Neun Fragen zur Regio

Heute:
Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart
stellen neun Fragen zur Regio

GK Gedankensplitter über Autoverkehr

Liebe Leserleins!
Geschätzte Leserschaft!

Wir wollen nicht nur kritisieren. Wir wollen auch ein gutes Beispiel geben. Daher würden auch wir Herrn Neumann von S&H gerne neun Fragen zur Regio stellen. Ob wir darauf je eine Antwort bekommen werden?

Wohlan! Hier sind unsere neun Fragen zur Regio, deren Beantwortung die Bürgerleins mit grosser Sicherheit extrem interessieren würde.

1.) Halten Sie es wirklich für den Sinn von Public Private Partnerships, dass die öffentliche Hand (Public) alle Risken übernimmt, während Sie (Private) den risikolosen Gewinn einstreifen? Oder war die Idee hinter diesem Modell nicht die, mittels der Übernahme eines unternehmerrischen Risikos durch Private sinnlose öffentliche Investitionen zu verhindern? Zusatzfrage: worin besteht eigentlich das Risiko von S&H beim Regio-Projekt?

2.) Wären Sie bereit, nachträglich Pönalezahlungen oder Subventionsstreichungen zu zustimmen für den Fall, dass die von Ihnen nicht sehr konzise geschätzten Fahrgastzahlen nicht erreicht werden?

3.) Halten Sie es für ein sinnvolles Konzept, bestehende und gut funktionierende City-Bus-Linien zu kappen, damit sich durch das daraus resultierende Zwangsumsteigen am Kloster- bzw. FJ-Platz die Regio-Fahrgast-Zahlen erhöhen? Halten Sie es für ein sinnvolles Öffi-Konzept, die Leute zu zweimaligem Umsteigen zu zwingen? Wird dadurch der öffentliche Verkehr attraktiver? Wann wird den Bürgerleins endlich reiner Wein darüber eingeschenkt, dass die Citiy-Bus-Linien stark verstümmelt werden?

4.) Sind Sie ernsthaft der Meinung, dass eine Begegnungszone in der engen Theater- bzw. Kammerhofgasse, durch die Regio-Zugsgarnituren rattern, möglich ist? Und finden Sie, dass eine Begegnungszone Gehsteige hat, wie uns das in der fertiggestellten Theatergasse vorgeführt wird? Oder ist es doch so, dass die Verbreiterung der Gehsteige bereits ein Hinweis darauf ist, dass niemand an das Funktionieren einer echten Begegnungszone in diesem Bereich glaubt? Warum hat man dann den Kaufleuten der Innenstadt vorgegaukelt, dass es durch die neue „Begegnungszone“ zu einer höheren Frequenz in der Innenstadt kommt? Warum wird den Bürgerleins eine zukünftige „Begegnungs“zone vorgespiegelt?

5.) Würden Sie tatsächlich ein Riesenprojekt, bei dem nicht die öffentliche Hand das gesamte Risiko trägt, durchziehen, solange nicht alle, aber wirklich alle Bescheide in Rechtskraft erwachsen sind?

6.) Halten Sie es für gerechtfertigt, dass Sie mit Geldern der Bürger (nämlich mit deren Steuergeld) Einsprüche dieser Bürger gegen ein fragwürdiges Projekt bekämpfen? Wäre es nicht anständiger, wenn Sie als eigentlicher Projektbetreiber wenigstens diese Rechtskosten übernehmen würden? Halten Sie es für moralisch vertretbar, dass die gesamte PR für dieses Projekt mit Geldern der Steuerzahler finanziert wird?

7.) Wenn wir jetzt erfahren, dass bei Nichtüberschreitung der geplanten Bauzeit die geschätzten Gesamtkosten von 30 Millionen eingehalten werden können, dann heisst das doch, dass Sie in Wahrheit bereits sechs Millionen Mehrkosten produziert haben. Denn die Projektkosten wurden ursprünglich mit 24 Millionen geschätzt. Beachtliche sechs Millionen wurden als „Reserve“ hinzu gerechnet. Angesichts dieser üppigen Reserve muss man schon jetzt von enormen Baukostenüberschreitungen (25 %) sprechen. Halten Sie eine so hohe Reserve nicht auch für einen Taschenspieler-Trick?

8.) Ursprünglich war von einem Viertelstunden-Takt der Regio während der ganzen Betriebszeit die Rede. Jetzt spricht man nur noch von einem Viertelstunden-Takt während der Verkehrsspitze. Wurden hier nicht im Vorfeld den Bürgerleins falsche Versprechungen gemacht?

9.) Im Amtsvortrag für den Gemeinderat in Sachen Zusatzvereinbarung zu den Regio-Verträgen ist davon die Rede, dass durch eine Bauzeitverzögerung Rückforderungen der Förderungsgeber entstehen könnten, welche das „Unternehmen wirtschaftlich gefährden“ würden.  Diese theoretischen Mehrkosten betragen laut Amtsvortrag 1,3 Millionen Euro. Wollen Sie uns ernsthaft mitteilen, dass ein Unternehmen Ihrer Grösse, also S&H, durch einen solchen in Relation zur Unternehmensgrösse eher kleinen Betrag gefährdet wäre? Wäre dies tatsächlich der Fall (was wir bezweifeln), würde sich nämlich die Frage stellen, ob das Unternehmen überhaupt noch potent genug ist, um einerseits das Regio-Projekt abzuwicklen und andererseits langfristig seine Verpflichtungen aus den Verträgen zu erfüllen. Anders gesagt: würde es stimmen, dass S&H einen Verlust von 1,3 Mille nicht verkraften kann, dann hätte die öffentliche Hand mit S&H keine langfristigen Verträge über derart hohe Beträge, wie sie im Regio-Projektim Spiel sind, mehr abschliessen dürfen. Wir bezweifeln, dass S&H einen solchen Verlust nicht stemmen könnte. Würden Sie sagen, dass man hier ein „Droh“potential aufgebaut hat, um die Stadtgemeinde (und das Land) in Richtung der Zusatzvereinbarung zu drängen?

Da tätma gern eine Antwort haben. Wir fürchten jedoch, die einzige Antwort wird das Schweigen im Mastenwald sein.

Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Autoverkehr und so

Gastkommentar von Gedankensplitter

Antwort an Andy B. :Schwarz-weiss
Ihre Antwort befriedigt mich keinesfalls, nämlich dass man nur mit einem Auto überleben kann. Sich hie und da ein Taxi leisten für z. B. Grosseinkäufe kommt allemal noch viel billiger, als sich ein Auto zu halten. Haben Sie schon einmal durchgerechnet, was ein Auto im Monat kostet? Nämlich mindestens 700 Euro ohne viel zu fahren. Was machen diejenigen, die sich kein Auto leisten können oder keinen Führerschein haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Auto fahren können? Die schaffen es ja auch irgendwie.

Was die Öffis anlangt, sind sie deshalb nicht so ausgebaut, weil sie nicht angenommen werden, da die meisten mit dem Auto fahren. Es ist also ein Teufelskreis: die Öffis sind nicht genügend ausgebaut, weil die Leute lieber mit der heiligen Kuh oder dem Statussymbol (SUVs in einer Grossstadt wie Wien Gang und Gäbe??) fahren.
Andererseits fahren die Leute mit dem Auto, weil sie nicht genügend Angebote an Öffis vorfinden. Wenn es Öffis gibt, sollte man sie aber schon benützen. Ich finde es auch einen Skandal, dass es auf den Gmundnerberg oder Grasberg keinen Bus gibt. Aber warum sollte man einen anbieten, so lange die Leute mit dem Auto hinkommen,, und diejenigen, die kein Auto haben, sollen zu Fuss gehen. Ich finde es müssig, sich darüber zu ereifern, die Zeit wird alles regeln, wenn die Schmerzgrenze überschritten ist.

Antwort an die Redaktion zum Flugverkehr:
Da haben Sie recht, der Flugverkehr ist einer der ganz grossen Umweltverschmutzer. Jetzt bringen noch die Chinesen mit ihren Flugzeugen massenhaft Touristen nach Europa. Ausserdem wollen sich die Chinesen, ehemals Radfahrer, motorisieren und die Fehler, die wir schon gemacht haben, nachahmen. So gesehen, gebe ich es auf, noch darüber nachzudenken. Es fällt mir die Zeit der Existentialisten ein, Jean-Paul Sartre: „We are doomed“, das war vor sechzig Jahren. Diese Prophezeiung scheint sich jetzt zu bewahrheiten: die Menschheit zerstört sich ihre eigene Lebensgrundlage, nämlich die Natur. Ich habe beschlossen, glücklich zu sein und mich nicht mehr aufzuregen, weil ich es eh nicht ändern kann.,

P.S.: Morgen mache ich eine weite Zugreise und werde mir mein hoffentlich noch funktionierendes Pfefferspray (liegt schon lange in der Lade) einstecken und hoffe, dass ich es nicht ausprobieren muss.


 

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