Schienen und Krieg

Heute:
Babsy Blitzschnell über Schienen
div. Gastkommentare

Liebe Leserleins!

Nach ein paar Tagen Pause gibt es heute eine Menge Lesestoff. Schön einteilen, gell, denn wir bleiben auf Blog-Sparkurs wegen unerwarteten Sommerausbruchs. Naja, immerhin fast 43 % haben bei den OÖN angegeben, dass die Hitze nicht so das Ihre ist. Dazu die Dunkelziffer. Ihre Babsy ist nicht allein. Wunderbar.

Dass es mit den Quer-durch-die-Stadt-Geleisen der Eisenbahn, die sich Regio-Tram nennt, Probleme geben wird, haben wir von Beginn an gesagt. Wir haben davor gewarnt, zu glauben, dass eine Begegnungszone in der Theater- bzw. Kammerhofgasse funktionieren könne. Auf Grund der beengten Platzverhältnisse haben wir von Beginn an höchste Gefahr für Fussgänger und Radfahrer prophezeit. Dass es aber auch schon jetzt im Bereich Klosterplatz jede Menge Unfälle mit Radfahrern geben würde, die dort „dank“ der Geleise schwere Stürze produzieren (es ist von zuletzt mehreren schweren Stürzen pro Woche die Rede), das haben nicht einmal wir geahnt.

Die Schuld jetzt den „dummen“ Radfahrern zu geben, ist reichlich gewagt. Vor allem, wenn sich geübte und passionierte Radfahrerleins über ihre verunglückten Kollegchens lustig machen. Auch am Klosterplatz sind die Platzverhältnisse eher eng, ein entsprechend schräger Winkel zum Anfahren der Geleise nicht überall möglich. Die Erklärungen der verkehrstechnisch immer dilettantischer agierenden Gmundner Politiker lassen auch Ihrer Babsy langsam den imaginären Hut hoch gehen.

Jetzt wird also ein Schulungsvideo zur sicheren Raddurchfahrt durch Gmunden geplant. Gehts noch? Muss jetzt jedes Gmundnerlein, jedes Besucherlein in Gmunden, eine Schulung besuchen, bevor es in die Stadt darf? Wird es einen Durchfahrts-Führerschein für Radfahrer geben? Ohne den darf man die Stadt nicht mehr mit dem Fahrrad betreten? Wie stellen die Politiker sich das vor?

Wenn es schon jetzt im Sommer solche Probleme gibt, da fragt Ihre Babsy sich, wie wird das bei Schneelage sein, wenn man die Geleise nicht richtig sieht? Metall, Gummieinfassung und Schnee – eine brisante Mischung für Radfahrerleins. Wenn sich heraus stellen sollte, dass die Unfälle systemimmanent durch die spezielle Geleisausführung in Gmunden verursacht werden, dann können sich die Verantwortlichen für diesen Murks noch auf ordentliche Schadenersatz-Forderungen einstellen. Da wird auch kein Schulungsvideo nutzen.

Baby Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Radfahr-Taliban

Gastkommentar von Kluger Radfahrer

Ich fahre gern Rad. Aber ich bin kein Fanatiker. Bei Regen, Schnee, Eis, Kälte oder anderen Wetterwidrigkeiten bleibt mein Rad im Keller. Basta. Ausserdem halte ich das Rad ausser auf Kürzeststrecken für kein besonders gutes Verkehrsmittel. Man muss das Rad mit Hirn einsetzen, nicht mit Ideologie, wie das die grünen Radfahr-Taliban machen. (Es sind solche ideologischen Verranntheiten, weshalb die Grünen bei Wahlen nicht vom Fleck kommen, und warum es für Van der Bellen so eng bei der BP-Wahl ist.)

Das Ergebnis dieser hirnlosen, ideologiegetriebenen Radfahr-Fantasterei erleben wir jetzt in Gmunden. Eine saudumme Begegnungszone, in der Schwache auf Starke treffen. Die Ergebnisse lassen sich vorhersehen: entweder eine nicht als solche genutzte Begegnungszone, oder Begegnungen der unliebsamen Art: stürzende Radfahrer, gefährdete Fussgeher. Das Gmundner Krankenhaus wird viel zu tun bekommen.

Es ist nicht die Unfähigkeit der Radfahrer, die zu den Unfällen im Geleisbereich führt. Es ist eine falsche Planung. Dass es auf der neuen Traunbrücke eine eigene Spur für Radfahrer geben soll, ist gut, aber wird nicht viel nützen. Kaum biegt man in die Kammerhofgasse ein, ist das Gefährdungspotenzial enorm. Gmunden ist nun mal nicht Wien oder sonst eine Grossstadt mit entsprechend grossen und breiten Verkehrsräumen.

Wie soll übrigens ein Tourist, der erstmals in Gmunden ist, von der Gefährlichkeit der Gmundner Geleis-Konstruktion erfahren? Werden alle Gäste Gmundens zur Besichtigung des Schulungsvideos (auf das ich echt gespannt bin) zwangsverpflichtet? Wie krank ist das alles eigentlich? Will Gmunden wirklich zu einem Synonym für Schilda werden?


Antwort an Babsy Blitzschnell

Gastkommentar von Schnorrersparer

Ich bin auch der Ansicht, dass man eine Krankenpflichtversicherung in Oesterreich haben soll, das wuerde aber heissen, dass viele Beamte eingespart werden koennten. (Werden die zum AMS geschickt?)
Ich befinde mich gerade in einem EU Ausland, sogar Gruendungsmitglied der EU, hier gab es noch nie eine von der Krankenkasse bezahlte Kur und auch keine REHA, kleine Spitaeler werden zugesperrt, Alters- und Pflegeheime zugesperrt, Pflegedienste nur auf das Notwendigste reduziert. Hier hat eine liberale Regierung das Sagen in Koalition mit den Roten, die brav mitmachen. Diese Entwicklung ist EUweit zu entdecken, die Partei der Arbeiter macht natuerlich mit. Was soll das kleine Oesterreich? In Gmunden Steuern sparen, damit sie fein abgeliefert werden koennen?. Sie werden mir natuerlich erwartungsgemaess widersprechen, aber so wie ich denken viele in Oesterreich, und da ich viel herumkomme, auch im EU-Ausland (die anderen Nationen interessieren sich sowieso nicht fuer das inzwischen in der Welt in eine Nebenrolle gedraengte Europa).
P.S.: Allerdings gibt es hier, wo ich mich gerade befinde, kaum Infektionen mit Krankenhauskeimen, die medizinischen Leistungen, wie Chirugie, Krebstherapie, stehen auf hoechstem Niveau, jedoch in grossen Schwerpunktsspitaelern. Ich bin auch der Meinung, dass nicht in jedem Dorf ein Krankenhaus stehen kann, wo einmal im Jahr eine Blinddarmoperation durchgefuehrt wird, die mangels an Routine vielleicht auch noch letal ausgehen kann.

Auch wir sind der Meinung, dass für bestimmte medizinische Behandlungen eine grosse Anzahl von Durchführungen ganz wichtig ist. Insofern kann nicht alles in einem Provinzspital abgedeckt werden. Trotzdem glauben wir, dass man entweder die regionale Spitalsstruktur, insbesondere im ambulanten Bereich, aufrecht erhalten – oder als Alternative wesentlich mehr Kassenarzt-Verträge heraus rücken muss. Die Überschüsse der OÖ-GebKrK gehen in Wahrheit zu Lasten der Patienten.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Antwort an Babsy Blitzschnell

Gastkommentar von Kriegsgegner

Wenn ich ungluecklich bin – denn gluecklich sein steht mir Ihrer Ansicht nach nicht zu angesichts der Kriegsgeschehen – wird kein einziges Kriegsopfer gerettet. Wenn Sie die Grauslichkeiten, die ueber und ueber in allen Medien (davon leben sie ja) gezeigt werden, auch noch verbreiten, darf ich wohl meine Meinung aeussern, dass ich ein Unbehagen verspuere. Ich ignoriere diese Geschehnisse nicht, aber nicht ignorieren heisst noch lange nicht, dass sich was aendert. Wenn Sie, Babsy oder Gmundl, eine Idee anbieten koennen, dass sich was aendert, bin ich sofort bei Ihnen.
Aber wenn Sie die Pipifax Geschichten von Gmunden nicht thematisieren koennten, worueber wuerden Sie schreiben? Das Strassenbahnthema ist ja auch schon ausgereizt, jetzt warten Sie, bis es Stern und Hafferl zerreisst oder die Gmundner Stadtpolitiker. Da gibt es wieder eine Sensation, aber geschehen wird denen nichts, da koennen Sie sicher sein. Diese Erfahrung hatten wir mit dem verflossenen Buergermeister, der Gmunden in eine Finanzmisere manoevriert hatte, er verabschiedete sich in die Pension, geniesst sein Jagdvergnuegen, zur Verantwortung wurde er nie gezogen.

Das Motto heisst: nicht aufregen, irgendwie geht es ja weiter. Die Geschichte hat gezeigt, dass es noch immer weiter gegangen in der Welt. Nur die Zuversicht nicht verlieren. Die Welt ist wegen Pipifax Ereignissen nicht untergegangen. (Dies ist uebrigens die Einstellung der Jungen, die sich wenig kuemmern um Politik sondern eher auf den Spassfaktor aus sind. Man muss die Jungen bei Laune halten durch laermige Grossveranstaltungen etc., Sorgen machen sich ja nur die Alten, die nicht mehr in sind. Vielleicht eine Alterserscheinung sich Sorgen machen?)

Natürlich darf jedermensch so glücklich sein, wie er will oder kann. Wie kommen Sie auf die etwas abwegige Idee, dass Ihnen angeblich meiner Ansicht nach „glücklich sein“ nicht zustehe? Habe ich nirgendwo geschrieben. Niemand kann sich täglich die Bürde der gesamten Welt auflasten. Aber man kann halt auch nicht die Augen zumachen vor dem, was geschieht. Und ich bin fest überzeugt: auf Dauer gibt es auch kein individuelles Glück, wenn die Welt insgesamt ziemlich beschissen dasteht. Denn das Unglück der anderen holt eine(n) irgendwann und irgendwo ein. Und seien es „bloss“ Flüchtlingssströme, die uns hier in Krähwinkel Ungemach bescheren.
Natürlich sind die Gmundner Probleme Pipifax-Probleme. Aber wie wir Menschen – Ihre Babsy nicht ausgeschlossen – nun mal sind: das, was direkt vor Ort geschieht, bewegt uns täglich und ärgert uns. Also ist die Kritik an der Regio für viele in Gmunden ein wichtiges Thema.
Natürlich liesse sich Vieles ändern. Die Neoliberalen haben es in den letzten 30 Jahren bewiesen: man kann die Welt umkrempeln, auf den Kopf stellen. In diesem Falle leider nicht zum Besseren.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Gmunden an der Vorchdorferbahn

Gastkommentar von Peipino

Neben dem finanziellen und wirtschaftlichen Fiasko, das die Bahn verursacht,scheint die gestiegene Unfallgefahr ein vernachläsigbarer Nebeneffekt?! Die Betroffenen Radfahrer werden dies sicher anders sehen! Ganz harmlos erscheint es jedoch den Gmundner „Verkehrsexperten“. Die Idee vom „Zugwolferl“ und „Mastenotto“ ein Schulungsvideo in Auftrag zu geben, um den verblödeten Radfahrern einen Nachhilfekurs im Radfahren zu liefern, ist der Beweis für deren Unfähigkeit.
Viel verständlicher wäre es gewesen, wenn sie sich auf den Standpunkt gestellt hätten, dass man auf einem „Bahnsteig eben nicht Rad fährt“. Zu einem solchen haben sie die Durchfahrt durch Gmunden nämlich gestaltet. Wenn dann einmal die Masten aufgestellt sind, wird sicher niemand mehr daran zweifeln!
Dass sich einige Kommentatoren in den OÖN finden, die den Radfshrern die geistigen Fähigkeiten absprechen eine solche Verkehrssituation zu bewältigen, läßt eher darsuf schliessen, dass diese dem persönlichen/beruflichen Dunstkreis von S&H nahestehen. Sollte es sich gar um Mitarbeiter des „jahrhundertprojekts“ Vorchdorferbahn handeln, dann ist deren Reaktion völlig klar. Wenn man stundenlang in einem leeren Zug zwischen Gmunden und Vorchdorf hin-und herfährt, ist das sicher eine stinklangweilige Aufgabe und man hat genügend Zeit fürs Kommentieren auch des größten Unsinns.
Dass der Herr John sich auch noch als Verkehrsexperte outet und meint, dass die kommende „Begegnungszone“ alle diesbezüglichen Probleme lösen wird rundet das Bild davon ab, wie in Gmunen Verkehrspolitik gemacht wird.

Einen Vorschlag hätte ich für die „Experten“:

Stellt’s Tafeln mit der Aufschrift auf: „Das Überqueren der Geleise verboten!“
Wird aber ohnedies nicht viel an der Situation in Gmunden ändern.
Bis das „Jahrhundertwerkl“ fertig ist, ist die Stadt ohnedies tot !


Da wird selbst ein überzeugter Pazifist zum Widerspruch gezwungen!

Gastkommentar von Karlheinz König

man muss solche bilder und videos nicht zeigen? natürlich nicht. man kann die menschheit sich auch weiterhin in ihrer schlagerselig heilen welt suhlen lassen, zufrieden in einer welt, die es nicht gibt textet die eav zu diesem thema und trifft punktgenau.
dass man derartige „grauslichkeiten“ wegen des ohnedies sattsam bekannten vorhandenseins derselben nicht zeigen müsse und der einzelne ohnehin über keine handhabe zur änderung verfügen würde, ist ein zynischer trugschluss. zynisch nur stellvertretend für eine unzahl anderer adjektive, die mich meine erziehung zu verwenden hindert.
ich meinerseits möchte auch beispielsweise das pulitzerpreisbild von Huynh Cong Út nicht missen, wenn auch in dem jahr in österreich weitaus wichtigeres geschah als in vietnam. etwa der im verhältnis zum facharbeiterlohn höchste benzinpreis. oder wenigstens das erdbeben. sicher aber das aufstellen zweisprachiger ortstafeln und der sogenannte ortstafelsturm. ja, in jedem österreicher steckt ein kleiner revoluzzer.

erstens ist die realität weder ein sprichwörtlicher ponyhof oder ein helene-fischer-schlager, in dem sich alles zum guten wendet wenn man die ungelegene realität nur entschlossen genug ignoriert. auch stimmt, zweitens, die bequeme prämisse der handlungsunfähigen schuldlosigkeit des einzelnen nicht. das sind schutzbehauptungen die implizieren, dass man, könnte man etwas bewirken, auch etwas dagegen täte. und genau das bezweifle ich.
ich erinnere nur an die grenzblockaden, die sich gegen temelin richteten. hunderte, tausende menschen haben teilgenommen im sicheren wissen, dass dem protest kein erfolg beschieden sein wird, schüssel sei dank, der sich im nahegelegenen hagenberg von der bevölkerung hat abschirmen lassen.

was ich damit sagen möchte ist: wenn man sich durch drohende erfolglosigkeit von der wahrnahme seiner verantwortung abhalten lässt, ist man an allem mitschuldig.


Trost für Kriegsgegner

Gastkommentar von Wurl Wupper

Lieber Kriegsgegner,

als kleinen Trost und vielleicht Impuls, darf ich aus einen uralten, bitter schönen Text zitieren:
„Wir ahmen nicht unsere Nachbarn nach, sondern versuchen ein Beispiel zu sein. Unsere Verwaltung begünstigt die vielen anstatt der wenigen; deshalb wird sie Demokratie genannt. Die Gesetze gewähren allen in gleicher Weise Gerechtigkeit in ihren privaten Auseinandersetzungen … Die Freiheit, der wir uns erfreuen, erstreckt sich auch auf das gewöhnliche Leben; wir verdächtigen einander nicht, und wir nörgeln nicht an unserem Nachbar herum, wenn er es vorzieht, seinen eigenen Weg zu gehen… Aber diese Freiheit macht uns nicht gesetzlos. Wir werden gelehrt, die Behörden und die Gesetze zu achten und nie zu vergessen, die zu schützen, denen Unrecht geschieht. Und wir wurden auch gelehrt, jene ungeschriebenen Gesetze zu befolgen, deren Gültigkeit nur in dem allgemeinen Gefühl für das liegt, was recht ist…
Wir sind frei, genauso zu leben, wie es uns gefällt, und doch sind wir immer bereit, jegliche Gefahr ins Auge zu sehen….Wir betrachten einen Menschen der am Staat kein Interesse hat, nicht als harmlos, sondern nutzlos. Zugeben, nur wenige sind fähig, eine politische Konzeption zu entwerfen und durchzusetzen, aber wir sind alle fähig sie zu beurteilen. Wir halten die Diskussion nicht für einen Stein des Anstoßes auf den Weg der politischen Aktion, sondern für eine unentbehrliche Vorbereitung zum weisen Handeln“ (Aus der Grabrede des Perikles 431 v.Chr., gefunden in K. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Kapitel 10.IV, gekürzt)

Alles Liebe
Wurl Wupper


 

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