Der Tod des Investors

28. August 2014 - Leave a Response

Das langsam Sterben des Peter F.

Ein wenig zu Herzen gehender Nachruf von Babsy Blitzschnell

Kaum ist Ihre Babsy Blitzschnell ziemlich blitzschnell aus dem Urlaub zurück, trifft hier vor Ort einen total entnervten Bruno Beinhart an (eine andere Geschichte), schon muss ich mir die Tastatur angeln, Schreibprogramm anwerfen und einen Nachruf schreiben. So ist Gmunden! Aber gut, ich habe davor noch genüsslich, schön langsam und bedächtig, einen Brasilian Macho geschluckspechtelt, weil das ist die einzige Art, wie frau manche Machos erträgt (davon weiter unten mehr, auch das ist eine andere Geschichte, hat mit schwanenhaft sterbenden Investoren nicht direkt was zu tun).
Da steht jetzt das leere Longdrink-Glas, und Ihre Babsy sieht ernüchtert auf die Gmundner Gemengelage. Also mix ich mir noch einen: eine geviertelte, zerquetschte Limette ins Glas werfen, 6 cl oder so Cachaca, zwei oder drei Eiswürfeln und mit Ginger Ale auffüllen. Kurz umrühren. Ins Mäulchen leeren. Den Rest erledigt die Schwerkraft und der Schluckreflex. I hear the click-clack of your feet on the stairs.

tod_des_investors

Nun ist also offiziell, was wir seit Ewigkeiten sagen: den Investor gab es nie, er war ein Trugbild, ein Wunschgebilde, das Phantom der Oper. Und es wird nie einen geben.
Die Krone hats am Mittwoch berichtet, und Köppl sagt jetzt ganz locker vom Hocker, er sei nicht verwundert (Ihre Babsy reibt sich dafür über die Nichtverwunderung Köppls verwundert die Augen!). Na dann! Da fällt Ihrer Babsy nur noch ein: … denn sie wissen nicht, was sie tun! Warum hat er dann herumgetrickst, der Köppl, Rückkaufsbeschluss verhindert etc.???? Hat er schon die ganze Zeit gewusst, dass das mit dem Freunschlag ein Schmäh ist? Hat er diesen Schmäh womöglich gedeckt?
Sagt der Köppl dann auch noch: “Ich glaub schon, dass das Hotel was wird, aber sicher nicht mit Peter Freunschlag.” Dazu fällt mir zuallerallererstes ein: ein Bürgermeister soll nichts glauben, sondern auf der Grundlage von Fakten Entscheidungen treffen. Und jetzt auf einmal ist er sich sicher, dass die Hütte nicht mit Freunschlag gebaut wird? Na sowas! Das sagen wir hier, seit dieser ominöse Inwestohr sein Unwesen getrieben hat. Dass er jetzt auch noch bei Projekten in Linz trudelt, auf eine ziemlich ansehnliche Summe geklagt wurde, und diverse Partner in diversen gemeinsamen Unternehmen dabei sind, Herrn Freunschlag rauszukaufen, um ihn los zu werden, sagt alles. Wir haben hier – im Gegensatz zu anderen – tatsächlich seit Ewigkeiten (ohne Anführungszeichen!) gesagt, der Kerl bringts nicht. Der hat kein Geld, ka Marie, ka Kohle, keinen Zaster (wie die Panzerknacker und eine scheinbar beknackte Innenministerin das nennen).

An dieser Stelle sei an unser wundervolles Plakat erinnert, das hier vor einiger Zeit veröffentlich wurde. Hier zum fröhlichen Wiedersehen:

phantom-of-the-opera_plakat

Gut, jetzt ist er endlich auch offiziell als Investor verschieden. Unfrieden seinen leeren Konten, mehr fällt mir da nicht ein. Dass jetzt die Asamer-Gruppe einen neuen Investor sucht, fällt bloss noch unter Lachnummer. Das tun sie seit zehn Jahren und werden nicht fündig. Wer sollte dieser Partie von de facto Bankrotteuren noch über den Weg trauen? Aber wir müssen uns keine Sorgen machen: der politische und wirtschaftliche Bankrott rund ums Hotel wird munter weitergehen. Ich als Babsy prophezeihe hier ganz ohne Glaskugel und Kaffeesatz: der Köppl wird den Asamers das Grundstück überlassen. Es wird keinen Rückkauf geben. Im kommenden Februar läuft die Grundbucheintragung dazu aus. Dann wird man mehr wissen. Wahrscheinlich versucht man, sich mal über die Wahlen im Herbst 2015 hinwegzuretten. Wenn dann die schwarze Mehrheit vielleicht gefallen ist, stehen schon ein paar FPler bereit, den Fortgang der fröhlichen Hotelsause zu sichern.

Als ob das nicht schon genug der Chuzpe wäre, meldet sich dann auch noch der SP-Vize-BM Dickinger zu Wort. Mit einer Presseaussendung. Als Ihre Babsy die gelesen hatte, ehrlich, habe ich noch einen Brasilian Macho gebraucht. Hier das Schreiben ungekürzt, in voller Länge. Kommentar von mir kommt dann unterhalb.


 

Presseaussendung SPÖ-Gmunden
HOTELPROJEKT “LACUS FELIX” in GMUNDEN: “Investor” Freunschlag “ist raus aus Tourismusprojekt”!
Dies berichtet heute die “Kronen Zeitung”. Diese Nachricht würde ÖVP-Bürgermeister Köppl “wenig verwundern” – und weiter: “Ich glaube schon, dass das Hotel etwas wird – aber sicher nicht mit Peter Freunschlag!” Dies klang bis zuletzt doch etwas anders, oder?
Die SPÖ “trommelt” seit einer “Ewigkeit”, dass “das mit Freunschlag (dessen Firma nun übrigens von Architekten “auf fast eine halbe Million Euro” verklagt wird) nichts wird”. Dafür wurden wir gescholten und angefeindet.
Die hoch erregten Claqueure sind nun verdächtig still geworden. Asamer sucht nun wieder einmal “Investoren” (wie schon seit Jahren).
SP-Vizebürgermeister Christian Dickinger: „Die nächste Gemeinderatssitzung ist am 25. September. Dann muss endlich Schluss sein mit dieser peinlichen Causa.“


 

Was er hier behauptet ist nur noch dreist. Dreistigkeit zur x-ten Potenz. Dickinger tut gut daran, die Worte “trommeln” und “Ewigkeit” unter Anführungszeichen zu setzen. Weder von trommeln noch von Ewigkeit kann bei der SPÖ die Rede sein. Sie hat jahrelang nicht getrommelt, sondern schön brav das Goscherl gehalten und alles abgenickt. Das allerdings tatsächlich seit Ewigkeiten (ohne Anführungszeichen!). Vor ungefähr zwei Jahren noch hat er gejubelt, als Herr Freunschlag, der Möchtegern-Inwestohr und Ortskaschperl von Asamers Gnaden in Sachen Hotelbau, seine Chalets am Brunzinger-Teich präsentierte. Dickinger jubilierte “genial”, von einem “grossen Durchbruch”, einem “Befreiungsschlag”.

OK, lieber Herr Vizebürgermeister. Es sei Ihnen gern zugestanden, in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse gewonnen und klüger geworden zu sein. Aber dann bitte nicht mit leeren Hosen stinken, sondern einmal, wenigstens ein einziges Mal sagen: “Wir haben uns geirrt. Unsere Kritiiker, auch die parteiinternen, haben Recht gehabt. Ich entschuldige mich in meinem Namen und in dem der SPÖ, dass wir kritische SP-Mitglieder ziemlich fies behandelt haben. Tut uns leid, wir haben gelernt, wird nicht mehr vorkommen.” Das stünde Ihnen gut an, anstatt sich mit Orden zu schmücken, die andere sich verdient haben. Denn eines sollten Sie nicht übersehen: die Wählerleins sind nicht ganz so dumm, wie manche Politiker glauben. Und inzwischen ist auch die Erinnerungsdauer der Wählerleins drastisch angestiegen – Dank einer grossen Zahl von Politikern, die mit ihren Dauerschwindeleien jedwedes Vertrauen verspielt haben.

Dazu hat übrigens der ehemalige SP-Mandatar Karl Kammerhofer einen Brief an Dickinger auf Facebook ins Netz gestellt, den wir hier veröffentlichen. Kammerhofer ist genau einer jener Fälle, die wegen Ihrer Kritik an der Hotellinie der SP hinweg gemobbt worden sind. Traurig, aber leider wahr. Auf jeden Fall hoffen wir, dass Sie, wie Sie auch in einem Brief an uns versichert haben, tatsächlich auf der Rückkaufslinie bleiben und nicht schon daran arbeiten, sich nach der Wahl der ÖVP als Mehrheitsbeschaffer und FP-Ersatz anzudienen. Hier also der Brief Kammerhofers an Dickinger.


Lieber Christian,
ich hab das mit Dir und einigen anderen “Genossen” ganz anders erlebt, als Du jetzt – für mich nun beschönigend – kund tust. Die permanenten SPÖ-Mauscheleien bezüglich Asamer über Jahre hinweg bei Asamer-Projekten (das Hotel war nicht das einzige Grundstücks-Spekulationsprojekt) war für mich als Sozialist und halbwegs wirtschaftskundigen Zeitgenossen unerträglich. Offensichtlich willst Du Dich jetzt nicht mehr erinnern, warum es auf SP-Sitzungen zu heftigen Kontroversen bezüglich der Aufgaben einer sozialdemokratischen Politik kam .

Du hast es auf einer SP-Sitzung auch zugelassen, dass ein “Genosse” einen privaten Geschäftsabschluss meinerseits – der völlig privat und korrekt war und keine öffentliche Interessen berührte – zu meiner persönlichen Diffamierung verwendete. Dieser “Genosse” meinte sinngemäß, wo ist denn da schon der Unterschied zwischen dem Kammerhofer und Asamer – beide machen ein Grundstückgeschäft. Das hast Du als Vorsitzender der SP-Gmunden kommentarlos zugelassen. Anders als mit persönlicher Diffamierung konntest Du und einige Deiner “Genossen” sachlich und politisch nicht mehr gegen mich vorgehen. Bei anderen und auch bei mir sind da schon Fragen aufgetaucht, warum man mit solcher Vehemenz gegen meinen SOZIALDEMOKRATISCHEN STANDPUNKT vorgegangen ist.

Die Wähler haben – wie sie es bewiesen haben – ein langes Gedächnis. Sie haben Dir schon Antworten gegeben. Es wäre daher an der Zeit die eigenen Fehler in Bezug auf den Clan des” Barons” einmal öffentlich einzugestehen. So lange wird es keine Ruhe geben. Ich würde Euch gern helfen, damit die von euch selbst verursachten Wunden in der lokalen SP endlich verheilen und die unübersehbaren menschlichen und politischen Fehler der Jahre vorher – unter Deiner Führung – endlich öffentlich eingestanden werden. Ein anderer aus einer anderen Partei hat das getan und dann sogar seine politische Konsequenzen gezogen. Hut ab.

Ich wünsche Dir und der SP-Gmunden auch bei den nächsten Wahlen alles Gute; denn manche Alternativen – da stimmen wir wahrscheinlich überein – sind für Gmunden schrecklich.
LG Karl (Kammerhofer) – unabhängiger Gemeinderat in Gmunden).


Soweit also Karl Kammerhofer, dem von der SPÖ-Gmunden in der Tat ziemlich übel mitgespielt worden ist.
Bei uns vom Team muss Dickinger sich nicht entschuldigen – wir sind ihm nichts schuldig geblieben, und haben mit unserer Kritik an manchen seiner Vorgangsweisen nie hinter den Berg gehalten. Geschont haben wir ihn nicht. Das ist auch nicht Aufgabe eines unabhängigen Blogs (was in einigen Parteien bis heute nicht alle verstehen wollen).

Und noch etwas hat der Babsy ziemlich sauer aufgestossen (nein, es war nicht der Drink, es sind die Machos im echten Leben), noch dazu in einer Woche, in der die SP-OÖ eine kritische Mandatarin völlig statutenwidrig “abgeschossen” hat. Sie haben die, ich weiss jetzt echt nicht, wie ich das nennen soll, Instinktlosigkeit? Gedankenlosigkeit? Unbewusste Frauenfeindlichkeit? gehabt – nun, gut oder schlecht, Sie posten auf Ihrem Facebook-Account einen Ausspruch von einem angeblichen “Kenneth Kirchbaum”: “Wenn ein Mann sich zum Heiraten entschließt, ist das vielleicht der letzte eigene Entschluss, der ihm gestattet ist.”

Dazu sind zwei Dinge zu sagen.
Erstens: für einen Politiker geziemt es sich nicht, mit dummen Altherren-Witzen, die noch dazu frauenverachtend sind, herumzuwerfen. Es ist ein saublödes Scherzchen, das – wie mir ältere Bekannte erzählen – in dieser und in anderer Form vor allem von eher alten Ehemännern abgesondert wird, wenn junge Menschen heiraten. Soll witzig und ironisch sein. Ist es aber nicht. Sondern nur dumm und menschenverachtend (etwa gegenüber der eigenen Partnerin). Wobei ich Ihnen Letzteres nicht unterstellen will. Denken beim Schenken, kann man da nur sagen. Am Beginn des nun auch nicht mehr ganz jungen 21. Jahrhunderts sollte man sich solche Äusserungen dreimal überlegen. Man darf schon auch mal einen politisch unkorrekten Witz machen, da ist die Babsy nicht so, aber dann muss der Witz wenigstens wirklich gut sein. Dieser ist genau das nicht.Zweitens: man soll nicht Belesenheit vortäuschen (vor allem, wenn man es nicht nötig hat, gell!), indem man ein Zitat aus einer Zitatquelle zitiert. Es gibt nämlich keinen Herrn “Kenneth Kirchbaum”, der irgendwelche Sprüche schriftlich hinterlassen hätte. Auch im Netz finden man keinerlei Hinweise auf eine solche Person.
In keiner der internationalen Wiki-Ausgaben, nicht auf Google, nicht auf Bing. Nirgendwo. Es gibt im Netz nur zwei Leute mit diesem Namen. Einer ist Baujahr 1916 und lebte unauffällig in Chicago, Beruf “clerk” (Kanzleischreiber) lt. Microzensus USA/1940 (Dank an meine Freunde in Chicago, ich drink einen Schluck auf euch!). Der andere ist ein “Kenneth L. Kirchbaum” und taucht auf den Internetportalen quotty.de, zitate.de und zitate.welt.com auf, die unübersehbar voneinander abgeschrieben haben. Und von denen nun wahrscheinlich Sie abgeschrieben haben. Dort findet man dieses eine Zitat, das Sie nun verwenden.
Man darf davon ausgehen, dass dieses Zitat von einem Scherzbold frei erfunden und mit einem Namen verstehen worden ist. Es taugt also nicht besonders gut dazu, Belesenheit zu dokumentieren, weil es kein Buch und keinen Text gibt, in dem das stehen könnte. Politiker sollen bitte nicht so tun, also ob.
Es klingt zwar gescheit, wenn man so zitiert, es ist aber nicht gescheit, wenn man das Zitat von einer Zitat-Sammlungs-Seite hat und nicht recherchiert, woher es eigentlich wirklich kommt. Da kann Ihnen Ihre Babsy nur raten: Check/Re-Check/Re-Re-Check. Hat schon der alte Portisch angeblich immer gepredigt. Wir tun das natürlich auch. Also Vorsicht beim Zitieren. Und vopr allem immer dazu schreiben, aus welcher Quelle man zitiert. Dann gibts keine Probleme. Immer auf die eigene Glaubwürdigkeit achten, dann klappts.
Und wie gesagt: keine Macho-Sprüche. Wir Frauen vertragen das nicht so gut. Vergessen Sie nie: ohne Frauen wäre die FPÖ schon lange stärkste Partei. Oh, all ihr Göttinnen, ich schweife schon ab wie sonst nur der Bruno. Aber das Thema bewegt mich als Frau. Da kann ich nichts dafür, da kann ich nichts dagegen tun. Will ich auch nicht. Ich schwörs bei allen meinen Laufmaschen, bei allen, die ich schon hatte und die ich noch erleiden werde: da ändere ich mich nicht. Aber das mit dem Dickinger musste ich loswerden. Eine Aktion zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit.

So, das war es wieder einmal. Mächtig viel Lesestoff für unsere Leserleins. Ach ja, ein kleiner Rest ist noch im Glas. Schwuppdiwupp und runter damit. I hear the click-clack …

Und schon bald kommt der Helden dritter Teil.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

 

 

 

Offener Brief in Sachen Regio-Tram / Stadtgestaltung

27. August 2014 - Leave a Response

125.000

Liebe Leserleins!

Wir waren die letzten Tage ein wenig still, weil wir einige Dinge in der Pipeline haben, die aber noch genau recherchiert werden müssen. Trotzdem ein grosses DANKE SCHÖN für die Treue: wir haben am vergangenen Wochenende das 125.000 Besucherlein unseres Blogs verzeichnen dürfen. Für einen kleinen, unabhängien Blog, der nur vom Wohlwollen, dem Vertrauen und dem Informationsbedürfnis der Leserleins lebt, ist das eine gewaltige Zahl. Wir haben keinen Massenvertrieb, keine Finanzmittel, arbeiten gratis – was wir haben ist die Mundpropaganda unseres Publikums. Wir wissen, dass wir von vielen Menschen quer durch die Parteienlandschaft gelesen werden, weil wir einerseits Infos bieten, andererseits aber auch fundierte Meinungen, an denen die Menschen ihre eigene Meinung prüfen und schärfen können. Diese Vielfalt der Meinungen ist uns wichtig, nur aus dieser Vielfalt kann etwas Gemeinsames entspringen, das von allen als sinnvoll und lebendig empfunden wird.

Heute bringen wir einen offenen Brief des unabhängigen Gemeindemandatars (vormals: SPÖ) Karl Kammerhofer. Wir denken, hier geht es um ein wichtiges Thema, um den eigentlichen Knackpunkt rund um die Fragen der Regio-Tram und ihrer Rolle in Gmunden.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

Offener Brief

an die Verkehrssprecher im Gmundner Gemeinderat:  Sigi John (ÖVP), Wolfgang Sageder (SPÖ), Peter Trieb (FPÖ), Otto Kienesberger (GRÜNE) und Herbert Löcker (Stadtliste)

 

Halbherziges 30 Millionen-Projekt ?

( Stadt Regiotram, neue Brücke, 700 Meter Begegnungszone und drei Platzgestaltungen in unserer historischen Stadt)

Wird aus der halbherzigen Planung dieses Jahrhundert-Projektes und der bisher halbherzigen Gestaltung der Begegnungszone am Klosterplatz doch noch ein Zukunftsprojekt aus ganzem Herzen für Gmunden?

Liebe Freunde, liebe Kollegen,

  • Die Stadt Regiotram ist für unsere Stadt ein Projekt, das dieses Jahrhundert prägen wird.
  • Derzeit ist die Bahn in zweidimensionaler Denkweise überwiegend ingenieurmäßig geplant. Das war bisher gut so.
  • Nach dem Willen der Mehrheit im Gmundner Gemeinderat gehört die Gmundner Innenstadt in Zukunft den Fußgängern, dem Öffentlichen Verkehr, den Radfahrern und dem motorisierten Individualverkehr – und zwar in dieser Reihenfolge.
  • Um dieses Ziel zu erreichen – nämlich dies der Verkehrsberuhigung – wird es nötig sein, Nägel mit Köpfen zu machen. Wenn der Klosterplatz ein Teil der Begegnungszone sein soll, bedarf es baulicher Einschleifmaßnahmen noch deutlich vor dem Klosterplatz und keine antiquierten Ampeln und Fußgängerübergänge zur Disziplinierung der Fußgänger. Das wäre ein völliger Widerspruch zur Durchsetzung einer Begegnungszone.
  • Wenn wir die Begegnungszone Klosterplatz verlassen und uns gedanklich der neuen Brücke zuwenden, so ist die Gestaltung der Brücke – in allen drei Dimensionen – eine Aufgabe, die das Erscheinungsbild Gmundens über Jahrzehnte prägen wird. Dazu kommt noch die Gestaltung der Straßenführung und die Gestaltung von drei Plätzen in der Gmundner Innenstadt. Alleine das Bauvolumen in zweistelliger Euro Millionenhöhe verlangt einen Gestaltungswettbewerb.
  • Wir Mandatare im Gmundner Gemeinderat und die Wohnbevölkerung sollten die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Gestaltungsvorschlägen zu wählen. Eine Wahl von Scheinalternativen, wie die Farbwahl von Verkleidungsplatten ist mir zu wenig. Ich bin durchaus für einen Koordinator eines Planungsteams, von Planern, die sich einen Namen bei der Gestaltung von Brücken und Plätzen in historischen Städten gemacht haben. Terminknappheit kann kein Argument sein, die Gestaltung unserer Stadt übers Knie zu brechen.
  • Es ist daher inakzeptabel, dass es bisher nur einen Gestaltungsvorschlag für die Haltestelle und für die Platzgestaltung des Klosterplatzes  gibt. Es gilt auch hier: Terminknappheit kann kein Argument für eine fehlende Wahlmöglichkeit sein.
  • Eine halbherzige Vorgangsweise der Umsetzung schafft nur Unsicherheit und bietet nur Munition für die Gegner dieses Jahrhundertprojektes.

Ich ersuche Euch, alles zu unternehmen, dass aus einem halbherzigen Start am Klosterpatz ein ausgereiftes Herzstück Gmundens wird.

Herzliche Grüße

Karl Kammerhofer

(Gemeinderat in Gmunden)

Kammerhofer
(Bild/Bildrechte: Karl Kammerhofer)


 

Soweit die Überlegungen von Karl Kammerhofer, die wir hier im Team für grundvernünftig halten. Genau dieser Weg ist in Zukunft bei allen grösseren Projekten zu beschreiten. Dann wird es auch wieder möglich werden, umfangreichere Projekte durchzuführen, ohne gleich immer und überall auf den manssiven Widerstand grosser Teile der Bürgerschaft zu stossen. Andernfalls entsteht ein Situation des Stillstands, der Dauerblockade. Es gilt, endlich die Seilschaften, die unglückselige Verknüpfung von Kommunalpolitik und wirtschaftlichen Einzelinteressen aufzudröseln, zu zerschlagen. Es kann nicht sein, dass Gmunden sich dauerhaft in der Geiselhaft einer kleinen Clique in Wirtschaft und ÖVP befindet – einer Clique, die bewiesen hat, dass sie in der Stadt nicht nur nichts weiterbringt, sondern ausschliesslich auf die eigenen Interessen und nicht auf die Interessen einer möglichst grossen Zahl von Menschen schaut.

Schön wäre es, wenn möglichst viele interessierte Leserleins sich in dieser Sache engagieren. Wer den Ausführungen Kammershofers zustimmen oder sie ergänzen will, wendet sich am besten direkt an die Verkehrssprecher der Ortsparteien. Auch Einwände gegen die Vorschläge sind dort natürlich gut aufgehoben. Hier die Email-Adressen der verantwortlichen Mandatare aller Parteien:

Sigi John(ÖVP):                           Hacklwirt@gmx.at

Wolfgang Sageder (SPÖ)            wolfgang.sageder@aon.at

Peter Trieb (FPÖ)                          triep@ktvgm.net

Otto Kienesberger (GRÜNE)     O.Kienesberger@gmx.at

Herbert Löcker (Stadtliste)           herbert.loecker@utanet.at

Karl Kammerhofer (freier Mandatar) k.kammerhofer@arte77.at

In den nächsten Tagen bringen wir die dritte Folge unserer beliebten und sehr erfolgreichen Sommerserie “Von Pleitiers und anderen Gmundner Helden”.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

 

 

Rücktritt erforderlich – Der Helden zweiter Teil

14. August 2014 - 2 Antworten

Treten Sie zurück, Herr Präsident!

Gleich Eines vorweg: es ist keine Schande, eine Pleite hinzulegen. Das kann geschehen, ist ein normales Risiko im Wirtschaftsleben und fällt unter das, was man allgemein Unternehmerrisiko nennt. Das Problem sind nicht die Pleitiers, sondern jene Angeber, die so tun, als ob sie die grossen Macher wären, aber wirtschaftlich nichts zusammenbringen. Deren Geschäftsmodell darauf beruht, öffentliche Gelder zu kassieren, und bei deren Ausbleiben die Patschen zu strecken und Insolvenz anzumelden. Oder deren Pleiten viele andere, oft kleinere Unternehmen mitreissen. Oder die sich zu Herren des Universums oder wenigstens von Gmunden stilisieren, während ihre Bilanzen längst in den Farben jener Partei schillern, der sie meist in keiner Weise nahestehen. Die Bilanzen so rot wie die Herrschaften tiefschwarz.

Vor einiger Zeit, in den Nuller-Jahren des 21. Jahrhunderts (übrigens eine grosse Zeit für alle Art von Nullen!), begab es sich, dass für die Gmundner Festwochen (inzwischen Salzkammergut Festwochen Gmunden) jemand gesucht wurde, der die aufgelaufenen Verluste abdeckt. Von einem Bedarf von 50.000 Euro war die Rede. Wer die hinlegt oder wenigstens die Haftung dafür übernehme, könne Präsident des Festwochenvereins werden, so wurde gemunkelt. Ein umtriebiger SPler versuchte damals gar, so hört man, jemanden aus seiner Reichshälfte aufzutreiben, der gewillt gewesen wäre, einzusteigen. Die deutlich schwarze Mehrheit des Vereins trieb dann lieber selbst jemanden auf. Jemanden, der ihrer Farbenlehre besser entsprach, und der sich schon mal für die ÖVP nützlich erwiesen hatte, indem er ihr die Salzburger Volkszeitung “abnahm”.  Dass den örtlichen ÖVPlern im Verein dieser Herr unbekannt war, spielte keine Rolle. Der Unbekannte wurde einstimmig gewählt, wie man sich noch heute schmunzelnd erzählt. Seit damals darf sich Martin Aistleitner Präsident der Festwochen nennen. Ob er die Kohle in bar hingelegt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber gut, das alles wäre noch kein Grund, sich hier mit diesem Herrn zu beschäftigen.

Aber: dieser Herr war – wie erwähnt – Alleineigentümer der Salzburger Volkszeitung, die vorige Woche in Konkurs ging. Auch das wäre – für sich allein genommen – noch nicht besonders aufregend. Parteiblätter – und die SVZ war auch unter Aistleitner schwärzer als jede Druckerschwärze – gehen seit Jahrzehnten meist zurecht pleite. Die SVZ war da keine Ausnahme. Doch allein schon die Reaktion dieses Herrn auf die Pleite disqualifiziert ihn für das Amt des Präsidenten der Festwochen.

Dass er von der “Hinrichtung eines Provinzverlags” sprach, kann man noch als Frust des Pleitiers einstufen. Dass er selbst an dieser Pleite wohl nicht unschuldig war, das beweisen die nackten Zahlen. Auf der Homepage der SVZ findet sich dazu eine im nachhinein geradezu skurrile Beschönigungs-Hymne:
“Das Unternehmen SVZ wurde seit 2005 schrittweise auch wirtschaftlich saniert. Martin Aistleitner … führte die SVZ … in die bislang besten Zeiten seit dem 65jährigen Bestehen.” (Schlechtes Deutsch bei einem Zeitungsverleger, naja, er meint wohl: “in die bislang besten Zeit während des 65jährigen Bestehens”! Sonst wären die besten Zeiten nämlich nach dem Bestehen ausgebrochen, folglich nach der Pleite, was vielleicht eh stimmt …)
In den besten Zeiten also geht man pleite.
Kein Wunder. Denn die gross hinausposaunte “wirtschaftliche Sanierung” entpuppt sich beim Studium der Bilanzen als eine Verringerung des negativen Eigenkapitals (=Überschuldung) von ca. 2,1 Millionen auf rund 1,8 Millionen im Laufe von sieben oder acht Jahren. Sprich: ein jährlicher “Sanierungserfolg” von beeindruckenden 40.000 Euronen. Sagen wir so: wenn die “Sanierung” im selben Tempo weitergegangen wäre, dann wäre die Überschuldung in naher Zukunft, so um 2060 herum, weg gewesen. Aistleitner dagegen hat erst kürzlich behauptet, man habe “zuletzt deutlich sechsstellige Ergebnisse” ausgewiesen. Wo genau diese Gewinne ausgewiesen wurden, wissen wir nicht, in den veröffentlichten Bilanzen sind diese Gewinne jedenfalls nicht zu finden. Dafür steht in der Bilanz der Media-Holding: “Die Liquidität der Gesellschaft ist durch Erträge aus den Beteiligungen gewährleistet.” Dumm nur, dass die einzigen Beteiligungen, welche die Holding hat, jene beiden Gesellschaften sind, die für die SVZ zuständig waren, und die nun beide in Konkurs sind. Und in deren veröffentlichten Bilanzen die “deutlich sechstelligen Ergebnisse” nicht zu finden sind. Aber dass Bilanzen manchmal haarschaf an der Wirklichkeit entlangschrammen, wissen wir ja seit der Diskussion rund um die Burgtheater-Bilanzen. Das Gesetz der Bilanzwahrheit wird im österreichischen Kulturbetrieb bestenfalls als schrullig eingestuft.

Als Grund der Insolvenz wird die Streichung der bisherigen Presseförderung (zuletzt in Höhe von rund 650.000 Euro) genannt. Nun ja, kann man zwar behaupten, stimmt aber eher nicht. Immerhin sind im Laufe der letzten Jahre ca. 6 (sechs) Millionen Euro an öffentlichen Förderungen ausbezahlt worden (anfänglich noch 1,3 Mille, dann fallend auf ca. die Hälfte). Da die Belegschaft extrem klein war, hätte man da längst “saniert” sein müssen. Der Bruder von Aistleitner agierte übrigens – so erzählen ehemalige Mitarbeiter – mit ziemlich unglücklicher Hand als Chefredakteur (konservativer Familiensinn, gell!). Martin Aistleitner selbst wird auch nicht gerade Sachverstand im Tageszeitungsgeschäft attestiert.
Ein ehemaliger Mitarbeiter im Standard: “Er kann froh sein, dass es die SVZ überhaupt noch so lange gegeben hat; nachdem er sie damals übernommen hat, hat er gleich mal Einsparungsmassnahmen gesetzt und fast alle fix angestellten Redakteure der Reihe nach gekündigt. Die Anzeigenleitung war die reinste Katastrophe, über diese Schiene ist nie Geld reingekommen. Dass man mit dauernd wechselnden fixen freien Mitarbeitern und drei Redakteuren auf Dauer keine Tageszeitung machen kann, liegt auf der Hand, grad, wenn die freien Mitarbeiter der Reihe nach wegbrechen, weil sie bessere Angebote haben. … Es war alles in allem ein unfreundlicher Haufen…immer schön frequentiert von so Politgünstlingen, die absolut abgehoben waren …”
Ein anderer Mitarbeiter erzählt: “Ein dickes Fell hat man dort auf jeden Fall gekriegt, ich mein, wenn man mehrere Tage in Folge (oder mehrmals täglich) die Wutausbrüche vom Konnie (=der Chefredakteur und Bruder von Aistleitner, Anm. BB) über sich ergehen lassen muss, …”

Es stellt sich ohnedies die Frage, inwieweit die angebliche Aistleitner-Gruppe, die Bezeichnung “Gruppe” verdient. Denn auf der Homepage steht zwar: “Die AISTLEITNER GRUPPE betreibt eine Reihe von Unternehmen rund um die zentrale Einheit AISTLEITNER MEDIA HOLDING.” Aber diese Holding ist – wie oben erwähnt – laut Firmenbuch nur an jenen zwei Firmen beteiligt, die als Träger der SVZ soeben pleite gegangen sind. Von einer Gruppe ist da nicht viel zu sehen. Noch dazu, wo diese Holding angeblich die “zentrale Einheit” ist.
Man fragt sich: welche Firmen werden da noch betrieben? Es gibt zwar noch eine Martin Aistleitner KG, bei der sind aber keine Beteiligungen aufgelistet, und ihre Tätigkeit ist laut Firmenbuch auf “Public-Relations-Beratung” beschränkt. Man wird den Eindruck nicht los, dass sich hier jemand grösser macht, als er ist. Was bestens nach Gmunden passt. Soll es hierorts ja öfter geben.

Das alles wäre noch im Rahmen dessen, was halt so vorkommt. Wenn nun aber Herr Aistleitner sich dazu versteigt, anlässlich der durchaus selbstverschuldeten Insolvenz (die Ausrede auf die gestrichenen Förderungen ist angesichts der mangelhaften Sanierungsfortschritte nicht glaubhaft), mit Worten von Schuschnigg um sich zu werfen, ist die Grenze des Erträglichen überschritten: “Wir haben uns daher entschlossen, dass wir der Gewalt weichen und unsere Anwälte beauftragt in den nächsten Tagen einen Insolvenzantrag einzubringen. Und so verabschiede ich mich in dieser schweren Stunde mit einem Herzenswunsch: Gott schütze Österreich!”
DAS IST EINE UNGEHEUERLICHKEIT!
Erstens kann keine Rede von Gewaltanwendung sein. Eine gewählte Regierung hat einen Beschluss gefasst – den darf man kritisieren und diskutieren, man darf ihn infrage stellen. Aber von “Gewaltanwendung” zu faseln, wenn eine legal gewählte Regierung eine Subvention streicht, und das Parlament das dazugehörige Gesetz beschliesst, überschreitet jedes Mass. Das Kriterium für die Zuerkennung der Presseförderung (mindestens 12 journalistische Mitarbeiter) mag doof aussehen, andererseits hat die SVZ es ja bewiesen: mit einer halben Handvoll Journalisten kann man keine gute Tageszeitung machen.
Zweitens, und noch viel schlimmer ist einerseits die Berufung auf Schuschnigg, den Kanzler, viel zutreffender wohl Diktator des Ständestaates, einen herausragenden Vertreter des klerikalen Austrofaschismus, und andererseits das gewählte Zitat: “Gott schütze Österreich!” Zum Einen kann man mit grosser Sicherheit annehmen, dass Österreichs Zeitungsleserschaft das Ableben der SVZ nicht nur überleben, sondern wohl gar nicht bemerken wird. Andererseits aber stellt sich die sehr ernsthafte Frage, was Herr Aistleitner damit gesagt hat!
Immerhin hat Schuschnigg mit diesen Worten seine letzte Radioansprache (11. 3. 1938) beendet, bevor die Nazis die Macht ergriffen. Herr Aistleitner unterstellt also dem zuständigen SP-Minister Ostermayer in der Art der Nazis die Macht zu übernehmen. Das mit dem Zitat des höchsten Repräsentanten jenes Ständestaats und jener politischen Partei, welche die politische Verantwortung trägt für die Ermordung des Grossonkels dieses Ministers im Jahr 1927 durch Mitglieder der regierungsnahen Frontkämpfervereinigung in Schattendorf. Ostermayers Grossonkel war damals ein acht Jahre altes Kind.

Man darf voraussetzen, dass jemand, der offensichtlich bewusst Schuschnigg zitiert, diese Zusammenhänge kennt und damit als Präsident der von den Steuerzahlern finanzierten Festwochen nicht tragbar ist. Sollte er diese Zusammenhänge nicht kennen, dann hat er sich als Präsident eines solchen Festivals erst recht disqualifiziert.

Ohnedies hat dieser Herr ein sehr zweifelhaftes Verständnis von Demokratie und Gesetz. Dazu zwei Stellen aus der Selbstdarstellung der “Gruppe”, deren Alleineigentümer Herr Aistleitner ist.
“Die AISTLEITNER GRUPPE bekennt sich zu christlich konservativen politischen Grundsätzen und ist offen für den Diskurs mit allen Geisteshaltungen.” Klingt bis hierher noch harmlos.
“Für uns steht der Mensch im Vordergrund. Der Mensch als Kunde. Der Mensch als Mitarbeiter. Bei unseren Mitarbeitern sehen wir gerne das Bekenntnis zu einer politischen Ausrichtung ebenso wie die Zugehörigkeit zu einer Weltreligion.”
Wieweit eine Rangordnung, die zuvorderst den Menschen als Kunden sieht, christlich ist, möge der Ortspfarrer beurteilen. Aber von den Mitarbeitern das Bekenntnis zu einer politischen Ausrichtung sowie die Zugehörigkeit zu einer Weltreligion zu verlangen, ist ein klarer Diskriminierungstatbestand. Nach den österreichischen Gesetzen zur Gleichbehandlung ist unter anderem normiert, dass niemand wegen seiner “Religion oder Weltanschauung” benachteiligt werden darf.
Auf der Homepage der Aistleitner-Holding wird unverhohlen klargestellt, dass Mitarbeiter ohne politisches Bekenntnis offenbar nicht erwünscht sind. Ebenso Mitarbeiter, die entweder kein religiöses Bekenntnis haben oder sich zu einer Religion bekennen, die keine Weltreligion ist, deren es nur fünf gibt (Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Judentum). So zählen etwa die im Iran verfolgten Bahai oder die im Irak von Islamisten bedrohten Jesiden nicht zu den Weltreligionen.
Dieser Mann hat ein wahrhaft merkwürdiges Weltbild. Ein Tarnkapperl-Weltbild, hinter dem sich eine zwischen rückschrittlich und reaktionär irrlichternde Haltung verbirgt.

Seinen zweifelhaften Zugang zur österreichischen Rechtsordnung bestätigt er mit einer weiteren Eintragung auf seiner Homepage (und er steht da in der schlechten Tradition des Sonderlings Stronach): “Mit unseren Mitarbeitern haben wir eine Beziehung. Eine geschäftliche Beziehung unter gleichberechtigten Partnern. Dies ist auch der Grund warum wir Betriebsräte in unseren Unternehmen ablehnen. Der Mitarbeiter als Einzelindividuum mit Wünschen und Bedürfnissen, die wir so weit als möglich in allen Lebensbereichen unterstützen wollen.” Das ist die übliche Erklärung von Leuten, die sich durch Gesetze nicht einengen lassen wollen. Motto: Der Chef hats gegeben, der Chef hats genommen. Dazu passt auch gut der verwendete pluralis majestatis, das kaiserliche “wir”, denn hier spricht immer der Alleineigentümer und nicht mehrere Leute. Herr Aistleitner hat keine “Betriebsräte in unseren Unternehmen abzulehnen”.
Immerhin gibt es Gesetze, konkret das Arbeitsverfassungsgesetz, und das ist zu vollziehen. Es wurde nämlich genau dazu geschaffen, Willkürakte von Chefs gegen ihre Mitarbeiterschaft zu verhindern. Als ob lohnabhängige Menschen eine “gleichberechtigte Beziehung” zu ihren autokratisch gesinnten Chefs hätten. Und als ob Betriebsräte den individuellen Wünschen der Mitarbeiter im Wege stehen würden. Es sei auf den Facebook-Eintrag des Gmundner SP-Vizes Dickinger vom 15. Mai dieses Jahres hingewiesen, wo er schreibt: “Betriebsräte: Heute so wichtig wie vor 95 Jahren
Heute, am 15. Mai 2014, jährt sich zum 95. Mal der Beschluss des Gesetzes über die Errichtung von Betriebsräten. Damit gab die 1. Republik den Arbeitnehmern – gegen den Widerstand der Christlich-Sozialen und der Unternehmen – die Möglichkeit einer gesetzlichen Vertretung. Es war dies das erste Gesetz dieser Art in Europa!
Noch immer gibt es allzu viele Unternehmer, die sagen, ‘ihr braucht’s keinen Betriebsrat, ihr könnt’s eh immer zu mir kommen!’ Spätestens im Zuge der ‘Freistellung’ (eine grausliche Diktion) erfolgt dann das ‘böse Erwachen’ …
Dem ist fast nichts mehr hinzu zu fügen. Auf der Aistleitner-Homepage findet die vordemokratische Geisteshaltung des Eigentümers ihren Ausdruck in den Worten “Ausrichtung auf die Person des Unternehmers und seiner persönlichen Geisteshaltung”. Ja, da stören Betriebsräte natürlich.

In Anbetracht dass Herr Aistleitner angesichts des Textes auf seiner Homepage

* sich allem Anschein nach für politische und religiöse Diskriminierung ausspricht

* gesetzliche Bestimmungen des Arbeitsverfassungsrechts in seinem Unternehmen nicht akzeptieren will

* und mit dem Gebrauch des klar konnotierten Schuschnigg-Zitats dem verantwortlichen Minister und der Bundesregierungs insgesamt offenbar “Nazismus” vorwirft

* des weiteren die Regierung und den verantwortlichen Minister der “Gewaltanwendung” bezichtigt

gibt es für ihn nur mehr einen Schritt zu tun:

Rücktritt als Präsident der Salzkammergut Festwochen Gmunden

Ob die Gmundner ÖVP mit ihrer Mehrheit im Verein noch genug Anstand und politische Vernunft hat, diesen Präsidenten aus seinem Amt abzuberufen, darf man angesichts der Ereignisse rund ums Hotel Lacus Infelix bezweifeln. Daher nochmals:

Herr Präsident, treten Sie zurück!

Angesichts der österreichischen Rücktrittskultur steht wohl zu befürchten, dass wir diesen Herrn noch lange in dieser Funktion haben werden.

Bruno Beinhart für das Team Gmundl

Nachwort: Das Team und Bruno entschuldigen sich für die Länge des Beitrags, die aber im Sinne der klaren Darstellung und der journalistischen Genauigkeit notwendig ist, um dem Thema gerecht zu werden.

 

Von Pleitiers und anderen Gmundner Helden

12. August 2014 - 2 Antworten

Der Helden erster Teil

Ein Lagebericht von Bruno Beinhart

Ja, unsere Gmundner Helden und Wohltäter entpuppen sich immer mehr als Pleitegeier erster Güte. Die letzten Wochen zeigten es deutlich.

Über die Defacto-Pleite der gesamten Asamer-Gruppe wurde hier bereits einiges geschrieben. Von aussen ist natürlich vieles schwer einzuschätzen. Wahrscheinlich durchschauen weder die Anwälte und schon gar nicht die Asamers die viele tausende Seiten langen Verträge zum Sanierungsverfahren. Aber nach und nach wird immer wieder ein neues Zipferl der wirklichen Vorgänge sichtbar. So z. B. jetzt bei der Asamer Basaltic Fibers GmbH, die vorige Woche in das “Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung” schlitterte. Früher nannte man sowas schlicht und zutreffend Pleite. Die Frage, wer sich hier “saniert”, bleibt ohnehin offen. In manchen Zeitungen niedlich in der Möglichkeitsform dargestellt: “… es wäre die grösste Insolvenz in OÖ in diesem Jahr …”. Man rechnet sich die Sache nämlich schön. Aus 32 Mille Miesen (denen üppige 463.600 Euronen an werthaltigem Vermögen gegenüberstehen) werden läppische 2 Mille (immerhin noch immer über 26 Million öS!!!), da man angeblich die persönlichen Haftungen der Asamers in Höhe von ca. 30 Mille herausrechnet. Haben die natürlich nicht, sonst wäre ja nicht die ganze Gruppe sanierungsbedürftig gewesen.

Darum sucht man jetzt, die routinierten Leserleins dieses Blogs können an dieser Stelle ein Schmunzeln sicher nicht unterdrücken, also man sucht jetzt, ja was wohl? Einen INVESTOR. (Wem kommt das bekannt vor? Suchen die nicht auch einen Hotelinvestor? Und überhaupt, das G’riss um Investoren hier im Ort nimmt langsam unheimliche Züge an.) Jawohl, man sucht wieder einmal einen Depperten, der bereit ist, für 8 (acht!) Patente niedliche 30 (dreissig) Millionen hinzublattln. Ach ja, es kugeln ja auch noch diese 463.600 Euronen als werthaltige Aktiva herum. Erfahrungsgemäss aber sind bei Insolvenzen diese Art von Aktiva das Papier nicht wert, auf dem sie bilanziert worden sind.

Den zirka 60 Gläubigern bietet man eine Quote von 20 % an. Aber nur, wenn sich ein INVESTOR findet. Die bekmmen also ihre 20 % so sicher wie Gmunden das Asamer-Hotel. Wenn man den Presseberichten glauben darf, geht es um zwei Millionen (die anderen 30 Mille machen sich die Asamers angeblich mit den Banken aus … korreliert mit den 30 Mille, für die man einen Investor sucht, wie wärs mit Herrn Freunschlag, der hat da einschlägige Erfahrungen und seine diesbezügliche  Zuverlässigkeit ist inzwischen geradezu legendär).

Die sechzig Gläubiger sollen also mit 400.000 abgespeist werden. Jeder von ihnen verliert also im Schnitt 27.000 Euro, was für kleine Geschäftsleute (und bei sechzig Gläubigern ist nicht gerade von Multis auszugehen) ein Haufen Geld ist. Die Asamers aber sitzen unbelästigt in ihren Villen, und die Raika lehnt sich zurück und wartet, ob es den Asamers gelingt, die Seebahnhofgründe mitsamt den Hotel-(Alp)Träumen zu Geld zu machen. Die Kleinen lässt man bluten, und die Grossen kommen mit einem Pflaster davon. Aber angesichts dessen, was da vermutlich noch in den Asamer-Firmen an Miesen lauert (wir erinnern uns an die Quadratur des Kreises … so nennen die ihre Bad-Bank), wird einem klar, warum das Match um die Seebahnhofgründe bis zum bitteren Ende gespielt wird. Die HERRschaften brauchen wohl jeden Cent, vor allem aber jede Million. Wenn man etwa nur an Lybien denkt – glaubt wirklich wer den Beteuerungen der Asamers, dass die dortigen Werke wieder voll angelaufen sind und Business as usal herrscht? Wers glaubt, wird selig … Aber vielleicht bekommen sie ja einen Auftrag von der Hamas. Die braucht jetzt – nach der Zerstörung der mit Fertigbetonteilen errichteten Tunnels – neue Betonteile, um die Tunnels wieder herzustellen. Und wie hat der alte Asamer einst so schön gesagt (unsere Babsy hat vor ein paar Wochen diesen unsäglichen Sager aus den Archiven zurück ins Licht der Welt geholt): “Die Juden treiben’s noch soweit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen.” Könnte von der Hamas sein, dieser Spruch.

Ja, ich weiss, die Babsy sagt es eh immer, ich schweife aus und ab. Also zurück zum Thema, denn wie immer man diese Pleite sieht, aber die Asamer Basaltic IST die grösste Pleite dieses Jahres in OÖ. Da gibt es nichts zu beschönigen. Und hätte man die Schieflage der Asamer-Gruppe nicht mittels einer Art Bad-Bank-Konstruktion als Sanierung getarnt, sondern wäre in ein Insolvenzverfahren eingetreten, dann wäre eine realisierte Asamer-Pleite nach Alpine und Konsum wahrscheinlich die drittgrösste Pleite der Zweiten Republik gewesen.
Es bezahlen die in den Hütten, während die in den Palästen weiter kommod in oihren Villen hausen und die Herren der Stadt spielen.
Jeder kleine Unternehmer landet im Privatkonkurs, wird ausgebeutelt, bis der letzte Cent aus ihm rausgefallen ist und darf dann sieben Jahre am Existenzminimum dahinvegetieren. Wer ein paar hundert Mille Schulden schafft (too big to fail, too foolish to succeed), der hat es dagegen geschafft. Da haben die anderen die Sorgen, während der Schuldner als Millionär mehr Long-Drinks schlürft als unsere liebe Babsy mixen kann.

Und weil wir gerade fast beim Thema sind: wir haben jetzt wohl bald drei Hotels, die es niemals geben wird. Das Lacus-Infelix (geplant von den defacto bankrotten Asamers), das Hotel von Realpleitier Siggi John, und jetzt gesellt sich noch das Fiktiv-Hotel im Landschloss-Ort dazu (da wird sich auch noch ein potenter Nichtgeldgeber finden). Und diese inzwischen geradezu verwirrende Zahl von fiktionalen Hotelplänen dient jetzt als Ausrede dafür, dass keines davon kommt. Die Kronenzeitung hat das neueste Ausreden-Karussell am vergangenen Samstag bereits in Betrieb genommen: weil, wenn nämlich auf einmal zwei Hotels realisiert werden würden (sehr ausufernde Möglichkeitsform!), dann hätten alle beide keine Chance, wirtschaftlich zu reüssieren. Ja, eh. Sagen wir ja immer, dass sich nicht einmal ein einzelnes Hotel rechnet, aber wie heisst es so schön: geteilte Pleite ist halbe Pleite. Oder so. Oder auch nicht so. Jedenfalls lautet die neueste Ausrede: solange nicht geklärt ist, welches Hotel wirklich kommt, kann man keines davon bauen, weil ja die Konkurrenz dann viel zu gross wäre, gell, und dann rechnet sich nix, nichts, gar nichts. Wodurch sich übrigens eine neue gute Idee für die ohnedies bereits sensationellen Kammerhof-Museen aufdrängt: dem Klomuseum könnte man dann ein Hotelmuseum angliedern. Eine Ausstellung mit den Plänen aller nicht gebauten Hotels, dazu eine Videoinstallation mit den Aussagen aller Leider-doch-nicht-Investoren und eine Gemäldegalerie, in der all jene Blätter ausgestellt werden, auf die der Herr Bürgermeister sich die vielen Nicht-Hotels zeichnen hat können.

War jetzt schon eine Menge Lesestoff. Also höre ich hier auf, obwohl ich erst einen Helden skizziert habe. Aber war eh gleich eine ganze Familie, ein Clan, wie man so sagt. Aber morgen, da wird es dann ernst mit Rücktrittsaufforderungen. Morgen, kann sein auch erst am Donnerstag, kommt dann mein nächstes Bomberl. Ein kleiner Blog-Beitrag, der Helden zweiter Teil, mit dem verheissungsvollen Titel: “Herr Präsident, treten Sie zurück!” Und jetzt können alle Gmundner Präsidenten raten, wer gemeint ist. (Ja, so viel verrate ich: UHBP Fischer ist nicht gemeint!).

Bruno Beinhart für das Team Gmundl

 

 

Keine Panik …

11. August 2014 - Eine Antwort

… liebe Leserleins! Aber ich bin noch nicht so richtig eingelangt und noch ein Wengerl im Urlaubs-dolce-far-niente. Aber morgen gibt es einen neuen Blog-Beitrag mit dem schönen Titel:

Pleitiers und andere Gmundner Helden

Denn Pleiten sind derzeit das Einzige, mit dem Gmundner Lokalgrößen von sich Reden machen. Und ausserdem werden wir eine Person, die in Gmunden weltbekannt ist, zum Rücktritt auffordern – wegen krasser Diskriminierung und somit schweren Verstössen gegen die gesetzlichen Vorschriften zur Gleichbehandlung. Da wird kein Auge trocken bleiben, so wahr ich Bruno Beinhart heisse! Also bis morgen!

Ach ja, und dann gibt es diese Woche noch eine Anmerkung zur RegioTram, die zumindest nachdenklich machen sollte.

 

Regio-Tram – Stellungnahme Land

4. August 2014 - 4 Antworten

Hallo liebe Leute!

Babsy hat sich nun tatsächlich in den Urlaub verdrückt. Up, up and away. Jetzt bin ich dran, hier den Überblick zu bewahren.

Hatte ein paar schöne Tage fern der Niederungen der Gmundner Tages- und Kommunalpolitik. Man kommt zurück und hofft, dass sich was geändert hat. Hat es aber nicht. Man blickt nochmals weg und wieder hin. Noch immer nichts verändert: zwei Hotels, die nicht gebaut werden. Ein erschütternd frecher Asamer, der gerade wieder einen seiner Betriebe in die Pleite geschickt hat, das Imperium bröckelt weiter, aber die Asamers spielen weiter die Herrscher über Gmunden. Ein überforderter Bürgermeister, der es selbst nicht merkt. Eine umstrittene Regio-Tram. Vergeudete Steuergelder oben ab Grünberg, während das von der ÖVP propagandistisch gross ausgeschlachtet wird, ist der Berg für Familien mit Kindern unerschwinglich geworden. 150 Euro sind weg wie nichts – und das ist kein Fliegenschiss für Leute mit Durchschnittseinkommen.

Die Einwohnerschaft Gmundens ist ganz allgemein – die ÖVP hat es noch nicht überzuckert – gar nicht so erfreut über die “Renovierung” des Grünbergs. Gut, die Seilbahn musste wohl sein, so der Tenor, aber der Rest, den hätte man sich sparen können. Hätten wir Gmunderleins nicht gebraucht. Ja, die ÖVP-Propaganda greift da voll. Die brüsten sich da in der ÖVP-ÖVP-Zeitung (die im Gmundl-Blog übliche Differenzierung zur ÖVP-Gemeindezeitung) mit den Worten: “Touristischer Meilenstein”, und so empfinden es die Menschen hier: für den Tourismus, nicht für die Menschen und schon gar nicht für die Bewohnerleins der Stadt. Tolle ÖVP-Propaganda, voll nach hinten los gegangen. Das freut des Brunos Herz, das ganz und gar nicht beinhart ist, wenn es um die Menschen geht.

Hier in Gmunden also der normale Wahnsinn. Merkt man sogar an einem Sonntag, wenn man erstmals wieder hier aufwacht und zum Morgenmokka, doppelt stark, die liegengeblieben Regionalblättchen mit spitzen Fingern durchblättert. Erstaunlich der Gleichklang zwischen Tips und Rundschau: beide berichten zwar über den Brief Dickingers und die Antwort vom Asamer. Aber sie kommentieren nicht, tun objektiv, aaaaaaber: das letzte Wort hat bei denen der Asamer, der darf unwidersprochen so tun, als ob er alle Abmachungen einhält. Haha, so wie in den letzten sechs Jahren, in denen kein Hotel gebaut worden ist. Oder sieht eines der Leserleins mehr als eine “Gstettn” am Gelände des Seebahnhofs? Und dazu die jeweiligen Überschriften! Die beiden, ich zögere, sie Zeitungen zu nennen, Verlautbarungsblätter stellen das mittels ihrer Schlagzeieln so dar, als ob der freche, böse kleine Dickinger den guten, braven Asamer halt ein wenig ärgern tut, weil Wahlkampf ist. Ein politischer Querulant gegen den Wohltäter Gmundens. Natürlich schreiben die das so nicht hin, aber dank der Schlagzeilen wird das zu einem Duell Dickinger gegen Asamer verniedlicht. Dieser angebliche Lokal”journalismus” hat mit Journalismus nichts zu tun. Das sind Anzeigenplattformen mit eingeschobenen Texten, die eine Zeitung imitieren. Ganz ehrlich: diese Art von “Zeitung” ist so entbehrlich wie ein Kropf.

Und, ja, die Regio-Tram fährt zwar noch nicht, aber die wird kommen. Quer durchs Gmundner Dorf. Wir bringen hier heute (die ziemlich lange) Stellungnahme des Landes auf die Anfrage der FPÖ-Gmunden.

Die positive Stellungnahme des Landes weist allerdings einige interessante Details auf, die man bei der Beurteilung des Projektes mit einbeziehen sollte.
* Es wird mit 200 Neubauprojekten entlang von neuen Strasenbahnen argumentiert. Ist auch nur ein solches Neubauprojekt in einer Kleinstadt wie Gmunden denkbar? Dass in Gebieten mit dichter und bevlkerungsreicher Besiedlung Strassenbahnen ein Erfolg sind, ist ja kein Geheimnis und logisch. Kann man aber ernsthaft solche Modelle wissenschaftlich sauber auf eine Kleinstadt übertragen?
* Der Text verrät klar und deutlich die Strategie der Projekt-Betreiber. Man hat im voraus “ohne Sicherheit ob es weitergeht” Millionen investiert, um dann ein Druckmittel zu haben: das wären verlorene Kosten, wenn man nicht weitermacht. Die Strategie war von den Betreibern zwar geschickt gewählt, beruhte aber nicht auf Analysen, die einer genauen Pfüfung standhalten. Vieles ist Schätzung und oft bloss nur Vermutung.
* Bringt eine neue Traunbrücke Tatsächlich einen Zusatznutzen für Radfahrer, wenn in Zukunft vier Schienen auf der Brückenfahrbahn liegen?
* Von Erneuerungen in der Infrastruktur entlang des Strassenraumes – wie im Papier angeführt – ist, wie man hört aus finanziellen Gründen, keine Rede mehr.
* 67 % der Nutzer auf der Vorchdorfer Bahn sind Schüler. An 180 Tagen im Jahr ist gar keine Schule! Warum legt man dann die Kapazität auf 100 % aus (= Viertelstundentakt nach Vorchdorf)?? Momentan ist wieder bis August Schienenersatzverkehr nach Vorchdorf. Dafür genügt ein VW-Bus …
* Einfach nur neue Schienen durch die Stadt zu verlegen, ist als Konzept – angesichts der Gesamtkosten – zu wenig.
* Allem Anschein nach (das steht nicht im Antwortschreiben) werden die Kosten für die Sanierung des Seebahnhof-Geländes ebenfalls vom Regio-Tram-Budget (also den Steuerzahlerleins) getragen, anstatt wie versprochen, von den Asamers oder sonstwelchen Hotelerrichtern. Aber die Asamers sind klamm, also brandeln wir alle die Sanierung eines Geländes, die dank der Asamerschen Grundstücksspekulation mit Schnellabriss des alten Seebahnhofs notwendig geworden ist.

Viele Menschen in Gmunden fragen sich, ob hier wirklich mit wirtschaftlicher Vernunft vorgegangen wird. Die letzte Antwort ist da noch nicht gegeben, aber eine befriedigende Antwort auf kritische Fragen steht bisher aus.
Bruno Beinhart für das Team Gmundl
Die Antwort des Landes OÖ auf die FPÖ-Anfrage zur Regio-Tram:
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Sommerdolm 2014

28. Juli 2014 - 4 Antworten

Liebe Leserleins!

Bevor Eure Babsy Blitzschnell sich endlich blitzschnell über die Häuser haut und die Sommergeschäfte an den lieben Bruno weiterreicht, darf sie noch namens des Teams Gmundl die virtuelle Auszeichnung

“Dolm des Sommers 2014″

überreichen. Wir konnten bei dieser Entscheidung naturgemäss aus dem Vollen schöpfen, die Entscheidung war wirklich schwer, aber wir haben all jene ausgeschieden, die sich für die Dolme des Jahrzehnts qualifiziert haben, und da blieben dann zwei sehr attraktive und um das Dolmwesen verdiente Einrichtungen über, die sich diesen Titel teilen dürfen.

Einerseits ist das die OÖ Seilbahnholding stellvertretende für all jene, welche die neuen Häuser der Berg- bzw. Talstation der Seilbahn zu verantworten haben. Ein leiser Applaus und laute Pfuirufe also mal für diese Leute und unter anderem dank diesem Bau (ein Bild der Bergstation, für all jene, die noch nicht oben waren, und das sind wohl die meisten Einwohnerleins der Stadt):

seilbahn_berg_1

Man beachte die wirklich gelungene Industriearchitektur, die sich an das Grün der Bäume anhaltenden Glaseinlagen in auqamarin-grün sowie den Look, der echtes Salzkammergut-Feeling verströmt. Eindeutig: ein solcher Bau kann nur hier stehen. Und unsere Besucherleins aus den deutschen Industriegebieten fühlen sich sofort total heimisch. Dass es auch anders geht, zeigt das neue Haus der Naturfreunde am Traunstein (und das, ohne den Lederhosenlook zu strapazieren).

Der zweite Preisträger ist die Wirtschaftsstelle der Gemeinde Gmunden in Tateinheit mit der Stadtgemeinde und den örtlichen Tourismusverantwortlichen. Denen ist es gelungen, den diesjährigen MONDSCHEINBUMMEL auf einen geradezu eleganten Termin zu legen. Wie der Name sagt: man bummelt im Mondschein. Hier sind jetzt alle Besucherleins und Bummlerleins schwer gefragt: bummeln können sie selber – und leuchten müssen sie auch eigenhändig. Denn die Verantwortlichen haben den Mond nicht in ihre Überlegungen mit einbezogen: am 31. 7. ist es gerade mal vier Tage nach Neumond – viel wird da also nicht scheinen.
Unter einem Mondscheinbummel stellt sich das romantische Gemüt Ihrer Babsy schon was deutlich Anderes vor! Kein Wunder, dass man da in Gmunden keinen Lover findet – wenn mich einer bei fast noch Neumond zu einem Mondscheinbummel einlädt, frage ich ihn, ob es ihm auch wirklich gut geht … oder ich fürchte, es ist einer in die Richtung Jack the Ripper, der in den dunklen Ecken Gmundens frauenmordet.

Perfekt wird diese tolle Sache damit, dass das Tourismusbüro an diesem Tag auch angebliche “Mondscheinführungen” veranstaltet – die erste um 17 Uhr. Da ist gewährleistet, dass man und frau nicht einmal die dünne Sichel des gerade erst zuzunehmen beginnenden Mondes sehen, also gar nicht merken, dass kein Mondschein da ist. Auch bei der Führung um 19 oder 21 Uhr sollte man eher nicht erwarten, vom Schein des Mondes getroffen zu werden. Liebe Bewohnerleins, lasst Sonnen- und Mondbrillen zu Hause. Weder das Licht der einen noch das des anderen wird nächtens die Augen blenden. Aber immerhin, wer die dazugehörigen Plakate genau studiert, wird bemerken, dass da ein Ironiker oder eine Ironikerin am Werk war: dem Mond wurde eine Zipfelhaube verpasst. Da war jemandem wohl klar, dass der gute Mond noch als dünner Nach-Neumond im Bett liegt und schnarcht, folglich der Mondscheinbummel ein Strassenbeleuchtungsbummel sein wird (so irgend wann ab 21h30 oder so, weil wir haben nämlich Sommerzeit auch noch, weshalb das Strandbad ebenfalls schon um 20h zusperrt).

So, das waren die Sommerdolme 2014. Mögen die Pfuirufe noch lange in deren Ohren widerhallen!

Diese Woche geht es weiter mit der Diskussion um die Regio-Tram. Bis dann!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Otis Spann und “Moon Blues”

Diana Krall – Fly me to the moon

Gmundner Pausenkaschperl

26. Juli 2014 - 2 Antworten

Ihre Babsy erinnert sich an ihre nicht sooo wahnsinnig weit in der Vergangenheit liegende Schulzeit. In der Schule gab es die inoffizielle und weder vom Ministerium geförderte noch in den Lehrplänen aufscheinende Einrichtung des Pausenkasperls (gesprochen: Pausenkaschperl). Merkwürdigerweise immer männlich. Weibliche Pausenkaschperln gibt es nicht, so zumindest der Eindruck, den Ihre Babsy hat. Dieser Pausenkaschperl war meist nicht der hellste Schüler, angesiedelt im unteren Drittel der Unscheinbaren, die in keinem Fach besonders glänzten. Glanz bekamen sie dadurch, dass sie den Klügeren oder oft nur den Unverschämteren den Pausenclown machten. Blöde Witze rissen, die angesichts der zu erwartenden Fadesse der nächsten Unterrichtsstunde, trotzdem ihr Publikum fanden. Man und frau lachte, weil es nichts Besseres zu tun gab. Die Lehrer reagierten meist verwirrt, so zwischen Amüsiertheit und Verärgerung.

Pausenkaschperln sind im Grund völlig nutzlos, dienen der Verwirrung und Zerstreuung, sorgen meist für Gelächter auf nicht allzu hoher Intelligenzstufe.

Der angebliche Investor, Herr Freunschlag, ist – man erlaube mir diesen Vergleich – sowas wie der Pausenkaschperl der Gmundner Politik, oder: der Asamers, oder des Hotelbaus oder der Gmundner ÖVP. Er sorgt mit seinen Äusserungen entweder für Verwunderung, Verwirrung oder Gelächter auf nicht all zu hohem Humorplateau. Dieser ihm zugedachten Rolle wird er auch ganz aktuell wieder gerecht. Der Beweis: sein Antwortbrief an SP-Vzbgm. Dickinger auf dessen Fragen.

Hier einmal der Brief zum allgemeinen Genuss (so wie ja auch die Schülerschaft die Auftritte des Pausenkaschperls, die meist eben nur Pausenlänge haben, fünf Minuten lang geniesst, man weiss ja: es ist gleich wieder vorbei!):

Sehr geehrter Vizebürgermeister Dr. Christian Dickinger!

Danke für Ihr Schreiben vom 17.7.2014, welches ich hiermit gerne beantworte:
Prinzipiell verweise ich auf die Antwort von Hr. Kurt Asamer, welcher ich mich vollinhaltlich zur Gänze anschließe!

Es ist nicht ganz einfach in Gmunden mit den ganzen herumschwirrenden Behauptungen, welche bewusst oder auch unbewusst verlautbart werden.
Ich habe solche Situationen bis dato noch nie erlebt und daher ist es auch für mich sehr spannend.

Wir haben das Ziel das Hotel und die Wohnungen in Gmunden zu errichten, haben bereits viel Geld investiert, eine komplette Einreichung durchgezogen und Ausschreibungen für den Baubeginn erstellt sowie sämtliche Vorkehrungen getroffen um in Gmunden ein Hotel zu bauen.

Ich würde mich freuen wenn auch Sie das Projekt befürworten und wir gemeinsam doch noch zum Ziel beitragen können, sofern es auch Ihr Ziel ist, ein derartiges Hotel in Gmunden anbieten zu können.

Beste Grüße
Ing. Peter Freunschlag, Geschäftsführer GPM-Group

Im Ton scheinbar freun(d)licher, in der Sache knallhart: Verweis auf den hier bereits gebrachten und kommentierten Brief von Asamer. Dass Herr Freunschlag sich traut, von “herumschwirrenden Behauptungen” zu schreiben, ist ein starkes Stück. Einer der Hauptbehaupter ist nämlich er selbst: er behauptet, Investor zu sein. Ist er aber nicht, wie die bisherige Geschichte des Hotelnichtbaus zeigt. Der Appell an Dickinger, dieses Hotelbau zu befürworten, ist echt originell. Beinahe schon verhaltensoriginell. Tatsache ist: beide Herren verweigern die Antwort auf Dickingers berechtigte Fragen, die auch jene Fragen sind, die sich die grosse Mehrheit der politisch interessierten Gmundner Bevölkerung längst stellt. Auch Pausenkaschperliaden ändern nichts daran, dass diese Herrschaften bisher nur leere Versprechungen gegeben und ein wertvolles Grundstück zum Billigstpreis eingesackt haben. Wie unernst darf es noch sein?

Freunschlags Behauptung, man habe “eine komplette Einreichung durchgezogen” ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu übertreffen. Erstens: “durchgezogen” heisst, dass man etwas sehr schnell und prompt gemacht hat. Wenn man seit Jahren ein Projekt angeblich entwickelt, dann muss man sich wundern, wenn nach Jahren der Planung im Februar plötzlich die Hektik der Einreichung ausbricht. “Durchziehen” schaut anders aus, oder meint Herr Freunschlag mit “durchziehen” die undemokratische und allen Regeln Hohn sprechende Abstimmung über die Vertragsverlängerung im Gemeinderat (Jänner)? Und das Wort “komplett” ist im Zusammenhang mit der Einreichung auch nicht gerade eine Tochter der Wahrheit. Die entsprechenden Äusserungen, die sogar BM Köppl entschlüpft sind (siehe salzi-tv), zeugen vom puren Gegenteil. Ein Projekt, über das seit Jahren verhandelt, diskutiert und gestritten wird, und dann gibt es nicht einmal noch Verhandlungen im Wasserrecht und vom Naturschutz, weil man sich offenbar um solche Kleinigkeiten nicht geschert hat. Das Wort “komplett” kann in diesem Zusammenhang nur mit Unsinn kombiniert werden.

Wir erinnern an die folgende Aussage von Herrn Freunschlag im Salzi-TV Mitte Juni: “Im Juni wird der erste Bagger fahren und dort voll loslegen.” Der Bagger muss sich verfahren haben. Sollte in einer OÖ-Gemeinde ein Bagger gesichtet worden sein, dessen Fahrer wirr Löcher in den Boden grabt oder verzweifelt nach einem See Ausschau hält, dann bitte schicken Sie den Fahrer samt Bagger Richtung Gmunden. Im selben Beitrag hat dieser famose Investor auch noch folgendes gesagt: “Es gibt quasi (!!!!, Rufzeichen von Babsy) einen Eigenkapitalinvestor, der neu dazu gekommen ist, und der alles möglich macht.” Auch der muss sich gemeinsam mit dem Bagger verfahren haben. Oder er hat sich im Schlagschatten des Baggers schnell wieder aus dem Staub gemacht. Interessant auch die Wortwahl des Herrn Freunschlag: er spricht von EINEM Investor, nachdem er uns urlang erklärt hat, die Chalet-Käufer müssten mit den Chalets auch einen Anteil am Hotel erwerben. Keine Chalet-Interessenten – keine Investoren, das ist die einfache Rechnung, die Ihre Babsy hier aufmacht. Und beachtenswert auch das Wort “quasi” als Beifügung zum Wort “Eigenkapitalinvestor”. Laut Deutsch-Wiki ist das Wort “quasi” die “Einleitung einer Übertreibung”. Als Synonyme werden angeführt: beinahe, ungefähr, fast sowie annähernd. Wir haben es folglich mit einem Beinahe-Eigenkapitalinvestor zu tun, der fast über Eigenkapital verfügt, annähernd Geld flüssig machen kann und ungefähr bald das Geld auf den Tisch legen kann. Jemand, der solche Äusserungen macht, hat sich den Titel des Pausenkaschperls mehr als nur quasi verdient.

Ebenfalls erwähnenswert, dass Freunschlag jetzt behauptet, er habe bereits viel Geld investiert. Vor einigen Wochen in einem salzi-tv-Gespräch klang das noch ganz anders: da hat er gesagt, er habe kein Geld investiert, sondern nur Vorarbeiten. Also was jetzt?

Vorschlag von Babsy: machen wir es wie in der Schule! Lassen wir die Auftritte des Pausenclowns über uns ergehen, sie dauern immer nur kurz, und nehmen wir sie vor allem keine Sekunde lang ernst! Und Ihrer ob all dieses Gequassels von Möchtegern-Investoren schon ziemlich überanstrengten Babsy fällt da nur noch ein wirklich passender Verdauungs-Drink ein: ein Dirty Sanchez, der bringts in diesem Fall: 1,5 cl Baileys, 1,5 cl Tequila gold, 1,5 cl Kaffeelikör, und schön mit Eis shaken (Achtung, dass kein Inwestohr hineinfällt in den Mixbecher!).

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Hier noch der Link zum salzi-tv mit ein paar wirklich urigen Sätzen zum Thema “Hotelbau zu Asam”:

http://www.salzi.tv/video/Erneute-Fristverlaengerung-und-letzte-Chance-fuer-Lacus-Felix/81605be4b26dcd30b186d17ed43e14ff

Asamer vergreift sich im Ton …

25. Juli 2014 - 4 Antworten

Was glaubt der Mann, wer er ist? Der Heilige Baron von Gmunden? Oder was? Das Antwortschreiben Asamers an Vzbgm. Dickinger heisst eingedeutscht: rutschts mir alle den Buckel runter. Arroganz kommt offenbar nicht nur vor sondern auch noch nach dem Fall. Diese Leute haben fast eine Milliarde Schulden angehäuft, ihre Firmengruppe musste einem mühsamen Sanierungsprozess unterzogen werden (dessen endgültiger Ausgang, wir haben es hier bereits kommentiert, ungewiss ist), für den die Kunden der betroffenen Banken und wohl teilweise auch die Öffentlichkeit aufkommen muss. Denn die Seebahnhofgrundstücke dienen – darauf deuten viele Zeichen hin – als Versorgungsgeschenk an die Asamers. Der RAIKA ist die Sache wohl zu “heiss”, daher hat man den Asamers überlassen, sich dieses Filetstückerl zu sichern.

Das Problem: bisher war die Herrschaft, dafür sprechen die bisherigen Vorgänge, nicht in der Lage, tatsächlich Finanziers für das Hotel zu finden. Leider scheinen die ÖVP und Teile der FPÖ beschlossen zu haben, die Schmierenkomödie rund ums Hotel bis zum bitteren Ende (= die Asamers kassieren das Grundstück um einen Pappenstiel) mitzuspielen. Die Antwort Asamers auf die Fragen von SP-Vzbg. Dickinger spricht Bände und bedarf eigentlich keines Kommentars mehr. Trotzdem will Ihre Babsy Blitzschnell dazu nicht ganz schweigen.
Was immer in den Verträgen steht: wer an einer derart prominenten Stelle eine Hotel, noch dazu ein scheussliches, hinstellen will, wer in das Gefüge des Sees (Chalets!) und des Panoramas drastisch eingreifen will, der hat die Fragen der Öffentlichkeit nach den Investoren und deren Namen zu beantworten. Der hat Seriosität zu beweisen, nicht Herumflunkern und Schmähführen. Denn es ist diese Öffentlichkeit, die dann, wenn es schiefgeht, mit den Trümmern, Bauruinen oder was auch dereinst dort herumstehen mag, leben muss. Mehr noch: die Kosten dafür trägt, wenn man das Zeug wegsprengen, umbauen etc. muss. Und sie trägt die Kosten für den Verlust eines wichtigen Erholungsgebiets, des einzigen frei zugänglichen und kostenlosen Badeplatzes am See in Gmunden. Da wird der Herr Baron von und zu Turmbau wohl noch die Namen der Investoren nennen können. Kann er aber nicht, weil es die nicht gibt.

Vielmehr läuft die Strategie erkennbar (wir haben es hier schon mehrmals geschrieben) darauf hinaus, den Gemeinderäten Angst zu machen, ihnen einzureden, ein Rückkauf des Seebahnhofgeländes birge hohe Prozessrisken, und sie so von einem Rückkaufsbeschluss abzuhalten. Dafür legt man dann seitens Asamers lächerliche 2 Mille Pönale auf den Tisch. So billig will ihre Babsy auch zu einem solchen Grundstück kommen. Da würde ich den hoffentlich langen Rest meines noch jungen Lebens nicht mehr arbeiten gehen müssen. So schaut es aus, liebe Leserleins!

Ihre Babsy sieht den Brief von Asamer als persönliche Beleidigung und als Beleidgung aller Wählerleins. Der Ton, den Asamer sich einem gewählten Volksvertreter gegenüber erlaubt, ist skandalös. Dieser Leute verarschen uns seit Jahr und Tag, haben die ÖVP eingesackt, und jetzt auch Teile der FPÖ, und glauben, in Gmunden gelte ihr Gesetz und sonst nichts. Nach dem Motto: Wer das Geld hat, schafft an. Blöd nur, dass die Asamers kein Geld haben, sondern nur aus besonderen Gründen und dank der Nachsicht der Banken (mit der kleine Kreditnehmer nicht rechnen dürfen!) nicht den Gang zum Insolvenzgericht antreten mussten. Der Kaiser ist nackt, und zwar ziemlich und nicht nur im Weissenbachtal im Sommer. ÖVP und FPÖ: schaut mal genau hin: Der hat nix an, der Asamer!

Hier also zuerst das Schreiben des Herrn Asamer:

Sehr geehrter Herr Dr. Dickinger,

In Beantwortung Ihres Offenen Briefes an mich darf ich wie folgt Stellung nehmen:

Es freut mich, dass Sie nach nunmehr 9 monatiger Gesprächsverweigerung (sowohl telefonisch, in öffentlichen Diskussionen mit uns, in Ignorierung von Einladungen unsererseits und anderen Kommunikationsversuchen), nunmehr scheinbar wieder in eine Kommunikation gehen wollen.
Liest man jedoch Ihren Brief „zwischen den Zeilen“ dann erkennt man, dass Sie scheinbar nur Munition für neues politisches Hick-Hack suchen.
Nicht desto trotz werde ich Ihre Fragen wie folgt beantworten.
Sämtliche Fragen a-e) beziehen sich darauf, wer Investoren des Hotels sind und wer wann welche Information diesbezüglich erhalten hat.
Aus welcher unserer Verträge sehen Sie eine Verpflichtung, dass wir Sie oder jemand anderen informieren müssen, wer unsere Investoren sind und mit wem wir als Geschäftspartner kooperieren?

Wenn Sie die Verträge, welche im Jänner im Gemeinderat beschlossen wurden, aufmerksam durchlesen, dann erkennen Sie, dass unsere Verpflichtung darin lag bis 28.02. bewilligungsfähige Einreichunterlagen betreffend dem Wohnbauprojekt an die Baubehörde zu übermitteln und der nächste Schritt der Projektentwicklung die Erteilung der Baubewilligung durch die Baubehörde ist.
Ab diesem Zeitpunkt sind wir auch verpflichtet, den Baubeginn des Hotels zu melden und gemäß den in den Verträgen bestimmten Fristigkeiten den Bau zügig durchzuführen.
Des Weiteren sind wir verpflichtet gleichzeitig auch mit Baubeginn der Gemeinde die Ausfinanzierung des Projektes nachzuweisen.

Wir werden all diesen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommen.

Mit freundlichen Grüßen
Kurt Asamer

“Schmecks Kropferter” lautet ein bayrisches Sprichwort. So könnte man dieses Schreiben zusammenfassen. Dazu hat Vzbgm. Dickinger uns folgenden Brief geschrieben, der auch auf meinen Kommentar im Blog zu seinen Schreiben eingeht:

Zum Beitrag „Verwirrung um Lacus Infelix“

 Sie haben auf Ihrer Seite freundlicherweise meine beiden „offenen Briefe“ an die Herren Asamer und Freunschlag abgedruckt und kommentiert. „Andere Medien“ üben sich diesbezüglich in erstaunlicher „Zurückhaltung“. Ein paar Zeilen in den „OÖN“, kein Beitrag in den „Tips“, mal sehen, ob morgen die „Rundschau“ darüber berichtet.

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht der Meinung, dass die Schreiben „sinnlos“ seien. Wie lange und mit welcher Emotion wurde Peter Freunschlag als „Investor“ gefeiert? Ich habe stets gesagt, dass er kein solcher sei und wurde dafür heftig kritisiert. Die Öffentlichkeit und auch wir Kommunalpolitiker haben ein Recht darauf, von den Herren Asamer und Freunschlag persönlich – expressis verbis – zu erfahren, ob wir, wie Sie schreiben „verarscht“ wurden. Meine Meinung ist von der Ihren wohl nicht weit entfernt. Meine Schreiben dienten dazu, die Herren anzuhalten, endlich „Farbe zu bekennen“. Das präpotente Antwortschreiben von Herrn Asamer (siehe Anhang) spricht ebenso Bände wie das „Schweigen“ des Herrn Freunschlag.

Ich habe mich in mehreren Sitzungen von Stadt- und Gemeinderäten, dies seit Frühjahr des Vorjahres, vehement, FÜR den Rückkauf ausgesprochen. Die SPÖ hat seither STETS gegen eine Verlängerung der Fristen und diverse Vertagungen gestimmt. „Skepsis, was die Haltung der SPÖ“ anlangt, von der Sie schreiben, ist wirklich unangebracht. Hätten wir im Vorjahr den Rückkauf beschlossen, wäre alles klar gewesen. ÖVP und FPÖ haben dies aktiv verhindert.

Asamers Unterstellung, ich hätte „Gesprächsverweigerung“ praktiziert, ist lächerlich. Ich habe über die Jahre hinweg an Dutzenden Verhandlungsrunden teilgenommen. Nachdem der rechtzeitige Antrag auf Rückkauf von den genannten Parteien abgeschmettert wurde, sah ich keinen Grund mehr, weitere Gespräche zu führen. Ich fahre nicht wie ÖVP und FPÖ in die Asamer-Zentrale nach Ohlsdorf, um mich indoktrinieren zu lassen.

Wie wir alle wissen, hat dieses Hotel-Projekt (haben die Hotel-Projekte) eine lange und wechselvolle Geschichte. Die SPÖ hat im Jahre 2008 im Gemeinderat einen Antrag auf Rückkauf der Seebahnhof-Gründe gestellt, der mit einer großen Mehrheit abgelehnt wurde. Dann kam das neue Projekt. ÖVP und FPÖ hätten dieses ohne Probleme „durchwinken“ können. Wir haben unsere Zustimmung davon abhängig gemacht, dass ein „Durchgang für die Öffentlichkeit“ und eine Vergrößerung der öffentlichen Badefläche zugestanden wird. Dem wurde nach sehr langen Verhandlungen statt gegeben. Ein apodiktisches „Nein“ seitens der SPÖ hätte in der Sache gar nichts bewirkt; ich wäre nur jetzt nicht in der gar nicht so angenehmen Position, mich hier „erklären“ zu müssen. Dies ist aber notwendig. Außerdem nehme ich für mich in Anspruch, auch „ein wenig klüger“ werden zu dürfen. Die Frau Babsy darf sich dessen also gewiss sein, dass wir nicht nur auf „Kurs“ bleiben, sondern auch weiterhin kräftig in’s Ruder greifen werden.

 Mit besten Grüßen
Christian Dickinger

PS: Ein „superknapper“ Bikini ist im Strandbad (noch) nicht verboten

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Lieber Herr Vizebürgermeister!

Ihre Eingangszeilen zeigen, wie wichtig es ist, dass es unseren Blog gibt, und auch wie wichtig es ist, dass wir unabhängig sind, und uns niemand zensurieren kann. Auch wenn das nicht immer angenehm für Betroffene ist. Hier ist fast jede Partei bzw. deren Aushängeschilder schon mal drangekommen. Diese Zeilen zeigen auch das totale Versagen der lokalen Print-Medien auf. Wir hoffen, dass hier jene Diskussionen möglich sind, die sonst (insbesondere von der Gemeinderatsmehrheit) gern verhindert werden.

Was die von mir ins Treffen geführte “Sinnlosigkeit” der Anfragen an Asamer und Freunschlag betrifft, kann man natürlich geteilter Meinung sein. Ich bin davon ausgegangen, dass diese Leute entweder gar nicht antworten, oder leeres Geschwätz wie gewohnt absondern werden. Dass der Asamer saufrech antworten wird, habe ich nicht erwartet. Ehrlich nicht! Insofern darf auch ich als Kolumnistin klüger werden. Die rotzfreche Antwort an einen gewählten Volksvertreter war es nun doch wert, provoziert zu werden. Damit die Leute endlich wirklich sehen, wo der Asamer-Hase langlauft. Und vielleicht auch jene Volksvertreter, die jetzt aus wer weiss welchen Gründen das Hohe Lied der Asamers singen, oder sich zumindest von der Schreckpropaganda “Prozessrisken” beeindrucken lassen. Vielleicht merken ÖVP und FPÖ endlich die tiefe Verachtung gegenüber demokratischen Institutionen, die aus diesem Schreiben nur mühsam kaschiert hervorgrinst. Dass diese Leute noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen sind, bewies ihr Häuptling schon vor mehr als einem dutzend Jahren, es war gerade blau-schwarz im Schwange: “Die Juden treiben’s noch soweit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen.” So in bestem self-made-Deutsch der Clan-Chef Hans Asamer, ÖVP, Ex-Bürgermeister von Ohlsdorf im Jahr 2000.

Was die von Ihnen verteidigten Kursänderungen der SP betrifft: das Argument, die ÖVP hätte es mit ihrer Mehrheit ohnehin durchziehen können, ist nur teilweise richtig. Man hätte vielleicht damals schon anders agieren müssen und darauf bestehen sollen, dass die Grundstücke im Gemeindeeigentum bleiben. Es gab auch damals genug warnende Stimmen, soweit mir bekannt ist, auch in der SP. Hätte man damals mehr Lärm gemacht, dann hätten wir jetzt vielleicht diese ganzen Scherereien nicht. Wobei, so sieht es jedenfalls für mich aus, die Gemeindevertreter sich vom “Glanz” der Asamers täuschen haben lassen und in einer Art blindem Vertrauen die Dinge abgesegnet haben. Man kann nur hoffen, dass diese Lehre über die Folgen einer zu engen Verquickungen zwischen Wirtschaft und Politik jetzt “sitzt” und in Erinnerung bleibt. Bei den Vertretern aller Parteien, wobei ich annehme, dass bei der ÖVP und Teilen der FP diesbezüglich Hopfen und Malz verloren ist.

In diesem Sinne freut sich Babsy jedenfalls zu hören, dass die SPÖ auf Kurs bleiben und kräftig ins “Ruder greifen” will. Ich bin ganz sicher, dass das Theater rund um das Hotel weitergehen wird. Es stellt sich immer dringender die Frage, warum die ÖVP noch immer den Rückkauf verzögert. Ob es wirklich nur die Angst vor dem Prozessrisiko ist?

Und was die Bikinifrage angeht: äh, ja, weiss ich, dass das nicht, oder wie Sie schreiben “noch nicht”, verboten ist. Aber ich verbiete es mir, weil ich im Strandbad nicht von verklemmten Spannern blöd angegafft werden will. Manche Gmundner sind da noch nicht so ganz auf städtischem Niveau angelangt. Dann lieber gleich Nacktbaden unter Gleichgesinnten (kann mir wer verraten, wie man dieses Wort richtig gendern soll … GleichgesinntInnen??? Saublöd!). Da schaut niemand hin, und die Spechtler müssen sich im Gebüsch verstecken. Meist finden sich kräftige Hände, die solchen Leuten zur entsprechenden Abkühlung im Gewässer verhelfen, wie das auf FKK-Geländen normalerweise eben so ist. Aber im STrandbad … nee, das lass ich lieber bleiben. No demand for dirty old men jokes.

Mit besten Empfehlungen

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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Am Wochenende geht die Diskussion rund um die Regio-Tram weiter. Neue Stellungsnahmen, neue Erkenntnisse, so hoffe ich jedenfalls. Scheisse, ich schiebe hier Dienst, während der Rest sich irgendwo gemütlich aalt. Gerade jetzt, wo so viel zu tun ist. Mitten im Sommer. Wer hätte damit gerechnet? Ach ja, die Altmünsteraner werden kommendes Wochenende gleich nochmals mit Lärm gequält, beim Seefest. Da können einem die Hackler, die sich ausschlafen müssen, nur leid tun. Die paar Touristen die noch kommen, sind selbst schuld. Was glauben sie auch der Werbung vom Tourismusverein! Und Leutln, nicht wieder saufen und vandalieren!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

 

 

Kotzfrech …

24. Juli 2014 - Leave a Response

BREAKING NEWS  +++ BREAKING NEWS +++ BREAKING NEWS

ASAMER ANTWORTET SP-Vzbgm. DICKINGER

Soeben haben wir jenen Brief erhalten, den Asamer als Antwort auf Dickingers Fragenbrief geschickt hat. Dieses Antwortschreiben spricht für sich selbst: dieser Herr legt eine – von den Banken mühsam kaschierte – Pleite hin und spielt noch immer den grossen Macker. Dieser Mann verhöhnt gewählte Volksvertreter, arrogant wie ein Feudalherr. Wir stellen dieses geradezu skandalöse Schreiben Asamers morgen früh online. Alle Mandatarinnen und Mandatare, die noch einen Restbestand an Demokratiebewusstsein haben, müssten Asamer endlich in die Schranken weisen und auf das zurückstutzen, was er ist: ein wirtschaftlich gescheiterter Möchtegern-Stadtkaiser, der der Politik noch immer die Bedingungen und Spielregeln diktieren will.

Dazu gibt es auch noch eine Stellungnahme von Dickinger zu diesem Antwortbrief und zu den Anmerkungen Ihrer Babsy Blitzschnell. Spannende Unterhaltung, teilweise allerdings auf triestem Niveau (Asamer).

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

 

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