Gmunden statistisch gesehen

26. November 2014 - Eine Antwort

Liebe Leserleins!

Ihre Babsy Blitzschnell muss heute doch noch einmal schnell einspringen, Bruno ist noch nicht ganz so schnell beim Schreiben des Blogs.
Ausserdem ziehen wir aus aktuellem Anlass jetzt die eben veröffentlichen Ergebnisse der Fragebogenaktion von Gemeinderat Karl Kammerhofer vor. Was uns sehr freut: die Rücklaufquote war bezogen auf die Anzahl der Haushalte ausgezeichnet. Was uns noch mehr freut: die Antwortfreudigkeit war in der Leserschaft des Gmundl-Blogs besonders hoch.
Die Wassersache mitsamt neuerster ÖVP-Chuzpe sollte dann morgen gemeinsam mit Brunos Auferstehung von den Kranken kommen, und Ihre Babsy wird sich zur Erholung ein paar Tage zurückziehen. Am Donnerstag gibt es zeitgerecht zur Wahl des neuen Bürgermeisters, Wahl, hahaha, die ÖVPler haben keine Wahl, einen Gastkommentar zum Thema “Was kann ein neuer Bürgermeister?”.
Was Ihre Babsy auch noch sagen will, in Ergänzung zu meinen gestrigen Ausführungen über Erkennbarkeiten und so, und weil ein paar Leserleins nachgefragt haben, wer oder was mit den kryptischen Äusserungen denn gemeint sei. Kryptisch bleibt es. Wir sind doch nicht deppert und machen Reklame für einen Troll.
Aber nochmals: Wir kennen uns nicht in allen Fachgebieten, die wir hier beackern, gut aus. Kann nicht sein. Aber schlau wie wir sind, befragen wir dann Leute, die sich wirklich gut auskennen. Die sind teils im Team, teils ausserhalb. Unser Job ist es dann, diese Fachmeinungen in verständliches Deutsch zu übersetzen und so aufzubereiten, dass sie auch Laien verstehen. Das geschieht in jeder guten Zeitung auch nicht anders. Das ist das Wesen des Journalismus. Rückschlüsse auf Personen lassen sich da nur ziehen, wenn man ein ausgeprägtes Talent für Verschwörungstheorien hat und ein wenig von Paranoia angehaucht ist.
Dass wir uns hier um einen gemeinsamen Schreibstil bemühen, sollte sich auch schon herumgesprochen haben. Wer wie ein Dieb um das Haus eines Gastkommentators herumschleicht, in dessen privates Refugium hineinspechtelt und sich dann Dummheiten zusammenreimt, darf seine Schlüsse unter “Kurzschluss” einsortieren und sich selbst unter “Stalker”, gell. Wie feig ist denn eigentlich so eine Herumschleicherei! Vor allem sollte man dann nicht den grossen Kämpfer für Fairness spielen, wenn man diesbezüglich selbst eher in der Abteilung Clown logiert. Gehören tut sich so ein Stalkertum schon gar nicht. Machen nur Leute ohne Kinderstube. Und nur so, damit auch das klar ist: mit Trappistenbier kann man keinen Grog brauen. Mit Moscato d’Asti auch nicht.

Hier jetzt also die ersten Erkenntnisse aus der Umfrage von Gemeinderat Karl Kammerhofer.

Bis bald!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Auswertung
Gmundner Bürgerbefragung
durch Gemeinderat Karl Kammerhofer
im September 2014-11-2014

Teil 1

Verbundenheit mit Gmunden, Wird eine Nutzung der nicht oder gering genutzten Gebäuden zur Belebung in unserer Stadt überhaupt gewünscht? Kennen die Befragten Städte wo diese Belebung geglückt ist? Wenn JA, welche Städte sind dies?

Gemeinderat Karl Kammerhofer hatte am 20. September dieses Jahres den rund 5.000 Gmundner Haushalten mit 16 Fragen um ihre Meinung gebeten. Über 470 übersandten ihm den ausgefüllte Fragebogen retour. 466 Fragebögen (9,3%) wurden ausgewertet. Beachtenswert war, dass die Anzahl der „Trolle“ ( die mit destuktiven Antworten) unter 1% blieben. Rund ein Drittel die geantwortet hatten, unterbreiteten Gemeinderat Kammerhofer auch handschriftliche Anregungen und Vorschläge (Details siehe unten).

Hinweis: Im letzen Jahrzehnt war Herr Kammerhofer für das Land Oberösterreich und für das Technologie- und Innovationsministerium (bmvit) wissenschaftlich als Marktforscher tätig. Er verfügt aber auch über die entsprechende Gewerbeberechtigung als Marktforscher

Nun zu den Antworten selbst. Gemeinderat Kammerhofer meint dazu:

„Im Jahre 2011 richtete die Stadtgemeinde – im Rahmen der Vision Gmunden – an über 10.000 Wohnungs- und Hausbesitzer 19 Fragen wie ein Erneueungsprozess für Gmunden aussehen könnte. Als Mitglied des Innovations- Kultur- und Wirtschaftsausschusses wurde ich als Hauptautor für den Fragebogen eingesetzt. Die Befragung wurde 2011 durchgeführt, vom Steuergeld bezahlt – aber nie veröffentlicht. Um die Ergebnisse auch meiner Befragung überprüfen zu können habe ich vier der sechs ersten Fragen habe ich fast identisch übernommen.“

Herr Kammerhofer hat die Ergebnisse beider Befragungen verglichen, und kommt zu folgenden Ergebnissen:

Frage 1:
Hier geht es um die Verbundenheit der Bewohnerinnen und Bewohner zu Gmunden.
Die echte Verbundenheit ist bei der Herbst 2014 mit 76% erstaunlich hoch, aber deutlich geringen als bei den Haus- und Wohnungsbesitzern aus dem Jahre 2011,wo fast alle Befragten – mit wenien Ausnahmen- mit Gmunden stark verbunden fühlten.

Frage 2:
Wie bewerten die Befragten die Auswirkung auf Gmunden, wenn in nicht oder kaum genutzen Gebäuden durch Sanierung und wirtschaftliche Nutzung wieder Leben einziehen würde?
Im Gegensatz zu den Hausbesitzern welche dies zu 52% im Jahre 2011 positiv bewerteten, kam die Gesamtbevölkerung heuer zu einen anderen Schluss. Die Gesamtbevölkerung steht solchen Plänen 2014 sogar mit 89% positiv gegenüber

Frage 3:
Bei beiden Befragungen (2011 und 2014) wurde die identische Frage gestellt:
Kennen Sie Erfolge von Städten, die durch Neugestaltung und Wiederbelebung neuen Schwung in eine Stadt gebracht haben?
Hier ist sind die Ergebnisse aus beiden Befragungen nahzu identisch: 53% (2011) und 51% (2014) sagen JA..

Frage 4:
Zweimal mit einem sensationellen Ergebnis:
Die spannende Frage lautete hier:
Wenn JA, welche Stätte sind das ?

Die große Siegerin in beiden Befragungen war

Bad Ischl

 

Weit abgeschlagen aber an zweiter Stelle landete in beiden Befragungen

Linz

Erst dann folgten in beiden Befragungen : Vöcklabruck, Wien, St. Wolfgang(!), Wels, Krems und Graz um einige Städte zu nennen die als Vorbild für Gmunden dienen könnten.

Gmunden wurde in diesem Zusammenhang 2014 nur einmal genannt. Von 2011 liegen mir betreffend Gmunden keine Daten vor. Gmunden scheint zumindest in den ersten 20 Nennungen nicht auf.

Sehr geehrte Damen und Herren : nun verstehen wir alle warum die Verantwortlichen der Stadtgemeinde dieses grottenschlechte Ergebnis von 2011 nicht veröffentlichen wollten. Jetzt 2014 wurde dieses Ergebnis fast identisch bestätigt.

Es zeigt sich Folgendes:

  • Die Gmundner Bevolkerung liebt im großen Ausmaß unsere Stadt die Stadt Gmunden
  • Den Erfolg für Neugestaltung und Wiederbelebung einer Stadt sehen die Gmundnerinnen und Gmundner eindeutig in anderen Städten unseres Bundeslandes realisiert.

Schlussfolgerung: Es hat sich hinsichtlich Neugestaltung und Wiederbelebung vor 2011 nichts getan aber auch nicht in den letzten 3 Jahren nachdem dieses Ergebnis 2011 bekannt war. Andere Städte in Oberösterreich – kleine und große – ohne ÖVP Mehrheit , wurden von den Gmundnerinnen und Gmundnern als Vorbild genannt.

Es wäre natürlich interessant zu wissen, wie sich der designierte Bürgermeister zu de desastriösen Meinung der Gmundnerinnen und Gmundner steht – vor allem, dass sich in den letzten 3 Jahren an der Meinung der Bevölkerung zur Innovationsfähigkeit der Verantwortlichen in Gmunden nicht geändert hat“. Abschließend meinte Gemeinderat Kammerhofer ironisch:

Meine Damen und Herrn, was meinen Sie, soll diese Gmundner Bevölkerung – die solche Meinungen seit drei Jahren noch immer vertritt – nicht doch rasch vor den Wahlen ausgetauscht werden?“

Karl Kammerhofer
(unabhängiger Gemeinderat in Gmunden)

Gmunden, 25.11.2014


 

 

Gmunden wie es leibt und lebt

25. November 2014 - Eine Antwort

Liebe Leserleins!

Unser Stammposter AndyB hat ein bemerkenswertes Posting verfasst, das wir heute hier weiter unten als Gastkommentar bringen, damit es möglichst viele Besucherleins sehen und lesen. Seine Gedanken decken sich über weite Strecken mit dem, was auch wir hier im Team so denken.

Ein kleiner Punkt vielleicht, den wir ein wenig anders sehen. Es stimmt schon, in vielen Chats erkennt man die Leute, wenn sie ihre Nicknames ändern trotzdem. Man sollte das aber nicht überbewerten. Bei solchen Sprachanalysen kann man sich kräftig  verhauen. So wie ein Lokalschurnalist hier mal meinte, mit Sprachvergleichen herauszufinden, wer hier schreiben würde. Ist Quatsch und klappt mitunter nicht, vor allem dann nicht, wenn versucht wird, auf sehr ähnliche Weise zu schreiben, um dem Blog eine “corporate identity” zu geben. Wer meint, auf Basis der Zeichensetzung da was herauszufinden ist nur eines: Obergescheit. Man kann nämlich auch Satzzeichen als Stilmittel verwenden, gell! Und auch Arumentationslinien sage nicht viel aus. Wenn drei ÖVPler argumentieren, dann wohl ähnlich. Genauso gilt das für SP, Grüne, Blaue etc. Wir sind hier ein Team und diskutieren alles, bevor jemand schreibt. Ja, im Moment schreibt halt nur Ihre Babsy, aber keine Sorge, Bruno putzt schon seine eingestaubte Tastatur und wird bald wieder ins Geschehen eingreifen. Allen Göttinnen seit Dank! Wenn Experten für Schlammanhäufungen im Traunsee meinen, mit solchen Sprach”analysen” auch nur irgend etwas zu erkennen, dann bitte sehr, mir tun viel Spass wünschen machen tun, gell! Uff, bin aus der Übung und froh, wenn der Bruno wieder da ist, der ist der Expertenexperte für Gmundlianisch! Dieser “Experte” suggerierte auch noch, das grosse Wissensspektrum weise auf eine  bestimmte Person hin. Logik ist eine Tochter der Zeit, gell. Ein Doktor PhilKhol. ist da verloren gegangen. Weil eh ja, wir sind ein Team und “breit aufgestellt”, wie die Politiker in ihrem Sprach”stil” sagen. Und wenn wir wo was nicht wissen, dann tunmir Leute fragen, die was sich auskennen machen tun – nicht “Experten”. Darum können wir ein weites Sprektrum abdecken, gell, nicht weil hier eine Person alles weiss. Der letzte Mensch, der angeblich das gesamte Wissen seiner Zeit beherrscht hat, soll der Gottfried Wilhelm Leibniz gewesen sein. Geboren 1646 (Jahreszhal hab ich schnell in der Wiki nachgeschaut, hoffentlich stimmts!), also ein Weilchen lang her, gell! Heute gibts keine Leibnize mehr, nur noch Leibniz-Keks, aber die sind nun wirklich in einer anderen Abteilung, gell!
Bitte auch beachten: nicht hinter jedem ChatAdmin, der durch Gmunden lauft, steckt AndyB! So wie nicht in jedem Strumpf mit Laufmaschen ein Beinchen von Ihrer Babsy Blitzschnell steckt, gell! Und nicht UHU-Käuferin und so weiter …

Morgen gibt es einige Überlegungen zum Ohlsdorfer Sauberdeponiewasser und einer neuen, ziemlich volksverdummenden Aktion der Landes-ÖVP. Bruno, ans Werk!

So, ich kann jetzt endlich mal einen Tag Pause machen. War eine turbulente Woche, die vorige Woche.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachwort: Die Sperre eines bestimmten Posters wurde auch in vielen Mails stürmisch verlangt und jetzt mit grossem Beifall bedacht. Motto der Mail-Schreiberleins: ausführliche Diskussion ja und jederzeit, Nervensägen bitte nicht. Da kann frau nichts mehr hinzufügen, gell!


Gmunden wie es leibt und lebt

Eine Betrachtung von AndyB

Da ich längere Zeit anderweitig beschäftigt war und nichts geschrieben habe, möchte ich die Geschehnisse mal ein wenig zusammenfassen …. natürlich aus meiner Sicht der Dinge …..

Manches habe ich schon einmal geschrieben, aber ich möchte es noch mal in Erinnerung rufen …

Der längst überfällige Rücktritt von Köppl kam jetzt doch überraschend ….. obwohl er eigentlich schon seit ewigen Zeiten überfällig war.

Wenn man die Sache mal genau betrachtet, da wird ja in Gmunden keine “große Politik” gemacht. Das ist ja eigentlich mehr so – um es mit Worten aus dem Fußball zu beschreiben – Regionalliga oder eher Kreisklasse.

In der Kreisklasse gibt es auch einzelne gute Fußballer, aber im Grunde ist es doch halt nur Kreisklasse. Damit meine ich auch die Qualität der Politiker. Da kann man halt nichts Besonderes erwarten.
Einige ragen aus der großen Masse hervor, andere sind halt nur “Mitspieler”.

Dazu kommt noch : viele Mitspieler haben einen begrenzten “Horizont” (dabei meine ich nicht dumm). Eher in Bezug auf einen bestimmten Zeitraum/Projekt/Raum.

Wenn ich halt da die Kommentare von manchen “Spielern” lese, da glaube ich manchmal nicht, was ich da lese. Ok, von vielen hört man ja überhaupt nixx …
Wenn da ein Herr Aigner so Dinge schreibt : “weil ich keinen bloß touristischen, musealen Blick auf die Stadt habe, sondern ständig hier lebe”.
Er lebt ja nicht mal hier … *laut lache* …. sondern hat hier “nur” einen hochdotierten Job. (Bei der Stadt Gmunden, Anm. d. Red.)

Da würde ich dann gerne sagen: na dann gehen sie doch wieder zurück, wo sie hergekommen sind.
Oder wie ein bekannter deutscher Comedian immer sagt : Einfach mal die ….. ääääh …. Dings halten ….

Eine gut bezahlte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für einen Zeitungsmenschen und dann sowas …. unglaublich …… und dazu noch ….. “ein nicht unterm Traunstein geborener …”
Was qualifiziert ihn denn überhaupt für diesen Job? Gute Kontakte?!

Das ist nur ein Beispiel von vielen.

Wo wir grade bei “qualifizieren” sind ….. was qualifiziert denn den neuen Bürgermeister?
Dass er nun die Dinge richten wird und alles anders machen wird, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Er wird doch eher eine Marionette der Partei sein ….. andere ziehen die Strippen, und er darf mal ein bisserl plappern, aber nur nicht zu viel.

Sich es mit diesen Leuten nicht verderben, da bloß nicht anstoßen oder anecken, den nicht vergraulen etc.

Aber immerhin ist er ja ein Studierter …. oooooh …. da staunt man. Kein Maurer, Bauer … ein echter “Studierter” ….
In einem meiner Lieblingslieder heißt es : “the photographs and headlines change, the story stays the same” …. (Hier der Link zum Lied: Star Tripper von Harry Chapin)

Herr Amon hat mir ja schon einen großen Teil meines Postings erspart, denn zu einigen Themen wollte ich eigentlich auch noch etwas schreiben.

Diese Verflechtungen und dieses ganze Gemauschel …. unfassbar. Da “besorgt man” Familienmitgliedern Posten oder Zusatzeinnahmen, hat als “Diener der Stadt” noch Posten in Firmen, die ausgerechnet auch noch Aufträge durch Stadt, Land bekommen.

Ich habe mal gehört wie sich zwei Leute aus benachbarten Ländern unterhielten und da meinte einer : “Alles was Du über Politik weißt oder glaubst zu wissen ….. vergiss es hier. Hier ist alles ganz anders. Du wirst es nicht glauben ….”

Würde eine Frau Merkel noch im Vorstand einer Firma sitzen, die Aufträge durch den Staat bekommt ….. sowas wäre undenkbar. Sie könnte sofort zurücktreten und nicht erst nach 10 Jahren.

Ok, das wäre nun ein bissel zu viel Ehre für Herrn Köppl …. ihn mit einer Frau Merkel zu vergleichen …. immerhin hat Herr Köppl ja Wohnungen gebaut und ….. halt anderes gemacht … aber er ist halt keine Frau Merkel. (schon alleine optisch nicht und überhaupt …).

Das Politiker überhaupt in Vorständen von Firmen sitzen dürfen, halte ich schon für mehr als fragwürdig. Sind es dann noch Firmen, die mit dem Amt “verbandelt” sind, dann darf es so etwas nicht geben.

Köppl hat ja eben nicht “alles” falsch gemacht, aber eben vieles. Allein schon seine – nahezu – diktatorischen Entscheidungen, Parteigenossen oder Stadträte nicht über wichtige Geschehnisse zeitnah zu informieren, ist ein absolutes Unding.

Das er eben auch Dinge richtig gemacht hat, bestreitet ja kein Mensch. Am Gschliefgraben hat er den Leuten geholfen, was ja eigentlich “normal” ist. Dass die Anwohner ihm dankbar sind, ist auch “normal”. Deshalb Herrn Köppl grundsätzlich zu glorifizieren, halte ich für arg übertrieben.

Dazu gibt es hier noch ein Phänomen, das ich nicht unerwähnt lassen möchte : eine übertriebene “Obrigkeits- und Titelhörigkeit”. ….aaaah der Herr Magister ……. aaaah Herr Bahnhofsvorsteher ….. oooh ….

Dass dazu noch die Gattin des jeweiligen Titelträgers auch direkt diesen Titel verliehen bekommt, ist schon mehr als putzig. Frau Doktor …. Frau Magister und bestimmt haben eine Menge Leute auch Frau Köppl als “Frau Bürgermeister” betitelt.

Ich hatte letzte Woche ein kleine und hitzige Diskussion um etwas, was in den Augen einer älteren Dame nicht in Ordnung war und aus einer Lächerlichkeit ein riesiges Theater gemacht wurde.

Ich : “Ich denke da im Traum nicht dran.”
Dame : “Das ist aber ‘hier’ so!”
Ich : “Aaach?!”
Dame : “Danach haben Sie sich zu richtigen!”
Ich : “Stadtrat X macht das doch auch und ich darf es nicht?”
Dame : “aaaah Stadtrat X!!! *verneig – verbeug* Das ist doch was ganz anderes!”
Ich : “Wieso das? Wenn X das macht, dann darf ich das doch auch …”
Dame : “Es ist nicht erlaubt!”
Ich : “Für mich ist es nicht erlaubt? Aber Stadtrat X darf es? Ich dachte, vor dem Gesetz sind wir alle gleich ….”
Dame : “Es ist verboten!”
Ich : “Naja, da haben Sie aber ein seltsames Demokratieverständnis ….”

Wie gesagt, es handelte sich dabei um eine Lächerlichkeit …..

Wie geht es jetzt mit Gmunden weiter?

Kurstadt : wohl kaum oder man müsste schon die “Mini-Industrie” aus der Stadt verbannen, andererseits braucht man Arbeitsplätze.

Ein kleines “Nizza” : wohl kaum, dazu hat man zu viel Raubbau an Neubauten und Altbauten getrieben

Es bleibt halt ein “Mischmasch” aus Mini-Industriestadt mit schöner Lage und Tagestourismus übrig. Mehr ist halt da nicht drin. Qualitätstourismus? ….ääääh … eher nicht. Außerdem sind für diesen “Mischmasch” die Immobilienpreise viel zu hoch.
Wer für so eine Top Lage *hüstel* in der Bahnhofsstraße derartige Summen auf den Tisch legt, dem kann man einfach nicht helfen.
Aber diese “Immobilienblase” wird auch noch platzen ……

Man kann halt nicht alles gleichzeitig wollen oder haben. Hier habe ich eher das Gefühl, alle wollen alles und das ohne Ziel und Plan durchsetzen.

Wenn ich alleine an die 57 Millionen aus dem unseligen Regio-Projekt denke …. was könnte man mit 57 Millionen alles anstellen.
Man könnte 57 “Start-Up Unternehmen” unterstützen und so 57 neue Firmen gründen und evtl. viele neue Arbeitsplätze schaffen, oder man könnte einfach 380 Gmundner Bürgern eine Wohnung schenken ….. ok ….. ok …. das war jetzt etwas unrealistisch … ich geb’s zu …. aber ist eine Regiobahn für 3 bis 6 Leute realistischer?

Zum Abschluss möchte ich noch einmal was zur “Anonymität im Internet” schreiben.

Viele Leute in Chats oder Foren oder sonstigen “sozialen Netzwerken” hebeln praktisch ihre eigene Anonymität aus.

Aus meiner langjährigen Zeit als (ehemaliger) Chat Admin habe ich da einige Erfahrung. (Nein, man muss mich jetzt nicht mit “Herr Chatadmin” anreden und meine Frau, falls ich denn eine habe, als “Frau Chatadmin”)”

Wer z.B. mal mit “echtem Namen” schreibt und dann wieder mit einem Pseudonym …. das geht meistens schief, und das liegt in der Natur der Sache.

Viele Leute können eben gewisse Eigenarten nicht verbergen. Ob es nun die Art und Weise ist wie man schreibt oder sich verhält, ob man “zickig” ist oder wenig “kritikfähig” oder schnell “akresif” (eine Wortkreation aus meiner umfangreichen “Chat-Zitate-Sammlung”) wird oder welche Themen und Dinge man laufend wiederholt oder einfach nur der Schreibstil.

Ich habe zu meinen Chatzeiten die meisten Chatter erkannt, egal mit was für einem “Nick” sie in den Chat kamen.

Die größte Gefahr für seine Anonymität im Internet ist meistens der Schreiber selber ……

Zusammenfassend möchte ich noch sagen : es braucht mehr “Querdenker” (wie Herrn Kammerhofer) und weniger “treue Parteisoldaten”, die alles abnicken. Die “Abnicker” tragen auch eine Mitschuld, denn sie sind in erster Linie dem Bürger, der sie gewählt hat, verantwortlich. Das sollten viele Leute mal bedenken, wenn sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuzerl machen (und nicht weil man schon seit Generationen das Kreuzerl an der Stelle gemacht hat oder die Leute aus dem Jagdverein etc. kennt).


 

Zurück zu den Themen

24. November 2014 - Eine Antwort

Liebe Leserleins!

Wir haben in den letzten Tagen hier eine intensive Diskussion mit einem Forum-Poster geführt. Im Team Gmundl gab es diese Woche eine ebenso intensive Debatte über die Frage, ob wir solche Diskussionen überhaupt führen sollen. Damit gekoppelt die Frage, ob man wirklich alle Postings freischalten soll, auch wenn sie offenkundig nicht mehr der Fortführung einer sinnvollen Diskussion dienen.

Bisher haben wir das extrem liberal gehandhabt. Die internen Gespräche und die Ereignisse dieser Woche haben aber gezeigt, dass Diskussionen in bestimmten Fällen nicht nur sinnlos sind, sondern auch diesen Blog und uns selbst lähmen. Möglich, dass das beabsichtigt war. Wir wissen es nicht. Nur eines ist klar: wir wollen hier keinem Vertreter von Firmen- oder Politinteressen über das erträgliche Mass hinaus die Möglichkeit geben, sogar unbestreitbare Fakten zu relativieren und den Blog lahmzulegen sowie unsere Arbeit extrem zu erschweren.
Wir können natürlich im Einzelfall nicht beurteilen, ob jemand unter dem Deckmantel eines “objektiven” Debattenbeitrages bestimmte Interessen vertritt, sich bloss als Internett-Troll betätigt, vielleicht nur seine Privatprobleme in dieser Form auslebt, oder einfach nur ein Besserwisser und Rechthaber ist.

Wenn von einem solchen Poster dann auch noch merkwürdige Theorien gewälzt werden (wir haben das nicht mehr freigeschalten), die scheinbar nur dazu dienen, die Glaubwürdigkeit dieses Blogs und der hier kommentierenden Poster zu untergraben, dann muss die Notbremse gezogen werden. Was wir hiermit getan haben und bestimmte Postings nicht mehr freischalten werden. Es handelt sich nur um eine einzige betroffene Person, und es ist das erste Mal. Wir hoffen, nie wieder zu so einem Schritt gezwungen zu sein.

Im Sinne der Wirkungskraft dieses Blogs, im Sinne unserer Leserleins und all der anderen Posterleins, die bei aller Vehemenz und Beharrlichkeit sich immer im Rahmen der “Nettiquette” bewegen, bleibt uns leider keine andere Möglichkeit. Wir werden damit leben können, dass jetzt vielleicht jemand laut “Zensur” schreit. Wir werden es aushalten. Unsere Leserleins, Posterleins und die Bürgerleins wissen, dass dem nicht so ist: hier wird weiterhin die Möglichkeit bestehen, frei seine Meinung zu sagen. Aber einfach nur argumentationslos in fast autistischer Art herumzutrollen, das können wir nicht akzeptieren. Schon gar nicht wollen wir riskieren, womöglich ein Einfallstor für jene aufzumachen, die wir hier kritisieren. Diese Mächtigen haben genug Möglichkeiten, Ihre Standpunkte anderswo darzubieten. Die meisten lokalen Medien stehen dafür bereitwillig zur Verfügung. Wir bringen gern auch die Stellungnahmen von kritisierten Machthabern und Machthaberern, aber sie werden hier nicht das Sagen haben. Auch nicht auf Umwegen.

Wir bringen hier also zwei Repliken auf bestimmte Postings, eine eventuelle Antwort darauf werden wir nicht mehr freischalten, denn nun ist alles gesagt, was sinnvollerweise gesagt werden kann.
Unser Dank gilt all jenen Posterleins aller Richtungen und Parteien, die sich bemüht haben (und weitgehend mit Erfolg), mit Argumenten zu arbeiten, gerne auch mal mit Ironie unterlegt, das macht die Diskussion farbiger. Auch kleine Fehltritte können vorkommen, unterlaufen auch uns immer wieder mal. Aber wir lassen nicht zu, dass dieser Blog zur Spielwiese für Trolle wird.

Diese Woche werden wir uns also wieder mit den Kernthemen unseres Blogs beschäftigen können. Heia Safari! Natürlich ohne Waffen, nur mit Fotoapparaten sozusagen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Sonntägliche Postings aus dem Kommentarteil:

Susanne Walcher
Gesendet am 23.11.2014 um 9:08 nachmittags

@geotraunkirchen

Sehr geehrter Herr Dr. B.!
Sie können sich sicher an unser langes Gespräch vor fast einem Jahr erinnern…, ich habe es sehr geschätzt, dass Sie damals auf uns zugekommen sind.

Schon damals haben Sie erklärt, dass Sie den scheidenden Bürgermeister in der Causa Gschliefgraben als einen Menschen kennengelernt haben, der zu seinem Wort steht. Diese Eigenschaft zeichnet die Person Köppl tatsächlich aus, sowohl in ihrer positiven Ausprägung als “Beharrlichkeit” als auch im ihrer negativen als “Sturheit”, “Unbelehrbarkeit”, oder, wie letztens ein ÖVP-Insider zu mir sagte “Beratungsresistenz”. Viele Leute, die die Person Köppl nicht schätzen, und da gehöre ich dazu – einerseits aus persönlichen Gründen, die Sie kennen, andererseits, weil er für mich hauptverantwortlich ist für die Verschandelung unserer Stadt (Stichwort “Verbunkerung” und Abriss historischer Gebäude) und für das völlig vergiftete politische Klima – also, viele Leute, die ihn nicht schätzen, kritisieren seinen politischen Stil des Drüberfahrens und sein geradezu göttliches Sendungsbewusstsein. (Welcher Bürgermeister würde sich trauen, sich einen Privatparkplatz mitten im Halteverbot vor dem Rathaus zu genehmigen, während kleine Bürgerleins dort rigoros abgestraft werden? Sowas nenne ich abgehoben. Ein Zeichen dafür, dass dem Ortskaiser sein politisches Gespür schon längst abhanden gekommen ist. Diese “quod licet Iovi”-Mentalität wird der Bürgermeister-Partei 2015 noch ordentlich auf den Kopf fallen!)
In Ihrem Kommentar vom 18.11. schreiben Sie, dass Sie dem scheidenden Bürgermeister dankbar sind, weil er in einer für Sie potentiell ruinösen Angelegenheit vor Gericht bei der Wahrheit blieb.
Entschuldigen Sie meine vielleicht naive Einstellung, aber ist das nicht Bürgerpflicht und eine Selbstverständlichkeit? Oder ist es wirklich, angesichts der Tatsache, dass unsere Gefängnisse langsam voll sind mit korrupten Politikern, eine derart seltene und einmalige Sache, wenn ein Politiker vor Gericht die Wahrheit sagt, dass man ihm dafür zu ewigem Dank verpflichtet sein muss?
Ihre Dankbarkeit ehrt Sie, aber verstehen Sie auch, dass ein Großteil der Leser dieses Blogs nicht unglücklich ist über den Rücktritt eines Politikers, der seine Bodenhaftung verloren hat.
Wohlgemerkt ist die Situation in Gmunden geradezu typisch für das politische System in Österreich – mit dem kleinen Unterschied, dass diese Machenschaften hier mit einer besonderen Dreistigkeit und völlig offen praktiziert werden, frei nach dem Motto “Frechheit siegt”!

Danke, wir sehen das punkgenau deckungsgleich.
Babsy Blitzschnell f. d. TG


Franz Forster
Gesendet am 23.11.2014 um 12:00 vormittags

Zu unserem demokratischen Selbstverständnis gehört es, auch blitzdumme Postings zu veröffentlichen.???????

Ab sofort nicht mehr! Siehe meinen Blogbeitrag vom Montag.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Ewig dankbar  
Gesendet am 23.11.2014 um 8:49 vormittags

Nochmals Antwort auf geotraunkrichen
Geotraunkirchen glaubt, er könne im gmundl ein Forum finden, um seiner leider immer gleichen Leier freien Lauf zu lassen. Noch dazu glaubt er, dass er allein Recht hat. Er hat die Geduld des gmundl genug herausgefordert, immer auf seine Kommentare (über deren Niveau und Qualität möchte ich mich lieber nicht äussern!) zu reagieren. Schön langsam wird es ein Privat hick-hack von geortraunkirchen. Wenn er schon so übermächtig gscheit ist, warum schreibt er nicht in den lokalen Medien? Seine Ansichten würden die sicher gerne berichten, da er auf ihrer Linie liegt. Die lokalen Medien sind sowieso schon langweilig genug, da kommt es auf einen weiteren linientreuen Kommentar mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Wir sehen das sehr ähnlich. Wir wollen nicht das Forum für ein privates Hick-Hack abgeben. Ab sofort schalten wir solche Beiträge nicht mehr frei. Das ist leider der einzige Weg, um Trollen im Internet beizukommen: ignorieren. Was hiermit geschieht. Siehe auch meinen Blogbeitrag vom Montag.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Debatte geht weiter

23. November 2014 - 3 Antworten

Liebe Leserleins!

Die Debatte geht weiter. Ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass wir nicht zulassen werden, dass sich hier Internet-Trolle einnisten. Wenn jemand dauernd “nachtarockiert” wird das irgend wann uninteressant. Wir haben eine sehr grosszügige Praxis des Freischaltens. Aber Trolle werden ab einem bestimmten Punkt in ihrem Aktionsradius im Blog eingeschränkt, gell. Das ist im Interesse des Blogs, der Leserleins und der Diskussion.

Da wir auch einmal eine Pause brauchen, gibt es heute hier “nur” die Postings von gestern. Es sind aber ein paar sehr interessante Wortmeldungen dabei, und vor allem ein paar interessante Antworten …

Schönen Sonntag auch!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


geotraunkirchen
Gesendet am 22.11.2014 um 12:26 nachmittags | Als Antwort auf Ewig dankbar.

Wer für Fairness ist hat ein Nahverhältnis? Wie arm im Geist sind hier die Kommentatoren?

Das ist jetzt aber knapp am Platzverweis. Bitte keine Formulierungen, in denen Kommentatoren als dumm, blöd etc. bezeichnet werden.
Noch einjmal zur Klarstellung: “dumme Handlung” ist erlaubt, “dummer Politiker” ist nicht erlaubt. “Blödes Argument” ist erlaubt (wenn auch nicht sehr elegant), “Blöder Kommentator” ist nicht erlaubt.
Die Frage, ob jemand aufgrund seines Naheverhältnisses für etwas eintritt, was er sehr subjektiv für “Fairness” hält, ist zulässig und drängt sich rein tiefenpsychologisch auf. Damit ist noch gar nichts unterstellt.
Babsy Blitzschnell f. d. TG


Arbeitslose Kellnerinen und Kellner
Gesendet am 22.11.2014 um 9:14 vormittags

Der neu Bürgermeister dürfte mit dem Alkohol nichts am Hut haben. Können wir nur zum lieben Gott beten, dass er mit der besoffenen Partie die außer vom Weinhaus zum Schwan und wieder zurück ums letzte Achterl oder um an Halbe rennen, keine Beteiligung macht. Andere Part…. haben ja auch ein paar Bsuffa die bei diversen Festen das Bier und den Wein nur so rein schütten in die durch Alkohol roten Politikerköpfe.
Auf alle Fälle braucht der neue Bürgermeister ein Team die dem Alkohol nicht zusprechen und fit für die Politik in Gmunden sind. Wirtshaussuderanten sind sicher nicht fit für eine ordentliche Politik zu brauchen.
Wenn er ein neues Team aufstellt sind wir zuversichtlich, dass es besser wird!
Für die anderen Parteien wird es auch schwerer, weil sie dann auch was leisten müssen, wenn sie politisch überleben wollen.
Bis jetzt war ja jede blöde Aussage besser als das Geleistete.


Ewig dankbar
Gesendet am 22.11.2014 um 8:34 vormittags

@geotraunkrchen:
Sie haben recht, Babsy Blitzschnell, dass Sie aufgeben, geotraunkirchen etwas zu erklären. Er will oder kann einfach nichts verstehen. Dass er anderer Meinung ist, das kann man ja noch akzeptieren. Aber das Frustrierende ist, dass Sie versucht haben, in einer sehr intellekturellen Weise die Person Jörg Haiders zu analysieren. Geotraunkirchen hat nichts verstanden, wie man aus seiner Rückäusserung entnehmen kann. Aber andere Leser haben diesen intelligenten Kommentar sehr wohl verstanden u. genossen, somit waren Ihre Bemühungen nicht umsonst.

Danke!
Babsy Blitzschnell f. d. TG


geotraunkirchen
Gesendet am 22.11.2014 um 8:11 vormittags

Zum Grundwasser in Ohlsdorf: hab zahlreiche Dokumente und Unterlagen eingeholt und aus meinem Fachgebiet heraus ausgewertet. Ist alles nicht geeignet, um das Losdreschen auf aktuelle Feindbilder zu rechtfertigen und dazu noch sachlich wenig fundierte und teils falsche Meinungen und Fakten zu bemühen. Ein bißchen mehr Zurückhaltung beim Bewerten oder mehr Recherche wären angebracht, jedenfalls vor dem Vorverurteilen (auch wenn es mit dem abgelutschten Zusatz von der Unschuldsvermutung ergänzt wird). Das schützt zwar vor juristischen Konsequenzen, aber der “Ruf” der angesprochenen wird weiter belastet und niemand korrigiert die Aussagen, wenn sie einmal dort stehen.

Ehrlich gesagt: mich macht das jetzt wirklich wütend. Rund um die Ohlsdorfer Wasserfrage ist lang genug herumgequatscht worden. Auch von den sogenannten Experten. Es hat die Kriminalpolizei gebraucht, damit sich was rührt. Es gibt nun einmal eine Müllmafia. Ob sie in Ohldorf am Werk war oder nicht, wird hoffentlich zweifelsfrei geklärt werden. Es gibt Dinge, die lassen sich auf der Ebene des Experten-Gequassels nicht lösen. Denn: drei Experten, vier Meinungen. Die Frage hat mit Expertisen überhaupt nichts zu tun. Die Fragen sind sehr schlicht und auch von Laien leicht zu stellen: Wer hat das Zeug hingebracht? Waren die Abläufe in Ordnung? Warum kontrolliert kein Schwein, ob auf einer Deponie nur das liegt, was dort sein darf? Warum werden Depoien nicht grundsätzlich schärfer kontrolliert, auch wenn dort nur “harmloses” Zeug abgelagert wird? Warum ist man nie den seit Jahren herumschwirrenden Gerüchten nachgegangen? Gibt es auf der Deponie ein funktionierendes Kontrollsystem? Wenn ja: warum hat es versagt? Wenn nein: warum nicht? Das hat doch alles nichts mit Fachwissen zu tun, wenn verbotene Stoffe in die Deponie und von dort ins Grundwasser gelangen.
Das ist ursächlich ein Kriminalfall und kein technisches Problem! Ein technisches Problem ist es erst jetzt, weil man einen Weg finden muß, das zu sanieren.
Schön langsam geht mir das Experten-Getue schwer auf den Geist! Diese Experten stehen herum, blättern in Fachbüchern und tippen auf ihren Laptops herum, während das Grundwasser versaut wird. So schauts aus.
Babsy Blitzschnell f. d. TG


geotraunkirchen
Gesendet am 22.11.2014 um 8:05 vormittags

…Ihr könnt mein Weltbild gern kennen lernen, wir können uns jederzeit treffen, wenn Ihr aus der Deckung kommt. Jetzt ist ja der große Rächer, der die geouteten in den Hades schicken wird, bald nicht mehr aktiv. Ist dann auch noch Euer Job in Gefahr, wenn ja der (ausschließlich) Geschmähte sowieso nicht mehr im Amt ist?

Da liegt Ihr grundsätzlicher Denkfehler. Es geht nicht um Einzelpersonen. Das System, das Gmunden im Griff hat, lebt weiter. Nur weil einer ausgewechselt wird, ändert sich ja nicht gleich die Verquickung von Politik und Wirtschaft, von Partei und Familienclans. Sie werden es nicht mehr lernen: unsere Kritik galt nicht der Person (auch wenn die Person die Art prägen kann, wie das System auftritt), sondern dem System. Da war Köppl nur ein Rädchen, das brav so funktioniert hat, wie man es von ihm erwartete. Seine persönliche Hybris bestand darin, zu glauben, er sei wichtig und unersetzlich. Er wurde von höhrer Stelle eines Besseren belehrt.
Wir werden uns also hüten, aus der “Deckung” zu kommen. Ja, unsere Jobs sind nach wie vor gefährdet, weil die hatten/haben ja nichts direkt mit dem Köppl zu tun.
Und noch etwas: Sie nehmen hier Haltung der Herrschenden ein. Kritik ist für Sie Schmähung. Davon kann keine Rede sein. Es wurden einfach die harten Fakten auf den Tisch gelegt. Die Widerlegung der Fakten sind Sie schuldig geblieben.
Es wurde hier auch immer klar und deutlich gesagt, dass Köppl zwar die politische Hauptverantwortung trägt, dass aber all jene, die das mitgetragen haben ebenso verantwortlich sind. Von “ausschliesslich” kann hier keine Rede sein. Wir haben Politiker aller Parteien hier schon kritisiert. Und Köppl war nun wirklich nicht der einzige ÖVPler, den wir hier kritisiert haben. Lesen Sie mal die Blogbeiträge durch (soviel zu PISA). Daher rührt auch unsere grundsätzliche Skepsis gegenüber dem kommenden Bürgermeister: er arriviert vom braven Abstimmungsmitläufer nun zum Chef der Abstimmungsmaschinerie. Ob sich da viel ändert, wird die Zukunft zeigen. Skepsis ist angebracht.
Babsy Blitzschnell f. d. TG


geotraunkirchen
Gesendet am 22.11.2014 um 8:02 vormittags

Warum nehmt Ihr zu solchen Untergriffen Zuflucht wie PISA-Niveau und ähnliches und kennt Ihr wirklich mein Weltbild????

…und zum Steine werfen: ist Teil unserer Redewendungen, jemandem einen Stein hinterher werfen, war noch nie wegen der Scharia ein Problem, dieses Bild aus dem Neuen Testament bei uns zu verwenden, ohne beschimpft zu werden…..

OK: ich nehme zur Kenntnis, dass Sie sogar Ihre eigenen Texte nicht sinnentnehmend lesen können. Sie haben eindeutig und unmissverständlich von “Steinigung” geschrieben, gell! Da ist dann der Vorwurf, sich unter PISA-Niveau zu bewegen (nicht auf PISA-Niveau, gell!) durchaus berechtigt. Das ist eben keine Beschimpfung, sondern eine Antwort in angemessener Tonlage. Sie können einem sauber argumentierenden Kommentator nicht “Steinigung” vorwerfen, ohne mit einem entsprechenden Echo rechnen zu müssen. Im übrigen gibt es das Bild mit dem Nachwerfen von Steinen in der Bibel gar nicht. Auch das Zitieren will geübt sein. Also hier eine kleine Nachhilfe (dank an Herrn Amon, der ist nämlich Bibelkenner und hat uns aus Ärger über Ihre Auslassungen die entsprechenden Stellen geschickt), es ist ein Text aus der Einheitsübersetzung, Evangelium des Johannes, 8. Kapitel:
“1 Jesus aber ging zum Ölberg. 2 Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. 3 Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte 4 und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. 5 Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? … 7 Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. … 11… Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!”
Ist also ein bißerl ein anderer Kontext, gell. Und von “nachwerfen” im Abgang oder so keine Rede. Amon hat uns dazu noch eine Erklärung mitgeschickt:
“Die moderne Bibelforschung geht davon aus, daß diese Stelle nicht authentisch auf Jesus zurückzuführen ist. Sie taucht erst ab dem 3. Jahrhundert in den Texten auf, wurde nachweisbar erst damals eingefügt. Warum hat man das getan? Nun, eigentlich war man damals überzeugt, daß dank des Erlösungstodes von Jesus und durch die Taufe die ganz “großen” Sünden wie Mord, Unglaube oder Ehebruch überwunden sein müssten, nicht mehr vorkommen dürften. Das praktische Erleben in den christlichen Gemeinden aber gab ein anderes Bild. Wie sollte man also damit umgehen? Die Grundhaltung war damals: wer solche Taten begeht, ist exkommuniziert, hat sich aus der “heiligen Kirche” selbst ausgeschlossen. Aber jeder sollte noch eine Chance haben und sich durch ein der Schwere der Tat angepaßtes, ziemlich aufwendiges Bußwerk wieder mit der “heiligen Kirche” versöhnen können. Der Ritus wurde meist am Gründonnerstag vollzogen und hieß “mühevolle Taufe”. Einigen Theologen war diese Vorgangsweise zu lasch, sie meinten, von solchen Sünden könne es keine Befreiung geben. Es läge nicht an der Kirche, solche Taten zu vergeben, es gebe keinen Weg zurück in die Gemeinschaft der Getauften. Andere Theologen und Päpste stellten sich dieser Ansicht entgegen. Sie traten für die Fortführung der alten Bußpraxis ein: ein Mal, ein einziges (!) Mal dürfe die Kirche auf diesem Weg Sündern entgegenkommen. (Später, ca. ab dem 6. Jhdt., wurde dann die Buße beliebig oft wiederholbar, der Ritus wurde vereinfacht und mußte auch nicht mehr öffentlich vollzogen werden.) Um die barmherzigere Lösung zu verteidigen, holte man den Passus mit der Ehebrecherin aus dem Mythenvorrat der mündlichen Überlieferung herüber in die schriftliche Bibel. Man darf nicht übersehen, daß extrem strenge Bußregelungen vermutlich dazu geführt hätten, daß die christlichen Gemeinden merkbar geschrumpft wären. Es war also keineswegs bloße Barmherzigkeit, sondern ein guter Schuß Pragmatismus, der zu dieser Lösung führte. Dabei muß aber klar sein: die Sünde sollte nicht bagatellisiert werden, Schwamm drüber, vergessen wir es. (Jesus sagte ja an dieser Stelle: “Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.” Ein ziemlich harter Sager!) Nein, es ging um den richtigen Stellenwert einer Sünde und um die Chance zur Umkehr: Sünder konnten nur umkehren, wenn man ihren Sünden mit Barmherzigkeit begegnete. Das hieß nicht, die Sünden zu verschweigen oder jemanden aufgrund einer Sünde auf ewig zu verdammen. Eine Sünde ist und bleibt eine Sünde, aber damit der Sünder weiterleben kann, müssen Sünden vergeben werden können, letztlich sogar immer wieder.
Eine interessante “Pointe” liefert dazu der katholische Theologe Rahner: er sieht die Ehebrecherin als Symbol für die Kirche selbst, sie erkennt sich in der Gestalt der Ehebrecherin. Sie sieht sich selbst als in Sünde stehend. Das ist nicht ohne Ironie, wenn man diese Idee Rahners auf sich selbst als Kritiker von Vorgängen überträgt: man prangert an, weil man sich selbst als sündenfähig erkennt. Man kritisiert, um auch sich selbst zu befreien, die eigenen Dämonen zu bekämpfen. Um der eigenen Verführbarkeit, um die man weiß, zu entfliehen. Das Bild, nur der ohne Sünde solle den ersten Stein werfen, ist also kein Aufruf zum Verschweigen der Sünde eines anderen Menschen, sondern die Aufforderung, die eigenen Sündenfähigkeit zu erkennen.”

Soweit also zum “Steinenachwerfen” und dessen Vorkommen und Bedeutung in der Bibel. Danke für die Mühe an unseren Gastkommentator. Man sieht: unser Blog kann auch ganz schön weiterbildend sein.
Babsy Blitzschnell f. d. TG

PS.: Das Weltbild unserer Leserleins ist uns genau betrachtet egal. Wir lesen und beurteilen ausschliesslich ihre hier geposteten Beiträge.

Rekorde

22. November 2014 - 2 Antworten

Liebe Leserleins!

Es war eine bemerkenswerte Woche. Rücktritt und Rekorde. Die Rekorde bei uns. Die haben aber wahrscheinlich viel mit diesem Rücktritt zu tun.
Wir hatten auch rekordverdächtig viele Reaktionen in Form von Emails – auf den Gastkommentar von Michael Amon. Neben sehr wenig Kritik gab es vor allem Lob und Zustimmung. Dafür bedanken wir uns.

Wir bedanken uns auch für die vielen Besucher hier.
Diese Woche eilten wir von Rekord zu Rekord. Zwei Mal neue Tageshöchstzahlen, und ein neuer Wochenrekord, denn von Montag bis Freitag hatten wir bereits mehr 7.000 Besucherleins. Da werden wohl Samstag und Sonntag noch ein paar dazu kommen.

Aber genug des Jubels. Vor uns liegt eine weitere spannende Woche. Es wird, das steht fest, einen neuen Bürgermeister geben. Mehr Lehrbub als Bürgermeister, wie man annehmen darf und bereits quer durchs Dorf geflüstert wird. Nein, es gibt keine “Schonzeit” oder “Schonfrist”. Erstens lehnen wir das Wort ab – das wäre eine Übertragung der Sprache der Jäger auf den Menschen. Es geht schliesslich nicht darum, jemanden zu jagen und zu erlegen. Wer sich in ein Amt wählen lässt, muss sich vom ersten Tag an beweisen. Schliesslich fliesst auch die Gage vom ersten Tag an. Man darf also gespannt sein, was da auf uns zu kommt. Die Skepsis in der Bevölkerung ist gross, die Erwartungen niedrig. Das kann ein Vorteil sein, muss aber nicht.

Nach der bleiernen Lähmung der letzten Köppl-Jahre liegt jetzt eine Form von Schockstarre über der Stadt. Alle warten, was denn nun kommen werde. Lassen wir uns überraschen.

Ihre Babsy hat ein Gespräch von Gmundner belauscht, unabsichtlich, aber die haben am Nebentisch so laut geredet, da konnte ich meine Lauscherchen gar verschliessen. Das Gespräch klang etwas anders als die “Umfrage” in der Krone. Da fragt man sich: haben die von der Krone befragten Leute gelogen, oder waren sie vom Bezirkssekretariat der ÖVP ausgesucht …
Hier also zwei Gmundner Bürger im Gespräch. Nicht frei erfunden! Es war genau so, gell!

1. Gmundner: Jetzt ist er weg, der Köppl.
2. Gmundner: Ja, eh, naja.
1. Gmundner: Ist dir egal?
2. Gmundner: Weg ist er halt. Wenn schon. Mir fehlt er nicht.
1. Gmundner: Mir hat er einmal ein Strafmandat erlassen.
2. Gmundner: Echt?
1. Gmundner: Ja, echt! Übern Köppl lass ich nichts kommen. Bei Strafmandaten war er ok.
2. Gmundner: Aber sonst?
1. Gmundner: Ja sonst, lassen wir das. Du kennst ihn ja, der Köppl halt. Aber mein Strafmandat, das war super.
2. Gmundner: Was sagst zu seinem Nachfolger?
1. Gmundner: Kenn ich net.
2. Gmundner: Ich auch net. Aber ist eh egal. Schlechter kanns nicht mehr werden.
1. Gmundner: Weiss ich net. Wer weiss …
2. Gmundner: Du weisst auch nichts über den Neuen?
1. Gmundner: Net viel. Sportler ist er in der HAK.
2. Gmundner: Sportler? Na bumm. Das wird anstrengend.

Beide lachen und prosten sich zu.

1. Gmundner: Ob der Neue a gute Lösung ist?
2. Gmundner: Es gibt ka gute Lösung.
1. Gmundner: Da hast auch wieder recht.
2. Gmundner: Man sollte den Bürgermeister von Ebensee leasen.

Beide lachen erneut.

1. Gmundner: Was glaubst, täten die Ebensseer verlangen?
2. Gmundner: Kommt darauf an. Aber teurer als ein eigener Bürgermeister kanns net sein.

Beide lachen und prosten sich noch einmal zu.

2. Gmundner: Den Bürgermeister leasen, auf das hätt ich auch schon früher kommen können.
1. Gmundner: Aber ob da die Schwarzn mitspielen?

Beide lachen und trinken aus.

An dieser Stelle hat Ihre Babsy “zahlen bitte” gerufen und ist gegangen.

Bis Morgen!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Nachlese: die gestrigen Postings. (In umgekehrter Reihenfolge des Eintreffens)

geotraunkirchen
Gesendet am 21.11.2014 um 12:54 nachmittags

“Er war seinen Gegenspielern in der Politik intellektuell überlegen und noch dazu von politischen Skrupeln kaum geplagt.”……und das ist dann ein Intellektueller??

Sie wollen auch das nicht verstehen. Kismet. Ich denke, Michael Amon hat seine These recht gut argumentiert. Wo steht, dass ein Intellektueller Skrupel haben muss? Oder keine haben darf? Sie picken hier einen Satz einfach heraus, ein wenig, entschuldige, auf PISA-Niveau was die Sinnentnahme betrifft, gell. Amon – so lese ich das – wollte das Fänomen Haider aus mehreren Perspektiven und unter verschiedenen Aspekten beschreiben, seinen Erfolg erklären: die Mischung aus Intellekt und skrupelloser Verwendung aller möglicher Versatzstücke linker Poltik und Theorie. Der Intellekt allein erklärt die Erfolge Haiders natürlich nicht. Haider war in stillen Stunden – so erzählen es nicht nur seine Freunde – durchaus zur Reflexion des eigenen Tuns fähig. Dass er dank seiner Sozialisation (kann man in diversen Büchern über ihn nachlesen, etwa bei Scharsach) diese Reflexion oft beiseite schob, ändert nichts am Befund. Aber wahrscheinlich passt die These der Intellektualität Haiders nicht in Ihr Weltbild des Intellektuellen als Elfeinturm-Stubenhocker, der von oben herab gscheitln tut, aber zu keiner Handlung fähig ist. Insider berichten, nebenbei erwähnt, dass die auffälligen häufigen Absenzen Haiders damit zu tun hatten, dass er sich depressiv zurückzog, wenn ihm wieder einmal der Widerspruch zwischen seinen Handlungen und seinen Reflexionen bewusst wurde. Kann nicht beurteilen, ob es stimmt und so war, aber unlogisch klingt es jedenfalls nicht.
Babsy Blitzschnell f. d. TG


Ewig dankbar
Gesendet am 21.11.2014 um 7:54 vormittags | Als Antwort auf geotraunkirchen .

@geotraunkirchen: also doch ein persönliches Nahverhältnis zu BGM Köppl, man muß ihm immer dankbar sein. Solche Personen, die Köppl einiges zu verdanken haben, gibt es zahlreiche in Gmunden,,angeblich ist auch der künftige Bürgermeister darunter.


geotraunkirchen
Gesendet am 21.11.2014 um 4:51 vormittags

Der Ureinwohner mit dem beschränkten Horizont, der durch Brauchtum so eingeengt ist, der intellektuellenfeindliche Ebenseer mit dem unbewußten Griff in die unterste Schublade, der “Haberer” der (vormals) Mächtigen wünscht in völliger Unkenntnis der gmundner Verhältnisse allen KommentatorInnen mit ihrer tiefen Sachkenntnis in allen möglichen Fachbereichen (die auch jeweils schon jede für sich Querschnittsmaterien und daher vielfältig sind) mit ihrer wunderbaren Streitkultur und dem so deutlich sichtbaren Bemühen, den Anderen nicht (absichtlich) falsch zu interpretieren, ein schönes Wochenende.

Vor dem Hintergrund dieser völlig ausgewogenen und sachlich so fundierten Texte und Argumente werden sich sicher viele Menschen finden, die weiter für das Wohl der Allgemeinheit in Politik und Verwaltung arbeiten. Vor allem, weil sie sich einer gerechten, fundierten, sachlichen und fairen Beurteilung von Sachverhalten und Personen nach dem Lesen dieser Texte sicher sein werden.

Ich gebs auf. Dazu fällt nicht einmal einer Babsy Blitzschnell mehr was ein. Wenn alle Argumente abprallen, und frau das Gefühl bekommt, dass jemand sich unbedingt als Internet-Troll betätigen will, dann solls halt sein. Es bliebt allen Leserleins überlassen, sich ihren eigenen Reim zu machen – wurst ob Endreim, Stabreim oder gar kein Reim.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

Heftig, kräftig, deftig …

21. November 2014 - 4 Antworten

Liebe Leserleins!

So wie in der Überschrift, so verläuft derzeit hier die Diskussion. Aber bitte, niemand sei gekränkt, wenn er mit den eigenen Argumenten nicht ganz so durchkommt, wie vielleicht erhofft. Das ist nun mal so, wenn Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
Für unsere Begriffe hat geotraunkirchen sich ein wenig zu sehr “einbetoniert”. Ihre Babsy versteht schon so Manches, es ist ehrenwert und allzumenschlich, jemanden, der einem ganz persönlich geholfen hat, beizustehen. Das ist in Ordnung. Aber man sollte – Michael Amon hat das sehr ausführlich und sorgsam argumentiert – schon trennen können zwischen persönlich und politisch. Das ist nicht immer ganz ident. Trotzdem finden wir auch solche Meinungen spannend, dafür muss hier Platz sein. Aber man muss halt mit Gegenwind rechnen.

Immerhin hat geotraunkirchen mit Begriffen wie “Steinigung” herumgeworfen. Und das ist, da mache ich jetzt aus meinem Herzen keine Mördergrube, schon ziemlich gar arg. Vor allem in Hinblick auf jene Menschen, die von durchgeknallten Islamisten und Scharia-Fans tatsächlich gesteinigt wurden und leider auch zukünftig noch gesteinigt werden. geotraunkirchen sollte sich mal von einem Pathologen erklären lassen, wie grausam diese Art der Ermordung eines Menschen ist. Amon hat Köppl weder ermordet noch auch nur annähernd “grausam” kritisiert. Seine Kritik auch nur in die Nähe von “Steinigung” zu bringen, ist eine ungeheure Entgleisung, ich würde das angesichts der realen Grausamkeit von Steinigungen durchaus blasphemisch nennen, hier einen Bezug zu einer harten, aber inhaltlisch stimmigen und gut argumentierten Kritik herzustellen. Bitte Argumente, und nicht bloss selbst mit Steinbrocken herumwerfen.

Derzeit wird unser Blog gestürmt. Uff, aber das wird sich wieder legen. Kann nicht anders sein. Jetzt verharrt natürlich ganz Gmunden in der Schockstarre und wartet, wie es weitergeht. Mit dieser Frage werden wir uns in der einen oder anderen Weise am Wochenende beschäftigen. Heute aber wieder hier vorn im Blog die Postings von gestern. Viele unserer Leserleins schätzen das, denn da müssen sie nicht mühsam hinten bei den einzelnen Beiträgen die Kommentare suchen. Also machen wir das weiter so, weil es sich bewährt hat.

Erholen Sie sich alle gut von einer doch recht ereignisreichen Woche.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Die Postings in umgekehrter Reihenfolge des Eintreffens.

Gmundens Totenglöckchen
Gesendet am 20.11.2014 um 11:05 nachmittags

Ich glaube vielmehr, dass Vizekanzler, Wirtschaftsminister und ÖVP-Bundesparteiobmann Mitterlehner – ein Oberösterreicher – den Druck erhöhte, um den Führer und Bürgermeister der Schand-ÖVP-Gemeinde Österreichs Gmunden loszuwerden – Hupf Sepp und seine Vasallen hätten das nie geschafft. Sonst wäre Köppl doch nie zu diesem Zeitpunkt zurückgetreten, va, da Adventfeiern vor der Türen stehen und er sich noch ausgiebig von seinen grossteils greisen Jubeltruppen – in Gmunden fallen auch schon 30-jährige in diese Gruppe – feiern lassen hätte können nach Motto: “Köppl ist der Beste”! Man weiß mittlerweile nicht mehr, wer dümmer ist, die Zugezogenen oder die Urgmundner – alle fleissig Köppl zujubelnd, obwohl von einem Desaster zum nächsten fallend dank all der Wahnprojekte. Die Intelligenz wurde offenbar von den Zugezogenen an der Ortstafel abgegeben. Nicht einmal den endgültigen Untergang Gmundens scheint die einfach gestrickte Bevölkerung kapiert zu haben.
Designierter BM Krapf tut mir leid – der steht vor den Trümmern, die sein Vorgänger hinterlassen hat und aus der Nummer könnte auch Herkules nichts Positives mehr machen.
Hätten die Gmundner Hauptwohnsitzler Rückgrat gehabt, wenn sie Köppl schon 2009 wider besseren Wissens wieder wählten und dazu noch der ÖVP die Absolute sicherten, hätten sie Köppl schon in der Causa Hametner – ein weiterer Schandfleck für die Mentalität der Gmundner Bürger – verabschieden müssen als Dienstgeber, einen Präsedenzfall schaffen wie zB Papst Benedikt XVI. Nicht einmal dazu reichte es. Nur brav ducken und verhabert mit Köppl(s) sein – Du Heinz, Du Regina. Das zwischenmenschliche Klima ist völlig abgesandelt.


Hans Heidinger
Gesendet am 20.11.2014 um 5:26 nachmittags

Eine bessere Darstellung der Situation, in der sich Gmunden momentan befindet, wie im Gastkommentar von Michael Amon ” Ein ruhmloser Abgang”, wird es so schnell nicht mehr geben. Eine bessere Charakterisierung der in Gmunden “handelnden” Politiker auch nicht.
Statt diesen Kommentar von M.A. als Ansatz für einen wirklichen “Neustart” in der Politik für Gmunden zu sehen, ergeht sich Herr Dickinger wieder in altbekannten Platitüden.
Soll man einen Politiker, der eine Verlängerung der VorchdorferBahn mit 32m langen Zugsgarnituren durch die historische Altstadt von Gmunden befürwortet und die ästhetisch so gelungene “Neugestaltung” des Klosterplatzes und der Traunsteinstrasse auch für die Innenstadt als “Chance für die Stadtgestaltung” bezeichnet, wirklich die Kompetenz für die Durchführung eines “Neustarts” in der Gmundner Politik zutrauen?


geotraunkirchen
Gesendet am 20.11.2014 um 1:01 nachmittags

Es fällt mir alles in Stücken auf und ein: ich bin gern ein Ureinwohner dieser Gegend und bin #stolzdrauf (Geboren in Ebensee, Rindbach)


geotraunkirchen
Gesendet am 20.11.2014 um 12:56 nachmittags

Vielleicht noch zu “durchschaut”: ich bin Ebenseer, bei mir spielt noch mehr das Brauchtum eine Rolle, als in Gmunden. Wir haben aber zum Beispiel beim Glöcklerlauf anderes auf dem Kopf als die Sparefroh-Kappen in Gmunden. Wir würden eine solche in Großformat auch nicht auf dem Rathausplatz in Ebensee aufstellen, nicht einmal zum Schutz des dortigen Brunnens.

Brauchtum läßt einen spüren, wo man herkommt, damit es leichter ist einzuschätzen, wo wir stehen, wo wir hingehen und wie wir das tun sollen.

Weil ich dafür bin, einem Menschen nicht nur das Schlechte “nachzuwerfen”, bin ich noch kein “Haberer”. Aber ich nehme mir das Recht, zu erwähnen, daß Heinz Köppl in der Sache Gschliefgraben und der Klage der Republik gegen mich (142.000.- Euro Schadenersatz), die zu meiner finanziellen, beruflichen und familiären Auslöschung hätte führen können (sollen??, es gilt die Unschuldsvermutung gegen alle denkmöglichen Personen und Institutionen), immer bei korrekten Angaben und Fakten geblieben ist (die in diesem Fall gottseidank für mich gesprochen haben). Er hat sich auch vor Gericht nicht beirren lassen, wo klar war, daß seine Aussagen nicht allen gefallen, mit denen er am nächsten Tag im Interesse der Stadt wieder zu tun hatte. Das gleiche gilt für Stadtrat Wolfgang Sageder.

Und beide konnten sich in dieser Zeit von mir keine Vorteile erwarten, eher das Gegenteil…….

Ohne die sehr korrekte Verhaltensweise der beiden könnte ich vielleicht diese Zeilen gar nicht mehr schreiben. Wer auch solche “Meriten” für sich buchen kann usw. usf……………………….


geotraunkirchen
Gesendet am 20.11.2014 um 12:39 nachmittags

Noch eine kleine Frage zum Text AMON: Jörg Haider war ein Intellektueller?

Das wird Ihnen Herr Amon wohl besser erklären können als Ihre Babsy. Er hat uns auf meine Anfrage dazu Folgendes gemailt:
Jörg Haider hatte einen glasklaren Verstand, analytische Schärfe und konnte die Dinge präzise auf den Punkt bringen. Daß er mit seinen Talenten aufgrund persönlicher Disponiertheiten Schindluder trieb, sie geradezu vergeudete, ist ein anderes und durchaus trauriges Thema. Er hat die österreichischen Politiker viele Jahre vor sich her getrieben, war ein exzellenter Kenner der österreichischen Verfassung, deckte viele Schwachpunkte des Systems auf. Jawohl, er war einer der wenigen Intellektuellen, die das “rechte” Lager je hervorgebracht hat. Er verstand es, rechte Anliegen mit den linken Methoden der antiautoritären Studentenbewegung von 1968 umzusetzen. Er hat die Taktiken und Strategien der linken 68er-Bewegung für “rechte” Politik instrumentalisiert. In seiner Politik mischten sich ziemlich linke Positionen mit explizit rechten. Politisch war das ein Geniestreich, denn es eröffnete ihm das Wählerpotential der von der SPÖ frustrierten Arbeiterschaft der Nach-Kreisky-Ära.
Diese Politik entsprang natürlich nicht ausschließlich seinem Intellekt, sondern entsprach auch ein wenig seinem ambivalenten Charakter.
Die Ziele und Ergebnisse seiner Politik müssen einem nicht besonders gefallen, aber Haider den Intellekt abzusprechen, das ist und war eine schwere Fehleinschätzung. Genau diese Fehleinschätzung und Unterschätzung war mit schuld, daß niemand so wirklich ein Mittel gegen Haider fand. Er war seinen Gegenspielern in der Politik intellektuell überlegen und noch dazu von politischen Skrupeln kaum geplagt. Haider ist letzten Endes genau daran auch gescheitert: wer keine ebenbürtigen Gegner mehr hat, die ihn in Schranken weisen können (ob innerhalb oder außerhalb der eigenen Partei), der verliert Maß und Ziel. Die Art seines Todes legt davon Zeugnis ab. M. A.


peipino
Gesendet am 20.11.2014 um 12:13 nachmittags

Liebe Gmundl Redaktion !
Sehr geehrter Herr Amon !

Ich möchte Ihnen wieder einmal meine höchste Anerkennung für Ihre Tätigkeit und Arbeit übermitteln !!
Ich kann mir vorstellen , wie zeitaufwendig und arbeitsintensiv das Betreuen des Blogs ist.
Ich möchte aber auch zum hohen Niveau desselben gratulieren !
Die Kommentare heben sich wohltuend von jenen in vielen , sich selbst als seriös einschätzenden “Druckwerken ” , ab.
Ihr könnt aber sicherlich auch mit den Auswirkungen Eurer Tätigkeit zufrieden sein :
Einige ” Entwicklungen ” der letzten Zeit sind ganz bestimmt auf Eure Beharrlich- und Zähigkeit zurück zu führen.

Zu den Kommentaren von Herrn Amon :

Ich lese jeden mit größtem Interesse und kann Ihm zu seinen perfekten Analysen und der geschliffenen Formulierung nur gratulieren !!
Als kleiner Trost an Ihn , für den damit verbundenen enormen Zeitaufwand :
Ich habe begonnen auch seine Bücher zu lesen ( und sie daher auch zu
kaufen !)

Daher die Bitte : Bleibt weiterhin aktiv und helft damit die größten Widrigkeiten
und Missstände in unserem Land und unserer Region zu verhindern oder zumindest zu mildern !!!


geotraunkirchen
Gesendet am 20.11.2014 um 10:06 vormittags

Da wird klar, wie diese ganze Herumschreiberei unübersichtlich wird, weshalb ich mich ab jetzt heraushalte: eine abschließende Bemerkung: ich hab den Begriff von den Intellektuellen gar nicht ins Spiel gebracht, kann also den Vorwurf an mich nicht verstehen. Es gehört zu den besten Taktiken, den Gesprächspartnern alle möglichen Vorwürfe zu machen, dann muß Mann sich nicht mit den Sachen beschäftigen, die einen selbst betreffen. Alles andere bestätigt meine Vorbehalte (nicht Vorurteile) gegenüber den Vielschreibern und Wenigtuern.


Aussensicht
Gesendet am 20.11.2014 um 9:06 vormittags

Applaus für Herrn Amon! Unbedingt weiterschreiben für Gmundl bitte.


geotraunkirchen
Gesendet am 20.11.2014 um 5:41 vormittags

“Sie haben recht: Köppl ist nicht allein an allem schuld. Aber er ist natürlich der politisch Verantwortliche, er ist/war das Symptom eines kranken Systems,” (Babsy Blitzschnell in der Antwort auf Dr. Ch. Dickinger)

er ist/war das Symptom eines kranken Systems: Und das System ist nicht ein Sonnensystem in einer weit entfernten Galaxie, das System sind WIR, die wir es über Wahlen und die Gesetze unserer gwählten “Vertreter” machen und dessen Machtvorteile wir gern nutzen.

Die Frage, was sich ändern wird müssen, geht ganz tief…… sehr tief, sie gilt uns selbst, jedem von uns als kleines Wahlatom. Denn wenn das Bewußtsein fehlt, welche Details des Systems autoritäre Verhaltensweisen ermöglichen und sogar fördern, dann werden die “Wählerleins” den gleichen Blödsinn reproduzieren wie bisher. (Und wir wissen, daß wir nichts besseres haben als die Demokratie).

Es ist vielleicht nicht schwer zu sagen, wie die richtigen Veränderungen ungefähr aussehen sollen, aber es erscheint mir sehr schwer, den Weg dorthin aufzuzeigen. Vielleicht auch deshalb, weil “das System” nicht mehr Ausschlag gibt, als die ganz persönlichen Eigenschaften, Fähigkeiten und Motive der Leute, die es tragen (Zum Beispiel in der Gemeindepolitik).

Der langen Rede kurzer Sinn: Einzelne zu prügeln ohne Selbstkritik, handelnde Personen, die schon im Privatleben mehr zum Autoritären neigen und Männer (und wenige Frauen), die schon im Gespräch Unduldsamkeit, Besserwisserei und wenig Gesprächskultur im Zuhören aufweisen, tun sich mit der Kommunikation und dem gemeinsamen Entscheidungsfinden sehr schwer.

Darum halte ich es mit dem Hinweis von Dr. Dickinger, der auch das Gute in den Anderen sieht und auf eine gemeinsame Bemühung um die Zukunft hofft.

Für eine gemeinsame Bemühung sind eben Leute notwendig, die auch zuhören können, auf den/die Andere(n) eingehen und in Kompromissen Wege finden, die nicht nur den Meinungen einer Fraktion entsprechen. Auch wenn sie in einer gnadenlos umgesetzten Demokratie dazu nicht gezwungen wären. Weil es weithin nicht den Zwang zu Zweidrittel-Mehrheiten gibt.

Es kommt mehr auf die Leute an als auf das System. Und die Leute sind wir alle.

Wenn es so einfach wäre, dann wäre es schön. Natürlich ist in dem, was Sie hier schreiben, ein wahrer Kern. Würden die Bürgerleins sich konsequent und dauernd wehren, würden sie bei der einen oder anderen Stimmabgabe sich nicht davon beeinflussen lassen, dass ihnen ein Wahlwerber Frühstückssemmerln an die Tür hängt, ja, dann sähe vieles anders aus.
Leider ist es nicht ganz so einfach. Systeme haben nun einmal mehr Macht als Bürgerleins. Die Macht geht soweit, dass diese Systeme bzw. diejenigen, die in diesen Systemen an den Schalthebeln sitzen, auch die Spielregeln aufstellen und bestimmen, nach denen die Bürgerleins abstimmen dürfen. Es ist ungemein schwierig, ohne Parteienförderung und ohne einen Millionär wie Stronach im Rücken zu haben, eine neue Liste aufzustellen. In den Gremien (vom Gemeinderat über Landtag bis Nationalrat) ist alles so eingerichtet, dass einzelne Abgeordnete keine Stimme haben, keine Chance. Sie können oft nicht einmal Anträge einbringen. Die Systemträger wählen sich selbst. Oder hat irgendwer die ÖVP-Basis gefragt, wen die ÖVP als neuen Kandidaten nach Köppl aufstellen soll? Die Bundes-SP ist seit Wochen damit beschäftigt, die Delegierten möglichst gut zu “sieben”, damit der Vorsitzende Faymann diesmal mit möglichst wenigen Streichungen am Parteitag davon kommt. Alteingesessene Parteifunktionäre verteidigen quer durch alle Parteien ihre oft winzig kleinen Privilegien exzessiv. Viele Bürgerleins resignieren und verzichten darauf, sich einzumischen, denn man baut ihnen Hürden, wo immer es geht. Jetzt streiten etwa in OÖ die Roten mit den Schwarzen, ob in kleinen Gemeinden 40 (die SPÖ) oder 50 (die ÖVP) Stimmen notwendig sein sollen, um eine Bürgerbefragung durchführen zu müssen. Das wird als Demokratisierung verkauft. Tatsächlich wäre es ein Mehr an Demokratie, wenn man die abstrus langen Legislaturperioden von 6 Jahren auf das normalerweise übliche Mass von vier Jahren reduzieren würde. (Gilt übrigens auch für die fünfjährige Periode des Nationalrats!). Es ist ebenso Ausdruck eines kranken Systems, wenn ein Bürgermeister 18 Jahre im Amt ist oder Landeshauptleute so lange regieren, dass sich nur noch ältere Bürgerleins an den Vorgänger erinnern.
Nicht umsonst hat mal jemand (uijeggerl, eine Intellektuelle!) den Satz von “der Torheit der Regierenden” formuliert, denn sie ändern sich nicht selbst und schon gar nicht sind sie zu Systemänderungen bereit. Meist führen erst Revolutionen zu massiven Umstürzen und Erneuerung, die dann entsprechend schmerzhaft ausfallen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Da capo zum Rücktritts-Kommentar

20. November 2014 - 10 Antworten

Liebe Leserleins!

Michael Amon war so nett, sowohl auf Christian Dickinger als auch auf geotraunkirchen zu antworten. Die Antworten sind, weil grundsätzlicher Art, wie er meint, etwas länger geworden. Leider, denn er hat so nebenbei gemeint: das artet in Schwerarbeit aus. Ob er sich das antun will, bei uns regelmäßiger einen Gastkommentar zu schreiben, müsse er sich deshalb sehr gut und gründlich überlegen.
Uff, da muss Ihre Babsy jetzt noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Auf jeden Fall hier nochmal Amon im Original-Ton. Wir im Team fanden es nicht nur interessant, sondern auch vergnüglich, Amon lesend dabei zuzusehen, wie er sich mit der Gedankenwelt anderer auseinandersetzt. Er schreibt hier soviel Grundsätzliches über Demokratie, dass man damit ein Buch füllen könnte. Was er – wie wir erfragt haben – auch vorhat. Jetzt hoffen wir nur, dass Sie, liebe Leserleins, unsere Begeisterung teilen können. Denn auf dem Niveau, das Dickinger und Amon hier bieten, wird hierzulande nicht all zu oft diskutiert.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Hier davor noch ein Posting von gestern:

Durchschaut
Gesendet am 19.11.2014 um 8:21 vormittags | Als Antwort auf geotraunkirchen .

Antwort auf geotraunkirchen: Peter Baumgartner

geotraunkrichen hat sich mit seinem Kommentar geoutet, dass er die Machenschaften dieses Bürgermeisters u. seiner ÖVP Gefolgschaft nicht durchschaut hat. Ausserdem scheint durch, dass er seine Beurteilung sehr persönlich abgibt, wahrscheinlich war er mit dem BM Köppl auch irgendwie befreundet, auf wienerisch: “verhabert”. Der Grund für die ursprünglich grosse Akzeptanz von BM Köppl in Gmunden war, dass er viele Leute persönlich kannte, mit vielen per Du war, so ein Schulterklopfer halt. Die meisten Gmundner haben sich dadurch geschmeichelt gefühlt u. nicht über die Handlungen des BM nachgedacht. Hie und da gab es ein soziales Almosen, und dann war die Welt wieder heil.

Was das intellektuelle Verständnis in Gmunden anbelangt, so ist es hier eine Wüste. Die Leute hier sind sehr konservativ, hängen dem Brauchtum nach (an und für sich nichts Schlechtes, hält aber von jeder kritischen Betrachtungsweise fern, da ihnen die heile Welt vorgespiegelt wird). Nach dem Motto,1. Das war schon immer so,2. Das war noch nie so
3. Da kann man nichts machen., In so einem Klima ist es schwierig, die Menschen zum Umdenken zu bewegen, nämlich dass sich die Zeiten schnell, aber sehr schnell ändern. Gmunden ist eine Beamtenstadt, die Gemeindepolitiker – auch der künftige Bürgermeister – kommen größtenteils aus dem geschützten Bereich, sind nicht gewohnt Risiken zu sehen u. Verantwortung zu übernehmen. Kann ihnen ja nichts passieren, der Job bleibt ihnen ja sicher erhalten.

Der persönliche Angriff auf Amon ist auf jeden Fall typisch für einen Ureinwohner dieser Region.


Zwei Antworten

von Michael Amon

ad Christian Dickinger
Heftig muß ich widersprechen, wo er schreibt, ich verstünde »wenig bis nichts« vom Alltagsgeschäft. Da liegt er ziemlich falsch, aber ich nehms ihm nicht übel. Ich war über ein Jahrzehnt Betriebsrat, davon fast 10 Jahre Vorsitzender (nicht freigestellt!), und das in einem österreichischen Mittelbetrieb, wo man alle Beschäftigten wirklich noch persönlich kannte. Dort hatte ich genau die Probleme und Sorgen, die Dickinger bezüglich der Kommunalpolitik aufzählt. Statt Parkbänken ging es um Schreibtische, Qualität von Bürosesseln, Lüftungsgeräusche, Bauchweh, Pflegeurlaub und all die kleinen und großen Sorgen von kleinen, mittleren und höheren Angestellten. Daß die Kommunalpolitik noch um einiges aufwendiger ist, dessen bin ich mir bewußt. Ahnungslosigkeit schaut aber anders aus.
Ich werde auch nicht müde, immer wieder meine Bewunderung für jene auszusprechen, die sich den Mühen der Ebenen kommunaler Politik unterziehen: die alltäglichen Probleme sind eben banal und trivial. Zum Glück. Wäre das Leben immer dramatisch, es wäre unerträglich.
Daß Köppl im Kleinen, beim persönlichen Kontakt, manches geleistet hat, will ich nicht abstreiten. Aber das macht jeder »kleine« Gemeinderat auch. Außerdem war bei Köppl selbst bei solchen menschennahen Hilfestellungen oft der Gestus des »Herrschenden« dominierend, der es schon richten wird. So eine Art »Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen.« Auf diese Weise hat er in den letzten Jahren auch politisch agiert.

Über den »Vorwurf«, Intellektuelle müßten nie was beweisen, sollte Dickinger nochmals nachdenken. Ich halte diesen Gedanken für nicht zu Ende gedacht. Erstens sind die intellektuellen Kritiker ohnehin immer in Gefahr, von der Realität sehr schnell widerlegt zu werden. Aber ob die RegioTram ein Geniestreich oder eine Verrücktheit ist, wissen wir erst in vielen Jahren. Dann steht meine eventuell falsche Kritik noch immer irgendwo zum Nachlesen. Die Politiker aber sind abgedampft oder tot, und ein wehrloser Gemeindebau ist nach ihnen benannt.
Zweitens spielen »Intellektuelle« eine sinnvolle Rolle im Rahmen der Gewaltentrennung: wir brauchen Leute, die Dinge umsetzen, und wir brauchen Leute, die die »Macher« beobachten und bewerten. Meine These: beide brauchen einander. Schlimm wird es erst dann, wenn die einen glauben, sie seien was besseres als die anderen. Das gilt wechselseitig. Ich sehe das als Symbiose. Dazu kommt, daß ich für mich in Anspruch nehmen kann, nie aus dem Elfenbeinturm heraus agiert zu haben. Was mir sonst noch so zu »Intellektuellen« einfällt, steht in meiner Antwort an geotraunkirchen.
Ich kann meinem Freund Dickinger übrigens versichern, daß ich nicht bloß »noch immer« in der Sozialdemokratie bin, sondern ihm und ihr erhalten bleibe und gedenke, auch weiter den Hades zu durchstreifen, um jene Leutln zu besichtigen, die ich quer durchs Parteienspektrum dorthin »geflucht« habe. Man hofft ja immer auf Besserung – eigne und fremde. Der Errettungsgedanke liegt ja auch der Arbeiterbewegung zugrunde. Das trifft sich gut mit meiner katholischen Prägung, der man als Kind und Jugendlicher im Österreich der 1960er-Jahre nicht entgehen konnte.

ad geotraunkirchen/Peter Baumgartner
Ihre Wortmeldung wirft einige prinzipielle Fragen auf. Darum ist meine Antwort ausführlicher geworden, als von mir beabsichtigt.

Beim Lesen Ihres Postings schluck ich mal. Nicht wegen dem »Klugscheisser«, damit kann ich gut leben. Lieber das, als ein »Dummscheisser«. Aber diese Ansammlung abgedroschenster Klischees und Vorurteile über »Intellektuelle« hat mich überrascht. Das ist Ihrer nicht würdig. Ich habe von Ihnen hier kluge und aufmerksame Worte gelesen. Aber das hier sind doch keine Argumente, sondern bestenfalls  Ressentiments. Dazu kommt: ich würde mich selbst nie als »Intellektuellen« bezeichnen, dieser Begriff wird einem von anderen zugeschrieben. Meine Selbstdefinition ist die eines Schriftstellers, der sich auch in politische Debatten einmischt. Zu Letzterem habe ich vor einiger Zeit in einem Interview mit dem Kurier gesagt, daß ich keineswegs glaube, daß Schriftsteller (denen man unrichtigerweise immer gleich »Intellektualität« unterstellt) besser über Politik und Gesellschaft Bescheid wüßten, als der Rest der Menschheit. Sie seien bloß in der Lage, ihre Irrtümer besser formulieren zu können.

Warum berechtigte Kritik mit »Steine werfen« gleichgesetzt wird, erschließt sich mir als »Klugscheisser« nicht. Tut mir leid! Sie greifen da – vielleicht unwissentlich – in jene Lade, in der auch so Begriffe wie Nestbeschmutzer abgelegt sind – Totschlagargumente, mit denen man Kritiker zum Schweigen bringen will. Von einer »Steinigung« kann in keiner Weise die Rede sein. Ihre Feststellung »Steinigen ist schon von Angesicht zu Angesicht abzulehnen, geschweige denn von hinten.«, entbehrt im Zusammenhang mit meinen Ausführungen ohnehin jeder Logik. Ich habe offen und unter meinem Namen eine Kritik geübt. Was ist da »von hinten«, sprich hinterrücks? Es war eine frontale und offene Kritik. Und – um auch das klarzustellen – nicht am Menschen Köppl, sondern am Politiker. Das wird nämlich auch gern verwischt und vernebelt, um Kritiker als »böse« dastehen zu lassen. Ich gestehe Ihnen gern zu, daß Ihre Sicht der Dinge von Ihrer persönlichen Erfahrung mit Köppl geprägt ist. Ich habe andere Erfahrungen – allerdings sehr unterschiedlicher Art, von guten bis nicht ganz so guten. Aber darum geht es eben auch gar nicht. Sagen wir so: Ich werde lieber von einem Arschloch operiert, das ein guter Chirurg ist, als von einem Menschenfreund, der das Skalpell nicht halten kann. Meine Einschätzung des Menschen hinter dem Skalpell ist da völlig unerheblich. Oder würden Sie, wenn Sie nach einem Operationsfehler aus dem Koma erwachen sagen: scheiß Chirurg, aber a leiwander Typ? Ich habe da meine Zweifel … Genau das aber verlangen Sie von mir!

Meine Kritik betraf die Politik und das System, die Köppl (und natürlich die ÖVP insgesamt)  betrieben hat. Wie soll denn etwas besser werden, wenn man auf diese Art von Kritik verzichtet, einem Politiker noch Rosen nachwirft, der einen politischen und ökonomischen Scherbenhaufen zurückläßt? Menschlich bewegt mich das Scheitern von Köppl in jeder Hinsicht und mehr, als Sie glauben (weil es mich grundsätzlich berührt und traurig macht, wenn Menschen scheitern), aber deshalb kann man doch nicht so tun, als ob alles paletti gewesen wäre! Nach achtzehn Jahren im Amt (ohnedies eine demokratischen Zuständen abträglich lange Zeit) ist eine solche Bilanz fällig und notwendig.
Ob die Sache im Gschliefgraben wirklich eine gelungene ist, kann ich nicht beurteilen. Ich höre jedenfalls von einer nicht unerheblichen Zahl von »Experten« ziemlich kritische Worte über das, was man dort getan hat, während der von mir sehr geschätzte SP-Stadtrat Wolfgang Sageder wiederum voll dahinter steht. Der hat dort mindestens soviel geleistet wie Köppl. Ob die Verausgabung und die Ausgaben sinnvoll waren, wird die Zukunft weisen. So viel nur zu den Experten, die es angeblich besser wissen als Intellektuelle.

Darf ich jemanden nicht mehr kritisieren, nur weil er eine Menge Wahlen gewonnen hat? Wo kommen wir denn da hin? Ihre These, daß in der Demokratie die »Mehrheit recht hat« ist zudem derart abwegig, daß selbst mir beinahe die Worte fehlen. Wenn Sie das Ernst meinen, haben Sie die Grundidee der Demokratie mißverstanden. In der Demokratie geht es nicht darum, wer recht hat. Die Demokratie ist vielmehr eine Vereinbarung, daß man in Zweifelsfällen das macht, wofür die Mehrheit ist. Mit richtig oder falsch, mit Recht haben oder nicht Recht haben, hat das überhaupt nichts zu tun. Es ist eine pragmatische Lösung zu sagen: wenn wir uns nicht einig sind, dann machen wir das, wogegen die wenigsten sind. Wer »recht hatte«, das entscheidet später die Geschichte. Wobei anzumerken ist: wer die Demokratie nach dem Motto »the winner takes it all« handhabt, versündigt sich an den demokratischen Prinzipien. Denn auch Mehrheitsentscheidungen sollten so fallen, daß die Minderheit mit ihnen leben kann. Auch gegen dieses Prinzip hat Köppl mitsamt seiner Partei grob verstoßen. Bei extrem strittigen Projekten mit der Mehrheit von einer Stimme »drüberzufahren« und sich auch noch aus der von der Gemeindeordnung verlangten 2/3-Mehrheit herauszutricksen, ist ein demokratiepolitischer Skandal, den ich jetzt nicht bloß deshalb unter den Tisch kehren werde, weil der Verursacher zurückgetreten ist. Was wäre das für ein Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit?

Jene Kritik, der Sie mit dem Wort »Steinewerfen« die Berechtigung absprechen, ist halt eine wichtige Voraussetzung, um zu dem zu kommen, was Sie völlig richtig und berechtigt verlangen: »die Bestandsaufnahme und die gute Idee«. Ohne Kritik auch keine »fairen Verhaltensweisen«, denn die Vorgangsweise der ÖVP unter der Regie von Köppl im Gemeinderat war das pure Gegenteil einer fairen Verhaltensweise. Wenn man das nicht aufzeigt, geht es munter so weiter.

Aber noch einmal zu den »Intellektuellen«, auf die Sie in Ihrem zweiten Posting nochmals »losgehen«. Hier haben Sie sich wirklich in den (eigenen?) Vorurteilen verrannt. Schon die These, das seien vorwiegend Männer, stimmt nicht. Darf ich Ihnen die Namen einiger weiblicher Intellektueller nennen – wie man das gendert, weiß ich wirklich nicht, vielleicht sollte ich »intellektuelle Frauen« schreiben -, die mir nur so ganz auf die Schnelle ohne Nachdenken einfallen? Da wären aus Österreich: Isolde Charim, Ruth Wodak, Renée Schröder oder Anneliese Rohrer – alles Damen, die sich regelmäßig einmischen und zu Wort melden. International fällt es mir noch leichter: Margaret Atwood, Saskia Sassen, Chantal Mouffe oder Naomi Klein.
Daß ein zurückgetretener Bürgermeister sich nicht wehren kann, ist auch nicht richtig. Hier im Blog kann jedermensch sich wehren. Die ÖVP zieht es aber schon seit langem vor, statt mit der Zivilgesellschaft zu diskutieren, lieber mit einer Stimme Mehrheit noch die fragwürdigsten Projekte »durchzuziehen«. Auch daran ist Köppl ja nicht gerade schuldlos (daß die VP-Riege das mitmachte, ist ein anderes Kapitel).
Meiner Kritik an Köppl, einem Patriarchen par excellence, zu unterstellen, sie sei patriarchalisch, das ist derart von der Rolle, da schreibe ich lieber nicht die Worte hier nieder, die mir spontan dazu einfallen. Ich will Sie nicht verletzen! Also schreibe ich nur: absurd hoch drei.

Wenn nur kritisieren dürfte, wer genaueste Sachkenntnisse hat, dann wären wir bald am Ende. Denn wenn man diese Idee konsequent weiter denkt, dann sind wir in einer Gesellschaft von Experten angelangt: nurmehr Experten dürften dann auch Entscheidungen treffen. Will ich das? Nicht wirklich! Ganz im Gegenteil: mich stört es, daß die Politik sich immer öfter und in immer größerem Ausmaß hinter Expertenmeinungen versteckt. Dieser Haltung verdanken wir nicht nur die Finanzkrise, sondern auch die Problematik, daß wir aus der bis heute nicht herausgekommen sind. Sie haben schon recht: man sollte gegenüber den Meinungsäußerungen von Intellektuellen vorsichtig sein. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Im selben Maße ist Experten zu mißtrauen. Die Welt ist zugepflastert mit dummen bis schädlichen Lösungen, die von Experten erfunden worden sind. Da haben die Intellektuellen noch einen riesigen Haufen Freilose, bei allen Blödheiten, die auch von ihnen begangen worden sind. Es gilt grundsätzlich: man hat allen Meinungsäußerungen gegenüber in dem Sinne vorsichtig zu sein, daß man sie hinterfragen und überprüfen muß. Egal von wem sie kommen.

Es stimmt eben nicht, daß man für Kritik immer »genaueste Sachkenntnisse erfordert«. Da wären wir sofort weg von der Demokratie bei der Expertokratie (ein Teil des Weges ist leider bereits zurückgelegt). Es gibt genug denkerisches Handwerkzeug, um Dinge logisch und rational zu überprüfen. Seit Aristoteles & Co. haben die Philosophen diese Instrumente erweitert und verfeinert. Insbesondere wenn es um politische Entscheidungen geht, braucht es keine Experten. Für die Prüfung der Funktionstüchtigkeit eines Flugzeugs benötige ich Expertenwissen, aber um etwa zu wissen, daß man eine Deponie nicht jahrelang unkontrolliert vor sich hin sickern lassen darf, da brauche ich keine Experten. Das ist eine Frage der Logik. Ein paar Kilometer von hier haben die diesbezüglichen Experten mit »genauester Sachkenntnis« offensichtlich versagt oder waren extrem unterschiedlicher Meinung. Oder was auch sonst immer.
Und noch etwas sei gesagt: es waren quer durch die Geschichte die Intellektuellen, welche die entscheidenden Anstöße für das Weiterkommen der Menschheit gegeben haben. Sei es Galilei, Kepler, Kopernikus, DaVinci, Rousseau, Voltaire oder Einstein – sie alle haben mit ihrem Denken Revolutionen ausgelöst und Fortschritt ermöglicht. Es waren Intellektuelle wie Victor Adler, die die österreichische Arbeiterschaft aus dem Elend geführt haben. Es war ein Intellektueller wie Kreisky, der mit vielen anderen aus dem rückständigen Österreich einen modernen Staat geformt hat. Mehr als nur an seiner Seite die hochintellektuelle Herta Firnberg, deren Rolle man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Es war ein Intellektueller wie Jörg Haider, der, seine Intellektualität gut tarnend, das politische System Österreichs ziemlich zerzaust und verändert hat – manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten.

Zum Schluß ein paar sehr persönliche Worte.
In Österreich gibt es keine Streitkultur. Sobald Kritik geäußert wird, ist man beleidigt. Kritisierte fühlen sich als »Iditoten« oder »Trotteln« vorgeführt. Ich habe es immer so gehalten: hart in der Kritik, aber Milde gegenüber den konkreten Menschen. Da schlägt meine schon erwähnte katholische Prägung durch: letztlich sind wir alle nur Sünder und bedürfen der Nachsicht. (Man verstehe das bitte im übertragenen Sinn.) Aber etwas sagen, das wird man doch noch dürfen, auch als Sünder, denn nur klare Standpunkte führen zu guten Kompromissen und neuen Erkenntnissen. Der Verzicht, den eigenen Standpunkt um jeden Preis durchzusetzen, gehört zur Demokratie und unterscheidet sie von Diktaturen und autoritären Systemen. Nur wer einen klaren und festen Standpunkt hat, kann denen, die anderer Meinung sind, furchtlos die Hand entgegenstrecken und zu gemeinsamen Lösungen finden.
Was nun meine Kritik an Köppl betrifft, frage ich Sie abschließend: bei welchen Fakten, die ich angeführt habe, liege ich falsch? Ist meine Kritik am »System Köppl« (dem auch andere Ortskaiser frönen) falsch? Wo fehlte mir die »genaueste Fachkenntnis«, um Köppls Tätigkeit beurteilen zu können? Ist irgendetwas von dem, was ich geschrieben habe, gelogen, unwahr, erfunden, bloß Ausgeburt meines Hirns? Wie stellen Sie sich Änderungen vor, wenn man nicht mittels harter Kritik zuvor die Schwachstellen und Fehler herausarbeitet?

Rekorde und Reaktionen

19. November 2014 - Eine Antwort

Liebe Leserleins!

Da hat Ihre Babsy im Hinblick auf die RegioTramBahn erst kürzlich darüber gelästert, dass Prognosen, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen, meist ziemlich unsicher sind. Gestern war ich dann so leichtsinnig, beim Verkünden des neuen Besucherrekords auch noch zu profezeien, dass der wahrscheinlich ziemlich lang nicht mehr übertroffen werde. So kann frau sich irren, gell! Ich profezeie nie wieder was, ich verspreche es hoch und heilig, nurmehr Voraussagen über die Vergangenheit. Zumindest in der nächsten Zeit werde ich dieses Gelübde nicht brechen. Wenn doch, dann werde ich zur Busse eine Woche auf meine Indiankrapfen vom Grellinger verzichten.
Wir haben schon wieder einen neuen Rekord. Wenn ich so sagen darf: Amon sells. Auch wenn es keine Kohle für ihn gibt. Amon sells – man sagt das so, frau sagt das so.
Gestern hatten wir also schon wieder einen neuen Rekord. Exakt 2.460 Besucherleins an einem Tag. Wir haben es Amon mitgeteilt, und der murmelte etwas von der Mystik der Zahlen. Nein, er sei keineswegs abergläubisch, aber es sei schon ein komischer Zufall, dass seine einstige Internatsnummer 460 gewesen sei. Er beteuerte noch, er sei keineswegs esoterisch unterwegs. Wir auch nicht. Es gibt eben merkwürdige Zufälle, so wie ja das Fänomen des Zufalls noch nicht wirklich erforscht ist. Angeblich regiert in der Welt des Allerkleinsten auch der Zufall. Einstein hat da ebenfalls gemurmelt: “Gott würfelt nicht”. Was weiss man, vielleicht zieht er Karten oder Nummern in der grossen Lotterie. Weil wir alle aber nur Menschen sind, nehmens wir es trotzdem als gutes Omen. Muss ein gutes Omen sein, sagte Amon noch, denn die Internatszeit war eher auf der miesen Seite. Das sei jetzt der gerechte Ausgleich.

Wir reden ihm jetzt erst einmal gut zu. Wollen ihn nämlich dazu überreden, dass er uns nicht nur fallweise, sondern regelmässig einen Gastkommentar schreibt. Nicht nur zu Gmundner Geschichten undBefindlichkeiten, sondern auch zu anderen Fragen und Themen. Was halt so anliegt. Noch ziert er sich. Überarbeitung und so. Aber vielleicht bombardieren uns ein paar Leserleins mit Zuspruch, damit wir dann Herrn Amon damit bombardieren können. Denn guter Lesestoff aus Gmunden ist eher spärlich. Und wir denken uns halt, wenn einer, den man hier kennt, über, was weiss Babsy, Putin oder so schreibt, liest sich das halt doch anders, als wenn man das von einer fernen Person liest. Wir werden nicht locker lassen. Vielleicht klappt es.

Natürlich hat der Kommentar nicht ausschliesslich 100%ige Begeisterung hervorgerufen, es war nur 99,99999%ige. Wir haben nur einen ziemlich kritischen und aus unserer Sicht nicht zutreffenden Kommentar erhalten. Wir bringen ihn untenstehend nochmals im Blog, wobei ihre Babsy sich erlaubt hat, ihn gleich selbst zu kommentieren. Ein paar Zeilen von Michael Amon, in denen er ein paar Sachen klarstellt, sollen morgen folgen.
Interessanter, fundierter und aufschlussreicher waren da schon die Ausführungen von SP-Vizebgm. Christian Dickinger, die wir heute als Gastkommentar bringen. Da muss Ihre Babsy natürlich auch ein paar Worte dazu schreiben, weil es auch um den Gmundl-Blog geht. Zu diesem Beitrag hat Amon ebenfalls versprochen, uns noch ein paar Zeilen für morgen zu schicken.

Wir sind überzeugt, dass auch diese Diskussion notwendig ist. Hier kann sie geführt werden. Und danke jenen Postern auf den OÖN, die sich solche Gastkommentare auch dort gewünscht haben. Wir würden es ja dort bringen, doppeltes Grinsen, aber die Online-Foren der OÖN sind uns legal nicht zugänglich, gell, und hacken wollen wir sie auch nicht, weil sich das nicht gehört, gell! Wir sind nämlich bei aller Härte internett, gell!

Nur ein paar Worte noch zum Wasserkrimi: es ist faszinierend, wie es den OÖN gelingt, im letzten Bericht von einem “Betreiber der Deponie” zu schreiben, ohne einen Namen zu nennen. Grandios, wie die Kolleginnen und Kollegen dort das hinbringen. Wohl zuviel “Russia today” geschaut. Wir liefern den Namen, den sowieso jeder hier in der Gegend kennt (so wie alle seit Jahren über die Deponie flüsterten, während die Behörden ihren Amtsschlaf hielten, der ist ja angeblich besonders gesund – für die Beamten, nicht für die Bevölkerung, gell!). Asamer ist der Name. Unschuldsvermutung, klaro! Liebe OÖN-Menschen: zur Strafe hundertmal mit einem Besen in den Boden der Deponie kratzen: Asamer. Aber bitte nicht zu tief kratzen, sonst tropft wieder was ins Grundwasser. Beim eurem falschen  Outing vom Amon mitsamt Bild wart ihr nicht so zimperlich, wenn ich mich richtig erinnere.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Chance für einen GEMEINSAMEN „Neustart“

 Gastkommentar von SPÖ-Vizebürgermeister Christian Dickinger

Der an dieser Stelle publizierte Gastkommentar des von mir als Literaten geschätzten Michael Amon, mit welchem ich so manch anregendes Gespräch führen konnte, hat mich zu einigen „unfrisierten“ Überlegungen stimuliert, die vor dem Hintergrund der „Forderungen des Tages“ ein wenig flüchtig hingeworfen erscheinen mögen. Eine rasche Reaktion atmet freilich den Vorteil der Authentizität, niemand, der mitten im Geschehen ist und spontan in die Tasten greift, ist frei von Emotionen und eingefärbten Wahrnehmungen.

Ich „durfte“ in diesem BLOG oft genug die gespornten Reitstiefel in den Flanken spüren, die Kritik war teils berechtigt, ja, oftmals freilich nicht. Die Anonymität derer, die den Finger am Abzug haben, ist problematisch, noch problematischer ist freilich ein politisch-gesellschaftliches Umfeld, welches zur Anonymität drängt, weil die Furcht vor beruflichen wie privaten Repressionen gebieterisch im Raum steht, eine Schande für jene, welche einflussreich sind und/oder sich als einflussreich wähnen.

In diesem BLOG werden Menschen, und ja, auch Politiker sind solche, mit wenigen Federstrichen zur Guillotine geleitet, andererseits zeichnet er sich, nicht immer, aber doch recht oft, durch erstaunlichen Informiertheit aus. Dieser BLOG ist zu einem Organ der in Gmunden hoch unterentwickelten Zivilgesellschaft gereift, zur Plattform der „Gegenöffentlichkeit“, zu einer Arena des Diskurses. So sehr ich das willfährig herbeigeführte Ende der alten „Salzkammergut-Zeitung“ bedaure (dieses Blatt hätte unter anderer Führung publizistisches Entwicklungspotential gehabt), so sehr begrüße ich den neuen Pluralismus der regionalen Medienlandschaft. Die „SZ“ war ein konservatives „Leitmedium“, heute stehen wir einer multimedialen Informations- und Angebotsvielfalt gegenüber, im Internet haben „salzi.at“ und „gmundl“ neue Maßstäbe gesetzt. Die Vorteile scheinen mir die Nachteile weit zu überwiegen.

Anders als etwa in Frankreich, ist in unseren Breiten die „Einmischung“ so genannter Intellektueller in die „öffentlichen Angelegenheiten“, in die „res publica“, ziemlich rar. Die Namen derer, die in den Qualitätsmedien ihre Kommentare abliefern, sind ziemlich überschaubar und einschlägig bekannt. „Man“ fühlt sich im oft zitierten „Elfenbeinturm“ recht wohl, „man“ verlässt die Weidegründe der Fachidiotie recht selten. Amon ist ein „öffentlicher Intellektueller“, der sich auch nicht „zu schade“ dafür ist, an der „Graswurzelebene“ des Politischen, also in Gmunden, „Partei“ zu ergreifen. Seine Partei ist, noch immer, die SPÖ, wenngleich er alle, die in dieser Partei eine Funktion haben, vom Kanzler bis zum Kandidaten, in den Hades flucht, wo freilich alle anderen Exponenten aller anderen Parteien ebenfalls eine reservierte Nische haben. Das Problem mit unseren Intellektuellen ist, dass sie alles besser wissen, aber nicht beweisen müssen, „es“ besser zu können.

Andererseits: Amon ist, anders als andere Schriftsteller, die sich als „politisch“ verstehen, ein passabler Kenner der politischen Landschaften, ferner versteht er viel von Ökonomie. Wenig bis nichts hingegen, und dies ist kein Vorwurf, versteht er vom „Alltagsgeschäft“, Kommunalpolitik, wenn man diese ernsthaft betreibt, ist ungeheuer zeitaufwändig, es geht nicht nur um Projekte, Verträge und Visionen, es geht um Empathie, Bürger wollen gehört und verstanden werden, kein Anliegen, und mag es noch so banal erscheinen, darf „ungehört“ bleiben: Die Parkbank, die Straßenbeleuchtung, der Straßenbelag, das Wartehäuschen …

Auf dieser „Klaviatur“ hat Heinz Köppl in seiner besseren Zeit souverän gespielt. Er hat – vormals – viele dieser „kleinen Angelegenheiten“ ernst genommen und das Gefühl zu vermitteln vermocht, dass ihm dies wichtig sei. Im Übrigen bin auch ich der Meinung, dass solche „Angelegenheiten“ sehr ernsthaft zu behandeln sind, es geht immer – auch – um den einzelnen Menschen, individuelle Probleme und Schicksale.

Köppl hat viel falsch gemacht, zumal in den letzten Jahren, doch er war ein fleißiger Politiker. Dies meinte ich, als ich von „Meriten“ sprach, von „Leistungen“, er war kein Mann der Vision, der großen Konzepte und Entwürfe, die Gmunden so dringend benötigt, Projekte wurden nicht ordentlich vorbereitet und kommuniziert, politische Partner wurden vor den Kopf gestoßen, nicht einmal eine ordentliche Terminvereinbarung war möglich, Köppl stand für ein „System“, welches ganz einfach nicht mehr tragbar ist. Nur ihn alleine dafür verantwortlich zu machen, ist unfair. Die gesamte ÖVP-Riege in unserer Stadt trägt dafür die Verantwortung und ist in Verantwortung zu nehmen. Dennoch: Köppl ist aus drei Direktwahlen als „Sieger“ hervorgegangen. Dies war sein „Verdienst“, nicht jener der ÖVP. Dies verlangt mir Respekt ab.

Auch Köppls Nachfolger Stefan Krapf, der seinem Meister stets ein getreuer Schüler war, ist aus eben dieser Verantwortung nicht zu entlassen. Er ist nun ab 27. November (nicht einmal hier war eine gemeinsame Terminvereinbarung möglich), dem Tag seiner Wahl im Gemeinderat, der präsidierende Lehrbub auf der Baustelle Gmunden. Der Weg zum „Polier“ ist weit und steinig, zum (Bürger-)MEISTER erst recht. Ich reiche ihm ernsthaft die Hand zur Zusammenarbeit! Gmunden giert nach einer neuen politischen Kultur der Zusammenarbeit, wir müssen um Gemeinsamkeit und Kooperation ringen, wir müssen Wertschätzung und Respekt implementieren, Augenhöhe, untereinander und mit der Bevölkerung.

Unser Gmunden ist eine der schönsten Kleinstädte Mitteleuropas. Wir haben alle Möglichkeiten und Chancen. Nützen wir diese! Gmunden wird „schlecht geredet“, weil vieles schlecht gemacht wurde, wir müssen eine neue „Gmunden-Identität“ kreieren, Alleinstellungs-Merkmale herausarbeiten, einen „Master-Plan“ für unsere Stadt entwerfen, „alles“ muss „ineinander greifen“, ich unterstreiche und bekräftige Amons Punkte a) b) c) e) und f), alleine was einen „Baustop bei der RegioTram“ anlangt, kreuzen sich unsere Vorstellungen (dazu ausführlich zu einem späteren Zeitpunkt).

Ich hatte vor wenigen Monaten zu einer „Klausur der politischen Parteien“ eingeladen. Ich hatte angeboten, diese Klausur vorzubereiten. Ich hatte die Absicht, über alle großen Fragen „offen“ zu diskutieren. Die ÖVP hat dieses Angebot einfach abgelehnt. Wir bekommen die Ostumfahrung, die Straßenbahnverlängerung, eine neue Traunbrücke (mit allen Verbesserungen der Infrastruktur), einen „Generalverkehrsplan“, einen neuen Bahnhof, so viele Chancen für die Stadtgestaltung, wir haben die neue Grünbergseilbahn, Gmunden muss endlich (wirklich) zur „Keramikstadt“ werden (was tun?), so viel Potential liegt brach (Künstler, Kulturschaffende, Wirtschaftstreibende, die sich einbringen wollen), …, reden wir nicht über die Vergangenheit, sprechen wir über die Zukunft!


Geschätzter Christian Dickinger!

Weil Sie auch auf unseren Blog eingehen, einige Worte von uns.

Zuerst Danke schön für die Anerkennung, dass die Lage leider so ist, wie sie ist, und viele von uns zur Anonymität zwingt. Wir wissen ja um die wahre Identität der meisten Poster und Informanten, und wissen daher, was die bei Klarnamen riskieren würden. Auch bei uns im Team ist die Lage sehr ähnlich.

Es kann sein, dass Sie als Politiker – auch ihre Berufskolleginnen und -kollegen –  unter dem Druck der täglichen Kleinarbeit manchmal das Gefühl haben, dass da jemand “mit dem Finger am Abzug” steht. Dem ist aber nicht so, diese Formulierung ist uns zu martialisch, so sehen wir uns nicht. Es gibt einen natürlichen Gegensatz zwischen Politik und allen Formen des Journalismus, wenn er sich ernst nimmt. Das Wort von der “vierten Macht im Staat” brauchen wir Ihnen nicht zu erläutern. Wir bemühen uns, damit sorgsam und seriös umzugehen. Auch wir lernen natürlich täglich dazu. Manche Kritik wird von den Betroffenen als ungerecht empfunden. Manchmal wohl zu recht, manchmal zu unrecht. Unfehlbar sind wir alle nicht. So wie Sie in Sachen Hotel berechtigterweise darauf hinweisen, im Ablauf der Geschehnisse dazugelernt zu haben, so geht es auch uns: wir lernen täglich dazu. Wir bemühen uns, schlimme Auswüchse, wie sie in anderen Foren an der Tagesordnung sind, zu unterbinden und selbst zu vermeiden. Wir orientieren uns da allerdings eher an der sehr liberalen amerikanischen Haltung zur Pressefreiheit, die weniger restriktiv ist als bei uns. Natürlich haben auch wir – insbesondere in der Anfangszeit des Blogs – schon mal überzogen. Ein paar Sachen würden wir mit unserer heutigen Erfahrung nicht mehr so schreiben wie damals. Auch wir lernen – so wie Sie – täglich dazu.

Wogegen wir uns wirklich wehren ist der Vorwurf, hier würden “Menschen, und ja, auch Politiker sind solche, mit wenigen Federstrichen zur Guillotine geleitet”. Davon kann keine Rede sein. Da wäre jeder Kabarettist ein Scharfrichter, jeder Karikaturist ein Henkersknecht. Denn ehrlich, wie soll man darauf reagieren, wenn etwa der Chef der WKO in Gmunden aufruft, nicht im Internet, sondern in der Innenstadt einzukaufen. Ihn dann ironisch als Internet-Schrabacher durch unseren Blog irrlichtern zu lassen, ist eine sanfte aber berechtigte Reaktion, keineswegs eine Hinrichtung. Auch unsere Rücktrittsaufforderungen an Köppl waren keine Hinrichtungen. Wir sehen es eher so, dass manche Politiker mit Anlauf ins Messer rennen, das Messer aber vorher selbst gut sichtbar aufgestellt haben. Bei Köppls Politik der letzten Jahre ist es doch eher so, dass er selbst die Guillotine aufgestellt, den Kopf reingelegt und auch noch selbst das Seil gekappt hat. Es muss möglich sein, versagende Politiker als solche zu bezeichnen und deren Rücktritt zu verlangen. Wir bemühen uns heftig, niemals die Person als Mensch zu attackieren, sondern immer nur in der Sache. Entsprechend haben wir erst vor kurzem eine paar “Anleitungen” für unsere Posterleins hier veröffentlicht. Nur zur Erinnerung: “dummer Politiker” geht nicht, “dumme Politik” ist erlaubt etc. Negative Beifügungen bitte immer zu Handlungen, nie zu Personen. Mit wenigen Ausnahmen: einen Politiker als “überfordert” zu bezeichnen, ist legitim, wenn man es argumentiert. Herrn Strasser, ehemals Innenminister, nun Häfnbibliothekar, darf man als “korrupten Politiker” bezeichnen, weil ein Gericht Recht gesprochen hat.
Wenn dieser Tage im OÖN-Online-Forum einige Poster über Ihre Person in der Form gelästert haben, dass das mit dem gleichaltrigen neuen VP-Bürgermeister so nicht stimmen könne, Sie würden viel älter aussehen, dann würde das bei uns entweder nicht veröffentlicht oder mit einer sehr kritischen Anmerkung versehen werden. Es ist unerheblich, ob Sie grösser, kleiner, dicker, dünner etc. als Herr Krapf sind. Das ist kein Kriterium. Wäre es im Rahmen einer Satire, könnte man darüber diskutieren, wenn es witzig genug ist. Das in den OÖN war aber weder witzig noch eine Satire, es war ein politischer Kommentar eines Posters. Unsere satirischen Fotomontagen dagegen waren zwar sicher hart, aber erstens “darf Satire alles” (Tucholsky), zweitens waren sie gut und witzig (gut, Betroffene finden es klarerweise meist nicht ganz so witzig), und drittens wurden stets Sachverhalte durch Übersteigerung ironisiert (was das Wesen der Satire ist).

Sicher ist es eine der Schwierigkeiten, dass wir hier im Blog mit neuen Formen des Journalismus experimentieren. Die Grenze zwischen Information, Pamphlet, Satire und Polemik ist fliessend. Das sind eben neue Formen und Stile, die sich erst entwickeln müssen. Deren Möglichkeiten und Grenzen wir selbst erst ausloten. Aber eine der besten deutschen Satire-Sendungen (die Heute-Show, eben mit dem Bambi ausgezeichnet) betritt auch Neuland: die Mischung von Information und satirischer Rezeption der Information. An Härte ist die Heute-Show kaum zu übertreffen. Das ist legitim, denn – wie auch Herr Amon in seinem Kommentar schrieb – Politiker entscheiden über die Lebenssituation vieler Menschen. Und nicht immer hat man das Gefühl, das geschehe mit Empathie gegenüber denen, über deren Schicksal man entscheidet – egal ob in der Weltpolitik oder im Gmundner Dorf. Entsprechend harsch darf die Kritik ausfallen. Mit Waffen und Hinrichtungsgeräten hat das wenig zu tun. Sie sind immerhin einer jener Politiker, die sich trauen, hier im Blog in die Diskussion einzutreten. Wissen Sie, warum niemand von der ÖVP es wagt, hier anzutreten? Statt jammern sollten die Leute lieber hier argumentieren. Aber was erwarte ich von einer Partei, die mit seltsamen Tricks die Gemeindeordnung aushebeln will?
Sie haben recht: Köppl ist nicht allein an allem schuld. Aber er ist natürlich der politisch Verantwortliche, er ist/war das Symptom eines kranken Systems, das geändert werden muss. Ganz persönlich glaube ich, dass keine der Gmundner Parteien daran vorbeikommen wird, sich an Haupt und Gliedern zu erneuern. Die eine mehr, die andere weniger, aber dieser schmerzhafte Prozess steht allen Parteien bevor, wenn wir verhindern wollen, bei autoritäten Systemen in der Art von Orbans Regime in Ungarn zu landen. Das beginnt auf der untersten Ebene der Gemeinde.
Zum Schluss nur noch: gerade Sie als Historiker wissen es besser – man muss über die Vergangenheit sprechen, wenn man vermeiden will, die selben Fehler nochmals zu machen. Ich habe mir sagen lassen: Es ist gute sozialdemokratische Tradition aus der Kritik der Vergangenheit und des Bestehenden das Neue zu entwickeln. Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann seine Zukunft nicht meistern (ist nicht von mir, habe ich sö ähnlich wo gelesen, weiss nicht mehr wo genau).

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


geotraunkirchen
Gesendet am 18.11.2014 um 10:29 vormittags

AMON for Bürgermeister….

Mann/Frau sollte den professionellen schriftlichen Klugsch….n die Chance geben, ihre genauen Kenntnisse selbst in die Praxis umzusetzen. Überhaupt dann, wenn ihnen die Kinderstube fehlt, keine Steine hinterher zu werfen. Steinigen ist schon von Angesicht zu Angesicht abzulehnen, geschweige denn von hinten.

Ich kenn mich in der Gmundner Stadtpolitik und in all den Einzelheiten zu wenig aus und meine politische Einstellung ist Richtung links weit von den handelnden Personen entfernt, aber:

1. Ich habe Heinz Köppl in einer äußerst schwierigen Situation im Gschliefgraben nur von seinen besten Seiten kennen gelernt. So eine Situation konnte man nicht lernen, um sie so brilliant zu bewältigen.

2. Wenn alles so schlimm ist, dann sollte man zumindest an die demokratischen Wahlergebnisse denken. Die Mehrheit irrt nicht (in der Demokratie).

3. Für eine gute Zukunft sind die Bestandsaufnahme und die gute Idee und die fairen Verhaltensweisen maßgeblich. Das Steinewerfen ist keine gute Ausgangslage.

Peter Baumgartner

Da liegt wohl ein grundlegender Irrtum vor. Es ist nicht Aufgabe kritischer Intellektueller, selbst für ein politisches Amt zu kandidieren. Sie haben zu zeigen, wo es im politischen System knirscht, und wo Probleme vorliegen. Solche Menschen dann als Klugscheisser zu titulieren, ist nicht nur unfein, sondern zeigt, wie intellektuellen-feindlich das Klima in Österreich mitunter ist. Kein Wunder, dass Debatten der Politik auf meist tristem Niveau stattfinden. Man sollte also Leute, die versuchen, vom reinen “Gesuder” wegzukommen, um zu einer Systemkritik zu gelangen, nicht auf diese Art diffamieren. Denn ohne diese Systemkritik wird sich in diesem Land nichts ändern (und das gilt auch für Gmunden).
Grundsatzfrage: Warum soll man beim Abgang eines Politikers heucheln? Schon der alte Spruch “De mortuis nil nisi bene”, der bei Ihren Vorwürfen im Hintergrund mitschwingt, wird seit Ewigkeiten falsch übersetzt mit “Über Tote nur Gutes (sagen)” (Köppl lebt aber noch, gell!). In dieser falschen Übersetzung wird das ein Aufruf zu Lüge und Heuchelei, zu einer Art Geschichtsfälschung, letztlich also ein Aufforderung zur Unmoral. So war es aber eben nicht gemeint. Das lateinische Sprichwort wird richtig übersetzt mit “auf gute Weise sprechen”, bene ist hier ein Adverb und meint die Art des Sprechens, “gut” steht hier für “moralisch richtig” oder auch “angemessen”. Kritik muss fair erfolgen. Wobei: das gilt für Tote, die sich nicht mehr verteidigen können. Köppl kann sich wehren, und von Unfairness kann bei diesem Gastkommentar keine Rede sein.
Ihre persönlichen Erfahrungen mit Bgm. Köppl sind Ihnen unbenommen. Es sind eben IHRE PERSÖNLICHEN Erfahrungen. Es gibt Menschen, die haben ähnliche Erfahrungen wie Sie, es gibt Menschen mit drastisch gegenteiligen Erfahrungen. Selten noch wurde ein Bürgermeister mit so viel Häme in den Foren “verabschiedet”. Das sagt auch etwas, wenngleich wir das nicht billigen. Im Gastkommentar war jedenfalls keine Häme zu erkennen, im Gegenteil, es schwang Trauer darüber mit, dass da jemand nicht einmal im Gehen in der Lage ist, sich selbst ein wenig kritisch zu sehen.
Auf jeden Fall werden hier keine Steine nachgeworfen, sondern klar benannt, worin das Scheitern Köppls besteht. Das kann man natürlich anders sehen, anders bewerten. Aber es sind offen vorgetragene Kritikpunkte und Argumente. Es steht jedem frei, die von Amon aufgezeigten Fakten und Problemlagen anders zu bewerten. Aber die Aufforderung, es selbst zu machen, ist ein geradezu klassischer Versuch, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Die Aufforderung, keine Steine nachzuwerfen, ist – mit Verlaub – die Aufforderung, die Wahrheit zu verschweigen. Brecht hat geschrieben, dass die Lüge nicht mit dem Sagen der Unwahrheit, sondern mit dem Verschweigen der Wahrheit beginnt.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachtrag: Wie uns Herr Amon in der Zwischenzeit wissen hat lassen, denke er nicht im Traum daran, das Bürgermeisteramt anzustreben. Das liege jenseits seiner Lebensplanung. Abgesehen davon würde eine öffentliche politische Funktion ihn in seiner Freiheit einschränken, ungeschminkt seine Meinung zu sagen.


 

gstoan
Gesendet am 18.11.2014 um 6:15 nachmittags

Wer in der Privatwirtschaft einen Konkurs oder eine Insolvenz, generell einen Schaden verursacht, muß dafür haften. Bei einer GmbH gibt es eine beschränkte Haftung. Egal ob Eigentümer, Geschäftsführer, privater Anleger – in letzter Instanz ist der Durchgriff auf das Privatvermögen üblich. Selten so bei Banken, Versicherungen, verstaatlichten Konzernen, etc. – es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
Wo bleibt die Verantwortlichkeit der Politiker für Ihr Tun und Handeln? Wenn ein öffentliches Amt versagt – wer wird Kläger der geschädigten Region, der Steuerzahler…? Kaum werden jemals Gesetzte geschaffen werden können, die eine Politik(er)Haftung festlegen – wer sollte diese Gesetzte auch beschließen?
Da ist es schon einfacher, sich zurückzuziehen! Und wer bleibt auf dem Scherbenhaufen sitzen? Wir und seine Nachfolger! So einfach wird das eine komfortable Pension. Gut gemacht Gmunden!


Ramona
Gesendet am 18.11.2014 um 12:27 nachmittags | Als Antwort auf JChT .

Antwort auf JCht
Soweit mir bekannt ist, ist dieser Block NICHT kommerziell betrieben. Alle arbeiten ehrenamtlich, mit großem persönlichen Engagement, unter Nutzung ihrer privaten zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Zur Wahrung der Meinungsfreiheit und der Meinungsvielfalt, zur Wahrung der Bürgerrechte!


 

Ruhmloser Abgang

18. November 2014 - 8 Antworten

Liebe Leserleins!

Wir haben uns gestern nicht viel damit aufgehalten, Meldungen über Köppls Rücktritt zu bringen. Das können andere auch, wir mit unseren limitierten Resourcen müssen haushalten. Trotzdem hat uns dieses Ereignis gestern unglaubliche, ja unheimliche Besucherzahlen beschert: beinahe 2.200 Leute an einem Tag. Fast das Doppelte unseres bisherigen Tagesrekords. Wir nehmen an, dieser Rekord wird lange Zeit nicht gebrochen werden.

Natürlich wollen wir bei einem solchen Ereignis auch unseren Leserleins etwas Besonderes bieten. Da die letzten Gastkommentare des auch in Gmunden lebenden Wiener Autors Michael Amon extrem eingeschlagen haben und irre gut aufgenommen worden sind, haben wir ihn ersucht, für uns den Rücktritt Köppls zu kommentieren. Er kann das in der Eile und Schnelligkeit besser als wir, denn wir sind letzten Endes Amateure, er ist der Profi. Wir haben ihn sehr dringend gebeten, und er hat sich hingesetzt und “mit heisser Nadel” einen Kommentar gestrickt. Er hat uns ersucht, Ihnen liebe Leserleins, auch zu sagen, dass das natürlich ein Kommentar unter dem unmittelbaren Eindruck des Rücktritts ist (diesbezügliche Gerüchte sind ihm bereits am Sonntag zugeflüstert worden). Und er habe das in grosser Eile geschrieben, man möge daher nicht alles auf die Goldwaage legen, der Artikel ist zwangsläufig nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt. Was wir Ihnen, liebe Leserleins, hiermit zur Kenntnis gebracht haben.

Ihre Babsy wünscht Ihnen eine spannende Lektüre!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Ein ruhmloser Abgang

Gastkommentar von Michael Amon

Bevor ich zu einer politischen Einschätzung der Ereignisse komme, sei mir erlaubt, ein paar sehr persönliche Betrachtungen anzustellen.
Scheitern gehört zum Leben. Ausschließlich nur Erfolge kann niemand haben. Zum Scheitern gehört aber auch, ein Scheitern einzugestehen. Scheitern ist keine Schande, aber Scheitern ohne Selbsterkenntnis ist nicht nur menschlich tragisch, sondern auch fatal. Es führt zu Sprach- und Ratlosigkeit, und die war dem baldigen Ex-Bürgermeister Gmundens, Köppl, bei der Pressekonferenz anzuhören und anzusehen. Hier trat nicht einer trotz zu vieler Jahre im Amt erhobenen Hauptes ab, hier ging einer, dem kein anderer Ausweg mehr blieb, und der die Vorgänge offenbar nicht mehr verstand. So wie man in den letzten Jahren das Gefühl hatte: hier ist einer aus der Zeit gefallen, zu lange im Amt geblieben und hat verabsäumt, sich im richtigen Moment zu verabschieden.

Hier hat einer im irrigen Glauben gelebt, er fülle das Amt mit seiner Person, das Amt entstehe durch ihn. Die traurige Wirklichkeit war wohl eher die, daß hier ein Amt die Person konstituierte, daß das Amt die Person tragen mußte. Diese Überforderung der Person ist das Kennzeichen der vielen verlorenen Jahre, die Gmunden nun nur noch abschreiben kann. Köppl ist es nie gelungen, der Politik in Gmunden eine Richtung zu geben, eine klare Form, eine erkennbare Zielvorgabe. Es fehlte die »Idee«. Diese Jahre waren geprägt von Machterhalt um des Machterhalts willen. Eine die Stadt prägende Vision, welche die Menschen mitreißen hätte können, war nicht zu erkennen. (Das Asamer-Hotel war keine Vision, das war und ist eine Fata Morgana!) Stattdessen verirrte man sich in Großmannssucht und in oft grotesk komischen Unternehmungen wie Tunnelbau oder Privatuniversität. Daß Köppl selbst im Abgang zu keiner diesbezüglichen Selberkenntnis fähig war, wird ihm auch persönlich noch lange nachhängen. Er verschwindet wie das »Dirndl vom Tanz« und hinterläßt seinen Nachfolgern jede Mange Baustellen, und das teils im wahrsten Wortsinn (RegioTram), teils in Form nie gebauter (Alp)träume wie dem Asamer-Hotel. Mehr Scheitern geht nicht.

Ein Politiker gestaltet mit seinen Entscheidungen das Leben vieler Menschen. Darum ist bei einem Resumée über die Tätigkeit jede Art von Schonung oder Nachsicht fehl am Platz. Das hat nichts mit Unbarmherzigkeit zu tun, sondern ist eine politische Notwendigkeit. Der Verzicht auf diese klare und harte Rechnungslegung würde verhindern, aus den Ereignissen Lehren zu ziehen.
Man soll daher nicht viel herumreden: So wie SP-Dickinger in seiner Erklärung zu Köppls Rücktritt ganz allgemein auf »Meriten« zu verweisen (ohne welche anzuführen), werde ich mir verkneifen. Die Versäumnisse überschatten die Amtsführung in einer Weise, daß eventuelle Meriten (die mir nicht aufgefallen sind) davon völlig verdeckt werden. Rücktrittsreif war Köppl schon seit langem. Spätestens nach dem tragischen und in seinen Ursachen noch immer nicht geklärten Selbstmord des Stadtamtsdirektors war sein Abgang fällig. Nicht, weil er etwa nachweisbar an diesem Selbstmord Schuld trug (wie Hametner in seinem Abschiedsbrief mehr als nur anklingen ließ), sondern weil er selbst sich zum Opfer stilisierte, öffentlich verbreiten ließ, daß er von einem Kriseninterventionsteam betreut werde, während ihm kein Wort über die Familie des tatsächlichen Opfers über die Lippen kam (jedenfalls nicht öffentlich wahrnehmbar). Klartext sprach damals nur der inzwischen selbst zurückgetretene FP-Stadtrat Grampelhuber: »Es ist ein zu tiefst erschütterndes Ereignis. … Köppl hatte Hametner durch seinen dominanten Führungsstil oftmals ›deppert‹ sterben lassen. Mit diesen Schwierigkeiten waren wir fast tagtäglich konfrontiert und wußten darüber auch Bescheid! Wenn Köppl Charakter hat, tritt er freiwillig zurück!« An diesen »Schwierigkeiten« hat sich in der Folge nichts geändert. Die Beschreibung von Grampelhuber erwies sich bis zuletzt als gültig und zutreffend. Zuletzt – und das war wohl jener Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte – ließ Köppl alle Fraktionen inklusive der eigenen »deppert sterben«, als er für sich behielt, daß die Asamers ihre Hotelfirmen liquidierten. Die Fraktion folgte ihm zwar noch in der Abstimmung, aber die internen Friktionen waren nicht mehr zu übersehen.

Trotzdem hätte Köppl sich wohl noch einmal der Wahl gestellt. Aber er war mitsamt seiner Gmundner ÖVP unübersehbar zu einem Sicherheitsrisiko für die Landespartei geworden. Bei der nächsten Wahl wird es aus heutiger Sicht recht eng werden für die ÖVP. Deutliche Verluste drohen. Pühringer muß (mit persönlich guten Werten) selbst noch einmal »ran«, um das Schlimmste zu verhindern. Einen Störfaktor in einer grundbürgerlichen Stadt wie Gmunden, eigentlich eine »gmahte Wiesn« für die ÖVP, kann man da nicht brauchen. ÖVP-Insider von der Landesebene verbreiten unverhohlen, daß hier ein Machtwort von oben gesprochen wurde. Die Umfragewerte der ÖVP in Gmunden waren schlecht, die persönlichen Werte von Köppl geradezu unglaublich schlecht. Von den in der Stadt bekannten Politikern hatte er, so wird im Land kolportiert, die mit großem Abstand schlechtesten Werte. Daß die Zahlen nicht aus der Luft gegriffen sein konnten, wußte jeder, der in den letzten Monaten in Plauderrunden mit ÖVP-Mitgliedern geriet. In kürzester Zeit kam die Rede auf den Bürgermeister, und diese Rede war grottenschlecht. Köppl war längst in breiten Kreisen »unten durch«. Seine Politik mit der Brechstange war am Ende, auch bei den eigenen Leuten.

Die Frage, welche sichtbaren Ergebnisse denn die massive Verschuldung unter Köppl in Gmunden hervorgebracht habe, konnte erst recht niemand beantworten. Es gibt diese Ergebnisse nicht. Wenn Köppl in seiner Pressekonferenz auf den Seilbahnbau verweist, dann ist das nur noch ein verzweifelter Versuch, die eigene politische Bilanz zu schönen. Noch immer von einem »ausgeglichenen Budget« zu sprechen, zeugt von Wirklichkeitsverweigerung; die Behauptung, in Gmunden gäbe es »leistbares Wohnen«, sollte die ÖVP im Wahlkampf lieber nicht wiederholen; die »gute Weichenstellung in der Innenstadt« ist nur für Frohnaturen nachvollziehbar. Bei der Wahrnehmung der »großen Zustimmung in der Bevölkerung« hat Köppl eher eine Alleinstellung, und die große Mehrheit für das Asamer-Hotel existiert auch nur hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen.
Daß die Rücktrittsentscheidung nicht unbedingt nur in Gmunden gefallen ist, erkennt man daran, daß die ÖVP nicht einmal noch einen neuen Parteiobmann festgelegt hat, und StR Schrabacher vorläufig die Geschäfte führt. Das ist kein Rücktritt, sondern eine Flucht. Allerdings entsteht dadurch wirklich eine neue Situation für die nächste Gemeinderatswahl. Die ÖVP wird in Kürze den bisherigen Gemeinderat Krapf zum Bürgermeister wählen. Ein zwar unverbrauchtes »Gesicht«, aber jemand, der bisher im Gemeinderat immer brav auf Linie war und alle Torheiten mitgetragen hat. Die ÖVP setzt darauf, daß er insbesondere bei den Sportvereinen ein gutes Standing hat und bei den Umfragen der einzige ÖVPler ist, der überhaupt mit halbwegs guten Werten aufwarten kann. Allerdings ist er außerhalb der ÖVP und der Sportvereine wenig bekannt; ein Manko, daß nun in knapp einem Dreivierteljahr beseitigt werden muß. Keine leichte Aufgabe, denn entscheidend wird sein, ob er in der Lage ist, die Linie der ÖVP grundsätzlich zu ändern, bei heftig umstrittenen Projekten zu neuen Lösungen zu finden. Kann er das nicht, wird es für die ÖVP schwer werden, das Bürgermeisteramt zu halten. Um das zu erreichen, müßte sich aber auch die ÖVP selbst ändern. Denn wie SP-Dickinger richtig festgestellt hat, die Auswahl des neuen Bürgermeisters ist »Ausdruck der personalpolitischen Schwäche der Gmundner VP.« (Was Dickinger – angesichts der personalpolitischen Schwäche der eigenen Stadtpartei – hoffentlich auch ein wenig ironisch-wehmütig gemeint hat!)

Leichter wird die Sache für die ÖVP dann, wenn es den anderen Parteien nicht gelingt, sich neu aufzustellen. Die FPÖ muß den Verlust des populären Ex-Stadtrates Grampelhuber erst einmal wett machen. Sie wird klarstellen müssen, sich nicht als neuer Mehrheitsbeschaffer für die ÖVP herzugeben (was manche der FP wegen ihres zeitweiligen Verhaltens bei der Hotelfrage unterstellen).
Die SPÖ hat seit der letzten Wahl nicht richtig Tritt gefaßt. Wenn es ihr nicht gelingt, ihre brachliegenden Potentiale zu heben, persönliche Animositäten zu überwinden, das interne Diskussionsniveau sowohl zu erhöhen als auch auf eine breitere Basis zu stellen, dann wird sie die Situation politisch nur schwer nützen können. Die derzeitige Situation – Dickinger als Einzeltänzer, Sageder als einsamer Tramwaybauer (was eher nicht viele Stimmen bringen wird) – ist nicht sehr erfolgversprechend. Angesichts der massiven Widerstände gegen die RegioTram wird die SP zumindest in ihre Linie etwas mehr Logik bringen müssen: denn während Sageder an den Öffis und deren Vorrang bastelt, tritt die Partei für Gratisparken ein. Das ist ein Widerspruch in sich selbst.

Auch die Grünen stehen vor einer neuen Situation. VP-Krapf könnte, wenn er halbwegs geschickt ist, jene Teile der Wählerschaft, die auf dem Weg zu den Grünen sind, zurückholen. Die RegioTram-Frage spaltet die eigene Wählerschaft. Die nunmehr offenkundig werdende Stadtgestaltung (siehe Klosterplatz) wird diese Kluft weiter vertiefen (neben der Grundsatzfrage, ob eine Straßenbahn in einer 13.000-Seelen-Gemeinde ein adäquates Verkehrsmittel ist, Vergleiche mit Linz sind daher kindisch).
Dazu kommt Gegenwind vom Land: Anschobers Verhalten in Sachen »Wasserverseuchung in Ohlsdorf« ist kein Ruhmesblatt. Die grüne Handschrift im Land ist praktisch nicht erkennbar. Auf Gemeindeebene muß man da noch deutlicher als bis jetzt Fahne zeigen, die RegioTram-Linie überdenken und mehr Mut zum »Grün-Sein« zeigen. Die Grünen werden nicht gewählt, weil sie so pragmatisch sind, sondern weil sie Veränderung versprechen. Ein Schuß Pragmatik darf (und muß) sein, aber die Grünen werden noch mehr als bisher für eine Änderung der Art, wie Politik gemacht wird, eintreten müssen. Gerade bei der RegioTram und dem Wort “Öffi” aber haben einige Grüne nicht nur das analytische Denken abgestellt, sondern auch eher wie »klassische« Politiker argumentiert und agiert, was weder bei Kernschichten noch bei Sympathisanten besonders gut angekommen ist.

Völlig offen ist auch, ob bei den nächsten Gemeinderatswahlen neue Listen antreten. Die kolportierte Abspaltung einer bürgerlichen Liste von der ÖVP ist vermutlich mit Köppls Rücktritt ad acta gelegt. Die Neos arbeiten recht konsequent an der eigenen Demontage, die Stronach-Gruppierung ist nicht einmal mehr komisch und in einem Stadium zwischen Scheintod und Verwesung.

Ziemlich sicher scheint, daß die ÖVP auch unter neuer Führung die absolute Mehrheit verlieren wird. Man kann nur hoffen, daß sich keine andere Partei auf eine fixe Koalition einläßt, sondern man endlich das freie Spiel der Kräfte riskiert. Nur so können sich neue Ideen für Gmunden durchsetzen. Ein starker, unabhängiger Gemeinderat wäre auch ein gutes Gegengewicht gegen die – meiner Ansicht nach – zu große Machtfülle des Bürgermeister-Amts.
Aber das alles sind in Wahrheit nur Randfragen. Entscheidend für die Gmundner Zukunft wird die Lösung anderer Problemfelder sein, egal wie die zukünftigen Mehrheitsverhältnisse sein werden:
a) Die Ver«netzung« von Politik und Unternehmer-Clans ist aufzubrechen und zu beseitigen. Es dürfen keine Entscheidungen mehr gefällt werden, die ausschließlich den finanziellen Interessen solcher Clans dienen. Jede Art von Freunderl- und Cliquen-Wirtschaft ist zu unterbinden.
b) Alle Formen der Umgehung des Gemeinderats bzw. der in der Gemeindeordnung vorgesehenen Abstimmungsmodi sind sofort zu beenden, die Vereins-KG ist schnellstmöglich aufzulösen. Vermögenswerte dürfen nur noch von der Gemeinde gehalten werden.
c) Wiederherstellung eines korrekten Gesprächsklimas, aber bitte keine Rückkehr zur »Mauschel«politik früherer Zeiten. Beschlüsse müssen transparent und nachvollziehbar vorbereitet sein, die Bürgerschaft ist einzubinden. Bei strittigen Fragen von vitalem Interesse (vom Hotel bis Regio oder Hallenbad) ist die Bevölkerung zu befragen.
d) Baustop bei der RegioTram. Ausschreibung eines neuen, umfassenden Stadtkonzepts, danach Erstellung einer sinnvollen Verkehrslösung. Damit im Zusammenhang auch Rückkauf der Putz- und Holzingergründe, damit die Stadtplanung mehr Gestaltungsräume bekommt. Das Stadtkonzept muß auch die Fragen Neuordnung des öffentlichen Verkehrs, Hallenbad, Kongreßzentrum, Hotel, Hotelnutzung, Wohnbau etc. umfassen und Richtlinien beinhalten, die einer weiteren Verschandelung Gmundens ein Ende setzen. Nur immer »Tourismus« zu murmeln, wie es Köppl auch jetzt beim Rücktritt wieder getan hat, ist ebenso zu wenig wie unrealistische Hotelträumereien. In Gmunden wird zuerst das Dach geplant und dann überlegt, wie das Haus darunter aussehen soll.
e) Unvereinbare Doppel- bzw. Mehrfachfunktionen von Stadtpolitikern sind abzuschaffen. Strenge Trennung von Politik und Wirtschaft. Keine Aufträge der Stadt an Gemeinderatsmitglieder. (Dieser Punkt sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, die Gmundner Praxis ist leider eine andere!)
f) Sanierung des Budgets und Beendigung der Politik sinnloser Ausgaben

Die Stadt ist, und hier gibt es nichts zu beschönigen, nach achtzehn Jahren Köppl in einem traurigen Zustand: baulich/infrastrukturell, politisch, finanziell, ideell. In den zweiundzwanzig Jahren, die ich jetzt in Gmunden meine Bücher schreibe, habe ich den Niedergang mit eigenen Augen mitansehen müssen. Dieser Niedergang ist nicht Köppls alleinige Schuld, aber liegt voll in seiner politischen Verantwortung. Die anderen Parteien haben teilweise zu lange mitgespielt, die Zügel schleifen lassen. Kann sein, daß die Bürgerinnen und Bürger Streit in der Politik nicht schätzen. Aber einen faulen Burgfrieden, bei dem auf ihre Kosten gemauschelt wird, den mögen sie noch weniger. Wer das am schnellsten begreift und eine glaubwürdige Alternative bietet, hat gute Chancen, die Gmundner Zukunft zu bestimmen und die Dinge insgesamt wieder zum Besseren zu wenden. Gmunden ist nicht wegen, sondern trotz Köppl noch immer eine lebenswerte Stadt. Betonung auf noch!


 

Wo die Bim fährt (bzw. nicht fährt!)

17. November 2014 - 9 Antworten

Liebe Leserleins!

Heute widmen wir uns wieder einmal der RegioTramBimBahnWann und bringen endlich den schon länger versprochenen zweiten Teil der Erinnerungen eines/r alteingesessenen/r Gmundners/in. Natürlich nicht die Lebenserinnungen, das würde den Platz unseres bescheidenen Blogs sprengen. Aber das, was dieses Mitbürgerlein im Rahmen der Diskussion über den öffentlichen Verkehrs wieder in Erinnerung bringen will. Nämlich: wie das hierzudorf wirklich läuft mit den Öffis. Hot stuff!

Also erzählte unser Insiderlein:
Als der Citybus eingeführt wurde, stellte sich wiederum die Frage, ob es nicht besser wäre, die Strassenbahn einem Musealverein mit Subventionen zu übertragen (für Sonderfahrten, Bummelzüge, Sommerbetrieb).
S/H war strikt dagegen.
Damals saß ein Miteigentümer dieser Firma im Stadtrat und sorgte für Durchsetzung ihrer Interessen. Also wurde der Betrieb und der Fahrplan des City-Busses auf die Interessen der Strassenbahn abgestimmt. Das sieht bis heute so aus: Betreiber des City-Busses sind teils S/H und teilweise die Post. Dorthin fließen auch entsprechend die Subventionen.
Der CityBus wurde solange boykottiert, bis S/H seine Zustimmung erteilte, die daran geknüpft war, dass das Busnetz nicht der Strassenbahn Konkurrenz macht. Vor allem nicht zum Bahnhof fährt.
Die Innenstadtkaufleute verhinderten auch, und das bis heute, dass der City-Bus den SEP regelmäßig direkt anfährt. So sind Privatinteressen bis heute wichtiger als eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. Eine Misswirtschaft, wie sie nur im Filz einer Kleinstadt gedeihen kann: Die wichtigsten Ziele mit der besten Frequenz müssen umfahren werden.
Dank dieser Lösung flossen die Subventionen an S/H doppelt: für die Strassenbahn und für den Citybus. Eine kleine Stadt leistet sich 2 Betreiber für einen Citybus! Zwei Subventionsempfänger! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wenn es nach den Wünschen der Fahrgäste ginge, könnte der Bus schon längst über Mittag, an Samstagen, Sonn- und Feitertagen fahren und die Menschen ohne Privatauto besser ans Ziel bringen. Ein einfacher Vorschlag: Alle Subventionen von Stadt und Land zusammenlegen und ohne Scheuklappen den öffentlichen Verkehr neu planen.

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung und die Annahme, dass das alles ganz korrekt und unter Einhaltung aller Gesetze abgelaufen ist. Die grundsätzlichen Fragen, die hier gestellt werden, haben es ohnedies in sich.

Übrigens: auch die Grünen schwindeln ein klein wenig auf ihrem Einladungsplakat für die Diskussion rund um die Bim (siehe Ankündigung weiter unten!): der Platz, der hier als so gemütlich präsentiert wird, hat nichts, aber schon gar nichts mit dem Gmundner Rathausplatz gemein oder zu tun. Am Bild fährt die Bim nämlich über einen offenen, luftigen Platz, und die Schienen sind bündig ohne Stufe/Kante in die Platzoberfläche eingepasst. In Gmunden quetscht sich die Bim am Rande des Rathausplatzes durch die engen Gassen der Innenstadt. So eng, dass die Fussgänger sich an die Wand drücken werden, wenn die Bim plötzlich in wenigen dutzend Zentimetern an ihnen und am Gehsteig vorbeiflutscht. Da wird man dann erst richtig begreifen, was eine “Begegnungszone” ist. Also liebe Grüne: machts doch bitte nicht den anderen Parteien nach und versuchts die Leute mit dem Schmäh zu nehmen, in diesem Fall halt mit dem Öffi-Schmäh. Die Visionen vom geschätzten GR Kiensberger in allen Ehren, aber der Gmundner Rathausplatz ist kein grossstädtischer Platz mit luftigem Umfeld, sondern vom See und der Altstadt begrenzt und “eingeengt”. Ganz anders also als jener Platz, den ihr auf eurem Plakat verwendet. Macht bitte nicht mit beim allgemeinen Etikettenschwindel rund um die RegioTram. Wer dieses Projekt verteidigt, erweist der Idee des Vorrangs des öffentlichen Verkehrs keinen guten Dienst. Lasst euch von den Wiener Grünen beraten, die haben auch einiges Lehrgeld bezahlt, bis die MaHü zumindest in Teilen zu einer guten Lösung wurde (ob die erst kommende Begegnungszone mit Bus, Auto, Fahrrad und Mensch&Hund dereinst wirklich funktioniert, wird sich weisen, berechtigte Zweifel sind aber schon jetzt angebracht).

Ein wenig geschwindelt – so wird der Rathausplatz nie aussehen!
(Klicken für Originalgrösse)

plakat_gruene_1

Das Einladungsplakat ist ganz am Ende des heutigen Blogs.

Ja, beim Wasserkrimi gibt es nichts wirklich Neues. Nur einen seltsamen Beschluss der Ohlsdorfer Parteien, das nicht zum Wahlkampfthema zu machen, behauptet zumindest die FP-Ohlsdorf. Da ist Ihre Babsy dann schon einigermassen irritiert. Warum soll das kein Wahlkampfthema sein? Was, wenn nicht die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung sollte denn dann ein Wahlkampfthema sein? Weniger Regen für alle? Mehr Sonne? Das ist ein lebenswichtiges Thema, und natürlich muss das ein Wahlkampfthema sein. Die Bevölkerung sollte nur Leute wählen, die mit dieser Sache garantiert nichts zu tun haben; nur Parteien und Politiker wählen, die mit Sicherheit in keinem Naheverhältnis zu den noch unbekannten Tätern stehen (auch darum ist die Aufklärung des Falls so wichtig, hoffentlich noch vor der Wahl). Was soll das für eine Politik und was für eine Demokratie sein, wenn man über grundsätzliche (Über)lebensfragen nicht im Wahlkampf reden soll? Denn immerhin geht es hier um einen massiven Systemfehler, für den ja auch wer verantwortlich sein muss. Und möglicherweise geht es auch um das Versagen von Behörden, das Wegschauen von Verantwortlichen oder u. U. um die Verfilzung von politischen und wirtschaftlichen Verantwortungsträgern, die offenbar alles tragen, nur keine Verantwortung.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Hier wieder die Kommentare vom Vortag.

Hans Heidinger
Gesendet am 16.11.2014 um 4:18 nachmittags

Interessant im Zusammenhang mit dem Beitrag von Frau Enzmann wäre nur die Frage, ob sie bezüglich der Masten nur die Aufgeregte spielt oder ob sie mit ihrer Partei etwas unternimmt, dass das Wahnsinnsprojekt zumindest am Klosterplatz sein Ende findet.


Susanne Walcher
Gesendet am 16.11.2014 um 9:11 vormittags

Liebes Gmundl-Team!
Ihr habts beim Bilderrätsel den wichtigen Auswahlpunkt m) vergessen, der da lautet: “Ein wesentlicher Teil des streng geheimen Gmundner Weltraum-Projekts: Köppl und Asamer fliegen auf den Mond!”
Die NASA hat schon Interesse bekundet und plant mit den genannten Herren die erste bemannte Mission auf die Venus. Sollte sich die Sache bewähren, ist geplant, dort die erste Kolonie, ähm, Deponie, für Politiker und deren Kumpani einzurichten.


AndyB
Gesendet am 16.11.2014 um 8:51 vormittags

äääääh …. kann ich den Publikumsjoker nehmen?

Ansonsten wähle ich die Antwort z) ein Windrad


Zivilcourage
Gesendet am 16.11.2014 um 8:44 vormittags

Sehr geehrte Frau Enzmann,
danke, daß Sie meine Kritik, die von vielen Bürgern geteilt wird, als “untergrifftig” bezeichnen. Eine Politker/in wurde vom Volk mit einem gewissen Vertrauen ausgestattet, aber das Volk ( Wähler) ist der Souverän (das zu Ihrer Erinnerung) und darf die Tätigkeiten der Mandatare über die g esamte Gesetzesperiode beobachten und kontrollieren. Abgerechnet wird leider erst bei den nächsten Wahlen. In einer Legislaturperiode von 6 Jahren kann allerdings viel passieren. Bis dorthin haben die Bürger nur wenig Möglichkeiten, eventuelle Schäden durch die Politiker zu verhindern,.

Also, sehr geehrte Frau Enzmann, bitte bezeichnen Sie berechtigte und sachliche Kritik von Bürgern nicht als “untergriffig”. Welche Qualität soll dieser Ausdruck eigentlich haben?

Nachdem””gmundl” meinen vollen Namen preisgegeben hat, unterschreibe ich hiermit mit meinem Namen, obwohl ich nicht das Privileg der Immunität einer Politikerin geniesse u. eventuell gewissen Anfeindungen in dieser Stadt ausgesetzt bin. Da ich völlig unabhängig bin, kann ich dies aber aushalten.

Mit freundlichen Grüßen
Margareta Enser-de Groot

Tut uns leid, aber es war für uns nicht erkennbar, dass wir den Namen nicht nennen sollten, da Sie sich ja gegenüber Fr. Enzmann geoutet hatten. Damit war für uns die “Anonymität” ohnedies nicht mehr gegeben. Oder haben wir das was missverstanden? Das täte uns leid, weil wir sehr darauf achten, unsere Poster so gut es halt geht zu schützen. Wobei wir natürlich darauf hinweisen müssen, das unser Stammposter AndyB schon mehrmals und richtigerweise darauf hingewiesen hat, dass es eine absolute Anonymität im Netz nicht gibt. Man kann nur so grosse Hürden aufbauen, dass es im Normalfall (also keine strafrechtlichen Vorgänge) praktisch unmöglich wird, einen Poster zu herauszufinden. Die Gefahr, “aufgedeckt” zu werden, steigt natürlich dann stark an, wenn man in mehreren Medien unter dem immer gleichen Nickname postet.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachtrag:
Liebe Frau deGroot!
Ich habe mir das jetzt nochmal genau angeschaut. Da gibt es kein Missverständnis unsererseits. Sie haben sich selbst in einem Mail gegenüber einer Reihe von Gemeindemandataren und -mandatarinnen “geoutet”. Es kann also keine Rede sein, dass “der gmundl” Ihren vollen Namen preisgegeben hat. Sie haben das in Ihrer Mail gemacht (siehe unten). Da Sie uns diese Mail geschickt haben, sind wir davon ausgegangen, dass wir das so veröffentlichen können. Anders hätte es auch keinen Sinn, weil niemand verstehen würde, wie Frau Enzmann Ihnen persönlich antworten kann. Und wenn mal der halbe Gemeinderat weiss, wer hinter einem Nickname steht, wissen es alle in der Stadt, die sich irgend wie für Politik interessieren.
Tut mir echt leid, aber die “Enthüllung” lag nicht an uns.
Babsy Blitzschnell f. d. TG

Aus dem Originalbrief:
From: Margareta De Groot-Enser
To: Christian Dickinger ; Karl Kammerhofer ; Wolfgang Sageder ; Johanna Bors ; Elisabeth Rumpf ; Josef Sperrer ; Herbert Löcker ; Beate Enzmann
Sent: Thursday, November 13, 2014 11:39 AM
Subject: Kommentar im gmundl

Sehr geehrte Gemeinderäte,
anbei ein Kommentar von mir im gmundl.
Denke, dass Babsy Bltzschnell die Situation in ihrem Artikel nicht ganz richtig erfaßt hat.
Beste Grüsse Margareta Enser-de Groot


 find-out2
Gesendet am 15.11.2014 um 3:57 nachmittags

Jetzt muß ich aber den Köppl schon einmal auch in Schutz nehmen:

Neben dem Bürgermeister haben auch alle anderen – mit Ausnahme der FPÖ, die war damals noch dagegen; heute ist es ja anders – also auch die SPÖ, die GRÜNEN, der so hoch geschätzte Herr KAMMERHOFER, die ÖVP und auch der Herr DI Löcker für diesen Wahnsinn gestimmt.
Zur Ehrenrettung der oben genannten Mandatare kann man nur hoffen, dass sie nicht kapiert haben, was sie mit ihrer Zustimmung “einkaufen”.
Aber diese Überforderung unserer Mandatare ist ja nichts Neues: Noch immer leiden die Bewohner und Anrainer der Kuferzeile unter den Bausünden, die inkompetente Politiker im Jahr 2004(!) abgenickt haben und bis heute noch nicht beseitigt haben. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung, weil Vorsatz wird´s ja keiner gewesen sein….


zukunft_gruene_plakat

 

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