Haasss is

6. Juli 2015 - Leave a Response

Heute:
Jede Menge Gastkommentare
und ein paar Antworten darauf von uns

Liebe Leserleins!

Dass Ihre Babsy dieses Wochenende Dienst schieben darf, ist eine echte Härte, gell! Aber bitte, frau tut, was sie kann. Denn unsere Leserleins schreiben fleissig. Also muss Ihre Babsy auch entgegen ihren Absichten fleissig sein.

Unseren Verschandelungsknüller verschieben wir auf Mittwoch. Der läuft uns nicht davon. Heute ein paar Gastkommentare und Kasterln mitsam unseren/meinen Antworten. Herr Amon bastelt am Kommentar zu Griechenland, der sehr erhellend ausfallen soll. Der ist für Dienstag geplant.

Jetzt wollen wir hoffen, dass es kühler wird, und zwar ohne die angekündigten Unwetter.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Fahrgäste gesucht

Ein Gastkommentar von Hans Heidinger

Es ist faszinierend, wie man Fakten im Laufe der Zeit in den Hintergrund einer Diskussion drängen kann und sie dadurch vollkommen irrelevant erscheinen läßt.
Tatsache ist, dass die Vorchdorfer Bahn momentan werktags von ca. 350 Fahrgästen (abgehend und ankommend zusammengezählt), davon 200 Schüler – die meisten bleiben in der Traundorfschule –, frequentiert wird. Die Schüler, die nicht die Traundorfschule besuchen, werden momentan mit Schulbussen direkt zu ihren Schulen befördert, ohne Umsteigakrobatik absolvieren zu müssen.
Von den 150 verbleibenden Fahrgästen sind maximal – wie Beobachtungen zeigen – 40-60 Kandidaten dafür, weiter als bis zum Klosterplatz zu fahren.

Auf der anderen Seite der Traun existiert noch eine Strassenbahn, die momentan werktags von durchschnittlich 240 Fahrgästen (am Franz-Josefs-Platz ankommend und abfahrend zusammengezählt) benützt wird. Beobachtungen am Franz- Josefs-Platz zeigen, dass fast alle Fahrgäste in der Innenstadt bleiben und kein Potential für eine Durchbindung eines Zuges aus Richtung Vorchdorf darstellen.

Woher die Fahrgäste kommen sollen, die aus der Innenstadt und aus den Wohngebieten entlang der bestehenden, anachronistischen Strassenbahntrasse – z.B. dem “Villenviertel” – den Weg ins “Einkaufszentrum” Klosterplatz oder ins ” Naherholungsgebiet” Gschwandt finden werden, wird sich nicht nur dem Kritiker dieses Wahnsinns verschließen. Auf diese Frage gibt anscheinend auch die “Potentialanalyse” keine befriedigende Antwort – was nicht verwunderlich ist!

Außer, es ist erklärte Absicht, dass für Fahrgäste, die vom Stadtplatz bis zum Klosterplatz fahren und für 40-60 Fahrgäste täglich aus Richtung Gschwandt, ein Projekt um – ich weiß nicht, wie die richtige Zahl lautet und wiederhole die allgemein verwendete – 57 Millionen Euro gegen den Willen der Bevölkerung “durchzuziehen”.

Übrigens: Meines Wissens nach, existiert ein Durchfahrtsverbot für die Innenstadt für LKW´s über 7,5 to. Ziel- und Quellenverkehr ausgenommen. Dass der neue Zug aber 60 to auf die Waage bringt – auch das ist so eine Zahl, die herumgeistert – ist hoffentlich nur ein böser Traum.


Gemeinsamkeiten

Gastkommentar von Poli-Ticker

WAS DIREKTE DEMOKRATIE, KLEINKINDER, EIERTÄNZE, FUTTERTRÖGE und GMUNDEN gemeinsam haben….

Zum Thema, warum Vze.Bgm. Dickinger (der selbsternannte Verfechter direkter Demokratie in Gmunden :-) just beim Monsterprojekt ZUG QUER DURCH GMUNDEN keine Bürgerbefragung befürwortet, geschweige denn initiiert hat:

Herr Dickinger hier in Gmunden ist halt politisch so selbständig, wie ein Kleinkind, das an der Mutter Rockzipfel hängt.

Unsere „Hobbypolitiker” hier vor Ort „hängen am Kittl“ ihrer Landespolitiker, die leider Politik auch nur als Zeitvertreib und wegen der guten Gagen – aber sicher nicht zum Wohle der Menschen in diesem Lande – machen.

So muss halt der KleinChristian hier vor Ort schön brav das tun, was dem sich grade megadynamisch-peinlich plakatierend lassenden, mit nordkoreanischer Frisur und ebensolchem „ unfehlbarem Zug-D´rrrrrüberfahrgehabe“ ausgestattete rote Landesrat, beim Plauscherl mit den Sternenfirmen der Traunseestadt sich so reindrücken hat lassen.

Und das ganze Desaster Hand in Hand in einem hin- & und herlavierenden peinlichen Polka-Eiertanz – mit seinen Schwarzen, Blauen und Grünen Kollegen.

Weil man „muss ja“ nach der Wahl mit den anderen Fraktionen wieder gut = zum Schaden der Bevölkerung !!! – zusammenarbeiten.

So wird die abenteuerliche Amateurpolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte halt „immer irgendwie“ den Bürgerleins vor Ort – auch unter Zuhilfenahme bewusster Verschleierung und Lügenkonstrukte, wie sie beim Zugprojekt an der Tagesordung waren und sind … „verkauft”.

Auf dass man sich um die wahre Verantwortung gegenüber den steuerzahlenden Bürgern möglichst gut – halt einfach ohne gröberen Gesichtsverlust – bis zur nächsten Wahl r´überdrücken kann.

Dass dem, mit dem Zugprojekt in Gmunden definitv entgleisten Landesrat mit der wohl schnittigst-koreanischen Parteisoldatenfrisur Österreichs, jede Bodenhaftung (Hand in Hand mit den schwarzen Lokal- & Politgranden Gmundens und Oberösterreichs, die sich farblich passend als die wahren Totengräber Gmundens geoutet haben) abhanden gekommen ist, wird selbst dem „dümmsten Steuerzahler“, einfachsten Bürgern und allen „auf Schiene gebrachten, sogenannten einfachen Parteimitgliedern der „SPÖVP Einheitsparteien” beim Verfolgen dieses Blogs von Woche zu Woche immer klarer.

Wie fest die Parteien, als sich selbst erhaltende Futtertröge für ihre Mandatare und Funktionäre auf Steuerzahlers Kosten, samt aller ihrer jeweiligen politischen Vorfeldorganisationen wie Arbeiter- & Wirtschaftskammer, Gewerkschaften und Industriellenvereinigung, etc… unser Land im Griff haben, lässt sich am Trauerspiel rund um das Zugprojekt in Gmunden (wenn man – wie es hier auf http://www.gmundl.com passiert – genauer hinsieht) ablesen. (Von den RotSchwarzGrünBlauen Parteiakademien die als SteuergeldWaschmaschinen zugunsten der Parteien fungieren, davon reden wir hier gar nicht, … )

Der Würgegriff ist so stark, dass selbst einer von der maßgeblichen Bürgermeisterpartei der letzten Jahrzehnte = ÖVP pleitegewirtschafteten Stadt noch ein Monsterprojekt zum weiteren, auf Jahrzehnte nachhaltig wirksamen Schaden aller Steuerzahler zugemutet wird.

Die peinliche Marketing-Massnahmen-Präsentation des amtierenden Bürgermeisters unter “Assistenz”seiner „Wirtschaftsstellen-Leiterin” im lokalen Hofberichterstattungs-TV, sind nur als ein vorläufig letzte Mosaiksteinchen im unrühmlichen Gesamtbild einer total planlosen Orts- und Landespolitik zu werten.

Es wird spannend sein zuzusehen, wie lange die Kaufmannschaft und Wirtschaft Gmundens – und vor allem wieviel an Sand – sich da noch in die Augen streuen lässt…

Dass es in diesem Morast aus politischer Ideen-, Plan- und Visionslosigkeit ein Leichtes ist, dass sich eine Gmundner Privatfirma, die auf Nahverkehrs-unternehmen, die (wohlgemerkt!!! allesamt vom Steuerzahler teuerst subventioniert werden) spezialisiert hat, sich hineinsetzt und ein sinnlos teures, verkehrstechnisch die Stadt zerstörendes und an den wahren Verkehrs-bedürfnissen der Menschen vorbei fahrendes Monsterprojekt aufsetzt und es den Hobbypolitikern in Land und Stadt unter Zuhilfenahme falscher Fahrgastzahlen „perfekt verkauft“, ist der bedauerliche Kollateralschaden, den unsere sogenannten Politiker an Gmunden und unserem Volksvermögen drauf und dran sind zu verursachen.

Zum Abschluss auf den Rockzipfl von eingangs zurückkommend:
„Politiker werden ist goa net schwer …. Politiker sein, dagegen sehr!”

Und wenn man dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, dann sollte man, bitte sehr, das durch geschickte Wahlpropaganda errungene – jedoch immer geliehene  – politische Amt doch nicht mit damit automatisch einhergehender Kompetenz, Weitsicht und Fehlerlosigkeit in Entscheidungen verwechseln.

Das passiert mit der heran rollenden ZUGKATASTROPHE zum Schaden der Gmundner Stadt und aller Steuerzahler leider höchstwahrscheinlich auf nachhaltigste Weise.

Und das Ganze höchstwahrscheinlich auch noch ohne, dass es eine AMTSHAFTUNG FÜR WISSENTLICH GETROFFENE POLITISCHE FEHLENTSCHEIDUNGEN, DIE EIN STEUERGELD-GRAB OHNE ENDE SEIN WERDEN, geben wird.

Auf letzteres kann der leidgeprüfte Steuerzahler und Bürger vielleicht ja doch noch hoffen.

Denn dass beim ZUG DURCH GMUNDEN belogen, getäuscht und getrickst wurde, dass es wirtschaftlichere Alternativen und bessere Lösungen gibt, das wissen mittlerweile auch die Hobby-Politiker der Traunseestadt und des Landes Oberösterreich.


Rätselhaft?

Gastkommentar von Karlheinz König

der mensch ist rätselhaft?
aber nein, dem ist nicht so, liebe babsy. denn es gibt zwei verlässliche triebfedern des menschen allgemein und des österreichers im besonderen: die eine lässt uns wählen, was uns persönlich den größtmöglichen nutzen zu bringen verspricht (meist also zuerst wahlversprechen und hinterher entlarvte wahlversprecher). die andere drängt uns- wenn wir keinen nutzen für uns selbst erkennen können- dazu, jene option zu wählen die den anderen den geringstmöglichen nutzen bringt.
dein einwand (ich höre eine sich hochziehende augenbraue), dass viele menschen sehr wohl sachlich fundierte etscheidungen treffen würden ist grundsätzlich richtig. aber sie haben keine keine organisierten mehrheiten mithilfe derer sie regieren könnten … ;O)

Aus philosophischer Sicht ist und bleibt der Mensch ziemlich rätselhaft. Eben weil soviele Entscheidungen nicht rational erfolgen. Wir sind nun einmal Ergebnis der Evolution, tragen das Erbe unserer Ahnen in uns, und noch immer dominieren angeborene Verhaltensweisen plus Reptiliengehirn unsere Entscheidungen. Wenn man der modernen Gehirnforschung glauben darf, dann sind 70 – 80 % unserer Entscheidungen von unbewußten oder vorbewußten Vorgängen und Irrationalismen geprägt. Und die sind ihrem Wesen nach irrational. Selbst noch die scheinbar rationalste Entscheidung ist das nur in geringem Ausmass. Mit ein Grund, warum die Zivilisation nur eine dünne, verletzliche Schicht ist (frei nach Freud). Die Stimme der Vernunft ist schwach, der Zustand der Welt zeigt es deutlich.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Schuldenberge

Ein Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Antwort an Steinlaus – Schuldenprogramme

Natürlich konnte ich nicht alle Faktoren aufzählen, die der Staatskasse ein Loch gerissen haben und noch weiter reissen werden. Ein Faktor, der noch nicht absehbar ist, sind die Folgekosten der Hypo mit den Haftungen, die derzeit gar nicht realistisch einzuschätzen sind (es sollen angeblich mindestens noch 23 Milliarden – Italien – dazukommen). Das allein würde die Staatsverschuldung auf über 300 Milliarden hochtreiben. Für einen Normalbürger eine unvorstellbare Summe! Die dafür verantwortlichen Politiker haben sich längst aus der Verantwortung gestohlen und sitzen heute wieder auf lukrativen Posten in der Wirtschaft (Haider`s Schicksal ist bekannt, der ÖVP Ex-Finanzminister Pröll hat die Verstaatlichung der Hypo-Schulden laut Griss-Bericht zu verantworten, aber worin besteht seine Verantwortung?).

Vergessen haben Sie noch die Anschaffungskosten für die unnötigen Abfangjäger und deren Betriebskosten von – mir in Erinnerung – 26.000 Euro pro Tag. Es wurde ein Volksbegehren mit über 700.000 Unterschriften abgehalten, die Politik hat darauf gar nicht reagiert. Wozu soll dann eine Volksbefragung in GM über die Strassenbahn gut sein? Wäre doch nur eine weitere Geldverschwendung, wenn sie ohne Resultat bliebe. Nur um gmundl´s Neugier zu befriedigen? Aber gmundl und die Strassenbahngegnerpartei zusammen mit der FPÖ könnten, so wie Herr Kammerhofer auf eigene Initiative und vor allem auf eigene Kosten. es gemacht hat – eine Befragung der Bevölkerung selbst initiieren..

Verglichen mit den Themen, die uns die Welt ( Klimawandel , Überbevölkerung, Nahrungsknappheit, Kriegsgefahr) und Europa vorgeben, erlaube ich mir einen Vergleich:: in Gmunden haben wir nur ein leichtes Kopfweh…..

Wenn Herr Kammerhofer eine Umfrage startet und selbst bezahlt, dann ist das seine Sache. Er wird wissen, warum er das tut bzw. getan hat. Aber zu verlangen, man solle solche Befragungen selbst zahlen, ist schon ein wenig schräg, gell. Damit könnte man viele Bürgerinitiativen leicht “abdrehen”. Und ganz nebenbei bemerkt: die Befürworter eines zugfreien Gmundens haben einiges auf eigene Kosten gemacht – Aussendungen, Inserate, ein Alternativ-Konzept erarbeiten. So wie übrigens auch die Hotel-Gegner – da wurde auch einiges selbst finanuziert. Aber eine Abstimmung zu finanzieren, das ist wirklich nicht Aufgabe von Bürgerbewegungen.

Das mit den leichten Kopfweh kann man natürlich immer sagen. Aber diese leichten Kopfweh sind das örtliche Symptom für die globale Unfähigkeit der Politik, die grossen Probleme zu lösen. Wer schon nicht in der Lage ist, die vergleichsweise einfachen lokalen Probleme zu bewältigen, scheitert angesichts der Weltlage erst recht. Oder glaubt irgend wer, dass die Obamas, Putins und Merkels der grossen, weiten Welt sich in irgend einer Weise von unseren Provinzpolitikern unterscheiden (ausser, dass sie mehr Pinke und noch mehr unkontrollierte Macht haben)?

Und bitte net immer so nebenbei auf den gmundl-blog einhauen, nur weil wir in Sachen Regio-Tram eine andere Meinung und Einschätzung haben, gell! Sonst sind wir uns eh oft ziemlich einig. Und wir sind keine Koalitionspartner der Regio-Gegner, der FPÖ oder sonst einer Gruppierung, also werden wir den Teufel tun, und mit irgend jemandem gemeinsam eine Abstimmung veranstalten. Wir versuchen nur, hier eine Plattform zu bilden und zu bieten. Dass diese nicht von allen in gleicher Weise intensiv genutzt wird, bedauern wir sehr. Die Gmundl-Verweigerer begeben sich damit der Möglichkeit, eine Öffentlichkeit für ihre Anliegen zu schaffen. Immerhin ist unsere lokale Reichweite grösser als die der überregionalen Qualitätszeitungen. Die wichtigen Diskussion finden hier statt. Dankenswerterweise auch mit Ihren Kommentaren!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Natürlich beschäftigt sich unser Alfred E. Neumann jun. auch mit den grossen Fragen des Lebens. Mit den ganz grossen natürlich! Das Universum zu verstehen, ist ihm ein grosses Anliegen, wie man am heutigen Beitrag sieht.

ich_freu_mich_leere_universum


 

 

 

 

Entgleist

5. Juli 2015 - Leave a Response

Heute:
Babsy über Regio-Schmähführer
Gastkommentar von Marge Lila alias Martin Luther
Gastkommentar von Peipino zu Wahl-Ahnungen

Liebe Leserleins!

Eigentlich wollte Ihre Babsy sich heute kurz halten und ein wenig faul sein, im Schatten herumkugeln, vielleicht auf einen Hupfer hüllenlos ins Weissenbachtal. Ach Weissenbachtal, du mein Vergnügen. Einst der grosse Skandal mit vielen Schlagzeilen. Heute ein gemütlicher Treff von gemütlichen Leuten. Die Spechtler haben sich verzogen. Die Spiesser, die kamen um sich zu erregen und gleichzeitig aufzuregen, sind auch verschwunden. Man muss also nicht mehr nach Goisern fahren, wo das Nacktbaden im Hallstättersee ein ziemlich eiskaltes Vergnügen ist. Auch wenn der Hallstättersee seine ganz eigene Schönheit hat. Und die Leute dort auch.
Aber leider, ich muss heute doch ein paar Zeilen für den Blog in mein Tablett hineinfummeln. Zum Glück habe ich zarte, kleine Finger. Mit denen kann man sogar auf einem Tablett halbwegs treffgenau die Buchstaben sortieren. Ich muss was loswerden. Über Regio, denn ich regio mich auf.

Ein wenig entgleist sind die Regio-Befürworter. Bei ihren Versuchen, mit immer neuen Beispielen zu beweisen, wie totalnormal es sei, mit Riesenzügen durch eine historische Innenstadt zu rattern. Wenn jetzt wer etwas von LKWs murmelt, die jetzt schon fahren, dann stimmt das. Ich bin schon lang dafür, die Stadt für die Durchfahrt von Lastlern aller Art zu sperren. Aber das kommt nie. Mein Wort drauf! Da halte ich jede Wette.
Die Regionauten versuchen also, uns dieses Riesengefährt zu verklickern. Mit immer neuen Städtenamen, die man in die Schlacht ums für S&H profitable Eisenpferd wirft. Was wir nicht schon alles gehört haben, und alles war Trickserei. Von Karlsruhe bis Montepellier, von Madrid bis Rom – alles Unsinnigkeiten. Jetzt hat ein gewisser “objektiv”, ein fanatischer Anhänger der herrschenden Unsitten, in einem Posting auf den OÖN gleich auf ein paar Schweizer Orte verwiesen, in denen die Eisenbahn mitten durch den Ort fahre. Aber man sollte die Eisenbahn im Dorf lassen und sich die genannten Städte genauer ansehen. Dann wird klar: wiedereinmal ein dummer Trick. Wer immer sich den ausgedacht hat: S&H, der Strassbahnverein, ein unkundiger Zyniker. Ist mir egal. Aber die genannten Städte erweisen sich als neuerlicher Bluff, als, milde formuliert, Schwindelei.

Die genannten Schweizer Orte haben tatsächlich Eisenbahnen, die durch den Ort führen. Was verschwiegen wird: diese Linien wurden um 1900 (und kurz davor oder danach) geplant und gebaut. Damals jenseits der damaligen Ortskerne, aber in erreichbarer Nähe. Also soweit von den Ortskernen entfernt, dass man sie zu Fuss halbwegs gut erreichen konnte. Das war damals so üblich. Auch die Bahnhöfe in Gmunden oder Traunkirchen waren so konzipiert. Privater Autoverkehr war damals nämlich noch nicht erfunden. Also fussgängerfreundliche Nähe zu den Ortskernen. Und Pferdefuhrwerknähe.
In den mehr als 100 Jahren, die seit damals vergangen sind, wuchsen jenseits der Bahngeleise neue Siedlungen immer näher heran an die Bahnlinien. Zwangsläufig, da in den engen Schweizer Talschaften wenig Raum vorhanden war. Es kam auch in diesen Tälern zur bekannten Zersiedelung. Nun fahren heute die Eisenbahnen durch die Ortschaften, berühren aber nach wie vor nicht die Altstadt-Kerne. Also ganz anders, als es in Gmunden geplant ist. Was ebenfalls nicht gesagt wird: kein Mensch plappert dort von Begegnungszonen auf den Bahngeleisen. Die Bahnlinien führen über eigene, abgetrennte Trassen mit noch immer klarem Abstand zu den Siedlungsbauten. Das Queren der Bahngeleise ist meist nicht möglich, da die Linien im Stadtgebiet mit Zäunen “eingepfercht” werden.

Was ebenfalls verschwiegen wird: diese Eisenbahnen sind in der Schweiz inzwischen ein wichtiger Teil des touristischen Geschehens. Es werden unzählige Rundfahrten angeboten. Die berühmteste ist der Glacier-Express, der von St. Moritz nach Zermatt fährt – über 291 Brücken, durch 91 Tunnels und über eine 2000-m-Passhöhe fährt man acht Stunden lang durch die Schweizer Alpen. Ob die Strecke Vorchdorf-Gmunden zum grossen Tourismus-Schlager wird, kann mit gutem Grund bezweifelt werden. Fahren doch selbst die Eingeborenen kaum damit.

Hier als Beweis für die Wahrhaftigkeit der Regio-Fan-Argumente die Luftaufnahme der Streckenführung in einem der genannten Schweizer Orte, nämlich Aigle (Anklicken für Originalgrösse, da erkennt man alles viel besser!):

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Genau ist hier zu sehen, dass die Zugsführung (linkes Drittel) auf völlig eigenem und getrenntem Gelände erfolgt. Von einer Trassenführung auf einer Ebene mit anderen Verkehrsteilnehmern und mitten durch die Stadt à la Gmunden kann keine Rede sein. Gut erkennen kann man, dass links vom Bahnhof die Ortserweiterung erfolgt ist – mit sehr geraden Strassenführungen, während im rechten Bilddrittel in Spuren noch die alte, wild gewucherte Ortstruktur zu erkennen ist. Der alte Stadtkern beginnt auf diesem Bild rechts oben.

Jeder Vollidiot kann sofort erkennen, dass diese Verkehrssituation nichts, aber schon überhaupt nichts mit der zu tun hat, die wir jetzt in Gmunden mutwillig herstellen. Wir können jederzeit auch für die anderen genannten Beispiele aus der Schweiz entsprechende Bilder veröffentlichen. Die Schmähführer bei S&H, die möglicherweise für diese Form der Desinformation verantwortlich sind, haben eine gewichtige Tatsache übersehen: sie haben es jetzt nicht mehr nur mit willfährigen lokalen Hofberichterstattern zu tun, sondern auch mit einem kritischen Blog, der Fragen stellt und dreiste Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Sich weiterhin darauf zu verlassen, dass die Bürgerleins, die man bisher dumm sterben hat lassen können, keine alternativen Infos bekommen, das funktioniert nicht mehr. Denn eines bleibt entgegen allen Beteuerungen eine Tatsache: man hat die Bürgerleins in keiner Weise deutlich und klar darüber informiert, was hier wirklcih geplant ist. Kein normales Bürgerlein konnte ahnen, was hier auf die Stadt und die Menschen zukommt.

Traurig ist, dass die Grünen hier wirklich auf einem Auge blind sind. Ganz verstehen kann man das nicht. Warum fallen auch die Grünen auf die von S&H geschickt gespielte Frontstellung herein, die da lautet: Regio versus Privatverkehr? Das ist das falsche Gegensatzpaar. Die Frage ist: welches Mittel ist am besten geeignet, den öffentlichen Verkehr abzuwickeln? Die Regio mit Sicherheit nicht. Das müsste eigentlich auch den Grünen einleuchten: ein sündteures Verkehrsmittel, das die wichtigsten Punkte der Stadt (vom Strandbad über das Spital bis zur Schörihub oder Cumberland) nicht anfährt, und das auf zukünftige strukturelle Änderung im Ort nicht flexibel reagieren kann.
Dass im derzeitigen Busnetz auch grosse Lücken (sowohl zeitlich als auch örtlich) klaffen, ist kein Argument für die Regio (die diese Lücken nicht schliesst, sondern nur die Umsteigevorgänge erhöht), sondern ein Argument für einen besseren Ausbau, bessere Linienführung und bessere Fahrzeiten der Buslinien.
Die Regio wird nicht zu einer Verkehrsberuhigung führen, solange man sich nicht traut, den Individualverkehr zu beschränken. Wobei die Angst der Kaufleute der Innenstadt vor einer echten FuZu auch nicht unberechtigt ist: Gmundens Innenstadtfrequenz ist für eine FuZu wahrscheinlich wirklich zu gering. Eine echte FuZu (also als Dauereinrichtung und nicht nur während einzelner Veranstaltungen) scheitert so wie die Hotelträumereien an einer viel zu kurzen Saison in Gmunden.

Politik ist, wenn man sehenden Auges in ein Desaster rast. Zumindest hier in Gmunden scheint das eine zutreffende Definition zu sein.

Ab ins Bad! Und das auch in den nächsten Jahrzehnten natürlich nicht mit der Regio, weil die dort nicht hinfährt.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Auf Ersuchen unseres Gastkommentators Michael Amon verschieben wir seinen Kommentar zur Lage in Griechenland auf Montag oder Dienstag – je nachdem, wann die endgültigen Zahlen der Volksabstimmung vorliegen, da er die eventuellen Folgen des Votums ebenfalls erörtern will.


Gmunden, Martin Luther und die europäische Union

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Herr Vizebürgermeister Dickinger kritisiert mein „unsachliches Pamphlet“ zum Thema „Ahnungslosigkeit“. Soweit mir bekannt ist, schreiben wir uns hier in einem Blog der „Zivilgesellschaft von der Wahrheit zur Satire“. Meinem Empfinden nach hat sich mein obiger Beitrag genau in diesem Rahmen bewegt. Die Beurteilung darüber, ob dieser Beitrag sich wirklich zwischen Wahrheit und Satire bewegt und daher an dieser Stelle veröffentlicht werden kann, überlasse ich vertrauensvoll Babsy und ihrem Team. Der Vergleich mit Martin Luther ehrt mich natürlich, muss ihn aber, bescheiden wie ich bin, zurückweisen.

Aber jetzt zum Ausgangsthema – Bürgerbefragung. Hier kann ich seiner Bitte nach Unterlassung „stechender Insinuation“ leider nicht nachkommen. Über die Medien erfahren wir, wie sehr sich der Vizebürgermeister in den letzten Jahren für Volksbefragungen bei wichtigen Projekten eingesetzt hat. Als Bürger kann ich daher einfach nicht verstehen, warum gerade beim Projekt SRT (wird uns ja als Jahrhundert-Projekt verkauft) gerade von ihm in diese Richtung keinerlei Engagement zu erkennen ist. Zumindest 2013 – vor der Vertragsunterzeichnung für die Neufahrzeuge – wäre das von einem Verfechter von mehr direkter Demokratie zu erwarten gewesen. Ich frage mich daher, warum ist nichts passiert? Die Vermutung liegt nahe, dass ÖVP, SPÖ, Grüne und Land OÖ alles, nur keine verbindliche Bürgerbefragung zu diesem Projekt wollten. Zu viele Probleme bereiten offenbar lästige Bürger bei solchen Vorhaben. Es kommt auch immer wieder vor, dass Städte, die sich getrauen ihre Bürger zu ähnlichen Projekten zu befragen, diese dann abblasen müssen. Nein, das wollte oder durfte der ansonsten so basisdemokratisch bewegte Vizebürgermeister auch nicht riskieren. Bürgerbefragung nur dann, wenn das gewünschte Ergebnis zu erwarten ist???
Immerhin wird uns in dieser Replik gestanden, dass 2003 (!) aus Sicht der Politik diese sauteure Durchbindung schon fix war. So genau wollte man die Bevölkerung aber nicht informieren, die wäre ob der hohen Kosten womöglich nicht begeistert von dieser Idee gewesen? Der sogenannte Bürgerbeteiligungprozess, der dann folgte, war lediglich dazu da, dieses Projekt zu besprechen, zu behübschen oder was weiß ich.
Dieses „Geschenk“, wie Herr Dr. Dickinger diese Durchbindung bezeichnet, ist ein Danaergeschenk. Gmunden bezahlt über EUR 6.000.000,– für etwas, was die Stadt und ihre Bürger so gut wie nicht brauchen. Was mit diesen EUR 6.000.000,– gemacht wird, geht die Stadt dann aber nichts mehr an. Wenn zur Sicherung der Altstadthäuser, Gott sei Dank, der renommierteste Statiker beauftragt wird, dann muss die Stadt Gmunden halt EUR 100.000,– drauf zahlen. Die sind im Gesamtbudget, das ja bekanntlich einen stattlichen Reserveanteil von EUR 7.000.000,– hat, nicht drin. Nein, da ist es, so scheints, wichtiger, ein ordentliches Werbebudget einzuplanen.

Mit Vergleichen ist das ja immer so eine Sache. Meistens hinken sie halt. So auch der Vergleich meiner bescheidenen Person mit Martin Luther und der Vergleich zwischen Gmunden und der EU. Wir auf kommunaler Ebene haben wenigstens eine konkrete Chance Veränderungen zu erwirken und Dinge direkt zu verbessern. Leider läuft das in Brüssel offensichtlich nicht ganz so. Wird wohl ein Grund für die große Europa-Skepsis und die geringe Wahlbeteiligung bei Europawahlen sein. Mir macht das Angst, bin ich doch ein überzeugter Europäer. Wenn es aber die Grundeinstellung unserer derzeit gewählten Volksvertreter ist „egal ob und wie gravierende Fehler passieren, regen wir uns nicht auf, machen wir halt was draus“, dann wird sich auch in Zukunft wenig an der bisherigen Politik ändern. Und Veränderung wäre wahrlich in vielen Bereichen notwendig!


Ahnungen und Ahnungslosigkeit

Ein Gastkommentar von Peipino

Was die ‘Ahnungen’ betrifft so bin ich nicht ganz bei euch.
Ein bundes- bzw.landesweiter Trend ist sicherlich zumeist nicht auf eine Gemeineratswahl zu übertragen.Vor allem, nachdem der Bürgermeister nicht wie die Bundes- oder Landesregierung durch die Parteien oder die Landesverfassungen ‘kreiert’ werden, sondern direkt durch das Wahlvolk in einer eigenen Stimmenabgabe gewählt werden.
Die von euch genannten bundesweiten Trends kann ich mir daher bei der Bürgermeisterwahl nicht vorstellen.
Großen Einfluss wird jedoch sicher das Antreten der ‘Initiative’ haben und zusammen mit der FPÖ viele Stimmen der ‘zugkritischen’ Gmundner Bürger erhalten. Damit wird die kommende Wahl ein interessanter Ersatz für die von ÖVP, SPÖ und Grünen fast panisch verhinderten Bürgerbefragung.

Wobei der Wahlk(r)ampf der Letztgenannten ja sehr interessant wird.
Auf deren Argumente, mit denen sie die, jeglicher Ökologie Hohn sprechenden Maßnahmen zur Verteidigung des ”100 Millionen”-Schwachsinns namens Regiotram verteidigen wollen, bin ich schon richtig neugierig!!!!
Wie der “Masten-Otto” gemeinsam mit dem “Zug-Wolferl” den Wählern ihr Faible fürs (100 Millionen) Zugspielen erklären werden , ist schon sehr spannend.
Warum der “Info Erich” die Forderungen der FPÖ nach Hinterfragung des Bürgerwillens nicht unterstützt, wird er Parteigenossen bei Land und Bund auch ziemlich schwer erklären können.
Man könnte diese politischen Perversitäten auch mit “lebendiger Demokratie” bezeichnen. Ob die WählerInnen dies auch so sehen, sollte man bezweifeln. Das Wahlergebnis wirds zeigen.

Hinsichtlich der Ahnungslosigkeit stimme ich mit euch überein.
Was da von sich als kompetent fühlenden Personen verzapft wird, ist schrecklich!
Da wird von Millionen, die sich Gmunden erspart, fabuliert und von Schadenersatz, den die Stadt (für was? wer hat solche Verpflichtungserklärungen unterschrieben und wenn ja mit welcher Berechtigung?) leisten muss. Die Seriosität dieser Zahlen und Aussagen gehört vermutlich genau so ins Reich der Träume, wie die Grundlagen der ominösen ” Potenzanalyse”.
Diese Wahl wird daher richtig interessant und spannend!
Einige lachende Gesichter wirds schon geben, ein paar enttäuschte aber auch!

Geschätzter Peipino!
Kann sein, dass wir mit unserer Einschätzung des Einflusses der Bundespolitik auf die Wahlen zum Landtag und zum Gemeinderat völlkig falsch liegen. Natürlich ist die Bürgermeisterwahl, da sie eine Personenwahl ist, eine ganz eigene Sache.

Aber wie kommen wir zu unserer Einschätzung?
Nun, zuletzt bei den Wahlen in der Steiermark und im Burgenland hat sich gezeigt, dass die Bundestrends bis hinunter auf die Ebene der Gemeinderäte mehr oder weniger stark “durschgeschlagen” haben. Auf der Landesebene war es ganz offensichtlich so. Das sehen auch die meisten Meinungsforscher sehr ähnlich (und bei den grossen Trends liegen sie meist richtig, nur bei den konkreten Zahlen happert es sehr). Auf der Ebene der Gemeiden gab es Ausnahmen vom Bundestrend nur dort, wo sehr profilierte Amtsinhaber (also Bürgermeister) angetreten sind.

Da in Gmunden für die ÖVP mit Krapf ein neuer Kandidat antritt, der noch kein “Ortkaiser” und wegen der kurzen Amtszeit auch noch wenig profiliert ist, können Landes- und Bundestrends sogar bei der Persönlichkeitswahl zum BM durchaus zum Tragen kommen. In welchem Ausmass, das kann wohl niemand vorhersagen. Wir im Team sind nach ausführlichen Diskussionen zur Ansicht gelangt, dass die Landtags- und Gemeinderatswahlen in OÖ diesmal auf jeden Fall in einem grossen Mass auch von überregionalen Trends beeinflusst sein werden. Kann aber auch sein, dass wir da völlig daneben liegen. Der Mensch ist ja im Grunde ein rätselhaftes Wesen. Und in seiner Eigenschaft als Wählerlein ganz besonders rätselhaft. Im Herbst werden wir mehr wissen.

Mit herzlichen Grüssen
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Trotz der Hitze immer hochativ unterwegs in Sachen kollektive Wahnvorstellungen ist unser Alfred E. Neumann junior. Dass der Wahnsinn den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht, ist ihm klarerweise irre viel wichtig. Man muss schliesslich auch an die Enkelkinder denken.

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Alles hat ein Ende, nur die Regio hat keines …

4. Juli 2015 - Leave a Response

Heute:
Zwei Einserkasterln
Gastkommentar “Ahnungsvoll” von Bürgernah
Gastkommentar “Welche Verträge” von Hans Heidinger
Debatte zum Brief eines Polizisten

Liebe Leserleins!

Noch immer dominiert die Diskussion über die Regio das Geschehen. Vor allem nun, da ein Antrag der FPÖ auf Befragung der Bevölkerung vorliegt. Der wird abgelehnt werden. Schade. Eine vergebene Gelegenheit. Zumindet wissen würde man gern, wie es wirklich aussieht.

Wenn jetzt BM Krapf und SP-Dickinger behaupten, man käme spät drauf, weil alles schon 2003 beschlossen wordn ist, weshalb man das alles längst gewusst habe, ist einigermassen kühn. Ein heutiger Gastkommentar geht auf das ein. Auch wir sehen das so: ein Gemeinderatsbeschluss ist nicht gleichbedeutend damit, dass die Bürgerleins das auch wissen. Für uns ist das ein verzweifelter Versuch, dem Druck standzuhalten, den in dieser Frage die Bürgerinitiative “zugfreies Gmunden” und auch die FPÖ aufgebaut haben. Das kann und wird vor allem SP und VP Stimmen kosten. Jetzt den Versuch zu starten, mit untauglichen Mitteln einen Staudamm gegen die Wählerflucht zu bauen, wird wahrscheinlich nicht gelingen. Hier wäre mehr Ehrlichkeit angesagt. Besser formuliert vielleicht: die Selbsterkenntnis, dass dieses Projekt wirklich nicht bürgernah geplant worden ist. Man möge sich da jetzt nicht auf formale Vorgänge berufen. Gelebte Bürgerbeteiligung bevor alles vertraglich unter Dach und Fach war, die fand bei diesem Projekt nun wirklich nicht statt. Da soll man sich nicht in den Sack lügen. Wer das tut, bereitet den nächsten Triumpf der FPÖ vor – oder jener Bürgerliste, die sich im Gefolge der Regio-Debatte nun als wahlwerbende Gruppe angekündigt hat.

Wir werden am kommenden Montag eine neue “Bombe” in Sachen Stadtverschandelung platzen lassen. Man wird sehen, ob die Bekenntnisse des neuen Bürgermeisters halten, der weiteren Verhunzung Gmundens endlich Einhalt zu gebieten.
Ein doppelt heisser Montag wird das, liebe Leute!

Schatten, wenig Alkohol, keine Politik, und nicht ohne Abkühlung ins Wasser! Wir wollen ja nicht, dass bei dieser Hitze jemand schaden nimmt.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Es freut uns besonders, wenn von einem unserer Gastkommentatoren “abgeschrieben” wird. Wie wir Michael Amons Facebook-Seite entnehmen konnten, geschah dies gestern in der Kronenzeitung. Da können wir nur sagen: Jemand, von dem so “abgekupfert” wird, der hat es geschafft. Der ist eine wichtige Stimme im Land. Wir sind froh, ihn manchmal motivieren zu können, für uns zu schreiben. Und wie wir von den vielen Reaktionen wissen: auch unsere Leserleins teilen dieses Frohsein.

Hier ein Screenshot der Facbook-Notiz (für Originalgrösse wie immer klicken!):

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Das unerreichte Original:

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Falscher Polizist?

Einsterkasterl von holzauge47

Ich bin etwas überrascht über den Blog des anonymen Polizisten “Eine Auseinandersetzung”, diese Schreibweise erinnert an diverse Artikeln von H.C.Strache. Ich kann mich auch täuschen aber dieser Blog hat einen Hauch von Hetze und Unwahrheit in sich. Jeder weiß heutzutage dass die Polizei vorwiegend auf der blauen Seite steht . Wenn’s überhaupt ein Polizist war der diesen Blog geschrieben hat.

Siehe den Debattenbeitrag weiter unten!


Schuldenprogramme

Etwas längeres Einserkasterl von Steinlaus

Die Beiträge von Frau de Groot sind immer sehr fundiert und auch amüsant zu lesen. Zu Ende gedacht hat sie die Überlegungen in ihrem letzten Beitrag leider nicht. Unsere Schulden steigen, schreibt sie ! Warum wohl ?

Es gibt ja die verschiedensten Verschuldungsprogramme: Olympische Spiele, Welt – und Kontinentalmeisterschaften aller Art ( siehe Kurierartikel vom 2. Juli “Kater nach dem großen Kick”), Song Contest, Rüstungsprogramme zur Verteidigung der westlichen Werte, z.B. in der Ukraine inklusive entsprechender Kredite. Auch die Gesundheit oder vielmehr die Krankheit ist ein weites Feld.
Ganz wesentlich tragen Verkehrsprojekte zur Verschuldung bei.
Koralmtunnel, Semmeringbasistunnel, ja und letztendlich auch die Gmundner Regiotram ist alles andere als ein “Lercherlschas” !

Gemessen an den Rüstungsüberlegungen, die in Deutschland aufgrund der Ostkrise laut werden, ist mir die Verschuldung durch die Regiotram fast schon sympathisch. ABER NUR FAST !


Ahnungsvoll!

Eine Replik auf eine Dickinger-Replik von Bürgernah

Es stimmt, was im Blog steht. Es ist Wahlkampf. Entsprechend laut das Getöse. Entsprechend großsprecherisch die Auftritte. Entsprechend heftig die Posen, die eingenommen werden. Theaterdonner oder mehr?

Nehmen wir den Dampf aus der Diskussion. Versuchen wir es ohne Polemik. Einfach nur mit Argumenten. Das eröffnet vielleicht auch dem beruflich bedingt betriebsblinden Politiker die Augen. Denn wir nehmen an, er will uns nicht anschwindeln. Uns nichts weiß machen. Er sitzt nur ein wenig in der Klemme. Fehler der Vergangenheit haben ihn eingeholt. Der elegante Ausstieg fällt schwer. Haben wir daher Verständnis, wenn nicht alles ganz logisch ist. Aber Punkt für Punkt!

Mir geht die Regio-Diskussion am Arsch vorbei. Ganz ehrlich. Wie den meisten Gmundnern. Weil sie und ich jetzt schon die alte Bim nicht benutzen. Und die neue auch nicht nutzen werden. Weil sie nirgends hinführt. Auch egal. Sie wird kommen. Außer dem Land geht doch noch schnell das Geld aus. Aber das werden wir erst nach den Wahlen erfahren.

Dass Dickinger das „heruntergelassene Visier“ in einem Satz kritisiert und dann doch gleich wieder versteht, geschenkt! Dass man mit ihm entspannt reden kann, wird so sein. Ich kenne ihn nicht persönlich, glaube ihm dies aber. Doch kann er keine Garantien dafür geben, dass Mächtigere als er dann nicht doch an Menschen, die sich hier kritisch äußern, ihr Mütchen kühlen.

Nicht gut beraten war Dickinger auf jeden Fall. Denn eine nichtöffentliche Äußerung von Frau Enzmann zu zitieren, ist nicht fair. Und nicht nur das. Politisch unklug. Wiederum sehen die Bürger sich bestätigt. Die Politiker machen ein großes Schaulaufen, aber in Wahrheit packeln sie und sind auf tutti miteinander. Ob Frau Enzmann von dieser Darstellung erfreut ist? Das bezweifle ich. Was also dürfen wir Politikern glauben, Herr Dickinger? Ist alles nur Spiegelfechterei? Wahlkampf? Show für die dummen Wählern, und nach der Wahl geht es weiter wie bisher? War das die Botschaft? Dann sollten Sie den „Chapeau“ an den politischen Nagel hängen.

Ob die finanziellen Dimensionen eines Ausstiegs stimmen? Dickinger zeichnet ein riesiges Bedrohungsbild. Die Bürger sollen sich fürchten. Wollte die Sozialdemokratie einst nicht berechtigte Lebensängste verringern? Weiters würde man auch gern wissen, worauf Dickinger seine Millionenbeträge aufbaut. Welche Verträge? Welche Vertragsbestimmungen? Wer hat einen solchen Wahnsinn unterschrieben? Wenn es denn stimmt? Oder wurde Dickinger von den Projektbetreibern nur schlecht gebrieft? Oder hat er nicht ganz den Überblick? Zahlen in den Raum werfen, ist eine Sache. Sie mit Fakten zu unterlegen, eine andere. Bisher wurden nur kühne Behauptungen geliefert.

Dickinger spricht vom Ende der Gmundner Straßenbahn. Ja und? Niemand braucht die. Kann mit einer viel billigeren Buslinie oder eine geänderten Streckenführung der bestehenden leicht ersetzt werden. Kostet sicher nicht fast 400.000 im Jahr wie die Straßenbahn.

Was die Infrastrukturprojekte betrifft. Wir bekommen gar nichts geschenkt. Das sind immer die selben Steuergelder von den selben Steuerzahlern. Niemand baut ein Haus neu, solange es nicht notwendig ist. Eine Brücke 25 Jahre vor der Zeit wegzureißen ist nicht sehr nachhaltig. Verantwortung für die nächste Generation? Das ist Budenzauber, Schabernack! Die nächste Generation zahlt auf jeden Fall die Zeche. Denn all das ist kreditfinanziert. Die nächsten 30 Jahre. In Wahrheit viel länger. Die Schulden werden nämlich meist nicht getilgt, sondern auf neue Rechnung übertragen. Weshalb die öffentlichen Schulden fast immer nur steigen, so gut wie nie sinken. Tun wir also nicht so, als ob diese jetzigen Projekte die zukünftige Generation nicht belasten würden. Es mag für das Stadtbudget schöner aussehen. Für die Steuerzahler ist es egal. Diese Art von „Föderalismus“ und „föderalistischem“ Denken ist nur noch pervers. Der Steuerzahler ist jedenfalls nicht „föderal“, der ist immer der selbe. Der kann sich nicht aufspalten in Bund, Land und Gemeinde. Und kann nicht mit sich selbst Scheiberl spielen wie die Politiker all dieser Ebenen es mit seinem Steuergeld machen.

Jetzt tritt Dickinger gemeinsam mit dem VP-Bürgermeister an und erklärt den Bürgern, dass sie halt nicht kapiert haben, was der Gemeinderat beschlossen hat. Anders kann man ihre Äußerungen nicht interpretieren. Es sei alles schon 2003 beschlossen worden. Im Gemeinderat. Mit den Stimmen der FPÖ. Für die FPÖ gilt: sie hat sehr bald dagegen aufgeschrien. Wenn Herr Dickinger für sich reklamiert, mit der Zeit klüger zu werden, dann kann das auch die FP für sich reklamieren. Leider besteht der Eindruck, dass die Politik in die andere Richtung unterwegs ist. Was den Klugheitszuwachs betrifft. Man hat den Bürgern nie deutlich gemacht, worum es bei der Durchbindung geht. Neue Garnituren für die Straßenbahn – wie hätten die Bürger erraten sollen, dass da von 32-m-Monstern die Rede ist? Man dachte an ebenso kleine Garnituren, wie sie jetzt im Einsatz sind. Nur moderner.

Nein, meine Herren, man hat zwar 2003 etwas beschlossen. Im Gemeinderat. Dort machen Sie, liebe Politiker, Ihre Wahrnehmungen. Die Wahrnehmungen der Bürger sind andere. Die sitzen nicht im Gemeinderat. Die haben nicht mitbekommen, was wirklich gemeint ist. Man hat es ihnen auch nie deutlich gesagt. Ich will nicht behaupten, dass Sie lügen, Herr Dickinger. Aber eines stelle ich fest: Ihre Wahrnehmung ist die eines Politikers der in den Gremien sitzt. Die Bürger haben einen anderen Blick. Haben nicht den selben Informationsstand. Kann man von den Bürgern auch nicht verlangen. Die wahren Dimensionen der Durchbindung wurden nie „kommuniziert“, um ein neues Lieblingswort der Politik zu bemühen. Sie wissen so gut wie wir alle, dass die Bürger“beteiligungs“verfahren nicht funktionieren. Weil sie oft nur Alibi sind. Zu oft wurden die Bürger in solchen Verfahren überfahren. Niedergewalzt. Ignoriert. Die Bürger nehmen das nicht mehr ernst. Und gehen nicht hin. Es ist eine Bringschuld der Politik, hier besser und intensiver zu informieren. Das ist bei der Regio nachweislich nie geschehen. Auch wenn Sie sich seit 2003 informiert gefühlt haben. Bestätigt ein Bürgervorurteil, das immer mehr ein Nachurteil wird. Dass die Politiker in einer anderen Welt leben als die Bürger. Die sie vertreten sollen.

Was mich aber besonders wundert. Sie treten immer für Bürgerbeteiliung ein. Für Befragung der Bürger. Ich will Ihnen das gerne glauben. Aber wie war das 2003? Sie hätten als kluger Politiker doch die Dimension des Projekts erkennen können und müssen! Warum haben Sie nicht von sich aus darauf hingewiesen, hier seien unbedingt die Bürger zu befragen? Kam Ihnen damals nie diese Idee? Nach dem Motto, man solle den schlafenden Löwen lieber nicht wecken? Oder haben Sie selbst die Brisanz des Projekts nicht erkannt? Dann sollten Sie aber jetzt nicht den Bürgern vorwerfen, sich zu spät gerührt zu haben. Und auch nicht der FPÖ. Die hat immerhin recht schnell reagiert. Seit vielen Jahren ist die FPÖ gegen dieses Projekt eingetreten. Vielleicht erst nach einem Lernprozess. Aber der war vergleichsweise schnell im Gegensatz zu dem anderer.

Ahnungsvoll stelle ich mir einige Fragen. Warum tut man jetzt so, als ob seit 2003 alles öffentlich bekannt gewesen wäre? Schiebt so den Bürgern die Verantwortung zu. Sozusagen selbst schuld, hättet ihr blödes Wahlvolk rechtzeitig gefragt. Aber auch für Fragestellungen braucht man Informationen. Wenn ich nicht weiß, dass jemand mit dem Fahrrad zum Mond fahren will, kann ich ihn auch nicht fragen, ob das wirklich das dafür geeignete Fahrzeug ist. Der Vorwurf, man habe dieses Projekt an den Bürgern vorbei geplant, ist nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn Sie und der Bürgermeister das Gegenteil beteuern. Ich bin sicher, Sie lügen beide nicht. Es ist nur eine Wahrnehmungsdifferenz. Die zwischen Politikern und Bevölkerung. Das macht für mich diese Debatte so traurig. Sie zeugt von einem schwer überbrückbaren Abgrund, der zwischen Wählern und Gewählten klafft. Eine schwärende Wunde.


Welche Verträge?

Ein Gastkommentar von Hans Heidinger

Schön langsam würden mich eigentlich einmal die Inhalte der “Verträge” interessieren, deren Nichteinhaltung – “Strafzahlungen” in Millionenhöhe – Gmunden an den Rand des Ruins bringen würden. Bis jetzt war doch eigentlich immer nur die Rede davon, dass Gmunden sich mit 25% an einem Projekt beteiligt, deren Kosten von einem “Betreiber” minimal, vom Land Oberösterreich zum Großteil, finanziert wird. Irgendwie dämmert mir, dass in diesem Zusammenhang immer so ca. 6 Millionen € Belastung für Gmunden in der Diskussion waren.
6 Millionen € wären aber sogar für Gmunden sicher über einen längeren Zeitraum verkraftbar.
Es werden doch nicht ÖVP, SPÖ und Grüne – neben der 25% Beteiligung -Verträge abgeschlossen haben, die an die Landeshaftungen (in Art und Weise – hoffentlich nicht in Höhe) von Kärnten in Sache Hypo oder an den “Eurofighter” – Kauf erinnern…..
Liebes Gmundl-Team: Könnt Ihr bitte Herrn Dr. Dickinger soweit motivieren, dass er diese Causa mit den “Strafzahlungen” aufklärt. Wie sie sich zusammensetzen, aus welchen Paragraphen sie resultieren und so weiter.. Auf “normale” Zurufe aus der Bevölkerung scheint er, wie übrigens alle anderen Betroffenen auch, nicht zu reagieren.
Und immer diese endlosen Drohungen mit der Einstellung der Strassenbahn: Wer, bitte, außer dem Betreiber braucht diesen Anachronismus als Öffentliches Verkehrsmittel noch?
Die antiquierte Fahrstrecke – die Routenführung wurde seit der Eröffnung 1894 (!) noch nicht geändert – geht auf die Bedürfnisse aus dem 19.Jhdt.- zurück -und nun voll an den wichtigen Zielen in Gmunden “meilenweit” vorbei; ist aber Umweltbelastung, Verkehrshindernis und Geldvernichtung (Gmunden und Land OÖ zahlen pro Jahr 372550,– €, nur damit die Strassenbahn fährt!)- in einem.
Sollen die, die gerne “Zugspielen” sich ein Beispiel nehmen an der “Gisela Lösung”! Gerne erinnere mich noch zurück, als aus Ebensee, Traunkirchen, Altmünster und aus “Unterm Stein” Fahrgäste mit dem Schiff zum Wochenmarkt gefahren sind… Hat sich auch irgendwann einmal aufgehört – warum wohl? Gleicher Anachronismus wie die Strassenbahn!
Wenn jemand Interesse und -“eigenes” Geld – dafür zur Verfügung stellt, soll er die Strassenbahn privat betreiben, als Touristenattraktion einige Fahrten am Tag durchführen.
Der effektive Öffentliche Verkehr “schreit” nach flexiblen, zeitgemäßen Lösungen für Städte mit 13000 Einwohnern und einem Umland, dessen Potential an Fahrgästen mit einer Schienenlösung – die Stationen sind zum Beispiel, um nur eines zu nennen, momentan weit von den Siedlungsgebieten entfernt und dadurch nicht attraktiv – nie erreicht werden.


Debatte um den Brief eines Polizisten.

Gernot Grübel
Gesendet am 03.07.2015 um 4:11 nachmittags

Zum “anonymen Polizisten”:
Tja, die Hitze macht’s möglich. Der Faktencheck des Teams gmundl wurde diesmal eher locker gehandhabt. Denn:
Dieser Brief ist ein Fake, also ein Schwindel. SOS-Mitmensch hat bereits darauf in facebook hingewiesen.
Siehe: https://www.mimikama.at/allgemein/die-wahrheit-ber-die-asylpolitik-in-unserem-land/

Wir haben mehrere Tage diskutiert, ob wir diesen “Brief” bringen sollen, da wir auch den Verdacht hatten, hier stimme etwas nicht. Warum haben wir trotzdem veröffentlich? Das Schreiben wurde uns von einer uns bekannten Person zugeleitet, die versicherte, den Schreiber zu kennen, “derjenige der mir geschrieben hat ist sonst ein politisch grundvernüftiger Mann”, aber in dieser Frage ziemlich daneben. Wir haben uns dann entschlossen, das gemeinsam mit der Entgegnung von Karl Kammerhofer zu veröffentlichen, da ein von uns befragter Kenner der internen Polizeivorgänge uns glaubwürdig versichert hat, dass die Beschreibung der internen Abläufe und Probleme der Polizei durchaus zutreffend und daher diskutierenswert seien. Ton und Art der Zuspitzung sind allerdings nicht akzeptabel. Wir denken, es hat keinen Sinn, solche Sachen unter der Tuchent zu halten. Auf dem obigen Link – Dank an Leserlein Grübel – kann man sich ein eigenes Bild machen. Es bleiben leider trotzdem viele Fragen offen. Der Bezug auf die “gute alte Zeit” ist allerdings wirklich höchst ungustiös. Was ist da gemeint? 1938 bis 1945?
Das Schreiben ist auch kein Fake im eigentlichen Wortsinn. Hier wurden offensichtlich Fakten aus der täglichen Arbeit (möglicherweise von AUF-nahen Polizisten) mit Propaganda vermischt. Wir halten es für durchaus richtig, auch soetwas zu veröffentlichen. Totschweigen bringt nichts. Solche Sachen müssen offen diskutiert werden. Wenn SOS-Mitmensch etwa sagt, die behaupteten 300 Euro pro Tag seien “blanker Unsinn”, dann ist das so auch nicht richtig. Es ist immer die Frage, welche Kosten man rechnet. SOS zählt nur jene Beträge auf, die direkt an die Flüchtlinge fliessen, lässt aber die gesamten Kosten des Verwaltungsapparats, des Flüchtlingsverfahrens, der Polizeibeamten, der Kosten für Traiskirchen etc. ausser Ansatz. Absurderweise sinken die Kosten pro Flüchtling, je mehr es werden (weil die Fixkosten nur einmal anfallen). Auch das sind Kosten, auch wenn die einzelnen Flüchtlinge davon “nichts haben”. Wir sehen: Betriebswirtschaft ist bei humanitären Fragen sinnlos und überfordert. Die Frage ist halt, wieviel wollen wir uns den menschlichen und korrekten Umgang mit Flüchtlingen kosten lassen. Da gibt es leider je nach persönhlicher Wertehaltung unterschiedliche Antworten.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

Ahnungen und Ahnungslosigkeit

3. Juli 2015 - Leave a Response

Heute:
Christian Dickinger ahnt zurück
Ausländer und eine Antwort von Karl Kammerhofer

 

Liebe Leserleins!

Die Hitze steigt, die Wahlkampfstimmung ebenso. Heissa juchhei! Die Wortwechsel werden schärfer. Nachdem bei den kommenden Gemeinderatswahlen zumindest zwei neue Gruppierungen antreten werden und die Stammwählerschaften in Auflösung begriffen sind, ist davon auszugehen, dass der neue Bürgermeister von Gmunden erst in einem zweiten Wahlgang ermittelt werden wird. Daher hat das Gerangel darum eingesetzt, wer es schafft, gegen den derzeitigen BM Krapf anzutreten. Merkwürdigerweise gehen alle davon aus, dass er sein wird, der auf jeden Fall in den zweiten Wahlgang kommt. Auch wir glauben, dass einiges für diese Annahme spricht. Aber man soll sich nicht täuschen. Auch Hausherren sind schon “gestorben”, wie ein altes Sprichwort sagt.

Nachdem auf Bundesebene die FPÖ derzeit vor ÖVP und SPÖ liegt, ist alles möglich. Auch in Wien liegt bei der Landtags- bzw. Gemeinderatswahl derzeit die FPÖ in den Rohdaten vor der SPÖ. Die ÖVP unter ferner liefen. Sollte es in der SPÖ noch vor der OÖ-Wahl zu einem Umsturz kommen, werden die Karten neu gegeben. Die Wiener SP erhofft sich von einem solchen Szenario ein Plus von 5 %, was ihr gemeinsam mit den Grünen doch noch die Regierungsmehrheit sichern würde. Ob es zu einem solchen Szenario kommt, weiß derzeit wahrscheinlich nicht einmal Michael Häupl. Auf jeden Fall würde eine Ablösung Faymanns auch in OÖ vieles ändern. Dann wäre nicht auszuschliessen, dass wenigstens bei der BM-Frage FP und SP vor der ÖVP liegen, und es zu einer Stichwahl zwischen Enzmann und Dickinger kommt. Unter diesem Aspekt ist wohl auch die Heftigkeit zu sehen, mit der die beiden derzeit öffentlich auf einander “zugehen”.

Für Polit-Feinspitze wäre ein Duell Dickinger gegen Enzmann natürlich eine echte Delikatesse. Über den Ausgang möchte man nicht einmal spekulieren. Noch dazu, wo im Hintergrund noch der grüne Spitzenkandidat Sperrer lauert. Überraschungen nicht ausgeschlossen. Allerdings müsste der grüne Wahlkampf bald auf Touren kommen und Sperrer seinen Bekanntheitsgrad deutlich steigern und sein Profil schärfen. Da fehlt noch einiges.

Es wird also spannend. Heute die Antwort von Christian Dickinger auf die gestrige Kritik an ihm. Wir hoffen, unsere Leserleins geniessen diesen verbalen Schlagabtausch so wie wir.

Anschliessend bringen wir einen anonymisierten Brief eines “österreichischen Polizisten” zur Ausländer- und Asylproblematik. Mitsamt einer Antwort von Karl Kammerhofer. Sie, unsere Leserleins sind am Zug. Entscheiden Sie, welche Argumente Sie für zutreffend halten und welche nicht. Auch das eine Entscheidungshilfe für kommende Wahlgänge.

Unser Gastkommentator Michael Amon brütet noch über dem letzten Angebot der EU an die griechische Regierung. Es hat Haken und Ösen, die oft gut versteckt sind. Zwischenstand: Amon hätte den Verhandlungstisch auch verlassen. Die EU-Führung und die EU-Finanzminister beschwindeln die Öffentlichkeit. Mehr dazu wird er selbst schreiben. Wir rechnen damit, dass der Gastkommentar am Sonntag bei uns erscheinen kann. Wir wissen, dass viele Leserleins schon mit Spannung darauf warten. Wir auch!

Ab ins kühle Nass – wer immer kann! Und gut eincremen, nicht zu lange in der Sonne sitzen und den Alkohol meiden, gell! Ihre Babsy trinkt im Moment nur Cuba libre ohne Rum …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Ahnungslosigkeiten?

Eine Replik von VBürgermeister Christian Dickinger auf „Marge Lila“

Wacker bekennt „Marge Lila“, „kein FPÖ-Wähler“ zu sein,  was schon einmal ein guter Anfang einer kontroversiellen Konversation mit mir ist, wenngleich dieser Anfang sich zu einem unsachlichen Pamphlet auswächst, dessen Inhalt, es ist ein halbes Dutzend Mal von „Schlafen“ die Rede, ein wenig ermüdend wirkt.

Da mir selbst hartgesottene politische Mitbewerber eine gewisse „Ausgeschlafenheit“ attestieren, kann ich also ungeachtet nächtlicher Aktivitäten zweier Kleinkinder Entwarnung geben. Ich ruhe zwar gut und fest, selten aber mehr als sechs Stunden, schließlich kostet es auch Zeit, den „gmundl“-Blog zu lesen und an inhaltlichen Auseinandersetzungen in diesem teilzunehmen, dies ist meine Art, der lokalen Zivilgesellschaft Respekt zu zollen (im Gegensatz zu fast allen anderen Kommunalpolitikern).

Erquicklicher wäre freilich ein Disput „bei herunter gelassenem Visier“, ich weiß nämlich gerne, mit wem ich es zu tun habe. Mit mir kann man gut und entspannt reden, ein Pseudonym ist nicht notwendig, aber diese Diskussion wurde an dieser Stelle ohnehin schon oft genug geführt, zugegeben, mit berechtigten Argumenten.

Fast schon an Martin Luther gemahnend, stöhnt „Marge Lila“, sie müsse die FPÖ gegen mich „verteidigen“. Dies ist wohl nicht notwendig, die FPÖ vermag dies ganz gut selber zu tun; im Übrigen pflegen die Kollegen und Kolleginnen der Freiheitlichen und ich ein recht angenehmes Gesprächsverhältnis. Wie sagte doch die Kollegin Enzmann neulich zu mir, nachdem sie mich medial durch den Kakao gezogen hatte? „Sei mir nicht bös‘, es ist eben Wahlkampf“. Chapeau! Ich bin niemandem „bös‘“!

Wenn wir also die Polemik und ins Persönliche stechende Insinuationen beiseite lassen wollen, wofür ich dankbar wäre, können wir in die sachliche Thematik einsteigen. Mein Vorwurf der „Ahnungslosigkeit“ in Richtung der FPÖ definierte sich über zwei Gesichtspunkte: a) das Plakat der FPÖ, wonach sie eine „Volksabstimmung“ über die causa prima einfordere (was gesetzlich nicht möglich ist); und – b) die finanzielle Dimension eines „Ausstiegs“ aus dem Projekt.

Würde letzteres – jetzt – zum Tragen kommen, hätten wir tatsächlich jenes „Millionengrab“, von welchem „Marge Lila“ schreibt. Die Stadt müsste Millionen Euro an „Strafzahlungen“ leisten, ohne (!) irgendetwas dafür zu bekommen bzw. zu haben. Dies würde uns finanziell an den Rand des Abgrundes bringen. Auch muss klar sein, dass ein allfälliger Ausstieg, der aus Gründen wirtschaftspolitischer Vernunft bzw. der sachpolitischer Faktenlage (von der Sinnhaftigkeit und Zukunftsfähigkeit des Projektes einmal abgesehen), m. E. nicht möglich ist, unwiderruflich das Ende der Gmundner Straßenbahn auf der bestehenden Strecke bedeuten würde.

Ich war heute Teilnehmer der Bezirkswahlbehörde. Es ging um das Volksbegehren im Zusammenhang mit dem Austritt Österreichs aus der Europäischen Union. Nur ganz wenige Bürgerinnen und Bürger haben in Gmunden „dafür“ unterschrieben. Mit der EU, die wahrhaft verbesserungs- und reformbedürftig ist, ist es wie mit der Straßenbahn-Causa. Es kommt darauf an, was wir nun, ich bleibe dabei, gemeinsam „daraus machen“.

Dass manche Investitionen, von Wasser-Leitungen über Möglichkeiten der Innenstadt-Gestaltung bis hin zur neuen Traunbrücke, ansonsten erst in fünf, zehn oder zwanzig Jahren verbindlich zum Tragen gekommen wären, lasse ich so nicht stehen. Wir haben eine Verantwortung für die nächste Generation, es wäre verantwortungslos, Projekte auf die lange Bank zu schieben, die später seitens der Stadt zu bezahlen sind, während wir sie jetzt „geschenkt“ bekommen. Der Großteil der Gesamtsumme des „Straßenbahnprojektes“ fließt in die städtische Infrastruktur.

Ferner ersuche ich höflich, „es“ mir nicht zum Vorwurf zu machen, dass ich nicht in der Innenstadt wohne, sondern, wie die Mehrzahl der Gmundnerinnen und Gmundner, an der „Peripherie“. Die Stadt steckt nicht wenig Geld in flankierende Maßnahmen zur Unterstützung der innerstädtischen Wirtschaft in der Bauphase. Mein Vorschlag, am Samstag zwischen 9 und 13 Uhr die Innenstadt „parkgebührenfrei“ zu stellen, wurde leider abgelehnt.

Abschließend darf ich zum Thema „Volksbefragung“ kommen. Kein anderer Kommunalpolitiker hat sich in den letzten Jahren so oft und vehement für die Ausbau der direkten Demokratie auf Gemeindeebene eingesetzt. Mit meinem Vorschlag, über einen 10-Mio-Anteil der Gemeinde am „Thermen-Projekt“ eine Volksbefragung anzusetzen, bin ich „abgeblitzt“.

Die Frage, warum wir nicht schon vor Jahren eine Volksbefragung über da Straßenbahn-Verlängerungs-Projekt angesetzt haben, ist freilich nicht ganz unberechtigt. Die FPÖ hat dies nie gefordert, erst jetzt, drei Monate vor der Wahl, kam sie auf diese Idee. Auch war die Opposition gegen dieses Projekt kein oder kaum Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Davon, dass „die BIM (nur) bis zum Stadtplatz verlängert werden soll“, war nicht die Rede, wenigstens nicht in den letzten 15 Jahren.

Zum Thema „Bürgerbeteiligung“ sei noch erwähnt, dass die Straßenbahnverlängerung seit dem einstimmigen Votum des Gemeinderats im Jahr 2003 Kernthema im “Visionen-” und auch im “Generalverkehrsplan”-Beteiligungsverfahren waren.

So manche Befürworter und Gegner scheinen mir mittlerweile in ein „sektiererisches Fahrwasser“ geraten zu sein, eine rationale Diskussion ist kaum noch möglich. Eine demokratische Diskussion sollte doch ohne persönliche Beleidigungen auskommen, was „Wertungen“ freilich nicht ausschließt.


Eine Auseinandersetzung

Von einem anonym bleiben wollenden Polizisten

!!!!!!!!!! DAS SOLLTET IHR ALLE LESEN !!!!!
++++++ BRIEF EINES POLIZISTEN IN ÖSTERREICH++++++++++
Die WAHRHEIT über die Asylpolitik in unserem Land

Ich bin Polizist. Polizist auf einer normalen Polizeiinspektion in Niederösterreich, systemisiert auf 15 Beamte.
Aufgrund der Amtsverschwiegenheit muss ich anonym bleiben, ansonsten würde ich mit Repressalien bis hin zur Suspendierung rechnen müssen.
Aber ich finde, Österreich, oder besser ihr Steuerzahler habt ein Recht auf die Wahrheit.

Fakt ist:

Alleine in Niederösterreich haben wir beinahe täglich ca. 200 Aufgriffe an Illegalen. Bundesweit sind es täglich 600, welche auch Asylanträge stellen. Laut Prognose des BMI werden für 2015 ca. 70.000 Flüchtlinge für Österreich erwartet. Man muss sich das einmal vorstellen, 70.000 !!!! Zur besseren Vorstellung, St. Pölten hat etwas mehr als 50.000 Einwohner.
Und damit ja nicht genug. Fast alle Asylwerber die wir aufgreifen sind jünger als 25 Jahre. Alle gaben bei der Erstbefragung an, dass sie einmal alleine nach Europa gekommen sind, um sich ein Bild der Lebensumstände zu machen. Wenn es ihnen gefällt, holen sie ihre Familien samt Kinder dann irgendwann einmal, bei positivem Asylbescheid nach.
80 Prozent der Asylwerber haben keine Berufsausbildung, manche von ihnen können weder lesen und schreiben und unterfertigen ihre Vernehmungen nur mit einem Fingerabdruck. Also wie sollen wir sie, im Falle eines positiven Asylbescheides jemals in der Arbeitswelt integrieren? Geht nicht!! sie werden ein Leben lang von uns bezahlt.
Aja bezahlt. Wusstest ihr, dass uns jeder Asylwerber pro Tag ca. 300 Euro kostet? Glaube nicht.

Zum normalen Arbeitsalltag auf meiner Polizeiínspektion:

Tagtäglich warten wir am Funk bis es wieder heißt: 10 Asylwerber dort und dort, 20 Asylwerber dort usw….pro Asylwerber heißt das ein Verwaltungsaufwand von ca. 2 Stunden bis zur Einlieferung nach Traiskirchen. Unfassbar.
“Normale” Parteien die zB Einbruch, Betrug oder ganz banale Sachschäden anzeigen, müssen wir mittlerweile seit 2 Monaten meistens wegschicken, weil einfach keine Zeit oder kein PC frei ist. Dementsprechend ist sowohl der Frust bei der Bevölkerung als auch bei uns Beamten sichtlich vorhanden. No na ned.
Alleine auf unseren Inspektion hatten wir in den letzten 6 Wochen 130 Asylwerber aufzuarbeiten. Von den hygienischen Umstände möchte ich gar nicht näher eingehen.
Für Erhebungen nach Einbrüchen usw. ist sowieso keine Zeit mehr, es gibt de facto keine Aufklärungsquote mehr. All das wird euch von der Politik verschwiegen.

Und jetzt zur Politik:

Wusstet ihr, dass es Länder innerhalb der EU gibt, die vertraglich von der Aufnahme von Flüchtlingen ausgenommen sind? Sicher nicht. Darunter fallen Großbritannien, Irland, alle baltischen Länder, Teile von Skandinavien und sogar Polen.
Italien ist sowieso überfordert, Frankreich hat mittlerweile auch dicht gemacht, so wie Ungarn und das wars dann.
Eigentlich nehmen nur mehr Deutschland und wir Flüchtlinge auf, der Rest hat die Zeichen der Zeit erkannt und dicht gemacht.
Und was machen wir,….anstatt sich mit dem Gedanken anzufreunden, endlich die Grenzen wieder zu kontrollieren und zu sagen, wir können nicht mehr, das Boot ist voll, suchen wir nach weiteren Quartieren in mittlerweile allen Gemeinden Österreichs und streiten über die Quote. Was tun, wenn die Quote dann, und es wird in absehbarer Zeit soweit kommen, erfüllt sein wird? Was danach? Der Flüchtlingsstrom hat erst begonnen liebe Politiker……

Das Boot ist längst voll, ziehen wir die Gangway zurück und wieder zurück zu den guten alten Grenzkontrollen.

Ihr wundert euch vielleicht noch, warum ihr von all dem niemals in den Medien liest.
Ganz einfach. Weil zumindest in NÖ unser Landesvater, der gottgleiche Erwin Pröll sämtlichen Medien die Anweisung erteilt hat, niemals Berichte über aufgegriffene Asylwerber zu veröffentlichen, damit die Bevölkerung sich in Sicherheit wiegen kann, denn es ist ja alles ach so toll und sicher in unserem Land. Hatte selbst Rücksprache mit der Krone gehalten und sie haben mir das bestätigt. Dh, unser Landesfürst muss eine derartige Macht haben, damit er sogar diese Missstände vertuschen kann.
Medienberichte tauchen nur dann auf, wenn gelegentlich auch einmal ein Schlepper erwischt wird. Das wird dann ganz groß aufgebauscht. Aber keine Sorge, diese Schlepper die wir erwischen, sind die ganz kleinen Handlanger, meistens Arbeitslose, die in Ungarn oder Slowakei angeheuert werden und für 100 bis 200 Euro diese Fahrten durchführen. Die großen, ich meine die richtig großen Schlepper sitzen in Rumänien und Bulgarien.

Und zu guter letzt schauen wir noch in die Zukunft:

Falls dieser Flüchtlingsstrom ungebremst weiter geht und davon gehe ich aus, werden wir spätestens in 10 Jahren überrannt sein und Österreich pleite.
Aber wie gesagt was tut unsere Regierung dagegen: Streiten auf Bundes- Landes- und Gemeindeebene und die krampfhafte Suche nach neuen Quartieren, Zeltstädten und Kasernen, anstatt endlich den Mut aufzubringen und zu sagen:

Es reicht, wir haben genug…….wir müssen unsere Grenzen wieder dicht machen, wie in der guten alten Zeit…..
Danke für euer Interesse


Die Antwort

Von Karl Kammerhofer

Lieber XXXXX,

das sind zwei paar Schuhe. Verdrängen und erkennen. Die SP und VP erledigt das Geschäft von der FP. Diese Parteien haben die unhaltbaren Zustände in Wels selbst geschaffen und werden die Rechnung im September präsentiert bekommen. Diese Parteien sind immer einen Schritt hinter der FP. Und machen ihr Geschäft. Natürlich hat auch die FP kein Rezept – sie erzeugt mit der Kronenzeitung genau diese Angst, und die wird zum Selbstläufer. Niemand will erkennen, dass die Welt im Ganzen aus den Fugen kracht und die Rezepte gegen die Fremden einfach in dieser Form lächerlich sind. Diese Leute wolle zurück zur guten alten Zeit (hat der „Polizist“ selbst geschrieben). Diese gute alte Zeit bedeutet die „Endlösung“. Du kennst doch sicher das Stück “Biedermann und die Brandstifter”. Mich hats gegruselt so treffsicher wurde dort „unser“ 20. Jhdt. bis hin zur Selbstvernichtung  beschrieben.

Als bekennender Atheist/Agnostiker hat derzeit für mich vor allem ein Teil der kath. Kirche  als Einzige die Antwort, wie man dieser Angst beikommen kann, und wo die Lösung liegen könnte. Da nennt auch der Papst die Dinge beim richtigen Namen. Die Ursache der globalen Misere liegt am global wirksamen Kapitalismus und den sich schon längst selbstständig gemachten „Produkten“  des globalen Finanzkapitals. 10% der finanziellen Oberschicht in Österreich und Deutschland haben ein rund achtfaches Vermögen verglichen mit der Staatsschuld ihrer Länder. Genau so in Griechenland, dort ist es noch krasser. Die Oberschicht könnte aus der Portokasse des abgezogenen Geldes die Staatsschuld Griechenlands begleichen. Nur 20% der Grundstücke sind in einem uns vergleichbaren Grundbuch erfasst. Wie ein Krebsgeschwür zerstören diese entfesselten Reichen ihre eigene Lebensgrundlage  und zerstören vorher blutig das Leben der Ärmeren die nicht ihre Chancen haben.

Die Fremden aus den anderen Kulturen in unser Heimat zeigen uns nur, dass der gesamte Körper (die ganze Welt) bereits vergiftet ist. Diese Fremden sind das Fieber, das uns aufzeigt, dass der Körper beginnt zu kämpfen. Nicht das Fieber ist in erster Linie zu bekämpfen, sondern die Ursachen.

Lieber XXXXX, es macht keinen Sinn mich persönlich anzugreifen und mich zu bewerten. Du weißt ja sicher, dass das kein richtiger Weg der politischen Auseinandersetzung ist. Schauen wir, dass wir – soweit wir das können – an einer Lösung arbeiten. Auch ein kleiner richtiger Schritt kann für die gesamte Menschheit – aber vor allem für uns selbst  – ein heilsamer Schritt sein. Trinken wir vor allem nicht den „Kaukau“ durch den man uns zieht.

LG Karl
http://www.architekturamwasser.at/


Unser Alfred E. Neumann ist nicht umzubringen. Seine Freude ist derart ansteckend, dass die Befürworter eines zugfreien Gmundens jetzt sogar zum Mittel der Kandidatur bei den kommenden Gemeinderatswahl greifen. Da wird kein Wahlgang ungewählt bleiben. Alle ausser den potentiellen Fahrgästen reissen sich um die Regio. Fast alle.

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Gmunden und die Welt da draussen

2. Juli 2015 - Eine Antwort

Heute:
Gastkommentar Marge Lila zu Ahnungslosigkeit
Gastkommentar Enser-de Groot über Tellerränder

Liebe Leserleins!

Ein wenig müssen wir noch auf eine weitere Lageeinschätzung in Griechenland warten. Laut unserem Gastkommentator ist die Gefechtslage zu unübersichtlich. Allerdings ist es ihm inzwischen gelungen, das letzte Angebot der EU an Griechenland aufzufinden. Absurd aber wahr: man kann es mittel der Suchfunktion auf der EU-Seite nicht finden. Man muss die exakte WEB-Adresse wissen. Die hat er sich über einen EU-Mandatar besorgt und studiert noch das Angebot. Erster Eindruck, den Herr Amon uns vermittelte: vergiftetes Papier. Über den Inhalt wird vor allem von den EU-Verantwortlichen wie Juncker in den üblichen Worthülsen gesprochen, die verschleiern sollen, worum es geht. Der Vorwurf der Griechen, hier werde über den wahren Inhalt gelogen, ist nicht völlig abwegig. Lassen wir uns überraschen. Wir hoffen, dass es morgen einen neuen Kommentar dazu gibt.

Ein Gastkommentar geht heute auf die Debatte um die “Ahnungslosigkeit” ein und verschont SP-Dickinger nicht mit herber Kritik. Wie wir Christian Dickinger kennen, wird er dem Schlagabtausch nicht aus dem Weg gehen. Eine spannende Auseinandersetzung ist gewährleistet. Immrhin geht es um nicht ganz unwichtige Fragen.

Weil wir gerade bei Fragen sind. Unserer Leserleins fragen uns, wie wir zum Antrag der FPÖ im Gemeinderat bezüglich einer verbindlichen Befragung der Bevölkerung in Sachen Regio stehen. Wir finden, dass das zu unterstützen ist. Dann liegt endlich auf dem Tisch, wo die Mehrheiten wirklich sind. Das Thema ist zu wichtig, um einfach wegadministriert und durchgezogen zu werden. Wie immer die Abstimmung ausgeht: dann wäre zumindest eine demokratische Basis für die weitere Vorgangsweise da. Denn eines muss man schon sagen: die Durchbindung der Bim war bei der letzten Wahl in keinem Wahlprogramm drin. Bei einer so wichtigen Frage kann man sich nicht einfach auf die repräsentative Demokratie berufen. Hier wäre es nötig gewesen, sich schon im Rahmen der letzten Wahl die explizite Legitimation zu holen. Die FPÖ war schon damals dagegen, hat das als einzige Partei im Wahlkampf thematisiert und sich für diese Haltung Stimmen geholt.

Allerdings hat eine solche Abstimmung ein paar Vorbedingungen: sie sollte am selben Tag stattfinden, wie die Gemeinderatswahlen. Davor aber müsste es eine echte und objektive Information mit Waffengleichheit von Befürwortern und Gegnern geben. Ausserdem wären einige wichtige Daten endlich der Öffentlichkeit bekannt zu geben: wie sehen die Verträge mit S&H aus, wieviel jährliche Subventionen fliessen konkret und auf wieviele Jahre an S&H (also inkl. Errichtungskosten und Betriebszuschüssen), welche Kosten sind bisher tatsächlich angefallen, wie soll die Begegnungszone aussehen (FuZo ja/nein, Sperre der Innenstadt ja/nein). Hier fehlen jede Menge Antworten. OHne diesese Antworten ist eine Entscheidung der Bevölkerung nicht möglich.

Halten Sie Ihre Unterkünfte schön kühl, die geleugnete Klimaerwärmung findet zumindest an diesem Wochenende und nächste Woche nämlich statt. Als kleiner Vorgeschmack darauf, wohin die Menschheit in ihrer Dummheit und mit der falschen Wachstumsideologie hinsteuert.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Ahnungslosigkeiten

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Ein „total ahnungsloser“ Vizebürgermeister Dickinger?

Obwohl ich kein FPÖ Wähler bin, kann ich nicht anders, ich muss die FP-Gmunden gegen den Herrn Vizebürgermeister Dickinger verteidigen. Dieser beschwert sich doch wahrhaftig, dass die FP eine verbindliche Bürgerbefragung zur Regiotram zu spät einfordert. „Wäre das Ansinnen einer Bevölkerungsbefragung rechtzeitig gekommen, wäre ich mit dabei gewesen, jetzt macht dies keinen Sinn mehr.“ So teilt es uns unser Vizebürgermeister über die aktuelle Ausgabe der „Tips“ mit. Ich muss gestehen, ich habe diesen Artikel zweimal gelesen, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Ein Mann, der seit 2006 Stadtrat ist, seit 2008 Vizebürgermeister unserer Stadt und seit 2004 Stadtparteivorsitzender der bis dato (noch) zweitstärksten Partei hat es völlig verschlafen, die Bevölkerung rechtzeitig zu befragen, ob sie über EUR 6 Mio. für eine Regionalbahn-Durchbindung durch die Innenstadt mit allen damit verbundenen Veränderungen des Stadtbildes und des öffentlichen Verkehrs zahlen möchte.

Du liebe Zeit! Hat dem Herrn Vizebürgermeister einer seiner Parteikollegen aus dem Büro des Herrn Landesrates Entholzer in den letzten Jahren ein Dauerschlafmittel verpasst, oder war die Mauschelei zwischen Stadt, Land und Betreiberfirma so wasserdicht, dass der Bedauernswerte so rein gar nichts von der ganzen Sache mitbekommen hat? Ist er etwa auch, wie sehr viele Gmundner, dem Irrtum aufgesessen, dass lediglich die kleine BIM bis zum Stadtplatz verlängert werden soll? Es muss auch für den Herrn Vizebürgermeister ein schreckliches Erwachen aus seinem jahrelangen Dämmerschlaf gewesen sein, als er realisierte, was da auf Gmunden zurollt. Ja, so ein Pech aber auch, wenn er das gewusst hätte! Er hätte wahrscheinlich sofort und rechtzeitig die Gmundner dazu befragt.

Da hat es auch nichts genützt, dass die FP jahrelang versucht hat ihn wach zu rütteln. Total ausgeschlafen und entspannt findet er sich jetzt damit ab, dass die Bagger bald in der Innenstadt auffahren werden und das Millionengrab für Gmunden schaufeln werden. Aber, was solls, „irgendwann“ hätte die Stadt ohnehin irgendetwas zahlen müssen. Vielleicht hat ihm aber auch sein SP-Stadtrat Sageder eine schauerliche Gute-Nacht-Geschichte vom drohenden Bankrott Gmundens erzählt, wenn in 25 Jahren die Traunbrücke erneuert werden muss? Er ist jetzt aber fest entschlossen „gemeinsam am Projekt SRT zu arbeiten und das Beste daraus zu machen.“ Der Mann ist ganz offensichtlich kurz vor der Gemeinderatswahl aufgewacht. Ob er sich nach der Wahl wieder zur Ruhe legt?
Hoffentlich wohnt er nicht in der Innenstadt, denn eine Megabaustelle am Stadtplatz könnte in den nächsten Jahren seinen Schlaf empfindlich stören. Dann müsste er wohl oder übel seinen Pflichten als gewählter Vertreter der Gmundner nachkommen, und es wäre schwierig, seine Verantwortung auf andere abzuwälzen. Na, wenigstens EINE positive Auswirkung der Baustelle “Stadtplatz”.


 Über den Tellerrand

Ein Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Weltpolitik u. Europapolitik sollte auch ein Pflichtgegenstand jedes Provinzpolitikers sein. Vor lauter Föderalismusdenken fürchte ich, dass unsere Kommunalpolitiker – da sie sich selbst nur parteipolitisch betätigen und ihr einziges Streben, gewählt zu werden ist – den Ernst der Lage in Europa und der Welt nicht erkennen und vor allem nicht kommunizieren. Man beschäftigt die Hirne der Bevölkerung mit lokalen KleinkramAngelegenheiten , lullt sie ein. Ich begrüsse, dass der gmundl sich nun – besonders durch die Beiträge von Herrn Amon – auch der europäischen Probleme annimmt. (Die ewige Strassenbahnhetze war auch schon langweilig!) Demzufolge möchte ich einmal darauf hinweisen wie es um die Schulden von Österreich steht, und da “hebt´s Di aus die Schuach”, im Land der Seligen (wie lange noch?)

Schuldenstand Österreich

Die Griechen haben 330 Mrd. € Schulden, d.s. 30.000,- pro Einwohner.
Die Österreicher haben 280 Mrd. €, d.s. 35.000,- pro Einwohner.
Wenn also unser BIP nicht mehr steigt (diese Steigerung besteht ja hauptsächlich aus Inflation) und das der Griechen nicht weiter sinkt, begegnen wir uns bei 100%.

Die Gewerkschafter wollen den “Reichtum” aufteilen. Welchen Reichtum ? Die Schulden können Sie aufteilen !

280 Mrd. Euro, 17 Mrd. plus innerhalb eines Jahres. 85% des BIP.
Weitere Verbindlichkeiten für Hypo Italia etc. etc.
Welche Kosten Österreich aus der Griechenland Krise entstehen, kann der Kanzler ohnedies nicht sagen. Der Vice spricht schon im Konjunktiv und zitiert Experten. Ein Bild des Jammers dieser Regierungsspitzen.

Ich weiss nicht, worauf sich unser Land etwas einbildet. Nach dem Ausverkauf des Reichtums haben wir nur mehr unsere schöne Landschaft, aber die haben die Griechen auch. Gott sei Dank!


Unser beliebter Alfred E. Neumann jun. ist ein Kulturmensch, der sich zu  freuen weiss, wenn es wo eine besonders gelungene Architektur gibt. Nicht nur am Klosterplatz!

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Gehorsam und Griechenland

1. Juli 2015 - Leave a Response

Heute:
Musikalischer Gastkommentar von Innenstädter

Liebe Leserschaft!

Nein, diese beiden Dinge haben natürlich nichts miteinander zu tun. Oder doch? Aber davon wird morgen oder übermorgen die Rede sein.
Wir machen heute aus technischen Gründen eine kleine Pause und bringen nur einen Gastkommentar.

Grosse Nachfrage herrschte nach den beiden Gastkommentaren von Michael Amon. Er hat uns für morgen einen weiteren Beitrag im Lichte (oder im Dunkel) der neuesten Entwicklungen versprochen. Wenn wir ihn richtig verstanden haben, macht er gerade auf der WEB-Site der EU die Bekanntschaft mit der Bürgernähe dieser Institution. Die Suche nach der sprichwörtlichen Nähnadel im Heuhaufen soll dagegen eher der Suche nach einem Elefanten im Swimmingpool gleichen.

Bleiben Sie cool, auch wenn es diese Woche in jeder Hinsicht heiss wird, das wünscht Ihnen allen

Bruno Beinhart & das Team Gmundl

Bitte beachten Sie die Einladung zu einer Ausstellungseröffnung ganz am Ende des heutigen Blogs!


 Unmusikalischer Gehorsam

Gastkommentar von Innenstädter

DIE UNSITTE DES VORAUSEILENDEN GEHORSAMS

PROLOG 1
Ritterburg Schlagenstraße / Tourismushütte am Toskanaparkplatz / Seilbahnstation / Erdölplattform Blumauerweg / Verbauung Bahnhofstraße / Neubau Crenevillestraße.
Beispiele für die massive Stadtverschandelung, der Gmunden seit längerem ausgesetzt ist. Bauherren ohne Sinn für Harmonie und Nachhaltigkeit in Allianz mit Baufirmen, die für Geld alles bauen.
Politisch ermöglicht durch die Stadtgemeinde Gmunden in Form von ÖVP-Bürgermeister Köppl als Baubehörde 1. Instanz und des Gemeinderates (mit ÖVP-Mehrheit) als Baubehörde 2. Instanz.
Das ist alles bekannt und bedarf keiner weiteren Erörterung.

PROLOG 2
Gipfelpunkt dieser Stadtzerstörung ist pikanterweise ein Bau der öffentlichen Hand und zwar die Erweiterung der LANDESMUSIKSCHULE.
Fassungslosigkeit befällt einen beim Betrachten dieser Baustelle:
Ein gesichtsloser Betonklotz, der in seiner Ungestaltung, seiner Überdimensionierung, seiner peinlichen Nähe zum ”Clusemann”-Altbau und seiner Lage am Rande einer Wiese und eines alten Baumbestandes wohl das Ärgste darstellt, was einem an architektonischen Fehlleistungen begegnen kann.
Ein Bau, der in jedes Architekturlehrbuch der Welt als extremes Negativbeispiel aufzunehmen wäre.
UND DER  – ALS GIPFELPUNKT – DEN SCHÖNEN KÜNSTEN DIENEN SOLL !
Doch auch dies ist bekannt und nicht Hauptthema dieser Zeilen.

HAUPTAKT

Ein Zufall hat mir ein Informationsschreiben des Vereins ”Freunde der LMS Gmunden und Altmünster e. V.” in den Briefkasten geweht.
Darin wird – unter anderem – auch auf den Erweiterungsbau eingegangen und dieser wie folgt geschildert:
“Inzwischen steht der Rohbau und AUS HEUTIGER SICHT wird Kritik laut, daß der Zubau entlang der Bundesstraße den Altbau – die schöne Villa Clusemann – verdeckt. Nun, die Sicht auf die Villa von der Bundesstraße aus wurde ja erst durch den Abriß des Pförtnerhauses und die Entfernung der Bäume ermöglicht und bleibt weitgehend erhalten.Wir möchten Sie ermuntern, die positiven Erwartungen weiter zu behalten, wir sind sicher, daß der Blick auf das neue Ensemble nach Fertigstellung des Zubaues durchaus har monisch sein wird!”

Man liest diese Zeilen einige Male , ungläubig – aber sie werden nicht anders!

Statt des “Mutes”, die Verantwortlichen auf ein völlig verunglücktes Projekt hinzuweisen und diese Sicht auch in der Information an die Eltern zu vertreten, handelt man offensichtlich nach dem Motto
”Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht!”

Die ” KÖPPLSCHE-ÖVP-UNFEHLBARKEITSDOKTRIN ” hat Gmunden seuchenartig überwuchert und verbietet, Sachinhalte nüchtern und objektiv zu beurteilen. Wer dagegen verstößt, wird mit Exkommunikation bedroht. Neu ist, daß diese Doktrin nun nicht mehr nur für die Kommunalpolitik im engeren Sinne gilt, sondern auch auf private Vereine ausgedehnt und von diesen in vorauseilendem Gehorsam gelebt wird.
Daß einer der drei Unterzeichner des Informationsschreibens ein langjähriges ÖVP-Stadtratsmitglied ist, wird diese Symbiose vielleicht etwas erleichtert haben..
ES IST EIGENTLICH BESCHÄMEND.


Wir vom Team möchten noch hinzufügen: diese Art von Architektur verschandelt inzwischen leider schon ganze Stadtteile Gmundens. Wo vorher Einfamilienhäuse standen, werden jetzt gesichtslose Bauten mit 12 und mehr Wohneinheiten hineingepresst. Die Kommunalpolitik hat zugeschaut und nur die Interessen von “Investoren” vertreten. Aufs Stadtbild wurde gepfiffen.
Und was die Musikschule angeht: hier wird um viel Geld ein völlig überflüssiger Bau errichtet. Es gibt in Gehweite der Musikschule mehr als genug leerstehende, ungenutzte und geeignete Räumlichkeiten, die man nutzen hätte können. Zu einem Bruchteil der Kosten, während für die Sanierung der Schulen das Geld fehlte (und jetzt Grundstücksreserven der Ära Hermann verkauft werden müssen, was man uns jetzt als vorausschauende Politik andreht! Hermann schau runter!) Aber natürlich: man wollte der Bauwirtschaft ein paar Aufträge zuschieben. Und die Politik ziehts hin zu den Spatenstichen und zu den durchzuschneidenden Eröffnungsbändern. Der Landesrechnungshof wollte, wie man hört, den Bau nicht genehmigen. Da aber der Spatenstich schon angesagt war, wurden die Einwände des RH nach einem Hilferuf von Köppl durch unserem Herrn Landeshauptmann ignoriert. Die “Spatenschwinger von Gmunden” hat das unser Gastkommentator Michael Amon in der “PRESSE” geannnt. Ein Landeshauptmann, der bei den Spitälern zu Lasten der Gesundheit der Bürger den Sparstift ansetzt, schleudert Geld für einen Zubau hinaus, den man nicht gebraucht hätte. Nochmals: wir sind sehr für Musikschule und Musikunterricht. Aber es hätte mehr als genug freie und bestens geeignete Räumlichkeiten gegeben.


Wie immer freut sich unser Alfred E. Neumann jun. Dem vergeht die Freude einfach nicht. Wahrscheinlich zählt er täglich die Subventionsgelder, was ihn ihn ungemein fröhlich macht. Die Steuerzahler wahrscheinlich nicht ganz so fröhlich.

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Die immer geheimnisvoller werdenden Schwarzen Amigos sind noch immer aktiv. Liebe Leserschaft, wir wissen wirklich nicht, wer uns mit diesen Plakaten versorgt. Aber wir bringen natürlich gern Beiträge, die zu zivilgesellschaftlichen Hygiene beitragen.

Die Schwarzen Amigos 4-1


C Wehner_Einladung


 

 

Fass dich kurz

30. Juni 2015 - Leave a Response

Liebe Leserschaft!

Obige Überschrift ist unser heutiges Motto. Wir haben Sie in den letzten zwei Tagen mit ziemlich viel Lesestoff versorgt. Das Echo auf den Gastkommentar war enorm, was zeigt, dass Sie, unsere Leserinnen und Leser, auch unserer Ansicht sind, die wirklich weitreichenden Entscheidungen über unser Leben würden längst weit weg fallen und nicht vor Ort. Vor Ort fallen Entscheidungen, die uns unmittelbar betreffen, unser unmittelbares Lebensgefühl beeinflusse, wie etwas die Regio oder die Verschandelung der Stadt. Dem werden wir natürlich auch weiterhin Rechnung tragen. Aber die Balance zwischen “Homes”storys und dem Blick aufs grössere Ganze werden wir auch in Hinkunft immer wieder suchen.

Herr Amon hat uns auf jeden Fall versprochen, in den nächsten Tagen weitere Beiträge zur Krise rund um Euro und Griechenland zu bringen. Wir hoffen, damit auch ein Bedürfnis unserer Leserschaft zu decken.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

SP-Vizebürgermeister Christian Dickinger hat auf das satirische Regio-Plakat mit Humor reagiert. Hier nochmals das entsprechende Plakat.

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Christian Dickinger teile uns mit, dass er diese Anregung natürlich aufnehme und schon ein entsprechend geeignetes Buch plane. Er hat dazu auch einen entsprechenden Eintrag auf seinem Facebook vorgenommen.
Arbeitstitel für ein solches Buchprojekt: “Zwischen Anonymität und Repräsentanz. Lokale Internet-Medien im Bezirk Gmunden unter besonderer Berücksichtigung des GMUNDL-BLOGS. Eine kommunikationswissenschaftliche Annäherung”.
Wir würden uns wünschen, auch andere Politiker könnten etwas besser mit Satire und Ironie umgehen!


Griechischer Wurlitzer

Weisse Rosen aus Athen

Griechischer Wein

Paint it black


 

Wie auf Schienen?

29. Juni 2015 - Eine Antwort

HOCHAKTUELL:
Die Lage in Griechenland – Ein Zusatzkommentar von Michael Amon
(Am Ende des Blogs)

Heute:
Babsy über ein paar aktuelle Sachen
Diskussionen mit den Leserleins

Liebe Leserleins!

Soweit wir das bisher berurteilen können, stiess der gestrige Gastkommentar zu Griechenland auf unerwartet hohes Interesse. Liegt wahrscheinlich daran, dass hier versucht wurde, fernab von Vorurteilen und dummer Klischees ein ungeschminktes Bild der Lage zu geben. Und vor allem nicht irgend ein Technokratengewäsch abzusondern, wie wir es leider gerade in Europa-Sache oft hören müssen, sondern zu fragen: was geschieht, was ist geschehen, wie ist die Lage der Menschen. Denn man sollte sich auch hier in Österreich endlich klar machen: was den Griechen widerfahren ist, kann auch uns geschehen. Man darf zwar über Todesstrafe diskutieren, das Ende der “liberalen Demokratie” verkünden, beharrlich gegen EU-Recht verstossen – also all das machen, was Herr Orban so betreibt. Aber wehe, man beugt sich nicht den verrückten Finanzregeln und der spinnerten Politik der EZB (die längst massiv gegen die EU-Verträge verstösst). Dann gibts Dresche.

Nur um die Relationen klar zu stellen: die Diskussion mit den Griechen drehte sich in den letzten Monaten um die Auszahlung der letzten Rate der EU-Hilfen in Höhe von 18 Milliarden Euro. Das ist kein Pappenstiel. Aber man sollte nicht übersehen, dass die EZB derzeit pro Woche (und das bis Herbst 2016) Schundwertpapiere um 50 Milliarden Euro kauft – mit selbst geschöpften Euros, für die wir alle haften. Also bitte ins Merkheft: die EZB gibt wöchentlich ohne mit der Wimper zu zucken und unter Brechung aller EU-Vorschriften den dreifachen Betrag dessen aus, worum im ganzen Griechenland-Theater seit Monaten gestritten wird. Hier wird bewusst und geschickt ein “Aussenfeind” produziert, auf den man die Wut der Menschen umleitet, um vom eigenen Versagen abzulenken. Wen das an etwas erinnert, was wir in einer trüberen Verganenheit erlebt haben, der erinnert sich richtig. Mit den Beträgen, die von der EZB für ihr Inflationsprogramm verpulvert werden, könnte man Griechenland ungefähr zwanzig Mal retten. Soviel zur Ehrlichkeit der Politik und zum Wahrheitsgehalt vieler Medienberichte. (Dank an Herrn Amon für diese Infos, die er in seinem Gastkommentar nicht mehr unterbringen konnte!)

Wie kann es zu manchen politischen Entscheidungen kommen, bei denen sich Leute, die noch selbständig Denken, nur noch wundern können? Durch merkwürdige Verfilzungen von Politik und Wirtschaft. Manche treiben es besonders arg. Hier ein “wunderbares” Beispiel aus der deutschen Politik, unbedingt sehenswert. Man begreift dann das System Hypo oder bestimmte kleinstädtische Verhaberungsszenarien gleich viel besser:

Bitte hier KLICKEN

Bei uns in Österreich ist sowas natürlich völlig undenkbar, oder?

Ein Leserlein hat sich per Email (auch an die Tips) beschwert, wir würden hier im Gmundl die Argumente der Bim-Befürworter nicht bringen und einseitig berichten. Liebe Leserleins, das stimmt natürlich nicht. Wir haben hier natürlich auch den Bim-Befürwortern viel Raum gegeben. Dass dieser insbesondere von den Betreibern des Projekts nicht genutzt worden ist, dafür können wir nichts. Die setzen lieber auf eher doofe Marketingsprüche und Berieselung der Menschen. Hier aber findet eine harte Auseinandersetzung mit den Fakten statt. Und hier müssen Befürworter damit rechnen, dass ihre Argumente einen Härtetest bestehen müssen. Ebenso wie die Argumente der Bim-Gegner. Dass die Bim-Befürworter noch immer mit leicht durchschaubaren Tricks und Unwahrheiten ihre Propaganda betreiben, weist heute in einem Einserkasterl wieder einmal eines unserer fleissigen Leserleins haarklein nach. Bildfälschung wie in der alten Sowjetunion oder im auch nicht mehr ganz taufrisch neuen Nordkorea. Будем здоровы! (Búdim zdarówy!=Russischer Trinkspruch: „Darauf, dass wir gesund werden!“)

Der Vorwurf, in der Hotel-Debatte seien wir informativ gewesen, jetzt aber würden wir manipulieren, ist nicht besonders gut untermauert. Die Hotel-Befürworter haben das damals anders gesehen. Unsere Argumente haben sich als richtig erwiesen. Wir fürchten, sie werden sich auch in der Bim-Debatte als zutreffend erweisen. Wer hier im Blog eine Meinung vertritt, muss immer damit rechnen, dass seine Argumente genau geprüft und mitunter in der Luft zerrissen werden. Das ist ok und berechtigt nicht dazu, einzelne Mitdiskutanten Unkorrektheit vorzuwerfen. Wer selbst austeilt, sollte auch was aushalten. Wir vom Team kümmern uns schon darum, dass die Diskussion sich innerhalb unserer Nettiquette bewegt.

Wir können leider auch nicht alle Beiträge bringen, die uns erreichen. Wir sortieren dabei nicht nach der Art der Meinung, sondern nach strikten Qualitätskriterien oder danach, ob ein Beitrag von allgemeinem Interesse ist. Manchmal werden Beiträge auch deshalb nicht gebracht, weil uns jemand einfach zuviele Beiträge schickt. Derzeit etwa ist SP-Dickinger sehr aktiv. Wir können unmöglich alle seine Zusendungen bringen, dann hätten wir hier Dickinger-Festspiele. Das ist aber nicht der Zweck dieses Blog. Kleiner Hinweis: auf der Seite der SPÖ-Stadt Gmunden kann man seine Aussendungen, Forderungen und Beiträge in einer Art Vollversammlung jederzeit nachlesen.

Wir bringen auch nur Beiträge, die einen zivilgesellschaftlichen Diskussonsprozess fördern oder erfordern. Wenn also in einer Aussendung eine Ampel beim Strandbad gefordert wird, mag das eine gute Idee sein, ist aber sicher kein Thema für diesen Blog hier. Auch reine Parteiaussendungen wollen wir hier eigentlich nicht bringen. Manchmal ist das aber unvermeidlich, wenn es um wichtige Dinge geht.

Im Bereich der Regio-Diskussion haben wir nur einen einzigen Beitrag nach langer interner Diskussion nicht gebracht. Es ging da um den Vorwurf, die Regio-Gegner würden wie eine religiöse Sekte handeln. Es lag auf der Hand, dass die Gegner, mit identen Argumenten replizierend, genau das gleiche den Befürwortern vorwerfen könnten und würden. Eine sinnlose Diskussion, die uns nicht weiterbringt. Die lieben Diskutanten sollen bei aller Freundschaft einen solchen Streit bitte in der Regio ausfechten – dort ist Platz genug frei dafür.

Wir werden in den nächsten Tagen unsere Schlussfolgerungen aus der Regio-Debatte ziehen und ein entsprechendes Forderungsprogramm publizieren, in dem es vor allem darum geht, die Bürgerleins mit glaubhaften Informationen zu versorgen.

Wünsche noch einen guten Start in die neue Woche und Eiswürferln machen nicht vergessen. Angeblich wird es in der zweiten Wochenhälfte glühheiss, also keine Zeit für Glühwein, liebe Leserleins!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Aufgrund der neuesten Entwicklung in Griechenland haben wir Herrn Amon ersucht, noch ein paar Zusätze zu seinem gestrigen Gastkommentar zu schreiben. Sie finden diese Anmerkungen am Ende des heutigen Blogs.


Nordkorea am Traunsee?

Ein bebildertes Einserkasterl von find-out2

Nordkorea läßt grüßen!

fj_platz“So soll der Franz-Josef-Platz nach dem Umbau ausschauen”.

Leider wird dieser Wunsch ein frommer bleiben.
In bewährter Manier wurde wieder in “Mittendrin” oder besser “Volldaneben” (Copyright: Babsy und Bruno) auf Teufel komm raus, manipuliert und geschönt.
Die schönen, grünen Kronen der Esplanadenbäume über den “Schuhsohlen” der Station wird´s leider nicht mehr geben, denn diese 12 Bäume werden gefällt. An Stelle der Bäume wird die Station – am Bild falsch platziert – gebaut. Was stimmt, ist, dass der neue Zug seeseitig der Station verkehren wird, aber er wird auch im Vergleich zu den Autos etwas größer ausfallen und nicht wie eine “Märklin-Eisenbahn” wirken…
Wer´s nicht glaubt: Die Einreichpläne liegen in der Stadtgemeinde auf und können eingesehen werden.


Herr der Ringe

 Bebildertes cineastisches Einserkasterl von AndyB

Exklusiv ——– Exklusiv ——- Exklusiv

Wie bereits vor Monaten von mir berichtet wurde, liegen LH Pühringer Angebote für eine Rolle in der neuen “Herr der Ringe” Fortsetzung vor.

Nun ist ein Bild von den ersten Probeaufnahmen im Netz aufgetaucht.

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Es scheint als hätte Pühringer endlich seine wahre Bestimmung gefunden ……

PS. Angeblich liegen auch Angebote für eine Fortsetzung für eine Fernsehserie vor.

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Diskussion

Wilhelm Krausshar
Gesendet am 27.06.2015 um 8:26 vormittags

Liebe Babsi Blitzschnell, ich danke dir für die erhellenden Ausführungen über Herrn Strolz. Wien ist weit weg und Oberösterreich, und vor allem Gmunden sind doch ein anderes Terrain. Hier brauche ich keine Bäume umarmen, denn das räumt den Filz nicht weg, über den wir jeden Tag stolpern!
Mit herzlichen Grüßen
Wilhelm Krausshar

Lieber Herr Krausshar,
Sie werden ohnehin bald nicht mehr viele Bäume in Gmunden finden. Zumindest nicht am FJ-Platz, wie eines unserer Leserleins aufgedeckt hat (siehe oben). Beim Umsteigen schnell ein Bäumchen umarmen wird es also nicht spielen. Da werden die Gmundner NEOS sich was einfallen lassen müssen, damit auch hierzulande ihre Bäume in den Himmel wachsen. Und seien Sie gewiss: wir sind gegen Monokulturen, sowohl in der Natur, der Landwirtschaft als auch in der Politik. Wir wünschen uns eine bunte Parteienlandschaft in Gmunden mit freier Mehrheitsbildung. Das würde den alten, stinkenden Filz zwar nicht über Nacht beseitigen, aber ihn zumindest ein wenig anknabbern. Irgend wo muss man ja beginnen. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und, wie man heute weiss, auch nicht in einer Nacht niedergebrannt. Nur stetes Mähen vermindert den Filz. Und viel Umrühren. Unruhe ist die erste Bürgerleinpflicht!
Mit ebensolchen herzlichen Grüssen
Babsy Blitzschnell & das Team Gmundl


Soeben wurde die neue Innenausstattung der Regio in den Medien präsentiert. Allerdings war die Präsentation unvollständig. Ein besonderes Geheimnis gibt heute hier unser Gmundner Stadt- und Strassenbahn-Faktotum Alfred E. Neuman jun. bekannt.

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Und jetzt?
Morgendliche Notizen zu Griechenland von Michael Amon

Als erste Sofortmaßnahme hat die griechische Nationalbank nach dem Scheitern der Verhandlungen beschlossen, die griechischen Banken und die Börse bis zum Tag nach dem Referendum (6. Juli) zu schliessen. Dies erfolgte, nachdem die EZB beschloß, die Notkredite (ELA= Emergency Liquidity Assistance) zu sperren und auf dem aktuellen Stand von 90 Milliarden einzufrieren. Auf Basis der Notkredite durfte die griechische Nationalbank mit Genehmigung der EZB Euro “schöpfen” (sprich: drucken und in Verkehr bringen). Die Gerüchte – die Krone sprach etwa von Menschen, die nächstens im Pyjama Bankomaten stürmten) – dass allein am Sonntag eine Milliarde Euro abgehoben wurden, wurden dementiert. Regierungschef Tsipras hat in einer Fernsehansprache die Sicherheit von Renten- und Lohnauszahlungen garantiert.
Gleichzeitig haben die Finanzminister der Euro-Zone ihr letztes Angebot zurückgezogen, um der Volksabstimmung (so wurde wortwörtlich erklärt) “die Basis zu entziehen”.

Soweit die dürren Fakten.
Wie ist das alles zu interpretieren?
In den Verhandlungen sind zwei Denkwelten aufeinander geprallt. Hier eine nationale Regierung, die legitimiert durch entsprechende Wahlprogramme und Mehrheiten eine Linie vertrat, die quer stand zur Austeritätspolitik der EU und diese nicht mehr akzeptieren wollte. Auf der anderen Seite ein EU-Mainstream, der ebenso mit der Brechstange versucht, die Griechen zum Einknicken zu zwingen. Am Schluß ging es nur noch darum, eine ungeliebte Regierung mit Hilfe der EZB zu stürzen. Der beste Beweis dafür ist, daß man nun versucht, die Volksabstimmung zu einer irrealen Handlung zu erklären, indem man jenes Angebot, über das die Bevölkerung abstimmen soll, zurückzieht. Undemokratischer geht es nicht mehr. Warum wartet man nicht die Abstimmung ab? Diese Politik der EU treibt weitere Wähler in Richtung diverser Populisten (wobei Populismus noch nicht per se etwas Schlechtes ist!). Ein kleiner Zeitgewinn für die Eurokraten, die nicht merken wollen, daß bereits drei von vier Sesselbeinen weggebrochen sind. Die Hoffnung auf einen Sturz der linken Regierung in Athen ist trügerisch. Wenn die Linke mit ihrem rechtsnationalen Koalitionspartner scheitert, kommen Rechtsradikale, die nicht bessere Bedingungen aushandeln wollen, sondern die EU insgesamt gern sprengen würden. Wie unfähig und uneinsichtig dürfen Politiker eigentlich sein?

Was wird in den nächsten Tagen geschehen? Vermutlich wird die EZB – entgegen der jetzigen Sperre – die ELA-Notkredite doch noch bis zum Referendum verlängern, um ein sofortiges europaweites Währungschaos zu vermeiden. Denn die Devisenkontrolle verhindert zwar Überweisungen aus Griechenland ins Ausland, keineswegs aber den physischen Transfer von Euronoten – der ist angesichts der fehlenden innereuropäischen Grenzkontrollen (in Folge von Schengen) unkontrollierbar. Sollte die EZB nicht verlängern, ist auch noch nicht allzuviel geschehen. Denn erstens haben die Griechen in den letzten Monaten einige Milliarden Euro unter dem Kopfpolster gehortet. (Gerüchteweise hat auch die Regierung Notreserven angelegt. Niemand weß, wieviel die wirklich noch gebunkert haben.) Allerdings nur jene Griechen, die noch über Geldmittel verfügt haben. Man muß davon ausgehen, daß das nur für ungefähr 40 – 50 % der Bevölkerung zutrifft. Und das auch noch in unterschiedlichem Ausmaß. Der “normale” Einkauf scheint gesichert. Auch Ölvorräte dürften für einige Zeit vorhanden sein.

Zuwenig beachtet – ich habe darauf bereits hingewiesen – wird die Möglichkeit, daß die griechische NBselbstermächtigt Euros in Umlauf setzt. Derzeit funktioniert das so: die EZB gewährt ELAs, diese wiederum sind die Bedeckung für die Ausgabe von Euros durch die griechische Notenbank (heißt: Europas Steuerzahler haften für die ausgegebenen Euros). Denkbar wäre ein Szenario, in dem die griechische Nationalbank ohne ELA und ohne Genehmigung der EZB auf eigene Faust Euros in Umlauf bringt. Niemand könnte das kontrollieren oder verhindern. Da Geld kein Mascherl hat, wäre es in der Praxis auch nur schwer möglich, “griechische” Euros von “europäischen” Euros zu unterscheiden. Selbst die Nummern von Geldscheinen helfen in der Praxis nicht viel, wenn man mit einer Unzahl von Banknoten konfrontiert ist. Man könnte so den innergriechischen Geldumlauf aufrechterhalten. Ein Problem wäre der Überweisungsverkehr. Die dafür nötige Devisenbedeckung wäre nicht vorhanden. Daß die fälligen Zahlungen in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro an den IWF ausfallen, wäre vorerst kein besonderes Problem. Nach den Statuten des IWF wäre das vorläufig nur ein Zahlungsverzug. Erst sechs Monate nach Fälligkeit wird von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, wenn keine neuen Regelungen getroffen werden.

Die Eurokraten wollten den Europäern vorführen, daß Widerstand gegen ihre Spardiktate sinnlos ist und gleichzeitig die griechische Regierung stürzen. Die griechische Regierung ihrerseits wollte demonstrieren, daß man sich solchen Diktaten nicht beugen muß. Aus meiner Sicht sind die 18 “generischen” europäischen Finanzminister und Regierungschefs in letzter Konsequenz am Chaos schuld, das zu entstehen droht. Man nennt dieses Chaos übrigens in Fortsetzung kafkaesker Wortschöpfungen jetzt “die Situation”! Man hat weder die reale Not in Griechenland erkannt und richtig eingeschätzt, noch war man in der Lage, ein Gespür für die griechische Position zu entwickeln. Es hätte mehr gebraucht als nur ein Entgegenkommen in technischen Details. Man hätte den Griechen einen Gegenwert zugestehen müssen, der eine starke Symbolkraft hat. Das ist nicht geschehen.

Das Absurde an all dem: es war jedem vernünftigen Menschen klar, daß kein Sparprogramm der Welt dazu führen würde, daß die Griechen ihre bestehenden Schulden zurückzahlen könnten. Der Erlaß der Schulden ist unvermeidbar: entweder freiwillig mit einem einfachen Federstrich (die billigste Lösung) oder durch eine Staatspleite (die teuerste Lösung für die europäischen Steuerzahler). Man hat über alte Schulden und Sparmaßnahmen verhandelt. Aber man gab den Griechen keine Perspektive. Zu verhandeln gewesen wäre über eine Staatsreform unter Mithilfe jener europäischen Staaten, die über eine einigermaßen intakte Verwaltung verfügen. Mit dem Wissen, daß das nicht über Nacht funktionieren kann. Und auch nicht bis 2020. Man hat verabsäumt, den Griechen eine Perspektive anzubieten, deren Realisierung ein Großteil der Bevölkerung noch persönlich erleben kann. Denn daß es irgendwann, wenn man nur lange und ausgiebig genug gespart hat, besser werden könnte, ist keine Perspektive. Schon Keynes kommentierte diese abstruse Vorstellung mit den Worten: “In the long run we are all dead.” Die neue europäische Regierungskunst arbeitet daran, daraus einen “short run ” zu machen.

Alle Prognosen sind derzeit kühn. Wie im Lotto ist alles möglich: Absage des Referndums, offizielle Staatspleite, verschleierte oder offene Finanzhilfen, neue Verhandlungen, Neuwahlen in Griechenland. Oder eine neue Aktion von “Nachbar in Not”. Weit hat Europa es gebracht mit dem Wahnsinn, ein längst gescheitertes Prinzip der Austerität um jeden Preis durchzusetzen. Den Preis zahlt nicht nur Griechenland. Man verschweigt der Bevölkerung, daß ganz Europa die Zeche zahlt.

Um ein durch die desolaten Ergebnisse bereits widerlegtes Wirtschaftskonzept durchzuziehen, riskiert man enorme Wohlstandsverluste in ganz Europa. Sowas nennt man dann “Regierungskunst”. Wir werden ein paar spannende Wochen und Monate erleben. Möglicherweise auch Jahre. Man sollte viele Beruhigungstabletten horten, wenn man schwache Nerven hat. Und sicherheitshalber ein paar Euro-Banknoten unter dem Kopfpolster. Besser noch: Pfund oder Dollar. Meinetwegen auch chinesische Renminbi. Die wird es auch nach dieser Krise mit Sicherheit noch geben. Beim Euro wäre ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Aber was weiß man!


 

 

 

Von wegen Grexit!

28. Juni 2015 - Leave a Response

Heute:
Gastkommentar von Michael Amon über Grexit und so

Liebe Leserleins!

Babsy hält sich heute kurz, weil der Gastkommentar ist dafür umso länger, gell! Aber interessanter Lesestoff fürs Wochenende. Hochaktuell. Exklusiv für uns. Wir danken wie immer und hoffen, dass unsere Leserleins es zu schätzen wissen, wie wir manchmal Gedanken über Gmunden hinaus denken lassen. Für uns hier niederschreiben lassen.

Wir alle sind Griechen, liebe Leserleins, das sollten wir nicht vergessen. Gerade haben die Kärntner vom Herrn Schelling, das ist der mit der vergurkten Steuerreform, auch so eine Abreibung verpasst bekommen wie die Griechen. Die Griechen haben nur das Glück, eine Regierung zu haben, die sich wehrt. Die Kärntner haben nur den Kaiser und die “Schuld”, ziemlich lang den Haider gewählt zu haben. Wir können sie nicht absaufen lassen. Sowenig wie die Griechen.

Das griechische Freilufttheater mit viel zu vielen Regisseuren geht weiter. Mit 28 europäischen Regierungschefs, noch einmal so vielen europäischen Finanzministern, und über allem droht/thront die Merkel. Was will man mehr vom Leben! Ich schütt mich gemeinsam mit ein paar Kumpels und Kumpelinen heute abend mit ein paar Flaschen Mavrodaphne zu. Da werden am Montag in der Früh die Aspirin nur so hupfen. Ich weiss, ich bin ein schlechtes Beispiel. Aber andererseits: wäre ich lammfromm, würde ich dann Sie, liebe Leserleins, regelmässig mit meiner Schreiberei hier im Blog erfreuen? Na eben!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Grexit – na und?

Ein Gastkommentar von Michael Amon

Man stelle sich vor: ein Auto rast über die Böschung, landet im reißenden Fluß, die Insassen drohen zu ertrinken. Der Wagen könnte, wenn er abgetrieben wird, ein Wehr verstopfen, was wiederum zu Überschwemmung und großen Schäden bei an Anrainern führen würde.
Am Ufer stehen die Menschen und beobachten das Geschehen. Ein Schrotthändler bietet ein paar Hundert Euro für das Wrack. Die Zuschauer sparen nicht mit Kommentaren und guten Ratschlägen. Die Insassen des Autos mögen die etwas ramponierten Türen reparieren; den Tank auspumpen und das Benzin an die Zuschauer verkaufen. Man würde gerne Rettungsringe ins Wasser werfen, aber vorher bitte die offenen Raten fürs Auto zahlen. Außerdem wären da auch die Rettungsringe zu berappen, nicht billig, wegen der plötzlichen Nachfrage. Kaum haben die Insassen sich aus dem Auto befreit und drohen nun erst recht abzusaufen, ertönen wiederum Zurufe: kräftige Tempi machen, die Luft anhalten, kein Wasser schlucken. Als die gegen die Elemente ankämpfenden Menschen vor Erschöpfung kaum noch schwimmen können und zu ertrinken drohen, verspricht man ihnen Hilfe – aber nur für den Fall, daß es ihnen gelingt, noch mindestens zweihundert Tempi zu machen. Und natürlich die offenen Raten …. etc. Gleichzeitig haben sich am Ufer Gruppen gebildet, die darüber diskutieren, ob man überhaupt helfen solle. Könnte ja sein, daß die Leute selbst schuld sind an ihrem Unglück: zu schnell gefahren, betrunken, abgefahrene Reifen. Wie komme man dazu, wegen solchem Leichtsinn das eigene Leben zu riskieren, erklärt die Feuerwehr und verlangt, daß die im Wasserstrudel abdriftenden Menschen gefälligst mehr Anstrengungen unternehmen sollen, ans rettende Ufer zu gelangen. Gleichzeitig wird ein paar hundert Meter oberhalb der Unfallsstelle ein Wehr geöffnet, damit noch mehr Wasser mit noch größerer Kraft in Richtung der Ertrinkenden schießt, während alle Umstehenden beteuern, man wolle natürlich die armen Leute retten, aber vorher müßten sie halt schon ordentlich Buße tun, mit weniger Atemluft auskommen und garantieren, in Zukunft keine Reifenplatzer mehr zu haben und auf Handtücher zum Abtrocknen verzichten.

Ein Szenario, das unvorstellbar ist, würde es sich tatsächlich irgendwo in den Alpen ereignen. Und doch: es ist genau jenes Szenario, mit dem wir derzeit rund um die Griechenland-Krise konfrontiert sind.

Schon lange nicht war Politik so verlogen wie in den letzten Jahren: Finanzkrise, Eurokrise, Griechenlandkrise und Flüchtlingsfragen – die Bürger werden belogen, was das Zeug hält. Teils mit Absicht, teils aus ideologischer Verblendung. Es geht um politische Machterhaltung, um die Interessen von Großkonzernen und nur sehr selten um Glück und Wohl der Menschen. Die Griechenland-Krise ist ein Musterbeispiel für systemisches Versagen: Politik und Medien in unheiliger Allianz, beide mit dem Weitblick von Blindschleichen ausgestattet, beweisen, daß es möglich ist, unter zwei schlechten Möglichkeiten immer noch eine nochmals schlechtere dritte zu finden und sich genau für diese zu entscheiden. In vielen Bereichen fehlt es in der Bevölkerung an Wissen über die Vorgänge rund um und in Griechenland. Die Medien kommen ihrer Informationspflicht nur zögerlich und extrem tendenziös nach. Versuchen wir also, ein wenig Licht ins Dunkel zu bekommen.

Beginnen wir mit dem Schrecksgespenst »Grexit«, also dem Rauswurf oder Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ein Bluff, sonst nichts. Aus einem sehr einfachen Grund: die entsprechenden Verträge zur Euro-Zone sehen keinen Austritt vor und keinen Rauswurf. Es gibt kein Szenario, das die Eurogruppe berechtigen würde, den Griechen den Euro wegzunehmen. Ebensowenig können streng rechtlich betrachtet die Griechen die Eurozone verlassen. Die ist auf Ewigkeit konzipiert. Wie viele EU-Verträge strotzen auch die Euro-Bestimmungen nur so von Widersprüchlichkeiten, Unstimmigkeiten und konzeptionellen Fehlern. Das fehlende Austritts-/Rauswurfszenario ist da nicht einmal noch das größte Problem. Wirft also die Euro-Gruppe Griechenland raus, wäre das rechtswidirg und zöge unter Umständen langjährige Prozesse nach sich. Umgekehrt könnte die Eurogruppe einen freiwilligen Austritt Griechenlands weder erzwingen noch erkämpfen. Im Fall der Pleite geschieht also zuerst gar nichts, weil die Verträge dafür nichts vorsehen. Griechenland behält den Euro, die EZB muß mit entsprechenden Notkrediten für die Liquidität sorgen. Sie könnte Devisenverkehrskontrollen verordnen, die Geldmenge so knapp halten, daß das Land erst recht keine Luft bekommt und könnte – aber das ist schon jenseits der Vertragsbestimmungen – kontrollieren, für welche Zahlungen sie Geld hergibt. Das ginge wohl nicht lange gut. Und wer will die griechische Nationalbank daran hindern, im Auftrag der Regierung selbst Euro zu drucken? Ein Szenario, das noch viel zu wenig beachtet wurde (ist natürlich eine extreme Variante, aber nicht völlig aus der Welt).

Die Debatte, ob die Griechen selbst schuld sind, ist müßig. Niemand, am wenigsten die jetzige Regierung, bestreitet, daß in Griechenland praktisch alles falsch gelaufen ist, was falsch laufen kann. Aber das ist nur zum Teil die Schuld der Griechen. Die gefälschten Zahlen, mit denen der Eintritt in die Eurozone ermöglicht wurden, waren als falsch bekannt. Mehr noch: wurden von der EU so angefordert, weil man Griechenland in der EU haben wollte. Aus einem sehr einfachen Grund: nicht aus ökonomischen, sondern aus militärischen Gründen. Griechenland ist ein wichtiger NATO-Partner und hat entsprechende militärische Verpflichtungen. Die EU sollte für die ökonomische Stabilisierung sorgen (also die vertraglich ausgeschlossene Transferunion realisieren). Die NATO-Mitgliedschaft zieht unvermeidlich das hohe Militärbudget nach sich. Es ist eine Heuchelei, von den Griechen die Kürzung ihrer Militärausgaben zu verlangen und gleichzeitig im Rahmen der NATO auf der Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen zu bestehen. Die Hauptnutznießer der Militärausgaben sind Frankreich und vor allem jenes Deutschland, das sonst heftig auf Sparmaßnahmen besteht – solange sie nicht darin bestehen, Aufträge an die deutsche Rüstungsindustrie zu stornieren. Nicht zufällig üben die Amerikaner im Hintergrund kräftigen Druck auf die EU aus, die Griechen nicht fallen zu lassen. Angesichts der türkischen Regierung von Erdogan mit ihrer schwer islamistischen Schlagseite hat man Angst, die Südost-Flanke der NATO könnte zusammenbrechen.

Man spricht immer von den vielen Milliarden, die nach Griechenland geflossen seien. Eine glatte Lüge. Von ungefähr 230 Milliarden sind nur 74 Milliarden in Griechenland gelandet. Davon wiederum wurden 13 Milliarden für Rückzahlungen an den IWF verwendet. Weiters flossen rund 11 Milliarden an den »Rettungsschirm« zurück. Bei der Bevölkerung (Sozialhilfe, Renten, Schulen etc.) sind nur sieben Milliarden angekommen. Der Großteil der »Griechenland«hilfen waren Bankenhilfen und dienten der Rettung vorwiegend deutscher und französischer Banken. Die privaten Risken wurden auf die öffentliche Hand, also auf die Steuerzahler, übertragen, indem die Euro-Mitglieder die Ausfallhaftungen übernahmen (Österreich etwas unter 5 Milliarden). Über 100 Milliarden flossen an börsennotierte Banken in Privatbesitz, sprich: im Besitz großer Fonds meist amerikanischer Herkunft. Gleichzeitig erfolgte ein teilweiser Schuldenschnitt bei den Gläubigern. In absoluten Beträgen ist die griechische Staatsschuld dadurch zwar gesunken, aber dank der verrückten Sparmaßnahmen, brach das Bruttonationalprodukt um 25 % ein. Der Anteil der Staatsschulden am BNP ist heute deutlich höher als vor Beginn der »Sanierungs«maßnahmen – nicht, weil die Griechen das Geld sinnlos vergeudet hätten, sondern weil die Wirtschaft dank falscher Sparpolitik zusammengebrochen ist.

Ich kenne keinen namhaften Ökonomen, der die Ansicht vertritt, Griechenland könnte seine Schulden jemals zurückzahlen. Man kann einen Nackerten noch so viel und noch so lang würgen, man wird ihm kein Geld aus dem Börsel nehmen können. Wenn die nun zusätzlich geforderten Sparmaßnahmen umgesetzt würden, käme es zu einem weiteren Einbruch der Wirtschaft und zu einem rasanten Voranschreiten des Massenelends. Schon jetzt sind 40 % der Griechen nicht mehr sozialversichert. Zigtausende Kinder leiden Hunger. Gäbe es nicht die Staatspensionisten, die mit ihren Renten auch ihre Kinder und Enkelkinder mühsam aber doch über die Runden bringen, wäre die Katastrophe perfekt. Unter diesem Aspekt ist die Idee, diese Pensionen zu kürzen, absurd. Wenn die Produktion von Massenelend Teil der europäischen Idee ist, dann sollte man sich von ihr möglichst schnell verabschieden. Das schreibe ich als einer, der von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Europas mehr denn je überzeugt ist. Es muß nur deutlich anders aussehen als das, was uns derzeit als europäisches Projekt verkauft wird.

Aber zurück zu Griechenland. Es stimmt auch, daß es ein großes Problem bei der Eintreibung von Steuern gibt. Die Reeder waren traditionell von Gewinnsteuern befreit. Damit hielt man sie im Land und profitierte von den Firmenzentralen und den dortigen Arbeitsplätzen. Kein besonders sinnvolles Vorgehen, aber Teil des korrupten Systems, in dem konservative Christdemokraten und Sozialdemokraten abwechselnd das Sagen hatten und jeweils ihre Kernklientel (und sich selbst) bedienten. Unter diesem Aspekt ist die links«radikale« Syriza eine Chance: sie ist nicht in dieses System eingewoben und kann ohne Rücksicht auf diese Seilschaften agieren. Dem stehen aber die Interessen der europäischen Roten und Schwarzen entgegen: sie wollen keine Partei am Ruder sehen, die den neoliberalen Konsens der rot-schwarzen EU-Koalition in Frage stellt, die Sinnhaftigkeit vieler europäischer Verträge anzweifelt und die EU zu einer neuen Politik bewegen will.

Die Angst sowohl der Roten als auch der Schwarzen, von linken (Spanien, Portugal) oder rechten (Frankreich, Nordländer) Bewegungen hinweggefegt zu werden, ist groß. Man glaubt, mit Härte gegen die Griechen, die Wählerschaft davon abhalten zu können, anderen Kräften die Stimme zu geben. Eine Fehlkalkulation, wie auch die letzten Wahlen sowohl in Spanien als auch in Frankreich gezeigt haben. Die Aussage von Juncker (»Wegen einer Wahl ändern wir nicht unsere Politik«) war da mehr als nur entlarvend. Sie entspricht der undemokratischen Verfaßtheit der europäischen Institutionen. Mit der Demokratie hat man es in Europa ohnehin nicht mehr so besonders. Man denke an Frau Merkels »marktkonforme Demokratie«. Die große Verwunderung und Überraschung, daß die Griechen jetzt ein Referendum über die Forderung der »Institution« (auch so ein kafkaesker Begriff) abhalten wollen, ist reine Heuchelei. Seit gut drei Monaten haben die griechischen Verhandler darauf hingewiesen, daß sie ein Forderungspaket, das nicht ihren Wahlversprechen entspricht, für die sie gewählt wurden, der Bevölkerung zur Abstimmung vorlegen müßten, weil ihnen sonst die demokratische Legitimation fehlen würde.

Wer dieses kleine Einmaleins der Demokratie nicht versteht, sollte seine politischen Funktionen zurücklegen. Jetzt allseits Überraschung zu mimen, ist ein ziemlich starkes Stück. Schäuble erklärte gestern nach dem Scheitern der Verhandlungen, er verstehe nicht, was mit der Volksabstimmung gemeint sei. Na, was wohl? Befragung des Volkes, eine Idee, die Herrn Schäuble offensichtlich extrem abwegig erscheint. Wer all die Auftritte Schäubles gesehen hat, mußte den Eindruck gewinnen: dieser Mann agiert nicht mehr rational, sondern geradezu hassgetrieben. Ob es daran liegt, daß Herr Schäuble fachlich einem Varoufakis nicht das Wasser reichen kann? Der griechische Finanzminister ist einer der besten Ökonomen weltweit, hat mit vielen Nobelpreisträgern gearbeitet und hat halt einen Fehler: er ist nicht auf den neoliberalen Mainstream eingeschworen. Daß sich die Europapolitiker darüber beschweren, von Varoufakis mit theoretischen Vorträgen belästigt zu werden, sagt alles. Wann, wenn nicht in einer solch kritischen Situation, sollte man über die ökonomischen Theorien diskutieren, die den Entscheidungen zugrunde gelegt werden. Insbesondere, wenn sich das ökonomische Wissen der herrschenden Europapolitik auf die doch eher bescheidenen Erkenntnisse der »schwäbischen Hausfrau« beschränkt.

Wir waren bei der mangelnden Eintreibung von Steuern. Wie wahr! Nur ist die Idee, innerhalb weniger Monate ein funktionierendes Steuereinhebungssystem aufzubauen, grotesk. Dazu muß man zuerst den Beamtenapparat völlig neu aufstellen, von alten Seilschaften »säubern«, neue Strukturen einführen. Und das über das gesamte Land. Jeder, der sich ein wenig auskennt, weiß, daß so ein Vorgang nicht unter zehn Jahren zu bewältigen ist. Wer es nicht glaubt: die österreichische Sozialversicherung hat mehr als fünf Jahre gebraucht, um die vergleichsweise simple SV-Card einzuführen. Wie in vielen Ländern, die nicht von der K. u. K.-Monarchie und deren Verwaltung erreicht worden sind, gibt es in Griechenland traditionell weder ein Grundbuch noch eine brauchbare Staatsadministration, und es fehlt ein funktionierendes Steuereinhebungssystem. (Wer sich einmal das »Vergnügen« leistete, beim Griechenlandurlaub Sightseeing in einem griechischen Finanzamt zu machen, der weiß, wovon ich spreche. Kann ich nur zur Nachahmung empfehlen!) Ohne Grundbuch ist auch die von der EU geforderte Vermögenssteuereinhebung de facto unmöglich. Die Einführung eines funktionierenden Grundbuches mit zuverlässigen Einträgen ist eine Aufgabe für viele Jahrzehnte. Immerhin müssen da Besitzverhältnisse über ein gutes Jahrhundert (oder noch weiter!) zurückverfolgt und rekonstruiert werden, um zu einer stimmigen Darstellung der Besitzverhältnisse zu kommen. Allein daraus drohen unabsehbar lange Gerichtsverfahren zur Klärung von Streitfragen.

Die Forderung der EU, die Griechen mögen innerhalb eines Jahres ihr Steuersystem ertragreich machen, ist reine Utopie. Man muß sich darüber im klaren sein: es dauert mindestens zehn bis fünfzehn Jahre, bis in Griechenland ein halbwegs funktionierender Staat aufgebaut ist. Bis dahin hängt das Land an der europäischen Nabelschnur, egal welche Regierung gerade amtiert.

In dem Moment, da man beschloß, eine Währungsunion einzurichten, mußte jedem klar sein: aus der abstrakten Schicksalsgemeinschaft Europa wurde eine konkrete. Eine Währungsunion ohne Transferunion, ohne Finanzunion, ohne Sozialunion funktioniert nicht. Wir sind durch die gemeinsame Währung auf Gedeih und Verderben aufeinander angewiesen und voneinander abhängig. Wir müssen schwache Länder langsam aufpäppeln und durchfüttern. So wie wir das auch innerhalb Österreichs immer gemacht haben. Der schwerwiegende politische Fehler war, eine Währungsunion unter ungleichen Ländern zu erzwingen. Auch die Osterweiterung ist unter diesem Aspekt zu sehen. Sie kam zu früh. Die Währungsunion hätte sich von Anfang an nur auf die Mitteleuropäischen Länder beschränken dürfen. Selbst die Mitgliedschaft Italiens ist problematisch. In Spanien hat die Einführung des Euros zu einer Scheinblüte geführt: man kam leicht an billige Kredite heran und hat damit eine völlig verrückte Immoblase gezüchtet. Ergebnis: tausende leer stehende Wohnanlagen (oft nicht einmal mehr fertig gestellt), parallel zueinander verlaufende Autobahnen ins Nichts und ein unüberschaubares Arbeitslosenheer.

Soll man tatsächlich jenen Politikern, die diese Katastrophe verursacht haben, jetzt glauben, sie hätten die richtige Lösung für Griechenland? Man darf das mit gutem Grund bezweifeln.

Mag sein, daß Griechenland in den nächsten Tagen Pleite geht; mag sein, daß die Griechen für die europäischen Sparpakete stimmen (oder auch nicht) – ein Grexit ist ziemlich unwahrscheinlich, weil rechtlich nicht erzwingbar. Wie die europäischen Politiker seit Monaten beteuern: es geht »nur« um 1,5 % der europäischen Wirtschaftsleistung. Nebenbemerkung: ein Beweis mehr dafür, daß die ganze TTIP-Sache völlig überflüssig ist und nur den großen Konzernen einen riesigen, rechtsfreien Raum bescheren soll. Denn TTIP bringt einen behaupteten einmaligen (!) Wachstumsschub von gerade mal 0,5 % der europäischen Wirtschaftsleistung. Wenn man Optimist ist, denn eine solche Zahl liegt noch unterhalb der Schätzgenauigkeit solcher Zahlen.

Bringen wir es auf einen kurzen Nenner: das europäische Projekt war von Anfang an fehlkonzipiert. Man hat den Leuten enorme Wohlstandzuwächse versprochen und den kleinen Ederer-Tausender. Nichts davon hat sich bewahrheitet. Die Menschen haben das Gegenteil erleben müssen: Arbeitslosenzahlen wie in der großen Krise der 1930er-Jahre (wenn auch auf insgesamt höherem ökonomischen Niveau), enormes Auseinanderdriften der Einkommens- und Vermögensverteilung. Dazu ein sich abzeichnendes Scheitern des »Friedensprojekts«: nachdem Europa schon in der Jugoslawienkrise versagt hat, läßt es sich nun auch noch von den Amerikanern mittels NATO im Konflikt mit Rußland instrumentalisieren. Das angeblich neutrale Österreich spielt dabei brav mit, denn, was immer man uns erzählt, mit dem EU-Beitritt war die Neutralität abgeschafft. Wir sind in etwa so neutral, wie ein katholischer Priester zölibatär lebt, der mit seiner Haushälterin heimlich ein Kind hat.

Wie immer die Griechenlandsache ausgehen wird, angesichts der vielen nicht gelösten europäischen Probleme, zuletzt etwa die Flüchtlingsfrage, ist die EU auf gutem Weg, die nächste Wand frontal zu erwischen.  Die Lenker des europäischen Wagens diskutieren während dieser Geisterfahrt darüber, ob man Bremse und Lenkrad verwenden soll und entscheiden sich, die Steuerung dem Navi zu überlassen. Sie übersehen nur, daß man vergessen hat, solch nützliche Dinge überhaupt in die europäische Kraxn einzubauen, weil man das für überflüssig gehalten hat. Die politischen Absichtserklärungen und der freie Markt würden es schon regeln. Ja, mit Hilfe der nächsten Betonwand! Auf Wiedersehen Europa!

Um nicht ganz pessimistisch zu enden: es kann alles auch ganz anders kommen. Denn die Menschen sind einfallsreich. Mitunter gelingt es ihnen sogar, die Politik zu übertölpeln. Der Mensch kann nämlich denken. Er muß sich nur trauen.

Zum Abschluß noch ein Satz zum Nachdenken. Er stammt vom russischen Dichter Makarenko: »Warum sprechen wir sowenig von dem, was das eigentliche Ziel all unserer Kämpfe, all der Revolutionen und Umwälzungen ist: das menschliche Glück.«

Mehr von und über Michael Amon auf seiner Web-Seite:

http://www.michaelamon.com


 https://youtu.be/4UV6HVMRmdk


Auch heute grosse Freude bei Alfred E. Neumann jun.: Gmunden bleibt Rekordhalter in Sachen Bim. Da wird sich der Murray aber freuen, da kann er gleich eine neue Werbekampagne konzipieren.

ich_freu_mich_duemmste_bim


I reg(io) mi auf!

27. Juni 2015 - Leave a Response

Heute:
Bruno Beinhart über Nachdenkliche
Ein paar Diskussionsbeiträge

Liebe Leserschaft!

Der Wahlkampf ist voll entbrannt. Man sieht es am gestrigen Beitrag von Der Insider, in dem SP-Dickinger kräftig entgegen getreten worden ist, nachdem Dickinger seinerseits eine sehr angriffige Attacke auf die FPÖ gestartet hatte.

Gleichzeitig mit der Sympathiekampagne für den neuen BM und BM-Kandidaten der ÖVP Krapf wird von der ÖVP jetzt auch über die Medien verbreitet, dass das Seniorenheim an der Traun nicht in der geplanten Form kommen werde. Damit verbindet sich natürlich die Hoffnung, dass BM Krapf hier nicht nur den Eindrücken folgt, die er bei den Bürgergesprächen erhalten hat. Denn dass die Mehrzahl der Bürgerschaft die Verschandelung Gmundens nicht mehr länger hinnehmen will, hätte man bei uns längst erfahren können. Es besteht die Hoffnung, dass BM Krapf auch ganz persönlich erkannt hat, dass hier etwas völlig falsch gelaufen ist. Von einem Professor für Französisch darf man sich letzten Endes auch ein Mindestmass an ästhethischem Feingefühl erwarten.

Ob der angepeilte Ort der Kösslmühle angesichts des dortigen Klimas ein guter Standort für Senioren ist, darf man weiterhin bezweifeln. Aber die Erkenntnis, dass das geplante Baumonster ein Unding ist, ist schon ein Schritt nach vorn. Sollte BM Krapf da endlich mehr Sensibilität zeigen als sein Vorgänger und auch die ÖVP davon überzeugen können, wäre das mehr als nur zu begrüssen.

Es müsste möglich sein, auch in der ÖVP das Ruder herumzureissen. Warum wir das glauben? Weil ein nicht ganz unbedeutender ÖVP-Gemeinderat im privaten Gespräch mit einem Mitglied unseres Teams grosse Nachdenklichkeit gezeigt hat. Die Skepsis über den bisherigen Kurs der ÖVP wächst auch dort. Dass Politschnittläuche auf allen Suppen wie Sigi John momentan in der ÖVP Oberwasser haben, gefällt auch dort nicht allen und manche bis viele hoffen, dass dieses Machtvakuum bald mit greifbarer Substanz gefüllt wird.

Sehr gross scheint inzwischen bei einigen nachdenlicheren ÖVPlern auch die Skepsis bezüglich der Regio zu sein. Unser Gesprächspartner gab offen zu, man sei da von der Regio-Lobby überfahren worden. Denn die Geschichte mit den Investitionen, die man sich als Gemeinde dadurch erspare, sei nur die halbe Wahrheit. Der ÖVP-Insider wörtlich: “Es ist unglaubwürdig, dass eine Landeshauptmann-Partei nicht in der Lage gewesen wäre, bei entsprechendem Vorgehen diese Investitionen vom Land auch ohne Regio zu bekommen. Das wäre dem Land nämlich deutlich billiger gekommen. Man hat das Land einseitig informiert. Man hätte sich auf Landesebene ohne Regio viel Geld ersparen können. Da wären nämlich auf Landesebene zum Beispiel jene zehn Millionen frei geworden, die Gmunden als Gemeinde für ein Hallenbad an die Thermenholding beitragen soll. Hätte dann das Land stemmen können. Wir haben die Gelder für den von den Gmundnern sehnlich erhofften Bau eines Hallenbades der Regio geopfert. Die braucht aber niemand, nur die Neumanns.” Man habe sich unnötig in die Geiselhaft der Regio-Lobby begeben, anstatt die für die Gmundner beste Lösung zu suchen. Die letzte Hoffnung sei gewesen, dass die Gerichte das alles stoppen. Dann wäre man mit einem blauen Auge davon gekommen und hätte mit dem Land über die anstehenden Investitionen neu verhandeln können. Aus der Sicht dieses ÖVPlers mit höchster Erfolgswahrscheinlichkeit. Dem Argument, dass auch im Gmundl vertreten worden ist, man könne nicht immer eine Bahn bauen, um auch andere Infrastrukturprojekte finanziert zu bekommen, hätte das Land sich kaum entziehen können.
Er bedauerte, dass in den letzten zwanzig Jahren vor allem die Interessen einiger Clans vertreten worden sind. Zum Schaden von Gmunden: Regio, Hotel Lacus Felix, Verhüttelung von Gmunden mit hässlichen Bauten. Teilweise sei das auch Folge der uninspirierten Politik, der Ideenlosigkeit. Der neue Bau der Musikschule, eigentlich ein kultureller Auftrag, sei völlig kulturlos geraten und widerspreche in seiner Aussengestaltung dem mit der Musikschule verbundenen Kulturauftrag. Man habe um sehr viel Geld einen Schandfleck errichtet, für den man sich genieren muss.

Man kann nur hoffen, dass diese Ansicht in der ÖVP mehrheitsfähig wird. Dann kann es auch einen Neubeginn für Gmunden geben.

Die Forderung der Gmundner FP nach einer Befragung der Bevölkerung in Sachen Regio halten wir vom Team für richtig. Auch die Abstimmung über Zwentendorf fand zu einem Zeitpunkt statt, da der Point of no return bereits überschritten war. Warum scheut man eine derartige Befragung, wenn man meint, die besseren Argumente zu haben? Die Leute sind ja nicht blöd. Die erkennen schon, was sie brauchen und was nicht! Warum hat man dann Angst vor einer Befragung? Oder traut man etwa den eigenen Argumenten doch nicht so ganz, weil man weiss, dass sie objektiv betrachtet nicht tragfähig sind? Weil man nicht weiss, wie man den Leuten eine mathematisch grenzoriginelle Fahrgastschätzung verklickern soll? Ahnt man, dass die Werbegelder, bezahlt mit unseren Steuern, gegen die Wahrheit nicht ankommen können? Will man nur dann volksbefragen, wenn das herauskommt, was man gern hätte? Wie schon gestern hier im Gastkommentar von Der Insider dargestellt: die Kostenfrage, wie Dickinger sie in den Raum stellt, ist ein Phantom. Das Phantom von Gmunden. Nicht das erste. Man denke an Hotel, Tunnel oder Therme. “Gmunden – Stadt der Phantome” – vielleicht wäre das erfolgsversprechender als der Versuch, die alten Heferln auszugraben und Keramikstadt zu spielen.

Noch ein paar Worte zur Flüchtlingsfrage. Dass Herr Faymann mit seiner Politik wieder einmal Schiffbruch erlitten hat, wundert nicht. Die Methode der Politikverkündung über Boulevardzeitung führt die SPÖ nun seit Jahren immer tiefer in die Sch…. Wann kapiert dieser Herr das? Es ist klarerweise nicht korrekt, wenn die Landeshauptleute eine Lösung blockieren, weil Faymann versucht hat, ihre Entscheidung über die Krone vorwegzunehmen, die LH damit unter Druck zu setzen. Man kann es allerdings menschlich verstehen, dass die so reagiert haben. Wer von uns will schon gerne am Vorabend in der Krone lesen, wie er sich morgen entscheiden wird!

Aber Herr Fayman glaubt, mit seinen Werbemillionen für den Boulevard die Gestaltung von Politik umgehen zu können. Die Krone kann aber nicht für ihn Politik machen. Er sollte da an Schüssel denken, der dieser Tage seinen 70er gefeiert hat. Dieser Mann hat dem Land grossen Schaden zugefügt, aber eine Grosstat hat er auch vollbracht. Leider nur eine einzige, aber immerhin, mehr als Faymann je zuwege bringen wird. Diese Grosstat bestand darin, den Beweis zu erbringen, dass man dieses Land auch ohne und gegen die Krone regieren kann. Das System Faymann ist am Ende. Die Frage ist nur noch, wann Faymann endlich gehen muss. Der Mann klebt nämlich noch ärger auf seinem Sessel als der in dieser Hinsicht hinlänglich bekannte und hoch talentierte Anschober in OÖ.

Das Schlimme an der Sache: das Platzen der Bezirkslösung ist zu unser aller Schaden. Noch dümmer und schädlicher ist nur noch die Weigerung, die Kasernen für die Flüchtlinge zu öffnen. Kasernen haben nämlich die gesamte, notwendige Infrastruktur eingebaut: Schlafsäle, Sanitärräume, Grossküchen, Kontroll- und Schutzeinrichtungen. Eventuell notwendige Renovierungsarbeiten könnte man mit wenigen lokalen Handwerkern leicht bewerkstelligen, wenn man die meist arbeitsfähigen Flüchtlinge als helfende Arbeitskräfte einsetzen würde. Dann hätten die auch was Gescheites zu tun und müssten nicht untätig herumlungern. Stattdessen wird jetzt wieder eine weitaus teurere Containerlösung angestrebt. Kostet viel mehr Steuergeld und steht der schlechten Symbolik von Zeltlagern um nichts nach. Wann, so fragt man sich, wacht die Politik endlich auf?

Der irre Fehler von Faymann ändert nichts daran, dass die Landeshauptleute und viele Bürgermeister ein schäbiges Spiel spielen und auf voller Länge versagt haben. Das Platzen des Flüchtlingsgipfels zeigt einmal mehr: der Föderalismus ist bankrott, nur noch eine riesige Steuergeldvernichtungsmaschine. Dient ausschliesslich der lokalen Geldvergeudung zwecks Schaffung von Landeskaisern. Da stehen sich Rot und Schwarz in nichts nach. Unser oftmaliger Gastkommentator, der Gmundnr Autor Michael Amon, hat das in einem Kommentar in der PRESSE sehr zutreffend als ein System der “kollektiven Verantwortungslosigkeit” bezeichnet. Das hat sich leider erneut als eine richtige Diagnose erwiesen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Diskussionswürdig

Andreas Hecht
Gesendet am 26.06.2015 um 10:29 vormittags
Brilliant! Gastkommentare auf höchstem Niveau! Man würde sich wünschen, die Lohnschreiberlinge der OÖN und anderer Provinzblätter könnten sich hier was abschauen!

Wir danken für das Lob. Es macht uns stolz aber hoffentlich nicht hochmütig. Wir werden zum Glück auch auf andere Art gelobt. Etwas von einem Online-Poster der OÖN, der sich unter dem irreführenden Namen “Objektiv” ziemlich unobjektiv als Propagandist der herrschenden Cliquen hervortut. Er hat uns bezüglich der Satirischen Plakte zur offiziellen Regio-Werbung eine “üble Schmutzkampagne” vorgeworfen. Danke! Vergelts Gott! Würde “Objektiv” uns loben, hätten wir unsere Mission verfehlt. Eine Satire ist eine Satire und keine Kampagne. Aber wie man aus der Geschichte weiss, gibt es etwas, was Machthaberer so überhaupt nicht vertragen: wenn man sich über sie lustig macht. Wir werden auch in Hinkunft bei Machthaberern Unverträglichkeits-Symptome hervorrufen. Versprochen!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

___________________________________

Wilhelm Krausshar
Gesendet am 26.06.2015 um 8:59 vormittags

Liebe Gmundler, ich kann nicht an mich halten, aber bei jeder Wiederholung des Zeitungsblödsinns über die Liberalisierung des Wassers und das Bäume – Umarmen von Herrn Strolz sträuben sich mir inzwischen die Haare. Wieso hat sich solch ein nicht gesagter Blödsinn (Wasser-von Zeitungen erfunden) und Nebensächlichkeit (Bäume) in den Hirnen der schreibenden Menschen eingebrannt hat und sich niemand für die tatsächliche Positionierung einer wahlwerbenden Gruppe interessiert, verstehe ich nicht.
Wie wäre es, wenn ihr eure guten Recherchen auch einmal auf die Gerüchte ausdehnt, die aus wahlstrategischen Gründen über die eine oder andere Gruppe ausgestreut werden?

Geschätzter Herr Krausshar,
ich verstehe Sie ganz gut. Aber leider, leider gibt es auch die fatale Wirkung von Symbolen. Erfahren wir jetzt gerade bei den Zeltlagern.
Das mit der Privatisierung des Wassers haben die Neos wirklich nicht gut hin bekommen. Zuerst hat die Europaabgeordnete Mlinar darüber in der ORF-Pressestunde in einer Art filosofiert, dass jeder, der das sah, es als Forderung verstehen musste. Dann hat Neos-Chef Strolz bei einer ORF-Sommerdiskussion mit der Grünen-Chefin Glawischnig auf deren Frage “Soll man Wasser privatisieren” mit “Darüber soll man diskutieren” geantwortet. Des Weiteren gibt es noch eine spätere Strolz-Äusserung, das “kommt nicht in die Tüte mit den Neos”. Da fragt man sich schon: was gilt? Was denkt man bei den Neos wirklich? Solcherart darf man sich nicht wundern, wenn die Leute das für eine Position der Neos halten.
Das mit Strolz und den Bäumen ist inzwischen eine Art Running Gag der Innenpolitik. Man kann es als nebensächlich erachten, aber Strolz hat auf diese Masche ein bisserl zu oft öffentlich gesetzt. Er wollte damit ganz offensichtlich ein Symbol für die Neusartigkeit der Neos finden. Strolz, den ich auch sonst für sehr marketing-getrieben halte, hat sich da eben verkalkuliert. Das ist das Risiko in diesem Geschäft. Natürlich nützt der politische Gegner solche Fehler. Strolz setzt zu oft und zu viel auf Marketing.
Man kann nicht abstreiten, dass von den Parteien oft Gerüchte über politische Kontrahenten in die Welt gesetzt werden. In den beiden angeführten Fällen war das aber mit Gewissheit nicht so. Das war Eigenbau der Neos. Wobei ich persönlich ehrlich zugebe: ich mag den Strolz nicht besonders. Ich kann bei ihm nicht unterscheiden, was Marketingpose und was ehrliche Überzeugung ist. Es mag ungerecht sein, aber Wasser und Bäume werden die Neos nicht mehr los. Darauf rauchen ich und das Team mit Ihnen einen von den Junos gedrehten Joint!
Herzlichst
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Heute hat Alfred E. Neumann eine Wahnsinnsfreude über Umverteilung, vor allem, weil sie einmal die Richtigen trifft!

ich_freu_mich_umverteilung


Die Schwarzen Amigos haben wieder zugeschlagen. Mit einem weiteren Sujet aus ihrer rätselhaften Plakatserie. Wer eine Antwort auf die aufgeworfene Frage hat, schreibe bitte an das Innenministerium. Sie können einen Wochenendaufenthalt in einem Flüchtlingszelt Ihrer Wahl gewinnen. Einlösbar nur bei schwerem Regenwetter oder bei Temperaturen über 35 Grad.

Die Schwarzen Amigos 3-1


 

 

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