Regio Aufreger

29. Mai 2015 - Leave a Response

Heute: Bruno Beinhart über die Regio-Story

Liebe Mitmenschen!

Gestern also die grosse Präsentation des Bus-Konzepts der Bürgerinitiative für ein zugfreies Gmunden. Wir werden jetzt nicht die Leserschaft dieses Blogs mit der Wiederholung aller Argumente gegen die Regio belästigen. Wir setzen die als bekannt voraus.
Zur ausserordentlich gut besuchten Veranstaltung nur ein paar Bemerkungen.
Unverkennbar ist das Thema inzwischen hoch emotionalisiert. Viele sind empört über einen Vorgang, den manche schon einen “Jahrhundertskandal” nennen. Das mag eine Nummer zu hoch gegriffen sein, wir wissen nämlich nicht, welche Ideen noch so in manchen Hirnen schlummern und womöglich geweckt werden, die noch monströser sind.

Evident ist die Ausschaltung der Bevölkerung bei der Willensbildung. Es ist die erklärte Absicht, die Bevölkerung nicht zu befragen und das Regio-Projekt “durchzuziehen”. Als der Fachmann des Busherstellers Volvo, ein Schweizer, darauf hinwies, dass in der Schweiz ein solches Projekt natürlich einer Volksabstimmung unterzogen werden müsste (und längst unterzogen worden wäre), brandete im Saal frenetischer Applaus auf. Das den Politikern zu Warnung.

Immerhin: der zuständige Stadtrat Sageder (SPÖ) hatte die Courage, sich bei dieser Veranstaltung zu zeigen – und war klug genug, nicht das Wort zu ergreifen. Dass die eigentlichen Betreiber dieses Wahnsinns, Stern & Hafferl, sich hinter der Politik verstecken ist ebenso offensichtlich. Sie kommen nicht, verpulvern lieber Steuergelder mit Nonsens-Werbung für die Regio. Klar, wenn man viele Millionen verdienen kann unter totaler Ausschaltung des Unternehmerrisikos, kann man leicht lachen. Würde ich auch! Ich habe nur leider kein Projekt, das ich den Steuerzahlern umhängen und gleichzeitig in ihre Taschen greifen kann, um sie auszusackeln. S & H verlässt sich auf seine stumpfsinnige Werbemasche. Auch wenn man jetzt des Sujet änderte, weil man nicht mit der Kreativität der Bürgerschaft gerechnet hatte. Die hat nämlich hier im Blog jede Menge parodierender Abwandlungen des Plakats mit Slogans versorgt, die den ganzen Wahnsinn ironisch bloss stellen. Dafür an dieser Stelle danke.

Bei dieser Gelegenheit muss man eine Sache allerdings wiederholen. Gerade angesichts der gestrigen Informationsveranstaltung. Die im Gegensatz zur S&H-Werbung wirklich informativ war. Man muss nochmals auf die Entstehungsgeschichte des Durchbindungsprojekts hinweisen, um die ganze Misere zu verstehen.
Am Anfang stand keineswegs die Idee einer Verlängerung der Vorchdorfer Bahn quer durch die Innenstadt bis zum Gmundner Bahnhof. Wer das sagt, betreibt Geschichtsfälschung. Viele Jahre wurde nur davon gesprochen, die Nostalgie-Bim bis zum Rathausplatz zu führen. Es gab auch die Idee, sie eventuell bis zum Klosterplatz zu verlängern. Mit dem Hintergedanken, dann in Richtung Ostufer bis zum Umkehrplatz zu verlängern, und so die dortige Verkehrsbelastung im Sommer weg zu bekommen. Bald war aber klar, dass das erstens recht teuer gekommen wäre, zu teuer für die Gemeinde. Zweitens jede Menge logistischer Probleme, wenn man den Autoverkehr wegbekommen wollte. Die Wirte waren auch nicht gerade begeistert von dieser Lösung, obwohl sie ihnen sicher viel gebracht hätte. Schon wegen des Promille-Problems beim Autofahren. Mit der Bim ist es egal, ob man ein oder zwei Achterln mehr intus hat.

Das Projekt Bim-Verlängerung geisterte also durch die Köpfe, wurde aber nie ernsthaft angegangen.
Dann aber dämmerte den Gemeindepolitikern, dass eine Menge Sanierungsarbeiten in der Innenstadt anstanden: Leitungen in der Theatergasse bzw. Kammerhofgasse und vor allem die Brückensanierung. Jetzt fand der Sündenfall statt. Denn natürlich hätte man eine sehr einfache und logische Strategie zur Finanzierung wählen können. Niemand kann die Gemeinde zwingen, sich diese Strasse “schenken” zu lassen. Man kann Bedingungen stellen: Sanierung der Einrichtungen und der Brücke. Dank der jahrzehnte langen Verschwendungspolitik von ÖVP und Köppl – teilweise von den anderen Parteien freudig mit getragen – ist Gmunden extrem knapp bei Kassa und kann solche Beträge schwer selbst aufbringen. Also beschritt man diesen Weg nicht.

S&H hatte eine bessere Idee: Verlängerung der Vorchdorfer Bahn durch Gmunden. Im Zuge dessen die Sanierungsarbeiten erledigen und das Land zur Kassa bitten. Eine Strategie, die nur für S&H von Nutzen war. Denn man hätte nicht daran vorbei können, der Gemeinde bei der Sanierung finanziell beizustehen. Aber wie das ist in Gmunden: Think big! Und weil es um die Öffis geht, fallen auch die Grünen, die sonst immer “Small is beautiful” rufen, bereitwillig darauf herein. Man hat sie mit dem Kapperl gefangen, wie man so schön sagt. Die geldgebende Eierwollmichsau war erfunden. Von da an lief alles wie auf “Schienen”.

Es wurde also nicht – wie es sein sollte – zuerst ein Bedarf festgestellt und dann daraus ein Projekt. Sondern es geschah umgekehrt. Man hatte ein Projekt und suchte Begründungen, es zu realisieren. Da griff man auch zu eher unorthodoxen Massnahmen wie etwa der Schätzung des bestehenden Passagieraufkommens, dazu verhaltensoriginelle Ergänzungen wie die Hochrechnung des geschätzten Fahrgastvolumens. Vermutlich unter Verwendung des Newtonschen Näherungsverfahrens:

newton

Es trafen sich zwei Interessen: die der Stadt, die Kosten der Sanierung zu minimieren. Und die von S&H, sein lokales Verkehrsmonopol auszuweiten, zu zementieren und dem Steuerzahler  unter Ausschluss des eigenen Unternehmerrisikos langfristig aufzubürden. So entstand eine unheilvolle Allianz. Die Bevölkerung wurde weiterhin im Glauben belassen, es ginge um eine Verlängerung der Nostalgie-Bim. Eines der Probleme von S&H war nämlich eine seit Jahren bekannte EU-Richtlinie. Die schrieb die Barrierefreiheit für öffentliche Verkehrsmittel vor. Das ist die alte Bim natürlich nicht. Sie hätte ab 2016 nicht mehr als öffentliches Verkehrsmittel betrieben werden dürfen, nur noch als Touristenattraktion. (Wobei wir alle wissen: die Touristen, die mit der als “kleinste Strassenbahn der Welt” beworbenen Bim fahren, kann man an einer Hand abzählen. Im Jahr!) Die Folge: die Bim hätte nicht mehr öffentlich suvbentioniert werden dürfen. S&H wäre um dieses risikolose aber einträgliche Geschäft umgefallen. Eventuelle Verträge zur öffentlichen Finanzierung wären ungültig geworden (EU-Recht sticht nationales Recht!). Die Rettung: Durchbindung der Vorchdorfer Bahn und Beseitigung der Nostalgie-Bim.

Damit begann das traurige Spiel: Projekt sucht Begründung. Nach dem Motto: wir haben schon mal eine Lösung, das zu lösende Problem erfinden wir schnell dazu.

Seit damals gibt es keine kritischen Fragen mehr. Es ging nur noch darum, die Rechtfertigung für ein Projekt zu suchen, das die von der ÖVP demolierten Stadtfinanzen schont und S&H den Zufluss von Steuergeldern langfristig sichert. Eine unheilige Allianz von Politik und Wirtschaft, wie sie für Gmunden so typisch ist. Hätte man dieses Gehirnschmalz dafür verwendet, wirklich gute Ideen für die Innenstadt und ihre kleinen Gewerbetreibenden zu entwickeln, stünde man heute besser da. Die Regio wird nämlich keines der realen Probleme lösen. Jeder weiss das, niemand von den Befürwortern will es zugeben.

Eine grosse Schwachstelle der Bürgerinitiative sei auch einmal klar benannt: man ist sich dort, das ist mein Eindruck, nicht einig in der Frage Sperre der Innenstadt ja oder nein. Ein zugegeben schwieriges Thema. Aber man mache sich keine Illusionen: eine Verkehrsberuhigung wird es nur geben, wenn man – wie in den Orten an den oberitalienischen Seen – tagsüber die Ortsdurchfahrt sperrt. Alles andere ist eine Illusion. Das Geplapper von der Begegnungszone ist genau das: Geplapper. Wer will tatsächlich in der Theatergasse der Regio begegnen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Individualverkehrs? Hier ist es an der Zeit, dass sowohl Gegner als auch Befürworter endlich klar sagen, was sie wollen: Sperre oder Nicht-Sperre der Durchfahrt (im obigen Sinn)! Eine Begegnungszone ohne Sperre der Autodurchfahrt ist in jedem Fall ein schlechter Witz. Da möchte ich darauf hinweisen, dass der Vorschlag von Christian Dickinger, SP-Vizgebürgermeister, einmal mit probeweisen Sperren an Samstagen zu beginnen, endlich ernsthaft diskutiert gehört.
Wir hier im Team sind für die Sperre, damit das klar gesagt ist! Sperre der Durchfahrt und keine Regio – das ist die sinnvollste Lösung (dazu ein ordentliches Konzept der Revitalisierung der Innenstadt mitsamt flankierende Massnahmen für die Geschäfte, bis das Konzept greift). Ausserdem einen sinnvollen Um- bzw. Ausbau des Busnetzes. Denn das ist jetzt schon von fragwürdigster Qualität. Hätten die Verantwortlichen ihr Ohr näher an der Bürgerschaft und ihre Arschbacken auch ausserhalb von Wahlzeiten auf den Sitzen in den Öffis (wären als selbst intensive Nutzer), wüssten sie das längst. Sollten sie es aber wissen und schweigen – umso schlimmer.

Halten wir noch einmal fest: die Regio ist für die Stadtpolitik ein Werkzeug, um sich Sanierungskosten zu sparen. Man legt als Gemeinde nur ca. sechs Millionen hin anstatt geschätzter 20 Millionen (inkl. Brücke). Damit Gmunden sich 14 Mille spart, muss die Steuerzahlerschaft dummerweise rund 60 Millionen mehr ausgeben, als eigentlich notwendig wären. Das ist die Höhe des Schadens für die öffentlichen Haushalte, die mit unseren Steuergeldern gespeist werden. Sechzig Millionen Mehrkosten, damit die Stadtgemeinde sich 14 erspart. Das in Zeiten, da ganze Spitalsabteilungen gesperrt werden, weil kein Geld da ist. Es ist da. Es wird nur falsch ausgegeben, von unseren Spatenschwingern sinnlos verbuddelt. Wer da nicht von einem Wahnsinnssystem spricht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Nachbemerkung: Es wurde auch noch nie untersucht, ob der Brückenneubau überhaupt nötig und sinnvoll ist. Es kann doch nicht sein, dass man solche Bauwerke alle paar Jahrzehnte wegreisst und neu baut. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Das sollten eigentlich auch die Grünen merken. Warum wird die Brücke nicht saniert? Kostet auch Geld, aber der teure Neubau wird wohl nur wegen der schweren Züge, die dann fahren sollen, fällig. Eine Vergeudung nicht nur von Geld, sondern auch von Resourcen, liebe Grüne, schreibt euch das bitte ins Stammbuch und denkt darüber einmal nach! Vertretet ihr die Interessen von Nachhaltigkeit oder die der Bauindustrie? Und denkt auch darüber nach: wenn man Brücken um 20 Jahre zu früh demoliert, heisst das, bei der angeblichen Lebensdauer von ca. 70 Jahren, fast ein Drittel der Lebensdauer nicht zu nutzen. Wenn wir das zum Modell für offentliche Bauten erheben, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht!
Dass das Fundament der Brücke aus dem Jahr 1901 und aus Holz ist, ist ein schwaches Argument für den Neubau. So wie man auch jetzt die Brücke nicht wegreisst, sondern in zwei Schritten neu errichtet, könnte man auch die Fundamente sanieren und die Brücke damit für ungefähr 50 Jahre weiteren Gebrauchs sanieren – das wäre eine ökologisch nachhaltige und sinnvolle Lösung. Eigentlich ein grünes Thema. Gell, würde unsere Babsy noch anfügen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Wir ersuchen um Entschuldigung für die anhaltenden Verspätungen im Blog-Veröffentlichen. Unser Nerd ist noch am Werken …


Ja, liebe Mitmenschen! Auch heute unsere Plakatserie “Ich freu mir einen Ast ab”. Noch immer trudeln haufenweise Slogans ein. Danke!

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Heute SalCI schauen & reden & fragen!

28. Mai 2015 - Leave a Response

SALCI_info_28052015
Heute:
Babsy über Zukunftsfragen
AndyB antwortet Christian Dickinger

Liebe Leserleins!

So solls sein, gell! Wir diskutieren hier über die Keramikstadt. Heute Antwortet AndyB auf die Antwort von Christian Dickinger auf die Kritik von AndyB … ja, das ist ein echter Wortwechsel wie er sein soll!
Jetzt soll nicht der Eindruck entstehen, hier mätschen sich nur zwei Leute. Aus den Mails sehen wir, dass die Grundidee von Dickinger, man müsse grundsätzlich über die Ausrichtung und Positionierung von Gmunden diskutieren, und zwar mit der Bevölikerung, gut aufgenommen wird. Begrüsst wird auch, dass hier versucht wird, eine Wahlauseinandersetzung mit Inhalt und Gedanken zu führen. Was aber viele Schreiberleins verlangen, weil sie das für noch wichtiger halten: ein Konzept, wie man die Wohnsituation in Gmunden grundlegend verbessern kann. Es geht um leistbares Wohnen – aber nicht als Wahlkampfphrase, sondern: wie geht das? Mit welchen Massnahmen? Besonders hervorheben muss man, dass die Frage sich nicht um leistbares Wohnen für Junge bzw. Jungfamilien dreht, sondern grundsätzlich für alle wohnungssuchenden Normalverdiener. Insbesondere ältere Mitbürgerleins machen sich grosse Sorgen über die Wohnkosten im Alter, wenn sie in Pension gehen und die Renten nicht gerade üppig sind, womöglich über Jahre hinweg auch noch entwertet werden (durch die Pensionsanpassungs-Faktoren haben die Senioren schon in den letzten Jahren deutliche Realverluste gehabt, höher noch als die Aktiven). Real kleiner werdende Renten und real teurer werdende Wohnungen – das macht den Menschen Sorgen. Ein Teil der stark steigenden Wohnungskosten liegt an den stark steigenden öffentlichen Gebühren. So greift Gmunden den Bürgern bei den Kanal- und Wassergebühren heftig in die Taschen. Auf Anweisung des Landes übrigens, gell Herr Pühringer! Die Kanal- und Wassergebühren sind, so erzählen uns Insider, nicht nur kostendeckend, sondern gewinnbringend weil deutlich überhöht.
Es gibt natürlich inzwischen einige Ansätze, die von mehreren Parteien geteilt werden. Jetzt müsste jemand daraus ein stimmiges Gesamtkonzept erstellt werden. Derzeit ist es Stückwerk und eine Streiterei zwischen Rot, Grün und Blau, wer welche Idee zuerst gehabt hat, wer von wem abschreibt etc. Interessiert die Bürgerleins wenig, gell!
Honoriert bei den Wahlen wird jene Partei werden, der es gelingt, ein stimmiges und glaubwürdiges Gesamtkonzept vorzulegen.

Heute aber, liebe Mitmenschen, ist die Vorstellung des Salzkammergut-CityBusses der angesagte Termin! Hingehen, zuhören, nachfragen, eigene Meinung bilden!
Ihre Babsy will dazu nur noch eine kleiner, aber wichtige Anmerkung machen.
Die Regio-Fans kritisieren am Bus-Konzept sowohl die Tatsache, dass es keine reinen E-Busse sind, als auch dass die Busse nach ca. 10 Jahren ausgewechselt werden müssen. Zum ersten Punkt ist die Antwort leicht: Die Hybrid-Busse können die Innenstadt queren, ohne Abgase auszustossen. Das ist ein Fortschritt. Der Sprit-Motor kann dort werken, wo der Verkehr sich nicht konzentriert. Dazu kommt: der Schadstoffausstoss von Hybrid-Bussen ist in Summe deutlich geringer. Der zweite Punkt, dass die Busse nur ca. 10 Jahre in Dienst sind, ist geradezu ein Asset, ein Riesenvorteil. Das garantiert, dass der absehbar schnell vorangehende Fortschritt in der Bus-Technologie in Richtung E-Busse oder gleich zu Wasserstoff-Bussen sehr bald auch im Verkehr wirksam wird: durch die günstige Anschaffung neuer Busse. Während die Regio-Züge mindstens 30 Jahre durchs Land rattern müssen – davon mindestens 20 Jahre mit dann veralteter Technologie.
Die Regio ist halt für unsere Gegend kein wirklich intelligentes Verkehrsmittel: unflexibel in der Streckenführung, teuer in der Erhaltung/Wartung, zu langsam im technologischen Wandel. Den grössten Vorteil, den eine Strassenbahn bietet, die Fähigkeit grosse Menschenmengen in kurzer Zeit zu befördern, kann sie hier nicht ausspielen. Mangels einer ausreichenden Zahl an potenziellen Passagieren. Vielleicht spricht sich das endlich zu allen durch. Nichts ist nämlich schlimmer als ein fehlgeplantes und doch realisiertes Projekt des öffentlichen Verkehrs – das führt nämlich dazu, dass die Leute den Öffi-Verkehr insgesamt in Frage stellen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

AndyB hat uns auch mit Lesestoff fürs Wochenende versorgt. Er erzählt uns eine interessante Geschichte über Gmundner Wurzeln. Fast zu schön, um wahr zu sein.
Wir haben derzeit gröbere Serverprobleme. Darum erscheint der Blog etwas später als gewohnt. Unser Freaky, der nette Nerd, arbeitet an der Behebung!


Nochmal: Keramik & Co.

Ein Gastkommentar von AndyB

Sehr geehrter Herr Dickinger,

zuerst einmal danke ich Ihnen für die Antwort auf mein Posting.
Gmundl hat sich nun einmal den Satz “von Wahrheit zur Satire” auf die Flagge geschrieben und ist somit keine knochentrockene Plattform für politische Themen. Daher nehme ich mir die Freiheit mich auch selbst öfter “auf den Arm zu nehmen” (Jaja, diesem Andy kann man auch nichts recht machen).

Ich habe hier schon sehr, sehr viele konstruktive Vorschläge und Denkansätze gepostet, das werden das Gmundl Team und die Stammleser sicher gerne bestätigen (ängstlich umher schau). Interessiert hat es (bis auf die Gmundl Leserleins) niemanden. (Keine Angst, wir bestätigen! Anm. d. Red.)

Die Glaubhaftigkeit der Politiker ist in der Bevölkerung nicht besonders groß. Zwischen 60 und 70% der Bürger vertrauen den Politikern eher wenig bis gar nicht.

Auch wenn Sie “nur Kommunalpolitiker” sind, so sind Sie doch Politiker und für die Situation mit verantwortlich. Niemand hat behauptet: “Sie wären alleine dafür verantwortlich oder hätten selbst mit Hand angelegt”.
Wer hat denn eine “Kurstadt Gmunden” unmöglich gemacht? Wer ist denn für den Wohnungsbau und die Stadtgestaltung, Stadtplanung verantwortlich? Die Bürger?! Der heilige Geist?!

Die angeblich abgesagten Kongresse, wie immer wieder behauptet wird, wer kann das glaubhaft bestätigen? Nur weil ein Herr Murray das gebetsmühlenartig wiederholt? Das Kongresszentrum ist keinesfalls ausgebucht, und da ist noch ungemein viel Platz für Kongresse.
Warum sind in Gmunden so viele Hotels geschlossen worden? Wenn doch die Nachfrage nach Hotels und Kongressen so groß ist! War die Kongresshalle völlig ausgebucht als es noch viele Hotels gab? Wieso hat man die Hotels – mit den besten Lagen überhaupt – in Wohnraum/Eigentumswohnungen umgewandelt oder in ein Verwaltungsgebäude? Wo sie doch dringend für angebliche Kongresse gebraucht wurden? Da gibt man 1A Lagen einfach auf, denn man kann ja lieber (und leichter, Anm. d. Red.) dem Bürger die letzten Ruhezonen und Seezugänge nehmen.

Ich habe geschrieben : “Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Gmundner Keramik mehr in das Stadtbild einzubringen oder mehr in den Focus zu rücken, ist keine schlechte Idee.”

Damit habe ich nicht behauptet: die Keramik würde nicht zu Gmunden gehören!
Die Rede war von einer “Keramik Stadt” Gmunden, und das ist eher abschreckend, vor allem für junge Leute. Es hört sich langweilig an und nicht interessant. Man will mehr als Tagestourismus.

Wenn man Leute dazu bewegen will einen längeren Zeitraum in Gmunden zu verbringen als eine Woche oder zwei, dann muss man die Umgebung mit einbeziehen. Das jemand zwei Wochen nur in Gmunden verbringt, halte ich für eine Illusion.

Gmunden kann da nur der Ausgangspunkt für Wanderungen, Bergtouren, Sport, Segelkurse und Ausflüge sein. “Gmunden – Stadt der vielen Möglichkeiten” (nicht optimal, aber etwas besseres ist mir spontan nicht eingefallen) hört sich interessant an.

Dazu muss man aber die Nähe der vielen Seen und vielen Ausflugsmöglichkeiten einbeziehen. Dass man im Umkreis von 30 oder 40 km eine riesige Auswahl an Möglichkeiten hat: Almsee, Offensee, Attersee, Laudachsee, Wolfgangsee, Bad Ischl, Hallstadt, Dachstein, Feuerkogel, Grünberg, Traunstein und und und …

Das ist interessant und nicht langweilig.


Der Plan, eine Seniorenresidenz an einer Stelle zu errichten, die nicht nur das Stadtbild schädigt, sondern auch die Kassen der Pharmaindustrie füllen wird (vermehrte Ausgabe von Rheuma-Mitteln!), hat viele ältere Mitbürgerleins aufgeschreckt. Die stellen sich jetzt die Frage: was wird aus uns, wenn wir in der Rente sind, und die immer schmäler wird? Einer hat dieses Problem – zumindest für sich – bereits gelöst: unser Alfred E. Neumann junior. Er blickt der Zukunft gelassen entgegen und fürchtet nur eines: dass die OÖ-Landesfinanzen über ihm zusammenbrechen …

ich_freu_mich_Alterssicherung


Belagerungszustand

27. Mai 2015 - Leave a Response

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Heute:
Babsy über den G7-Wahnsinn
Einserkasterl von Borgare
Christian Dickinger antwortet AndyB

Liebe Leserleins!

Hin und wieder müssen wir über den Tellerand Gmundens hinaus in die Ferne blicken. Eh nicht gar so weit. Nur bis Salzburg und Bayern. Im schönen Schloss Elmau (15 km von Garmisch-Partenkirchen) findet ein Treffen der selbsternannten G7 statt, den Staatschefitäten der sich selbst für die wichtigsten Industrienationen haltenden Länder. Ein Anachronismus der besonderen Art. Seit Jahren schon werden dort keine in irgend einer Weise relevanten Beschlüsse mehr gefasst. Anstatt diese Treffen in einer grossen Stadt (zuletzt etwa in Brüssel) abzuhalten, geht man diesmal hinaus aufs “Land” und terrorisiert die Bevölkerung. Ein ganzes Tal wurde mit einem fast 20 km langen, beleuchteten Sperrzaun versehen. Seit Tagen kommt man nach Garmisch nur noch hinein, wenn man seinen Personalausweis zückt. Insgesamt 17.000 (!!!!) Polizisten sollen die Abordnungen von sieben (!!!) Staaten schützen. Gesamtkosten: 210 Millionen Euro. Auch österreichische Polizei und Alpinpolizei ist im Einsatz (zu welchen Kosten eigentlich???). Ab 31. Mai dürfen auch die Bauern der Gegend ihre Felder nur noch betreten, wenn sie sich bei “Grenzübergängen” auf den eigenen Acker ins Elmautal ausweisen – und einen Polizisten mitnehmen. Ja, liebe Leserleins, Sie lesen richtig: auf jedem Traktor ein Kieberer. Kein Witz! Trauriger Ernst!

Hier geht es nur noch darum, den Bürgerleins zu zeigen: ihr könnt euch Proteste und Kundgebungen ins Haar schmieren. Selbst in Garmisch (15 km vom Tagungsort) sind alle Kundgebungen und Protestcamps untersagt. Das Treffen hat erkennbar nur noch einen Zweck: Demonstration der Staatsmacht. Wir können, ihr Bürgerleins aber könnt nicht, höchstens uns mal … Die Kosten tragen selbstverständlich jene Bürgerleins, denen die Machtgeste der Machthaberer gilt. Sie sagen uns klar und deutlich: Wir tagen auch in einem Alpental völlig ungestört von Bürgerleins. Wir haben die Macht, das durchzusetzen. Wir haben die Macht, euch fernzuhalten. Wir haben die Macht, euch dafür die Kosten aufzuhalsen. Eine neue Art der Alpenfestung. Ganz ohne Genierer. Damit die hohen Herrschaften ungestört sind, werden auch mal schnell die Schengen-Regeln ausser Kraft gesetzt. Reisefreiheit für demonstrierende Bürgerleins? Doch nicht in der EU mit ihren vier Freiheiten (die nur für die Konzerne und sonst zum Krenreiben sind)!

Das Ergebnis des Gipfels ist völlig egal. Schert niemanden. Nicht einmal die dort Anwesenden – die schon gar nicht! Es geht um die pure Demonstration von Macht. So weit weg vom Volk sind die Politiker bereits. Und doch allem Anschein nach nicht weit genug, um sich nicht trotzdem noch vor den Bürgerleins zu fürchten, denn für ein paar dutzend oder hundert durchgeknallte Krawallmacher braucht man keine 17.000 Polizisten, dazu noch ca. 150 Staatsanwälte und ebensoviele Richter für Schnellverfahren vor Ort. Es ist die Angst vor den Bürgerleins, die den Politikern längst im Nacken sitzt. Als Antwort grüsst der autoritäre Staat!

Die Frage ist schön langsam: wer schützt eigentlich uns Bürgerleins noch vor diesen Politikern und vor diesem von ihnen gekaperten Staat? Und das gilt nun doch wieder auch bis hinunter auf die Gemeindeebene – auch hier in Gmunden: wer schützt uns vor diesen Politikern? Wer schützt uns vor Machthaberern aller Art?

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Heute antwortet Christian Dickinger auf die Kritik von AndyB. Liebe Leserleins: das ist es, was eine lebendige Demokratie ausmacht! Rede und Gegenrede. Und irgend wann neue Erkenntnisse und Lösungen. Demokratie ist eben kein Schnellschuss, nicht einfach und unkompliziert. Sie erfordert Zeit und Einsatz. Wir hoffen hier einen Beitrag dazu zu leisten. Geht nur dank der vielen Leserleins, die mitmachen, mitlesen, posten, schreiben, denken.


 Sans bsoffn?

Einserkasterl von Borgare

Beim Heurigen
Unlängst war ich beim Heurigen. Nicht weit von Wien. In Hagenbrunn. Beim “Wannemacher” war ich, wegen dem Buffet. Was mir jeder glauben wird.
Am Tisch saßen Touristen aus Mistelbach. Wir plauderten.
“A se san aus Gmunden.” – “Warn ma a scho….scheee!”
“Aber wengerl eng da unten bei dem Stadttor,in da Altstadt, aber da See, wirklich wundaschee.”
Dort wollen sie jetzt eine Strassenbahn durchbauen.
“Durchn See?”
“Blödsinn, nein wo es so eng ist beim Trauntor …” – und so weiter.
Die Mistelbacher Touristen schwiegen.
Dann: “Geh redns kan Bledsinn, sans bsoffn!?”
Dann lachten sie und lachten laut und lange …

Ich aber begann jämmerlich zu weinen und beruhigte mich auch nach zwei weiteren Viertel “gemischter Satz” einfach nicht und nicht. Bis heute nicht.


 Ja, Keramikstadt!

Ein Gastkommentar von Christian Dickinger

Keramikstadt? Eine kurze Replik auf „Andy B.“

„Jaja“, setzt er an, der Andy, ihm könne man „auch nichts recht machen“! Bis „dahin“ gehen wir konform. Meinen Vorschlag, wir mögen unsere „Identität“ als „Keramikstadt“ schärfen, empfindet der Andy als „unsinnig“, er habe „selten so gelacht“. Schade, dass er so wenig zu lachen hat, der Andy.
Sprechen wir also „im Ernst“.

Ich bin der Meinung, dass wir als Stadt Gmunden gemeinsam definieren müssen, „wohin“ in Zukunft „die Reise“ zu gehen hat. Wir müssen „Alleinstellungsmerkmale“ definieren, Prioritäten setzen, langfristig festmachen, was wir wollen. „Keramikstadt“ ist eine „Teilidentität“, welche es auszubauen und im öffentlichen Raum augenfällig zu präsentieren gilt, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mir erlaubt, mir Gedenken darüber zu machen und eben diese zur Diskussion zu stellen. In „gmundl“ ist dies möglich, abseits des Getöses des Tagesjournalismus, der nur Schlagzeilen produziert und keine differenzierte Diskussion zulässt.

Andy schreibt, ein Politiker (also ich) würde einen Zustand „beklagen“, welchen „wir“ der Politik „zu verdanken haben“. Melde gehorsam. Ich bin nicht „die Politik“, sondern lediglich ein Kommunalpolitiker, der sich „über den Tag hinaus“ Gedanken über die Zukunft unserer Stadt zu machen erlaubt.

Andys Auffassung, wonach, wie ich schrieb, für einen international konkurrenzfähigen Kongresstourismus „vor allem die Kongressveranstalter und Teilnehmer fehlen würde“, ist falsch, Kongresse werden in Gmunden abgesagt bzw. nicht durchgeführt, weil keine hochqualitative Hotellerie in erwartetem Ausmaß zur Verfügung steht. Ob sich hier freilich 4 oder 5-Sterne-Hotels langfristig „rechnen“ würden, ist eine andere Frage, die in der öffentlichen Diskussion vom Mantra – „Wir brauchen ein Hotel“ – überlagert wurde und wird.

Andys Aufassung II, „Keramik Stadt ist eher etwas zum Gruseln oder Abschrecken“, teile ich nicht.
„Keramik-Stadt“ ist Teil unserer Identität, an der es zu arbeiten gilt, und Teil unserer umfassenderen „Tourismus-Identität“, die es zu klären gilt.
Wir benötigen ein „großes Design“ – „Gmunden 2020“ -, oder welche Bezeichnung auch immer uns einfällt. Die keramische Teilidentität ist lediglich ein Stein, wenngleich ein wertvoller, im großen Mosaik, von dem wir allerdings eine konkrete Vorstellung haben müssen, bevor wir ständig neue Bausteine setzen.

Dieses große Design zu „finden“, ist eine gemeinsame Herausforderung für alle politischen Parteien und für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Meine Vorschläge verstehen sich als Einladung zur „offenen Diskussion“.


Diesmal ist die Freude von Alfred E. Neumann besonders gross, weil er den grosszügigen Umgang mit fremdem Geld ausserordentlich liebt. Der Wettbewerb geht natürlich weiter! Liebe Leserleins, weitere Wortspenden sind gern gesehen. Die 30 Preise werden natürlich erst verlost, wenn die Regio endlich durch die Altstadt poltert. Die Verhandlungen mit S&H wegen der Ausstellung der Schwarzfahrer-Ausweise laufen. Wir achten natürlich streng auf den Datenschutz. Die Ausweise dürfen weder Bild noch Namen der Begünstigten beinhalten!

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Sumpfblüten und andere Fluchtbewegungen

26. Mai 2015 - Leave a Response

SALCI_info_28052015

Heute:
Babsy B. über Events

Nochmals viele kleine Einserkasterln
Gastkommentar von Karl Kammerhofer über Gmundner Sumpfbiotope

Liebe Leserleins!

Eure Babsy muss, sie kann nicht anders, noch ein paar Anmerkungen zum Songcontest machen. Weil, gell, der ist an uns in Gmunden gerade noch so vorbeigegangen, ist uns gerade noch erspart geblieben. Na, ned wirklich. Nur der Gmundner Grössenwahn und die totale Superkompetenz in Stadtpolitik und Tourismusmanagement konnte auf die Idee kommen, sich an den Contest ranzuschmeissen zu versuchen, wie gewisse Damen an ihre Freier.

Da hatte man doch die grossspurig verrückte Idee, den Songcontest nach Gmunden zu holen. Das Problem waren gar nicht die fehlenden Bettenkapazitäten, denn dazu müssen die Leute erst hier her kommen. Das war das Problem – und natürlich ein Problem, das man gar nicht sinnvoll lösen konnte. Wie bringt man ein paar Tausend Medienmitarbeiter schnell nach Gmunden und ebenso schnell wieder nach Hause? Da nützt auch keine Regio von Vorchdorf nach Gmunden. Diese Kapazitäten gibt es nicht, und es wäre eine Wahnsinnstat, sie zu schaffen. Aber gut, als Touristiker muss man nicht alles wissen und verstehen, gell.
Wie man jetzt aber erfährt, ist das mit der Anziehungskraft des Song-Contests so eine Sache. Die aktuellsten Zahlen zeigen, dass die Wiener Hotellerie zu ca. 70 % ausgelastet ist, was nur unmerklich über der um diese Jahreszeit üblichen Zahl liegt. Sprich: die Aussenwirkung des ESC in Sachen Tourismus geht gegen null. Wer nicht beruflich zum ESC fahren musste, hat es unterlassen. Niemand, oder fast niemand fährt wegen des ESC wohin. Jedes Fussballspiel zieht mehr Reisende an (über die Qualität und die Rentabilität muss man dann trotzdem diskutieren).
Sie, liebe Leserleins, können es an einem kleinen Selbstexperiment festmachen. Wie oft haben Sie sich das Spektakel im Fernsehen angeschaut und haben dann spontan (oder ein paar Monate später) den Entschluss gefasst: dort muss ich hin fahren? Eben!
Die Werbewirkung verpufft ungemein schnell. Fährt heute irgend ein Mensch nach Riga, weil dort mal ein ESC war?
Der verallgemeindernde Schluss: Grossevents haben keine nachhaltige Wirkung, wenn sie nicht regelmässig am selben Ort stattfinden. Klar fahren viele Leute zur Biennale – weil die immer in Venedig stattfindet. Oder zu den Filmfestspielen in Cannes – auch die finden immer dort statt.

Für kleine Orte wie Gmunden sind lärmende Gross-Events ohnehin keine sinnvollen Fremdenverkehrs-Attraktionen. Der Schaden übersteigt den Nutzen. Grossstädte haben ihre eigenen Gesetze, dort ist die Urbanität an sich ein Thema. Aber wie soll man das Leuten erklären, die uns den verhunzten Klosterplatz als “Urbanität” verkaufen?
Kleinstädte wie Gmunden müssen sich in Wahrheit auf das besinnen, was ihren Charakter ausmacht. Was nicht immer leicht ist. Vor allem wenn einige clevere Geschäftsleute gemeinsam mit der Politik die Stadt gekapert und ihr ihren Charakter genommen haben. Steuergelder grapschen und dann vergeuden mag zwar etwas mit Charakter zu tun haben, lässt sich aber leider nicht als touristisches Asset nutzen. Das hat schon Kärntnen mit noch wesentlich grösseren Vergeudungsbeträgen eindrucksvoll bewiesen. Die haben immerhin dreihundert (!!!) Mal die Regio verjankert. So besehen haben die Gmundner Verschwendungsorgiastiker nicht einmal noch den Vorschulkindergarten erreicht. Was, bitte, bitte, keine Aufforderung ist, das Kärntner Modell in Gmunden zu perfektionieren. Was bereits geschehen ist (und noch immer geschieht), ist schon schlimm genug und birgt ohnehin die Gefahr, dass wir bereits auf dem Weg zu Klein-Kärnten sind.

Ausserdem hofft Ihre Babsy Blitzschnell, nach dem grottigen ESC das nächste Jahrzehnt nicht mehr mit Bildern, Werbung und Gesängen von Herrn Wurscht (Copyright nicht bei mir!) belästigt zu werden. Der Mainstream-Schrott, den dieser mässig talentierte Herr absondert, ist für musikalische Ohren unerträglich. Die “Ich-bin-eine-Toleranz-Ikone”-Masche habe ich dem Herrn, den es unbarmherzig ins Rampenlicht treibt, sowieso nie abgenommen. An der Diskriminierung von Menschen, die nicht einem “Normalbild” entsprechen ganz allgemein und aus welchem Grund immer, hat sich nichts geändert.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Schlaraffia?

Längeres Einserkasterl plus Lehrgedicht von Marge Lila

Hurra, wir bekommen eine Bahn ins Schlaraffenland!*)

Babsy hat recht. Nicht nur in Traun bei Linz, auch in Vorchdorf, Gschwandt und Kirchham gibt es empfehlenswerte Gaststätten. Da ich Zimtschnecken und Kaffee sehr schätze, fordere ich beim Kauf eines Fahrscheines für die Vorchdorfer-Bahn (diese wird lt. neuesten Meldungen in „Schlaraffenlandbahn“ umbenannt) vom OÖ Verkehrsverbund gratis Gutscheine auch für Gasthäuser in diesen Orten. Als Gmundner fordere ich überdies, dass die Schlaraffenlandbahn nicht am Ortsrand von Vorchdorf, Kirchham und Gschwandt vorbei fährt. Der Spaziergang in die Ortsmitte ist schließlich auch in Gmunden keinem Fahrgast zumutbar. Auch die Gmundner Zimtschneckenesser, Kaffeetrinker und Schweinsbratenliebhaber bestehen daher auf einen Bahnhof direkt am Dorf- bzw. Marktplatz! Aber nicht nur der duftende Kaffee, die süßen Zimtschnecken und der knusprige Schweinsbraten sollen uns Gmundnern am Marktplatz in Vorchdorf förmlich in die Münder fliegen. Wir wollen dabei auch mitten im Ortszentrum die Bienen summen, die Vögel zwitschern und den Brunnen plätschern hören – nur durch das liebliche Rattern und Quietschen der Schlaraffenlandbahn untermalt. Daher meine dringende Bitte an die Vorchdorfer, Gschwandtner und Kirchhamer: Sperrt eure Orte für Autos und lasst nur mehr unsere Schlaraffenlandbahn durchrattern!
*)Schlaraffenland: Das Schlaraffenland ist ein fiktiver Ort aus diversen Märchen, in dem alles im Überfluss vorhanden ist.

Jedoch ……………
….im Schlaraffenland der Träume
sind die Wünsche kostenlos.
Ein ganzer Wald voll Tannenbäume
und ich wünsche hemmungslos!

Doch erwach’ ich dann und sehe
Träume fliegen schnell davon.
Das Schlaraffenland der Träume
ist ein großer Luftballon!


Kein Wochenend-Öffi!

Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Lieber Gernot Grübel,
leider bin ich schon zu alt für das Radfahren. Aber für die Sperre der Altstadt für den Individualverkehr bin ich sofort. Bin nur kein im Stadtrat vertretener Politiker, dass ich einen entsprechenden Antrag stellen könnte. Und die freie Entscheidung, ob ich am Wochenende in die Innenstadt möchte, nimmt mir der öffentliche nicht vorhandene Verkehr sowieso ab. Wenn ich mit den Öffis fahre, kann ich weder am Abend noch am Wochenende die wunderschöne Innenstadt genießen, solang sie noch existiert!


Schnecken

Sehr kurzes Einserkasterl von Gernot Grübel

Also ich bin dafür, dass S&H Gutscheine für Schnecken vom Hinterwirth verteilt, denn im Rathausplatzgschäft wirbt dieser ja brav gegen den “Zug” durch Gmunden (Auflage von Unterschriftslisten). Ob dann der Vorwurf von Bestechung im Raum steht?


Flucht

Einserkasterl von Hoiz Knecht Sepp Loi

I fahr noch Salzburg! weil do kaou i ma a o-Bus Kortn im Net gratis ausdruckn.
I kann damit gratis fahren zur Mai Dult. Dort brauch ich kann Eintritt zahlen. Den die Schausteller müssen sowieso bezahlen. Do siach ich net ei , da´ß i a zoeun muaß.
In Salz Gmundl muß ich überall bezahlen. die Salz Mafia griagt Steuergelder und will die Kleinen auch noch schröpfen.
Als Flucht nach Salzburg do is alles besser!
Da Hoiz Knecht Sepp Loi..


Gmundner Botanik des Sumpfes

Ein Gastkommentar von Karl Kammerhofer

Diesem Brief ging eine Korrespondenz voraus: Zwischen einer Bürgerin und einer Politikerin: über die Frage, wie das gewinnende Wesen des neuen Bürgermeisters von Gmunden zu deuten sei, und ob er künftig unter speziellen Einfluss bestimmter Leute in der ÖVP stehen wird.

Liebe Freundin,
mag sein, dass es für manche spannend ist, zu wissen, wer künftig hinter Stefan Krapf stehen wird. Ich verstehe eine solche Frage – gerade hier in der Traunseeregion – überhaupt nicht. Da genügt es doch bereits die ÖÖN oder die TIPS der letzten Tage aufzuschlagen, um eine sehr klare Antwort zu bekommen. Der Mann steht und stand unter dem Einfluss dieser Leute. Nicht erst künftig sondern sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart der letzten Wochen.

1) Die invasive Sumpfpflanze „amica (amicissimi) neri lacus felicis
Dies stand bisher immer unzweideutig auch fest – und ist auch durch dutzende Abstimmungen säuberlich dokumentiert ( manchmal auch parteiübergreifend):  es ist der Einfluss der  AMIGOS  (lat.:  AMICI „AMICISSIMI“  NERI  LACUS FELICIS), der invasiven Sumpfpflanzen, die hier im schwarzen sumpfhaltigen Biotop des Traunsees – also auch in Traunkirchen, Altmünster und natürlich in Gmunden besonders gut gedeihen. Was sich hier in den letzten Wochen auch in den Nachbargemeinden abspielte, ist nur eine Art moralischer Ableger von Gmunden und  so geheimnisvoll-unterirdisch wie durch Rhizome verbunden.

2) Der Fall Kösslmühle: Maßstab für Inkompetenz, Dummheit und Rücksichtslosigkeit
Sieh Dir doch in jüngster Zeit nur den Fall Kösslmühle an. Welches Maß an Dummheit und Rücksichtslosigkeit aus reiner Geld-Gier auf der zugigen, nassen, schattigen und rheumafördenden Seite des Wassers ein Altenheim (Seniorenresidenz) bauen zu wollen (abgesehen vom städtebaulichen Aspekt in einer Altstadt). Eine Ur-Gmundnerin hat mir ihren Vater zitiert: „In Kaiserzeiten (1904) wohnten gerade die armen Leute am Gicht (richtig: Rheuma) fördernden Seeufer in Steinhäuseln. Ins Wasser gingen sie nicht, außer sie fielen hinein“. Dieses gigantische Rheumaungetüm befürwortete der sehr nette Herr Stefan Krapf genau so wie Parteien von Rot und Blau. Wenn man weiß, wie da die Interessenslage liegt, ist allerdings alles klar. Wieder taucht ein bestimmter Name auf – wie beim Lacus Felix „Hotel“. Dieser Rücksichtslosigkeit hat Herr Krapf – trotz seines verbindlichen Lächelns – zugestimmt.

3) Die Amigos, die Freunde der Amigos, die Mitläufer der Amigos und ihr neuer lächelnder Schutzpatron
Also wenn nun eine erfahrene Kommunal-Politikerin die Frage stellt, wer denn künftig hinter Stefan Krapf politisch stehen könnte, nehme ich an, dass das reine, pure Ironie war. 18 Jahre Erfahrung reichen doch wirklich aus, um die wirkliche Macht-Realität hier am Traunsee zu erkennen und alle Familien und Familienmitglieder rund um die „amicissimi neri lacus felicis“  haarscharf nennen zu können. Familie für Familie, Name für Name. Du als eingesessene Gmundnerin kennst sie alle – auch wenn du keine Kommunalpolitikerin bist und von dieser Partie nicht gedemütigt worden bist.

sumpfdeckelschneckeDie schwarze Sumpdeckelschnecke

4) Darum schließt man jetzt  langfristige Verträge ab
Die Amigos sind sich nicht mehr sicher, ob das weiter mit den absoluten Mehrheiten so laufen wird wie bisher – weder in Traunkirchen, Altmünster noch in Gmunden. Darum hängt man den Gemeinden jetzt schnell langfristige Pachtverträge an den Hals und erledigt im Eilverfahren Baugenehmigungen bis hin zu Umwidmungen und abenteuerlichen Abstimmungsverfahren, wenn  es um den Verkauf von Gemeindegrundstücken geht.

5) Die Traunseeregion braucht ab 2015 amigofreie Gemeinden
Meine Befragung der Gmundmnerinnen und Gmundner hat gezeigt, dass sich die Bevölkerung klar darüber ist, dass Korruption und Freunderlwirtschaft wie Gift auf die Wirtschaft und das Zusammenleben in einer Gemeinde wirken. Ich hoffe, dass es in den drei  Traunseegemeinden gelingt,  sich durch neue, unverbrauchte Parteien und durch die Grünen von diesen invasiven Sumpfpflanzen  zu befreien. Unser Traunsee verträgt keine invasiven Sumpfpflanzen. Legen wir diese Pflanzen trocken, sie gehören weder ins Salzkammergut noch in unser Land und schon gar nicht nach Gmunden.

Ich habe nichts gegen Herr Stefan Krapf, aber ich werde mit Dir und vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern Gmundens dafür sorgen, dass Stefan Krapf die Schirmherrschaft über diese Sumpfpflanzen (wegen ihrer starken unerwünschten Ausbreitung) verlieren wird. Gmunden braucht nach 18 Jahren endlich einen Bürgermeister, der die Interessen der Bevölkerung Gmundens – befreit von allen Amigos – künftig kraftvoll und tatkräftig vertritt.

Herzliche Grüße
Karl Kammerhofer, Gmunden (Stadtteil Weyer)


Unsere beliebte Pakatserie “Ich freu mich …” geht natürlich weiter. Wir haben heute ein Versprechen der Befürworter optisch umgesetzt. Das Versprechen oder besser gesagt die Behauptung, durch die Regio werde Gmunden blühen und gedeihen, es werde geradezu Schlaraffia ausbrechen, ein Vorgeschmack sind Gratisschnecke und Gratiskaffee bei IKEA in Traun. Doch schon bald wird der Himmel über Gmunden voll der fliegenden Brathendeln sein und die Regio wird umgebaut werden: zum fahrenden Wirtshaus mit Gratisausschank. Denn dadurch wird die heimische Gastronomie erst so richtig zum  wirtschaftlichen Aufschwung gezwungen.

ich_freu_mich_schlaraff


 

 

 

Being Gmunden

25. Mai 2015 - Leave a Response

Heute:
Kühles Wetter (ohne Worte)
Viele kleine Einserkasterln
Gastkommentar AndyB über Keramik und so
Babsy über unser Regio-Plakat und Schnecken und Kaffee

Liebe Leserleins!

Offenbar ist es uns gelungen, vielen unseren Leserleins den gestrigen Tag und Abend zu versüssen – obgleich “versüssen” nicht ganz das richtige Wort ist, wenn Leute sich amüsiert zerkugeln. So bei schätzumativ 98 % unserer Leserleins dürfte das der Fall gewesen sein, als sie unser satirisches Interview gelesen haben. Nur ganz wenige waren ein wenig irritiert. Ob man das dürfe. So spöttisch zu schreiben. Ja, liebe Leute, man darf. Erstens: für alle, die glauben, wir wären zu scharf, weisen wir auf die wöchentliche ZDF-Satire-Sendung “Heute Show” hin. Jeden Freitag irgendwann nach 21 Uhr (leicht wechselnde Beginnzeiten). Gegen die Härte, mit der dort gegen die Misswirtschaft und Dummheit der etablierten Politik angegegangen wird, da sind wir Waserln. Also liebe Beleidigte: schaut euch einmal an, was die dort über Merkel, Gabriel, FDP oder gar AfD bringen – da werdet ihr euch nach der Heimeligkeit des Gmundl-Blogs zurücksehnen.
Dann gibt es da auch noch den grossen Auch-Satiriker Kurt Tucholsky, der natürlich viel mehr war, als nur Satiriker. Der Mann war Schriftsteller von hohen Gnaden, ein unerreichter Meister der kleinen Form und des kurzen, aber schmerzhaften Seitenhiebs. Tucholskys Antwort auf die Frage “Was darf die Satire?” ist einfach: “Alles.” Punktum.
Dazu ein paar Zeilen von Tucholsky:
“Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.
Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen (und für die Österreicher gilt das gleichermassen, Anm. d. Red.) die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.”

Wir halten es halt eben mit den alten Meistern, gell!

Being Gmunden – wie ist es, Gmunden zu sein. Städte können da nicht viel sagen. Sie schweigen bekanntermassen. Das kommt vom Asphalt und der Pflasterung. Da spricht nichts. Laut werden die Städte nur, wenn man meint, sie beleben zu müssen. Dann dröhnt es durch die Gassen, dass die Hosenröhrln flattern und die Röcke von den Basswellen bewegt werden. Die Frage ist: was ist eine Stadt? Was ist Gmunden? Christian Dickinger hat eine Antwort versucht – eine unter mehreren, die er uns nach eigener Aussage in den nächsten Wochen geben will. AndyB antwortet darauf in einem längeren Gastkommentar. Es wird wahrscheinlich viele Antworten benötigen, um zu einer wirklich guten zu kommen. Dickinger schrieb uns, sein Vorschlag sei nicht in Stein gemeisselt, sondern ein Denkanstoss. Also liebe Leute, lasst euch anstossen und denkt mit. Wir hier vom Team Gmundl sind ja ziemlich wenig unter dem Verdacht, Dickinger hemmungslos zu preisen und haben ihn – man kann es hier vielfach nachlesen – schon oft die Leviten gelesen und uns mit Kritik nicht zurückgehalten. Oft auch mit harter Kritik.  Manches ist aus unserer Sicht nach wie vor inkonsequent (wir denken an die Zustimmung der SP zur Seniorenresidenz) und unverständlich. Gleichzeitig sollte man es anerkennen, wenn ein Politiker aus den Erfahrungen lernt und ernsthaft versucht, gemeinsam mit den Menschen eine Idee weiter zu entwickeln. Ob das Thema “Keramik” und ganz allgemein die Positionierung Gmundens wahlkampftauglich ist, sei dahin gestellt. Aber dass diese Fragen geklärt werden müssen, steht ebenso ausser Frage.

Wir wünschen noch einen gemütlichen Pfingstmontag. Bei Glühwein und Punsch. Ihre Babsy wird es so halten und die wunderbar wabbernden Nebelfetzen über dem Salzkammergut geniessen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Lehren aus dem Songcontest

Einserkasterl von AndyB

Kurz mal etwas zum ESC und was die Gmundner Politiker daraus lernen sollten …..

Wie hat sich Österreich der Welt präsentiert? Durch historische Bauten, Natur, Kultur, Freizeitangebot und altes Handwerk.

Wie haben sich die einzelnen Länder vorgestellt? Mit landestypischen Bauten und Häusern.

Wie wird Österreich in Reiseprospekten dargestellt? …. eben …

Der Tourist erwartet etwas Bestimmtes, wenn er in Österreich Urlaub macht. Das sind eben nicht futuristische Bauten, Plattenbauten und moderne Architektur und Verschandelung.

Ausgenommen davon sind natürlich die Haupt- und Großstädte des jeweiligen Länder, da erwartet der Tourist natürlich kein ländliches Ambiente ……


Von wegen abgasfrei

 Einserkasterln von Gernot Grübel

Lieber Wilhelm Krausshar!
Hinterm Hybridbus als Radlfahrer möchte ich nicht die Pedale treten. Denn der von SALCI präsentierte Bus ist – wie es im Folder steht – ein Hybridbus (und kein E-Bus). Hybridbusse – auch das Modell von Volvo (http://de.wikipedia.org/wiki/Volvo_7900) – haben zwei Antriebssysteme, der von VOLVO verbrennt auch Diesel. Also: Nicht abgasfrei!
Ob mich ein Bus – oder auch die Stadtregiotram – am Wochenende aus der Stadt “verbannt” möchte ich als freier Bürger immer noch selbst entscheiden.
Im Übrigen: Nicht die Busse (von Stern und Hafferl, der Post oder privaten Reisebusunternehmen) verstopfen die Stadtdurchfahrt, sondern PKW, wie man durch Nachzählen tagtäglich feststellen kann.
(Was aber nicht heißt, dass ich gegen eine “Verkehrsberuhigung” in der Innenstadt bin.)


Fabeltiere

 Einserkasterl von Karl Heinz König

es war einmal

jedes kind kennt sie, reinecke fuchs und meister grimmbart, adebar und wie sie alle heissen: die tiere, die bestimmte eigenschaften oder berufsbilder versinnbildlichen, etwa schlauheit oder unentgeltliche hebammentätigkeiten.

diesen wurde nun der biber aperirus, als allegorie des politikers in den schweren zeiten des wahlkampfes, hinzugesellt: das einzige tier mit bereits eingebautem, und so stets bereitem spaten.

dass sich der storch in der umschulung vom kinderlieferanten zum eröffnungsbänderdurchknusperer befände, ist indessen eine infame lüge. die GWK, die gewerkschaft der kernbeisser legte ihr veto ein und unterstrich ihre entschlossenheit durch eine mehrtägige niederlegung aller beisstätigkeiten.


 Keramikstadt?

Ein Gastkommentar von AndyB

Jaja, diesem Andy kann man auch nichts recht machen ……

Sorry, aber ich habe selten so gelacht wie über diesen unsinnigen Plan.

“Kurstadt sind wir schon lange nicht mehr; wir haben nicht einmal ein Hallenbad: alte Ansichten und Fotographien in unseren Chroniken legen Zeugnis davon ab, was schon einmal da war und was verloren gegangen ist.”

Aha, und wer ist dafür verantwortlich? Etwa die Bürger? Ein Politiker beklagt einen Zustand den wir der Politik zu verdanken haben. Oder sollte ein Bürger und edler Spender diese Aufgabe übernehmen?

“Zwar haben wir ein Kongresszentrum, doch zum international konkurrenzfähigen
Kongresstourismus fehlt uns u. a. die hochqualitative Hotellerie.”

In diesem Satz fehlt doch etwas. Ich erlaube mir den Satz zu vervollständigen :

Zwar haben wir ein Kongresszentrum, doch zum international konkurrenzfähigen
Kongresstourismus fehlt uns u. a. die hochqualitative Hotellerie UND VOR ALLEM DIE KONGRESS-VERANSTALTER UND TEILNEHMER.

Es ist doch ein Irrsinn, Hotels zu bauen oder ein neues Kongresszentrum und zu denken, die Kongressveranstalter kommen dann von überall hergerannt.

Das würde gleichzeitig bedeuten, wenn man massig Hotels baut, dann werden wir auch wieder von Touristen überflutet. Je mehr Hotels, desto mehr Touristen?!

Wie wir von Tourismus- und Hotelfachleuten wissen (hat schon in Leserbriefen gestanden und auch im Gmundl): die Besucher wählen zuerst die “Destinäschen” (das ist englisch und bedeutet z. B. den Urlaubsort). Niemand verbringt wo einen Urlaub wegen eines Hotels, sondern wegen des Urlaubsorts.

Keramik Stadt ist eher etwas zum Gruseln oder Abschrecken. Die Leute denken doch: um Gottes willen, was soll ich denn da? Mir zwei Wochen hindurch Keramik ansehen?

Die Stadt mit Keramik-Künstlern und Geschäften zu füllen …. naja … Was machen diese Leute dann außerhalb der Saison? Die Gmundner brauchen nun mit Sicherheit nicht unzählige Fachgeschäfte für Gmundner Keramik. Zahlt dann die Stadt die Mieten für diese Monate?

Niemand macht Urlaub in :
– Nürnberg (wegen der Nürnberger Lebkuchen)
– Meißen (wegen dem Meissner Porzellan)
– Frankfurt (wegen der Frankfurter Würstchen)
– der Klingenstadt Solingen (wegen der Schneidwarenindustrie)

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Gmundner Keramik mehr in das Stadtbild einzubringen oder mehr in den Focus zu rücken ist keine schlechte Idee.
Allerdings “Keramik Stadt Gmunden” halte ich für mehr als übertrieben.

Wer aus einer Stadt mit einer derartigen Vielfalt von Freizeitaktivitäten, Wandern, Ausflugszielen und dem einmaligen Panorama eine “Keramik Stadt” machen will, der scheint einiges nicht begriffen zu haben.

Ich hätte da eine viiiieeeel bessere Idee ….. (ich komme aus Ironien, und das liegt an der Sarkastischen Grenze …..) und die ist mit wenig Geld und wenig Aufwand zu realisieren.

Wir lassen alles so wie es ist. Die Stadt wird weiter verschandelt – Bauherren und Immobilien-Haie können frei bauen und gestalten – Bewohner raus und mehr Zweitwohnsitze – historische Gebäude werden abgerissen und durch moderne Dubai-Bauten ersetzt etc.

In ein paar Jahren geht es dann richtig los, und da werden die Seminare, Kongresse und Hotels nur so aus dem Boden sprießen.

Thema “Gmunden oder wie man eine historische Stadt zerstört”. Da kommen sie aus aller Welt und wollen sehen, wie man es nicht macht.

Seminarleiter haben wir ja genug – und zwar welche mit Erfahrung, nämlich die, die diese Stadt schon seit Jahrzehnten verschandeln.

Frohe Pfingsten schon mal allen Leserleins, auch den Bahn Befürwortern, Radlfahrern und Konzertbesuchern, die im Regen stehen ……


Ich freu mich … & über Kaffee und Zimtschnecken

Heute beruht unser Wettbewerbs-Plakat “Ich freu mich …” auf einem neuen Marketing-Schmäh von S&H, der alle Beteuerungen, es gehe um öffentliche Verkehrsmittel, Lügen straft.
Neuerdings werden dort nämlich Fahrscheine ausgegeben, auf deren Rückseite ein Gutschein für einen Kaffee mit Zimtschnecke abgedruckt ist. Abzuholen bei IKEA in Traun – wie wir alle wissen, eine Destination, die von der Vorchdorfer Bahn nur um ein paar Dutzend Kilometer nicht erreicht wird. Sprich: nicht einen Gutschein bei einer Bäckerei oder Konditorei in Gmunden erhält man in der Regio, die angeblich die Menschenmassen nach Gmunden karren soll, um die Stadt und die Umsätze der hiesigen Kaufleute zu erhöhen. Nein, das wäre wohl zu teuer (obwohl: viele Leute kämen angesichts der Fahrgastzahlen ohnehin nicht in den Genuss einer Gratisjause). Billiger, sprich gratis, wie wir vermuten, gibt es IKEA als Werbung in eigener Sache. Die paar Schnecken und Kaffees verkraftet IKEA locker, das ist nicht einmal das Wechselgeld in einer Kassa. Aber bei S&H ist man schon so daran gewöhnt, dass alles andere Leute, meist natürlich die Steuerzahler, brandeln dürfen, dass die nicht einmal im Traum mehr auf die Idee kommen, etwas aus eigener Tasche zu bezahlen. Siehe die Verblödungswerbung, die aus dem Budget für die Durchbindung der Regio bezahlt wird.
Dazu der verkehrspolitische Aspekt: die Leute müssen, um in den Genuss des Gutscheins zu kommen, nicht nur Gmunden verlassen, sondern dies auch noch mit dem Auto bewerkstelligen, weil man von hier anders nicht zu IKEA kommt (OK, wer so verrückt ist, mit dem Fahrrad hinzufahren …). Es findet hier also eine Umschichtung zum Individualverkehr statt. Geht es noch hirnloser, wenn man für ein Öffi werben will?
Noch etwas ist uns aufgefallen: ist bei den Herrschaften von S&H und Gmunden-Politik schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass es auch eine Gegenrichtung gibt – die nach Vorchdorf nämlich?! Immer nur fahren Vorchdorferleins nach Gmunden, nie umgekehrt. Wie wärs – wenn schon Kaffee und Schnecke verschenkt werden – wenn man die beim Probst oder im Häferl in Vorchdorf bekommen würde? Im Sinne der Völkerverständigung zwischen Gmunden und Vorchdorf und zur Vermeidung von zusätzlichem Privatverkehr …
Wann, liebe Regio-Fans, merkt ihr endlich, dass man euch gründlich und systematisch verarscht???
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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Gmunden auf der Couch

24. Mai 2015 - Leave a Response

Heute:
Gmunden psychoanalyisiert
Gastkommentar Markus Moser
Einserkasterl Reinhold Kassmannhuber

Liebe Leserleins!

Normalerweise sinken über so ein Feiertagswochenende die Zugriffszahlen ab. Diesmal nicht,was vor allem den anhaltenden Regenfällen geschuldet ist, aber auch der Tatsache, dass die Themen derzeit wirklich bewegen.

Ich weiss ja nicht, wieviele Leute sich bei dem Regen ins Freie gewagt haben um sich am Rathausplatz beschallen zu lassen. Ein Thema für sich, ob diese mit dem Frühjahr einsetzende Lärmberieselung der Innenstadt ein kluges Konzept ist. Da würde man auch gern mal etwas dazu hören von den Regio-Pro-Menschen, die sonst immr sehr laut (und mit gutem Recht) den Autolärm in der Innenstadt beklagen. Aber kaum ist der Autolärm abends im Abflauen, beginnen in der warmen Jahreszeit die Lärmbelästigungen auf dem Rathausplatz. Als ob es nicht andere, schöne Gegenden in Gmunden gäbe, wo die Belästigung der Anwohner ungleich geringer ist. Man stelle sich dieses Pfingst-Wochenende bei Schönwetter vor: die Leute kommen, wollen abends den See geniessen und werden drei Abende lang zugedröhnt. Das kann der Ballermann besser. Wenn schon, dann sollte an solchen Wochenenden nur ein Abend verlärmt werden. Aber scheinbar hält man hierort Quantität auch gleich für Qualität.  Das Salzkammergut ist aber nun einmal eher das Ziel von Leuten, die Ruhe, Beschaulichkeit und stille Schönheit suchen, gell! Vielleicht kapiert das mal jemand in der Politik und im Tourismus.

Heute bringen wir den versprochenen Gastkommentar von Markus Moser, der weniger ein Gastkommentar ist, als eine Erzählung über den Versuch unter der Last einer völlig misslungenen Gemeindepolitik ein Caféhaus nach traditionellen Standards zu betreiben.

Dann hat das Team Gmundl aufgrund eigener Beobachtungen einen Psychoanalytiker befragt, wie das denn nun sei mit den Potenz-Suchern in SUVs und der langen Bim im Ort. Achtung: Satirezone!

Ein Einserkasterl mit ein paar schaurigen Zahlen können wir Ihnen heute auch bieten. Da heisst es für uns Steuerzahlerleins: warm anziehen, nicht nur wegen des kühlen Wetters. Und das wärmende Gewand recht schön festhalten, gell, weil man wird uns nach der Steuer”reform” ziemlich bald das Fell über die Ohren zu ziehen versuchen, um die öffentlichen Kassen vor dem Kollaps zu bewahren. Ob wir Steuerzahlerleins kollabieren, ist denen da oben und ihren Machthaberern piepegal. Die haben ihre Schäfchen, die früher unsere waren,  im Trockenen. So schauma nämlich aus, um es mit einer berühmten Wiener Fernseh-Serienfigur zu sagen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

PS.: Wir hatten ein Computergebrechen, daher sind wir heute später als üblich online gegangen.


 Kostet ja fast nichts

Auflistendes Einserkasterl von Reinhold Kassmannhuber

Es wurden die öffentlichen Gelder für das S+H Bahnprojekt angesprochen.
Zur Erinnerung liste ich die aktuellen Beschlüsse auf; frühere Investitionen (Ausbau Vorchdorferbahn, Straßenbahn Kuferzeile etc) kommen noch dazu:

* Gemeinde Gmunden 2013: 6 Mio für den Bau
* Landtag 2013: 57 Mio Bau und Züge
* Landtag 2014: 72 Mio Betrieb bis 2030
* Investprogramm OÖ 2015: 10 Mio weiterer Ausbau Vorchdorferbahn.

Bei der Gerichtsverhandlung vor dem Landesverwaltungsgericht über die Einsprüche der Anrainer kamen die 30 Mio EUR für den Bau der Schienen- Durchbindung zur Sprache. Es wurde festgestellt, dass das Land 80% und die Stadt 20% zahlt. Das veranlasste den Richter, Hofrat Dr. Schön, zur Frage an die Betreiber: “Was zahlen eigentlich Sie?”

Reinhold Kassmannhuber
Sprecher der Bürgerinitiative “Neustart für Gmunden”


Caféhaus – Keine einfache Sache

Gastkommentar/-bericht von Markus Moser

Ein Kaffeehaus in Gmunden zu betreiben, ist keine sehr einfache Sache. Das Wienercafe wurde 1989 von der Familie Schneckenleitner gegründet und ausgestattet. Die Investitionssumme betrug rund 6 Millionen Schilling. Seitdem wird es als Kaffeehaus geführt. 2002 haben Hermann Zemlicka und ich das Kaffeehaus übernommen und ähnlich weiter geführt. Der Rückgang der Besucherfrequenz der letzten 20 Jahre hat es natürlich nicht einfacher gemacht, ein Lokal in dieser Form zu führen.

Bei Eröffnung des Wienercafes im ehemaligen Hotel Austria, gab es im Gebäude ein relativ breites Angebot an Geschäften: Gemüseladen, Nobelfleischer, Parfümerie, Reisebüro, Schuhgeschäft, Möbel- bzw. Buchladen, Bäckerei … Aus vielen dieser Betriebe sind nach und nach Gastronomiebetriebe geworden, die natürlich nicht förderlich für das Geschäft im Wienercafe waren,

Den Grabstein für das Hotel Austria, das von der Besitzergesellschaft offensiv in eine Pleite geführt wurde, hat im übrigen der Gmundner Gemeinderat gelegt, indem dieser bei den bereits verkauften Hotelzimmern rückwirkend eine Umwidmung von touristischer Nutzung auf private Nutzung durchführte. Ähnlich erging es dem Hotel Satori in selbiger Straße.
Der Gemeinderat hätte auch auf touristischer Nutzung bestehen können und eine Rückabwicklung der verkauften Hotelzimmer verlangen können. Leider fehlte es damals an Weitblick und Courage. Somit sind beide Hotelstandorte unwiderruflich zerstört.

Das Rückgang von klassischen Kaffeehäusern hat aber auch andere Gründe. Die Betriebskosten sind aufgrund der größeren Fläche, des damit einhergehenden Personalaufwandes, höherer Heizkosten, Gemeindeabgaben und Instandhaltung um vieles höher. Der Umsatz im Verhältnis zur Quadratmeteranzahl ist um vieles geringer als bei anderen Betriebsformen wie Cafe-Bars oder Restaurants.

Diese Wettbewerbsnachteile haben sogar dazu geführt, dass die Wiener Kaffeehauskultur seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Wir leben diese Wiener Kaffeehauskultur. Natürlich gäbe es andere Betriebsformen, die lukrativer wären. Auch ein reiner Abendbetrieb ist leichter zu führen als ein Betrieb der 13 Stunden pro Tag ganzjährig geöffnet ist und für seine Gäste offen steht. Ich denke, dass der Charme, den Gmunden nach wie vor hat, auch darauf zurück zu führen ist, dass im Winter nicht die meisten Betriebe geschlossen halten. Betriebswirtschaftlich wäre es natürlich besser, nur von März bis Oktober aufzusperren.

Eine Bilanz kann man auf unterschiedliche Weise lesen. Will man sie Negativ darstellen, stellt man die negativen Zahlen in den Vordergrund, möchte man sie positiv interpretieren, neigt man dazu die positiven Dinge hervor zu heben. Ich hab dies bei Verkaufsgesprächen bereits oft erlebt. Man kann sogar einen Bilanzverlust als positiv darstellen, weil das für einen potentieller Käufer auch sehr angenehme Auswirkungen bezüglich Steuern auf zukünftige Gewinne hat.

Als Betreiber und als alleiniger Gesellschafter, der seinen Betrieb verkaufen möchte freue ich mich natürlich nicht, wenn Sie in ihrem Blog nur die negativen Zahlen hervorheben und sich nicht mit mir über die positiven Entwicklungen freuen.

Das Gros der Verluste der Wienercafe Gastronomie GmbH entstanden in den Jahren 2005-2011 (Übernahme einer Filiale die sich wenig gut entwickelte, zu hohe Personalkosten und vielleicht zu wenig Einsatz meinerseits).

Nach dem Tod von Hermann Zemlicka übernahm ich sein Anteile und musste leider, oder jetzt zum Glück, einen Frankenkredit in Euro konvertieren und den Verlust auch realisieren. Bilanztechnisch geschah dies in der Bilanz 2011.
Seit drei Jahren versuche ich das Unternehmen mit Nachdruck auf die veränderten Rahmenbedingungen in Gmunden einzustellen. die Gewinne 2012 und 2013 bestätigen meinen Weg und sind auch in den Bilanzen zu lesen.

Ich bin mit der negativen Entwicklung in Gmunden, wie viele meiner Kollegen, nicht zufrieden. Einiges davon ist hausgemacht, einiges ist aber auch nicht von uns beeinflussbar.
Trotz allem bin ich davon überzeugt, dass ein Ort wie Gmunden in dieser wirklich einzigartigen Lage, das Potential hat, wieder ein sehr spannendes Provinzstädtchen zu werden.
Diese Stadt ist seit knapp 740 Jahren Stadt und Einkaufszentrum und wird es auch dann noch sein, wenn die Einkaufszentren in der Peripherie sich wieder in Grünflächen wandeln. Es gab Brände, Überschwemmungen, Seuchen und Plünderungen und trotz allem gibt es Gmunden nach wie vor. Ich denke, die Stadt wird auch dieses Wellental überstehen. .

In Zeiten wie diesen mit ungezählten Krisenherden, einer humanitären Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, eines ungebremsten Bevölkerungswachstums, eines ungeniert prolongierten Ressourcenverbrauchs der Länder des Nordens, einer immer kritikloseren Gesellschaft, die sich trotz allem, wieder in die Fänge des Finanzkapitalismus begibt, in dem nur Wachstum zählt, koste es, was es wolle, gehen mir Diskussionen über meine Pipi Bilanz manchmal gepflegt auf die Nerven.
In diesem Sinne wünsche ich weiterhin fröhliches recherchieren liebe Babsy.

Markus Moser ist Eigentümer und Betreiber des Wiener Cafés


Anmerkung der Redaktion:
Was in Bezug auf unsere Recherchen zu sagen ist, haben wir im wesentlichen bereits gesagt.
Dass angesichts der Probleme der Welt unsere Gmundner Probleme recht schnell auf Minimundus-Format schrumpfen, ist keine Frage. Aber wir leben halt hier und regen uns über das auf, was hier geschieht oder nicht geschieht. Wir können nicht jeden Tag die ganze Welt retten – leider! Wir täten es gern und sofort, wenn es denn ginge.
Dass eine Welt, die sich in den Klauen einer finanzkapitalistischen Clique befindet, keine gemütliche ist, mehr noch: eine reichlich unmenschliche, kann man jeden Tag beobachten und teilweise auch am eigenen Leib erfahren. Niemand mit Herz und Hirn will das. So wie niemand, der halbwegs bei Sinnen ist und nicht alle humanitären Werte über Bord geworfen hat, sich eine extrem konkurrenzorientierte Gesellschaft wünscht, in der alle Menschen jeden Tag um ihr Leben laufen müssen, als ob ihnen der Säbelzahntiger im Nacken sässe. Konkurrenz kann beleben, ab einem bestimmten Grad wird sie allerdings zum Hemmschuh der Entwicklung. Auch die Evolutionsforscher sind längst vom simplen Modell der “Auslese” durch “survival of the fittest”, diesem zynischen Sozialdarwinismus, abgerückt. Längst hat sich herausgestellt, dass eine sinnvolle Symbiose von eingehegter Konkurrenz und sinnvoller Kooperation wesentlich bessere Ergebnisse zeigt. Genau das aber gelingt in Gmundner leider so gut wie gar nicht. Die Konkurrenz wird von Monopolisten zu Lasten der Steuerzahler ausgeschaltet (Stern & Hafferl-Verkehr!!!), die Symbiose entsteht leider nur zwischen Machthaberern in Politik und Wirtschaft. Die kleinen Gewerbetreibenden bleiben dabei ebenso auf der Strecke, wie die “normalen” Arbeitnehmer.

Nochmals: wir wollten das Wiener Café natürllich nicht “vorführen”, sondern Probleme aufzeigen. Eien Teil unserer Kritik an den Umständen bestätigt Moser ja im obigen Bericht. Das Versagen der Politik auf vielen Ebenen (Raumplanung, sinnvoller Mitteleinsatz, fehlende Courage) ist offenkundig, und die daraus resultierenden schlechten Rahmenbedingungen erschweren den Menschen das Leben.
Wir wünschen Markus Moser jedenfalls, dass die Gewinne von 2012 und 2013 wirklich nachhaltig sind und das Wiener Café – dem widrigen Umfeld zum Trotz – den Einwohnern der Stadt und ihren Besuchern erhalten bleibt.


Gmunden auf der Couch

Ein satirisches Interview

Wir vom Team Gmundl (TG) haben einen Experten gefunden, der in unserem Namen und Auftrag ein längeres Gespräch mit dem aus Freudscher Denkschule stammenden Psychoanalytiker Dr. Koitu S. Freud (KF) geführt hat, das wir hier ungekürzt wiedergeben.

TG: Herr Doktor, was fällt ihnen bei einem Rundgang durch Gmunden auf den ersten Blick auf?
KF: Überall ragen Kräne in die Höhe. Beängstigend, diese Ansammlung von Phallussymbolen in einer so relativ kleinen Stadt. Aber wissenschaftlich höchst interessant und aufschlussreich.
TG: Wieso beängstigend?
KF: Weil diese so auffällig zur Schau gestellten Symbole männlicher Potenz, wie wir wissen, das genaue Gegenteil ausdrücken: Potenzängste und bereits eingetretene Potenzverluste. Die Manneskraft Gmundens schwächelt, wenn ich das so vereinfachend sagen darf.
TG: Was bedeutet das?
KF: Die Flucht in die Grösse. Man kompensiert die nachlassende Manneskraft durch sinnlose aber megalomane Projekte und hofft, damit über die schwächelnde Potenz hinwegtäuschen zu können.
TG: Aber gerade den Gegnern der neuen Zugsdurchbindung durch die Innenstadt, also jenen, die gegen ein solches megalomanes Projekt sind, wurde von Regio-Befürwortern genau das vorgeworfen: sie würden mit ihren SUVs nur Ihre Sexualorgane erweitern und vergrössern, ihre Potenzkraft solchermassen in symbolhafter Form öffentlich vorführen und …
KF fällt dem Interviewer heftig ins Wort: Nein, nein, nein und nochmals nein! Grundfalsch! Ein Auto ist die Vergrösserung des eigenen Wohnzimmers. Man erweitert jenen Bereich, den man zu überschauen und kontrollieren zu können glaubt über die eigenen vier Wände hinaus. Natürlich sind hohe PS-Zahlen auch als Aphrodisiakum zu interpretieren, keine Frage. Aber ich erkenne hier in Gmunden grundsätzlich eine zutiefst sexualisierte Stadt, die sich dieser ihrer inneren Triebstruktur in keiner Weise bewusst ist. Das ist das Tragische. Nicht erfüllte Triebwünsche führen zu seelischer Verlotterung.
TG: Woran erkennen Sie diese Sexualisierung?
KF: Was Sie mir im Vorgespräch über die letzten Äusserungen des Bürgermeisters bezüglich seiner Stratgie der Autobus-Parkplätze erzählt haben, war für mich als Psychoanalytiker extrem erhellend. Ich meine damit seine Beschreibung des Wegs der Touristen durch die Stadt. Sie haben das ganz richtig erfasst. Der Tourist wird in das Dunkel der kleinen Gassen gezwungen, eine Art Vorspiel, die Überwindung der eigenen Sexualängste. Dann soll er in den Geschäften einkaufen, also seine Lust langsam steigern. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das Angebot der Innenstadt tatsächlich luststeigernd ist, ich wage das zu bezweifeln, aber gut, wir lassen das mal so stehen. Hahaha! Kleiner Scherz. Und dann, solchermassen erregt, kommen die Touristen am Rathausplatz angesichts des Panoramas zum Orgasmus. Das ist die klar sexualkonnotierte Botschaft des Bürgermeisters. Natürlich verbirgt sich dahinter der Wunsch des Stadtoberhaupts, dass auch die Wählerschaft, angesichts des Rathauses in eine orgiastische Stimmung verfällt und als Akt der sexuellen Selbstbefriedigung dann am Wahltag ihm die Stimme gibt.
TG: Ist das nicht eine doch etwas zu waghalsige Interpretation?
KF: Keinswegs. Das Leben ist waghalsig. Und die Seele ist ein weites Land, wie der Psychoanalytiker unter den österreichischen Autoren es formuliert hat.
TG: Wie lautet also Ihre Einschätzung des Projekt Regio-Tram?
KF: Kolossal! Phänomenal! Pyramidal! Ich überlege schon, mein beliebtes Uni-Seminar “Alltägliche Phallussymbole in der zeitgenössischen Stadtplanung” nach Gmunden zu verlegen.
TG: Es gibt da Pläne von wegen UNI-Stadt …
KF: Die sind vielleicht doch etwas zu hochstaplerisch angelegt. Aber mein erwähntes Seminar könnte hier stattfinden. Wir sind hier abolut von Phallussymbolen umstellt. So viel praktisches Anschauungsmaterial auf einem Fleck findet man kaum noch sonst wo. Die fast vierzig Meter langen Züge: ein Kampf um die Vorherrschaft des Machthabers mit dem grösseren, längeren, dickeren Glied. Dieses bewegliche Glied wird wiederum von weit in den Himmel ragenden Strommasten gesäumt, die ihrerseits nichts anderes sind, als eine endlose Kette von Penissen, die quer durch die Innenstadt aufgestellt werden und von der Potenz der Machthaber künden, die ihre körperliche Kleinheit auf diese Art überspielen. Merke: je kleiner der Mann, umso grösser muss sein Spielzeug sein. Bitte missverstehen Sie das nicht: es geht nicht darum, kleine Menschen zu diskriminieren, aber die Erkenntnisse der Psychoanalyse sagen uns, dass aus männlicher Kleinheit mitunter bestimmte Folgen resultieren können. Wir müssen diese Gedanken also in unser Kalkül mit einbeziehen.
TG: Nun, der zuständige Verkehrsstadtrat passt aber nicht zu Ihrer Theorie. Der ist eher hoch augeschossen.
KF: Papperlapapp! Der glaubt nur, dass er etwas sagen darf. Aber der eigentliche Machthaber, der ist grössenordnungsmässig  eher bei Pippin dem Kurzen anzusiedeln. Dieser war, wie wir wissen, der Vater von Karl dem Grossen. Durch seine Kleinheit hat er seinen Sohn unbarmherzig zur Grösse gezwungen. Gnadenlos! Der Sohn musste jene Grösse erreichen, die dem Vater rein körperlich verwehrt war. Die Problematik der kleinen Männer in patriarchalischen Gesellschaften kennen wir ja schon von Alexander dem Grossen, der auch zu den Kleinwüchsigen gezählt worden ist. Sagen wir so: der kleine Machthaber hat sich einen grossen, in diesem Fall hoch aufragenden, Verkehrsstadtrat zum Mitstreiter erkoren, um die eigene Untergrösse zu kompensieren. Und zusätzlich müssen die eingesetzten Verkehrsmittel zum Phallussymbol taugen. Ich sehe da klare Zusammenhänge. Wir verstehen diese Vorgänge nur, wenn wir verstehen, wie sie von einer tieferen, inneren Triebstruktur geprägt und dominiert werden. Wir dürfen auch nicht übersehen, dass dieser riesige, fahrende Penis sich durch die engen Öffnungen des Kammerhofes, der Vulva Gmundens, drängen muss. Quasi eine Inbesitznahme des Weiblichen durch das Männliche. Ein gar nicht sehr sublimer, im Viertelstunden-Takt stattfindender Gewaltakt gegen alles Weibliche. Ein Aufbäumen der patriarchalischen Gesellschaft gegen den Aufstieg der Frauen. Und natürlich beredter Ausdruck der Kastrationsängste im Patriarchat. Man muss bedenken: bei jeder Einfahrt in die Unterführungen des Kammerhofs werden die Männer mit ihren Kastrationsängsten konfrontiert und lernen, dass diese Kastration mittels eines überdimensionierten Gliedes in Form des Zugs abgewehrt werden kann. Die Angst vor dem Zugriff der weit geöffneten Vulva, also hier der Tore des Kammerhofs, die Angst vor dem Verlust des primären männlichen Geschlechtsmerkmals, wird mit diesem Glied aus Stahl bekämpft. Dann wird dieser mobile aber schienengebundene Penis quer durch die enge Innenstadt geführt, gleitet quasi durch die enge Vagina hindurch und orgasmiert beim Erreichen des sich öffnenden Franz-Josefs-Platzes. Die Schienen sind notwendig, um die Macht des Sexuellen, die man hier instrumentalisiert, zu bändigen, in Bahnen, auf Schienen zu halten. Mehr Sexualität geht nicht, glauben Sie mir.
TG: Wir können nur noch staunen, Herr Professor!
KF: Danke, aber das Staunen liegt ganz bei mir. In so konzentrierter Form findet man das selten. Ich will bei dieser Gelegenheit nicht verabsäumen, darauf hinzuweisen, dass die gesamte Konstruktion der Regio auf die Aufrechterhaltung der männlichen Dominanz über die erwachende Frauenbewegung angelegt ist. Besonders deutlich sehen wir das am Klosterplatz. Hier finden sich deutliche Hinweise, dass die männliche Dominanz, ausgedrückt durch die hohen, den Penis repräsentierenden Strommaste, den Platz prägt und die Frauen in die unterrangige, dienende Funktion verweisen. Sie erkennen das deutlich an der Haltestelle. Lange wurde gerätselt, was die merkwürdige Ausformung des Daches der Haltestelle darstellen solle. Nun, ich kann das Geheimnis lüften: beim Dach handelt es sich unzweifelhaft um eine riesige, überdimensionierte Slipeinlage für Damen. Die Frauen werden mit diesem Slip-Dach eindeutig in die Schranken gewiesen, symbolhaft auf ihre dienende Rolle in der Gesellschaft verwiesen, dargestellt mittels einer Slipeinlage, die als Dach die wartenden Fahrgäste vor dem Regen schützen soll. Die Slipeinlage ragt auch nicht in Konkurrenz zu den Penis-Masten hoch auf, sondern liegt dienend und in Erwartung des Mannes regungslos auf dem Haltestellen-Hütterl.
TG: Herr Professor, wir sind überwältigt und danken Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch.
KF: Das Überwältigtsein liegt ganz auf meiner Seite. Ich denke meine Entdeckung wird das oberösterreichische Verkehrssystem, hahah, Verkehr, wie doppeldeutig, wird das Verkehrssystem revolutionieren.

slip_dach_montage


Passend zu unserem Satire-Interview heute wieder ein Slogan, den wir einem Leserlein des Blogs verdanken.

ich_freu_mich_ferrosex

 

ferrum (lat.) = Eisen
ferrosexuell = ironische Bezeichnung für Menschen, die Modelleisenbahnen aber auch der “richtigen” Eisenbahn über alle Massen zugetan sind. Wenn sie von “Triebwagen” sprechen, scheint ihre Leidenschaft intensiver und lustvoller, eben: ferrosexuell, eine Spielart der Objektsexualität.


 

 

 

 

Vom Radlfahren und vom Spatenschwingen

23. Mai 2015 - Leave a Response

Heute:
Einserkasterl von W. Krausshar zum Radlfahrer
Gastkommentar von AndyB zum RadlfahrerGastkommentar von Tarantella zu Busausstieg und Spatenschwingen

Liebe Leserleins!

Heute die unvermeidlichen Reaktionen auf den gestrigen Beitrag von Radlfahrer. Zerfleischung ist es keine, und wir hoffen, dass Radlfahrer es auch nicht als solche empfindet, auch wenn ihm heftig widersprochen wird.

Tarantella beschäftigt sich nochmals mit der grenzgenialen Idee (oder müsste die zutreffende Beifügung “grenzwertig” lauten?), die Be- und Entladung der Touristenbusse direkt vor den Schulen in der Habertstrasse stattfinden zu lassen. Wir finden diese Idee ja ungemein sexy, um nicht zu sagen: sexuell aufgeladen, wenn wir den Worten vom Lehrbuam im Bürgermeisteramt lauschen (“als Finale erwartet sie der Aha-Effekt …”). Wir haben auch schon ein paar Cartoons dazu von unseren Leserleins bekommen. Wir werden sie – soweit sie halbwegs jugendfrei sind – natürlich gern hier veröffentlichen. Es scheint, als ob der BM-Azubi dem Dickingerischen Konzept der Keramik-Stadt ein Konzept der Marke “Sex in the City” entgegensetzen wollte.

Nur ein paar erklärende Worte in Richtung Tarantella. Natürlich ist es richtig: wir brauchen dringend Bau- und Renovierungsarbeiten in vielen Teilen in und um Gmunden. Aber unser Begriff des “Spatenschwingens” hat nun rein gar nichts mit Bautätigkeiten zu tun. Unser Begriff des “Spatenschwingens” beschreibt ausschliesslich jene Tätigkeiten von Politikern, die eben nicht mit einer realen Tätigkeit verbunden sind. Man könnte also sagen: ein metaphysischer Begriff. Darunter fallen nicht nur erste Spatenstiche, sondern auch das Durchschneiden von Eröffnungsbändern, Ordensverleihungen der Politikerkaste an sich selbst oder sinnlose Wahlkampftouren quer durchs Land, bei denen Versprechungen ausgestreut werden, die man gleich nach der Wahl wieder einsammeln muss. Der Spatenschwinger ist sozusagen der Prototyp des in sinnlosem Leerlauf herumrasenden Politikers, der auf diese Art Aktivitäten vortäuscht, aber in Wahrheit nur Steuergelder verschwendet.

Nun, liebe Leserleins, zieht euch schön warm an, es bleibt eher kühl. Und denkt daran: wenn ihr am kommenden Wahltag im Herbst alles richtig macht, ein paar zutreffende Kreuzerln anhakt, dann muss die Politik sich in Zukunft warm anziehen – egal welche Temeperatur es aussen hat. Der Wahltat ist also so etwas Ähnliches wie die Zentralmatura für Wählerleins.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Sehr geehrter Radlfahrer

Einserkastl von Wilhelm Krausshar

Es ist keine Frage, eine Fußgängerzone, die die ganze Innenstadt umfaßt, wäre auch ganz in meinem Sinn, denn vor allem die Busse von Stern&Hafferl verstopfen die Innenstadt durch ihre überdimensionale Größe. Aber glauben Sie, dass die überdimensionierte Größe der RegioTram das besser machen wird? Ich gebe zu, ich wurde nach immer mehr und genaueren Informationen vom Saulus zum Paulus, oder umgekehrt, da jede Seite ja von sich behauptet, den Paulus gepachtet zu haben.
Worauf ich mich freue, und ich hoffe, Sie sind dort auch dabei, ist die Präsentation des E-Bus-Konzepts vom Ing. Hausherr.
Schauen Sie sich das an, und dann fahren Sie mit Ihrem Fahrrad hinter dem abgasfreien, lautlosen Verkehrsmittel her, das alle Wohngebiete Gmundens verbindet und flexibel auch am Wochenende die Autofahrer aus der Stadt verbannt.


Radlfahrers schwache Argumente

Ein Gastkommentar von AndyB

Lieber Radlfahrer,
niemand hat die “Bahn-Befürworter” als dumm bezeichnet. Es sind die Argumente der Befürworter, die sehr schwach sind.

1. Man ist über Jahre für dumm verkauft worden, was die Bahn, ihre Ausmaße, den Verlauf, die Finanzierung, die Fahrgastzahlen etc. betrifft.

2. Der Verkehr wird doch nicht weniger, wenn noch eine 40 m lange Bahn – für eine Handvoll Passagiere – zusätzlich fährt!

3. Wenn Sie die Postings der Gegner hier verfolgt haben, dann wäre Ihnen sicher nicht entgangen, dass viele Gegner ebenfalls für eine Fußgängerzone sind. (Auch das Team Gmundl ist für eine sofortige Sperre der Innenstadt, kostet nichts und geht sauschnell! Aber wir sagen dauernd: die Politik ist zu feig, das zu tun! Anm. d. Red.)
Nur fährt durch eine Fußgängerzone aber eben auch keine Bahn! Oder habe ich da in Bad Ischl etwas übersehen?

4. Jetzt wird es lustig: Was haben die Gegner der Bahn mit dem Bau eines E-City-Bus Netzes zu tun? Ist das nicht die Aufgabe der Politik und der entsprechenden Unternehmen?

5. Es ist doch ein fataler Irrtum, wenn man den Verkehr auf andere Wege und Straßen verlagert. Feinstaub, Umweltbelastung etc. sind doch dann nicht einfach weg! Sie belasten die Umwelt dann woanders!

6. Ich würde jede Bus-, Bahn- oder U-Bahnstrecke realisieren, sogar eine Seilbahn auf den Traunstein oder einen Flughafen oder ein Bordell, wenn mir das Land diese Projekte finanziert und auch noch die Verluste übernimmt.
Da könnte ich sorgenfrei und mit einem tollen Gehalt mein Leben verbringen.

Sorry, dass ich Ihre Befürchtungen bestätigen muss, aber leider bleibt mir nichts anderes übrig. Denn nun zu dem Argument, das Ihr Posting völlig disqualifiziert:
Sie warten auf den Ausbau der Bahn, damit Sie “entlang der Laudach radeln können”, und dafür brauchen Sie eine Regio Bahn durch die Innenstadt?
Ich verrate Ihnen ein Geheimnis, aber das sollte unter uns bleiben: Es gibt diese Bahn schon! Sie müssen da nicht warten!
Sie wohnen ja in der Nähe der Traunbrücke, und da ist es unzumutbar für Sie einige wenige Meter zu gehen und Ihr Rad bis zur Haltestelle Klosterplatz zu schieben?
Bitte, das kann doch wirklich nicht Ihr Ernst sein!
Oder möchten Sie lieber auf die Haltestelle Franz-Josef-Platz warten? Die wahrscheinlich weiter von Ihnen entfernt ist als die Haltestelle Klosterplatz?!
Dafür soll dann eine historische Innenstadt verschandelt werden? Sorry, aber dafür fehlt mir jegliches Verständnis.


Schnapsideen und nötige Spaten

Ein Gastkommentar von Tarantella

Es ist eine unglaubliche und vor allem unverantwortliche Schnapsidee, sämtliche Touristenbusse in die Habertstraße zu verlegen, in den unmittelbaren Nahbereich von 3 Schulen!!!
Schon jetzt müssen die Schüler unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen die Straße queren, weil viele Raser es nicht der Mühe wert finden, vor dem Zebrastreifen anzuhalten. Zahlreiche Linien- und Schulbusse fahren ständig ein und aus und oftmals verstellen die haltenden Busse zusätzlich die Sicht, sodass man froh sein muss, wenn kein Kind überfahren wird.
Abgesehen von dem zusätzlichen Lärm und den Abgasen direkt vor den Schulfenstern! Oder kommen die Touristenbusse eh nur am Wochenende oder in den Ferien?
Beziehungsweise werden die Linien- und Schulbusse eh eingestellt, wenn es dann die Regio gibt???

Besonders spannend wird es auch bei der Ausfahrt aus der Habertstraße in Richtung Graben/ Bahnhofstraße, denn bei dem Nadelöhr vor der Post können nämlich keine zwei Busse aneinander vorbei. Da wird dann das Verkehrschaos erst so richtig perfekt!
Und die Vision, mit dieser Maßnahme das Shoppingverhalten der Touristen ankurbeln zu können, halte ich für illusorisch, das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben!
Ich finde, als Anlaufstelle für die Touristenbusse wäre der Toscanaparkplatz wesentlich besser geeignet. Von dort aus könnte man dann einen Gratis-Shuttle ins Zentrum anbieten.

Liebe Babsy, zu deinem Beitrag übers Spatenschwingen möchte ich einwenden, dass es sogar mancherorts dringend angebracht wäre, den Spaten zu schwingen. Doch gerade dort, wo es die Notwendigkeit gebieten würde, passiert ausgerechnet nix.
Beispielsweise auf der Straße vom Gmundner Bahnhof in Richtung Altmünster! Trotz einer beinahe 2 -monatigen Straßensperre kam offensichtlich niemand auf den Gedanken, dort den Spaten zu schwingen und die wohl kaputteste Fahrbahn im Raum Gmunden im Zuge der Asphaltierungsarbeiten im Bahnhofsbereich gleich mit zu sanieren. Während man im unmittelbaren Umfeld des neuen Bahnhofs keine Kosten und Mühen gescheut hat (neue Gleise verlegt, Straße verbreitert, neuer Belag, mehrere Fahrbahnteiler,….), konnte oder wollte man sich die paar hundert Meter neuen Straßenbelag bis zur (ehemaligen) Hatschek- Kreuzung offensichtlich nicht mehr leisten, ja nicht einmal zum Ausbessern der ärgsten Schäden hat es gereicht.

Gleich nach der Trafik beginnt nämlich schon die Rumpelpiste, der Schlaglochparcours und der Kanaldeckelslalom! Dieser erbärmliche Zustand ist nicht nur äußerst unschön, sondern führt bisweilen auch zu gefährlichen Situationen, da Autofahrer oft gezwungen sind, abrupte Haken zu schlagen, um sich nicht die Reifen zu ruinieren. Hier wäre ein wenig Spatenschwingen durchaus angebracht gewesen, aber wahrscheinlich fehlt seitens der Gemeinde jegliches Konzept dafür, wie man Synergien sinnvoll und kostensparend nützen könnte. Lieber gräbt man dann in ein paar Jahren, kaum dass alles fertig ist, wieder auf.


 

Unsere Leserleins machen sich auch viele Gedanken darüber, wie man die leere Regio besser nützen könnte. Dazu heute wieder unser “Ich freu mich …”-Plakat mit Alfred E. Neumann junior.
Noch eine Bemerkung zum gestrigen Plakat. Es hat unglaublich viel Beifall erhalten – vor allem von “gestandenen” Roten (wenn wir den Selbstauskünften der Mail-Schreiber glauben dürfen). Unabhängig von der Frage, ob sie für oder gegen die Regio sind (das hält sich dem Anschein nach bei SP-Parteigängern die Waage, mit leichtem Vorteil für die Gegner) wird unisono kritisiert, dass die Roten hier ein Privatunternehmen genau bei dem unterstützen, was sie sonst bekämpfen: bei der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung/Verstaatlichung von Verlusten.
Die Empörung der roten Stammwählerschaft ist nicht überraschend angesichts der Intransparenz der Förderungen. Wann legt die Politik endlich auf den Tisch, wieviel öffentliche Gelder in Summe wirklich in das S&H-Verkehrsimperium fliessen? Bei den ÖBB wird täglich laut gejammert, was dort alles versickert. Über die privaten Sickergruben wird dezent geschwiegen. Hier hat die SP einen gewaltigen Nachholbedarf, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit (wieder)herstellen will.

ich_freu_mich_radfahren


 

 

Politik mit dem Spaten

22. Mai 2015 - Eine Antwort

Heute:
Babsy kommentiert das Zeitgeschehen
Gastkommentar Radlfahrer pro Regio

Liebe Leserleins!

In den Zeitungen nehmen – wenn man mal von derdiedas Conchita Wurst absieht – die Bilder von Menschen in merkwürdiger Körperhaltung überhand: die Hände vor dem Bäuchlein gefaltet, davor ein offensichtlich in die Erde gesteckter Spaten. Was das wohl sein kann? Politiker aller Couleurs auf Spaten-Tour durchs Land. In der letzten Rundschau stolperte man von Bild zu Bild, was da nicht alles noch schnell eröffnet werden muss vor der Wahl, gell! Hat niemand in der Politik den Mut, sich diesem Ritual, das die Bürgerleins nur noch ärgert, zu entziehen?

Langsam stellt sich die Frage: wann hackln die eigentlich die Herrschaften (in der Tat handelt es sich vorwiegend um Männer, obwohl: die Frauen holen dank Quote auch bei den Dummheiten auf), die derzeit mit Spaten und Schere durch die von ihnen verwüstete Landschaft hurteln? Kein Tag ohne Spatenstich ist eine Untertreibung. Kein Tage ohne dutzende Spatenstiche, das scheint die Devise. Was uns da in Wahlvorfreude vorgeführt wird, ist eine schaurige Schmierenkomödie, die uns nach den Wahlen noch teuer zu stehen kommen wird.

Hallstatt ist dafür derzeit dabei, Gmunden in Sachen Hotel und Investorensuche eifrig zu imitieren. Der Verkauf  des ehemaligen Salinen-Amtshauses ist – wie angesichts der Finanzkraft des Salzburger Investors nicht anders zu erwarten war – wieder einmal geplatzt. Dabei wurden auch schon Japaner als Geldgeber auf der Gerüchteböse gehandelt. ‘Touristiker sind der Ansicht, dass Hallstatt zwar einiges richtig gemacht habe, aber mit dem jetzigen Bestand an Betten der Plafond erreicht sei. Auch Hallstatt habe eine sehr kurze Saison, der Standort des Salzamtes sei zudem nicht ideal (während eines Grossteil des Jahres zu dunkel mangels Sonneneinstrahlung, gilt aber für Hallstatt ganz allgemein). Es stellt sich ohnehin die Frage, wieviele Hotelbetten man Hallstatt noch verpassen kann, wieviele Touristen man in der Hochsaison noch durch den Ort schleusen kann, ohne den Ortscharakter endgültig und nachhaltig zu beschädigen.

Auch Ebensee hat so seine Erfahrungen mit Investoren für einen Hotelbau. Scheinbar sind die Orte nicht in der Lage, voneinander zu lernen. Dafür gab es auch dort einen Politikerauflauf mit Spatenstich. Die neue Beschneiungsanlage für den Feuerkogel. Ob das angesichts der Klimaveränderung eine sinnvolle Investition ist, wird sich zeigen. Dass diese Anlagen auch unter Umweltaspekten immer fragwürdiger werden, steht ohnedies im Raum.

Den Vogel aber schiesst wie immer Gmunden ab. Die Touristen-Busse werden vom Stadtplatz verbannt (kann man diskutieren) und müssen in Zukunft vor den Schulen bei den Haltestellen in der Habertstrasse ihre Fracht ausspucken. Unser Bürgermeister-Azubi fantasiert vor sich hin: “Touristen entdecken so zuerst die Schönheiten der Altstadt. Jeder findet in einer anderen Gasse etwas für sich, die Gäste sind zum Shoppen animiert und erst als Finale erwartet sie der Aha-Effekt mit Platz am See und Bergpanorama.” Äh, wie naiv und ahnungslos darf ein Bürgermeister eigentlich sein? Jeder, der weiss, wie Tagestourimus funktioniert (also fast alle ausser den meisten Gmundner Politikern und dem örtlichen Tourismusdirektor), jeder der also den Tagestourismus kennt, weiss, dass diese Leute nach dem Herdentrieb funktionieren: raus aus dem Autobus und auf dem schnellsten Weg zur angepeilten Sehenswürdigkeit.

Die bringen sogar Jausenbrote und Getränke mit (zur Not wird ein Doserl Bier beim Busfahrer gekauft, kann man jedes Jahr in der Saison auf den Bus-Parkplätzen beim See beobachten, da stellen die Fahrer mitunter sogar kleine Tische auf). Die Leute werden über Kirchenplatz, Marktplatz, Kirchengasse zum Rathausplatz strömen, um möglichst schnell das Schinnakel erklimmen zu können. Dazu kommt: selbst wenn die kauffreudig wären – der Geschäftemix ist nicht gerade so, dass Touristen hier besonders viel kaufen können und wollen. Aber, und das ist der eigentliche Punkt, das Gros der Tagestouristen besteht aus eher älteren Menschen. Die werden sich bedanken, wenn sie nachher die steile Innenstadt hinaufhatschen dürfen. Genau das haben sie immer vermieden. Kaum jemand hat sich in die Innenstadt verirrt. Die Leute werden sich bedanken, wenn man sie jetzt zwangsbeglückt.

Es ist leicht vorherzusagen, was wirklich geschehen wird: die Reisebüros und Busunternehmen werden heftig dagegen protestieren, weil das Geschäft einbrechen wird, sobald die zwangsweise Bergauf-Hatscherei sich herumgesprochen hat. Dann wird man gezwungen sein, die Touristen erst recht wieder unten aussteigen zu lassen. Etwa am geplanten Busbahnhof beim FJ-Platz. Nur von dort ist ein barrierefreier und für ältere Leute müheloser Spaziergang zum See möglich.
Was dem BM-Azubi da vorschwebt, ist eine Art touristischer Orgasmus, den es nicht spielen wird: Vorspiel in der Innenstadt, Aufgeilen beim Hinuntergehen und dann Climax am Rathausplatz. So stellt der kleine Azubi sich sexy Tagestourismus vor! Klingt leider eher nach Coitus interruptus …

Zur ihrer grossen Freude hat Ihre Babsy jetzt aber feststellen dürfen, dass er es kann. Er, der Entholzler. Ja, wirklich, er kann es: sich vor einem Autobus ablichten lassen und dann sogar einsteigen und damit fahren. Mehr noch: er kann ihn sogar als zeitgemässes Verkehrsmittel loben bei  der Einweihung (Spatenseuche!) neuer Busse, kleinerer Busse, die sich besser für den Stadtverkehr eignen. Ja, der Mann hat wirklich ein Verkehrskonzept aus einem Guss. Wobei, liebe Leserleins, ich muss Sie jetzt enttäuschen. Er tat das nicht in Gmunden kund, dort hat er auch nicht die neuen, kleinen Busse gelobt und eingeweiht. Nein, in Gmunden muss es ein Riesenzug sein, ein elendslanger Tatzelwurm.

Aber anderswo, in einer viel kleineren Stadt, dort taugen kleine Busse als Verkehrsmittel. Wo dieser sagenhafte Ort ist? In Oberösterreich natürlich, wir reden ja vom Entholzer, dem OÖ-Landesverkehrsrat. Die niedliche Stadt heisst Braunau. Hat 16.000 Einwohner (Gmunden:  13.000) und eine Bevölkerungsdichte von 659 Einwohnern pro km2 (Gmunden: 206). Ja, dort rechnet sich eine Bim natürlich nicht, hier in Gmunden schon, weil Gmunden ist eben anders. Aber wenn der Neumann-S&H erst Braunau entdeckt, dann wird die RegioBim sicher auch Braunau erreichen. Hier das beweiskräftige Bild: Entholzer (ganz rechts) im Braunauer CityBus mit kleinen Bussen, in die auch Kinderwägen und Fahrräder passen! Die örtliche Politikerriege hat sich in den Bus begeben nach dem Motto (Klicken für Originalgrösse und Vollansicht!):

“Hoffnungsvoll Politiker stets waten
zur Eröffnung mit und ohne Spaten!”

Citybus_Braunau
Man sieht somit: die Richtigkeit eines Verkehrskonzepts ist eine Tochter der Zeit und des Breitengrades.

Heute bringen wir nichts desto trotz einen Gastkommenar von Radlfahrer. Auch wenn er fürchtet “soweit gmundl das zulässt”. Keine Sorge: wir lassen alles zu, solange die guten Sitten halbwegs gewahrt bleiben und keine menschenverachtenden Dinge ablaufen.
Also bitte, bitte, liebe Leserleins, straft den armen Gastkommentator Lügen! Behandelt ihn mit sanfter Nachsicht, wenn ihr Kritik übt. Wir wollen doch dieses eine, scheue Wesen, das sich von der Befürworterseite hierher gewagt hat, nicht gleich wieder verscheuchen, gell! Aber ganz im Ernst: wir freuen uns, dass es auf der Befürworterseite wenigstens irgend jemanden gibt (ausser dem Karl Kammerhofer), der hier auch diesen Standpunkt vertritt.

Also bitte durchaus um Kritik, aber im Ton sachlich und freundlich, gell! Wir sind nämlich keineswegs die Höhle des Löwen in Sachen RegioTram, sondern schnurrende Kätzchen, die sich Sorgen um die Zukunft dieser Stadt machen, und denen es egal ist, ob sie von der Autolawine oder der Regio überfahren werden. Beide haben nämlich in der Stadt nichts zu suchen – das wird gern übersehen!
Nur eines gleich vorweg: wir waren anfangs keineswegs Gegner der RegioTram. Aber je mehr Fakten wir kennen, umso mehr verblassten die wenigen Pro-Argumente, umso deutlicher wurde, was alles dagegen spricht, und dass die Regio eher ein Projekt der Marke “Absurdistan” ist. Im Grunde wäre das ein klassisches Thema für eine Entscheidung durch Befragung der Bürgerleins gewesen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

In den nächsten Tagen bei uns zu lesen:
Karl Kammerhofer über Gmundner Sumpfblüten
Interview mit Dr. Koitu S. Freud, einem angesehen japanischen Psychoanalytiker, über  Traumdeutung und RegioTram
Markus Moser über die Geschichte des Wiener Cafés
Gespräch mit einem (anonym bleibenden) Wiener Star-Architekten über die Verschandelung Gmundens
Ja, und auch Ohlsdorfs Deponie wartet auf ihren Bericht von Bruno Beinhart, aber uns ist soviel unmittelbar Aktuelles dazwischen gekommen.


 Radfahren mit der RegioTram!

Ein Gastkommentar von Radlfahrer

Ein Kommentar pro Strassenbahn in der Höhle des Löwen (gmundl)

Ich werde hoffentlich nicht von Bloggern des gmundl zerfleischt, wenn ich es wage, einige Argumente für die Strassenbahn vorzubringen, die mir eingefallen sind:

1. Als Innenstadtbewohner geniesse ich tagtäglich den Massendurchzugs-Schwerverkehr über die Traunbrücke, durch die Innenstadt, entlang Graben und Bahnhofstrasse. Dieser Schwerverkehr schadet der Altbausubstanz durch Erschütterungen mehr als die von Zeit zu Zeit dahingleitende Strassenbahn. Zusätzlich nagen die Abgase an den Fassaden der Altstadt, ja sie zerfressen sie förmlich. Haben die Gegner der Strassenbahn dies auch bedacht?

2. Neulich sass ich auf einem Bankerl am Stadtplatz zum Entspannen, aber man konnte das Rauschen des Springbrunnens nicht mehr hören vor lauter Verkehrsgetöse. Kein Politiker hat es bis heute gewagt, diesen überbordenden Verkehr aus der Stadt zu verbannen. Die Strassenbahn erschüttert viel weniger die Altbausubstanz als z. B. ein tonnenschwerer stinkender Autobus, der am Stadtplatz hält, meist noch den Motor laufen läßt, während die Touristen zum “Schwan” zum Pinkeln gehen. Dazwischen kreisen immer wieder verirrte und Parkplatz suchende Autos am Stadtplatz herum etc.

3. Ich fahre oft und gern mit der Bahn nach Ischl, weil dort haben sie eine echte Fußgängerzone, wo die Touristen überall gemütlich in den Strassencafés sitzen können und ich beneide diese Stadt um ihre Fußgängerzone.

4. Da ich gerne mit dem Rad fahre, freue ich mich schon, wenn ich mein Rad in die RegioTram verladen kann um z. B. entlang der Laudach ohne lebensgefährlichen Autoverkehr radeln zu können. Macht mir dies auch der CityBus möglich??

5. Warum ist es den Strassenbahngegnern bis heute nicht gelungen, ein E-City-Bus Netz auf die Beine zu stellen? Bis jetzt haben sie nur geredet, getan haben sie bis heute nichts. Und dabei wird es wohl bleiben. Man kann urteilen wie man will, ausser S&H konnte noch niemand wirklich etwas im öffentlichen Verkehr realisieren (dabei bin ich weder mit den Neumanns verwandt, verschwägert oder befreundet….).

Anschliesssend ein Kommentar, den mir ein Freund geschickt hat und den ich unbedingt einbringen möchte, da er so treffend ist.

“Über die Entwicklungen der Änderung des Mobilitätsverhaltens werden wir auch in Gmunden wirklich noch nachdenken müssen. Die Antwort kann nicht lauten: noch breitere und bequeme Strassen für noch breitere und schwere motorisierte PKWs bis zu 2,5 Tonnen Stahl, Alu, Elektro/Elektronikbauteile und Plastik (täglich 15.000 motorisierte Fahrten über die Traunbrücke), Gratisparkplätze und vorgeschriebene Tiefgaragenpätze bei Neubauten zum Preis bzw. auf Kosten eines Zimmers für ein Kind. Dies ist Retropolitik der individuellen Motorisierung von vorgestern, wird aber auf Ebene der Gemeinden, des Landes und des Bundes jährlich in Milliardenhöhe gefördert. Über die Kosten der Feinstaubbelastung, Kollateralschäden (Menschen und Tiere) durch die individuelle Motorisierung und den Beitrag zur Klimawärmung ganz zu schweigen. Aber bei 60 täglichen Fahrten einer Straßenbahn in Gmunden zucken manche Bürger völlig aus. Vor allem jene, die sich SELBST so gut wie NIE in einen „Elektro-Hybridbus“ in Gmunden setzen würden……”

Schlussbemerkung:
Ich erwarte mir, daß ich von Gmundl Bloggern für diesen Beitrag zerfleischt werde. Aber da bis jetzt immer nur Strassenbahngegner im gmundl sich zu Wort gemeldet haben (warum wohl?) , diese immer im eigenen Saft schmorren und immer dieselben Argumente bringen, und ich dies schon langweilig, ja sogar unerträglich fand, mußte ich auch einmal meiner Meinung Ausdruck verleihen (soweit dies gmundl zuläßt). Lauter Trottel können die Strassenbahnbefürworter ja auch nicht sein, denn es gibt verdammt gescheite Leute unter ihnen….

Lesen Sie den Artikel im Standard vom 20.5. 2015 “Bewegung ist emotional besetzt”. Dies erweitert den Horizont so mancher engstirnig Denkender.


Zu obigem Beitrag von Radlfahrer passend verlinken wir auf die DISTEL, ein neues Online-Medium der Gmundner Grünen (über das wir uns freuen, denn nur über den durchaus auch kontroversen Dialog kann die Zivilgesellschaft zu neuen, guten Lösungen finden):

http://gruene-distel.net/wordpress/weltfremd/


Liebe Gmundner Grüne, seids uns bitte nicht bös, aber manchmal drängt sich ein Scherz auf, den man einfach nicht für sich behalten will (fürs nächste Mal: ihr werdet doch wenigstens eine Person in euren Reihen finden, die ein bisserl jünger ist, als der Gmundner Bevölkerungsdurchschnitt). Um uns nicht misszuverstehen: da die Gesellschaft sich insgesamt in Richtung eines hohen Anteils über 65-jähriger entwickelt, werden die auch entsprechend in der Politik vertreten sein müssen, das ist ok. Aber ganz ohne die Jungen wirds halt auch nicht gehen, gell! Wie andere Bilder auf eurer Homepage zeigen, könnt ihr das ja: ein paar Junge auch ins Bild zu rücken.
Hier also ein Bild der Gmundner Grünen, das die ersten schnuppernden Anwärter auf ein Platzerl in der Seniorenresidenz zeigt, die den Standort der Residenz besichtigen (so sich diesen Luxus leisten können):

grune_sen_residenz


Und nun noch das unvermeidliche Tagessujet “Ich freu mich …”, das den sozialkrischen Ton der SPÖ aufnimmt, wie sie ihn ja zuletzt auch in der Steuerreform-Debatte angeschlagen hat (“Millionärssteuer”, auch wenn sich jetzt im Endeffekt die Klein- und Mittelverdiener die Steuerreform selbst brennen müssen). Heute nehmen wir Bezug auf einen wahrhaft umverteilenden Aspekt der RegioTram.

ich_freu_mich_sageder_umverteilt


Kaffeehausbilanzen

21. Mai 2015 - Eine Antwort

SALCI_info_28052015

Heute:
Babsy erklärt eine Bilanz
Gastkommentar von Markus Moser zum Wiener Café
Gastkommentar von Peipino zu Gmundens Abstieg
Einserkasterl Kammerhofers Parkplatzschau

Liebe Leserleins!

Wir haben es gestern schon kurz gestreift das Thema “Wiener Café”. Ihre Babsy will hier noch einmal klar stellen: da ging es nicht darum, die Bemühungen eines Gastronomen und Unternehmers unter schwierigsten Rahmenbedingungen (siehe “Der lange Abstieg Gmundens”) ein sehr spezielles Kaffeehaus zu betreiben, schlecht zu machen. Ganz im Gegenteil. Wir verstanden unseren Beitrag (neben der Kritik an der unvollständigen OÖN-Berichterstattung) als Aufschrei, dass sich in Gmunden einiges ändern muss. Keine Frage, für einen betroffenen Unternehmer ist es nicht immer angenehm, wenn öffentlich aufliegende Zahlen sachkundig interpretiert werden. Es ist auch völlig normal, dass wir von aussen einen anderen, sicher auch kritischeren Blick, darauf haben. Dass Markus Moser das “Positive” einmahnt, gut, das ist sein Recht. Aber schon Erich Kästner verzweifelte an der Forderung “Herr Kästner, wo bleibt das Positive?” und antwortete “Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.” Es ist jedenfalls nicht unsere Aufgabe, zu irgend jemandem “lieb” zu sein.

Im Geschäftsleben ist der Balanceakt zwischen grossem Erfolg und unternehmerischem Misserfolg schwierig, und oft liegen nur Millimeter zwischen dem Einen und dem Anderen. Darin besteht das Wesen des Unternehmerrisikos. Schon deshalb werden wir uns hüten, Unternehmern, die wie Markus Moser dieses Risiko voll tragen (im Gegensatz zu jenen, die sich die Risken mit Millionenstützungen aus Steuergeldern von der öffentlichen Hand wegfinanzieren lassen), in den Rücken zu fallen. Wir brauchen wagemutige Leute, die auf eigenes Risiko etwas aufstellen.

Das kann aber natürlich nicht dazu führen, dass wir es nicht deutlich aussprechen, wenn es unrund läuft und Gefahren erkennbar sind. Denn damit wäre niemandem geholfen. Wir wollten das Thema, um der Wahrheit die Ehre zu geben, in diesem Fall auch nicht all zu sehr vertiefen. Wir haben bewusst einige mögliche Interpretationen des Zahlenmaterials erst gar nicht gebracht, eben weil es uns nicht darum ging, hier jemandem das Leben schwer zu machen. Wir wollten lediglich darstellen, dass die Situation sehr kritisch ist. Davon nehmen wir auch nichts zurück. Die Antwort von Moser zwingt uns aber dazu, doch das eine oder andere Detail genauer zu erläutern, weil er unsere Kompetenz in Zweifel zieht. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen.

Dass Markus Moser, der Eigentümer des Wiener Cafés, sich ärgert, ist nachvollziehbar und menschlich total verständlich. Aber es hilft nichts, unter journalistischen Aspekten war zu berichten – insbesondere nach dem schlecht recherchierten Artikel in den OÖN.
Auch wenn Ihre Babsy sich wiederholt: für Spezialfragen ziehen wir Experten heran. Das geschah auch in diesem Fall. Wir müssen uns in unserer Berichterstattung nichts vorwerfen. Auch von einem “Schnellschuss” kann keine Rede sein. Unsere Einschätzung ist gut fundiert und argumentiert. Das schliesst andere Sichtweisen nicht aus. Gerade Unternehmer sind von Berufs wegen zu einer positiven, oft auch geschönten Sicht der Dinge gezwungen, um auch schwierige Situationen meistern zu können und nicht gleich das Hangerl zu werfen. Umso wichtiger die kritische Aussensicht. Und manchmal gleichen Einschätzungen natürlich auch der Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist.

Wir bringen im nachfolgenden Blog-Teil die Stellungnahme von Markus Moser. Auf einige seiner Einwände möchte ich aber hier vorab eingehen. Wir ersuchen unsere Leserleins um Verständnis für die vielleicht etwas trockenen, langen Ausführungen. Aber es geht einerseits darum, die Seriosität unserer Recherchen und unserer Berichterstattung zu zeigen, und andererseits auch darum, die Fakten klar darzulegen.

Es stimmt, dass das Café in den Bilanzen der Jahre 2012 und 2013 in Summe ungefähr 70.000 Euro Gewinn ausgewiesen hat. Unsere Skepsis beruht auf ein paar schlichten Fakten. Erstens können wir ohne Kenntnis der Gewinn- und Verlustrechnung nicht feststellen, wie diese Gewinne entstanden sind. Wir können nicht sagen, ob es sich um Einmaleffekte (Sondererlöse) handelt, ob die Gewinne aus der unmittelbaren betrieblichen Tätigkeit stammen und ob sie nachhaltig sind. Zweitens sind es die beiden einzigen Jahre mit Gewinn. Das Unternehmen hat in allen öffentlich einsehbaren Bilanzen (also in den Jahren von 2004 – 2013) nur in den letzten zwei Jahren Gewinne geschrieben. In den acht Jahren davor immer nur Verluste. Drittens stellen wir zuletzt eine Verdoppelung der Forderungen des Cafés fest und können ohne GuV nicht beurteilen, ob diese Forderungsverdoppelung einen Einfluss auf die Gewinndarstellung hat. (Tschuldige, das war jetzt sehr technisch, aber so lautete die Formulierung unseres Experten.) Für Laien: die Gewinn- und Verlustrechnung ist bei bilanzierenden Unternehmen die periodenreine Übersicht über Einnahmen (die dann Erlöse/Erträge heissen) und Ausgaben (=Aufwand/Aufwendungen) und ermöglicht erst eine tiefere Analyse des Geschäftsergebnisses. (Nochmals zur Klarheit: periodenbereinigte Einnahmen nennt man Erlös bzw. Ertrag, periodenbereinigte Ausgaben ergeben den Aufwand/Aufwendungen.) Diese GuV muss bei kleinen Gesellschaften wie dem Wiener Café nicht veröffentlicht werden.
Tatsache ist jedenfalls, dass ein Forderungsstand (dessen Details man in der Bilanz nicht sieht) von rund 70 Tsd. Euro für ein Café eher ungewöhnlich und für Aussenstehende erklärungsbedürftig sind. Auch die summenmässige Koinzidenz von Forderungsverdoppelung und Gewinnerhöhung wirft Fragen auf, die wir von aussen nicht beantworten können. (Es gibt natürlich auch hier einige Erklärungen, die erfahrungsgemäss zutreffen könnten, aber wir haben die schon im Erstbericht bewusst nicht gebracht, weil das letzten Endes spekulative Erörterungen gewesen wären. Wir bringen diese Erklärungsmöglichkeiten daher auch jetzt nicht.)

Ein Grossteil der Verluste – so steht das zumindest aus unserer Sicht in den Bilanzen – hatte mit dem Franken-Problem wenig zu tun. Die Verluste aus den Frankenkrediten wurden über Jahre hinweg in der Bilanz nicht ausgewiesen (wir vermuten Endfälligkeit der Kredite), die Verbindlichkeit bis 2010 zum Entstehungskurs dargestellt (das legt jedenfalls der Vermerk des Bilanzerstellers nahe, der sich in folgender Form bis 2010 in der Bilanz findet: “… CHF-Kredit in der Höhe von … umgerechnet zum Entstehungskurs entspricht das EUR …). Das heisst: eventuelle Frankenverluste waren bis dahin dem Anschein nach nicht ergebniswirkam verbucht, also in den bilanzierten Verlusten nicht enthalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Verluste von fast 270.000 Euro aufgelaufen – ganz ohne Frankenverluste. Einschränkung: Denkbar ist, dass ein Teil des Verlustes des Jahres 2010 aus dem Abbau des Frankenkredits resultierte (der Verlust betrug in diesem Jahr ca. 17 Tsd.), ohne GuV ist das aber nicht mit Sicherheit zu sagen. Es wurde jedenfalls nur ein Teil des Frankenkredits entweder konvertiert oder abgebaut, denn auch in den Folgebilanzen scheinen noch immer rund 2/3 des ursprünglichen Kredits in Franken auf (allerdings ab 2011 nicht mehr zum Entstehungskurs, sondern zum Tageskurs, also mit dem realen Tageswert).

Was das negative Eigenkapital betrifft, haben wir uns natürlich nicht um 80.000 Euro geirrt. Aus einem einfachen Grund: wir haben die Höhe des negativen Eigenkapitals gar nicht ziffernmässig genannt, wie man in unserem Bericht leicht nachlesen kann. Wir sprechen völlig richtig und in Übereinstimmung mit den vorliegenden Bilanzen von Schulden in der Höhe von ca. 300.000 Euro und stellen daran anknüpfend eine schwere Überschuldung (=negatives Eigenkapital) fest, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Wir haben die Bilanz sehr genau gelesen, Markus Moser in seinem Ärger unseren Artikel nicht ganz so genau. Sorry. Um Leserleins, die vielleicht irrtümlich meinten, die Schulden von 300 Tsd. entsprächen der Überschuldung, ganz exakt ins Bild zu setzen: die Überschuldung (=negatives Eigenkapital) betrug Ende 2013 etwas über 220 Tsd. Euro.

Kritischer Journalismus kann sich nicht darauf beschränken, die positive Sicht eines Unternehmers wiederzugeben. Wir müssen schon auch auf die Schwachstellen hinweisen (was die Kollegen von der OÖN verabsäumt haben).
Unsere Skepsis speist(e) sich – zusammengefasst – aus folgenden Punkten:
Die Gewinne sind erst in den letzten beiden Bilanzjahren (nach acht Jahren Verlust) entstanden. Ob sie nachhaltig sind, können wir nicht beurteilen.
Die Verbesserung der Gewinnsituation hängt auch mit dem Auslaufen der Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen zusammen (Abschreibung 2005 etwa rund 40 Tsd., 2013 nur noch 5 Tsd.). Damit zusammenhängend sinkt das Sachanlagevermögen von rund 140 Tsd. (2004) kontinuierlich jedes Jahr – auf nur noch  14 Tsd. im Jahr 2013. Das lässt den Schluss zu, dass in den letzten zehn Jahren keine namhaften Investitionen mehr getätigt worden sind. Im Zusammenhang mit den aufgelaufenen Verlusten ist es also sehr wahrscheinlich, dass notwendige zukünftige Investitionen nicht verdient worden sind. Die Abschreibung der bestehenden Betriebsausstattung muss in eine betriebswirtschaftlich rentable Kalkulation zu Wiederbeschaffungskosten einfliessen. Das ist in der Gastronomie schwer in den Preisen unterzubringen. Angesichts der Renovierungsintervalle in der Gastronomie (10 – 12 Jahre) gibt es hier womöglich einen Investitionsstau, der angesichts der bestehenden Verbindlichkeiten schwer aufzulösen sein wird (und den ein eventueller Käufer zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen müsste, da in der GmbH weder stille Reserven noch offene Rücklagen zu erkennen sind).

Wir haben auch nirgendwo behauptet, dass Markus Moser von den Banken “gerettet” werden müsste. Allerdings sind wir durchaus der Ansicht, dass es letzten Endes von der Geduld der Banken abhängen kann, wie es weiter geht. Das ist eine Binsenweisheit. Nach wie vor besteht einerseits eine Kreditklemme für Klein- und Mittelbetriebe (trotz Geldschwemme durch die EZB). Ebenso zeigen alle verfügbaren Zahlen, dass die Banken zunehmend versuchen, auch bestehende Kredite einzutreiben, da sie durch die Baselvorschriften (Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital) selbst in grossen Problemen sind. Die Lage für Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Schuldenstand bei den Banken ist derzeit ziemlich ungemütlich, mehr noch: extrem schwierig und gefährlich. Mehr denn je gilt derzeit die alte Weisheit: Banken borgen dir einen Regenschirm bei Sonnenschein, aber wenn es zu regnen beginnt, wollen sie ihn zurück.

Abschliessend: wir können Markus Moser (und unsere Leserleins) beruhigen – auch in diesem Fall waren unsere Recherchen zutreffend und konzise. Man kann die Lage besser (Moser) oder nicht ganz so gut (gmundl) einschätzen. An den Fakten ändert das nicht viel. Fortbestehensprognosen sind ihrer Natur nach ungewiss, weil sie eine Zukunft betreffen, die wir eben noch nicht kennen (können). Für die Glaubhaftigkeit der positiven Fortbestandsprognose spricht die Tatsache, dass diese wegen der seit damals bestehenden Überschuldung seit 2007 jedes Jahr abgegeben wird, und das Unternehmen tatsächlich bis heute besteht. Man kann die Tatsache, dass nunmehr schon in acht Bilanzen eine solche Prognose gesetzlich verpflichtend abgegeben werden musste, aber leider auch anders auslegen. Die Zukunft wird es weisen. Zu dieser Zukunft gehört bedauerlicherweise aber auch die Tatsache, dass die Innenstadt mit den wahrscheinlich einsetzenden Bauarbeiten für die Regio auf ungefähr 18 Monate lahmgelegt werden wird. Ein Umstand, der es vielen Geschäften schwer machen wird, halbwegs ungeschoren über die Runden zu kommen. Ein Teil unserer Skepsis speist sich auch daraus.
Sagen wir so: unsere Experten trafen ihre Einschätzung auf Basis unbestreitbarer Tatsachen und mit der Vorsicht des “ordentlichen Kaufmanns” (wie es früher einmal altmodisch hiess).
Konklusio: unsere Berichterstattung war faktengetreu, präzise und zutreffend. Dass wir unter journalistischen Gesichtspunkten einen anderen Fokus bei der Bewertung der Fakten haben als jene, über die wir berichten, liegt in der Natur der Sache, ändert aber an den Fakten und ihrer objektiven Bewertung nichts. Markus Moser muss also für unseren Blog keineswegs “schwarz sehen”, unsere Recherchen haben bis jetzt noch immer “gehalten”.

Wie auch immer man die Lage einschätzt: selbstverständlich brauchen wir Unternehmer, die mit ihrem persönlichen Einsatz etwas versuchen und bewegen und dabei auch hohe Risken eingehen. Es ist positiv, wenn unter diesen Umständen versucht wird, ein Kaffeehaus, das “Groscherlgeschäft” par excellence, zu führen. Wir halten die Daumen, dass alles gut geht. Unsere Kritik zielte auf eine verfehlte Stadtpolitik, nicht auf Markus Moser und sein Wiener Café, das – wir wissen es zu gut – klarerweise für viele Gmundner “Wohnzimmer” ist, wenngleich es auch andere solche “Wohnzimmer” gibt. Wir haben uns nur gegen die falsche Darstellung als “DAS” Wohnzimmer Gmundens gewehrt. Und was die Trinkgelder betrifft: alle Mitglieder unseres Teams wissen, dass die Gehälter in der Gastronomie stark von den Trinkgeldern abhängen. Es ist uns Pflicht und Freude, ordentliche Trinkgelder zu geben, wenn Qualität und Service stimmen. Allerdings nicht um einen “Imageschaden” gut zu machen. Denn einen solchen hat unsere Berichterstattung mit Sicherheit nicht verursacht. Fakten können niemals schädlich sein oder einen Imageschaden verursachen. Der ist – so es ihn überhaupt gibt – ursächlich schon vorher entstanden.
Auf jeden Fall wünschen wir dem Wiener Café viel Erfolg und nachhaltige Gewinne sowie zur Not – falls Moser wirklich nicht weiter machen will – auch einen solventen und splendablen Käufer, der es weiter betreibt. Und man sollte eine Hoffnung nie aufgeben: dass irgend wann einmal in der Stadtpolitik Leute ans Ruder kommen, die ihr Geschäft verstehen, auch für die Klein- und Mittelunternehmen etwas machen, nicht nur für die Machthaberer, mit denen sie auf vielfältige Art (aber oft sehr einfältig im Gedanken) verbandelt sind.

Am Sonntag bringen wir einen Gastkommentar von Markus Moser zur Entwicklung des Cafés und die Zusammenhänge mit der Stadtpolitik in Form schlechter Gemeinderatsbeschlüsse.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Und ganz am Ende des heutigen Blogs ein neuer Slogan aus unserer Serie “Ich freu mich …”. Dank an die vielen Leserleins, die uns mit Sprüchen versorgen. Bitte nicht vergessen: kurz halten, sonst geht sich kein Zweizeiler in lesbarer Schriftgrösse aus, gell!


 Wiener Café läuft gut!

Ein Gastkommentar von Markus Moser (Wiener Café)

Liebes Gmundl Team liebe Babsy Blitzschnell,

obwohl lieb wart ihr nicht unbedingt zu mir.
Ich ärgere mich maßlos über eure Recherche zur wirtschaftlichen Situation meines Unternehmens!
Mein Unternehmen die Wienercafe Gastronomie GmbH hat im Jahr 2013 knapp 50 000 Euro Gewinn gemacht, im Jahr 2012 waren es ca. 20 000. Das hätte vielleicht auch noch in ihrem Kommentar Platz finden können gell…
Dies rechtfertigt im übrigen in jedem Fall eine positive Unternehmensprognose.

Das die Jahre davor schwierig waren und das ein Teil der Schwierigkeiten und Verluste aufgrund eines Schweizer Franken Kredites, (der konvertiert werden musste) entstanden sind, könnte man auch aus einer Bilanz lesen liebe Babsy Schnellschuss oder Blitzschnell gell!!
So ein Konvertierungsverlust hat nämlich so gar nichts mit dem normalen Kaffeehausgeschäft zu tun. Dieser tut weh und ich trage die Folgen ganz persönlich.
Im übrigen darf ich dich beruhigen, dass meine Bankverbindlichkeiten, nicht so hoch sind als du denkst gell. Beim negativen Eigenkapital hast du dich auch um knappe 80 000 verrechnet aber bei den Millionen die oft hier im Blog herum irren kann das schon mal passieren.
Die ersten Jahre meines Unternehmens waren schwierig und aufgrund hoher Abschreibungen entstanden trotz guter Umsätze Bilanzverluste und negatives Eigenkapital. Die Zeiten sind in Gmunden nicht einfacher geworden, aber durch Umstrukturierungen und dem Engagement meiner Mitarbeiter habe ich mein Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt.
Mein Kaffeehaus läuft und wirft Gewinne ab und es gibt genügend Gmundner die sich hier wohl fühlen – also zukünftig besser recherchieren und Bilanz lesen. ‘Ein Unternehmen das in der Innenstadt von Gmunden gastronomisch in zwei Jahren 70 000 Euro Gewinn macht als negativ oder als nicht lebensfähig zu beschreiben grenzt an Verleumdung und ist wahrlich nicht fair.
Man kann eine Bilanz immer auf verschiedene Arten lesen, wenn man nur das Negative rauspickt ist das genauso wenig korrekt als ´nur das Positive.
In jedem Fall stehe ich für mein Unternehmen persönlich gerade und trage alle Risiken und brauche auch nicht von Banken oder der öffentlichen Hand gerettet werden.
Ich hoffe das eure sonstigen Recherchen besser sind ansonsten sehe ich schwarz für euren Blog gell

PS. bitte bei zukünftigen Recherchearbeiten in meinem Kaffeehaus brav konsumieren und schön Trinkgeld geben – damit kannst du den Imageschaden vielleicht ein bissl kompensieren liebe Babsy!


 Der unbeparkte Parkplatz

Einserkasterl von Karl Kammerhofer

An den Wandertagen (Mitte Mai, die ganzen vier Tage so gut wie ohne Regen), d.h. an den Zwickeltagen rund um den Feiertag hatten wir am Parkplatz der Grünbergsailbahn folgende Auslastung (jeweils gemessen etwa 15 Uhr, Auslastung 100% wäre die komplette Belegung der 250 Stellplätze gewesen). Fotodoku ist vorhanden. Nur am Donnerstag hatte es ab 17h geregnet, sonst war immer passables Wanderwetter:

Donnerstag (Ch. Himmelfahrt) : 30% (14.Mai !)
Freitag (1. Zwickeltag)………………8%
Samstag (2. Zwickeltag)………….80%
Sonntag (Feiertag)………………20%


 Nochmals: der Abstieg

Gastkommentar von Peipino

Gratuliere dem Verfasser zu der wirklich treffenden Kommentierung der Situation Gmundens im Beitrag “Der lange Abstieg Gmundens”!
Völlig sinnlose (Gott sei Dank nicht realisierte) Projekte, die jedoch leider zum jetzigen finanziellen Spielraum der Stadt, nämlich gleich Null geführt haben!
Und das Dramatische daran, dass daraus keinerlei Lehren gezogen wurden und der Wahnsinn weitergeht.
Die Verschleierung, der sich daraus für unsere Nachkommen ergebenden finanziellen Belastungen, ist geradezu dolos!!
Die Idee ist natürlich hervorragend: S&H übernimmt die Schulden, damit scheinen sie nicht beim Land und der Gemeinde auf und verpflichten sich die Abdeckung derselben auf Heller und Pfenning in der Zukunft gegenüber S&H zu übernehmen!! Damit ist die momentane Belastung der Budgets von Stadt und Land relativ gering, wird damit aber der nachfolgenden Generation aufgehalst!!
Diese Vorgangsweise der Politik ist wirklich schäbig!
Die Begründung mancher Politiker dafür, dass die Beschlüsse über diese Vorgänge “auf demokratische Weise” durch Beschluss der Mehrheiten in den jeweiligen Gremien ( Landtag, Gemeinderat) zustande gekommen wären und damit die richtigen und dem Wählerwillen entsprechenden Entscheidungen getroffen wurden, entbehrt aus meiner Sicht jeglicher Logik. Dies würde nämlich bedeuten, dass ich mit Abgabe des Stimmzettels meine persönlichen Ansichten in die Hände der gewählten “Volksvertreter” lege und diese mit “unfehlbarer” Kenntnis der Materie die richtige Entscheidung treffen!? Mit dieser Ansicht hat sogar der Vatikan (Unfehlbarkeit des Papstes bei ex cathedra Entscheidungen desselben) seit über hundert Jahren seine liebe Not!!
Die direkte Demokratie ist sicherlich auch nicht unproblematisch. Aber was allgemein und leider ganz besonders in unserer Stadt, seit vielen Jahren in dieser Richtung praktiziert wird, ist schon ziemlich skandalös.
Wenn Kritiker mit berechtigten Argumenten auftreten, werden sie mit der politischen und finanziellen Macht der Mehrheiten mundtot und schlecht gemacht. Ein vernünftiges Eingehen auf deren Anliegen wird nicht praktiziert und ist sehr oft gar nicht möglich. Jedoch zu behaupten, die Bevölkerung wird in wichtige Entscheidungen eingebunden ist schlichtweg unrichtig und eine bewusste Täuschung der Bürger!
Von S&H wurde noch kein einziges Mal auf die mehr als fragliche “Frequenzschätzung” der Tram/Zug eingegangen. Wenn es stimmt, dass das Gutachten (von S&H in Auftrag gegeben) “Potenzanalyse” im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gar nicht vorgelegt wurde, kann man sich ausmalen warum!!
Die Fahrgastzahlen hat man diesen Dienstag sehr schlau “gestreckt”: offenbar hat man eine größere Anzahl von Kindergartengruppen zu einer Hin-und Rückfahrt eingeladen. Hat neben ein paar Wochenmarktbesuchern ziemlich spektakulär ausgesehen, dass wieder ein paar Leute mehr in der Bahn gesessen sind! Bin überzeugt, dass diese “Fahrgäste” in die (nicht offen gelegte)
Statistik von S&H eingehen wird und umgehend an den LH Stellvertreter gesendet wird. Kann dieser dann in sein ” Drei Jahres Erfolgsrésumé” einbeziehen!
Meine persönlichen Zählungen sehen anders aus: Ich habe bisher nur eine Hand dazu gebraucht!


Wir wir hören – es sind natürlich nur Gerüchte, die wir zurückweisen – werden die Schulen des Umlandes vergattert, ihre Wandertage so zu planen, dass mit der Regio nach Gmunden gefahren und anschliessend der Grünberg, nein, nicht erklommen, sondern erseilbahnt wird. Damit schlägt man zwei Fliegen auf einen Schlag: die Regio bekommt eine Frequenz und die Seilbahn kann sich auch besser darstellen. In Wahljahren ist manchen Leuten scheinbar nichts zu dumm, um der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Obwohl wir uns natürlich freuen, wenn die Seilbahn ordentlich frequentiert wird. Mögen die Klassen aber auch brav die Gaststätten frequentieren. Und dann nach der Talfahrt doch noch ein wenig wandern – zum Wiener Café auf eine Melange oder zwei. Man kann die Kleinen ja nicht früh genug an die Kaffeehaus-Kultur gewöhnen, gell!

Hier also ein diesbezügliches Sujet aus der Reihe “Wie man Fahrgastzahlen schönt”, wiederum mit unserem sehr beliebten Testimonial Alfred E. Neumann jr., dessen Haare, wie man sehen kann, wieder im satten Rot erstrahlen. Die Scham war scheinbar kurz, und ebenso kurz war die äusserlich kundgetane Solidarität mit den ergrauten/erweissten Haaren der Steuerzahlerleins.

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Der lange Abstieg Gmundens

20. Mai 2015 - Leave a Response

SALCI_info_28052015Bitte obiges Bild anklicken für Originalgrösse

Heute:
Babsy kommentiert Aktuelles
Innenstädters Gastkommentar zu Gmunden
Christian Dickinger: Konzept “Keramikstadt” – Die Details
Unsere Plakatserie “Ich freu mich …”

Liebe Leserleins!

Bei der Lektüre der Tageszeitungen wird Ihre Babsy nachdenklich. Ein paar der Gedanken habe ich hier niedergeschrieben.

Wir leben in einem Wahljahr. Das ist unübersehbar. Landauf und landab wieseln die Politiker herum, haben ihre – uns Wählerleins ohnehin teuer kommende – Arbeit eingestellt und schaufeln mit ihren Spaten in der Gegend herum, dass einem schwindling wird und die politische Feinstaubbelastung neue Höhen erklimmt. Aber noch lieber als Spatenschwingen (unsere Leserleins wissen, dass diese inzwischen zum geflügelten Wort gewordene persiflierende Bezeichnung für Politiker vom Gmundner Autor Michael Amon, auch hier im Blog geschätzter Gastautor, in die politische Debatte eingeführt worden ist), uff, zu lang der Satz, ich fang nochmals an:
Lieber noch als Spatenschwingen ist den Politikern in Wahljahren das Bandl-Durchschneiden. Oder das Abfeiern unsinniger Jubiläen. Zuletzt haben wir uns hier über den roten Entholzer und sein 3-Jahres-Jubiläum lustig gemacht. Wir haben prophezeit, dass wir da heuer auch noch das Jubiläum “seit 100-Tagen haben wir Entholzer 3 Jahre” folgen wird. Wie kurzsichtig von uns. Denn am Montag der Woche tauchte Entholzer in Gmunden auf, um gemeinsam mit der Regio-Troika (Sageder-Krapf-Neumann) nicht etwa den neuen “Bahnhof” Wartehüttl Gmunden zu eröffnen. Nein, der ist noch nicht fertig. Nein, liebe Leserleins, es galt Wichtigeres zu feiern: die Eröffnung eines neuen Gleises. Agehwusch agehschau! Ja, liebe zu Tränen gerührte Leserleins, das neue Gleis der Gmundner Straßenbahn (die es in dieser Form schon bald nicht mehr geben wird) wurde mit viel Tamtam und Trara eröffnet. Inklusive Bild für die Presse. Klaro. Und inklusive Jubelbericht in den lokalen OÖN. Logo. Bericht: “SP-Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer und Gmundens VP-Bürgermeister Stefan Krapf luden auf die Bahnhofsbaustelle.” Die Eröffnung fand, wie das nachfolgende Bild zeigt, unter grosser Anteilnahme der zutiefst betroffenen und bewegten Bevölkerung statt. Repräsentiert wurde diese Bevölkerung durch zwei Rote (Dickinger, Sageder) und zwei Schwarze (Krapf, Neumann). Volksvertreter im wahrsten Sinn des Wortes, gell.

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(Unser Testimonial der “Ich freu mich …”-Plakate, Alfred E. Neumann junior, liess es sich nicht nehmen, selbst die Bim zu steuern.)

Warum Entholzer nicht auf dem Bild drauf ist, wissen wir nicht. Vielleicht wollte er – so er sein Amt behalten sollte – für die Zukunft nicht all zu viele Beweise für seine Mittäterschaft hinterlassen. Er hinterliess allerdings unvorsichtigerweise eine Botschaft: “Wenn in zwei Jahren das Projekt fertig ist, werden alle zufrieden und schon immer dafür gewesen sein.” So seine kühne Progrnose. Naja, auch Nostradamus irrte heftig, aber wer will ihn heute dafür zur Rechenschaft ziehen? Na eben! Dickinger – immerhin – mahnte, auch auf die Kritiker einzugehen: “Wichtig ist es aber, dass wir die Menschen gut informieren.” Die Verblödungskampagne von Stern & Hafferl, berappt von den Steuerzahlerleins, mit exakt null Information, kann er damit wohl nicht gemeint haben. Vielleicht kann er, wortgewandt wie er ist, den Herrschaften bei S&H erklären, was der Unterschied zwischen volksverblödender Gehirnwäsche  und objektiver Information der Bevölkerung ist.

Ich lese, dass die Finanzierung der Steuerreform daran scheitert, dass die konkreten Schritte einer Verwaltungsreform nirgends niedergeschrieben sid. Liebe Mitmenschen, ganz ehrlich: die Finanzierung scheitert schon vorher an etwas ganz Anderem. Nämlich an den undurchschaubaren Schulden und langfristigen Verbindlichkeiten, die Länder und Gemeinden in diversen Schattenhaushalten gebunkert haben. So sind etwa die Schulden aus der RegioTram in keiner Schuldenaufstellung des Landes zu finden. Warum nicht? Weil die Schulden der Stern & Hafferl aufgenommen hat. Das Land hat sich verpflichtet, für die Tilgung aufzukommen (30 Jahre lang!!!). Solche Beschlüsse wurden landesweit im Dutzend gefasst. Niemand ausser ein paar Experten im Amt der Landesregierung kann sagen, wieviele solcher Langfrist-Verbindlichkeiten, die in keiner Schuldaufstellung zu finden sind, es gibt. Insider behaupten, dass die Budgets mindestens der nächsten zehn Jahre bereits zu 95 %  durch solche Ausgaben fix verplant sind, also kaum noch Spielraum besteht. Das entspricht auch dem, was man heute in den Zeitungen lesen konnte: die Verbindlichkeiten der Länder sind seit 2009 drei Mal so stark angestiegen als die des Bundes. Angeblich wegen der Finanzkrise und Bankensanierung. Was nicht stimmt, denn diese Schulden hat der Bund aufgenommen. Was haben also die Länder mit den Neukrediten so getrieben? Viele kleine Regios gebaut? Viele kleine Neumanns mit öffentlicihen Geldern gefüttert?

Ich habe heute noch einiges in den Zeitungen gelesen, das mich sprachlos gemacht hat. Aber für heute ist es genug. Andere wollen auch noch zu Wort kommen. Jetzt ist Innenstädter dran mit seiner lakonisch-desillusionierten Beschreibung des Abstiegs von Gmunden. Die unglaubliche Chronik einer desaströsen Stadtpolitik. Fasten seat belts!

Während die meisten Medien nur in kurzen Worten aus der Presseaussendung von Dickinger zu seinem Konzept “Keramikstadt” berichten, finden Sie hier bei uns den vollen Wortlaut seines Konzeps. Erst dadurch wird die von Dickinger erhoffte Diskussion mit der Einbringung weiterer Ideen möglich. Wie immer man zu dem Vorschlag stehen mag, wir finden, er ist es wert, diskutiert zu werden. Und es ist, so sehen jedenfalls wir vom gmundl das, ein Versuch, auch Themen zu behandeln, die nicht unmittelbar als Wahlkampfschlager gelten mögen, aber für die Zukunft Gmundens wichtig und bedeutend sind. Wie gesagt: die Vorschläge sind, wenn wir es richtig verstanden haben, eine Einladung zur Diskussion. Bitte auf diesen Link klicken, damit wird eine PDF-Datei geöffnet. Sie können die Datei alternativ auch herunterladen (rechts klicken, Link speichern unter …)

DickingerKeramik_konz

Morgen dann die versprochene Stellungnahme von Markus Moser zu unserem Bericht über das Wiener Café (mitsamt unserer sanften Antwort). Am Wochenende kommt Markus Moser dann nochmals zu Wort mit einem grossen Gastkommentar, in dem er die Probleme schildert, in Gmunden und in dieser Zeit ein Café im klassischen Wiener Kaffeehaus-Stil zu betreiben.

Liebe Leserleins, Sie sehen wieder einmal: die interessanten Beiträge und Diskussionen finden hier im Gmundl-Blog statt. Auch wenn es nach Eigenlob stinkt, aber das haben wir von den Fellner-Brüdern gelernt (Gründer von Rennbann-Express, News, Format, Österreich, also der Tageszeitung Österreich natürlich, gell!). In unserem Gewerbe, auch wenn wir es unentgeltlich machen, muss man klappern, um gehört zu werden. Wir bemühen uns halt, seriös zu klappern und nicht mit erfundenen Nachrichten. Je mehr wir klappern, umso mehr werden die Bürgerleins gehört, die sich hier artikulieren.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Der lange Abstieg Gmundens

Gastkommentat von Innenstädter

DIE VIELEN GLIEDER EINER LANGEN KETTE

Es reicht !
Irgendwann einmal kommt der Moment, da man ganz einfach protestieren muß, weil Stillschweigen bekanntlich als Zustimmung ausgelegt wird. Manchmal ist auch etwas lauterer Protest zulässig, etwa dann, wenn wie hier in Gmunden durch langjährigen inhaltlichen und finanziellen Wahnsinn die Lebensbedingungen der Bevölkerung massiv geschädigt werden.
Was über Jahrhunderte ein Bürgertum mit Fleiß , Kunstsinn und Weitblick aufgebaut hat, wird durch eine kleine kommunale Clique zerstört, die sich durch nichts auszeichnet, als durch kollaterale Inkompetenz.
Die gravierenden Fehler, die seit 1997, dem Jahr der großen Zäsur, passiert sind, reihen sich aneinander wie die Glieder einer langen Kette:

* SEETUNNEL – Paradebeispiel eines kleinstädtischen Größenwahnsinns mit 1,3 Mill.EUR verlorener Planungskosten und Zerstörung damals vorhandener, maßvoller Konzepte einer innerstädtischen Verkehrslösung.

* MITTELUMFAHRUNG
– dieser ” kleine Stadtzerstörungsbruder ” des Seetunnels mit einer Trasse Au-Kalvarienberg-Hochkogl-Ort ist, gottseidank, sanft entschlafen.
Planungskosten in unbekannter Höhe sind geblieben.

* LANDESAUSSTELLUNG 2008
– Im Vorfeld als DIE Chance hochgejubelt ist sie in
Gmunden (und NUR hier!) ein Flop geworden.
Als Teil hievon: Umbau des Museums um 3 Mill.EUR ohne nachhaltige Wirkung. (Aber mit hohen laufenden Kosten, Zuschuss je Eintrittkarte 50,– Euro!, Anm. d. Redaktion)

* FUSSGÄNGERLEITSYSTEM 2004
– Laienhaft geplant,trotz aller Warnungen ver-
wirklicht – nach Jahren heimlich , still und leise entfernt.
Ein Edelflop mit Kosten in beträchtlicher Höhe .

* STADTMARKETING – Statt kostensparender, direkter Zusammenarbeit Rathaus-Wirtschaft Einführung eines komplizierten Apparates mit beträchtlichen laufenden Kosten.
Nach einigen Jahren jämmerlich gescheitert und eingestellt.

* PARKPLATZREDUZIERUNG – Kundenparkplätze sind, man mag es wollen oder nicht, ein wichtiger Parameter für Handelsstandorte. In anderen Städten bemüht man sich um Verbesserungen – in Gmunden geht man den umgekehrten Weg: Vergebührung von Michlgründen und Kapuzinerwiese, Verkleinerung des Angebotes bei RH-Platz, Seilergasse und beim Kindergarten Tagwerkerstraße.

* VERLOTTERUNG IM KLEINEN – spärliche Straßenreinigung , schlechter Zustand der Gemeindestraßen.
Paradebeispiel: Plattenbelag am RH-Platz wird mit Asphalt ausgebessert!!

* WOHNBAU – Massive Schädigung des Stadtcharakters und des Stadtbildes durch das Primat des Maximierens (der Profite, Anm. d. Red.) unter Vernachlässigung der sozialen Komponente und der Nachhaltigkeit:
“Zubetonieren ” von Grünflächen mit Zweitwohnsitzen, deren Anteil mittllerweile 30% beträgt. Jungfamilien und Einkommensschwächere werden dadurch in die Umlandgemeinden abgedrängt.
EINE ZUTIEFST UNSOZIALE POLITIK!!

* PRESTIGEPROJEKTE – Sporthalle, Tennishalle, Kapuzinerkloster, Bauhof
AUF KREDIT Musikschule (Augen ganz fest schließen!!).
Rücksichtslose Klientelpolitik!
Dies deshalb, weil der Zustand der Gmundner Gemeindefinanzen diese Projekte gar nicht zugelassen hätte und sie zudem laufend Folgekosten verursachen.

Dazu gesellt sich als ” weicher ” Faktor :
* UNDEMOKRATISCHE POLITIK
Die drei großen Projekte dieses Zeitraums – Seetunnel, Verbauung des Seebahnhofes + Straßenbahn – laufen alle nach demselben Schema:
Es erfolgt KEINE EHRLICHE + UMFASSENDE INFORMATION und  keine darauf aufbauende Befragung der Bevölkerung.
Vielmehr wird versucht, die Vorhaben unauffällig politisch “durchzuwinken ” – man vertritt nicht die Interessen der Bevölkerung, sondern der materiellen Nutznießer.
In Gmunden ist diese Konstellation durch die absolute Mehrheit einer Partei, kombiniert mit dem unseligen Fraktionszwang, besonders brisant.
BEI EHRLICHER UND UMFASSENDER INFORMATION hätte die Gmundner Bevölkerung die Vorhaben >Seetunnel – Seebahnhofverbauung + Straßenbahn < mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.
EINE ZUTIEFST UNDEMOKRATISCHE POLITIK!!

Absolute Mehrheiten bedürfen einer vorsichtigen und weisen Nutzung – und leitender Personen von Format!
Diese Attribute waren bei Herrn Köppl und – in dessen Schleppptau – bei der ÖVP leider nicht vorhanden.

18 Jahre eines stetigen Niederganges:
Ein völlig überforderter , aber uneinsichtiger Bürgermeister.
Eine ÖVP-Fraktion, die in Nibelungentreue diese Politik mitmacht, anstatt den Bürgermeister in die Schranken zu weisen.
Und “Oppositions”parteien, die – aus welchen Gründen auch immer – diesen inhaltlichen und finanziellen Wahnsinn lange mitgetragen haben. (Und in vielen Fällen noch immer mittragen! Anm. d. Red.)

Ein Sittengemälde für den Niedergang unserer schönen Stadt :
DIE “KOMÖDIEN-TRAGÖDIE HOTELBAU ZU GMUNDEN”
Schotterflächen und Gestrüpp.
Ein juristisches Minenfeld.
Ein virtuelles Hotel – statt eines tatsächlichen.
Ein verlorenes Jahrzehnt!

dazu noch:

DIE “TRAGÖDIEN-TRAGÖDIE ZERRÜTTETE FINANZEN”
Schuldenstand der Stadt Gmunden:
1997 ( Übergang Hermann / Köppl ) 4 Mill. EUR (Bericht SZ aus 1997)
2o14 ( Abgang Köppl )                        36 Mill.EUR (Bericht OÖN aus 2o15)

(WEITERER) KOMMENTAR ÜBERFLÜSSIG!!


Auch heute präsentiert Alfred E. Neumann ein Sujet aus der Serie “Reich dank Steuerprivatisierung”. Dass er dabei immer grauere Haare bekommt, die Richtung weiss tendieren, scheint die geheime Rache der Steuerzahlerleins zu sein, die dank Steuerlast bereits ergraut sind und denen die Finanzämter wohl bald die letzten Haare vom Kopf  und die letzten Kröten aus dem Börsel rauben werden, um sinnlose Projekte zwecks risikoloser Reichtumsanhäufung bei Privatfirmen zu finanzieren.

ich_freu_mich_erben


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