EU wohin?

Heute:
Bruno Beinhart über die EU und die Türkei
GK Naturfreund über Naturfreunde

Geschätzte Leserschaft!

Die Nachrichten aus der Türkei nach dem Putsch sind besorgniserregend. Extrem besorgniserregend. Massenverhaftungen. Tausende Richter und Staatsanwälte werden entlassen. Offenbar all jene, die sich nicht zur AKP des Islamo-Faschisten Erdogan bekennen. Die Ausschaltung der Opposition wird folgen. Schon vor dem Putschversuch wurden Teile des Rechtsstaates per Parlamentsbeschluss abgeschafft. Mit der Mehrheit der AKP. Nun wird diese parlamentarische Mehrheit mit dem Terror der Strasse ergänzt. Ein klassisches Merkmal faschistischer Regimes. Die Restbestände an Rechtsstaatlichkeit werden jetzt mit den Füssen getreten. Es regiert Erdogan. Und der AKP-Mob.

Dass dieser AKP-Mob auch in den Strassen Wiens demonstriert, stimmt nachdenklich. Sehr nachdenklich. Es stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft sich nicht einmal die AKP-nahen türkischen Vereine genauer anschauen sollte. Ob die alle zur österreichischen Verfassung stehen? Wie dumm waren eigentlich jene europäischen Regierungen (inklusive der österreichischen), die Herrn Erdogan erlaubt haben, seinen Wahlkampf auch im Ausland zu führen? Sehr dumm. Gelinde gesagt.

Nun beteuern die EU-Granden, die Wiedereinführung der Todesstrafe sei eine rote Grenzlinie. Werde die überschritten, könne man mit der Türkei die Beitrittsverhandlungen nicht weiter führen. Ist wirklich erst die Todesstrafe die Grenzlinie? Oder wurde diese Grenzlinie nicht bereits mit den willkürlichen Verhaftungen und der Aufwiegelung des Mobs zum Strassenterror überschritten? Wie billig sind die europäischen Werte eigentlich in Brüssel zu haben?

Natürlich müssten die Beitrittsverhandlungen sofort eingestellt werden. Ohne wenn und aber. Mit Erdogan kann man keine Gespräche aufrecht erhalten, um vielleicht etwas zu verbessern. Der Mann zeigt sich seit Jahren uneinsichtig. Hat gegen alle Mahnungen seine persönliche Herrschaft ausgebaut. Jetzt greift er nach der ganzen und alleinigen Macht.

Leider ist die Prognose schlecht. Die EU wird weiter verhandeln. Die NATO wird keine Konsequenzen ziehen. Herr Erdogan wird sein Schreckensregime unter islamischer Flagge errichten dürfen. Wenn es ganz blöd läuft, wird die EU auch noch die Visa-Freiheit für die Türkei oben drauf legen. Um den Sultan zu besänftigen. Was diesem schnurzegal sein wird. Und die dummen Touristen werden nach der ersten Schrecksekunde weiterhin ihre Billigsturlaube in der Türkei buchen und Geld in die islamistische Staatskasse spülen.

Der Mensch als Irrläufer der Evolution.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Naturfreunde?

Gastkommentar von Naturfreund

Etwas verspätet will ich ein paar Gedanken zum Traunsee-Bergmarathon äussern. Es sind kritische Gedanken eines Mitglieds der Naturfreunde.

Dass der Tod eines jungen Teilnehmers tragisch ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Es gibt wohl auch niemanden, den man konkret dafür verantwortlich machen kann. Und doch gibt es eine Art von Verantwortlichkeit jenseits persönlicher Schuld.

Die große Frage, die ich mir schon seit Jahren stelle, seit es den Bermarathon gibt: hat das noch etwas mit der Idee der Naturfreunde zu tun. Hat das noch etwas mit folgendem Satz, der in den Statuten steht, zu tun: „Die Förderung von Sport- und Fitnessaktivitäten, die umwelt- und ressourcenschonend und ohne Schädigung der Gesundheit ausgeübt werden …“ Der Bergmarathon ist keine Fitnessaktivität, sondern hat höchste Fitness zur Voraussetzung. Die Möglichkeit einer gesundheitlichen Schädigung ist nicht auszuschließen. Wir sprechen von einer Veranstaltung, bei der ungefähr 4.500 Höhenmeter zu bewältigen und eine Wegstrecke von etwa 68 Kilometern zurückzulegen ist. Hat das noch etwas mit der Naturfreunde-Idee, wie sie in den Statuten festgeschrieben ist, des „Naturerlebnisses“ oder des Erlangens „alpiner Fachkompetenz“ zu tun?

Liegt die Naturfreunde-Idee nicht darin, sich eben nicht am „Immer höher, immer weiter, immer schneller“ zu beteiligen, sondern das wahre Naturerlebnis zu fördern? Die Menschen wieder mit den natürlichen Lebensgrundlagen vertraut zu machen? Das spricht nicht gegen Wettbewerbe, solange sie mit Maß und Ziel betrieben werden. Der Bergmarathon erfüllt für mich dieses Kriterium nicht.

Wäre es nicht viel wichtiger, dass gerade die Naturfreunde sich gegen die Vorstellung engagieren, die Berge seien bloß etwas groß geratene Turngeräte? Sollten wir als Naturfreunde nicht wieder das Leise, Stille und Naturnahe suchen und propagieren? Sollten Naturfreunde solche Mammut-Events nicht anderen überlassen, die für das Spektakuläre und Laute stehen? Müssen wir als Naturfreunde wirklich dem Event-Wahn, wie er z. B. von Red Bull aus durchsichtigen, finanziellen Gründen bis hin zu suizidalen „Sport“arten abgefeiert wird, unsere ursprüngliche Idee des Menschlichen und der menschlichen Dimension entgegen setzen?

Ich glaube, das sind Gedanken, über die nachzudenken sich lohnt. Wir als Naturfreunde sollten die Dimension des Menschlichen nicht aus dem Auge verlieren und unsere Grundidee nicht auf dem Altar spektakulärer Events opfern.

Ich wollte es nur gesagt haben.


 

 

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