrer Repräsentanten ist eine internationale.
Und dieser Sommer ist ein wahrhaft beschissener.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Arbeitsplätze/Naturfreunde/SRT

Gastkommentar von Gedankensplitter

Antworten auf verschiedene Beiträge.
zu Herrn Amons Beitrag über dringende Schaffung von Arbeitsplätzen für Asylsuchende:
Kann mir Herr Amon erklären, wie das gehen soll, wenn immer mehr Arbeitsplätze eingespart und wegrationalisiert werden.? Übrig bleiben Arbeitsplätze für gut ausgebildete und weiterbildungswillige Arbeitskräfte. (Bei einem Prozentsatz von ca. 30% von Schulabgängern, die nicht einmal einen Pflichtschulabschluss haben, darunter auch viele Migranten, schwer vorstellbar.) Herr Amon sieht dieses Problem meiner Ansicht nach sehr akademisch, vom Schreibtisch aus. Die Realität sieht anders aus. Aber wenn er mir diese Frage genauer beantworten kann, wäre ich sehr lernwillig und dankbar und nicht nur ich.

Zu Naturfreunde: Ich bin total Ihrer Ansicht, solche Extremsportarten haben eigentlich nichts mehr mit gesundem Sport zu tun. Ja, dergleichen führt bereits zu Doping bei Amateueren, verrückt nicht?. Dieser verrückte Bergmarathon passt gut zu den Mega-Events mit extremer Lärmbelästigung bis weit in die Nacht für die Innenstadtbewohner von Gmunden. Lauter, schriller, weiter, schneller, höher… Wohin soll das führen?

Nun zur Fertigstellung der SRT Baustelle: Ich bin angenehm überrascht, wie schön alles wird. Vor allem die herrlichen breiten Gehsteige für die Fussgänger und die herrlich schmale Fahrbahn für die Autos. Da sehe ich viel Positives, Menschen werden wieder viel zu Fuss gehen, was gut gegen Adipositas und Alzheimer ist ,man trifft sich wieder zufällig im öffentlichen Raum und die Sozialkontakte werden wieder belebt. Die Geschäftsleute werden sich freuen, wenn die Besucher der Innenstadt wieder in ihre Auslagen gucken und das Börserl öffnen. Nur die armen Autofahrer tun mir leid, sie können nicht mehr bis vor den Geschäftseingang ihr Vehikel manövrieren, sie müssen vielleicht sogar ein paar Schritte gehen, die Armen. Naja, die Öffis und die Taxis gibt es ja auch noch.


Arbeitsplätze?

Eine Antwort von Michael Amon

Ich sehe das keineswegs „akademisch“ oder „vom Schreibtisch aus“, denn ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Frage, wohin unser Wirtschaftssystem mitsamt seinem Arbeitsbegriff geht (siehe mein Buch „Nach dem Wohlstand – Politik jenseits der Menschen“). Es ist nur so, dass ein Blog wie dieser nicht wirklich geeignet ist, auf die komplexe Frage der Arbeitsplätze und der damit zusammenhängenden Frage der Verteilung der erarbeiteten Werte wirklich ausführlich einzugehen. Ich will trotzdem zumindest behelfsmäßig versuchen, die Problematik und die Fragestellungen zu skizzieren.

Zuerst einmal sollten wir uns darüber klar werden, dass uns nicht die Arbeit ausgeht, sondern die bezahlte Erwerbsarbeit. Global betrachtet ist Erwerbsarbeit ein männliches, weißes und westliches Phänomen des Industriezeitalters. Diese Erwerbsarbeit ist es, die uns ausgehen könnte. Verschärft wird das Problem dadurch, daß in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren rund 1,5 Milliarden Menschen auf den globalen Arbeitsmarkt strömen werden, während gleichzeitig – wenn die Prognosen denn stimmen – eine tiefgreifende Automatisierung von Tätigkeiten stattfinden könnte, die bisher ein gut bezahlter Mittelstand ausführte. Ob es so kommt, wissen wir nicht. Aber es spricht einiges dafür.

Vermutlich müssen wir auch davon ausgehen, daß dieser Automatisierungsschub – im Gegensatz zu bisherigen Rationalisierungen – mehr Arbeitsplätze vernichtet als schafft. Auch diese These ist allerdings umstritten, obwohl einiges auf ihre Stichhaltigkeit hinweist. Gleichzeitig wird aber die Nachfrage nach Dienstleistungen explodieren (denken wir nur an den Pflegebereich in unseren stark alternden Gesellschaften). Wir wissen schlichtweg nicht, wie die Arbeitsmärkte der Zukunft wirklich aussehen werden – und ob es sich noch um Märkte handeln wird.

Ein Teil einer möglichen Lösung liegt auf der Hand: drastische Arbeitszeitverkürzung. Die findet nämlich ohnehin längst statt – auf die denkbar dümmste Art: Arbeitslosigkeit und Teilzeit bis hin zu extremen Formen der kapazitätsorientierten Arbeitszeit (in Großbritannien gibt es inzwischen Millionen von sogenannten „Null-Stunden-Verträgen“, wo Leute nur nach Bedarf zur Arbeit gerufen werden). Gleichzeitig steigt die Arbeitszeit der Vollarbeitsplätze. Wenn man Teilzeit-Verträge und Arbeitslosigkeit mit einbezieht, sind wir ohnedies längst bei der 30-Stunden-Woche angelangt. (Immer gemessen am Arbeitskräfteangebot.)

Die Aufgabe besteht darin, und daran werden wir nicht vorbeikommen, nicht nur die Arbeit anders zu verteilen, sondern auch neue Formen der Verteilung der Wertschöpfung zu finden. Wir müssen sowohl Werte als auch Arbeit nach neu zu findenden Parametern verteilen (nur ein Teil wird über bisherige Marktmechanismen funktionieren). Einerseits wird man sich von der Vorstellung verabschieden müssen, nur Erwerbsarbeit sei sinnstiftend (was sie erfahrungsgemäß sehr oft jetzt schon nicht ist). Andererseits werden wir mit dem gesellschaftlich produzierten Werten anders umgehen müssen, wenn wir nicht Massenarmut riskieren wollen. Wir brauchen Bildung und sinnstiftende Arbeit für alle. Auch für die bereits im Land befindlichen Flüchtlinge. Und wir brauchen ein Verteilungssystem, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und nicht nur die unmittelbare Lebenserhaltung (schon darum ist die derzeitige Art der Mindestsicherungsdebatte, wie sie von ÖVP und FPÖ geführt wird, widersinnig). Gleichzeitig müssen wir ein System finden, das es ermöglicht, auch ohne dauerndes Wachstum zu wirtschaften.

Das sind echte Herkules-Aufgaben. Sie sind lösbar. Allerdings nur dann, wenn wir das Bevölkerungswachstum in den Griff bekommen und wohl auch unseren Lebensstil drastisch ändern (tun wir das nicht freiwillig, werden es uns die Umstände aufzwingen). Die Vorstellung, daß 1,2 Milliarden Chinesen und prognostizierte 1,4 Milliarden Inder im Sommer per Flugzeug in ihren Urlaub düsen ist nicht nur fürchterlich, sondern auch irreal.

Genauer kann ich leider nicht werden. Denn wie die heranwachsende Generation diese Probleme lösen wird, kann niemand voraussagen. Auch wissen wir in Wahrheit nicht, welche technologischen Umwälzungen uns noch bevorstehen. Wer hätte 1900 gedacht, daß dereinst nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung ausreichen würden, um die Ernährung zu sichern? Ich weigere mich zudem, andernfalls wäre Ihr Schreibtisch-Vorwurf nämlich richtig, auf dem Papier eine zukünftige Gesellschaft zu entwerfen, wie dies etwa Christian Felber in seinen Büchern über die Gemeinwohl-Ökonomie macht. Warum ich es Felber nicht gleich machen will, können Sie in einem Gastkommentar von mir für die PRESSE nachlesen:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/726261/Wie-man-sich-ein-Weltbild-richtig-zurechtbiegt

Wie gesagt: die Probleme lassen sich im Rahmen dieses Blogs nur kursorisch behandeln. Und wie das halt so ist: die Zukunft liegt im Ungewissen. Wer hier meint, detailliert Systeme entwerfen zu können, schafft die Grundlagen für neue Formen des Totalitarismus.


Der Liedermacher Sigi Maron ist tot. Manchen war er zu ordinär, andere fanden, dass man auf die bestehenden Verhältnisse manchmal nur ordinär reagieren kann.


 

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