Bürger gehts scheissen! Ein Geheimprotokoll.
9. November 2012

Ein bisserl verspätet simma dran, wir vom Team Gmundl. Weil mir haben das schon für Montag oder so versprochen haben tun. Aber mir ham länger gebraucht haben tun das zu prüfen, den Gmundner Unechtheitstest hamma machen tun müssen. Weil nämlich das tut eine Satire sein tun. Bitte alle mitschreiben tun: S-A-T-I-R-E.

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Mir vom Team Gmundl haben ein Geheimprotokoll aus der Ö VP für gewöhnlich nahe stehend tuenden Kreisen  zugespielt bekommen haben tun, das was zeigt, dass es sich dort abspielen tut, das mans nicht glauben tun will. Gmundenleaks. Wir haben natürlich wie das grosse Vorbild die Namen unkenntlich machen tun getan, bis auf was der Namen vom Bürgermeister sein tut, denn hamma stehen lassen tun, weil den tätert auch anonüm jeder erkennen können tun. Die anderen Namen hamma neu vergeben haben, weil damit man denen ned was antun kann. Ausserdem wollen wir selbst auch ned irgendwo im Eksil brummen tun müssen dürfen, so wie das der Wikileaks-Assange tun machen darf müssen. Im Brandl tätert man sich ja noch ein paar Stunden einsperren tun lassen mit genug Prowiant und Alk. Aber wenn mir auf der Dampf-Gisela See-Eksil beantragen tun müssterten, tätert das ned so gspassig sein tun. Aber wir tun eh ned wissen tun, obs am Traunsee noch a christliche Seefahrt geben tun tut, wo man Peule gehen kann tun, und wo einen keiner suchen und finden tun kann. Aber das ganze Jahr dann am Traunsee im Kreis herumfahren tun müssen sollen, das tut auch ziemlich fad sein tun. Vielleicht tut uns aber auch im Ernstfall die Ebenseer Befreiungsfront befreien tun und nach Ebensee in Sicherheit bringen tun. Ebensseer Botschaft tuts leider keine nicht geben in Gmunden, wohin man flüchten tun machen könntert.

Aber jetzt zu den Geheimen Protokollen derer von und zu Köppl. Ungekürzt, unkorrigiert, original (bis aufd Namen, gell!). So wies einer von der ÖVP zu Papier bringen getan hat. Mir können nix für die Deutschfehler dafür, gell!

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Schlechde Stimmung. Der Köppl had an roden Kopf. Die Gemeinderäte sind nichd alle ned da, und die was welche da sind, sind ganz ruhig. Mir tun seit einer viertel Stunde beschlussfähig sein tun, was aber wurscht sein tut, weil mir ex niks beschliessen dürfen. Dafür tun mir den Köppl haben, für Beschlüsse. Weil einer muss das Sagen haben und braucht sich auch nicht zu verantworten für was.

Köppl meldet sich zu Wort und erteilt es sich: „Mir tun des Volg sein tun, ja! Weil darum tumma Volkspartei heissen. Und wenn der Dickinger was anderes behauptet, ist er ein, ein, wehe das sagt einer weiter, dann ist er ein Arschloch. Weil mir sind nämlich des Volg, ned der Dickinger. Der ist ein Queruland und eine Arschgeigen. Unter uns kann man das so sagen. Immer tut er alles besser wissen und will die Bürger fragen, welche aber eh wir sind! Also soll er gefälligst uns fragen. Da hinten, ned dauernd schwetzen! Vom Grampelhuber red ich glei gar ned, der hat fast gsagt, i bin der Selbstmörder vom Stadtamtsdirektor. Wenn ich den sein Namen nur hör, lauf ich blau an wie a Forellen. Ich bin das Volg! Dass das klar ist! Wir samma das Volg sein tun. Aber ich bin der erste im Volg. Darum bin ich Burgamasta und ihr seids die Abnicker. Ja, jetzt alle üben. Schön alle einmal mit dem Kopf nicken, und noch einmal, und weils grad so schön geht, ein dritter Nicker. Geh, Schlaubach, ned Nickerchen, das ist einschlafen, sondern Nicker, das ist Ja-Sagen. Die erste Bootschaft ist also: mir sind das Volg. Da machen mir ein Plakat damit. Mein Gsichterl, das kennt man, und drunter: Er ist das Volg. Das soll uns der Dickinger einmol nachmachn. Der wird nie das Volg sein. Und das zweite Plakat, da samma mir alle drauf, ich in der Mitten und a bisserle grösser, Schniedelwutz, aufpassen, das geht dich auch was an, und da schreibma auch wieda rauf: Mir sind das Volg. Dann soll jemand das Gegenteil beweisen.

Ausserdem müssen wir jetzta noch festlegen, wer bei Gemeinderatsbeschlüssen die Rolle vom beteiligten Bürger übernimmt, weil mir machma jetzt Bürgerbeteiligung. Da Schlaubach steht für die Frauen in Stadt und Land. Der Schniedelwutz … SCHNIEDELWUTZ!!! Du übernimmst die Jugend. Mein Sohnemann, schön, so an Nachwuchs in der Politik zu haben, da weiss man, was man wem vererben kann, weil mir werden den Burgamasta in Zukunft vererben, dann hamma keine Scherereien mit den anderen Parteien, die was welche nur Posten haben und verteilen und Erbschaftssteuer einführen wollen. Mein Sohnemann vertritt die Pensionisten. Und ich vertritt den Rest vom Volg. Wenn mir jetzt wissen wollen, was das Volg denkt, dann können mir uns selba fragen. SCHNIEDELWUTZ!!! Ned schwetzen, du hast a Verantwortung als Bürgerbeteiligter für die Jugend. Wenn uns noch wer einfollt, vom Volg, der was jetzt net repäsentativ bürgerbeteiligt ist hier, dann übernimmt das der Asamer, weil der weiss genau wie der Stronach-Franzi, wo die einfachen Leut der Schuh drucken tut, wenn sie sich noch Schuh leisten können, oder wenns ihnen die Schuh no ned auszogen hat vor lauter Bürgerbeteiligung.
Liebe Freunde, Gerinnungsgenossen, ich dank euch allen für die lebhafte Diskussion und die einstimmige Zustimmung. So machen mir es. Es lebe das Volg! Es lebe der Burgamasta! Hoch soll i leben! I bin niemandem a Rechtfertigung schuldig, weil i nämlich die Mehreren bin!“

Köppl noch immer kopferlrot. Erschöpft. Schlaubach wischt ihm mit einem Feh-Taschentuch den Schweiss von der Stirn. Schniedelwutz tippt wie verrückt auf seinem Smartfon umadumm. Der Pardeivorstand spendet sitting ovations. Köppl dankt nochmals gerührt und spendet sich selbst standing ovations. Alle brechen in laute Rufe aus: Mir sind das Volg. Wir sind die beteiligten Bürger! Es lebe der Burgamasta! Es lebe sein Sohn Kim-il-Köppl. Es lebe die Erbfolge! Mir sind das Volg. Wers ned glaubd, kann scheissen gehen. Mir sind das Volg und zeigen der vereinten Oppostion wos langgeht.

Asamer spendiert eine Runde Zement für alle. Köppl wird auf den Schultern der Gemeinderäte einmal rund ums Rathaus getragen. Dabei rufen die Träger immer wieder laut im Chor folgende Worte in zufälliger Reihenfolge: „Seilbahn!“ „Asamer!“ „Hotel!“ „Strandbad herschenken!“ „Seebahnhof herschenken!“ „Volg!“ „Gehts scheissen!“ „Dickinger geh ham!“ „Grampelhuaber bleib zhaus!“ „Grüne nach Moskau!“ „Mir sind des Volg!“

Vor dem Brandl steht einsam, verlassen und unbeachtet Landeshauptmann Pühringer und versteht die Welt nimmer: „I bin das Volk! Die spinnen, die Gmundner ÖVPler!“

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Soweit das hochgeheime und brisante Dokument, welches uns direkt aus der ÖVP zugespielt worden sein tut. Mir ham natürlich die Unechtheit sofort prüfen lassen tun. Es tut kein Zweifel bestehen, dass der ÖVB das zuzutrauen ist, dass sie sich fürs Volk halten tut. Wir tun also von einer spezifisch Gmundner Echtheit des Dokuments ausgehen tun. Weil selbst wenns ned wahr sein tut, möglich sein tuts in Gmunden allerweil, sonst täterts des alles ned geben tun, was es in Gmunden geben tut, gell! Und sonst täterts anderes geben, was mir braucherten, was es aber ned geben tun tut.

Tschüss!

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Köppl-Festspiele
13. Februar 2012

Wer sich in den letzten Tagen trotz der Strassenglätte quer durch Gmunden zu bewegen getraut hat, der konnte Verfolgungswahn bekommen. An jeder Ecke grinst dem gequälten Bürger ein Köppl-Plakat entgegen. Zahlen tuns eh die besteuerten, pensionsangeglichenen, ausgabengekürzten und schuldgebremsten Bürgerleins. Shit happens. Für jene unter uns, die nicht wissen, wer Köppl ist: der ÖVP-Bürgermeister unserer kleinen Stadt. Ja, man muss das dazusagen. Denn wenn man den Umfragen glauben darf, kennen zwei bis drei Prozent der Bewohner Gmundens den Köppl nicht. Ist so. Auch wenn mans nicht glauben kann. Angeblich laufen die sogar frei herum.

Auf allen Strassen ist Ruh, nur der Köppl schaut uns allerweil zu. Es war zuletzt ja ziemlich visionärrisch hier in der Stadt. Liegt vielleicht am Fasching. Wir erinnern uns: Visionen sind das, was man mit dem Hausarzt besprechen sollte. So schauen die Gmundner Visionen auch aus. Eine Sammlung von verstaubten Wahlversprechen (Traunseetherme) und undurchschaubaren Privatinteressen (Hotel lacus infelix). Und weil die Bürger schön langsam unruhig werden, die nächsten Wahlen zwar noch weit in der Zukunft liegen, aber sich doch schon am Horizont abzeichnen, und die langmütigen Bürger die Versprechungen vom letzten Mal nicht so recht vergessen wollen, muss der Bürgermeister ausrücken und alles zurechtrücken: die Wahlversprecher, die Visionen, die ganze Stadt und sich selbst vielleicht auch. Seit der Sache mit dem Stadtamtdirektor ist der arme Mann erkennbar aus dem Gleichgewicht, was sogar der Herr Gmundl verstehen kann. Dass Köppl sich gleich selbst zum Opfer stilisiert hat, war zwar einigermassen übertrieben und ein wenig pietätlos. Aber natürlich ist es keine Hetz, wenn der ranghöchste Mitarbeiter eines Bürgermeisters letale Konsequenzen daraus zieht, dass sein Chef zu einsamen Beschlüssen, Alleingängen und ganz allgemein zu Wutausbrüchen neigt. Da kann ein Mensch in der Krise schon eine Krise bekommen. Dem Toten dann seinen Selbstmord auch noch vorzuwerfen, ist aber nicht wirklich elegant. Cool schon gar nicht. Aber wir wissen, dass Eleganz in Gmunden Mangelware ist. Coolness auch. Und zwar überall. In der Mode, im Benehmen, in den Herzen. Gmunden ist denkbar unelegant.Und cool ists nur in diesen Tagen, da die Seeränder leicht anfrieren.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Leserschaft kennt und schätzt halt diese kleinen Abschweifungen, sagt sich Herr Gmundl.

Also in der ganzen Stadt Köppl-Plakate mit der Einladung zu einer Bürgerinformation am heutigen Montag im Stadttheater. Blöderweise hat er die anderen Parteien vorher nicht informiert. Und jetzt machen die ein ziemliches Theater. Ein Tamtam. Was auch in Ordnung ist. Klar gehört dem Köppl politisch eine aufgelegt, wenn er so selbstherrlich agiert. Aber was tut die VGO (Vereinigte Gmundner Opposition)? Sie schwächelt! Was heisst schwächelt! Die röchelt nicht mal mehr. Strategisch und intellektuell am Arsch, da kann der Dickinger noch so intellektuell dreinzuschauen versuchen und mit Pfeife und Ohren wackeln. Die VGO (also SPÖ, Grüne und FPÖ) haben nämlich beschlossen, den Köppl ganz fürchterlich zu bestrafen. Sie gehen nicht zur Bürgerversammlung. Da wird der Köppl sich aber fürchten, wenn er keinen Dickinger sieht und keinen Grampelhuber und keine Bors. Wird ihm unheimlich unangenehm sein, dass ihm niemand von den anderen Parteien blöde Fragen stellen wird. Tolle Strategie! Wer ist denn auf diese Idee gekommen? Dem gehört nämlich der „Große Köppl-Verdienstorden am Schwanenhals“ umgehängt für Verdienste um die ÖVP und die Bürgermeisterschaft Köppls.

Liebe Leute von der VGO: Falls ihr es nicht kapiert habt – Politik heisst Diskussion und Auseinandersetzung. Folglich: hingehen und dem Köppl nicht das Wort, die Regie und die Führung überlassen. Im Stadttheater sein und ordentlich ein Theater machen. Tamtam! Lasst die Derwische hüpfen und die Puppen tanzen! Ist ja Fasching!

Und der Polit-Dilettant, dem das eingefallen ist, der stellt sich hinter dem Köppl auf die Bühne, links hinten ins Eckerl mit dem Rücken zu den Leut, und schämt sich laut und vernehmlich. Und verspricht: „So eine dumme Idee habe ich nie wieder.“

Die Bürger und Mitglieder aller Nicht-ÖVP-Parteien kann man dagegen nur auffordern: gehts hin, stellts Fragen, lassts den Köppl nicht so billig davonkommen. Haltet dagegen! Und nehmts euch kein Beispiel an der VGO. Und der SP-Dickinger steht eine Stunde zusätzlich im Eckerl, ohne Pfeife, weil der Herr Gmundl hat den Verdacht, dass das dem seine Idee war mit dem Nichthingehen.

(Natürlich gilt für alle handelnden und nicht handelnden Personen die Unschulds- und Nüchternheitsvermutung.)

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