Ebenseer Lehren
1. Juli 2013

Der Bürgermeister-Kandidat der SP-Ebensee hat gleich im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit erhalten, und das mit großem Vorsprung: 67.32 %. Bei 75 % Wahlbeteiligung wurde er damit sogar von mehr als der Hälfte aller wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger gewählt. Eine „echte“ Mehrheit somit. Beachtlich. Ebenso beachtlich der Erfolg des Kandidaten der BÜFE: rund ein Viertel der abgegebenen Stimmen.

Was wir daraus lernen können? Wer nah bei der Wählerschaft ist, wird gewählt. Wer sich zu weit entfernt, wird nicht gewählt oder abgewählt.

Wie erklären wir den Wahlerfolg der SP-Ebensee im Detail? Ganz ohne Umfrageergebnisse, aus der Erfahrung jener Team Gmundl-Mitgestalter, die aus Ebensee sind: die SP dort hat aus der Niederlage bei der letzten Gemeinderatswahl (Verlust der absoluten Mehrheit) die richtigen Schlüsse gezogen und sich runderneuert. Der letzte Stein im Mosaik der Erneuerung war der Rücktritt das nunmehrigen Altbürgermeisters Loidl und die heutige Neuwahl seines Nachfolgers. Die Nachfolger haben das Richtige gemacht: hin zu den Bürgern. Es ist kein Zufall daß die beiden Kandidaten mit der höchsten Bürgernähe über 90 % (!) der Stimmen geholt haben bei gleichzeitigem Absturz von ÖVP (gerade noch über sechs Prozent) und FPÖ (etwas über zwei Prozent).

Die SPÖ hat fast alles richtig gemacht, was man richtig machen kann. Ein weise aus dem Hintergrund wirkender Altbürgermeister, der seinem potentiellen Nachfolger nicht Steine in den Weg legt (wie es in Aussee geschehen ist), sondern ihn mit seiner Erfahrung diskret aber wirksam unterstützt. Eine geeinigte Ortsorganisation, die niemanden ausgrenzt und eine grosse Breite an Typen und Charakteren aufweist, sich auf die eigenen Kräfte verlässt und interne Kritik nicht nur aushält, sondern beachtet und als mahnende Stimmen schätzt. Es wird auch geholfen haben, dass der – zurückhaltend formuliert – unbeliebte SP-Bezirkssekretär praktsich weder hergezeigt noch im Wahlkampf eingesetzt worden ist. Der Besuch von Faymann wird ebenfalls wenig Zusatzwirkung gehabt haben (da sind die Ebenseer Bürgerinnen und Bürger viel zu eigenwillig, als dass sie sich in ihrem Wahlverhalten von so einem offensichtlichen Propagandabesuch beeindrucken und beeinflussen lassen würden). Vielleicht hat das Hochwasser einen kleinen Einfluss gehabt, weil die Menschen in Ebensee den Bürgermeister in einer Krisensituation hautnah erleben konnten. Man sollte das aber nicht überschätzen.

Wir freuen uns auch über das Abschneiden der BÜFE. Ihre Existenz hat in Ebensee zu gravierenden und positiven Änderungen geführt. Die Zeit der Ortskaiser ist vorbei. Das rechtzeitig erkannt zu haben, können sich die SPÖ und ihr Altbürgermeister Loidl gutschreiben.

Das Signal dieser Wahl ist eindeutig: hin zur Bürgerschaft, und zwar per pedes, in persona. Ganz persönlich. Greifbar bleiben. Nicht vom Schreibtisch aus Konzepte verkünden und dazu ein paar Plakate aufhängen, ein paar Phrasen von Bürgernähe dreschen und sich sonst um die Leute nicht wirklich kümmern. Bürgernähe muss gelebt werden, spontan und ohne nachzudenken. Manche haben das, die anderen lernen es nie.

67 % im ersten Wahlgang sind nicht nur ein Erfolg, sondern gleicherweise Bürde und Verpflichtung: die Bürgerinnen und Bürger auch zwischen den Wahlen ernst zu nehmen, die Türen offen zu halten für alle Fragen und auch vernünftige Antworten zu finden. Ganz wichtig: die SPÖ auch intern für Kritik und Diskussion offen halten, sich nicht einengen auf einen kleinen Kreis, der alles auspackelt, wie das anderswo leider geschieht. Nur eine lebendige, offene Partei (das gilt für alle Parteien des Spektrums) kann respekable und respektierte Kanditatinnen und Kandidaten für das Bürgermeisteramt hervorbringen. Nur gewählte Amtträgerinnen und Amtsträger, die sich auf solche Parteien und die Bürgerinnen und Bürger stützen, können eine gute Politik machen.

Die Erwartungen in den neuen Ebenseer Bürgermeister sind angesichts des Wahlergebnisses hoch. Die Bürgerinnen und Bürger von Ebensee erwarten zurecht, dass er diesen Erwartungen weitgehend gerecht wird. Wir gehen davon aus, dass die BÜFE und ihr Kandidat auch in Zukunft dafür sorgen werden, dass Ebensee und die Bürgermeisterpartei in Bewegung bleiben und nicht erstarren.

Tschüss

Das Team Gmundl (Ebensee)

PS.: Heute oder morgen kommt noch ein zweiter Kommentar/Blog. Thema? Gmunden, eh kloar, Nudlaug!

Ebensee und der Zufall
26. Juni 2013

Merkwürdige Zufälle tut es geben tun. Am kommenden Wochenende sollen die Ebenseerinnen und Ebenseer einen neuen Bürgermeister wählen tun. Genau zehn Tage vorher tut ein Bericht in der Zeitung kommen tun, dass der Masseverwalter sich jetzt das Geld von den Konsumgenossinnen und -genossen holen wird, die was bisher ned bezahlt haben tun. Zur Not wird er sich das Geld auch mit Klagen holen tun.

Ein Schelm, der was sich da was Böses denken tut. Denn das zielt natürlich auf die Sozialdemokraten in Ebensee. Denen soll die Wahl versaut werden. Dabei müssen wir Gmundlianer denen echt Respekt bekunden tun. Weil die haben was tun getan, was den verantwortungslosen jetzigen Verantwortlichen in der Gmundner SP nie einfallen tun tätert: die haben nach dem Verlust der Mehrheit, die was es in Gmunden eh nie gegeben haben tut, die Partei personell totalst erneuert. Da ist keiner am Sessel kleben tun geblieben. Nur der Bürgermeister ist geblieben, ohne Klebstoff, sondern weil der die Erfahrung haben tut, die was die Neuen brauchen tun. Jetzt ist er gegangen. So rechtzeitig, dass der neue Bürgermeister vom Volk gewählt werden kann und ned zwischen den Parteien ausgemauschelt werden tut. Sind halt Sozialdemokraten in Ebensee.

Mir tun nur hoffen, dass die Ebenseer Wählerleins net die Ebenseer SP für den Unsinn verantwortlich machen tun, den was der Dickinger aus Gmunden von sich gegeben haben tut, blöderweise ned nur Gmundner Witzebürgermeister, sondern auch Bezirkssegredär der SP. Wenn der Nurmi ein Problembär war, dann tunma ned wissen tun, wie man den Dickinger nennen sollen. Mir haben schon voriges Jahr im Dezember über diese blöde Sache schreiben tun müssen. Mir wollen uns hier aus dem damaligen Blog selber selbstzitieren:

Alle schauen traurig aus der ungebügelten Wäsche, und der Masseverwalter hält das Handerl auf.  … Die armen Konsumgenossen können jetzt auch Fragen stellen, nachdem sie geblecht haben, oder auch davor, piepegal: „Wos woar die Leistung? Fiar wos brenn i?“ Was wir daraus lernen? Nehmen ist seliger als Geben!Jetzt müssen … Omas und Opas, noch dazu so rote …, vor Weihnachten ihre Sparbücher plündern. Den Roten nimmts der Herr im Schlafe. Wenn sie Sparbücher haben. Weil spar mal was bei einer Rente von achthundert Euro. Oder weniger. Die welche was keine Ersparnisse haben, können halt akkurat beim Heizen sparen. … Da können ein paar rote Pensionisten ordentlich frieren. Oder den Dickinger Christian anrufen in Gmunden. Den soll man nämlich anrufen, wenn man die 145 Euro nicht hat. Er wird sie zwar auch nicht haben, denn er ist der Bezirkssekretär von den Roten und Gmundner Vizebürgermeister. Aber vielleicht hat er ein Platzerl frei im Gmundner Rathaus. Wenn geht geheizt. Oder er spendiert ein Glühweinderl in der Altmühl. Weil dass die SPÖ die ungefähr 430.000 Euro spendiert, … glaubt keiner. Der Dickinger wird also im Bezirk schöne Weihnachts- und Neujahrsgrüsse verteilen. Warme Händedrücke statt warmer Wohnstube. Den roten Omas und Opas wird davon nicht so richtig warm ums Herz werden.

Wäre noch so eine unbeantwortete Frage: hat überhaupt wer den Dickinger anrufen tun? Wenn ja, was hat der Dickinger tun getan? Weil vorher eine grosse Klappe haben tun, und dann nix tun, das kennma aus Gmunden, gell.

Mir tun halt hoffen tun, dass die Wählerleins sich nicht von gezielten Querschüssen in Sachen „Konsum“ bei der Wahl beeinflussen lassen. Auch nicht davon, dass der angeblich rote Dickinger das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben tut, so getan haben tut, als ob er helfen könntert. Die Bürgerleins von Ebensee werden schon wissen, was sie zu tun haben. Aber dem Rest des Bezirks wolltma zeigen, wie manche Dinge laufen tun, gell! Der Dickinger ist jedenfalls eine Vorgabe, wie man das im Sport nennt, wenn man hundert Meter hinter dem Gegner starten muss. Mit dem Dickinger gehts Richtung zweihundert Meter.

Auf jeden Fall tunmir gespannt sein tun, wie die Erneuerung bei den Ebenseer Sozialdemokraten von den Wählerleins beurteilt werden tun wird. Mir sind gespannt! Wenn die Ebenseer SP den Bürgermeister verlieren tun solltert, wird man das in der Soziologie wahrscheinlich den Konsum-Dickinger-Kumulations-Effekt nennen tun. Wenn sie den Bürgermeister halten tut, dann wegen atypischen Politverhaltens: konsequente Erneuerung. Lassma uns überraschen tun.

Tschüss! Das Team Gmundl

Erläuterung:

Segredär: von Segregation,  das Wort bezeichnet den Vorgang der Entmischung von unterschiedlichen Elementen in einem Beobachtungsgebiet. Man spricht dann von Segregation, wenn sich die Tendenz zu einer Polarisierung und räumlichen Aufteilung der Elemente gemäß bestimmter Eigenschaften beobachten lässt. Das Beobachtungsgebiet ist entlang bestimmter Merkmale segregiert, wenn eine bestimmte Gruppe oder ein spezifisches Element in Teilen des Beobachtungsgebietes konzentriert auftritt, in anderen dagegen unterrepräsentiert ist.

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