Umfragen und Wahrheit

12. Oktober 2017 - Leave a Response

Heute:
GK von Michael Amon über Umfragen und Wahrheit

Liebe Leserschaft!

Wir müssen ein Geständnis machen. Seit es diesen Blog gibt, suchen einige Unentwegte die „Täter“ sowie Financiers und Initiatoren des „gmundl“. Nun lüften wir das Geheimnis, um unser Gewissen zu erleichtern. Wir sagen nur: Tal Silberstein. Den Rest überlassen wir der Fantasie unserer Leserschaft. Wir versprechen, uns zu generieren, so wir dazu die Zeit finden. Möge auch die große Politik unserem heldenhaft Beispiel folgen. Prost! 

Dass es für dirty campaigning keinen Silberstein braucht, beweist das Salzkammergut. Genauer gesagt: ein Unternehmer aus Sankt Wolfgang. In ausgewählt schlechtem Deutsch wird hier der Spitzenkandidat der ÖVP für das Salzkammergut mit durchwegs klagsfähigen Injurien attackiert. Wer beim ersten Blick auf das versandte Flugblatt glaubte, hier mache ein durchgeknallter VPler Werbung für eine Vorzugsstimme für sich selbst, konnte bei genauerm Hinsehen feststellen, dass es sich hier vor allem um den Amoklauf eines merkwürdigen Zeitgenossen handelt.
Übrigens zeigt diese Form von Schmutzkampagne deutlich, dass wir keine neuen Gesetze brauchen. Alles, was in diesem Flugblatt steht, ist mittels der Bestimmungen über Ehrenbeleidigung oder Verleumdung klagbar und strafbar.

Charlie Chip f. d. Team Gmundl


Umfragen und Wahrheit

Gastkommentar von Michael Amon

Gestern wurde an dieser Stelle die Frage gestellt, ob die Meinungsforscher am kommenden Sonntag wieder einmal ein Waterloo erleben werden, dann daß sie in den letzten Jahren an den Abenden der Wahltage meist ziemlich blamiert dastanden, ist bekannt: HBP-Wahl in Österreich, Brexit, Trump. um nur ein paar zu nennen.

Ob und wie weit sie diesmal bei uns daneben lagen, werden wir in wenigen Tagen wissen. Es ist zu vermuten: ziemlich. Denn inzwischen hat auch innerhalb der Branche eine Diskussion darüber begonnen, wie es sein kann, daß sich seit Monaten in den veröffentlichen Umfrageergebnissen nichts bewegt. Keine Ausreißer nach oben oder unten, sondern öde Linearität. Dabei müßten rein statistisch (da die Erhebungen ihrerseits statistische Hochrechnungen mit Ungenauigkeits- und Zufallsfaktoren sind) einerseits die ÖVP ein paar deutliche Abweichung nach oben und nach unten aufweisen (also mal bei 37 und ein andermal bei nur 29 liegen), andererseits eine der „großen“ Kleinparteien auch mal deutlich unter 4 % zu liegen kommen, also den Einzug ins Parlament verfehlen. Offenbar wird da an dem einen oder anderen Schrauben gedreht. Niemand traut sich, den extremen Vorsprung der ÖVP bei den Kollegen anzuzweifeln, um nicht allein dazustehen. Herdentrieb heißt das (oder auf denglisch: Herding). Und niemand will offenbar einer der Kleinparteien Pilz, Grüne und Neos bescheinigen, nicht ins Parlament zu kommen, da dies u. U. dazu führen könnte, daß diese Partei es tatsächlich nicht schafft.

Denn eines darf man nie vergessen: alle veröffentlichten Umfragen haben eine Bandbreite von +/- 4,5 %. Keine der Kleinparteien hat also laut den Umfragen ein sicheres Ticket ins Parlament. Andererseits könnte die ÖVP statt bei 33 % auch bei nur 28.5 % liegen, die SPÖ aber statt 27 % auch 31,5 % holen. Und schon schaut die Welt gänzlich anders aus.

Solange die Institute sich weigern, im Detail bekannt zu geben, wieviele der Befragten auch geantwortet haben (800 Befragte bedeuten keinesfalls 800 Antworten!) und auch keine Rohzahlen bekanntgeben, sollte man Umfragen nur beschränkt ernst nehmen. (Die Rohzahlen sind jene Zahlen, die sich direkt aus der Befragung ergeben und wo die Unentschlossenen noch nicht zugerechnet sind.)
Die Astrologen (also nicht die Astronomen, sondern die Sterndeuter) sagen gerne, daß Horoskope nicht das Schicksal bestimmen, sondern bloß geneigt machten. So ähnlich verhält es sich mit den Umfrageergebnissen, wie sie uns derzeit präsentiert werden. Die einzig richtige und wahrhaft genaue Umfrage findet am Wahlsonntag statt.


 

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Dirty, dirty, dirty? Genervt!

11. Oktober 2017 - Leave a Response

Heute:
GK Norbert Hausherr für Kurz & gegen voreilige Urteile
GK Michael Amon „Dirty, dirty, dirty? Genervt!“

Liebe Leserschaft!

Wir bringen heute eine Stellungnahme von Ing. Hausherr, der für Sebastian Kurz plädiert. Michael Amon antwortet darauf beinahe kurz (nicht ironisch gemeint) und liefert gleichzeitig seinen täglichen Kommentar. Die Leserschaft schätzt es, inmitten all der teilweise konfusen Diskussionen im Fernsehen, bei uns klare und deutliche Stellungnahmen zu lesen.

Charlie Chip f. d. Team Gmundl


Voreilig Urteilen ist nicht fair oder auch ein Fake…

Gastkommentar von Norbert Hausherr

Meiner Meinung nach ist es voreilig, Herrn Kurz a priori Wählertäuschung zu unterstellen. Auf keinen Fall darf der Versuch von Herrn Kurz, mit einer neuen ÖVP die verkrusteten Machtstrukturen innerhalb der Partei aufzubrechen, mit der unseriösen Vorgangsweise des Herrn BK Kern während des Wahlkampfs gleichgestellt werden.

Herr BK Kern hat genau gewusst, wen er sich mit Tal Silberstein ins Boot holt. Dieser Herr ist weltweit bekannt für kriminelle Methoden. Nichts anderes ist es, aus einem guten Politiker durch Dirty Campaigning einen bösen zu machen. Die scheinheilige Ausrede von Herrn BK Kern, dass dieser Herr nur für Datenerfassungen und ähnliches beauftragt wurde, ist schon aufgrund der Höhe seines Entgeltes von mehr als € 500.000,– völlig unglaubwürdig.

Sogar dieser Betrag kann noch hinterfragt werden, da er nicht bewiesen ist. Die SPÖ hat anders als behauptet, bis heute die unterschriebenen Verträge nicht offengelegt. Diese sind, oh welch Zufall, nicht auffindbar, anstelle dieser wurden nur nicht unterschriebene Textbausteine oder Vorverträge präsentiert. Was im echten Vertrag steht, weiß bis heute nur die SPÖ und Tal Silberstein und das vermutlich aus gutem Grund.

Nach Auffliegen dieses Skandals hat sich BK Kern nicht entschuldigt, sondern ging zum Gegenangriff über. Gipfel der Lächerlichkeit war die Pressekonferenz von Matznetter, der einen SMS Chatverlauf präsentierte, in dem von einem Treffen, einem möglichen Honorar für PR Tätigkeit zu lesen war. Diesen interpretierte Herr Matznetter aufgrund von mündlichen Informationen des Herrn Pucher als Bestechungsversuch von ÖVP Fleischmann für das Übermitteln von internen Daten der SPÖ. Herr Pucher ist oder war Mitarbeiter von Tal Silberstein, hat anfangs großspurig gegenüber der Presse und der ZIB2 behauptet, dass er diese Vorwürfe beweisen kann und stellt dann als Beweis diesen nichtssagenden SMS Chat zur Verfügung. Wie glaubwürdig das ist, soll jeder selbst beurteilen.

Der Redenschreiber und Kanzlerberater von BK Kern, Herr Fußi, attackierte eine ehemalige Dolmetscherin, Anna J. mit kriminellen Methoden. Der WhatsApp Chatverlauf dürfte allgemein bekannt sein, er wurde ja in allen Medien abgedruckt. Die SPÖ hat sich daraufhin sofort von Herrn Fußi distanziert. BK Kern hat in der Puls4 Diskussion mit Sebastian Kurz am 09.10. allen Ernstes behautet, dass Herr Fußi nie Geld für seine Arbeit erhalten hat, sondern dies immer nur aus Enthusiasmus gemacht hat. Abgesehen davon, dass auch diese Aussage jeglicher Glaubwürdigkeit entbehrt, könnte hier der Tatbestand der Schwarzarbeit vorliegen.

Ein katastrophales Bild der Managerqualitäten und Charaktereigenschaften des BK Kern zeigt auch, dass im Laufe seiner Tätigkeit als Vorstandschef der ÖBB die sicher nicht geringen Managergehälter von 2011 bis 2015 um sage und schreibe 40% !!! erhöht wurden. Das alles in einem Staatsbetrieb, der pro Jahr ein Milliardendefizit hat und daher jeden einzelnen Staatsbürger, vom Baby bis zum Greis, pro Jahr ca. € 1.000,– Euro kostet.

Es gäbe noch viel aufzuzählen, aber ich glaube es reicht, um darzustellen, dass es nicht fair ist, diese Skandale mit dem Versuch von Sebastian Kurz, eine neue ÖVP zu installieren, auf eine Stufe zu stellen.

Als langjährigen WK-Funktionär und generell kritischen Menschen ist auch mir bewusst, dass vor Kurz eine Mammutaufgabe liegt und ihn unzählige Stolpersteine in Form von Landeshauptleuten, Bünden, Vereinen und Seilschaften scheitern lassen können. Vorverurteilungen aber sind kontraproduktiv und führen erst recht dazu, dass sich nichts ändert.

Geben wir Sebastian Kurz also eine Chance, Österreich hätte seinen Erfolg dringend nötig.

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Sehr geehrter Herr Ingenieur Hausherr!
Ich habe meine Betrachtungen ausdrücklich als meinen persönlichen Eindruck deklariert.
Vorverurteilung sehe ich keine, schon gar nicht a priori. Denn die „Umfärbelung“ der ÖVP ist ja bereits geschehen. Die ÖVP hätte in all den Jahrzehnten, die sie in der Regierung war (darunter einige Jahre auch unter Beteiligung von Kurz), ja alles viel besser und gescheiter machen können. Gleiches gilt für die SPÖ. Die Ausrede der gegenseitigen Blockade lasse ich so nicht gelten. Natürlich gibt es auf beiden Seiten „Betonierer“, aber spätestens seit dem Antreten von Kern (anstelle von Faymann) hat Kurz offensichtlich im Hintergrund begonnen, seine Machtübernahme zu planen und gleichzeitig die Regierungsarbeit ultimativ zu blockieren. In Sobotka hatte er da übrigens einen treuen Helfer.

Ich halte das, was uns seitens der ÖVP derzeit vorgeführt wird, in der Tat für einen Fake. Ob man diese – ich bleibe dabei – Wählertäuschung für ärger oder weniger arg hält als die Umtriebe des Herrn Silberstein, ist eine Geschmacksfrage. Ich will eigentlich beides nicht sehen.

Wie auch immer: für mich ist ein Kandidat, der nicht einmal bereit ist, sich harmlosen Fragen der montäglichen Kultursendung auf ORF2 zu stellen, nicht wählbar. Denn entweder bedeutet ihm Kultur nichts, oder er ist nicht in der Lage, zu kulturellen Fragen auch nur einen Piep zu sagen. Ich halte eine solche Person erstens für unwählbar und zweitens als ungeeignet, den Kanzler zu machen.
Immerhin hat sogar Strache es problemlos geschafft, die Fragen locker zu beantworten. Und der ist Kandidat einer Partei, die nicht gerade als Kulturträger gilt.

Mit besten Grüßen
Michael Amon


Dirty, dirty, dirty? Genervt!

Gastkommentar von Michael Amon

Brauchen wir wirklich ein Gesetz gegen Dirty Campaigning? Nein, mit Sicherheit nicht. Es gibt bereits ausreichend Gesetze, das zu ahnen: Ehrenbeleidigung, üble Nachrede u. a. Wohin uns wenig durchdachte Gesetze bringen, können wir derzeit beim Burka-Verbot beobachten. Die Polizei ist mit Clownerie konfrontiert.

Überhaupt ist es merkwürdig, daß eine Partei, die wie die ÖVP immer für Deregulierung eintritt, dann immer nach mehr Gesetzen schreit. Anstatt die vorhandenen Gesetze mit Leben zu erfüllen. Leider ist die ÖVP immer dann für Deregulierung, wenn es Arbeitnehmer oder die SPÖ trifft. Daß die SPÖ bei einem solchen Dirty-Campaigning-Gesetz mitmachen will, zeugt von deren schlechtem Gewissen.

Dabei muß man ehrlicherweise sagen: abgesehen von den antisemitischen Tönen auf den Fake-Seiten von Silberstein war das Dirty Campaining in diesem Wahlkampf eher Kinderkram. Man sehe sich mal an, was im US-Wahlkampf so abgeht. Was wir seit dem Auffliegen Silbersteins erleben, ist eher schlechtes Kabarett: eingeschleuste Spitzel; angebliche oder wirkliche Bestechungsversuche; Berater, die schon nicht mehr wissen, für welche Paretei sie eigentlich arbeiten; ahnunglose Parteichefs bei SPÖ und ÖVP – und dann noch so skurille Gestalten wie Herr Fussi. Zum Glück muß man für dieses Schmierentheater keinen Eintritt zahlen. Oder doch: in Form der Parteienförderung.

Wirklich dirty und eine echte Sauerei ist es, was derzeit hier im Raum Salzkammergut abgeht. Die Art, wie man gegen die Bürgermeisterin von Altmünster, Elisabeth Feichtinger, Meuchelpropaganda macht, ist so richtig mies. Die hat es gewagt, in einer ÖVP-Erbpacht als SPlerin Bürgermeisterin zu werden. Es ist durchaus legitim – wie bei jedem Kandidaten und jeder Kandidatin – darüber zu diskutieren, ob sie sich zur Nationalrätin eignet. Aber wenn, dann bitte mit Sachargumenten (angesichts des Personals, das sich teilweise im Parlament so einfindet, sollte man aber die Latte eher niedrig legen). Aber nicht mit Verweisen auf ihre Krankheit, die eine solche Tätigkeit – ebenso wie die als Bürgermeisterin – unmöglich mache. Mal ganz klar gesagt: Epilepsie ist eine Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Aber keineswegs ein Berufshindernis. Schon gar nicht als Nationalrätin oder Bürgermeisterin. Preisfrage: wer hat ein Interesse, Frau Feichtinger herabzuwürdigen? Silberstein wird es diesmal wohl nicht gewesen sein.

Der österreichischen Demokratie tut das alles trotz seiner Mickrigkeit nicht sehr gut. Wenn es bei der Diskussion zwischen Kurz und Kern mehr als eine halbe Stunde dauert, bis halbwegs über Sachthemen diskutiert wird, dann ist das nicht nur öde, sondern Demokratie- und Gesprächsverweigerung. In diesem Fall leider durch Herrn Kurz, der es ja schaffen würde, auch bei der Frage nach dem Dieselverbot sofort die Ausländer, diesfall die wahrscheinlich die Araber ganz allgemein, ins Gespräch zu bringen und sofort bei  Saudi-Arabien und dem Salafismus zu landen. Jeder österreichische Kindergarten eine islamistische Terrorzelle (ohne die Probleme in den Wiener Kindergärten kleinreden zu wollen). Egal welches Thema, Kunz bleibt auf der Botschaft, diesfalls auf den Ausländern, hocken. Das schafft nicht einmal Strache. Und der aufmerksame Beobachter stellt sich die Frage, was Kurz eigentlich in all den Jahren als Integrationsminister real getan hat. Denn auch das ist er, nicht nur West-Balkan-Routen-Schließungs-Minister. Was, nebenbei bemerkt, die einzige Leistung ist, auf die er sich beruft. Leider zu Unrecht. Denn diese Route ist allein deshalb tot, weil Merkel und die EU den Türkei-Deal gemacht haben (so problematisch solche Deals mit jemandem wie Erdogan sind).

Auch Strolz von den Neos geht einem nach mehreren Diskussionen bloß noch auf die Nerven. Der Mann wirkt wie ein ÖVPler auf Crack. Noch mehr nerven nur noch die Experten, die bereits eine Minute nach der jeweiligen Diskussion wissen, wie diese gelaufen ist. Muß ich wirklich auf allen Sendern immer den Filzmaier sehen? Oder mit den Schnellumfragen der bekannt treffsicheren Meinungsforscher gequält werden?

Die spannendste Frage dieses Wahlkampfs ist wahrscheinlich diese: erleben die Meinungsforscher am kommenden Wahlsonntag wieder einmal ein Waterloo?


 

Wo Schwammerln in den Himmel wachsen

10. Oktober 2017 - Leave a Response

Heute:
GK von Michael Amon „Wo Schwammerln in den Himmel wachsen“

Liebe Leserschaft!

Das Echo ist enorm. Das Echo auf die Tatsache, dass der renommierte Gmundner Autor Michael Amon, gern gesehener Gastkommentator bei STANDARD und PRESSE, in der Wahlwoche bei uns kommentiert. Die Zugriffe sind entsprechend. Dafür danken wir Herrn Amon UND unseren treuen Lesern. Es gibt uns Mut, demnächst das neue Konzept für den „gmundl“ vorzustellen.

Charlie Chip f. d. Team Gmundl

HInweis: morgen bringen wir einen Beitrag von Ing. Hausherr, der dafür plädiert, Kurz eine Chance zu geben.


Wo die Schwammerln in den Himmel wachsen

Gastkommentar von Michael Amon

Der Feuchtigkeit der Jahreszeit entsprechend schießen derzeit die Schwammerln aus dem Boden. Auch in der Politik. Für viele frustrierte Grün- und SPÖ-Wähler hat sich aufeinmal eine Alternative aufgetan zum Nicht- oder Ungültigwählen. (Die NEOS sind für diese Gruppe keine Alternative wegen des von dieser Gruppierung vertretenen krassen Neoliberalismus.)

Nun hatte der Innenminister Sobotka einen Autounfall. Bei dem gab es zwei Schwerverletzte. Wie nun der Chefaufdecker des österreichischen Parlaments, Peter Pilz, wissen ließ, handelte es sich bei der in Frage stehenden Fahrt um eine Wahlkampfreise, keineswegs jedoch um eine Dienstfahrt. Und: „Die Cobra ist keine Wahlkampfschutzeinheit für einen wahlkämpfenden ÖVP-Spitzenkandidaten aus Niederösterreich“, sagte Pilz, „Da gibt es einfach ein fehlendes Bewusstsein darüber, was gehört der Partei und was gehört der Republik.“

Die teure Bewachung von Sobotka mag man goutieren oder auch nicht. Interessant ist weniger die Tatsache also solche, denn ein Innenminister hat aufgrund der Gefahreneinschätzung grundsätzlich Anspruch auf umfassenden Personenschutz, d. h. 24h-Schutz. Es ist wohl nicht von einer mißbräuchlichen Verwendung der Cobra-Kräfte auszugehen. Sie würden Sobotka auch bei Privatfahrten zustehen. Interessant und komisch ist – angesicht dieser Einschätzung – jedoch die recht merkwürdige Reaktion von Sobotka und seiner Truppe. Scheinbar haben Berufspolitiker die Tatsache, daß sie sich mitunter Rechte herausnehmen, die ihnen eigentlich nicht zustehen, schon so verinnerlicht, daß sie sich auch dann ertappt fühlen, wenn da nichts oder nicht viel ist.

Sobotka erklärte, er sei „natürlich“ dienstlich unterwegs gewesen. Was nachweislich nicht stimmt: laut Dienstplan des Innenministeriums fuhr er von einer Feier des Bürgermeisters von Deutschgriffen zum Wiesenfest in St. Veit. Also mit Sicherheit ein Wahlkampffahrt.
Dann ließ sich Sobotka noch dazu hinreissen, Pilz vorzuwerfen, er „brauche halt Aufmerksamkeit“. Na gut und nona, welcher Wahlwerber braucht die nicht in diesen Tagen! Pilz dann aber als „kleinen Silberstein“ zu bezeichnen, fällt dann irgendwie doch schon unter jenes dirty campaigning, das von der ÖVP seit Wochen (und teilweise zurecht) beklagt wurde. Eine m. E. unwürdige und völlig überflüssige Äußerung.

Den Vogel jedoch schoß Sobotkas Kabinettschef Kloibmüller ab, der allen Ernstes Folgendes von sich gab: „Der Vorwurf, es habe sich um Wahlkampf gehandelt ist alleine deshalb schon absurd, weil Wolfgang Sobotka Spitzenkandidat in Niederösterreich ist.“
Also wenn ich das richtig verstanden habe, dann meint Kloibmüller, die Tatsache, daß jemand Spitzenkandidat sei, schließe die Teilnahme am Wahlkampf aus. Nun gut, es ist eine verkehrte Welt, keine Frage. Das beweist die ÖVP derzeit jeden Tag mit der Behauptung, sie sei völlig „neu“ und dafür auch gleich wie ein Chamäleon die Farbe gewechselt hat. Aber Spitzenkandidaten, die nicht am Wahlkampf teilnehmen, gibt es nur beim Dühringer seiner Kasperltruppe. Dort dafür richtig wirklich.

Fürchtet sich da wer vor Pilz und seinen Schwammerln? Sucht jede Gelegenheit, um den Wählern das Pilzragout madig zu machen? Denn eines scheint klar: den Umfragen, die derzeit veröffentlich werden, darf man ungefähr soviel glauben wie der Zeitung ÖSTERREICH oder einem Horoskop in der Krone.

Eigentlich müssen alle Demokraten froh sein, wenn einer wie Pilz es wieder ins Parlament schafft. Wer hat denn in den letzten Jahrzehnten die meiste und effektivste Aufklärungsarbeit geleistet? Auch wenn er manchmal weh tut, so einen brauchen wir.

Die Schwammerln der Aufklärung mögen sprießen, auch wenn manchmal was schief gehen sollte. Immerhin zeigte sich das interessante Phänomen, daß Politiker sich scheinbar auch dann auf frischer Tat ertappt fühlen, wenn sie gar nichts angestellt haben. Was ja auch was aussagt!

Nachbemerkung zum Thema Antisemitismus:
Die dauernde wechselseitige Beschuldigung, antisemitisch zu sein, ist inzwischen unerträglich. Weder Kurz noch Pilz haben damit etwas am Hut. Erklärungsbedarf hat da lediglich die SPÖ, die es zumindest zuließ, daß Silberstein mit solchen Topoi agierte. (Was die SPÖ noch nicht zu einem antisemitischen Haufen macht, aber die moralische Integrität mancher ihrer Protagonisten in Frage stellt.)


 

Wo der Fake beginnt …

9. Oktober 2017 - Leave a Response

Heute:
GK von Michael Amon

Liebe Leserschaft!

Heute hat es mal gleich geklappt. Der erste, speziell für den „gmundl“ geschriebene Kommentar des Gmundner Autors Michael Amon. Wir freuen uns!
Charlie Chip


Ja, auch die Gmundner NEOS sind wieder am Wochenmarkt, und das schon zum vierten Mal. Wir stehen zu Gesprächen über Freiheit und Regulierungswut zur Verfügung.

Wilhelm Krausshar


Wo der Fake beginnt …

Gastkommentar von Michael Amon

Dank merkwürdiger WEB-Seiten, die unübersehbar von einem zentralen Berater der SPÖ ins Netz gestellt wurden, ist jetzt eine große Debatte darüber im Gang, wo eigentlich die Unterscheide liegen zwischen Fake, Negative campaigning und Dirty campaigning. Wobei die Grenzen offensichtlich einander überschneidende sind.

Verlieren wir kein Wort mehr über die Fake-Seiten von Silberstein & Co. Die waren dirty, auch wenn manches Geheul etwas übertrieben war. Kurz mit einer langen Lügennase darzustellen, ist nun wirklich nur in den Augen besonders fanatischer ÖVPler, äh, Türkiser, eine Schmutzkübelkampagne.  Gar nicht harmlos sind antisemitische Ausfälle oder persönliche Kampagnen gegen die Gattin des Kanzlers.

Ganz persönlich finde ich auch die Umfärbelung der Schwarzen auf Türkis und den Schmäh mit der „neuen“ ÖVP nicht wirklich harmlos. Das ist groß angelegte Wählertäuschung. Das wird sich bald nach dem Wahltag zeigen, wenn die ÖVP-Granden in den Bundesländern und Bünden beginnen werden, dem 31jährigen „Bürscherl“ (so ein hoher Funktinär der Bundes-ÖVP zu mir) zu zeigen, wo der Bastl den Most zu holen hat. All die vermeintlichen Sonderrechte etwa, die sich Kurz angeblich ausbedungen hat, stehen seit vielen Jahren im ÖVP-Parteistatut. Da ist gar nix neu. Allerdings war nur ein erfahrener und kaltblütiger Politiker wie Schüssel in der Lage, diese Rechte auch einzusetzen (ohne sich dabei auf das Statut berufen zu müssen). Daher wird es auch keinen Parteitag berauchen, auf dem die laut ausposaunten „neuen“ Rechte im Statut festgeschrieben werden. Das dient bloß dazu, vor der Öffentlichkeit zu verschleiern, daß in der ÖVP gar nix Neu ist außer der Parteifarbe. Es werden Wetten angenommen, wie schnell das Türkis wieder verschwinden wird.

Auch die sogenannten „Quereinsteiger“ waren im Wahlkampf bisher nicht zu hören. Auch Leute wie der von mir sehr geschätzte Mathematiker Rudolf Taschner sind bisher im Wahlkampf nicht aufgefallen. Überhaupt gehen einem politische Statements dieser „Neuen“ völlig ab. Man hätte schon gern gehört, was sie zu sagen haben. In einem Fall kann man sogar von einem veritablen Skandal sprechen.

Die bedauernswerte – weil nach einem Trainingsunfall querschnittgelähmte – Hochspringerin Kira Grünberg wurde gleich als Spitzenkandidatin für Tirol inthronisiert. Inhaltlich sagen darf sie nichts, weil sie politisch derart unbedarft ist, daß jede Aussage von ihr ein unkalkulierbares Risiko darstellen würde. Ich halte das für Mißbrauch an einem Menschen, der nicht durchschaut, was hier läuft. Daß es nun gar ein Interviewverbot mit dem STANDARD gibt (siehe hier), sagt einiges über das Demokratieverständnis von Kurz aus. Auch sein Gerede von Generalvollmachten und einer Weisungskompetenz für den Kanzler, läßt einen nachdenklich werden. Kreisky oder Schüssel haben das nicht gebraucht. Vom Christlich-Sozialen ist in der Kurz-ÖVP nicht mehr viel zu sehen – nur autoritäre Restbestände der alten klerikalfaschistischen Vorgängerpartei der ÖVP. Das Murren bei lang gedienten ÖVP-Funktionären ist nicht zu überhören angesichts der Prinzipienlosigkeit von Kurz. Aber laut sagt das derzeit niemand, denn den Wahlsieg würde man schon gerne einfahren.

Ob Kurz dann gemeinsam mit der FPÖ tatsächlich sein Programm „Enrichissez les riches!“ durchzieht, wird man sehen. Daß es nicht nur die ausländischen Konzerne sind, die es sich steuerlich richten, sondern auch großzügige ÖVP-Spender wie der KTM-Chef Pierer, darüber schweigt die ÖVP. Wobei Pierer dabei eine für Sportler gedachte Regelung ausnützt, die von den Finanzämtern etwa österreichischen Schriftstellern und vielen anderen Berufsgruppen, aber auch Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern abgestellt wurde (Ich persönlich habe diese Regelung nie genützt, um etwaige Vermutungen gleich im Vorfeld zu unterbinden.). Bei  Herrn Pierer findet die Finanz scheinbar nichts dabei. Doch, sie fand das nicht korrekt, wurde aber von ganz oben zurückgepfiffen. Dafür haut sich ÖVP-Finanzminister Schelling mit einer Anzeige wegen Bruch des Steuergeheimnisses ins Zeug (was ok ist, aber offenbar gilt dieser Einsatz des ÖVPlers Schelling nicht jedem Staatsbürger, dem sowas widerfährt).

Der Wahlkampf der Schwarzen, ach ja, Türkisen, ist jedenfalls ein groß angelegtes Täuschungsmanöver. Kurz und seine ÖVP sollten da sehr bescheiden sein mit ihren Vorwürfen an die SPÖ. Beide ehemaligen Großparteien haben sich in diesem Wahlkampf in sehr tiefe Tiefen begeben und haben einander nur wenig vorzuwerfen. Der Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ bei diesen Täuschungsversuchen sowie Miß- und Untergriffen? Die SPÖ hat das im Geheimen gemacht, für die Staatsbürger kaum nachvollziehbar. Ob der wirkliche Sachverhalt je von Gerichten geklärt werden kann, darf man bezweifeln: Eingeschleuste ÖVP-Spitzel? Wer hat bezahlt? Gab es Schweigegelder? Hat jemand bei den Medien für die internen Unterlagen aus der SPÖ bezahlt? Was wußte die SP- bzw. VP-Spitze wirklich?

Die ÖVP dagegen betreibt ihre massive Wählertäuschung ganz offen und nachvollziehbar. Darum ist es einigermaßen erstaunlich, daß Kurz zumindest in den Umfragen weit vorne liegt. Denn eigentlich könnte jede Wählerin und jeder Wähler durchschauen, welch übles Spiel hier gespielt wird. Aber die Leute lassen sich lieber von jugendhaft wirkenden Gesichtern (siehe einst KHG) bezirzen, als eine politisch fundierte Entscheidung zu treffen. Das ist das eigentlich Problem, das wir heute demokratiepolitisch haben.


 

Kundgebung 

8. Oktober 2017 - Leave a Response

Die Liste Pilz hat uns ersucht, unserer Leserschaft mitzuteilen, dass sie am kommenden Dienstag ihre Endkundgebung des NR-Wahlkampes abhalten wird. 

Ort der Veranstaltung ist der Wochenmarkt in Gmunden. Natürlich werden dort auch die beliebten weißen Bleistifte der Liste Pilz verteilt. (Wobei bei diesen Stiften eine derartig grosse Nachfrage bestand, dass die LPILZ nicht garantieren kann, am Ende dieses langen Wahlkampfs ganz Gmunden damit versorgen zu können.)

Für ausreichend Kaffee ist beim Stand der Liste Pilz gesorgt.

Ach ja: wir veröffentlichen hier auch gerne die Daten der anderen Parteien.

Der GK von Michael Amon folgt am Montag, späterer Nachmittag.

Guten Abend, gute Nacht!

Charlie Chip 

Kommentar zur Wahl

7. Oktober 2017 - Leave a Response

Heute:
GK von Michael Amon

Liebe Leserschaft!

Wir werden versuchen, in der letzten Woche vor der Wahl täglich einen kleinen Beitrag zu den Geschehnissen zu bringen. Es ist uns gelungen, den Gmundner Autor Michael Amon dazu zu überreden, diese Beiträge zu schreiben. Da er jedoch nach einem längerem Spitalsaufenthalt derzeit mit Arbeit, die liegen geblieben ist, überhäuft ist, ersucht er um Nachsicht, falls ihm nicht täglich genug Zeit bleibt, einen Artikel zu liefern.

Ein erbauliches Wochenende – möge es erbaulicher sein, als dieser Wahlkampf!

Charlie Chip f. d. Team Gmundl


Ahnungslos in der verrotteten Löwelstraße

Gastkommentar von Michael Amon

In der SPÖ hat sich eine Funktionärskaste breitgemacht, die nicht mehr an die Ideen und Ideale ihrer Partei glaubt. Die einzigen Disziplinen, die diese Leute perfekt beherrschen, sind die Palastintrige und das Sesselkleben.

Wenn eine Partei von einer Pannenserie verfolgt wird wie in diesem Wahlkampf die SPÖ, dann stellt sich die Frage: Ist das einfach nur Pech, oder gibt es tiefere Gründe, die dazu führen, dass solche Unfälle geradezu systemimmanent geschehen müssen.

Die SPÖ beziehungsweise Teile ihres Wahlkampfteams erinnern an die Comic-Figur Isnogud, jenen Großwesir, der unbedingt „Kalif anstelle des Kalifen“ werden will und dabei vor keiner Heimtücke zurückschreckt. Alle seine Missetaten scheitern und fliegen auf.

Der Unterschied zur SPÖ: die ist schon Kalif, sprich Kanzler – und sie will es bleiben. Doch alle offenbar werdenden Untaten lassen sie im Ansehen nicht steigen, während Isnoguds Bösartigkeiten sich in den Augen des Kalifen immer wie Wohltaten ausnehmen.

Alles schon einmal dagewesen
Ob Silberstein & Co. ihre sagenhaften Strategien aus diesem Comicstrip bezogen haben und glaubten, ihre Schäbigkeiten würden sich wie bei Isnogud ins Gegenteil verwandeln? Fast scheint es so. Wie auch immer: Dass die Fehltritte der SPÖ von den Menschen nicht als Nettigkeiten erlebt werden, darf man zurecht vermuten.

Ob die zuletzt aufgeflogenen Merkwürdigkeiten rund um bösartige Internetseiten tatsächlich wahlentscheidend sind, wie manche professionellen Politikbeobachter behaupten? Da habe ich Zweifel, denn es kann auch eine Art Mitleidseffekt eintreten. Aber das ist ebenso wenig der Punkt wie die doch irgendwie bemerkenswerten Kenntnisse des ÖVP-Kandidaten Sebastian Kurz über Interna des Silberstein-Teams, die nirgendwo zu lesen waren.

Die entscheidende Frage ist nämlich: Wie kann es zu Aktivitäten im Internet kommen, die allen Werten widersprechen, für die einst die Sozialdemokratie stand? Wir reden hier nicht von den üblichen Untergriffen, wie sie in jedem Wahlkampf vorkommen und die jede Partei und ihre Aktivisten im Repertoire haben.

Wahlkämpfe sind die Hochblüte von Hitlerbärtchen und Gerüchten über uneheliche Kinder, Pantscherln und andere Arten der Verächtlichmachung. Auch die ÖVP – obwohl jetzt auf neu und Türkis umfirmiert, was letztlich auch ein Fake ist – trägt nicht das weiße Hemdchen der Unschuld.

Man denke nur an die ÖVP-„Ranger“ von 1979, die offiziell als Wahlhelfer auftraten, aber für jede Art von ziemlich übler Schmutzpropaganda zuständig waren. Übrigens schleuste die SPÖ damals einen der ihren in dieses ÖVP-Team ein und wusste dadurch über alle geplanten Aktionen im voraus Bescheid.

Wir sehen: Alles schon einmal da gewesen. Im Zeitalter des Internet finden diese Dinge aber in monströsen Größenordnungen statt. Und hier haben in der SPÖ offenbar alle Sicherungen versagt, so es solche überhaupt gab.

Verkrusteter Parteiapparat
Das erste Problem: Jeder SPÖ-Chef erbt als Altlast den bestehenden, verkrusteten Funktionärsapparat, dessen Angehörige es vor allem in der parteiinternen Intrige zu höchster Kunst gebracht haben, deren sagenumwobene Mobilisierungsfähigkeit aber seit Jahrzehnten in stetem, sich permanent beschleunigendem Sinkflug ist. Die einzige Disziplin, die sie mit ähnlicher Akkuratesse beherrschen wie die Palastintrige, ist das Sesselkleben. Was Kern bei Übernahme der Partei nicht ahnte und schon gar nicht wusste: wie verrottet insbesondere die „Löwelstraße“ inzwischen ist, denn dort herrscht die Nacht der politischen Leichen.

Obwohl er in seiner Berufslaufbahn auf dem SP-Ticket unterwegs war, ist Kern nie nahe genug an der Partei gewesen, um über genaue Kenntnisse der internen Zustände zu verfügen. In diesem Sinne ist er ein echter Quereinsteiger. Ihm jetzt die konkrete Schuld für Figuren wie Silberstein zuzuschieben, ist daher nicht gerechtfertigt. Hier wäre eher Michael Häupl zu befragen, der Silberstein einst für die SPÖ erfunden hat. An wesentlichen Stellen in der Bundespartei sitzen Leute, die aus dem Machtbereich Häupls kommen, etwa der nun zurückgetretene Geschäftsführer Niedermühlbichler oder Paul Pöchhacker, der eigentliche Leiter der Wahlkampagne nach dem Abgang von Silberstein.

Das Erbe der Faymann-Jahre
Herr Pöchhacker, das ist jenes kreative Politgenie, das den geschmackvollen Einfall hatte, auf Facebook dem Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer explizit das Krüppellied zu widmen. Da helfen auch mehrfache Entschuldigungen des Widmungsgebers nichts: Wer einen Pöchhacker den Wahlkampf leiten lässt, macht nicht bloß den Bock, sondern eine ganze Herde von Böcken zum Gärtner. Man sollte sich daher über miese Methoden, die sich noch dazu als strohdumm herausstellten, nicht besonders wundern.

Dass eine so große Partei wie die SPÖ nicht in der Lage ist, für die Wahlkampfleitung jemanden zu finden, der schon einmal einen Bundeswahlkampf geführt hat, spricht für sich. Im gesamten Wahlkampfteam befindet sich nicht eine einzige solche Person.

Dafür lungern in der Löwelstraße Jungspunde herum, die – da jung – ja einiges von den sozialen Medien verstehen müssen, deren einzige Kenntnisse über Wahlkämpfe aber bestenfalls von ÖH-Wahlen stammen. Was diese lieben Leute treiben, wissen nur sie selbst. Wenn sich dann noch einstige Mitarbeiter anderer Parteien – gleich von Herrscher zu Herrscher vagabundierenden Söldnerheeren – mitten in den wahlkämpfenden Truppen der SPÖ befinden, zeigt das die um sich greifende Inhaltsleere der Protagonisten – ein Erbe der unseligen Faymann-Jahre.

Dummes und Deppertes
Wenn man Dummes macht, gesellt sich meist auch noch Deppertes dazu. Die Idee, Herrn Kurz mittels Antisemitismus zu diskreditieren ist strunzdumm und frei von Moral. Nur noch grenzdeppert ist es jedoch, den eigenen Kandidaten zu forcieren, indem man ihn auf gefakten Webseiten mit Dreck bewirft und diese Seiten dem Gegenkandidaten unterschiebt. Dass Kern sich nach dem Auffliegen all dieser Ungeheuerlichkeiten als erstaunlich krisenfest erweist, war wohl nicht wirklich beabsichtigt. So weit um die Ecke „denken“ können nicht einmal Wunderwuzzis wie Silberstein oder Pöchhacker.

In der SPÖ hat sich eine Funktionärskaste breitgemacht, die nicht mehr an die Ideen und Ideale der eigenen Partei glaubt. Wenn diese Leute nun mit diesen längst verlorenen „Überzeugungen“ um Stimmen werben müssen, werden sie selbst der Kraft ihrer eigenen Argumente nicht mehr Glauben schenken. Wer aber seine eigenen Slogans nicht mehr glaubt, wird sich leicht dazu verleiten lassen, tief in den Schmutzkübel zu greifen, um in einer mehr als nur schmuddeligen „Geheimkampagne“ das Heil zu suchen.

Wie sang einst John Lennon so zutreffend: „One thing you can’t hide is when you’re crippled inside.“ Und das trifft nicht nur auf eine einzelne Partei wie die Sozialdemokratie in ihrem heutigen Zustand zu.

Der Beitrag erschein im Original in der Presse vom 5. 10. 2017
Link zu Online-Ausgabe: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5297027/Gastkommentar_Ahnungslos-in-der-verrotteten-Loewelstrasse


 

Ironie der Geschichte – Bimbim

13. August 2017 - Eine Antwort

Ja, wir wissen, dass das Thema gegessen ist. Irgendwie zumindest. Aber es wird uns trotzdem noch lange beschäftigen. 

Ja, die Rede ist von der Gmundner Bim, Eisenbahn oder wie immer man den dutzende Tonnen schweren und zig Meter langen Stahl-Tatzelwurm mitten durch die Stadt nennen will. 

Die Befürworter dieses skurrilen und abartig teuren Unfugs haben u. a. auch mit der Innsbrucker Straßenbahn dafür geworben. Es wurde sogar extra ein Zug aus Innsbruck herangekarrt zwecks Demonstration, wobei es mangels Geleisen leider keine Fahrt durch die Innenstadt gab. Eine solche hätte das Projekt wohl gekillt, weil die Unsinnigkeit offensichtlich geworden wäre. 

Wie auch immer. Nun erreicht uns die Kunde, dass eine der Innsbrucker Linien eingestellt wird. Mangels Passagieren. 17 Leute pro Tag. 

Preisfrage: wie lange wird die Regio-Eisenbahn quer durch Gmunden rattern? 

Hier der aufschlussreiche Artikel im Standard:

http://derstandard.at/2000062528007/Innsbrucker-Strassenbahnlinie-6-droht-mangels-Auslastung-eingestellt-zu-werden

Viel Vergnügen an diesem verlängerten Wochenende. 

Für das Team Gmundl

Charlie Chip 

Wir rühren uns wieder einmal

9. Juli 2017 - Leave a Response

Heute:
Ein paar Worte von uns über uns
Michael Amon über Pflegeprobleme
Wilhelm Kraushar über Investoren in der Wüste

 

Liebe Leserschaft!

Mitten im Hochsommer melden wir uns wieder einmal ganz kurz zu Wort.

Wie bekannt, arbeiten wir an einem neuen Konzept. Da zeichnet sich einiges ab. Wir hoffen Überraschendes.

Heute freuen wir uns, den Gmundner Autor Michael Amon wieder begrüssen zu dürfen. Er hat sich zu Wort gemeldet in Sachen „Pflege“. Treffsicher und schmerzhaft wie von ihm gewohnt. Ein Kommentar, den zu lesen sich lohnt.
Kleiner Tipp: wir sind mit Herrn Amon im Gespräch über unseren Wunsch, dass er bei uns eine regelmässige Kolumne übernimmt. Bis dahin wünschen wir ihm weiterhin gute Genesung und stetige Fortschritte!

Jetzt aber ab zum See, diesfalls zum Traunsee.

Für das Team Gmundl

Charlie Chip


Pflegeregress? Ja, bitte wieder her damit!

Kommentar von Michael Amon

Angesichts des Zustands der Pflege wäre ein Rückgriffsrecht der Hilfsbedürftigen auf den Staat wünschenswert.

Das Parlament hat den Pflegeregress abgeschafft. Eine sinnvolle Maßnahme, die dringender Ergänzung bedarf. Wichtiger noch als die Abschaffung des bisherigen Regresses bei der Altenpflege in Heimen ist die Etablierung eines neuen Rückgriffrechts der Hilfsbedürftigen auf jenen Staat, der das System der 24-h-Pflege etabliert und sich dabei nonchalant aus jedweder Verantwortung geschlichen hat. Denn die Zustände in der 24-h-Pflege spotten jeder Beschreibung. Der Autor dieser Zeilen weiß, wovon er schreibt, denn er ist leider gezwungen, sich dieses Systems zu bedienen, und jetzt ist er bedient.

Lesen Sie weiter auf PRESSE-Online:

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5247938/Gastkommentar_Pflegeregress-Ja-bitte-wieder-her-damit


Investorenwüste

Gastkommentar von Wilhelm Krausshar

Als gelernter Österreicher ziehe ich folgende Schlüsse aus der kurzen Ausschreibungsfrist für das Ensemble Schloss Ort-Toscana Congress:
Entweder man hat hinter den Kulissen schon etwas ausgehandelt zu Gunsten einer Immo-Verwertungsgesellschaft mit Parteinähe und es ist reine Augenauswischerei, oder es ist der Versuch, Zeitdruck aufzubauen, dass ein Wunderwuzzi vom Himmel herabsteigt, der die Politiker erlöst, ohne dass sie nachdenken müssen.
Für den Investor wesentlich ist: Was für Inhalte bietet Gmunden, dass sich eine Investition überhaupt rechnet. Und da ist manches Wüstengebiet bereits attraktiver!


 

Was sich tut

22. Mai 2017 - Leave a Response

Heute:
Was sich tut – Charlie Chip in eigener Sache

Liebe Mitmenschen!

Wir haben unser Logo ein wenig geändert. Warum? Weil in Gmunden etwas weitergeht. Weil wichtige Entscheidungen anstehen.

Ab sofort – und in scheinbar sehr kurzer Zeit – soll eine Nutzung für den ganzen Komplex „Villa Toscana-Landschloss Ort-Kongresshaus“ gefunden werden. Die gelernten Gmunderinnen und Gmunder ahnen oder befürchten Schlimmes. Also ist Einmischung angesagt. Was wir vom Team Gmundl hiermit tun. Denn natürlich gehört zu diesem Thema auch die Frage des Hallenbades für Gmunden. Für das wir heftig sind.

Wir hoffen, dass auch hier im Blog eine heftige Diskussion zustande kommen wird. Es geht nicht nur um die wirtschaftliche Zukunft Gmundens, sondern um das Flair der Stadt, um neue Lebensqualitäten (Hallenbad!!!) für die hier Lebenden.

Vorerst also das geänderte Logo. In Folge ein paar andere Neuerungen im Blog oder Wiederauflagen von Gewohntem. Es wird vorerst in lockerem Abstand wieder Kommentare zur Innenpolitik, zur Weltlage und zu Gmundner Themen geben. Im Herbst wird – wenn alles klappt – auch unsere Babsy Blitzschnell wieder zurück kehren. Und ich, der IT-Nerd Charlie Chip, werde mich erleichtert wieder in den Hintergrund verzupfen und das Schreiben bis auf einzelne Ausnahmefälle wieder sein lassen.

Eine schöne Zeit wünscht für das Team Gmundl

Charlie Chip


 

Erklärung & Der Phall Traunkirchen

14. Mai 2017 - Leave a Response

Internes
Der Phall Traunkirchen
EK Wo bleibt der Blog?

 

Schönen Tag, liebe Mitmenschen!

Nein, das ist noch nicht die endgültige Wiederkehr des Teams Gmundl. Aber ein erster, kleiner Schritt.

Denn noch immer diskutieren wir, wie es weitergehen soll, in welcher Form dieser Blog Bestand haben kann. Die Königsidee haben wir nicht gefunden. Aber ein paar gute Einfälle hatten wir schon. Das glauben wir jedenfalls.

Irgendwann im Sommer oder gegen Ende des Sommers soll es wieder richtig weitergehen. Bis dahin üben wir ein wenig, und die Leserschaft darf uns dabei über die Schultern gucken.

Daher heute

Der Phall Traunkirchen

Eigenartig sind sie, die Millionäre. Der Stronach hat uns sein Team hinterlassen. Auch schon was! Schlimmer ist das schon der Trump als US-Präsident. Und jetzt ein Millionär in Traunkirchen, der böse war, weil man ihn die Russenvilla nicht so umbauen ließ, wie er will. Und da der Herr weder US-Präsident ist noch örtlicher Bürgermeister, um es sich per Verordnung oder Dekret selbst zu richten, schmollte er. Und rächte sich an Traunkirchen. Er hatte einst im Waldviertel einen riesigen Steinpenis ausgegraben, den stellte er der Bevölkerung vor die Nase. Die rümpfte selbige, soweit die Leute nicht einfach nur grinsten.

Inzwischen hat Herr Millionär sich beruhigt und schenkt den Phall der Gemeinde, genauer gesagt einen erhofften Versteigerungserlös, der dann zugunsten Ärmerer verwendet werden soll. Der Phallus ist nämlich angeblich uralt, quasi antik.Penisneid ist nicht angesagt.

Und ganz ehrlich: lieber den Phallus im Garten als den Trump im Weißen Haus. Vielleicht sollte man den Trump in Traunkirchen aufstellen und den Phallus US-Präsident sein lassen. Was wäre der Unterschied fragt sich

Charlie Chip

PS.: Und solange der Traunstein den Traunkirchner Phallus überragt, ist ja nichts geschehen


Speziell unserer lieben Babsy gewidmet:


Wo ist der Blog?
Einserkasterl von Traunseewiener

Hallo, was macht ihr denn?
Gibt es bald wieder einen Gmundl-Blog?
Gmunden könnte ihn brauchen!

Lieber Traunseewiener,
wir arbeiten daran – siehe oben.
CC f. d. Team Gmundl


 

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