Dilettanten, Hitler, Investoren – Eine Gmundner Melange

1. Oktober 2014 - Leave a Response

Lieber Leserleins!

Nein, WIR sind nicht übergeschnappt. Sondern die Stadtgewaltigen, die sich immer mehr als Ohnmächtige erweisen, getrieben von ihrer Unfähigkeit und einem praktisch bankrotten Famlienclan.

So rätselhaft wie das Verhalten der Stadtoberen, die längst in die tiefsten Keller der Politik verräumt werden sollten, so rätselhaft blieb auch unsere gestrige Überschrift. Meine Schuld. Die Schuld ihrer wirklich recht müden Babsy, die nicht einmal mehr dazu kommt, den einen oder anderen Entspannungstrunk zu nehmen. Ich habe vergessen, zu erwähnen, warum wir jubeln: Wegen der hohen Zugriffszahlen. Am Montag hatten wir das 140.000 Besucherlein. Wir, der kleine gmundl-Blog, ohne Geld, nur mit Hirn und Herz und der moralischen Unterstützung der (hoffentlich!) meisten unserer Leserleins. Dafür wieder einmal Danke! Auch der Dienstag war wieder ein extrem starker Tag. Wir rasen Richtung 150.000! Eigentlich wäre es Zeit, ein grosses gmundl-Fest in Gmunden zu veranstalten. Aber wie feiert man anonym? Vorschläge nehmen wir gern entgegen!

Vor der Gemeinderatssitzung am 2. 10. spitzt sich natürlich wieder einmal die Hoteldebatte zu. Inzwischen liegen die Karten der meisten Parteien auf dem Tisch. Nur seitens der SPÖ konnten wir keinerlei Aktivitäten im Vorfeld der Sitzung feststellen. Keine Anträge, keine öffentlichen Stellungnahmen. Aber vbielleicht haben die keine Karten, oder so ein mieses Blatt, dass sie lieber nicht einsteigen. Man kann nur noch rätseln, und wir nehmen es verwundert zur Kenntnis. Die Leserleins mögen sich selbst ihren Reim darauf machen. Aber vielleicht ist es nur eine besonders abgefeimte Strategie … Wers glaubt, wird selig. Oder doch nicht? Schlägt Dickinger völlig überraschend zu und putscht sich  mit Sigi John an der Gulaschkanone ins Bürgermeisteramt? Das Lokal-TV wird von den letzten ÖVP-Freischärlern besetzt und spielt rund um die Uhr die Gmundner Internationale: “Hochstapler, hört die Signale, auf zum letzten Cent Geld! Die armen Investoren erkämpfen das Grundraub-Recht!” Dann ptuscht der John gegen den Dickinger, weil er selbst Bürgermeister werden will. Das letzte Einwohnerlein verlässt Gmunden und braucht das Licht nicht mehr abzudrehen, weil das schon vor Jahren ausgegangen ist. Ein Soap aus Gmunden. In einer halben Folge der nullten Staffel.

Inzwischen ist auch klar, warum die Gemeinderatssitzung willfährig verschoben worden ist. Beim neuen “Investor” späult es sich (kommt von Speil=ein querliegendes Holzstück zum Wurstverschliessen). Blöderweise wird damit die Wurst nicht geschlossen, sondern quillt immer weiter aus der Hülle heraus, in welche die verzweifelten Rathauspolitiker das schon etwas merkwürdig riechende Hotel-Brät stopfen wollen. Die Herrschaften konnten in guter Gmundner Tradition die verlangten Millionen nicht vorweisen. Einst waren noch 14 Mille gefordert, inzwischen hat man sich im Gmunden-Balkan-Bazar auf 12 Milleherunter geschraubt. Blöd nur: auch die konnte der Investor am Montag nicht vorweisen, sondern nur 10 Mille, wie man hört.

Offen gestanden, und das sage ich ohne ein einziges Schluckerl intus zu haben, einen solchen “Investor” würde ich bei Arsch und Genick schnappen und aus der Stadt hinauswerfen, wenn ich Bürgermeisterin wäre. Aber vielleicht braucht es dafür wirklich eine energische Frau und nicht ein politisches Simandl (=Pantoffelheld) unter der Fuchtel eines abgewirtschafteten Familienclans. Hier sollen mindestens 35 Mille verbaut werden, und der “Investor” ist ein bisserl knapp bei Kassa und kann nur 10 Mille beweisen. Heisst: keinerlei Reserven, jede Baukostenüberschreibung (und die stehen bei solchen Projekten an der Tagesordnung) eine Katastrofe. Null Spielraum bei den Finanzen. Ein solcher “Investor” gehört mit einem Betretungsverbot im Rathaus belegt. Basta. Aber hier in Gmunden wimmelt es nur so von solchen “Investoren”, es ist zum wimmern.
Nun überlegt man allen Ernstes, die Gemeinderatssitzung ein weiteres Mal zu verschieben, damit dieser famose Investor noch zwei weiter Millionen auftreiben, halt irgend wie zusammenkratzen kann. Ein Dilettantenstadel sondergleichen.
Ich erlaube mir, jene Leute, die jetzt meinen: “10 Mille sind ja auch was, wir akzeptieren das” als politische Volltrotteln zu bezeichnen. Nämlich angesichts dessen, was sich bisher in der Gmundner Hotelfrage rund um Inwestohren so abgespielt hat. Dass sich das alles am Lichtbratl-Montag abgespielt hat, lässt einen daran denken, in Kenntnis der inzwischen zur Tradition gewordenen Mittellosigkeit von Gmundner Möchtegern-Investoren, diesen Tag auf “Hinters-Lichtbratl-führen-Montag” umzubenennen. Man fragt sich wirklich schon, ob hier ein grosser Freifeldversuch in Sachen Wiedereingliederung mit Leuten stattfindet, die eigentlich in der geschlossenen Abteilung des Wagner-Jauregg in der Gummijacke und vollgestopft mit Beruhigerlis residieren sollten. Psychiatriereform hin oder her.Hier läuft alles schön nach einem alten “Irren”-Witz.
Ein Zimmer in der Psychiatrie.
Sagt der Investor zum Vize-Bürgermeister: “Ich hab die Kohle fürs Hotel beisammen.”
Sagt der Vize-Bürgermeister: “Wieso kannst du das behaupten?”
Investor: “Der liebe Gott hat mir das eingegeben.”
Aus der anderen Ecke ruft der Bürgermeister: “Garnix hab ich dir gsagt.”
Der Witz muss in Gmunden erfunden worden sein.

Wie wir also angekündigt haben: das wird eine Verarschung ohne Ende. Und weit und breit niemand in Sicht, der diesem Schmierentheater endlich ein Ende bereitet. Merkt denn keiner der Verantwortlichen, dass die Politik sich bei der Bevölkerung nur mehr lächerlich macht und die letzten, ohnedies spärlichen Reste Ansehens verspielt?

Man darf also gespannt sein, was morgen wirklich geschieht. Auf den Gmundner Wettbörsen steht es derzeit 50:50. Die einen wetten auf eine Verschiebung der Sitzung mitsamt Verschiebung und weiterer Verzögerung des Rückkaufs. Die andere Hälfte erwartet eine termingerechte Sitzung mit Rückkaufsbeschluss. Wir tippen auf Variante drei: die Sitzung findet statt, aber es gibt keinen Rückkaufsbeschluss (und hoffen, uns zu irren!).

Inzwischen mischt Karl Kammerhofer die Stadtpolitik weiter auf. Womit wir zu Adolf Hitler kommen. Nein, ganz anders, als viele jetzt befürchten, vermuten oder argwöhnen. Wir wundern uns nur, mit welchen Briefmarken die Post ihre Beförderungsleistung sich vergüten lässt. Karl Kammerhofer war so nett, uns zwei besonders originelle Rückflüsse seiner Umfrage zukommen zu lassen (schon ausgefüllt und abgeschickt? Na dann, dalli-dalli!).

Hier die Anmerkung von Karl Kammerhofer zu diesen kuriosen Zusendungen.

Karl Kammerhofer Umfrage in Gmunden sprengt alle Grenzen im Umfang, Zahl, Raum und Zeit.
K
arl Kammerhofer erhielt nicht nur ein traumhaftes Foto eines Gmundners von dessen Besuch in einem  venezianischen Kulturcafe wo Kommunismus und Mutter Gottes friedlich koexistieren, sondern auch eine Nachricht aus einer anderen Zeit. Bereits vor über 70 Jahren wusste man dank Orwells Zeitmaschine von der Umfrage des Gemeinderats Kammerhofer in Gmunden. Ein Fragebogen samt Kuvert wurde vor über 70 Jahren  verschickt/aufgegeben und ordnungsgemäß mit den damals vorgeschriebenen 12 Reichspfennig mitsamt Hitler-Konterfei frankiert. Es stand daher nichts im Weg, diesen Brief ordnungsgemäß mit der 12 Reichspfennig-Hitler-Briefmarke, abgestempelt in Linz an der Donau ohne Strafporto an Herrn Kammerhofer weiterzuleiten. Hier Bilder von beiden Rücksendungen:

 

Hitlermarke835aVenedigK3

Nun, soweit die Gmundner Melange und die Neuigkeiten aus dem Gmundner Dschungel-Camp.

Jetzt braucht Ihre Babsy aber doch noch irgendeinen Schlummer- und Beruhigungstrink. Wenn der Baldrian-Tee nur nicht so grausam schlecht schmecken würde, genauso grausam übel wie die Gmundner Lokalpolitik …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Diskussionen gehen weiter – und Jubel bei uns

30. September 2014 - 3 Antworten

Liebe Leserleins!

Die Diskussionen gehen jetzt munter weiter. Momentan steht natürlich wegen der kommenden Gemeinderatssitzung wieder das Unglückshotel im Mittelpunkt. Aber auch das TramBahn-Projekt wird weiter heftig diskutiert. Wir bringen daher heute im Blog die wichtigsten aktuellen Kommentare.

Unser Interview mit dem Investor hat, wir haben es schon berichtet, sehr viel Staub aufgewirbelt und einige Leute ganz schön aufgeschreckt. Es war an der Zeit, dass mal jemand offen ausspricht, was hier Sache ist. Man wird sehen, ob die von den Asamers angeblich am heutigen Dienstag vorgestellt werdenden Investoren wirklich jene sind, die an der Gerüchtebörse geahndelt werden. Wenn ja, dann können wir uns auf die nächste Schmähtandler-Hochschaubahn gefasst machen. Wie man solche Projekte professionell realisiert, haben wir am Beispiel von Sistiana/Portopiccolo gezeigt. Natürlich ist die Art, wie solche Enklaven der Superreichen geschaffen werden, nicht unsere Vorstellung vom Wohnen in der Zukunft: abgeschlossen und abgeschottet nach aussen, eigener Wach- und Ordnungsdienst, kein freier Zugang für die Öffentlichkeit. Das kann kein Modell sein. Wir wollten nur zeigen, dass es mehr als genug Geld für rentable Projekte gibt, und dass man auch sehr grosse Projekte finanzieren kann. Alles nur eine Frage der Professionalität. Aber wenn man im Gmundner Sumpf aufgewachsen ist, daran gewöhnt, ist dass ein schmutziges Handerl das andere wäscht, ohne dabei richtig sauber zu werden klarerweise, sich darauf verlässt, dass in der Not die Steuerzahlerleins was zuschiessen müssen, weil dumme oder korrupte Politiker mit Steuergeldern um sich werfen, wer an solche Sitten gewöhnt ist, hat in einem professionellen Biotop keine Chance. Nicht umsonst sind die hochfliegenden Träume einer ortsbekannten Unternehmerfamilie genau daran gescheitert: Ausweitung der Geschäfte auf ein Territorium, wo die Dinge anders funktionieren als hier (nicht unbedingt besser, aber eben anders).

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Hans Heidinger
Gesendet am 29.09.2014 um 8:22 nachmittags

Die beiden Presseaussendungen machen mir Mut! Die Absender haben ihre wahre Aufgabe erkannt, die ihnen vom Wähler gestellt wurde und bekümmern sich darum, welche Bonität und Qualität etc. die “Geldgeber” vom Asamer haben. Ist ja ihre Verpflichtung, auf diese Art und Weise für das Gemeinwohl zu arbeiten.
Ihre ursprüngliche Entrüstung, dass beim Hotelbau vielleicht 50 Badeplätze am “Seebahnhofspitz” verloren gehen könnten, ist jetzt knallharter, kostenloser und kompetenter Firmenberatung gewichen. Dass damit ihre unrühmliche Rolle bei einem sich momentan in vollster Blüte befindlichen Skandal übertüncht werden soll, liegt auf der Hand. Die Partei, die sich einst für intakte, lebenswerte Umwelt eingesetzt hat und auf die Bedürfnisse der Bürger Rücksicht genommen hat, etabliert sich nun als Steigbügelhalter der Betonierer und Stadtzerstörer. Anscheinend hat sich keiner -der vom Kampf gegen Asamer verblendeten – Mandatare, die Auswirkungen der neuen Zugsverbindung quer durch die Innenstadt angeschaut und schon gar nicht, wie die Entscheidungen zustande gekommen sind. Dass mit diesem Projekt ein größerer Eingriff in das historische Stadtbild wie mit einem Hotelbau, eine massive Verschlechterung der Lebensqualität der Innenstadtbewohner und anderer Anrainer an der neuen Trasse und eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Innenstadt, bewirkt wird, stört anscheinend nicht. Die Badeplätze wurden ja gerettet!
Dass GR Kammerhofer von einer drohenden Wahlniederlage der “Großparteien” 2015 schreibt, ist einfach nur putzig. Glaubt er wirklich, dass ein Mandatar, dem zu oben geschilderten Skandal nur eine Volksabstimmung über die Pflasterfarbe am Klosterplatz einfällt, im Herbst 2015 noch ein politisches Amt erreichen wird. Die angesprochene “Götterdämmerung” wird auch ihn nicht verschonen, auch er sieht nicht die Zeichen an der Wand!
Zurückweisen | Antwort | Quick Edit | Bearbeiten | Verlauf | Spam | Papierkorb


VILOSOFIO
Gesendet am 29.09.2014 um 7:49 nachmittags

GMUNDEN BRAUCHT EINEN DEFIBRILLATOR!

Starkstrom- Re-Animation.

Aber bitte nicht aus der drohenden ZUG-OBERLEITUNG!
Das Herzflimmern kommt den, viloso-fisch (wir sind ja am Traunsee) denkenden Gmundnern.

Zu den Vorfällen bzw. Berichterstattungen der letzten Tage…..

(Wobei der „FISCH” immer beim KOPF zu stinken anfängt!

ONE OF THE LEAD PROJECTS GMUNDEN:
Ein Hotelprojekt.
Das tot ist und wird gerade letzten, verzweifelten Wiederbelebungsversuchen unterzogen.

HINWEIS FÜR DIE „AMTIERENDEN“:
Wenn die Pupillen des „Hotel-Patienten” nicht mehr reagieren (Sie im zum 100dsten Malen Gespräch keine Reaktion haben), und der „Hotel-Patient”auch keinen Atmungsreflex mehr hat ( … auch Stille, wenn es um irgendend eine neue Ankündigung eines verfahrenstechnsichen Schachzuges gehen würde….)

DANN VERABSCHIEDEN SICH SICH ENDLICH DAVON!
POLITIKER TRAGEN NUR DANN IHRE EIGENE LEICHE ZU GRABE, WENN SIE EINEM TOTGERITTENEN PROJEKT HINTERHER REITEN.
——-
Das Hotelprojekt ist aber nicht Vilosofios Haupt-Thema:

Ein Zusgprojekt, das an den wahren Bedürfnissen der Menschen vorbei geplant und auf Biegen und Brechen weiter geplant und gebaut werden soll – das IST DAS HAUPT -THEMA!
HOTEL ist TOT.

Wer trotzdem profitiert hat, den haben die Politiker beglückt!
Öffentliche Gelder, die in beiden Fällen von den handelnden Politikern ohne mit der Wimper zu zucken mit beiden Händen, unter dem willfährigen Jubel regionaler TV-Sender (und auch zu deren Profit…) ausgegeben werden.
Eine wesentliche Frage zu allen diesen Themen, Fakten, Vorkommnissen rund um Hotel aber auch den drohenden Zug durch unsere schöne Stadt:
Wie geduldig – oder sollte man besser sagen – leidensfähig sind Gmundens Bürger eigentlich?

Schon lange überfällig ist die Gründung einer wählbaren, überparteilichen, unabhängigen Bürgerinitiative die eine Politik in GMUNDEN ohne Parteienpackelei und ohne Projektentwicklungen auf Steuerzahlers Kosten möglich machen wird!
Einer BÜRGERINITIATIVE, die abseits aller SPÖ und ÖVP und GRÜNEN und SONSTIGER im Gmundner Gemeinderat vertretener Mandatare ……..

ENDLICH FÜR GMUNDEN….
Und nicht für ihre eigenen Interessen
IN PROJEKTEN, DIE GMUNDEN und den Steuerzahlern NUR GELD kosten … aber wenigen, z.B. von der Politik begünstigten Zug-Betreiberfirmen – Millionen nachhaltig bringen.
Es braucht eine zur Wahl 2015 antretende wählbaren Plattform, die endlich FÜR unsere Stadt und ihre Bürger und nicht hauptsächlich als Handlanger einer Handvoll Wirtschaftsbarone im Rathaus arbeitet.

Die Nervosität steigt. Offensichtlich sehr!
Wie Vilosofio hörte, hat ein Gmundner Baurechts-ÖVP Politiker vorige Woche Unterschriftenlisten „Für ein Zug freies Gmunden” bei einer der Stellen, wo diese entlang an der Esplanande aufliegen, an sich genommen und klitzeklein zerrissen…. BRAVO!
Das nennt man Contenance … verlieren…

Ist sich die, (noch) handelnde Politik in Gmunden ihrer selbst eingebrockten „Zugspartie“ doch nicht mehr so sicher, dass zu solchen undemokratischen Brachialmethoden gegriffen wird?
Wäre ja nicht das erste Mal, dass es zu Vorkommnissen dieser Art kommt.
Da wurden Unterschriftenlisten überklebt, so dass die unterschreibenden Bürger nicht mehr lesbar waren … BRAVO. Das nennt man (sorry muss es einfach so beim Namen nennen): Gmundner (ÖVPSPÖ) PSEUDO-DEMOKRATIE!
Vilosofio erinnert das mehr an die „untergehenden Staaten des ehemaligen Ostens“.

Mit solchem Verhalten, liebe(r) Politiker, werden Sie garantiert nicht die Welle der Empörung über ein abgehobenes, fast feudal anmutendes „Volksvertreter-Klüngel” samt dessen politischem Agieren zum Vorteil weniger Seilschaften eindämmen können. Mitnichten. Und Neffen :-)
Für die Wahlen im Jahr 2015 wird hier in Gmunden endlich der Neubeginn für eine dann sicher kandidierende, neue BÜRGERORIENTIERTE WÄHLBARE ALTERNATIVE gemacht!

Ja ja … die Historie hat viele Beispiele.
Je enger es für politische Machinhaber wird, desto mehr neigen diese zu irrationalen Rundumschlägen…
Das Schöne bei der ganzen Sache:
Die Wahlzettel 2015 können Politiker dieses Schlages (und soweit glaubt Vilosofio doch noch Vertrauen in unsere Demokratie zu haben…), die Wahlzettel 2015 können und werden auch diese undemokratisch agierenden Politiker garantiert nicht zerreissen können ….

(DAFÜR WIRD EINE HOFFENTLICH unabhängige, von allen parteiwerbenden Gruppierungen besetzte WAHLKOMMISSION, dann sorgen ….!!!).

Mit herzlichen GRÜSSEN, eines engagierten, gegen HOTEL- und ZUG-WAHNSINN denkenden und arbeitenden – und vor allem an die mündigen Bürger Gmundens glaubenden – MITBÜRGERS … der sich GANZ EINACH FÜR EUCH schreibt….
Vilosofio


Zivilcourage
Gesendet am 29.09.2014 um 7:49 vormittags

Logischen Verstand benützen, so einfach ist das!!

Das was der seriöse Investor im Interview sagt, das haben Bürger mit einem normalen Hausverstand schon seit Jahren begriffen. Nur die verantwortlichen Lokallpolitiker nicht und haben sich weiter bei diesem bluffenden Asamer-Clan eingeschleimt. Was immer die Gründe dafür waren, entweder waren sie zu dumm, zu naiv, zu unfähig oder “empfänglich”, mehr darf man ja nicht sagen…. aber denken darf man sich schon etwas.

Ich hoffe, dass sich bei der nächsten GR Sitzung bei einigen noch die Nebel über ihrem Hirn lüften bzw. die Vernunft und das Gewissen (falls sporadisch noch vorhanden) regen u. der Gemeinderat endlich das einzig Richtige in der so verfahrenen Situation beschliesst, nämlich den Rückkauf des Seebahnhof-Areals u. damit das Vermögen und die Lebensqualität der Bevölkerung rettet.

P.S.: Eines habe ich noch vergessen, ein bisschen Mut und Zivilcourage wäre bei manchen Gemeinderäten auch sehr attraktiv. Manche Gemeinderäte rennen immer mit dem “Schübl”, sprich ÖVP. Denn eines muss man sagen, der BG Köppl steckt sie mit seiner einfachen, aber beharrlichen Rhetorik alle in den Sack. Also, liebe Gemeinderäte, mehr Verve, mehr Mut, macht die GR Sitzung für die Öffentlichkeit etwas interessanter!!. Ich kann mir nicht vorstellen, das alle ÖVPler dieselbe Meinung haben wie der Bürgermeister, der hat ja seine ganz persönlichen Gründe warum er dem Asamer-Clan so eifrig zu Diensten steht. . Aber sie trauen sich eben nicht, einmal nach ihrem eigenen Verstand und Gewissen abzustimmen, denn sonst schmeisst sie der Bürgermeister aus dem GR raus. Ich denke, der Bürgermeister ist aber bereits “waidwund” angeschossen (die Jagd gehört ja zusammen mit dem Asamer zu seiner Leidenschaft), da könnten sich manche Politiker (sogar der ÖVP) aus der Deckung wagen und die Interessen der Bevölkerung (und nicht die eines einzelnen Unternehmers, nämlich Asamer mit der dahinter stehenden OÖ Raiffeisen-Landesbank, wahrnehmen.

 

Volltreffer

29. September 2014 - Eine Antwort

Lieber Leserleins!

Unser gestriger Blog mit dem Interview hat voll eingeschlagen. Nochmals Dank an Bruno (toitoitoi auf baldige Gesundung!) für das Interview und an jenen unserer Mentoren, der uns dieses Gespräch mit einem wirklichen bedeutenden Immobilieninvestor und -entwickler vermittelt hat.

Der wie immer kregle unabhängige Gemeinderat Karl Kammerhofer hat darauf reagiert, ein paar eigene Recherchen gemacht und eine Presseaussendung gemacht, die wir untenstehend bringen.

Davor noch einen Brief von Gemeinderäting Rumpf von den Grünen, der an die Zeitungen geschickt wurde. Wir bringen ihn hier in voller Länge, der er einige wichtige Fragen rund ums Hotel stellt, teilweise neue Fragen, teilweise Präzisierung schon länger und mehrmals gestellter Fragen. Das alles natürlich im Zusammenhang mit der kommenden Gemeinderatssitzung, vor deren Stattfinden das Motto der Asamer-ÖVP-Clique wieder einmal Tarnen und Täuschen ist.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


LeserInnenbrief und Information von Gemeinderätin Rumpf

Für eine öffentliche Diskussion im Gmundner Gemeinderat!
Es besteht die Hoffnung, dass in  der kommenden Gemeinderatssitzung am 2,Oktober in Gmunden Fragen rund um Lacus Felix öffentlich beantwortet werden. Wir fragen
– gibt es noch einen Investor und Bauwerber des Wohn-und Hotelprojektes Lacus Felix?.
– Wer war/ist nun Bauwerber? Ing. Freunschlag, GPM, Asamer-Raiffeisenbank -Gesellschaften oder?
– Haben sich die Bauwerber mit den Anrainern geeinigt?
– Liegen nun die für den 28.2.2014 vertraglich geforderten bis 31.05. nicht vollständig erbrachten Einreichunterlagen vollständig vor?
– Gibt es eine Baubewilligung für das Wohnprojekt Lacus Felix von seiten der Stadtgemeinde?
– Liegen unabhängig von der Baubewilligung wasser- und naturschutzrechtliche Beurteilungen des Landes vor?
– Werden die im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung am 03.07. diskutierten  und auf der Einladung zur kommenden Gemeinderatsitzung angeführten wichtigen Lacus Felix – Tagesordnungspunkte diesmal öffentlich diskutiert werden?
– oder wird wieder Beratung und Beschlussfassung im nicht öffentlichen Teil beantragt werden?
Die Nichtöffentlichkeit wurde auf Anraten des Rechtsvertreters der Stadtgemeinde Dr. Mizelli  in der Stadtratssitzung am 25.06.2014 vereinbart, Androhungen des Rechtsvertreters der LF Hotelerrichtungs- und Verwaltungs GmbH und Toskana Hotelerrichtungs KG für den Fall der Ausübung des Wiederkaufrechtes mit rechtlichen Schritten gegen die VFI der Stadtgemeinde Gmunden &Co KG vorzugehen, sowie ein Schreiben von Mag. Kurt Asamer, in dem für den Fall des Versuches der Ausübung des Wiederkaufrechtes zivil-, straf- und standesrechtliche Schritte gegen den Rechtsvertreter der Stadtgemeinde und gegen die VFI der Stadtgemeinde Gmunden & Co KG angekündigt worden waren, waren dafür ausschlaggebend.
Unverständlich, denn In der am 20.01.2014 beschlossenen Zusatzvereinbarung zur Rahmenvereinbarung Neu Pkt. 3.7.3. verzichten die Asamer Toskana Hotelerrichtungs KG, die Felix Lacus Hotelerrichtungs-und Verwaltungs GmbH, KR Hans Asamer, die Asamer Familienholding GmbH sowie die Seehotel Lacus Felix GmbH gegenüber der VFI & Co KG sowie gegenüber der Stadtgemeinde Gmunden im Falle der Ausübung des Wiederkaufrechtes auf jedwede Einwendung – aus welchem Rechtsgrund auch immer.
– Worauf begründet sich nun die Unsicherheit im Hinblick auf die rechtliche Position der Stadtgemeinde Gmunden, sowie auf die Rechtsposition der VFI der Stadtgemeinde Gmunden & Co KG?
– Worauf stützt sich die Befürchtung vor einer Millionenklage im Falle der Geltendmachung des Wiederkaufsrechtes?
Wir fragen:und erwarten eine öffentliche Beantwortung und Diskussion in der Gemeinderatssitzung am 2.10.2014!

Elisabeth Rumpf, B.A. Drin
grüne Gemeinderätin


Pressemitteilung

von
GR Kammerhofer

Götterdämmerung
Für Gemeinderat Kammerhofer weisen derzeit alle Indikatoren auf eine vernichtende Niederlage der Mehrheitspartei im Herbst 2015 hin. Das sagen nicht nur die Gmundner Zahlen der herb verlorenen Nationalrats- und Europawahlen.
Herr Kammerhofer meint dazu kritisch: „Das verheißt für unsere Stadt nichts Gutes. Ein paar dieser Herren – nein eben nicht die Dame – wollen vor dem näher kommenden Machtverlust für sich noch retten was zu retten ist. Es stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob alle Mandatare diesen Untergang ebenso wollen und ob der eine oder andere Mandatar einer anderen Partei, in einer Art Waffenbruderschaft mit der Mehrheitspartei, dieser bei ihrem Untergang hilft.“

Herr Kammerhofer zeigt weiter unten auf, wer von außen sich noch an der Beutejagd auf Gmunden beteiligen will und wie professionell, wenige Auto-Stunden von hier – in einer Meeresbucht nahe Triest ein wirkliches Luxus-Resort geschaffen wurde, das seinen Namen auch verdient. Mit € 7.500 pro m2 Wohnfläche (mit Meeresblick) war man finanziell dabei. Also für € 1,5 Mio hat man ein 200 m2 Luxus-Haus mit Meeresblick und vielen zusätzlichen Benefits bekommen. Inzwischen sind die Preise um 10% gestiegen.

Der Weg in die Götterdämmerung
Man braucht keine historischen Vergleiche scheuen, um bei den derzeitigen Vorgängen rund um das “Hotel” die Panik einer Götterdämmerung zu erkennen. Nun soll noch rasch vor dem Machtuntergang der zauberhafte Charakter unserer Stadt aus Gier und wirtschaftlicher Dummheit zerstört und fixe Tatsachen geschaffen werden. Das Hotel ist und war seit acht Jahren immer eine pure Fata Morgana – nur eine Karotte, die man vor den Esel hängt. Es gibt keinen Investor für “dieses” Hotel, es gibt nur die Interessen der Familie eines klammen Schotterbarons, die Interessen einer Bank, die knallharten Interessen einer sehr, sehr kleinen Gruppe von Gmunder Politikern und neuerdings die Interessen eines Planungsbüros, diesmal aus dem unteren Mühlviertel. Und der verheißt – wie ich unten noch erläutern werde – auch nichts Gutes.

“Gmundl” hat in seinem Samstags-Blog (www.gmundl.com) samt Interview, Film und Homepage über das Portopiccolo Investment aufgezeigt, welche Dilettantentruppe seit nahezu zehn Jahren bei uns in Gmunden am Werken ist, um das Vermögen unseres Gemeinwesens öffentlich in verschiedene private Taschen zu schieben.
Bei dem von Gmundl aufgezeigten italienischen Projekt sieht man, dass es möglich ist auch außerhalb eines historischen Stadtkerns ein seriöses kapitalistisches Investment in wenigen Jahren hochzuziehen – und das nur ein paar Autostunden von hier. Da bekommt man für eine halbe, eine oder zwei Millionen Euro – wenn man sie hat – wirklich etwas tolles geboten. Natürlich ist es im Grunde widerlich für wen die Investoren und Planer das alles machen, aber Hut ab vor der technischen, kaufmännischen und planerischen Professionalität der Macher. (Die Kleine Zeitung hat dazu am 16.8.2013 einen Artikel mit „Vor Triest wächst Klein-Monaco“ betitelt).

Die selben leeren Versprechen:
Subventionierter Umbau der Sofiensäle in Wien und die fast geschenkten See-Grundstücke am Seebahnhofgelände.

GR Kammerhofer meint dazu: „Es werden hier die gleichen Leute die gleichen Versprechen abgeben. Während in Wien die Rote Partie unter Maillath-Pokorny auf die Versprechungen hereingefallen ist und Millionen Subventionen aus dem Denkmalfond – wie sich jetzt herausstellte – für private Investments ohne Gegenleistung locker gemacht hat, fallen offensichtlich blinde Politiker auch in Gmunden auf den selben Schmäh hinein: hoch subventionierte Grundstücke gegen leere Versprechen eines sogenannten Investors zu tauschen – wieder einmal.“
Alles detailliert nachzulesen in PROFIL Online vom 21.6.2014!

Verarschung geht weiter …

28. September 2014 - 2 Antworten

Liebe Leserleins!

Zuerst eine Entschuldigung. Ihre Babsy hat gestern das falsche Bild in den Blog gehängt. Müde Augerln, müde Fingerln, müde Hand auf der Maus, so ist es dann geschehen. Habe das Bild inzwischen ausgewechselt. Also nochmals den gestrigen Blog mit dem richtigen Bild vom FJ-Platz anschauen. Habt Nachtsicht mit mir, liebe Leserleins, ich war stocknüchtern (ob es daran lag?). Obwohl ich mit dem Herminator Maier nicht mithalten kann, gell, weil wenn ich das trink, was der in Aussee intus gehabt haben muss, da dirigier ich nichts mehr, da fall ich um. Da ich aber noch nie umgefallen bin …

Wie man aus der vorliegenden Tagesordnung für die kommende Gemeinderatssitzung und der Palastberichterstattung der OÖ-Krone über das Unglückshotel schliessen kann, geht die Verarschung der Gmundner Bürgerleins munter weiter. Angeblich wird die Asamer-Gruppe (also das, was davon noch über ist) einen neuen Investor präsentieren. Und das, nachdem man uns seit Jahren einen gewissen Herrn Freunschlag als selbigen präsentiert hat. Noch vor kurzem wurden von selbigem heftig dementiert, dass er längst nicht mehr im Spiel sei. Wie wir der Krone entnehmen können, war er in Wahrheit nie im Spiel (“im Hintergrund zogen immer die Asamers die Fäden”, soviel zur Ehrlichkeit und Wahrheit der Infos, mit denen die Asamer-Gruppe, die Asamers, Freunschlag und der Gmundner Bürgermeister die Öffentlichkeit seit Jahren am Schmäh gehalten haben).

Da passt es gut, dass wir schon vor einiger Zeit mit einem grossen Immobilieninvestor ein Gespräch geführt haben. Die wichtigsten Teile bringen wir im folgenden. TG=Team Gmundl, Z(aster)=Investor
Das Gespräch führte unser Bruno Beinhart.

TG: Sie haben mir vor ein paar Tagen am Telefon erzählt, in der österreichischen Immobilienbranche lache man sich bereits krumm und bucklig über das, was hier in Gmunden abläuft.

Z: Was da geschieht, ist bereits ein Running Gag, so in der Art: wenn du das oder das nicht machst, wirst du zur Strafe dazu verurteilt, in Gmunden ins Hotel zu investieren.

TG: Wie das?

Z: Seit Jahren wird verzweifelt nach jemandem gesucht, der so dumm ist, in dieses Projekt zu investieren. Aber jeder weiss, Gmunden ist tote Hose. Auf jeden Fall in der Form, wie es derzeit aufgestellt ist. Dazu kommt, dass der Ruf der Asamers nicht so ist, dass man denen noch wahnsinnig viel zutraut. Es ist schliesslich ein offenes Geheimnis, dass die hier ein stiller Ausgleich stattgefunden hat, da sonst ein Konkurs der Gesamtgruppe unvermeidlich gewesen wäre. In einer Situation, in der man weiss, dass neue Deckungsvorschriften für Banken kommen, und dass bei der RAIKA-International grosse Verluste aus dem Ostgeschäft zu verdauen sind, wollte man da wohl keine Grosspleite riskieren. Das wäre, soweit ich die Zahlen aus der Zeitung kenne, eine der grössten Pleiten der zweiten Reublik geworden. Auf jeden Fall Top 10, wenn nicht Top 5.

TG: Man hört, dass fast jeder halbwegs finanziell potente Immo-Investor Österreichs schon angesprochen worden ist.

Z: Sehr viele jedenfalls, und ich möchte beinahe sagen: belästigt. Der Irrsinn ist ja der, dass der Markt übergeht vor Geld. Wegen der Finanzkrise hat die EZB ganz Europa mit Geld überflutet, das hat zu völlig verrückten Kursentwicklungen an den Börsen geführt. Wer dort heute noch einsteigen würde, riskiert, sehr viel Geld zu verlieren. Eine klassische Dienstmädchen-Hausse, rein liquiditätsgetrieben. Gleichzeitig sind die Zinsen völlig am Boden. Mit Staatsanleihen kann man nichts verdienen. Also boomen die Immobilien. Auch hier sitzen wir zwar schon auf einer grösser werdenden Blase, die jederzeit platzen kann. Aber, und das ist ein extremes Aber, Grund und Boden sind etwas Eigenes. Wenn man einen langen Atem hat, kann man auch das Platzen einer Immo-Blase aussitzen. Es gibt derzeit keine bessere Anlage, als die in Immobilien, oder genau gesagt, in die Entwicklung von Immobilien, wie ich bzw. wir das machen. Wäre das Projekt in Gmunden nur halbwegs rentabel, sagen wir mal 5 oder 6 %, würden sich die Leute um eine solches Projekt raufen. Aber mit Sicherheit Geld zu verlieren, das interessiert niemanden. Bei guten Projekten fliessen sofort riesige Beträge. Das, was hier in Gmunden benötigt wird, ist vergleichsweise ein lächerlich geringer Betrag.

TG: Es gibt tatsächlich auch hier in Europa Projekte in grossen Dimensionen, die erst nach oder während der Finanzkrise angeleiert worden sind?

Z: Jede Menge. Nehmen wir nur das “Golden Quarter” in Wien mitsamt seinem Luxushotel, wie es das in Wien noch nicht gab. Das ist alles in der obersten Kategorie angesiedelt, mit Flagship-Stores internationaler Nobelmarken. Da steckt verdammt viel Geld drin. Das Geld ist also da. Ebenfalls ein unglaublich teures Projekt ist im Frühjahr in Italien, in der Nähe von Triest, fertig geworden und im Mai eröffnet worden. Da gab in der Nähe des alten k. u. k. Badeort Sistiana einen Steinbruch, der aufgelassen worden ist. Dort wurde eine neue Bucht gebaut und gleich eine neue Kleinstadt errichtet, Portopiccolo-Sistiana. Eine Stadt mit nachgebautem Stadtkern, Yachthafen, 5-Sterne-Resort und Villen. Dazu ein 7.000 m2 grosses Spa mit Ganzjahresbetrieb. Alle Villen können von den Hotels Service und Leistungen beziehen, ebenso die Mit- bzw. Kaufappartments. Ein gigantisches Projekt für Superreiche. Da ging es um wirklich viel Geld, und die Finanzierung war kein Problem. Allerdings, wenn man das mit den geradezu läppischen Chalets in dieser Schmutzlacke von Pseudobucht vergleicht, mit der die Gmundner Bauspekulanten herumgewachelt haben, kann man nur noch in homerisches Gelächter ausbrechen. Kein Wunder, dass sich seit Jahren kein Investor findet. Das Projekt ist an Lächerlichkeit kaum noch zu übertreffen. Mit der Finanzkrise hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit den Gegebenheiten in Gmunden. Wie Sie mir erzählt haben, wurde bis heute die simpelste aller Fragen nicht beantwortet: warum sind in den letzten zwanzig Jahren alle Hotelprojekte erfolglos gewesen, warum haben bestehende Hotels geschlossen? Am massenhaften Ansturm der Leute kann es nicht gelegen sein.

TG: Sie haben aber angedeutet, dass es jetzt doch jemanden geben könnte, der einsteigt.

Z: Es wird gerüchteweise der Name einer Gruppe genannt, die da einsteigen will. Diese Gruppe hat, was ihre Seriosität im Hinblick auf die Einhaltung von Versprechungen betrifft, einen zwiespältigen Ruf. Es gibt einen Fall, da flossen grosse Summen öffentlicher Gelder, aber die dafür versprochenen Gegenleistungen wurden nie erbracht. Die können das gut: grosse Versprechungen verkaufen, aber dann wird nichts draus, weil eben etwas dazwischen kommt, sich die Lage geändert hat etc. Die üblichen Tricks halt, mit denen manche Investoren arbeiten. Vor allem jene, die direkt mit der Politik vernetzt sind, ich sage das jetzt mit aller Vorsicht.

TG: Was heisst das für Gmunden?

Z: Jeder Investor wird sich mit Freude auf das Wohnbau-Proejkt werfen und die Hände vom Hotel lassen. Bei den Wohnungen kann man viel Geld verdienen. Schon angesichts der Tatsache, dass diese billigen Grundstücksteile, dieser ehemalige Seebahnhof, dabei sind. Inzwischen ist auch klar geworden, wie man das Hotel anbringen kann. Sie haben mir das ja bestätigt. Die Pönale für die Nichterrichtung des Hotels ist lachhaft. Die zahlt man bei so einem Wohnprojekt aus der Portokassa. Überhaupt angesichts des wahren Wertes des Grundstücks. Da sprechen wir immerhin von zig Millionen, wenn man es geschickt angeht. Es wird jetzt schon seit Monaten an der Mähr gestrickt, wie riskant es für die Stadt sei, den Rückkauf zu beschliessen. Also zeigt man einen Investor her, der verspricht das Blaue vom Himmel herunter, hält sich nicht dran, und blattelt die Pönale auf den Tisch. Das einzige Problem dabei: seriöse Immo-Entwickler, und die gibt es, meine Gruppe zähle ich dazu, lassen sich auf so etwas nicht ein. Immerhin müssen wir auch gegenüber jenen Leuten, die uns ihr Geld anvertrauen und sich an unseren Gesellschaften beteiligen, vertrauenswürdig bleiben. Diese Leute, und es sind Leute mit sehr, sehr viel Geld, haben eine einfache Logik: warum sollten die uns nicht linken, wenn sie auch anderswo ihre Versprechungen nicht einhalten.

TG: Und wie ist das mit diesen berüchtigten Chalets?

Z: Eine Lachnummer. Die Chalets kann man vergessen, viel zu teuer. Wer soll fast drei Millionen für so etwas hinlegen, wo ihm jeder Spaziergänger ins Essen spucken kann. Schauen Sie sich die Bilder von Portopiccolo an, die ich Ihnen von meinem Sekratiariat ausdrucken habe lassen. Wer mit viel Geld würde angesichts dieser Anlage so dumm sein, Chalets an einem See zu kaufen, wo sonst nichts ist, die Saison nur ein paar Wochen dauert. Und, ehrlich gesagt, besonders cool oder hip ist Gmunden auch nicht unbedingt.

TG: Was ist ihr Rat in der Hotelfrage?

Z: Die Gemeinde soll endlich Schluss machen mit diesem Theater. Rückkaufsbeschluss, fertig. Und wenn die Herrschaften dann klagen wollen, bitte sehr, sollen sie. Die Risken sind, auch wenn ich die Verträge nicht kenne, überschaubar. Denn wie immer man die Verträge formuliert hat, wie dumm oder wie gescheit, letztlich kommt es auch darauf an, was gemeint war. Und dass die Gemeinde den Hotelbau garantiert sehen wollte, steht wohl ausser Frage. Dazu dienen diese ganzen wechselseitigen Bedingungen mit Rückkauf. Auch wenn der Bauwerber sich herausredet, die Gemeinde habe die Bescheide nicht erlassen, darum könne er nicht bauen, das ist klarerweise Blödsinn. Dieses Projekt zieht sich seit Jahren dahin, wenn dann der Bauwerber erst im heurigen Frühjahr einreicht, und das nicht einmal vollständig, dann trifft ihn das Verschulden für die Verzögerungen. Das ist doch ein Witz, dass, wie Sie mir gesagt haben, mit betroffenen Anrainern nichts unter Dach und Fach ist, dass der Naturschutz nicht war, das Wasserrechtsverfahren erst jetzt. Das ist unglaublich. Was haben die Bauwerber all die Jahre gemacht? Da darf sich die Politik nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wenn der Bürgermeister, um einmal konkret zu werden, jetzt nicht endlich dieses Spiel beendet, dann der Verdacht im Raum stehen, dass hier ein abgekartetes Spiel zwischen ein paar der verantwortlichen Personen abläuft. Zu guter Letzt stellt sich bei einem Verlust der Prozesse natürlich schon auch die Frage, welche der politisch Verantwortlichen da auch in reale Haftung zu nehmen sind. Waren sie rechtlich falsch beraten? Haben sie sich über die Vorschläge der Rechtsexperten hinweggesetzt? Da müsste man natürlich schon auch einmal ganz konkret und materiell Verantwortungen schlagend werden lassen. Wenn ich solch einen Fehler machen würde, bin ich pleite und stehe vor Gericht. Daher kann ich mir solche Fehler nicht leisten. Holzklopfen, bis heute sind sie mir auch noch nicht geschehen.

TG: Wir danken Ihnen für das Gespräch.


 

Soweit unser Gespräch mit einem Insider, das Bruno noch geführt hat, bevor er sich zwecks Auskurierung ins Bett gelegt hat. Prost, Bruno! Und danke, tolles Interview! Wir trinken hier einen Machs-gut-Tee auf dich! Werd bald wieder gesund!

So, da kommen jetzt noch ein paar der Bilder von diesem sagenhaften Portopiccolo-Sistiana. Ehrlich: wenn man das mit den Chalets von Gmunden vergleicht, gehen einem die Augen über. Nochmals: die gesamte Bucht wurde an der Stelle des früheren Steinbruchs neu gebaut, alle Gebäude neu errichtet. Auch das Video nach den Bildern ansehen, nach ca. 1,5 Minuten wird es richtig spannend. An der Machart des Videos sieht man mal wieder, wie kleingeistig und kleinkariert hier in Gmunden gedacht und agiert wird. Die Asamers, hier lange Zeit die vermeintlich Grössten, schrumpfen endlich auf Realgrösse: kleiner noch als die roten Gartenzwerge in Vorarlberg. Allein die Professionalität des Videos macht die offensichtliich überbezahlten Gmundner Fremdenverkehrs-Gschaftlhuber zu einem Haufen unsäglicher Dauerquassler auf tiefstem Provinzniveau.

Dass dieses Projekt nicht gerade für die kleinen Leute gedacht ist, liegt auf der Hand. Aber das Gmundner Hotelprojekt ist das auch nicht, und die geplanten Wohnbauten schon gar nicht. Es geht nur darum, zu zeigen, dass mehr als genug Geld da ist für Projekte, die sich rechnen. Ein Hotel in Gmunden rechnet sich eben nicht. Punktum. Und wir brauchen keinen Luxuswohnbau, wir brauchen Wohnungen für die Normalverdienerleins, gell, Herr Bürgermeister!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

sistiana_1

sistiana_portopiccolo

sistiana_portopiccolo_2

sistiana_portopiccolo_3

sistiana_portopiccolo_4

sistiana_portopiccolo_5

sistiana_portopiccolo_6

sistiana_portopiccolo_7

http://www.portopiccolosistiana.it/de/video.html

Nachdenklichkeit …

27. September 2014 - 2 Antworten

Liebe Leserleins!

Nachdenklich macht uns vom Team dieser Bericht, hochaktuell, in der Presse. Er zeigt, zu welchem Desaster überhöhte Erwartungen und falsche Prognosen führen können. Auch bei diesem Projekt an der Nordsee ging es natürlich auch um private Profitinteressen vermischt mit staatlicher Förderung. Ein Vergleich mit der Lage rund um die RegioTramBahn lohnt sich auf jeden Fall. Auch im Hinblick auf die Hoteldebatte sollte dieser Artikel vielleicht eine gewisse Nachdenklichkeit im Hinblick auf falsche Erwartungen hervorrufen. Man könnte fast glauben, dieses Irrsinnsprojekt an der Nordsee sei hier in Gmunden ersonnen worden.

Hier übrigens noch ein neues Bild, das wieder einmal unser fleissiges Leserlein findout-2 gebastelt und uns geschickt hat. Findout-2 schreibt dazu noch erläuternd: “Nachdem von den Befürwortern des B(W)ahnsinns durch Gmunden ziemlich wenig Kommentare kommen, glaube ich, dass hier doch langsam die Schockstarre ausbricht.
… Nachdem Euch der Franz-Josefsplatz so am Herzen liegt – Grellinger und so… – möchte ich Euch in der nächsten Zeit, das Thema “Zukünftiger Großbahnhof Franz-Josefsplatz nahebringen. Abgesehen davon, dass für den Bahnsteig der neuen Bahn, elf Bäume der Esplanade – laut in der Gemeinde aufliegendem Bebauungsplan – geschlägert werden, wird die Aussicht vom Grellinger in Zukunft auch ziemlich heavy sein. Wenn alles “passt” stehen nebeneinander am F-J Platz: 2 Zugsgarnituren, 2 Reihen Busse und eine Fahrspur bleibt für den Verkehr frei!” Und hier das Bild (zum Vergrössern auf das Bild klicken!):

regiozug_5

Und hier nun der Presse-Artikel (wer ihn im Original lesen will hier der Link):

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/3875440/Kein-Schiff-will-kommen_Der-Geisterhafen-an-der-Nordsee

 

Kein Schiff will kommen:

Der Geisterhafen an der Nordsee

geisterhafen_jade-port

Der Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Niedersachsen sollte ein “Tor zur Welt” werden. Zwei Jahre nach dem Start erweist er sich als totaler Flop.

 26. 9. 2014  (DiePresse.com)

Immerhin: Das Problem mit den Rohrdommeln wäre gelöst. Ein einziges Pärchen brütete neben der neuen Bahnlinie, die an der Nordsee in einen stattlichen Terminal mit 16 Gleisen mündet. Also musste eine Lärmschutzwand aus Beton her. Seitdem sind die zwei raren Vögel weg. Dabei gibt es jetzt gar keinen Lärm, weil keine Züge fahren. Und die fahren nicht, weil es keine Container gibt, die sie transportieren könnten. Der Jade-Weser-Port bei Wilhelmshaven, der am 22. September 2012 feierlich eröffnet wurde, ist nicht nur der einzige deutsche Tiefwasserhafen. Es ist auch der einzige Hafen Deutschlands ohne Schiffe. Dabei haben die Politiker in Niedersachsen von einem „Jahrhundertprojekt“ geschwärmt, einem „historischen Durchbruch“, einem „Drehkreuz des Nordens“ und „Tor zur Welt“, das alsbald zu einem „Jobwunder“ mit tausenden Arbeitsplätzen führen werde. Weil das Bundesland als Kaderschmiede der deutschen Politik gilt, zählen zu den Fehlplanern so illustre Gestalten wie Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Christian Wulff.

Eine Fläche von 500 Fußballfeldern trotzten die Visionäre dem Jadeboden ab, mit Bohlen, Dämmen und 46 Mio. Kubikmetern Sand. Im Sand versenkt ist auch eine Milliarde Euro, davon zwei Drittel Steuergelder. An der Kaimauer hätten vier Riesenschiffe zugleich Platz. Aber nur eines pro Woche legt an. Die Kapazität wird zu drei Prozent genutzt. Ein paar Blechboxen stehen verloren auf der riesigen Asphaltfläche herum. Die meisten sind leer. Aber dafür sind die acht roten Containerbrücken die größten der Welt! Ab und zu bewegen Hafenarbeiter sie hin und her, damit sie nicht rosten. Viel mehr gibt es nicht zu tun. Die 340 Beschäftigten sind auf Kurzarbeit. Je zehn halten die Stellung, der Rest wartet zu Hause auf bessere Zeiten.

Reeder müssen sparen

Dabei klangen die Pläne plausibel, damals vor zwölf Jahren: Der Welthandel wuchs rasant. Die Schiffe nach Hamburg mühen sich die Elbe hinauf. Immer größere Frachter mit mehr Tiefgang passen nicht mehr in die flache Flussmündung. Der Fehler im Kalkül: Man ging frohen Mutes davon aus, zweistellige Wachstumsraten gäbe es auf Dauer. Heute müssen die Reeder sparen. Sie bündeln Kapazitäten, fahren nur Häfen an, wo sie schon Büros haben und der Markt zu Hause ist. Deshalb muss die Elbe jetzt ausgebaggert werden, was nochmals ordentlich ins Geld geht. Zweiter Fehler: Man hat ignoriert, dass die Konkurrenz nicht schläft. In Rotterdam bauen sie eine Erweiterung, mehr als fünfmal so groß wie der Jade-Weser-Port. Auch London plant im großen Stil. Wer so viel Auswahl hat, den lockt kein Geisterhafen ins Niemandsland.

Den Autobahnzubringer nutzen ein paar Touristen, die sich im Museum informieren. Die Fremdenführer haben es nicht leicht. Viele Gäste lassen ihrer Wut über die Verschwendung freien Lauf. Andere bleiben verdächtig gelassen. Bis sie die peinliche Frage stellen: „Sagen Sie, und wann geht dieser Hafen in Betrieb?“

 

 

Gemeinderats-Sitzung, Tram & Privilegien

26. September 2014 - 3 Antworten

Liebe Leserleins!

Die kommende Gemeinderatssitzung wirft ihre mehr oder weniger langen Schatten voraus. Die Anträge liegen vor, die Messer sind geschliffen (wie man vermuten darf) und die Positionen einbetoniert (wie man vermuten muss). Natürlich geht es vor allem wieder ums Hotel und die Rückkaufsanträge. Aber offenbar kommen eine Reihe die Gemeindevertretung schwer verwirrende Anträge rund ums Hotel auf den Tisch. Sobald sich da die Nebel gelichtet haben, sobald wir Durchblick haben, was die Anträge bedeuten, werden wir entsprechend informieren.

Damit das hier im Blog keine Kammerhofer-Festspiele werden, berichten wir heute zuerst einmal kurz über die Anträge der FPÖ im Zusammenhang mit der RegioTram. Sie stehen im Zusammenhang mit den Befürchtungen, die Bauarbeiten könnten zu schweren Beschädigungen an der historischen Bausubstanz führen.
Die FPÖ-Gemeinderatsfraktion beantrag nämlich, dass der Bürgermeister dafür Sorge trage, dass der Bauwerber vor Beginn des Bauabschnittes vom Klosterplatz bis zum Franz Josef-Platz verpflichtet wird, entlang des gesamten Streckenabschnittes durch einen vom Bauwerber zu bezahlenden beeideten Sachverständigen eine Beweissicherung des Bauzustandes aller Häuser vornimmt. Gleichzeitig soll der Bauwerber verpflichtet werden, den Nachweis über eine ausreichend hohe Versicherung zur Abdeckung eventuell entstehender Bauschäden vorlegen.
Ob die FPÖ damit ihren Kurs in Sachen RegioTram insofern ändert, als man dort zum Schluss gekommen ist, die Sache sei nicht mehr zu verhindern, können wir natürlich nicht beurteilen.

Über die Anträge der Grünen rund um die Hotelsache werden wir rechtzeitig berichten. Hier nun ein weiterer, interessanter Antrag des unabhängigen Gemeinderats Kammerhofer in Sachen Gratis-Parkplätze für Privilegierte.


Muss das wirklich sein:

Subventionen für Segeljachtbesitzer ?

Gemeinderat Karl Kammerhofer hat dazu eine unmissverständliche Meinung: „Während Besuchern gleich einmal €2 bis €3 für eine Verschnaufpause im nahen Gasthof bei der Benutzung des Seilbahnparkplatzes abgeknöpft werden, schont man ASKÖ – Dauerschwimmer und Yachtbesitzer. Sie zahlen für die Benutzung des Seilbahnparkplatzes den ganzen lieben Tag von der früh bis spät abends nur € 5. Aber nicht genug damit: 50 dieser ASKÖ Dauerparker werden besonders hervorgehoben, Sie zahlen sogar nur € 15 das ganze Monat wenn sie als Privilegierte erster Klasse auch Mitglied des ASKÖ sind. Eine wirklich unnötig teure Vorgangsweise im Gmundner Privilegienstadl, damit die „Roten“ – wahrscheinlich wenn man sie einmal braucht – im Bedarfsfall auch wieder einmal brav sind“.
Weiteres meint GR Kammerhofer:
„Dieses Verrechnungssystem ist unfair und für die Finanzen der Stadtgemeinde Gmunden schädlich. Mein Vorschlag ist es daher, den Halbstundentarif zu senken, den Tagestarif zu erhöhen und den Monatstarif gänzlich zu streichen (Ausnahme: Behinderte und Anwohner mit Hauptwohnsitz in Gmunden). So ein Tarifsystem ist gegenüber konsumierende Besuchern fair und gegenüber Dauerparkern gerecht. Darüber hinaus, könnte als Nebeneffekt die Stadtgemeinde Gmunden jährlich Mehreinnahmen von € 3.000 bis € 10.000 erzielen“.

GR Kammerhofer wird diesbezüglich einen entsprechenden Antrag, zum Verzicht von ungerechtfertigten Privilegien, im Gemeinderat am 2.Oktober 2014 stellen.

Privilegien_Seilbahn

DER ANTRAG

Ing. Mag. Karl Kammerhofer
Gemeinderat
Gmunden, 5. September 2014

Antrag zur Sitzung des Gemeinderates am 2. Oktober 2014

Erhöhung der Gemeinde-Einnahmen durch Verzicht auf
ungerechtfertigte Privilegien in der Höhe von jährlich € 3.000 bis € 6.000

Bei der Grünberg-Seilbahn sind derzeit 240 Parkplätze vorgesehen. Die Parkgebühr ist € 0,50/halbe Stunde und ist mit € 5,00/Tag gedeckelt. Es besteht aber die Möglichkeit, Dauerkarten zum Preis von € 15,00/Monat zu beziehen. Derzeit sind 55 solcher Dauerparkplätze vergeben.
Aufgrund der jetzigen Erfahrungen von Bediensteten der Stadtgemeinde, kann davon ausgegangen werden, dass in den Monaten Mai bis Oktober (184 Tage) offensichtlich an 120 Tagen (zwei Drittel der Zeit) irgendwann im Laufe des Tages eine Vollbelegung stattfinden wird.
Derzeit nutzen etwa ein Viertel der Dauerkartenbezieher auch an Vollbelegstagen – also an 120 Tagen – ihre Dauerkarte. Dadurch entstehen je nach Berechnung für die Stadtgemeinde künftig ein jährlicher Schaden von € 3.000 bis € 6.000, der aus meiner Sicht nicht zu begründen ist.

Ich ersuche daher um den Beschluss, der Gemeinderat möge die Anzahl der begünstigten Dauerberechti­gungs­karten auf jene Parkplatznutzer beschränken, die entweder hier Anrainer sind  (Umkreis vom Parkplatz 100 Meter), ihren Hauptwohnsitz in Gmunden haben, oder über einen Behindertenausweis verfügen.

Karl Kammerhofer
Gemeinderat


Zu der Parkplatzsache sei angemerkt, dass wir vom Team Gmundl seit Jahren schon keine “Dauerschwimmer” mehr entdecken konnten. Wie uns auch Kenner der Szene hinter vorgehaltener Hand erzählen, ist das ASKÖ-Haus beim Seeufer inzwischen eher das private Refugium einer, sehr freundlich formuliert, kleinen Gruppe. Normale ASKÖ-Mitglieder, die nicht zu den Grosskopferten der SP mit oft Linzer Autokennzeichen zählen, sind angeblich nicht so gern gesehene Gäste. An sich wäre das nicht von öffentlichem Interesse, wenn der ASKÖ nicht auch öffentliche Gelder und in diesem Fall ein Parkplatzprivileg erhielte, das, wie man hört, ebenfalls nicht allen einfachen ASKÖ-Mitgliedern zugänglich ist. So ein Privilegienstadl wäre nicht das, was die Steuerzahlerleins sich erwarten. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Die Gmundner ASKÖ-Verantwortlichen sind herzlich eingeladen, eine Stellungnahme abzugeben.

Soweit der Stand vom Donnerstag. Wir werden vorfaussichtlich am Sonntag dann das schon lang angekündigte Gespräch mit einem grossen österreichischen Immobilien-Entwicklung und -Investor bringen, der uns seine Sicht der Dinge erzählt und auch ein wenig Branchen-Insider-Wissen rund um das Lacus Infelix preisgibt. Dass die gute Frau bzw. der gute Mann dabei lieber anonym bleibt, wir haben ihm das versprechen müssen, liegt an der österreichischen Realverfassung und der doch recht kleinen und überschaubaren Szenerie. Spannende Lektüre ist dieses Gespräch auf jeden Fall!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Hier noch ein Bild des historischen Hauses am Rathausplatz 2. Dieses Foto wurde während der einstigen Generalsanierung des Gebäudes aufgenommen und zeigt sehr gut den Grundzustand der Bausubstanz. Man kann sich ungefähr ein Bild davon machen, welche Problematik da vorliegt.

Foto5Rathauspl2_2Stock

Plumpe Propaganda und Anderes

25. September 2014 - 6 Antworten

Liebe Leserleins!

Eigentlich hat Ihre Babsy heute keinen so guten Tag gehabt. Details tun nichts zur Sache. OK, ein wenig Sorgen mache ich mir um unseren Bruno. Der erfängt sich nicht von seiner Infektion und findet es ziemlich frustrierend, in das ratlose Gesicht seines Arztes zu gucken. Er ist ein Hypochonder, ein kleiner jedenfalls. Nicht der Arzt, der Bruno! Er streitet das zwar ab, aber in stillen Momenten, wenn die Pillchen in den Döschen in seinen Hosentaschen scheppern, dann grinsen wir im Team ihn alle an. Aber jetzt finden sie kein Pillchen, das ihm schnell auf die Füsse hilft. Das macht uns allen Sorge.
Aber der Hauptgrund für mein heutiges Miesfühlen ist das nicht. Spielt auch keine Rolle, weder vorwärts noch rückwärts. Erwähne das nur deshalb, weil ich dann am Abend doch noch zu grosser Erheiterung kam. Dank den Tips und ihrem unnachahmlichen Verlautbarungs-Journalismus im Dienste der Mächtigen.

Nagut, Mächtige, was hier in Gmunden halt für mächtig gilt und sich so fühlt und sich so aufführt und so. Auf der Seite zwei zuerst noch kurz Ärger: Jenes Büro, das auftragsgemäss und bezahlterweise die Passagierzahlen der RegioTram für die nächsten tausend Jahre, ach nein, nur für Jahrzehnte, streng wissenschaftlich mit Glaskugel und DaumenMalPi errechnet hat, erklärt uns ein weiteres Mal eine Seite lang teffsicher in einem total kritischen Interview der Tips, kritische Fragen in Interviews müssen die auf der Journalistenschule geschwänzt haben, die erklären uns also treffsicher, wie treffsicher ihre Analyse war und ist.
Einschub: ob die auf einer Journalistenschule waren, weiss ich natürlich nicht. Vielleicht ist das Interview auch nur eine nicht als solche ausgewiesene bezahlte Anzeige. Oder einfach nur ein, mir fällt jetzt das Fremdwort nicht ein, ein Ranschmeissen an die Mächtigen. Jetzt fällts mir ein: affirmativer Journalismus, so nennt man “Ranschmeissen” auf gescheit, in den Publizistikseminaren. Einschub Ende.
Aber das Ende des Interviews war schon recht lustig, und mein Ärger verflüchtigte sich schnellen Schrittes. Da sagt ein Herr Pichler von der beauftragten Verkehrsfirma doch glatt, er wisse, dass ein Grossteil der Kurse (also der Bim-Fahrten) unter zehn Fahrgästen aufweist. Aber die Zukunft, die Zukunft, die wird es bringen. Eine Verdoppelung auf 20. Wow! Beim nächsten Mal sollten die Auftraggeber solche Aufträge am besten gleich meistbietend versteigern: Wer bietet 30, 50, 100 oder noch mehr Fahrgäste pro Fahrt? Den Zuschlag bekommt, wer die höchste Prognose bietet. Wunderbar! So geht Stadtplanung! Da staunt sogar das Kleinkind vor seinem Lego-Baukasten.
Wozu man bei der gigantisch explodierenden Fahrgastzahl dann einen endlosen Tatzelwurm braucht, in den man zig Leute reinstopfen kann, versteht wahrscheinlich nicht einmal mein ehemaliger Matheprofessor, und der konnte, im Gegensatz zu mir armer Schülerin, sogar Integralrechnen. Ich muss ihn glatt mal anrufen und befragen. Vielleicht lasse ich es aber auch lieber bleiben, will den armen Mann nicht in Verzweiflung stürzen, weil er das mathematische Rätsel der wunderbaren Fahrgastvermehrung nicht lösen kann.

Doch wirklich ins Lachen kam ich erst auf der zweiten Seite, auf der die Tips ihre dem objektiven Journalismus verpflichtete Werbekampagne weiterführten. Auf der Seite 11, um genau zu sein. Dort ist ein Bericht über die neue (wir haben berichtet) überdrübertotalobjektive Auskunftsstelle zur RegioTram, ja, am FJ-Platz in der Nostalgie-Tram, die total supertuperblubber der RegioTram ähnelt. Also zumindest irgend wie entfernt ähnelt, gell. Wir wollen das nicht so eng sehen, gell.
Aber, und das hat mir einen vergnüglichen Abend beschert, die berichten auch von jener Stern & Hafferl-Angestellten, die dort als Auskunftsperson werken muss. Diese Dame teilt uns mit, dass sie den Umgang mit grimmigen Mitmenschen aus der Kirchenbeitragsstelle kennt, wo sie mal gearbeitet hat. Tatsächlich, um die dem ungläubigen Volk die zukünftigen RegioTram-Fahrgastzahlen zu verkünden, da braucht es wirklich Gottvertrauen. Plus den Heiligen Geist. Plus ein paar Schutzengerln.
Auf jeden Fall hat das weite Herz Ihrer Babsy sich noch weiter geöffnet, ein schallendes Lachen, hoffentlich habe ich die Nachbarschaft nicht gestört, entrang sich meinem Brustkorb und der miese Tag war doch noch gerettet. Ein aufgelegter Elfer für eine kleine Bosheit von Ihrer Babsy. Weil ich habe mir dann gedacht: Die gute Frau hat eine Ahnung. Bei der Kirchenbeitragsstelle können die Leute am Ende noch immer ihren Unmut ziemlich harsch und drastisch äussern: “Gut, wenn es so ist, dann soll die Kirche mich, hm, kreuzweise, klingt blöd, also liebhaben mitsamt dem Herrn Pfarrer, und ich trete aus. Basta.”
Aber ehrlich: Wenn ein sich über die RegioTram erregender Mensch feststellt, dass seine ganze Fragerei vergeblich – keinesfalls aber umsonst – ist, dann voller Wut ein letztes Machtwort schmettern will, was tut dieser Mensch dann? Aus der Kirche kann man austreten, aber aus dem Finanzamt? Aus dem Einkommenssteuerrecht? Aus der Lohnsteuer? Beim Billa keine Umsatzsteuer mehr zahlen? Bei der Tankstelle die Minerlölsteuer abziehen? Nur noch halbes Mautpickerl kaufen?
Ich bin echt gespannt, was die Leute der Dame von der Kirchenbeitragsstelle im Bim-Stuhl nach der Beichte wohl so entgegenschleudern werden. Der Gedanke an das, was die Leute da so von sich geben werden, nämlich die, welche die Bim nicht wollen, erheitert Ihre Babsy ungemein! Da brauch ich abends nicht einmal einen Einschlaftrunk. Da schlafe ich auch so ganz gemütlich ein, während ein entspanntes Lächeln meinen Mund umspielt. Danke liebe Tips, ihr habt mir den Tag mitsamt der folgenden Nacht gerettet. Ist doch auch was, wenn man es wie bei den Tips schon nicht bis zum Journalismus geschafft hat, sondern nur zum Füllen der Leerstellen zwischen den Inseraten.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Ja, und Anfang Oktober ist die nächste Gemeinderatssitzung. Der unermüdliche Gemeinderat Kammerhofer, gerade erst hat er Gmundens Politiker mit seinem Fragebogen aus dem Sommerschlaf gejagt (Schon ausgefüllt? Tss…tss…tss! Sofort nachholen!), schon macht er sich daran, auch dem Gemeinderat ein wenig Abstimmarbeit zu bescheren. Er hat uns einen Antrag für den nächsten GR zukommen lassen, den wir hier abdrucken. Mitsamt Kammerhofers Erklärung dazu. Hat viel mit der RegioTram zu tun. Wir sind auch für diesen Antrag. Immerhin könnte man damit zumindest die schlimmste Verschandelung der Stadt verhindern.


GR Kammerhofer verlangt Gestaltungswettbewerb

Kammerhofer:„Der gerade entstehende Jahrhundertbau, immerhin 700 Meter lang
im historischen Zentrum Gmundens, verlangt nach einen Wettbewerb bei seiner Gestaltung.“

Ohne Ausschreibung und ohne Beschlussfassung durch den Gemeinderat wurde der Gestaltungsauftrag dieses Millionen Projektes an einen einzigen Architekten vergeben. Auch wenn man diesen Auftrag zur gestalterischen Koordination dieses Riesenprojektes einmal zur Kenntnis nimmt, meint Gemeinderat Kammerhofer:

„Nicht zur Kenntnis nehme ich aber, dass es offensichtlich nur Vorschläge eines einzigen Büros, wie z.B. am Klosterplatz, gibt. Da es sich aber um Projekte mit Auswirkung auf das nächste Jahrhundert handelt, brauchen wir Mandatare und die Bevölkerung die Möglichkeit, für jeden Bauabschnitt verschiedene Gestaltungsvorschläge diskutieren, bewerten und auswählen zu können. Der Wetterschutz auf der Brücke erfordert nach meiner Ansicht besonders einen Gestaltungswettbewerb“.

Ergänzend meint GR Kammerhofer: „Im übrigen bezweifle ich in diesem Fall gerade die Sinnhaftigkeit des Wetterschutzes auf der neuen Brücke, da ich selbst bei jeden Wetter (auch im stürmischen Herbst und Winter) fast täglich über die Brücke, entlang des Sees mit dem Rad fahre. Wenn mir die Lebendigkeit des Windes auf der Brücke als Kleinkind schon im Kinderwagen gefallen hat, und erst recht jetzt als eher unsportliche 70 Jähriger, frage ich mich schon, wer braucht den Wetterschutz denn wirklich? Für mich ist das nur eine Frage der Kleidung und nicht das eines möglicherweise misslungenen großen Augenweide –  die zudem auch noch auf die Statik der Brücke nicht unbeträchtlichen Einfluss hätte.“

GR Kammerhofer wird daher am 2.Oktober im Gmundner Gemeinderat den Antrag stellen, einen Beschluss darüber zu fassen, dass der Gemeinderat einen Gestaltungswettbewerb für die weiteren Bauabschnitte dieses Jahrhundertprojektes beschließen möge (Siehe Anhang).

Mit freundlichen Grüßen

Karl Kammerhofer (unabhängiger Gemeinderat in Gmunden)

Antrag zur Sitzung des Gemeinderates

Beschluss eines Gestaltungswettbewerbes für die weiteren Bauabschnitte der Stadt-Regio-Tram bei Gesamt-Errichtungskosten von rund 30 Mio Euro

Mir ist nicht bekannt, in welchem politischen Gremium, der Auftrag an Architekt DI Roman Kaindl zur Gestaltung des Straßenraumes im Zuge der Durchbindung der Stadt-Regio-Tram ergangen ist.
Ich nehme aber grundsätzlich diesen Auftrag zur Kenntnis.

Nicht zur Kenntnis nehme ich aber, dass es offensichtlich nur Vorschläge  eines Architekten, wie z.B. am Klosterplatz, gibt.
Da es sich aber um Projekte mit Auswirkung auf das nächste Jahrhundert handelt, brauchen wir Mandatare und die Bevölkerung die Möglichkeit, für jeden Bauabschnitt verschiedene Gestaltungsvorschläge diskutieren, bewerten und auswählen zu können.
Insbesondere der Wetterschutz auf der Brücke erfordert nach meiner Ansicht einen Gestaltungswettbewerb.

Ich ersuche daher um den Beschluss, der Gemeinderat möge einen Gestaltungswettbewerb für die weiteren Bauabschnitte beschließen.

Karl Kammerhofer
Gemeinderat


Offener Antwortbrief Entholzer an Colli / RegioTram

24. September 2014 - 2 Antworten

Liebe Leserleins!

SP-Vizebürgermeister Dickinger war so freundlich, uns den offenen Antwortbrief des zuständigen Landesrates Entholzer auf den offenen Brief von FP-Gemeinderat Colli zuleiten zu lassen (nur so unter uns: man erreicht uns direkt unter gmundl1@yahoo.com). Wir drucken diesen Brief hier in voller Länge ab. Ich denke, er wird weiteren Gesprächsstoff liefern.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


15. September 2014 – RH/Hö
Bitte bei Antwortschreiben obige Zahl anführen!

Herrn Gemeinderat
KR Günther Colli
4810 Gmunden

Betreff: Offene Antwort zum Thema stadt.regio.tram Gmunden

Sehr geehrter Herr Gemeinderat KR Colli!

Bezugnehmend auf Ihren offenen Brief vom 8. September 2014 gestatte ich mir auf die wesentlichen Argumente Ihrerseits einzugehen. Ich bin gerne bereit dies auch in offener Weise zu tun, da ich der grundsätzlichen Überzeugung bin, dass wir beim Projekt stadt.regio.tram Gmunden immer unter Wahrung aller demokratischen Prinzipien positive Entscheidungen getroffen haben.
Bereits in meinen Schreiben vom 4. Juni 2013, vom 16. Juni 2014 und vom 7. Juli 2014 bin ich auf Ihre Fragen eingegangen. Daher werde ich mich in manchen Bereichen kurz halten.
Rolle des Landes Oberösterreich:
Das Land Oberösterreich hat sich nach eingehender Prüfung des Projektes dazu entschlossen einen Fördervertrag mit Stadt Gmunden und Stern & Hafferl abzuschließen. Die Entscheidungen hierfür wurden in der Landesregierung und im Oö. Landtag demokratisch gefällt. Im Zuge des Entscheidungsprozesses wurden alle relevanten Fakten, Argumente und Kosten auf den Tisch gelegt und sind in den entsprechenden Beilagen online auf der Homepage des Landes Oberösterreich nachzulesen.

Kosten des Projekts:
Die Errichtungskosten in der Stadt betragen gedeckelt 30 Millionen Euro. Sie beinhalten die Brücke, alle Einbauten-Sanierungen (Kanal, Wasser, Gas) die Detailplanungskosten, die Gestaltung der Oberfläche, die Signalanlagen usw.
Die Kosten für die eingesetzten acht Straßenbahngarnituren die künftig zwischen Gmunden-Hauptbahnhof und Vorchdorf-Bahnhof verkehren betragen 24 Millionen und werden zumindest 25 Jahre im Einsatz sein. Netto nur für die Straßenbahn benötigt man übrigens lediglich 3 Garnituren.
Als Mandatar des Gmundner Gemeinderates und als Obmann des Prüfungsausschusses haben Sie die Möglichkeit in alle Unterlagen inklusive Fördervertrag Einsicht zu nehmen. Insofern verwundert es mich persönlich, dass Sie nicht bereit sind die Fakten anzuerkennen und die genannten Zahlen zu akzeptieren. Ich fordere Sie daher an dieser Stelle auf, die korrekten Beträge zu nennen.
Da Sie weiters noch die Kosten am Bahnhof Gmunden ansprechen – dafür werden wir seitens des Landes rd. 1 Mio. Euro für die neue Endhaltestelle der stadt.regio.tram aufwenden. Und zuletzt wurden für den Erhalt der Traunseebahn in den letzten Jahren Gelder von Bund und Land eingesetzt. Diese mit dem Projekt zu vermengen halte ich aber für hochgradig unseriös, dennoch können auch diese Kosten auf der Homepage des Landes Oberösterreich nachgelesen werden. Der Beschluss wurde am 8. Juli 2010 im Landtag einstimmig – also auch mit den Stimmen Ihrer freiheitlichen Kollegen – gefasst, und auch der Fördervertrag ist dort nachzulesen.
Potentiale der Straßenbahn:
Als wesentliche Grundlage für die Erhebung der Potentiale dienten die Zahlen des Oö. Verkehrsverbundes und der Verkehrserhebung 2001 des Landes Oberösterreich. In einer weiteren Verkehrserhebung 2012 wurde zwischenzeitlich erhoben, dass schon heute im Stadtgebiet von Gmunden 1.800 Binnenwege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Davon ca. 800 Wege mit der Straßenbahn. Die aktuelle Verkehrserhebung plausibilisiert somit die Studiengrundlagen aus 2010.
Im Zuge einer mündlichen Anfrage in der Landtagssitzung am 15. Mai 2014 hat Ihr Parteikollege 3. Landtagspräsident DI Dr. Adalbert Cramer von mir persönlich die Langfassung der 2010 vom Wiener Planungsbüro Snizek & Partner durchgeführten
Potentialanalyse erhalten. Ich gehe davon aus, dass Sie mittlerweile diese Studie kennen.
Die Studie kommt zum Schluss, dass im Jahr 2025, nach Errichtung der Bahn, nach Veränderung des Buskonzeptes, nach Etablierung einer Verkehrsberuhigung in Gmunden, bei stabiler Siedlungsbautätigkeit, nach Schaffung von Park & Ride Plätzen und mit dem geplanten dichten Taktverkehr eine Verdoppelung der heutigen Fahrgastzahl auf rd. 1.000.000 Fahrgäste pro Jahr auf der Gesamtstrecke zwischen Gmunden und Vorchdorf möglich ist. Im Sinne des Transparenzgedankens habe ich übrigens seit 2012 die Zusammenfassung dieser Studie auf meiner Homepage

http://www.reinhold-entholzer.at

zum Download bereitgestellt.
Weder Sie noch ich können in die Zukunft sehen, aber die seriöse Arbeit renommierter Verkehrsexperten bin ich jedenfalls gewillt zu akzeptieren, vor allem in Kenntnis der Erfolge neuer Straßenbahnen und StadtRegioTram-Systeme in ganz Europa.
Systementscheidung stadt.regio.tram
Sie führen öffentlich an, dass sich die Experten des Landes Oberösterreich nicht mit alternativen Konzepten, wie zB Elektro-Bussen, auseinandergesetzt hätten. Selbstverständlich wurde mehrfach geprüft, ob auch mit Bussen, wobei für den Großteil der Argumente die Form des Antriebs unerheblich ist, ein attraktives Angebot machbar wäre.
Selbstverständlich könnte man in Gmunden auch mit Bussen den öffentlichen Verkehr bestreiten. Dann würde die Straßenbahn zuzusperren sein, weil kein Finanzier bereit wäre für einen Inselbetrieb neue Fahrzeuge zu beschaffen, eine Werkstätte und Remise zu errichten und für Reservekapazitäten Gelder zur Verfügung zu stellen. Man ließe die vorhandenen Schienensträge ungenutzt. Dann würden am Stadtplatz noch mehr Busse als heute das dadurch unerfreuliche Stadtbild prägen (egal ob elektrisch oder konventionell betrieben). Dann würden die oben genannten Potentiale nicht ausgeschöpft werden, weil Busse für die Fahrgäste viel unattraktiver sind. Man würde weiterhin den Großteil der Fahrgäste dazu zwingen immer wieder umzusteigen, was einen enormen Komfortverlust mit sich bringt.
Konkret zu den E-Bussen ersuche ich Sie Ihre Recherchen nochmals durchzuführen. Es gibt bislang keine Beispiele wo ein gesamtes Citybus-Netz mit E-Bussen (mit Akku) betrieben wird. In Wien sind derzeit 12 Fahrzeuge mit jeweils nur 13 Sitzplätzen im
Einsatz. Die Fahrzeuge benötigen pro Stunde 10 bis 15 Minuten Ladezeit. Nachzulesen auf der Homepage der Fa. Siemens (www.siemens.at).Es gibt noch keine Erfahrungen über die Lebensdauer der Akkus und es ist damit zu rechnen, dass nach 8 Jahren bereits alle Fahrzeuge neu beschafft werden müssten.
In Gmunden müssten auf den Citybuslinien und der jetzigen Straßenbahn bis zum Seebahnhof etwa 20 bis 24 solche Busse eingesetzt werden um die jetzigen Kapazitäten abzuschöpfen, die Ladezeiten abzudecken und inklusive Reservehaltung. Kostenpunkt rd. 9,6 Mio. Euro, zuzüglich Infrastrukturkosten (Ladestationen am Bahnhof, in der Stadt und an anderen Linienendpunkten). Über die Lebensdauer sind die Straßenbahngarnituren damit bereits günstiger.
Abschlussbemerkungen
Straßenbahnen sind in ganz Europa auf dem Vormarsch. In Gmunden werden wir den Beweis antreten, dass die stadt.regio.tram auch in einem regionalen Ballungsraum mit rd. 30.000 Einwohnern und täglich über 6.000 Einpendler/innen alleine in die Stadt Gmunden funktionieren wird. Seit 2. September 2014 wird an der Verlängerung gearbeitet und im Mai 2017 wird das Projekt fertig gestellt sein. Ich freue mich darauf Sie spätestens dann überzeugt zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Landeshauptmann-Stellvertreter Ing. Reinhold Entholzer e.h.

 

Tram, Hotel und Fragebögen

23. September 2014 - Eine Antwort

Liebe Leserleins!

Noch immer schiebt eure Babsy hier Dienst, weil der arme Bruno hat sich schwer verkühlt, liegt mit Fieber und was Grippösem darnieder. Hoffen wir auf baldige Besserung!

Heute gibt es wieder ein paar Kommentare hier im Blog. Ein wichtiger Beitrag zur Bahn-Diskussion und einer, der auf die allgemeine Situation in Gmunden eingeht, auch das Hotel wieder ein wenig in den Blickpunkt holt und über die Fragebogenaktion des unabhängigen Gemeinderats Karl Kammerhofer (Ex-SP) nachdenkt.

Inzwischen sollten die Fragebögen in den meisten Haushalten angekommen sein. Liebe Leserleins, wenn sich der Kammerhofer schon so viel Arbeit macht und auch eine Menge Geld aus eigener Tasche riskiert, dann seid bitte so lieb, und füllt den Fragebogen aus und schickt ihn zurück. Weil das viel Geld kostet, wurde je Haushalt nur ein Fragebogen verschickt. Man kann sich jederzeit zusätzliche Fragebögen von der Homepage Kammershofers herunterladen. Bitte, das machen. Man muss nicht über alle Fragen glücklich sein, es können einem auch wichtige Fragen fehlen, aber wir denken schon, dass die Bürgereleins die Eigeninitiative Kammerhofers unterstützen sollten. Hier der Link zum Download:

http://www.arte77.at/report/images/Fragebogen.pdf

Ein paar Leserleins haben uns schon geschrieben, dass sie ihre Babsy und den Bruno als jene Leute genannt haben, von denen sie sich wünschen würden, dass sie eine grössere Rolle in der Politik Gmundens spielen sollen. Danke, wir hören das natürlich gern, und wer das glaubt, kann das auch gern in den Fragebogen schreiben. Allerdings versprechen wir: wir gehen nicht in die Politik, wir bleiben was wir sind, ein kleines Team (die anderen kennt man nicht, die aber wertvolle Hintergrundarbeit leisten), das von Parteien unabhängig bleiben will, weil wir nur so jenen unabhängigen lokalen Journalismus im Netz machen können, der uns vorschwebt. Aber schreibt uns ruhig trotzdem hin, es ist eine nette Geste und vielleicht auch für manche ein Signal. Dass der Blog gmundl.com für viele sehr wichtig ist, nehmen wir klarerweise an und hoffen, dass das entsprechenden Niederschlag in den Fragebogen-Antworten findet. Danke übrigens an Kammerhofer, dass er uns gleichberechtigt in die Liste der mächtigen Lokal-Zeitungen aufgenommen hat.

Das war es wieder einmal von
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


find-out2
Gesendet am 22.09.2014 um 3:37 nachmittags

Liebe Babsy Blitzschnell!
Irgendwie bin ich schon etwas traurig über Deine Mutlosigkeit, diesen W(B)ahnsinn noch verhindern zu können. Schon Adenauer selig hat sinngemäß gesagt, dass er sich nicht scheut zuzugeben, gescheiter worden zu sein und eine Sache nun anders betrachtet wie früher. Obwohl ich bei unseren Politikern da berechtigten Zweifel hege, gebe ich nicht auf.
Auch wenn alles beschlossen ist, die Entscheidung dafür aber auf – sagen wir´s im Moment noch einmal so – nicht ganz nachvollziehbaren Entscheidungshilfen wie falschen Fahrgastzahlen und absurden Potentialanalysen, die schwer am Thema vorbeigehen, entstanden ist, dann darf man sich schon fragen, ob sich die haupsächlichen Geldgeber – das Land Oberösterreich – das gefallen lassen.
In der Ausgabe vom 18.September2014, findet sich zu diesem Thema eine bemerkenswerte Aussage von Herr Stadtrat Sageder: Auf die Frage: ” Wäre das nicht auch ohne Strassenbahn gegangen”, gibt´s die schlichte Antwort: “Grundsätzlich schon, aber durch den Bau der Strassenbahn werden auch die Baumaßnahmen für die Begegnungszone finanziert und ermöglicht.”
Aber Hallo! Das heißt eigentlich, um neue Gasleitungen, Pflasterungen für Plätze und andere wichtige Sachen, für die normal keine Geldmittel vorhanden sind, zu bekommen, braucht man nur beim Land mit falschen Zahlen vorstellig zu werden und baut mit Landesgeld – also mit unserem Geld als Steuerzahler – einen Regionalzug – den keiner braucht lt. Herrn Sageder – durch Gmunden.
Da werden die anderen Kommunen in Oberösterreich dieses “Gmundner Finanzierungskonzept” schnell in ihre Budgetpläne einbauen!

Ich würde es nicht Mutlosigkeit nennen, sondern leider Realitätssinn. Nicht, dass der den RegioTram-Gegnern fehlt, aber es wurden ein paar Tatsachen geschaffen, die wahrscheinlich eine Umkehr im Denken verhindern. Man hat die Züge bereits bestellt, die kommen, da fährt wirklich die Eisenbahn drüber. Da in der Gesamtbestellung meines Wissens sieben Züge drin sind, und da sind die für die Gmundner Bahn benötigten einkalkuliert, kommen diese Züge auch, was immer wir hier wollen oder nicht wollen. Jetzt wäre es zwar noch möglich, dass man das Stadtverschandelungs-verschönerungs-Konzept mit dem Umbau des Klosterplatzes zu beenden und die Durchbindung abzusagen. Ja, vielleicht geht noch was, wenn andere Gemeinden aufstehen und sagen: so gehts aber nicht, dann wollen wir auch eine Bahn durchs Dorf, damit uns die Kanäle vom Land erneuert werden. Und dass das Land dann unter dem Druck anderer Gemeinden zurückzieht. Aber ob so ein Vorgang im Wahljahr wirklich möglich ist? Da wird sich kein Bürgermeister, die noch dazu mehrheitlich schwarz sind, trauen, so einen Wirbel zu veranstalten. Man hat doch schon beim Zubau zur Landesmusikschule gesehen wie das läuft. Der Landesrechnungshof hat dieses Vorhaben nicht genehmigt, weil Gmunden zu hohe Defizite macht, und daher diese Ausgabe nicht vertretbar ist. Da der Köppl aber schon den Spatenstich angekündigt hat, und der Rechnungshof 14 Tage vor diesem Spatenstich Einspruch erhoben hat, hat der Köppl – so erzählt man sich im Dorf – den Pühringer angerufen, und der hat dann angeblich den Rechnungshof zurückgepfiffen, womit der Spatenstich stattfinden konnte – unter Teilnahme gschaftlhuberischer Politiker. So läuft das hierzulande.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Zivilcourage
Gesendet am 22.09.2014 um 7:18 vormittags

Antwort an Babsy Blitzschnell
Liebe Babsy,
Du hast recht, die Parteivorsitzenden der Roten und Grünen halten sich derzeit in der Versenkung auf. Haben die Grünen hoffentlich keine Angst vor der eigenen Courage bekommen? (wegen der machtpolitischen Abweisung der Klage an die Staatsanwaltschaft in der Causa Lacus Felix durch die damalige ÖVP Justizministerin). Ziehen die Grünen jetzt ängstlich den Schwanz ein? Sie müssten den Kontakt zu den Bürgern suchen. Aber wenn man einen Gemeinderat/in zufällig trifft u. ihm eine Frage stellt, hat er/ sie weder Zeit noch Lust zur Diskussion u. fühlt sich irgendwie belästigt. Meiner Meinung nach muss jemand, der in die Politik geht, dies aushalten, oder er muss geregelte Sprechtage abhalten. Aber nichts passiert hierorts. Man hat das Gefühl, die Bürger werden allein gelassen u. dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Roten geben nicht einmal eine Parteizeitung heraus, obwohl sie von Steuergeldern finanziert werden. Die ÖVP nützt das Gemeindesteuergeld für ihre Werbung.
Bei der GR Sitzung wird die Öffentlichkeit bei wichtigen Themen ausgeschlossen.
Bei dieser lokalpolitischen Konstellation können die wirtschaftlichen Einflussnehmer gut agieren. Die Leute dumm und uninformiert halten, das war schon immer die Devise von Machthabern, nur dann sind sie gut manipulierbar.

Was die Umfrageaktion von Herrn Kammerhofer anlangt, so ist er wie es aussieht ein Idealist. Warum tut er sich das an? Glaubt er wirklich an das Gute im Menschen? Wie will er die Rückmeldungen ohne Partei im Hintergrund im Gemeinderat umsetzen, wo er jetzt schon bei geringsten Äusserungen von den anderen niedergebügelt wird.? Fragen über Fragen….
Ich wünsche ihm viel Glück! Es hat schon immer solcher Leute wie Herrn Kammerhofer in der Geschichte bedurft, die Eigeninitiative ergriffen u. eigenes (finanzielles) Risiko auf sich genommen haben, sonst hätte sich nie etwas verändert.
Auf jeden Fall ist Herr Kammerhofer eine schillernde Figur in der öden und faden politischen Landschaft in Gmunden.

Da sind wir ganz auf der selben Linie, liebe Zivilcourage. Es ist leider so, wie es ist. Aber noch immer gibt es genug Leute, die auf Veränderung nicht nur hoffen, sondern auch was dafür tun. Wie heisst es doch: Steter Tropfen höhlt den Stein (und da meinte eure Babsy nicht das, was oft in etwas zu grosser Menge durch Politikerkehlen gurgelt, nein, keine Babsy-Doppelmoral, ich trink echt nur in homöopathischen Dosen/Gläsern).
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Wir fahren mit der Eisenbahn …

22. September 2014 - Eine Antwort

Die Debatte von gestern hier nochmals zum besseren Nachlesen!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Erni der Seehund
Gesendet am 21.09.2014 um 4:00 nachmittags

Der Visionär

Einen Gmundner gibt es schon der offensichtlich speziell für die Kammerhof(er)gasse sein Fahrrad in weiser Voraussicht bereits auf XXL-Breitreifen umgerüstet hat. Ist da vielleicht ein Naheverhältnis zum angeblich spendierfreudigen Bürgermeister?


Erni der Seehund
Gesendet am 21.09.2014 um 3:27 nachmittags

Tarnen und täuschen

Das Veräppeln der Bürgerleins geht auf eine feine Art und Weise munter weiter. Seit ein paar Tagen gibt es neben dem schönen Brunnen-Gnom Heinrich Natters im Franz Josefs Park eine wahre Konkurrenz in Form eines 100 Jahre alten schnuckeligen Regionalbahn-Waggons mit einer Länge von weniger als 8 Metern – täuschend ähnlich einer künftigen Regionalzuggarnitur mit 32 Meter Länge. In diesem Nostalgiewaggon wird für längere Zeit eine Info-Stelle für die Bewohner und Besucher Gmundens eingerichtet um Auskunft über das Jahrhundertprojekt „Regionalzug durch Gmunden“ zu geben. Das Herankarren dieses Waggons und das Aufstellen mit einem schweren Autokran war sicher nicht billig. Soweit so gut oder schlecht.

Es gäbe aber eine viel einfachere, billigere und verständlichere Maßnahme um die Bewohner Gmundens ehrlich aufzuklären was auf sie mit diesem „Jahrhundertprojekt“ zukommt – und dies sogar ohne Worte. Vorausgesetzt natürlich man will wirklich vorher aufklären und nicht die Bewohner vor vollendete Tatsachen stellen.

Mein Vorschlag: Stern & Hafferl soll in der firmeneigenen Zimmerei eine Attrappe einer künftigen Regionalzuggarnitur im Maßstab 1:1 (32 Meter lang) in Form einer potemkinschen Wand aus feuchtigkeitsbeständigen Dreischichtplatten anfertigen und entweder am Rathausplatz parallel zur Straße oder im Franz Josefs Park aufstellen. Der Windanfälligkeit für eine solche Attrappe vorzubeugen ist für geschulte Zimmerer kein Problem. Und alle Interessierten könnten sich ein Bild machen was auf Gmunden zukommt. Die Kosten für diese Maßnahme sind sicher bei weitem geringer und die Aufklärung wäre weitaus effizienter als jene mit dem alten Waggon und dem dazugehörigen charmanten Aufklärungspersonal.
 


Zivilcourage
Gesendet am 21.09.2014 um 7:55 vormittags

Antwort auf Leonardo DV

Lieber Leonardo,
für so einfach gestrickte Leute wie mich dürfen Sie Ihre Satire nicht so hochgestochen halten. Zugegeben, ich nahm mir nicht so viel Zeit, die zarte Ironie Ihres Beitrages voll zu erfassen, denn ich interessiere mich auch noch für andere Dinge.
Es ist schon ein grosser Sprung von der Dodelsprache plötzlich zur scharfen Klinge der Satire umzustellen.

Was das Radfahren betrifft, zugegeben ich fahre auch nicht in der Theatergasse mit dem Rad, das wäre lebensgefährlich von einem Autofahrer überfahren zu werden. Ich fahre entlang dem See, oder schiebe das Rad in den Arkaden.

Gmunden ist eine Auto-Stadt,. Habe das an diesem Wochenende wieder erlebt, Am Rathausplatz kommt man ja nicht einmal durch, wenn man das Rad schiebt, vor lauter Autos und Gedränge. Dieses Gerangel um den öffentlichen Raum setzt sich auf der Esplanade fort. Wahrlich eine hochkarätige Tourismusstadt, dieses Gmunden!. Für die ständigen Einwohner von Gmunden ist so ein Wochenende sowieso nicht zu verkraften. Die meisten fahren eh weg.

Was das Steuergeld anbelangt, so habe ich mir seit der Hypobank (27 Miliarden Euro die der Steuerzahler berappen muss) und den Steuerhinterziehungsskandalen von z.B. Grasser und Konsorten einen gewissen Schutzpanzer zugelegt, sonst müsste man ja verrückt werden. Der Asamer mit Lacus Felix Grundstück profitiert ja auch durch das fast geschenkte Seegrundstück von 2 Millionen Euro und die Umwidmung jetzt auf Verkehrswert 70 Millionen Euro.. Wo bleibt die Versteuerung durch die Werterhöhung durch die Umwidmung?? Diese Steuerverschwenung haben die meisten Bürgerleins und auch die Redaktion von “gmundl” anscheinend noch nicht kapiert. Diese Werterhöhung und die damit verbundene Nichtversteuerung gehört immer und immer wieder öffentlich angeprangert.

Und da machen Sie sich Sorgen wegen der Strassenbahn, die jeder benützen kann, das Asamer Grundstück ist nur einer Elite vorbehalten.
Aber die Bürgerleins lassen sich alles gefallen, sie durchschauen nichts. Erst wenn der Wagen, sprich Staat, an die Wand gefahren ist, dann wachen sie auf und wenn es gut geht empören sie sich und unternehmen etwas.

Was die Strassenbahn anlangt, werde ich mich nicht mehr äussern, das sollen andere tun, vielleicht sogar damit schon Wahlkampf betreiben.

Aber eines würde ich empfehlen, nicht so viel Satire, sondern eher Klartext schreiben, denn der “gmundl” isst derzeit das einzige Medium, wo man noch unzensiert seine Meinung äussern bzw. Berichte lesen kann. Allerdings fällt mir im Falle der Strassenbahn auf, dass der “gmundl” stark gegner-lastig ist.

Geschätzte Zivilcourage!
Natürlich haben wir vom Team sehr wohl geschnallt, welche Werterhöhung beim angeblichen Hotelbau in die Taschen der Asamers wandert – ob steuerfrei, lässt sich weniger einfach beantworten. Steuerfrei wird es eher nicht laufen, aber das ändert nichts an der Schweinerei, die da abläuft.
(Das mit der Steuer ist extrem kompliziert, da wir nicht wissen, wie und in welcher Unternehmenskonstruktion der Gewinn realisiert werden wird, so es soweit kommt. Da ist alles von steuerfrei über Immobilienertragssteuer bis hin zu normalem Tarif oder Kombination aus KöSt/KESt möglich. Wahrscheinlich wissen es die Asamers selbst noch nicht.) Wie gesagt: wir haben auf das sehr wohl hingewiesen, und haben auch, wenn ich mich recht erinnere, Ihre diesbezüglichen Kommentare immer gebracht.

Was nun die “Mehrzahl an Gegnern der RegioTram” hier in der Diskussion betrifft, das ist das Problem der Befürworter. Wenn von den offiziellen niemand sich hier äussert, was sollen wir tun? Die Auslassungen des grünen Stadtparteiobmanns für das Projekt fielen ja argumentativ eher in die Rubrik “politischer Selbstmord mit Anlauf” (was wir übrigens sehr bedauert haben). Eine Mehrheit an Gegnern fand sich hier auch rund ums Hotelprojekt. Da hört man von den Befürwortern auch wenig.
Es liegt nicht an uns, wie das Kräfteverhältnis ist. Der Unterschied zum Hotelprojekt ist bei der RegioTram der, dass wir uns beim Hotel klar auf die Seite der Gegner “geschlagen” haben. Bei der RegioTram verharren wir sehr skeptisch aber abwartend. Angesichts der Tatsache, dass die zig-Millionen, die hier verbuddelt werden sollen, schon beschlossen und die Pläne scheinbar fertig sind, sehen wir ohnedies wenige Chancen, dieses Projekt zu verhindern, selbst wenn wir das wollten (angesichts der Borniertheit mancher Politiker sehen wir auch wenig Chancen, das Projekt noch so abzuändern, dass es architektonischen und ästhethischen Grundkriterien eines guten Stadtbilds entspricht). Beim Hotel sieht das schon deutlich anders aus. Da gibt es eine starke privatwirtschaftliche Komponente: man braucht einen Investor, und den gibt es nicht, weil es sich nicht rechnet. Das Tram-Projekt ist eine öffentliche Angelegenheit, ob es sich rechnet oder nicht, ist egal, weil es keinen Investor gibt, der sein Geld riskieren muss. Hier wird mit dem Geld der Steuerzahler gearbeitet – da stellt sich vor allem die Frage: gut oder schlecht gearbeitet? Die Antwort wird die Zukunft geben.
In Wahrheit wird bei beiden Projekten sehr, sehr viel Geld der Steuerzahlerleins verbraten. Unsere Hauptkritik an der RegioTram ist die, dass das Konzept nicht auf Gmunden zugeschnitten worden ist, sondern ausschliesslich auf die Interessen von Stern & Hafferl und ihrer Bahnlinien. Darum bekommen wir einen Monsterzug aufs Aug und aufs Stadtbild gedrückt. Mitsamt einer Niederflurbahn, die viel zu hohe Einstiege hat. Eben weil die Stationen von S&H nicht umgebaut werden sollen, sondern sich Gmunden nach dem richten muss, was schon da steht: das Liniennetz von Stern & Hafferl. Die haben kein Problem: wenn die RegioTram sich als platzende Seifenblase erweisen sollte, können sie mit den Zügen auch anderswo fahren. Und Gmunden darf auf den Geleisen spazieren gehen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 152 Followern an

%d Bloggern gefällt das: