Sack und Asche

10. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell und das Ende
GK Wilhelm Krausshar über Regio-Kosten

Liebe Leserleins!

Das war er also, der Fasching 2016. Ab jetzt heisst es, vierzig Tage in Sack und Asche durchs Land zu ziehen. Heute, mit dem Aschermittwoch, bricht die Fastenzeit über uns herein – begleitet von einem üppigen Gelage namens Heringsschmaus. Wer noch keine Fischallergie hat, kann sich also heute eine anfuttern.

Der normale Wahnsinn hat uns wieder, und niemand kann sich auf Faschingsnarretei heraus reden, gell! Denn auf uns kommt heuer noch einiges zu. Das beginnt in der grossen weiten Welt. Etwa in den USA mit grausigen Vorwahlergebnissen bei den Republikanern. Wenn man den Trump sieht, ist man fast schon froh, dass es bei uns nur den Strache gibt. Und niemand soll sich einer Täuschung hingeben: so angeblich “moderate” Kanidaten wie der Ted Cruz sind absolute Hardliner in Sachen “christlicher” Fundamentalismus.

Bei den Demokraten sieht es auch nicht wirklich gut aus. Frau Clinton steht in Wahrheit für die Fortsetzung jenes Wahns, den uns Wallstreet und Banken eingebrockt haben. Dass sie jetzt unter dem Druck des “Sozialisten” Sanders (der bei uns ein stinknormaler Sozialdemokrat wäre, allerdings mit ein paar Prinzipien im Gegensatz zur Faymann-Partie) jetzt nach “links” rückt sagt gar nichts. An der Macht ist das sofort vergessen. Sie wird wahrscheinlich trotzdem die Kandidatin der Demokraten werden. Wie das Rennen um die Präsidentschaft dann wirklich ausgehen wird, weiss heute kein Mensch.

Da ist unsere HBP-Wahl natürlich nur ein Klackserl. In Wahrheit ist es fast piepegal, wer in der Hofburg herum sitzt. Die Frage, ob man diese Funktion nicht abschaffen sollte, ist eine berechtigte. Leider ist die Antwort der FPÖ wie so oft die falsche. Nicht eine Präsidial-Administration (Kanzler und HBP in einer Person) ist die demokratiepolitisch optimale Lösung, sondern die Schweizer Methode: die Minister wechseln sich in der Funktion im Jahrsrhythmus ab. Das ist demokratiepolitisch unbedenklich und schafft keine Machtkonzentration in einer Hand.

Das Flüchtlingsthema wird uns weiter schwer beschäftigen. Wir werden dran bleiben und versuchen, zwischen Gefühligkeit und Verhetzung den Weg der Vernunft ein zu mahnen und zu beschreiben, der einerseits die humanistischen Werte nicht verletzt und andererseits auch die Ängste und Bedenken der Menschen nicht ignoriert. Noch einmal: die einfache, schnelle Lösung gibt es nicht. In einer Welt, die aus den Fugen geraten ist (und weiter geraten wird) ist es eine Illusion, zu glauben, wie kämen da ohne Schrammen durch. Uns werden Opfer abverlangt werden. Das grosse Thema wird sein, diese Opfer halbwegs gerecht zu verteilen. Ein Schritt in diese Richtung wäre es, endlich die grossen Konzerne, die sich aus jeder Verantwortung gestohlen haben, wieder an den Kosten eines geordneten Staatswesens zu beteiligen.

Vielleicht dämmert auch verängstigten, verhetzten und oft hasserfüllten Bürgerleins endlich, jetzt, da der Zaun in Spielfeld steht, und bereits von jeder Menge weiteren Zäune die Rede ist, dass wir vor einer Herkulesaufgabe stehen, die sich nicht mit depperten Hasspostings in diversen noch depperten Foren bewältigen lässt. Oder dass die Idee, die Türkei würde uns die Probleme abnehmen, nur noch krank ist. Die nehmen uns höchstens Geld ab.

Dass ÖVP und FPÖ gerade jetzt eine Debatte über die Mindestsicherung lostreten, die in Wahrheit das Ziel hat, diese Absicherung auch für Österreicherleins empfindlich einzuschränken, ist fies. Erinnert ein wenig an die Methode, den Regenschirm ausgerechnet dann ein zu sammeln, wenn er dringend gebraucht wird: wenn es regnet. Und wir alle warten noch immer auf die Antwort der hochbezahlten Politzyniker McDonald und Haimbuchner, wie sie sich vorstellen, dass man mit 320, 340 oder 840 Euronen im Monat über die Runden kommt. Die grundlegenden Lebenshaltungkosten haben übrigens keine Staatsbürgersdchaft, sondern treffen jede und jeden ohne Unterschied der Herkunft, der Religion oder des Geschlechts. Wenn heut zu tage schon die Monatsmiete einer Wohnung sich im Bereich von 400 bis 500 Euronen bewegt, schaut die Mindestsicherung ohnehin jetzt schon ziemlich karg aus. Auch die Frage, wie diese Herrschaften drei Kinder gross ziehen würden mit Minigage, ohne Schofför, Kindermädchen und sonstige Privilegien, haben sie letztlich im ORF lieber nicht beantwortet und beredt geschwiegen. Ja, bei sich selbst werden auch die Antiprivilegien-Ritter der FP auf einmal sehr, sehr schmähstad.

Wer nach der Klimakonferenz in Paris gejubelt hat, jubelte – wie von uns schon damals gleich konstatiert – zu früh. Soeben hat der Oberste Gerichtshof der USA die ohnehin nicht wahnsinnig ambitionierten Klima-Pläne Obamas bis auf weiteres gestoppt. Leute, es wird warm auf dem Planeten. Und das ist nicht echt gemütlich, gell. Die Pollenallergiker können jetzt nicht einmal mehr im Winter frei durch atmen, weil der nur noch an einem Dienstag vormittag (oder so ähnlich) statt findet. Wir – oder unsere Nachfahren – werden wahrscheinlich ziemlich heftig gebrutzelt werden. Keine guten Aussichten. Auch der globale Fasching geht zwar weiter, aber seine ernüchternden Konsequenzen werden immer sichtbarer.

In den letzten Tagen ist hier im Blog eine Debatte über Rolle, Funktion und Möglichkeiten einer Bürgerinitiative entstanden. Konkret die Frage, wie die BIG mit ihrem Stadtratsmandat in Sachen Regio agiert, agieren kann und agieren sollte. Ein Thema, das nicht unwichtig ist. Nicht nur in Hinsicht auf die Regio-Problematik, sondern ganz allgemein: welche Möglichkeiten hat ein Stadtrat, der nicht die Mehrheitspartei hinter sich hat? Wir werden diese Debatte weiter führen. So haben wir bei unserem oftmaligen Gastkommentator Michael Amon angefragt, ob er nicht zu diesem Thema für Sonntag einen Beitrag liefern will. Wir harren noch einer Antwort, sind aber zuversichtlich, dass es klappen wird.

Wir wünschen einen sowohl besinnlichen als auch nahrhaften Aschermittwoch. Und, liebe Leute, nie vergessen: beim Rollmops vor dem Verspeisen das Spiesschen entfernen. Damit es sich nicht spiesst im Hals. Auch wenn das Letzte recht sinnbildhaft wäre für den Zustand der Welt, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachbemerkung: Unser Blog-Konzept für die letzten Tage des regulären Faschings wurde, danke, von unseren Leserleins offensichtlich mit grosser Freude akzeptiert. Das zeigen die Zugriffszahlen. Sagen wir so: die Gmundner Intelligenz, ja, die gibts wirklich, liest Gmundl. Die ganze Gmundner Intelligenz? Ja. Auch wenn ein Teil Gmundens in Stumpfsinn versinkt, so gibt es doch ein kleines Widerstandsnest: das Team Gmundl und diesen Blog, seine Gastkommentatoren und seine Leserleins. Klein, aber oho! Und so klein auch wieder nicht, gell. Weil es ist die Qualität, die zählt. Und für die stehen wir unerschütterlich. Auch wenn manche uns dafür nicht so mögen, weil wir ihnen tagtäglich vor Augen führen, dass es auch anders und besser geht.


Regio-Kosten?

Gastkommentar von Wilhelm Krausshar

Lieber Reinhold,
so, wie ich Dich kennengelernt habe, füllst Du Deine Funktion in voller Verantwortung und mit der nötigen Umsicht und Qualität aus. Das bestreite ich in keiner Weise.
Was mir aber wichtig ist, und das richtet sich eher an Frau Lila: Ich kann in einer Wahlbewegung nur soweit aufscheinen, wie meine Kapazitäten reichen. Und wenn wir in Lokalmedien auf Seite 34 aufscheinen, weil die ersten 20 Seiten vom Landeshauptmann und vom kommenden Bürgermeister und die nächsten 10 Seiten von der Bürgerinitiative gefüllt sind, werden wir wohl nicht mehr wahrgenommen.

Nun etwas Sachliches, um das ich Dich bitte:
Wir haben während der Wahlwerbung immer, in jedem Einzelgespräch und in jeder öffentlichen Stellungname betont, dass wir meinen, die Gemeinde könne betreffend die RegioTram in einem Punkt Schaden abwenden: Nämlich eine Zusatzvereinbarung mit dem Projektbetreiber abschließen, der die Haftung für Baukostenüberschreitungen dem Projektbetreiber übergibt.
Derzeit ist es so, dass sich Herr Neumann grinsend vor die Kamera begibt und meint, durch die Verzögerungstaktik der Gegner würden bereits Kostenüberschreitungen entstehen.
Bitte welche Bauverzögerungen? Es wurden bisher doch nur die Baulose gewechselt weil für die Brücke die entsprechenden Genehmigungen noch nicht vorhanden sind. Oder bin ich falsch informiert?
Also bitte, versuche Dein Bestes, das noch zu erreichen.
Mit herzlichen Grüßen und in Freundschaft
Willi Krausshar


Aschermittwoch_02

Heringsschmaus bei Faymann & Mitterlehner
(ok, da ist noch der Spindi drauf, aber es hat sich im Prinzip eh nix geändert)


Politischer Aschermittwoch


 

Scherzkipferln, die Zehnte

9. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnells Scherzkipferlhöhepunkt
GK von Borgare über einen Zielkonflikt
GK von Karlheinz König über Humor und so

Liebe Leserleins!

Wir alle nähern uns, ob wir wollen oder nicht, heute dem Faschingshöhepunkt, der meist ein Tiefpunkt ist. Ihre Babsy ist ja nicht wirklich traurig. Denn das bedeutet auch das Ende des Brachialhumors, der sich in Umzügen und Sitzungen alljährlich und unvermeidlich seine Bahn bricht.

Also kommen wir zu den letzten Scherzkipferln der Saison. Da wäre etwa der Herr Haimbuchner, der was eine echte Haimsuchung ist für jeden intelligenten Menschen. Nein, Ihre Babsy übertreibt nicht. Die sonntägliche Diskussionssendung “Im Zentrum” hat es bewiesen. Auf die mehrmals vorgetragene Frage, wie er, Haimbuchner, sich das vorstelle, dass ein Asylansucher vo 340 Euronen im Monat leben sollte, schwieg er beharrlich. Auch die Frage einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern, wie viele Tage er, der Gutverdiener mit Schofför, Dienstwagen und Sekretariat, denn von 840,– Euro Mindestsicherung leben könne, blieb er schweigsam. Dafür labberte er etwas von Gerechtigkeit. Von wegen. Da weiss man jetzt, was geschieht, wenn die angeblich soziale Haimatpartei ans Ruder kommen sollte. Wer sie wählt, wird über den Löffel balbiert. Das “soziale” sollte die FP endlich streichen. Das einzige Glück vom Haimbuchner war, dass der neben ihm sitzende McDonald von der ÖVP ein noch grösseres Sozial-Scherzkipferl ist. Selten einen solchen … (aus presserrechtlichen Gründen gepunktet) gesehen.

Es gibt Leute, denen wünscht man für fünf Jahre die Mindestsicherung an den Hals. Der Herr McDonald ist so ein Fall. Der geht nicht einmal als schlechter Faschingsscherz durch. Man weiss jetzt also, was von blau-schwarz zu erwarten ist: die Beseitigung des Sozialstaates. Wann schnallen die FP-Wählerleins eigentlich, dass sie es sind, die am meisten von diesem Sozialstaat abhängen, den sie mit der Wahl der FP beseitigen helfen? Wobei Ihre Babsy ja die Hoffnung nicht aufgibt, dass aus der FP eines Tages doch noch eine Partei wird, die man guten Gewissens wählen kann. Aber dann ist es halt nicht mehr die FP, gell!

Ungefähr zwanzig Scherzkipferln trafen in Enns aufeinander, und zwar recht handgreiflich. Eine tolle Schlägerei, ein Verletzter. Als die Polizei eintraf, waren die Tradidtionsraufer bereits verschwunden. Oberösterreichische Traditionspflege, gell, wer regt sich da auf?
Die Linzer traten dann den Beweis an, dass es noch traditioneller geht. Sechzig Amateurringer und -boxer, achtzehn Funkstreifen und fünf Verletzte. Da kommt echt Freude auf bei den Traditionsbewahrern. Worüber jetzt noch gerätselt wird: wie wird die FPÖ diese liebenswerte Tradition der OÖ-Wirtshausschlägerei in die Diskussion um den Werteunterricht für Asylanten einbringen? Denn eines ist klar: ein Ausländer, der keine ordentliche, ortsübliche Schlägerei anzetteln und durchkämpfen kann, hat sich die OÖ-Staatsbürgerschaft wahrlich nicht verdient. Ihre Babsy könnte sich auch eine tolle praktische Prüfung vorstellen: achtzig bsoffene Flüchtlinge zerlegen ein Kirtags-Festzelt. Dann kann man sie echt nur noch an der Hautfarbe von den Eingeborenen unterscheiden. Und für die Musliminnen gilt die Parole: Goldhaube statt Kopftuch. Leute, es kommen herrliche Zeiten!

Das grösste Scherzkipferl dieses Faschings, zumindest was die Ausdehnung betrifft, ist aber eine galaktische Gaswolke namens “Smith-Cloud”. Die rast mit einer Million Kilometer pro Stunde auf unsere Milchstrasse zu. Das Arge dabei wurde jetzt erst mitten im Fasching entdeckt: dieses Wolkerl (11.000 Lichtjahre lang, 2.300 Lichtjahre breit) wurde einst in grauer Vorzeit aus unserer Galaxie verstossen wie ein abgeschobener Flüchtling. Jetzt kehrt sie zurück zu uns und wird schon in rund 30 Millionen Jahren wieder in unsere Galaxie eintreten – mit Bombenkaracho! Dabei werden vermutlich zwei Millionen neuer Sonnen entstehen. Ist das nicht echt gemein? Zuerst abgeschoben werden, und jetzt erst recht wieder zu uns zurück kehren! Wen das fatal an die wahrscheinlichen Folgen der momentaten europäischen Flüchtlingspolitik erinnert, die/der liegt nicht ganz falsch. Denn auch bei uns werden die Schüblinge (auch ein nettes Bürokratenwort) wie beim Jo-Jo zurück geschleudert werden. Nur wird die Rückkehr nicht erst in 30 Millionen Jahren erfolgen.

Wir haben es bei diesem Wölkchen mit einem wahrhaft universellen Scherzkipferl zu tun. Wie auf der kleinen Erde so auch im grossen Universum: keiner will die abzuschiebenden Flüchtlinge haben. Vielleicht sollten unsere Politiker öfter mal sorgenvoll durch ein Teleskop hinaus ins dunkle und endlose All blicken. Vielleicht würde ihnen dann manches dämmern. Etwa dass ein Wettlauf um die grauslichsten und inhumansten Ideen zur Flüchtlingsfrage keine Lösung der Probleme bringt, sondern nur die FP immer stärker macht. Menschenverachtendes Scherzkipferln will auch gelernt sein. Und die FP hat darin seit Jahrzehnten grosse Übung, während SP und VP immer nur hinten nach hoppeln, anstatt eine gute und verständliche Politik zu entwickeln, die Probleme löst und Vertrauen schafft. Aber dann wären sie halt nicht mehr die SP und die VP, gell!

Liebe Leute, jetzt heisst es, die letzten Reserven zu mobilisieren, um die letzten Stunden des diesjährigen Faschings zu überstehen. Dann muss frau nur noch ohne grössere Schäden über Aschermittwoch mitsamt Heringsschmäusen kommen. So abgehärtet mögen wir alle dann auch den Alltag des Ganzjahresfaschings ohne Spätfolgen überstehen. Sicher ist nur eines: auch wenn die Narren die Macht wieder abgeben, die Scherzkipferln bleiben uns erhalten. Was eine gefährliche Drohung ist, gell!

Wie sagt man doch in Eberschwang: Hutzi-Hutzi!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Zielkonflikt

Gastkommentar von Borgare

Der Planungsstadtrat von Gmunden begibt sich, wahrscheinlich nicht einmal sehenden Auges, in einen ordentlichen Zielkonflikt. Für die absolute Verhinderung des Schildbürgerstreiches ” Regiotram ” demokratisch gewählt worden zu sein, um dann ganz artig bei einer Planung mitzumachen, die mehr oder weniger mit dem verpönten Projekt in Verbindung steht, kann man sich selbst sicherlich schönreden. Wenn man das Schönreden nicht besonders beherrscht, redet man sich vielleicht sogar ein, dass man bei der Baustellenplanung eh nicht dabei ist, oder noch besser, dass man irgend etwas verhindern kann, was die politische Mehrheit wirklich will.
Vielleicht noch etwas. Eine politische Partei kann eine sachbezogene Parteilinie unter Druck vorgesetzter Instanzen ändern (Stadt FPÖ). Eine Bürgerinitiative darf das, ohne viele Wähler schwer zu enttäuschen, sicherlich nicht.
Eine BI soll, und dies gilt meiner Meinung nach ganz besonders für den Vorsitzenden, ihre Ziele mit allem Nachdruck verfolgen bis sie erfolgreich ist (GMUNDNER ZUKUNFT UND UNTERSTÜTZER) oder sonst ihren Zweck erfüllt hat.
Bitte kein “wer ist stärker, I oder I”, sonst geht’s in Gmunden bei Projekten weiter wie bisher, nur netter.


und dann gibt es noch die anderen …

Gastkommentar von Karlheinz König

während unsere politelite (irgendjemand muss den job machen, willigkeit und soziales umfeld gehen vor eignung) sich leichter hand und frohem herzens vor allem dem wegschieben von verantwortung und den folgen ihres tuns oder lassens widmet, sind andere sich der tatsache bewusst, dass humor ernsthaft betrieben werden muss. das bedeutet auch, sich mit etwas ernsthaft und schweisstreibend zu beschäftigen und äussert sich grade im fasching dann etwa so: man erinnert sich deutscher tugenden und tüchtigkeiten und baue auf einem im ländlichen raum leicht beschaffbaren untersatz ein ambitioniertes modell von U-96 (“das boot”) und platziere einen aus dem mistkübel der fpö geklauten reim darauf. und weils so schön ist, muss man es auch allen zeigen (wobei der kaleu des romans alles andere als ein fanatischer, überzeugter nazi war und so der vergleich recht unpassend gerät. aber differenziertes denken ist ohnehin nur optional, weil offenbar schon normales denken es ist.).

aber nicht nur in der medizinischen versorgung klaffen zwischen den extremen welten, nein, auch die tim-taylors unter den freizeithumoristen sind eine zweiklassengesellschaft. zwar verzichten diese hier auf die schützenswerte kultur deutschen reimes, stattdessen aber zeigen sie sich im nachbau von opa adolfs tiger I ebenso talentiert, wie im nacheifern seines weltbildes.

kinder und narren, so sagt man, sprächen die wahrheit. das ist falsch. zumindest die narren sprechen nur aus, was ihrer beschränkten sichtweise gemäss ihre wahrheit darstellt. allerdings stimmt der grundgedanke: an dem ausgesprochenen erkennt man, womit man es zu tun hat.
den aufschrei übrigens, liefe ein als russischer partisan verkleideter narr mit einer plastik-panzerfaust hinter der panzeratrappe her, könnte man mit grosser wahrscheinlichkeit bis stalingrad hören.
wie sagte jake blues so passend? ich könnte fortwährend kotzen!


 

Kölner Karneval stoppt "Charlie-Hebdo-Wagen".


 

 

Scherzkipferln, die Neunte

8. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell stapelt Scherzkipferln
GK Reinhold Kassmannhuber über Schadenfreude

Liebe Leserleins!

Was für manche den Höhepunkt des Faschings darstellt, ist für andere der Tiefpunkt. Geschmäcker sind halt verschieden, gell! Interessant ist jedenfalls, dass die Faschingshöhepunkte immer krawalliger werden. Es scheint, als liebe die Menschheit schlechte Musik, die möglichst lautstark wieder gegeben wird. Aber vielleicht sind es die vielfachen Ängste, wegen denen die Menschen sich in die Lärmproduktion flüchten. Oder sie wollen die innere Leere mit äusserem Tamtam übertönen.

Unsere Scherzkipferlparade ist eine leise. Wir schonen damit Umwelt und Ohren und trainieren das Hirn. Nur die Scherzkipferln, die schonen wir nicht. Würden die alle zu einem Aufmarsch quer durch Gmunden getrieben, würden die am Aschermittwoch mit dem Hatschen noch nicht fertig sein. Echt nicht! Also werfen wir uns wieder ins Getümmel, das sich manchmal als echtes Gedümmel erweist.

Jetzt ist der hohen Politik gedämmert, dass das irgend wie deppert ist, wenn man die abgenommenen Fingerabdrücke nicht alle speichert, sondern nur die von denen, die in Österreich bleiben wollen. Aber unsere Vermutung hat sich bestätigt: man ist da sehr schlaumeierisch unterwegs. Man hat tatsächlich, wie wir gleich vermutet haben, deshalb nicht gespeichert, damit man die abgewiesenen Asylanten nicht von Deutschland zurück bekommt; damit man nicht als Erstbetretungsland gilt. Und redet sich auf Vorschriften heraus. Als ob man in der Asylfrage jemals irgend welche Vorschriften beachtet hätte. Aber jetzt hat der Ostermeier die wahrhaft geniale Lösung gefunden: es sollen alle Fingerabdrücke gespeichert werden. Aber mit einem kleinen Unterschied, dem österreichischen Schlaucherl-Unterschied sozusagen. Die der in Österreich um Asyl Ansuchenden kommen in den EU-Computer, die anderen, die man bisher nicht gespeichert hat, werden in einem ausschliesslich österreichischen System gespeichert. Wir sind echt die schlauesten Schlaumeierleins in der EU. Ein Schelm, wer solche Politiker dann Scherzkipferln nennt.

Ein Riesenscherzkipferl muss gewesen sein, wer sich den TTIP-Raum für Abgeordnete einfallen hat lassen. Was das ist? Na, die Bevölkerung hat gemurrt, weil man nichts über TTIP-Verhandlungen erfährt: keine Infos, keine Details, nur Gemauschel der Grossindustrie und der Grossagrarier. Nicht einmal Abgeordnete bekamen Informationen. Unter diesem Druck entschloss man sich (auch in Deutschland übrigens) zu einer gigantischen Informationsoffensive: Abgeordnete dürfen in einem speziellen Raum in einige (keineswegs alle!) Verhandlugsunterlagen Einsicht nehmen. Aber sie dürfen weder ein Handy bei sich haben, noch Kopien oder Notizen machen. Da sind echte Schnellmerker mit fotografischem Gedächtnis gefragt. Was aber auch nix nützen wird, denn den Abgeordneten ist es strengstens verboten, über das, was sie da lesen, zu sprechen. Absolute Schweigepflicht gegenüber den Wählerleins. So stellt Ihre Babsy sich die perfekte Demokratie vor! Wo ist das mutige Abgeordnetenlein, das sich traut, diesen Schwachsinn zu ignorieren und aus der Schule zu plaudern? Es soll ja einst sowas wie den Maria-Theresien-Orden gegeben haben, wenn man unsinnige, verbrecherische Anordnungen nicht einhielt (ist zwar eine Legende, aber eine nette, gell!). Wem ist ein Volksvertreterlein verpflichtet? Dem Volk oder den TTIP-Profiteuren? Also habt Mut, liebe Mandatarchens, lest viel und seid dann extrem auskunftsfreudige Plaudertaschen und keine Scherzkipferln, die diesen undemokratischen Unfug mit machen.

Rund um den Wiener Kaffeesieder-Ball, der von 6.000 Leuten besucht wird, sind 200.000 Eurönchen verschwunden. Fehlen in der Kassa des veranstaltenden Vereins. Das ist eine echte Faschingsleistung, liebe Leute. Der Obmann (inzwischen Ex-Obmann) war finanziell ein wenig klamm, weil er sich zu viel um den Ball und zu wenig um sein Kaffeehaus gekümmert habe, so die offizielle Ausrede, darum habe er sich ein bisserl Pinkepinke ausgeborgt, das Scherzkipferl. Er hat sich entschuldigt und bereut jetzt alles wahnsinnig. Zurückzahlen will er auch, in Raten. In Wien ist ja der Zuruf “Du Kaffeesieder, du!” kein echtes Lob, sondern eher als Einordnung der so Betitelten in die Kategorie der Dolme zu sehen. Jetzt versteht man, warum das so ist. Man muss schon ein ordentlicher Kaffeesieder sein, um sich als derartiges Scherzkipferl zu erweisen, gell!

Die vereinigten Scherzkipferln Europas wollen an unser Bargeld heran. Das wird immer offensichtlicher. Zuerst delirierten sie von einer Barausgabengrenze von 5.000 Euro. Jetzt will man den 500-Euro-Schein abschaffen. Das kann die EZB im Alleingang, ohne die Politik oder gar die Bevölkerung zu fragen. Den Beteuerungen unserer Scherzkipferl-Politik, sie werde da nicht mitmachen, traue man nicht über den Weg. Denn bei dieser Regierung ist nur auf eines Verlass: dass sie über Nacht alles über Bord wirft, was gestern noch als in Stein gemeisselt galt. Der Traum der Herrschenden von der Totalüberwachung der Bürgerleins wird konsequent Schritt für Schritt in die Realität umgesetzt. Jetzt will man auch noch über die kleinste Ausgabe Bescheid wissen. Weil wenn sich wer um 50 Cent Kaugummi kauft, dann besteht der dringende Verdacht, es könne sich um Geldwäsche oder Terrorismus handeln. Scherzkipferl, ich hör dir trapsen!

Auch in Neuseeland dürfte es den Fasching geben. Und ein besonders originelles Scherzkipferl. Selbiges bewarf dort einen Minister mit einem Dildo. Echt wahr! Leute, das ist beängstigend. Nachdem die Haushalte und Schlafzimmer im Gefolge von “Shades of Grey” sich in den Sex-Shops und Baumärkten des Landes mit diversen mehr oder weniger martialischen Gerätschaften eingedeckt haben, entsorgen sie diese jetzt womöglich durch Bewurf von Politikern. Man darf gespannt sein, welches Politikerlein als erstes mit einer Unzahl von Handschellen beworfen wird. Oder mit Nippelklemmen, Spreizstangen und Rettungsseilen. Mit letzteren könnten sich die Beworfenen wenigstens schnellstens abseilen. Aber, liebe Leute, bedenkt, es wäre vielleicht gescheiter, unseren Politikerleins Ganzkörper-Kondome über zu stülpen, gell, damit deren dumme Ideen gleich am Ort der Entstehung eingefangen werden können. Verhüten ist einfach besser, als hinten nach den Schaden beseitigen zu müssen.

Irre Scherzkipferln sind auch die Prionen. Zur Erinnerung: solchige waren für den Rinderwahn verantwortlich (unter Mittäterschaft von Fleischindustrie und Politik). Jetzt gelten sie auch als Verursacher von Alzheimer. Und diese Scherzkipferln, so fand man jetzt heraus, übertragen auch Alzi. Über das Operationsbesteck, weil sie von dort nicht auf normalem Weg mittels Desinfektion beseitigt werden können. Jetzt müssen wir fürchten, dass unsere Scherzkipferl-Politiker das ausnützen. Jedem Wählerlein sein Alzi-Priönchen, damit es schnell vergisst, was die Politiker so anstellen. Glücklich ist, wer vergisst, gell!

Liebe Leute, wir wünschen euch und uns, dass wir alle die letzten offiziellen Faschingstage gut überstehen. Denn es gilt gewappnet und fit zu sein für den sich daran unmittelbar anschliessenden Ganzjahresfasching. Nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Nach der ohnehin schon bedrohlichen Wahl diverser Faschingsprinzen und Faschingsprinzessinnen kommt danach unweigerlich der HBP-Wahkampf auf uns zu. Da ist schlechte Unterhaltung garantiert! Aber, liebe Leute, auch da müssen wir durch. Wer die diversen Faschingsveranstaltungen mit ihrem bärigen Humor erlebt hat, den und die kann ohnehin nichts mehr richtig erschüttern, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Schadenfreude?

Gastkommentar von Reinhold Kassmannhuber

Lieber Willi,

Du hast vor ein paar Tagen in diesem Medium Deine “Schadenfreude gepflegt”. Richte Deiner Schadenfreude einen schönen Gruß von mir aus und sage ihr, dass es mir in meiner Verantwortung als Baustadtrat trotzdem gut geht.

Nun zum Thema selbst: Es ist die Aufgabe gewählter GemeindevertreterInnen, öffentliche Gelder und Mittel im Sinne des Gemeinwohles, im Sinne der Gemeindeordnung demokratisch zu verwalten. Das mache ich auch als Baustadtrat bei der GESTALTUNG der Innenstadt, die durch den Bau der Bahn notwendig ist.

Dazu gehört vor allem, dass alle FUNKTIONEN der Innenstadt und des Stadtplatzes berücksichtigt werden – es soll eben nicht nur die Funktion der Bahnlinie mit Haltestelle durch Gmunden geben. Die Gestaltung wird mit der Pflasterung, der Wartesituation (Wind-, Regenschutz), Licht und Beleuchtung (Effekte, Sicherheit), Wasser (die rechte Altstadt von Salzburg ist ein Beispiel dafür), Masten und Begrenzungen (Pflaster, Poller) erfolgen. Das wird nun mit den Betroffenen erarbeitet und dem Gestaltungsbeirat vorgelegt. Diese Bürgerbeteiligung kommt sehr spät; da verstehe ich Dich, wenn Du diese eine “bisserl Bürgerbeteiligung” nennst. Dass bisher alles irgendwo nur zwischen den Schienenfans ausgemacht und dann den Bürgerinnen und Bürgern vor die Füße geknallt wurde, genau das soll es in Zukunft nicht mehr geben; dafür wird die BIG sorgen.

Für die Baustellenplanung bin ich nicht zuständig. Ich persönlich habe da einige Skepsis.
Selbstverständlich halte ich das Projekt noch immer für einen volkswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Unsinn. Darüber wird ja der Verwaltungsgerichtshof entscheiden.

Dein Reinhold


 

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Scherzkipferln, die Achte

7. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell kipferlt weiter

Liebe Leserleins!

Wir hatten echt schon total  Angst, der Nachschub könne stocken und mitten im Faschingsendspurt eine Versorgungslücke bei den Scherzkipferln auftreten. Doch wie wir feststellen konnten, war diese Sorge mehr als nur unberechtigt. Es scheint, als ob die Menschheit unentwegt daran arbeite, die Zahl der Scherzkipferln zu erhöhen. Eine der wenigen Unternehmungen der Spezies Mensch, die nachhaltig und fortlaufend wirken, gell!

Ein besonders eifriger Aspirant für den Erhalt diverser Scherzkipferl-.Auszeichnungen ist die FP. Die lässt sich diesbezüglich echt nicht lumpen. Jetzt hat die FP mitsamt ihren mitunter mehr als grenzwertigen Postern einen Shitstorm (für die FP-Germanen: einen Scheisse-Sturm) angezettelt. HC zeigte sich schwer empört über eine ironische Bemerkung der Opernball-Moderatorin Mirjam Weichselbraun. Die hatte in Hinblick auf Huschi-Wuschi-Uschi Stenzel, die in einer uralten Einspielung gezeigt wurde, erkennbar selbstironisch kommentiert: „Ich frage mich, was aus der Interviewerin geworden ist. Wahrscheinlich nicht viel.” Angesichts der miesen Scherze, die wir von der FP kennen (inklusive der Reimeskunst ihrer Werbesprüche), war das reichlich harmlos. Ihre Babsy hat es live gesehen – ein ironischer Schlenker, der eigentlich vor allem sagte: Moderatoren sind nicht so wichtig, wie alle uns glauben machen wollen.

Wir erklären jetzt an Eides statt: Die Uschi hat es enorm weit gebracht. Bis zum Politchamäleon, das uns jetzt erklärt, die bürgerlichen Tugenden (welche da sind?) seien jetzt bei der FPÖ zu finden. Wer mit der Stenzel schlafen geht, wird eher nicht mit der Weichselbraun aufwachen. Also schliesst Ihre Babsy: in den Shitstorms äussert sich der Frust all jener, die halt nur die Stenzel abbekommen haben. Das ist natürlich rein politisch gemeint, gell!

Vielleicht sollte die FP sich von den Scherzkipferln endlich mal ernsthaft distanzieren, die jetzt völlig harmlose Witzchen auf Facebook treiben (wird sie aber nicht machen, weil das repräsentativ für ihre Wählerschaft ist). Dort wird Weichselbraun liebevoll tituliert: Prostituierte der Roten; Ich würd der Piitch alles nehmen (für die FP-AnalFabeten: das heisst, wenn schon, bitch, gell. Aber gut, nicht jeder Fler war schon auf einem Deutschkurs, von Englisch red ma gar nicht erst …); Möchte wissen wie oft die Weichselbraun ihre Beine spreizen mußte um dort zu sein wo sie jetzt ist (wir spenden gern einen Gutschein für einen Beistrichsetzungs-VHS-Deutschkurs); Hure des staatlichen Lügensenders; Rotfunknutte. Der Höhepunkt ist eine kaum kaschierte Aufforderung, die Moderatorin zu vergewaltigen: Weixelbaum, dir wünsch ich das dich ein paar von umseren kulturbereicherern so richtig bösartig durchknallen (Rechtsschreibung wie im Originalposting – Merke: wer am lautesten nach Deutschkursen brüllt, benötigt sie selbst am meisten!). Kennt die FPÖ wirklich keinen Schenierer mehr?

Liebe Leute, Bewegungen, die autoritäre Ideen vertreten, sind meist sehr humorfrei. Das ist das Wesen von oft nicht nur tendenziell undemokratischen Vereinigungen. Der FPÖ kann man leichten Herzens und mit gutem Grund bescheinigen: Sie ist hart im Austeilen, aber beim Einstecken wehleidig bis zum Geht-nicht-mehr. Angesichts der Flut an unzumutbaren Postings in den Internet-Foren, die aus der FP-Ecke und der ihrer Sympathisamten kommt, sollte man seitens der FP etwas lockerer auf harmlose Witzchen reagieren. Auf jeden Fall wissen wir, was uns erwartet, sollte die FP je die Möglichkeit erhalten, in diesem Land nach ihrem Gusto schalten und walten zu können. Es gibt Scherzkipferln, und die FP und ihre Adoranten gehören leider dazu, die nur wenig scherzig sind. Denn das Erste, was autoritäre Regierungen abschaffen, ist die Möglichkeit, sich straffrei über sie lustig zu machen. Die FP geht wacker in diese Richtung.

Erinnert sich noch wer an Herrn Hahn? Zuerst war er Vorstand im Novomatic-Konzern, in dessen Aufsichtsrat sich ohnehin Politiker fast aller Couleurs drängeln, und dem der jetzige Finanzminister allem Anschein nach die Casino-Mehrheit zuschieben will.  Dann war er ÖVP-Minister. Derzeit ist er EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterung. Ja, auch das gibt es, liebe Leute. Jetzt hat er sich in Sachen Flüchtlinge zu Wort gemeldet und seinen Status als Scherzkipferl eindrucksvoll erneuert.

Wie wir aus den Medien wissen, gibt es derzeit in Syrien wieder eine grosse Flüchtlingswelle wegen der verstärkten kriegerischen Aktivitäten rund um Aleppo (inklusive starker Luftangriffe). Die Türkei hat die Grenzen für Flüchtlinge nun daher geschlossen. 35.000 Menschen stehen dort derzeit vor geschlossenen Grenzen, weitere 70.000 sind weiters im Anmarsch (es werden noch deutlich mehr werden).
Auftritt EU-Kommissar Hahn: das können die Türken doch nicht machen, die Grenzen zu schliessen! Er verweise auf die Genfer Konvention. Die Türkei müsse die Grenzen öffnen, die Flüchtlinge ins Land lassen und erlauben, dass die dort Asylanträge stellen. Hat Ihre Babsy irgend etwas übersehen? Oder ist man derzeit nicht europaweit dabei, die Grenzen innerhalb (!) der EU abzuriegeln und einander die Flüchtlinge zu zu schieben? Das also ist jetzt die EU-Politik: rette sich wer kann, und die Türken sollen sich mit den Flüchtlingen herum schlagen. Fein, das wird ganz sicher funktionieren. Wir sperren zu, aber die Türken sollen aufmachen. Noch bevor der Hahn drei Mal gekräht hat …

Auch die österreichischen Behörden sind ja diesbezüglich sehr scherzkipferl-tauglich. Jetzt kommen Tageskontingente. So will Österreich zum Beispiel nur noch 2.000 Personen pro Tag nach Deutschland durch reisen lassen. Klingt ja toll, echt, löst voll das Problem. Denn wenn Ihre Babsy richtig rechnet, dann heisst das, wir knallen den Piefkes übers Jahr gesehen 720.000 Flüchtlinge vor den Latz. Glaubt wer ernsthaft, dass die BRD nach dem Anstrum von 2015 tatsächlich noch einmal eine so hohe Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen wird? Ohne eine gesamteuropäische Lösung wird das alles zur reinen Chaospartie. Weder die Griechen noch die Mazedonier oder Serben werden für uns das Problem erledigen können. Aber genau das wollen uns unsere regierenden Scherzkipferln einreden. Die Stunde der Wahrheit wird kommen. Sie wird bitter sein.

Liebe Leute, Ihre Babsy weiss schon, dass es im Fasching eher lustig her gehen sollte. Aber die Welt ist leider so, wie sie ist. Die grosse Mehrheit der Weltbevölkerung hat nicht viel zu lachen. Darum ist auch unsere Scherzkipferlparade jeden Tag ernster geworden. Tut uns leid! Geniessen wir trotzdem den Fasching. Vielleicht erwischt ein Shitstorm einmal die Richtigen, die, denen er gebührt.
Mit gutem Grund ist Scheisse braun, liebe Leute, mit gutem Grund!
Und wer sich in der Scheisse schlafen legt … der riecht am nächsten Morgen nicht besonders gut, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


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Nur in Dresden?


 

 

Scherzkipferln, die Siebente

6. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell & The Scherzkipferln

Liebe Leserleins!

Es scheint so, als ob die vereinigten Scherzkipferln dieser Welt zu einem richtigen Faschings-Endspurt angesetzt hätten. Aber gut, da geht uns wenigstens der Stoff nicht aus, gell.

Da wären zuvorderst die Linzer FPler mit ihrem Hang zu Massnahmen, die das Land am allerwichtigsten braucht. Zum Glück spielen da die anderen Parteien brav mit. Also hat man im Linzer Gemeinderat gegen die FP beschlossen, dass die Ampelpärchen unbedingt wieder eingebaut werden müssen, damit die Welt gesundet und aus allen Krisen findet. Jetzt muss der murrende FP-Stadtrat das Zeug wieder montieren lassen. Es ist ein Zeichen guter und souveräner Politik, dass sie den geschärften Blick für das Wesentliche hat. Was kümmern die Politik schon ein paar Hundert verjankerte Swap-Milliönchens, gell, Hauptsache die Ampelpärchen sind wieder montiert. Dann wird nämlich alles gut. Ein übles Scherzkipferl, wer anderes glaubt!

Die oberösterreichische Politik ist ja sowas wie die Avantgarde des Scherzkipferltums. Da muss man nicht nur die Entfrauung der OÖ-Landespolitik als Beweis anführen. Nein, das weist sich in vielen Bereichen. Etwa bei der Idee, den Migranten-Schülern zu verbieten, auch in den Pausen eine andere Sprache als die deutsche zu verwenden. Jetzt hat man sich sogar ein Gutachten eingeholt, das behauptet, man könne die Verwendung der ausländischen Muttersprache in Schulpausen sehr wohl verbieten, das sei rechtlich zulässig.

Dieses bestellte Gutachten ist genau das: bestellt. Motto: Glaube nur jenen Gutachten, die du selbst bestellt hast. Denn natürlich ist es rechtlich extrem zweifelhaft, in den Pausen eine Sprache zwingend vorzuschreiben. Abgesehen davon ist es pädagogisch völlig sinnlos. Eine solche Vorschrift ist geradezu eine Aufforderung zum Tabubruch. Wie das bei jungen Menschen eben so ist.
Im französisch-sprachigen Lycée ist es zwar nicht verboten, aber auch nicht gern gesehen, wenn die Schülerleins sich in den Pausen auf Deutsch unterhalten. Ältere Absolventchen berichten, man habe einst eine Reihe von Lehrkräften damit ärgern können, dass man genau das getan hat: Deutsch sprechen – in der Pause, aber auch im Unterricht.

Man stelle sich nur vor, wie die angeblich so hormonschweren Jungs auf eine solche Vorschrift reagieren werden! Und welche Lehrkraft wird sich trauen, auf einem Schulhof eine “Bande” von zehn oder fünfzehn Rotzlöffeln daran zu hindern, in einer nichtdeutschen Sprache Randale zu machen?

Abgesehen davon ist dieses Sprachkonzept reiner Humbug. Die Zweisprachigkeit ist zu fördern. Punktum. Denn die Struktur der Sprachen ist im Prinzip ident. Wichtig ist es daher weniger, unmittelbar Deutsch zu lehren und einen Deutsch-Sprech-Zwang einzuführen, sondern sprachliche Strukturen zu lehren und zu überprüfen, ob dieses Wissesn “sitzt”. Die Sprache ergibt sich bei jungen Menschen dann ganz von allein. Die schalten ganz automatisch zwischen den Sprachen um, ohne es selbst zu merken. Und ja, klaro, die deutsche Sprache muss erlernt werden. Aber nicht mit einem doofen und wirkungslosen Pausenzwang. Solche Vorschriften sind für junge Menschen in der Pubertät geradezu die Einladung, diese Regeln zu brechen. Sollte sich eigentlich auch bis zu bescheuert agierenden Landesschulbehörden und dilettierenden Politikern durch gesprochen haben. Ressentiment allein ist ein bisserl wenig, liebe ÖVFPler! Mein Motto: lieber Faschingskrapfen als Scherzkipferln!

Übrigens müsste man dann auch gleich vorschreiben, dass das Sprechen von Dialekt in den Pausen ebenfalls zugunsten des Hochdeutschen verboten ist. Denn die Verwendung des Dialekts könnte ja Most-, Inn- und sonstigen Viertlerleins die korrekte Erlernung der Hochsprache verunmöglichen. So die Thesen der Pausenverbötler stimmen würden. Immerhin ist ein starker Dialekt wie eine Fremdsprache einzustufen (sowohl Wortschatz als auch Teile der Grammatik weichen vom Hochdeutsch deutlich ab). Die ÖVFPler und die Landesschulbehörde sollten sich lieber darum kümmern, dass nicht ein Viertel der Schülerleins als funktionelle Analphabeten die Schulen verlässt, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


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Scherzkipferln, die Sechste

5. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell kipferlt Scherz
Gastkommentar von Marge Lila über Komfortzone

Liebe Leserleins!

In den letzten Tagen des Faschings haben wir den Leserleins die unterschiedlichsten Scherzkipferln vorgeführt. Frau muss ganz ehrlich sein: so einfältig Österreichs Politik und Wirtschaft meist auch sind, es herrscht eine überfordernde Vielfalt der Einfältigkeit.

Bestens zu besichtigen am in Sachen Einfalt höchst repräsentativen Opernball. Oder ist der gar schon über-repräsentativ? Bei der ORF-Übertragung hatte frau den Eindruck, dort torkle eine Art Reziprok-Elite durch die heuer besonders scheusslich geschmückten Räumlichkeiten. Die penetrante Lamoyanz des peinlichsten Baumeisters von Wien (“Mir habns die Losch neben dem Häusl gebn.”) ist da beinahe noch von filosofischer Tiefe getragen. Nun ist der Opernball kein hochgeistiges Symposium (wenn man mal von diversen Schnäpsen absieht), aber so tief muss es ja auch nicht sein.

Dümmliche Antworten auf ebenso dümmliche Fragen. Den Vogel schoss die wandelnde Blondinenwitzin Schöneberger ab, als sie meinte (unter Hinweis auf einen kommenden Freilichtauftritt gemeinsam mit Alfonso Ildefonso Graf Alonso Haider): “Mit dem Alfons gemeinsam auf der Bühne wird mir sicher nicht kalt.” Na, wollma hoffen! Man kanns auch mit dem Outing übertreiben, gell! Ich persönlich würde ja lieber frieren, als mit einem viertklassigen Schauspieler, der einst der ideale Schwiegersohn-Ersatz zu sein schien, in der Öffentlichkeit erwischt zu werden. Aber Ohrfeigen und Geschmäcker sind verschieden.

Ja, der Lugner und sein Spatzi, also das Spatzi von ausserhalb der Hose, hatten auch einen keineswegs sehenswerten Auftritt. Ehrlich, liebe Leute, ich will niemandem zu nahe treten, aber dass den Lugner sein Spatzi (also das in der Hose) sich nicht verzweifelt zusammen krümmt, wenn es sein Spatzi (also das ausserhalb der Hose) erblickt, das verstehe ich nicht. Aber wer weiss, frau ist ja kein Mäuschen, gell, und wir werden die Wahrheit nie erfahren. Hoch leben mögen sie, all die Spatzis vom Lugner! Selbst wenns dazu ein Viagrachen braucht.

Ihre Babsy harrte also mit einem Flascherl Schampus vor dem Fernseher aus. Was will frau sonst machen, wenn der Lover in der Ferne weilt? Recht bald war das Flascherl leer, Ihre Babsy rechtschaffen müde und erschöpft vom Schwall der Plattheiten. Merke: in keinem Meer ertrinkt man leichter als in dem der Platitüden. Babsy sank in ihrem Ohrenlehnsessel zusammen, das leere Fläschchen entglitt meinen zarten Handerln, das Kopferl neigte sich zur Seite, die Augenlider schlossen sich. Ihre Babsy entschlummerte, bevor die ORF-Übertragung des Ödbären-Balls beendet war. Morpheus hatte mich gerettet. Ich lag in seinen Armen, schlummerte fest und träumte davon, auf dem Opernball nur noch intelligente und sympathische Leute zu sehen. Aber dann wärs halt nicht mehr der Opernball, gell!

Die SPÖ heisst jetzt ausgeschrieben auch “Scherzkipferl Partei Österreichs”. Das hat sie sich redlich verdient. Sie ist verscherzkipferlt, auch wenn dem Faymann wahrscheinlich nicht einmal noch im Keller je ein richtiges Lächeln entkommen ist. Wie man hört, haben ein paar Parteimitglieder sogar ernsthaft den mysteriösen Fragebogen online ausgefüllt. Von den angeblich 200.000 Mitgliedern wurden der Vollständigkeit halber gleich 40.000 angeschrieben und gebeten, doch so nett zu sein, und die Nona-Fragen zu beantworten. Gleich 11.000 Genössleins folgten tapfer sowie mann- und frauhaft dem Aufruf und füllten aus. Das sind immerhin 5,5 % und ein Riesenerfolg, wenn man bedenkt, dass das Zinsniveau für kleine Sparer derzeit bei 0.5 % herum grundelt. Na, ehrlich liebe Leute, hat Ihre Babsy da den SP-Managern nicht eine tolle Argumentation frei Haus geliefert? Frau bemüht sich halt, so gut es nur geht, gell!

Das Beispiel könnte Schule machen. Wenn der Van der Bellen bei der Präsidentschaftswahl nur 7 % bekommt, könnte er darauf hinweisen, das sei total super urgut, wenn man bedenke, dass nur ein halbes Prozent aller Wellensittiche die Tollwut habe. Weitere Beispiele folgen demnächst.

Liebe Leute, die echte Brutalität ist nicht, wie der Qualitinger behauptet hat, Simmering gegen Kapfenberg. Da haben wir in Gmunden Brutaleres zu bieten. Neos gegen BIG. Wer da das Scherzkipferl ist und wer das schmackhafte Croissant? Auf jeden Fall: Das Match ist brutal brutal, wenn Ihre Babsy mal so sagen darf. Da bleibt mein Auge so trocken, wie jenes der armen Desi Treichl-Bankdirektor, als sie ihren Rücktritt als Opernball-Mutti bekannt gab. Äh, ja, auch ein Argument, warum ich dort nie hin ginge: wenn ich so eine Opernball-Mutti habe, will ich gar nicht wisssen, wie die Opernball-Schwiegermutter daher kommt. Echt nicht.

Ich frag mich nur, wie am Jägerball alljährlich verhindert wird, dass die dort antanzenden Jagerleit nicht die ganzen Schnepfen ab und weg ballern. Ich sage nur:  Baron Rauch-Kallat, äh, Baron Mensdorff-Pouilly natürlich. Sie wissen schon: der mit den Waffendeals und den lukrativen Gefängnisaufenthalten. Baron Scherz von Kipferl sozusagen.

Liebe Leute, lasst die Faschingskrapfen nicht altbacken werden. Lasst ein bisserl Wein in den Schläuchen. Saufts nicht den ganzen Obstler weg! Und vergesst nicht, wo Ihr das Samarin aufhebt. In diesen Tagen ist das überlebenswichtig. Und nie vergessen: die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst! Helau, Alaaf und Lei-Lei – so hälts die hohe Politik schon immer.
Und kaufen Sie heute bitte niemandem die Opernballkarten 2016 ab, der Anbieter könnte ein Betrüger sein, gell! Weil der Ball tut vorbei sein tun und kommt heuer nimmer. Gott sei Dank!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Komfortzone

Gastkommentar von Marge Lila

Ja, ja, der Herr Krausshar kann wahrlich ein Buch darüber schreiben, in welch komfortabler Lage einer ist, der sich für oder gegen NICHTS „erklärt“. Möglichst unauffällig im Eck sitzen, zu nichts „Ja“ oder auch „Nein“ sagen. Nicht einmal „Ja, aber“ oder “Nein, aber“ ist den NEOS bisher über die pinken Lippen gekommen. Bei aller Grundsympathie für die NEOS, in Gmunden sind sie nicht erfrischend pink, sondern farb- und meinungsfrei.

Enttäuschend auch das Demokratieverständnis des NEOS-Chefs. Absolute Mehrheiten im Gemeinderat werden von den Bürgern gewählt. Ja, wenn die Gegner der SRT die Mehrheit im Gemeinderat erhalten hätten, dann wäre so manches bei diesem Projekt anders gelaufen. Haben die BIG und die FPÖ aber nicht (Die NEOS haben ja leider nicht wirklich dabei geholfen, den SRT-Wahnsinn zu verhindern). Das Versprechen der BIG, mit Kompetenz zu kontrollieren, wird eingehalten. Unter anderem wird die Gestaltung der Innenstadt, dank Stadtrat Kassmannhuber und der BIG, nicht Stern & Hafferl überlassen. Politisch verhindert kann die Durchbindung nicht mehr werden. Jetzt kommt es auf die Gerichte an. Das müsste eigentlich auch dem Herrn Krausshar einleuchten.

Als zuständiger Baustadtrat sollte Herr DI Kassmannhuber, wenn es nach Herrn Krausshar ginge, demokratische Entscheidungen ignorieren, sich beleidigt zurücklehnen, die Gestaltung der Innenstadt voll und ganz den privaten Tram-Erbauern überlassen? Na Gott sei Dank erreichten die NEOS nicht genug Stimmen und Herr Krausshar wurde nicht Baustadtrat!


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Scherzkipferln, die Fünfte

4. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell und die Kipferlseuche
EK von Wilhelm Krausshar über noch ein Scherzkipferl

Liebe Leserleins!

Der Fasching hat ein sicheres Ende. Also der Fasching, der ein Volksbrauch ist. Aber die Scherzkipflerei und jener Fasching, der ein ganzjähriger Politikbrauch ist, die haben kein Ende.

Die grössten Scherzkipferln Österreichs sitzen im Innenministerium. Während sie mit den Ermächtigungen des Staatsschutzgesetzes die österreichischen Bürgerleins ausspionieren werden bis zum Exzess, ihre Daten massenhaft speichern werden, geschieht im Flüchtlingsbereich das schiere Gegenteil. Da baut man um viel Geld einen Grenzzaun, auch Zugangsbeschränkung oder “Türl mit links und rechts was dran” genannt, nimmt den herbei eilenden Flüchtlingen die Fingerabdrücke ab – und dann? Schmecks! Die Fingerabdrücke jener, die nach Deutschland oder Schweden weiterwollen, werden ebenso wenig gespeichert, wie jene, der gleich an der Grenze abgewiesenen Asylwerber. Die können dann immer wieder erneut versuchen, an der Grenze durch zu kommen. Was ja der Sinn der Zugangshemmnisse ist, oder?

Gespeichert werden nur die Fingerleins jener, die einen Asylantrag in Österreich stellen. Echt, das ist ein Supersystem. Argument: die Fingerabdrücke müssen laut Dublin-Vorschriften an der EU-Aussengrenze (Schengengrenze) erfasst und gespeichert werden. Was die österreichischen Scherzkipferln nicht sagen: sie haben Angst, dass für die zurückgewiesenen Flüchtlinge, wenn man die Daten in Österreich erfasst, dann Österreich als Erstbetretungsland (es lebe der Wortreichtum der Bürokratie!) gilt. Man könnte womöglich die so erfassten Asylanten dann alle Österreich in die Schuhe und ins Land schieben. Obskur, wie so vieles im Flüchtlingswesen.

Toll auch, dass wir jetzt erfahren haben, wie viel Zeit für die Beamtshandlung (schon wieder so ein tolles Wort!) eines Asylanten vorgegeben ist: 8 (acht) Minunten. Wer schon einmal auf einer Polizeiwache eine läppische Verlustanzeige gemacht hat, weiss, wie lange selbst dieser simple Vorgang braucht. Will man uns ernsthaft verklickern, in acht Minuten könne ein Grenzbeamter folgende Tätigkeiten durchführen: Prüfung des Ausweises und anderer Dokumente; Prüfung ob Wirtschaftsflüchtling oder nicht; Prüfung ob Flüchtling und Ausweis zusammen gehören; Abnahme der Fingerabdrücke und Speicherung; Prüfung, ob die Angaben des Flüchtlings plausibel sind. Und das alles in der Regel noch unter Zwischenschalten eines Dolmetschers. Wir vermuten, an der Grenze werden entweder Scherzkipferln oder Zauberer eingesetzt. Die regierungsamtlichen Scherzkipferl belieben jedenfalls, die Bevölkerung zu Verarschen. Ganzjahresverarschung, liebe Leute!

Nun, es gibt noch ein Ministerium, das sich in Fragen von Effizienz und Innovation tagtäglich mit Rum, äh Ruhm bekleckert. Das Unterrichtsministerium. Ja, die Zentralmatura. Jetzt hat sich herausgestellt, dass zwar die Matura zentral erfolgt, aber bei der Bewertung, wer durchkommt und wer durchfällt, regionale Unterschiede gemacht werden. An Schulen, an denen zu hohe Durchfallsquoten vorkamen, wurde bei der dezentralen mündlichen Prüfung dann entsprechend die Durchfallsquote abgesenkt, um wieder in den Durchschnitt zu kommen. Ein famoses Konzept, echt! Noch famoser ist aber jener Vorschlag, der jetzt gekommen ist: man möge an jenen Schulen bzw. in jenen Klassen, die besonders schwach abschneiden, wie bei der mündlichen Matura die Anforderungen der schriftlichen Zentralmatura individuell (!!!) je Klasse/Schule  so herabsetzen, dass wieder die durchschnittliche Durchfallsquote erreicht wird. Wie nennt man das? Vorschlag: Zentralmatura mit dezentralem Korrekturfaktor. Oder ein wenig böser: Matura mit Idiotenkoeffizienten. (Nee, nicht alle, die bei der Matura durchfallen, sind Idioten. An manchen Schulen ist das Durchfallen fast schon ein Intelligenzbeweis.) Echt, die Idee der Zentralmatura leuchtet mir von Jahr zu Jahr mehr ein.

Die europäische Grenzschutzbehörde Frontex (ja, die gibt es wirklich, heisst das auf Deutsch denn nicht: “Grenze aus”?) hat jetzt vorgeschlagen, man könne doch auch Privatfirmen für den Schutz der EU-Aussengrenze einsetzen. Echt, liebe Leute, der Wahn mancher neoliberaler Flachwurzler ist grenzenlos. Wenn es irgend eine Aufgabe gibt, die nun zweifellos eine Staatsaufgabe ist, dann ist das der Schutz der Staatsgrenzen. Eine typischere staatliche Aufgabe als die Grenzsicherung gibt es nicht. Die zu privatisieren, also, um auf diese Idee zu kommen, muss man wirklich ein EU-Beamter sein. Woran man wiederum sieht: die EU ist alles Mögliche, aber Staat ist derzeit mit ihr keiner zu machen.

Jetzt haben wir erfahren: was sich zu Silvester rund um den Hauptbahnhof  Köln abgespielt hat, ist in Wahrheit schon immer auch Teil der allgemeinen Faschingsvergnügungen in Köln, DüDo & Co. gewesen. Allein beim Düsseldorfer Faschingumzug kam es alljährlich zu rund fünfzig Strafverfolgungen wegen sexueller Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung. Ganz ohne Asylanten. Das waren die faschingsgelaunten, einheimischen Scherzkipferln. Mann soll halt sein Scherzkipferl nicht auch noch ins Bier tunken, gell! Weil ein biergetränktes Scherzkipferl ist echt nicht das Wahre, gell!

Es scherzt so scherzig das Scherzkipferl, kann frau da nur murmeln. Und ich habe immer geglaubt, nur die Witze in der Villacher Faschingssitzung oder bei diversen rheinländischen Karnevalsversammlungen sind öde. Nein, noch öder sind die Witze unserer regierungsuntauglichen Politik-Scherzkipferln.
Da lob ich mir mein unscherziges Croissant. Durchschneiden, gute Almbutter aufstreichen. Das bringts. Die Scherzkipferln können mir dagegen gestohlen bleiben. Liebe Diebe, ans Handwerk mit Elan!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Und noch ein Scherzkipferl

Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Ich pflege meine Gmundner Schadenfreude. Wie Frau Enzmann (FP) und Herr Kassmannhuber (BIG), beide erklärte Regiotram-Gegner, bei der Präsentation der Baustellenplanung mit großem Eifer die nächsten Arbeitsschritte erklärten, zeigt, wie geil es ist, an der Macht zu sein.
Besonders lachen musste ich, als Herr Kassmannhuber meinte, ein bisserl eine Bürgerbeteiligung würde man schon anstreben, man würde halt ein paar ausgewählte Leute befragen, was sie so denken.
Und die armen Grünen, die auch so für die Regio-Tram waren, die durften gar nicht dabei sein. Ja, den letzten beißen die Hunde!


 

 

 

Scherzkipferln, die Vierte

3. Februar 2016 - Leave a Response

Achtung: enthält nicht jugendfreie Karikatur!
Politisch unkorrekt und sittlich fragwürdig!
Halten Sie Ihre Kleinsten fern!

Heute:
Babsy Blitzschnells Kipferl-Backstube

Liebe Leserleins!

Noch liegt genug Scherzkipferl-Teig in Babsy’s Backstube. Ein Fasching, wie er sein soll, wenn schon der Winter voll zum Vergessen ist. Ist zwar Schnee angesagt für die nächsten Tage, aber auch gleich das dazu gehörige Tauwetter. Obwohl der Fasching, über den wir hier berichten, ja nix ist, was sich die Bürgerleins wirklich wünschen, gell!

Beginnen wir in den heimischen Gefielden, dort, wo wir unsere Pappenheimer gut kennen. Die FP setzt ihr Programm der Frauenreduktion in der Politik konsequent fort. Und die ÖVP ist konsequent mit dabei. Aber zum Glück ist das keine Koalition, sondern nur eine Zusammenarbeit.

Jetzt wird also auf Wunsch der FP eine Frau aus dem ORF entfernt, eine Stiftungsrätin der ÖVP, die als zu unabhängig gilt. Was immer “unabhängig” im ORF bedeuten mag. Natürlich ist es fragwürdig, wie die Parteien mit den ORF-Gremien herum schachern. Aber dass jetzt ausgerechnet eine Frau auf der Strecke bleibt, ist schon fast paradigmatisch.Offen ist noch, ob die FP einen FP-Mann in den ORF reklamiert, oder ob es ein ÖVPler mit grosser Zuneigung zur F wird. Davon soll es ja vor allem in OÖ-Industriekreisen einige geben. Die denken halt nicht einmal bis zur nächsten Quartalsbilanz, wenn man an die wirtschaftlichen Erfolge diverser FP-Leute in Regierungsfunktion denkt. Wir vermuten, bei dem neuen Mann für den ORF wird es sich auf jeden Fall um einen Rechtsträger (der Pimmel, die Frage des Schneiders, Sie wissen schon, liebe Leserleins) handeln.
Man sollte im Landeswappen endlich einen Schniedelwutz integrieren. Weil Integration ist ja das Schlagwort der Stunde, gell.

wappen_ooe Das neue OÖ-Landeswappen – jetzt noch männlicher!

Gut zum Höhepunkt des Faschings passt es auch, dass jetzt über die Einführung einer Bankomatgebühr spekuliert wird. Weil die Banken klamm sind, soll den Bürgerleins wieder einmal eine zusätzliche Gebühr abgeknöpfelt werden. Für die Bankomatkarte blecht man ohnehin schon. In Zukunft wohl auch für jede Abhebung.

Zuerst werden die Menschen gezwungen, sich Bankkonten zu zu legen, dann wird an der Gebührenschraube gedreht. Das ist jedenfalls ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Bargeldes. Es wird immer schwerer gemacht, an Bares heran zu kommen. Man will nicht, dass die Bürgerleins zu viel Scheinchen und Münzen zu Hause horten. Nicht, um sie vor Verlusten durch Einbrecher zu schützen. Nein, im Gegenteil. Man will sie möglichst schutzlos eventuellen Raubzügen des Staates aussetzen. Ich sage nur: Griechenland. Wenn der Staat Bankguthaben entwerten will, geht das schwer, wenn die Leutln ihr Geld zu Hause haben. Was bei den derzeitigen Zinsen nicht unbedingt blöd ist. Gar wenn man demnächst, wie jetzt in Japan, für Bankguthaben auch noch zahlen muss. Je weniger Bargeld, umso leichter kann der Staat uns abrasieren. Und zwar unsanft, ohne Rasiercreme. Mehr die Härchen ausreissen als die sanfte Genussrasur. Obwohl ich mich da gesichtsbartmässig nicht so wirklich auskenne, gell.

Offenbar ist man in Wien der Ansicht, die Bürgerleins hätten in diesem Fasching schon genug gelacht. Darum hat man dort jetzt bekannt gegeben, dass im Vorjahr allein an Parkgebühren und Strafen für fehlende Parkpickerln die Kleinigkeit von 173 Millionen Eurönlein abkassiert wurde. Und rund 24 Millionen aus Strafen für Verkehrsübertretungen. Aber man tröstet uns: die 24 Mille fliessen zweckgebunden ins Sozialbudget für Sozialmassnahmen. Also, liebe Leute, wenn Ihr in Wien ordentlich aufs Gas steigt – Ihr macht es nicht für Euch selbst, Ihr macht es für einen sozialen Zweck! Also: Sozial sein – Gas geben! Falschparken für die Obdachlosen! Bei Rot über die Kreuzung – für den sozialen Fortschritt! Man kann das beliebig weiter ausbauen, gell! Ab dem zehnten Strafmandat gibts ein Autopickerl: “Sozial-Fighter”.

Heute habe ich eine Faschings-Email von der Glawischnig bekommen. Das ist die Parteichefin der Grünen, deren Vorgänger war der parteiunabhängige Parteichef Van der Bellen. Für den sie jetzt wirbt, weil er eben parteiunabhängig und überparteilich sei. Na denn! Im Fasching wird man ja gern mal auf die Schaufel genommen. Rein überparteilich klarerweise.

Es gibt echt Schlimmeres als den Opernball. Den Dresnder Semper-Opern-Ball. Leute, ich habe die Übertragung auf rbb gesehen. Das war echt tröge. Die DDR lebt. Die dortigen Präsentatoren des rbb sind genauso bescheuert unterwegs wie unsere und reden den gleichen Stuss. Der Unterschied? Unsere Opernballpräsentatörchen quasseln dümmlich und locker. Die vom rbb dümmlich und unlocker. Peinlich sind sie allesamt. Ich habe schon den Schampus eingekühlt für die ORF-Übertragung. Obwohl ein Schlumpi wäre dem Niveau der Ballgäste und der Übertragung besser angepasst. Aber ich gönn mir das halt. Hoffentlich bin ich blunzenfett noch bevor der Lugner auftritt. Weil den drückt Ihre Babsy echt nicht durch. Wäre nicht auszudenken, wenn der die nächsten sechs Neujahresansprachen halten würde, während das Spatzi sein Spatzi … ja, das hatten wir schon, und ich kenn mich mit all den Lugnerschen Spatzis echt noch immer nicht aus, gell!

Baby Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Hier noch ein Link auf einen amüsanten Kommentar unseres oftmaligen Gastkommentators Michael Amon in der heutigen PRESSE:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4917469/Ein-Lagerwahlkampf-aber-nur-unter-Burgerlichen


 

Scherzkipferln, die Dritte

2. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell über die Kipferlkultur

Liebe Leserleins!

Wer hätte gedacht, dass es hier zu lande soviele Scherzkipferln gibt, dass der Blog sich mehrere Tage mit ihnen beschäftigen kann. Also ohne schuldhaftes Zögern ran ans Gebäck!

Die ÖVP hat einen ganz Korb voll mit Scherzkipferln, auch wenn sie inzwischen nur noch kleine Brötchen bäckt.
Da sind einmal die beiden Landesräte Strugl und Stelzer. Kipferln im Doppelback, äh, Doppelpack. Stelzer ist ja schon als LH auserkoren. Aber hat Strugl schon aufgegeben? Natürlich nicht. Nur sagt das klaro keiner von beiden deutlich. Wie es unter Parteifreunden üblich ist, richtet man sich die Dinge indirekt aus, was den spröden Scharm der Intrige versprüht. Das geht unter den bis zur Schwärzung gebackenen Scherzkipferln so: der Strugl erklärt, dass er nur dann am Weitermachen interessiert ist, wenn er unter einem LH Stelzer das Finanzressort bekommt. Das nennt mann in Wahrheit wie? Die Machtfrage stellen! Der Stelzer, auch nicht schlecht, antwortet seinem Parteifreund auf diese Kampfansage ebenso indirekt: die Praxis habe gezeigt, dass es gut sei, wenn der LH auch das Finanzressort inne habe. Was im Hinblick auf Strugls Aussage nur eines bedeutet: Strugl möge sich schleichen. Wenn Stelzer eine solche Interpretation dann in der Krone mit den Worten “Ihre Geschäft ist die Zuspitzung, meines die Zusammenführung” beantwortet, dann ist eh alles klar. Der Stelzer spricht von der Zusammenführung des LH und des Finanzressorts in seinen Händen. Liebe Leute, eines ist klar: eine richtig gute Parteifreundschaft überleben nur die Härtesten.

Aber das Oberscherzkipferl ist, wie es sich rangordnungsgemäss gehört, noch immer LH Pühringer. Der hat die Stirn, zu behaupten, man könne sich darauf verlassen, dass “ich meine Weltanschauung nicht beim Landhaus-Portier abgeben werde”. Das wirft angesichts der Massnahmen der schwarz-blauen Koalition zwei Fragen auf. Erstens: vielleicht stimmt es, er”werde nichts mehr abgeben” (Zukunft!), weil die Portierloge schon überquillt von dem, was er bereits abgegeben hat (Vergangenheit!). Oder zweitens: er hat einen besseren Ort gefunden, wo er seine Grundsätze vorübergehend einlagern kann, bis er, aus Amt und Würden entschwunden, selbige wieder hervorkramt, weil sie dann einer machterhaltenden schwarz-blauen Koalition nicht mehr im Wege stehen. Grundsätze sind ja nur in dem Mass brauchbar, in dem sie den Macherhalt sichern. Ein Kipferl, wer da Scherzhaftes denkt, gell!

Keine Angst, wir sind mit der ÖVP noch nicht fertig. Denn demokratiepolitisch betrachtet, ist der OÖ-WKO-Präsident Trauner ungefähr so geradlinig wie ein halbmondförmig gekrümmtes Kipferl. Er hat also einen sicheren Platz im Körberl und kundgetan, er habe mit der Doris Hummer, der abgesägten VP-Landesrätin, gesprochen und ihr klar gemacht, dass sie natürlich seine Nachfolgerin wird: “Wir haben das so beschlossen” und damit basta. Mit “wir” meinte er den Wirtschaftsbund. Weder dort noch in der WKO wurden die Mitglieder auch nur im Ansatz befragt. Dass haben die vorwiegend HERRschaften unter sich so ausgemacht und beschlossen. Mitglieder fragen, das ist halt echt feig, gell. Es gilt nicht nur “It’s a long way to tipperary”, sondern auch “es ist noch ein weiter Weg zur Demokratie”.

Zu Pühringer fällt mir gleich noch was Scherzkipferliges ein. Der ist für die Absenkung der Mindestsicherung für Asylansucher, und das mit einem wahrhaft schlagenden Argument: Der Abstand zwischen jenen, die vierzig Wochenstunden arbeiten und jenen, die von Transferleistungen leben, sei zu gering geworden. Wie recht er doch hat! Aber anstatt sich politisch darum zu kümmern, dass jene Bedingungen beseitigt werden, die zur totalen Stagnation und realem Sinken der Masseneinkommen geführt haben (Osterweiterung etwa und der Globalisierungs-Schmäh), ist er dafür, dass man ganz unten noch mehr absenkt. Also anstatt der nötigen Anhebung des Einkommensniveaus der Schlechtverdiener, weitere finanzielle Absenkung der untersten Einkommensschichten. So sieht heute also christlich-soziale Politik aus. Wenig spassig, was Scherzkipferl Pühringer da von sich gibt.

Auch die Scherzkipferln in ultramarinblau treiben weiterhin ihre schlechten Spässe. Ich seh ja ein, es gibt fast nichts Wichtigeres als die Ampelmännchen, -frauchen, -pärchen und vielleicht auch noch die Ampeltierchens, weshalb man sich vorrangig um selbige kümmern muss. Nachdem die Roten (auch die sollten andere Sorgen haben) in Linz wieder die Ampelpärchen montieren lassen, protestiert die FP heftig dagegen: es gäbe gar keine gesetzliche Basis für diese Massnahme. Auch in Wien sei diese Frage zu stellen. Liebe Leute, das liebe ich so am Ganzjahres-Fasching in Österreich. Jetzt bekommen wir noch eine Verfassungskrise in Sachen Ampelsymbole. Da wird der neue HBP gleich ordentlich gefordert sein als Gewissen der Nation. Aber das muss man in Kauf nehmen, gell, wenns ums echt Eingemachte geht. Weil die Ampeln sind eine der wahren Lebensfragen Österreichs. Glücklich ein Land, in dem Politiker sich ums Wesentliche kümmern.

Wenn es so wirklich ans Scherzkipferln geht, ja, liebe Leute, da kann die SPÖ nichts abseits stehen. Dass Mitgliedern nicht zu trauen ist, hat sie mit der ÖVP-WKO gemein. Also geht es nach dem faschings-sitzungs-reifen Parteitag der OÖ-Genossen lustig ins vermeintliche Faschingsfinale.
Der Peter Koits, abgewählter Bürgermeister von Wels, ist es trotzdem geblieben. Bürgermeister nämlich! Der Mann hat ja schon in den vorangegangenen sechs Jahren verabsäumt, rechtzeitig das Feld für einen Nachfolger zu räumen, und so den Weg frei gemacht für einen Erdrutschsieg der FPÖ. Aber der Mann ist hart im Nehmen und fühlt sich noch immer als Bürgermeister, oder er glaubt, ein solcher Amtstitel sei fürs Leben, könnte vielleicht auch auf die Enkerln vererbt werden. Woraus wir das schliessen? Der Koits ist, ein Amterl muss sein, noch immer Bezirksstellen-Leiter des Roten Kreuzes. Und als solcher schreibt er natürlich Briefe an die RK-Mitglieder. Und damit die wissen, mit wem sie es zu tun haben, unterzeichnet er die Schreiben mit “Bgm. Dr. Peter Koits”. Ja, in Österreich ist es nix mit Teflon, was die Titel betrifft. Die bleiben am freudig erregten Amtsträger haften wie UHU.

Noch besser ist nur die Bundes-SPÖ unterwegs, womit wir zur oben angesprochenen Angst vor den Mitgliedern kommen. Die machen doch echt eine Mitgliederbefragung zu Asylproblemen. Die soll aber, Holzauge sei wachsam, vor der Öffentlichkeit “geheim” bleiben, was bei 200.000 Mitgliedern keine wirklich leichte Aufgabenstellung ist, gell. Aber bitte, jeder, wie er kann. Immerhin ist es gelungen, diese Umfrage vor einem Grossteil der Mitglieder geheim zu halten – die haben nämlich nicht erfahren, dass man sie befragen will. (Zwischenfrage: will die SP wirklich wissen, was die Mitglieder so denken???) Also, inzwischen haben die Mitglieder es natürlich schon erfahren. Weil es die Krone rausposaunt hat. Künstlerpech, liebe Leute! Ausserdem hat die SP auch noch erklärt, man habe nicht vor, die Ergebnisse der Öffentlichkeit kund zu tun, sondern nur jenen, die daran teilgenommen haben. Na, das kann man verstehen. Die SP muss sparen in den Zeiten grosser Stimm- und damit Fördergeldverluste. Die zwei Befragten kann man ja locker vom Portier der Löwelstrasse anrufen lassen, gell!
Der Kommunikations-Chef Euler-Rolle muss ziemlich von der Rolle gewesen sein, als er erklärte, man wolle ja nur “Abklopfen”, wo die Meinungsdifferenzen liegen. Die Art der Befragung spricht dafür, dass man eher die Mitglieder abklopft. Wenn der Euler-Rolle kommuniziert, dann bleibt kein Auge trocken. So solls ja auch sein mitten im Fasching, gell! Sonst wars ka Hetz.

In den USA hat bei den Vorwahlen ein Scherzkipferl ein anderes besiegt. Der Cruz den Trump. Der Cruz bekam die Stimmen der Tea-Party-Leute und der Evangelikalen. Der Trump den Rest der bescheuerten Horden. Sagen wir so: die Pest hat vor der Cholera gesiegt. Sollte einer der beiden tatsächlich US-Präsident werden, dann werden wir weltweit ein Kipferl hingeknallt bekommen, an dem wir schwer zu knabbern haben werden.
Das Handelsblatt kommentiert heute morgens wie folgt:
“Der Senator aus Texas, Ted Cruz, lag mit 27,7 Prozent vor Donald Trump mit 24,3 Prozent. Damit hat sich ein Rechtspopulist durchgesetzt, der Donald Trump an Radikalität noch übertrifft. Als Vorschlag zur Befriedung des Nahen Ostens hatte Cruz den Einsatz eines Bombenteppichs empfohlen, um den militanten Islamismus gleichsam im Bombenhagel auszurotten: ‘Wir sollten herausfinden, ob Sand in der Dunkelheit glühen kann.’ Die Republikaner haben damit bewiesen, dass auch Wahnsinn ein noch steigerbares Wahlkampfkonzept sein kann – Wahnsinn 2.0.”

So, liebe Leute, nicht dass keine Kipferln mehr im Körberl wären, aber für heute muss Schluss sein. Denn die gesundheitlichen Folgen einer Überdosis an Scherzkipferln sind noch nicht erforscht. Ihre Babsy fürchtet aber, diese Folgen könnten die Volksgesundheit schwer beeinträchtigen. Die Gesundheit des Staatshaushaltes sowieso. Aber die es eh schon im Arsch, oh, entschuldigen Sie den Ausdruck. Aber im Fasching ist fast alles erlaubt. Unsere Politik zeigt es ja rund ums Jahr, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Scherzkipferln, die Zweite

1. Februar 2016 - Leave a Response

Heute:
Babsy Blitzschnell scherzt weiter

Liebe Leserleins!

Hoffe, alle Leserleins haben sich von der gestrigen Kandidaten-Präsentation erholt. Der absolute Liebling unserer Leserleins war das Werbe-Video für Khol/Der böse schwarze Wolf. Ja, da spross das Mitleid mit den armen Wählerlein-Schweinchens.

Heute werden wir auch (aber nicht nur) international. Weil Scherzkipferln gibts überall auf der Welt. Wobei wir schon sagen müssen: unsere gestrige Kanidaten-Show hat gezeigt, dass wir uns vor den Amis nicht verstecken müssen. Was die kandidatenmässig zsammbringen, schaffen wir noch allerweil, gell! Mit Pauken und Trumpeten halten wir locker mit!

Tief erschüttert hat Ihre Babsy jetzt zur Kenntnis nehmen müssen, was der wahre Grund für den Abgang von Frau Desirée “Ich bin nicht affektiert” Treichl-Stürgkh als Opernballorganisatorin war. Schluchz. Wo ist mein Feh? Ich kanns kaum in die Tastatur klopfen, was da wirklich geschah. Die Stimmung zwischen der Oberdöblingerin und dem Staatsoperndirektor war schon länger “eisig”, so vernimmt man jetzt. Ja, das sollte im Winter keine Überraschung sein, gell. OK, der Klimawandel. Der Herr Dir. Meyer habe ihre Arbeit weitgehend ignoriert, ja, horribile dictu, “der wusste nicht einmal, wo mein Büro ist”. Ja, der Mann hat nicht nur fest intrigiert, sondern war auch noch ortsunkundig. Unglaublich. Der Rest war, laut Boulevard-Presse, “gezieltes Mobbing”. Schluchz.

Ja, so gehts einem, wenn man sich um die wichtigste karitative Veranstaltung des Jahres kümmert, um den Opernball. Was an dem karitativ ist? Na alles! Wo würden die einsamen, vom faulen und daher mittellosen Volk gemobbten Geldsäcke und Politschabraken denn ihre Orden auslüften gehen, wenns das Operngeballere nicht gäbe? Na eben! Nach neun Jahren tröstet sich die arme Frau: “Ich möchte auch einmal zu was Gscheitem gefragt werden, nicht immer nur zu Blumen und Kleidern.” Tja, einen Versuch wärs ja wert, gell, die Desi mal was Gscheites zu fragen. Etwa: “Warum war es Ihnen dieses herabgekommene und ungscheite Spektakel dann wert, neun Jahre Ihres Lebens damit zu vergeuden?” Wir warten gespannt auf eine gscheite Antwort. Vielleicht mal in normalem Deutsch, denn nicht einmal im Burgtheater deklamieren sie ihre Sprüche heute noch mit leichter Nasalierung im Maria-Theresia-Deutsch, gell!

Irgend wie ist es auch sehr gspassig, was uns die Scherzkipferln der Firma FACC zu den verschwundenen 5o Millionen Euro so erzählen. Zuerst war es ein Hacker-Angriff, dann der Fehler einiger Mitarbeiter. Dann waren es wieder böse Hacker, die sich das Vertrauen der Angestellten erschlichen haben. Jetzt ist von einer einzigen (!) Mitarbeiterin die Rede, die angeblich auf fingierte Mails hereinfiel. Wir vermuten eines von dieser Art: “Bin ich Prinzesin Watubu-Watabu. Welches Tochter ist von groses Heuptlink Hapihapi. Der was gewesen viel Geld haben von Endwiglungshilfe. Geld jetzt bei Bank-Austria 100 Millionen. Du mir überweisen 50 Millionen, ich dann überweisen hunterd Millionen. Das was gudes Gescheft fir dich. Du machen gescheft mid mir, biddscheen. Du fragen meine Kondonumer. Wir alle paleti! Watubu-Watabu, Prinzin von Gieranda-Gierschlundu.”
Auf sowas kann man schon mal reinfallen, gell! Und man fragt sich: darf dort eine Person ganz allein fünfzig Millionen Eurönchen über den Tisch des Hauses schieben? Und niemandem im Vorstand fällt auf, dass ein paar lächerliche Euros in der Kassa fehlen? Wow, ich bewirb mich dort gleich mal. Vielleicht sind noch ein paar Kröten über, die ich für einen guten Zweck überweisen kann. Denn wenn Ihre Babsy kein guter Zweck ist, dann weiss ich nicht, was ein guter Zweck ist, gell! Trotzdem werd ich das Gefühl nicht los, dass die Scherzkiperln vom FACC-Vorstand sich in ihrem Mitteilungsdrang hart am Rande der Wahrheit bewegen, ohne selbige wirklich zu erreichen.

Die Caymann-Inseln sind nicht nur ein Steuerparadies. Die haben auch Korallenriffe. Die sind jetzt um 1.300 m2 kleiner geworden. Die Kleinjacht des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen hat ein bisserl das Riff rasiert. Jetzt soll er 550.000 Euronen Strafe zahlen. Das wird den armen Mann echt hart treffen. Wo war nur schnell mal die Portokassa? Der Mann straft die Annahme von Adam Smith, dem ersten Neoliberalen, Lügen. Der meinte nämlich, die Reichen wären ungemein vernünftig und würden das viele Geld, das sie ohnehin nicht brauchen und verbrauchen können, den Armen geben. Und so würde – haha, die wundersame und bis heute unsichtbare Hand des Marktes – auf wunderbare Weise dafür sorgen, dass die Ungerechtigkeiten sich wieder ausgleichen würden. Der Paul Allen ist der Pudding, dessen Verspeisen die Prüfung ist.

Dieser Mann hat nämlich gleich zwei kleine fast 100-Meter-Jachten. Die zweite erstand er, als ein anderer reicher Blödian eine Jacht bauen liess, die grösser war als die erste von Allen. Dumm gelaufen, denn irgend ein Scheich hat dann nach Allens zweiter Jacht noch mal ein paar Meter in der Länge draufgelegt. Ja, darum gehts auch bei den Reichen, also den wirklich Superreichen: wer hat den längeren … Atem. Der Allen hat ja auf seinem Schinakel auch ein U-Boot, Hubschrauber-Landeplatz und zwei Hubschräuberchen. Und ein paar Dutzend Besatzungsmitglieder. Den mausearmen Mann werden die 550 Tausender echt hart treffen. Direkt ins Mark. Da heissts, ein paar Tage am Schampus und am Kaviar sparen, gell. Entbehrungsreiche Tage, und das vor dem Höhepunkt des Faschings. Ach ja, die menschliche Vernunft, von der Herr Smith träumte, ist ein Scherzkipferl, mehr nicht!

Unter die Rubrik “Scherzkipferl-Schmäh” fällt auch jene Vernunft, von der gestern die unbeschreibliche Mikl-Leitner geschwallt hat: “Es gibt einen Dominoeffekt der Vernunft.” Eine grosse Filosofin ist da verloren gegangen, liebe Leute. Auch wenn die Mikl-Leitner nichts von “Vernunft” kapiert hat. Denn Vernunft ist eine geistige Anstrengung, eine bewusst angestrebte Form des Handelns. Dominosteine fallen einfach um, ohne darüber nach zu denken, ohne zu wissen, warum sie fallen. Also wo ein Dominoeffekt auftritt, hat die Vernunft ausgedient, gell, Frau Ministerin für Küchenfilosofie. Daher gibts in diesem Fasching das “Altbackene Scherzkipferl mit ranziger Butter” für die zu immer neuen Tiefpunkten aufbrechende Innenministerin und ihre Dominovernunft. Möge Kant nicht im Grab rotieren! Könnte man die Dame vielleicht zur Präsidentin von Sehr-weit-weg machen?

Nicht nur Fasching ist das ganze Jahr, liebe Leute, sondern auch die politischen Schirchperchten verbreiten rund ums Jahr und ohne Unterlass Angst und Schrecken unter uns kleinen Bürgerleins.

Jetzt noch eine gute Nachricht: der Grellinger hat seinen Betriebsurlaub beendet! Ganz ohne Scherz! Rechtzeitig zum Faschingshöhepunkt bekommt Ihre Babsy wieder ihre geliebten Indianerkrapfen (die wohl bald “Nordamerikanische Ureinwohner-Krapfen” heissen werden müssen). Ob der Grellinger auch Scherzkipferln bäckt? Ist mir noch nicht aufgefallen. Da gibts wohl kein Rezept, Scherzkipferln sind eine Naturgewalt wie Tsunamis, Blizzards oder Erdbeben. Sowas kannst nicht backen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

 

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