Archive for April 2016

Crazy
30. April 2016

Wegen eines technischen Problems ging der Blog erst abends online!
Wir ersuchen um Nachsicht.

Heute:
Bruno Beinhart über Spielarten der Crazyness
GK von Kasper mit roter Zipfelmütze über Plakate

Liebe Leserschaft!

Manchmal liest man die Krone. Und wundert sich. Nämlich dass man dort zu einem klaren Urteil über rechtsradikalen Unsinn kommt. So gestern. Steht da doch zu lesen: „… komplett wirre Ansätze …“. Denke ich mir: endlich mal klare Worte zu dem geistig dürftigen „Österreich zuerst“ in einer Welt, wo jeder von jedem abhängig ist. Wir atmen ja alle die selbe Luft. Hocken auf dem selben kleinen Planeten am Rande der Milchstrasse. Dann schaue ich genau. Nein. Nicht der dummdreist-völkische Wahlslogan von Herrn Hofer ist mit dieser Kritik gemeint. Gemeint ist der dummdreist-völkische Wahlslogan von Herrn Trump. Der da lautet: „Amerika zuerst.“ Aber vielleicht fällt es jemandem bei der Krone doch noch auf. Was in Amerika bescheuert ist, ist auch bei uns bescheuert. Oder um es mit der Krone zu sagen: „komplett wirr“.

Überhaupt schwächelt Hofer jetzt beim freundlich-harmlos Dreinschauen. Er hat es zwar beim ersten „neuen“ Aufeinandertreffen mit Van der Bellen im ORF diese Woche noch einmal hinbekommen. Rein optisch. Inhaltlich war es zum Gruseln. Autoritäres Staatsverständnis gepaart mit völkischem Denken. Der Versuch, dem Wolf eine Schafsfrisur zu verpassen, wird immer schwieriger. Der Mann ist kein Wolf im Schafspelz. Der ist einfach nur ein Wolf, den man geschoren hat. Wenn man aber den Wolf schert, ist er immer noch ein Wolf.

Niemand muss sich vor Hofer fürchten. Sagt Hofer. Stimmt. Wenn man kein Moslem ist. Kein Ausländer. Kein Andersdenkender. Keine Regierung, die ihm nicht folgt. Hofer predigt seine Form von Feindesliebe. Nächstenliebe für den Allernächsten. Aber nicht für den Übernächsten. Hinter dem Gesicht des Biedermanns versteckt sich ein rückwärtsgewandter Spiesser. Mit einer Ideologie, die schon ein paar Monate nach der 1848er-Revolution reaktionär war. Sich flott den Reaktionären zuwandte. Die bürgerliche Revolution an die autoritären Monarchien verraten hat. Seit damals aus dem reaktionären Eck nicht mehr heraus gekommen ist.

Die kognitive Kompetenz der FPÖ liegt auf dem Niveau grosser Teile ihrer Wählerschaft. Jetzt hat man erkannt, worum es Van der Bellen wirklich geht. Er habe einen „linken Kampfauftrag“. Da würde man von den wackeren Recken gern erfahren, worin dieser linke Kampfauftrag von VdB eigentlich besteht. Also, raus mit der Sprache! Sonst bleibt der Schmähtandelei-Verdacht. Alte Taktik der FP: Umkehr der Tatsachen. Wenn hier wer Kreide futtert und seine unfreundlichen Inhalte freundlich verpackt, dann ist es Hofer. Ein harter Rechter spielt den Kuschelbär. Aber so ganz nebenbei rutschen ihm die harten Sager raus. Während VdB ein grün angehauchter Bürgerlicher ist.

Die FP spielt wieder einmal das, was Karl Kraus schon lange vor Gründung der FPÖ als „verfolgende Unschuld, die einen Überschuss an Wehrhaftigkeit und ein Defizit an Wahrhaftigkeit aufweist“ charakterisiert hat (Die Fackel, Nr. 484/1918, Seite 13f). „Von allen Formen der Blödmacherei … dürfte hier die wirkungsvollste erfasst sein“, heisst es bei Kraus weiter. Er wusste nicht, wie recht er auch fast hundert Jahre später noch haben würde.

Die FP und Hofer haben noch immer nicht erklärt, wie sie Österreich aus der EU heraus führen wollen, ohne dass Österreich dabei Schaden nimmt. Auch wenn sie es nicht zugeben. In Wahrheit wollen sie die EU nicht reformieren. Sie wollen sie zerstören. Das eint die FP mit anderen rechtsradikalen Parteien in Europa. Vom Front National über die Dänenpartei bis hin zur AfD. Die Kritik an der EU ist über weite Strecken berechtigt. Nur sind wird jetzt extrem eng verflochten. Ein Zerfallen der EU würde katastrophale Wirkungen haben. Es ist wie auf der Streif beim Abfahrtsrennen. Wer versucht, in der Mausefalle in voller Fahrt die Ski zu wechseln, den wirds zerbröseln.

Es geht nicht darum, die FP und ihre Wählerschaft ins rechtsradikale Eck zu treiben. Sie ist mit vielen Positionen dort angesiedelt. Wenn man die im Kern völkischen Konzepte betrachtet. Egal wie man es dreht und wendet. Diese Art des Denkens kann unsere Probleme nicht lösen. Heute weniger denn je.

Hofer als „Stimme der Vernunft“? Habe ich im Filosofie-Unterricht was versäumt? Oder was missverstanden? Wenn ich Altvater Kant richtig verstanden habe: Vernunft ist die oberste Instanz der Erkenntnisfähigkeit und kontrolliert den Verstand. Der seinerseits der Wahrnehmung Struktur verleiht. Die Vernunft setzt dem Verstand Grenzen. Erkennt seine Beschränkungen. Vernunft ist das zentrale Werkzeug der geistigen Reflexion. Durch letzteres ist die FPÖ bisher nicht auffällig geworden. Geistige Reflexion ist nicht erkennbar. Nur das Setzen auf dumpfe Gefühle und deren Verstärkung. FPÖ/Hofer und Vernunft? Nein, das reimt sich nicht.

Jetzt hat die famose FP-VP-Koalition wieder etwas beschlossen. Die Koalition, die angeblich keine ist. Auch in Kindergärten ist jetzt die Brauchtumspflege Pflicht. Das finden wir total ok. Da lernen die kleinen Muselmanen, dass man hierzulande eine Krachlederne trägt und nicht orientalische Pluderhosen. Oder Goldhauben statt Schleier. Das sind die einfachen Übungen. Schwieriger wird es bei den Maibäumen. Einerseits lernen die muslimischen Kleinen, dass man „kan Bam aufstöllt“. Maibäume aber schon. Und jetzt noch ein bisserl diffiziler. Maibaumstehlen isses gutes Sache. Aber beim Billa fladern, das isses nicht gutes Sache. Prügeln tut sich schlecht sein tun. Aber als Schirchpercht prügeln tun, das tut Brauchtum sein tun. Kapischo? Raufen im Schulhof oder in der Sandkiste isses pfuigacki. Aber eine innviertler Bierzeltgaudi isses keine Gaudi ohne Rauferei. Österreichisches Brauchtum isses schwieriges Brauchtum.

Hoffen wir, dass die lieben kleinen Muselmänner alles richtig kapieren. Bei der Brauchtumspflege. Weil die unsrigen Burschen können das auch nicht immer ganz klar auseinander halten. Aber vielleicht liegts am Kindergarten. In dem das bisher nicht unterrichtet worden ist.

Inzwischen gibt es die erste Umfrage für den zweiten Wahlgang der HBP-Wahl. Da sieht es gar nicht nach einem fulminanten Sieg des FP-Kandidaten Hofer aus. Es steht 50:50 mit klaren Vorteilen für Van der Bellen.
Im Detail.
In den Rohdaten liegt Hofer bei 43 %, VdB bei 42 %.
Angeblich sind nur 15 % unentschlossen. Allerdings hat Hofer wenig Ausstrahlung auf die Wähler anderer Parteien als der FP: 16 % der SP-Wähler, 22 % VP-Wähler, 30 % Griss-Wähler.
VdB: 77 % der SP-Wähler, 62 % VP-Wähler, 65 % Griss-Wähler.
Bei den Nichtwählern liegt Hofer bei 32 %, VdB bei 18 %. Allerdings ist es sehr unsicher, ob die Nichtwähler wirklich wählen gehen. Das grundsätzliche Mobilisierungspotential scheint aber bei VdB deutlich höher zu sein.Die grosse Frage ist aber: liegen die Meinungsforscher diesmal richtig? Stimmt die Bekennerrate? Oder ist Hofer wieder zu schlecht ausgewiesen und VdB zu gut?

Noch etwas zu unserem Selbstverständnis. Wir versuchen objektiv zu berichten. Dazu gehört aber auch die korrekte Einstufung der Inhalte der Kandidaten. Wer das ernst nimmt, kann nicht darüber hinweg sehen, welche Inhalte Hofer vertritt. Die sind weit rechts bis rechtsradikal. Das ist nun einmal so. Es geht nicht darum, ob der Kandidat freundlich oder unfreundlich ist. Es geht um ein politisches Amt. Da gehören alle Karten auf den Tisch. Da gehören zutreffende Kategorien dazu. Zutreffende Bewertungen. Wichtiger Hinweis: Rechtsradikal ist nicht ident mit nationalsozialistisch. Auch wenn es Überschneidungen gibt.
Wir legen Wert auf diese Deutlichkeit. Die Wählerschaft soll wissen, was sie wählt. Damit hinterher niemand sagen kann, er/sie hätte nichts gewusst. Denn das hatten wir schon einmal. Mit der Erklärung dieses angeblichen Nichtwissens hatte schon Frau Griss so ihre Probleme bei ihren Statements zu historischen Ereignissen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Die FPÖ protestiert scharf dagegen, dass man dem Bösen Wolf ausgerechnet eine blaue Bekleidung verpasst hat. Sie sieht darin eine versuchte ausländische Einmischung in den österreichischen Wahlkampf. Immerhin stammt die Comic-Figur aus einem US-amerikanischen Verlag, auf den einflussreiche Kreise der Ostküste einwirken.

boeser_wolf
Einflussnahme auf den Wahlkampf?


Plakate

Gastkommentar von Kasper mit roter Zipfelmütze

Tra Tra Tralal der Kasperl mit der roten Zimpfelmütze ist da.
Der Kandidat Hundsdorfer Tra Hurra hat bereits Plakate für die Stichwahl drucken lassen. Die Wähler diese Bösewichte sind verantwortlich, dass die Plakate jetzt nichts mehr wert sind. Könnte diesen eine Schadensklage drohen ? ? Das wäre die Krönung der Sozi-Politik???
Laut Österreich ist der Inforamant Käntnens +PEZI (Petzner) von einer SPÖ Funktionärin wurde dies laut Österreich bestätigt.
Sowie in Gmunden Stadt nur nicht mit dem Wähler reden, verstecken, beleidigt sein auf die bösen Wähler. Nur mit den letzten Gutmenschen ein Festerl feiern. Ganz unter sich das ist die Zukunft.
Da gewinnt man Wahlen.
Warum fragen sie nicht die Genossin Herr, Die ist die Einzige die die Partei noch auf Fordermann bringen kann.
Überall die Sesselkleber,Postenschacher, Kassierer. Aussitzen heißt die Devise für kurze Zeit.
Dann wird alles grün/blau die Koalition der Bürgerinnnen und Bürger!!!
Dies wäre der Bürgerwunsch, die Parteien sollten nachdenken Bürgernah zu sein.

Da Kasperl mit der roten Zipfelmütz schließt die Sitzung weil keiner gekommen ist. HA HA Tra La LA


 

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Nichts gelernt
29. April 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Lernleistung
EK von Wilhelm Krausshar über Ideen
Meteorologischer Briefwechsel mit dem ORF

Liebe Leserschaft!

Wir sind einiges gewohnt. Von unserer Politik. Sogar ziemlich viel gewohnt. Aber was sich Noch-Bundeskanzler Faymann gestern geleistet hat! Das war echt arg. Gemeinsam mit dem grimmig dreinblickenden Häupl präsentierte er sich den Fernsehzusehern. Faymann voll lachend. Am Lachen erkennt man den Narren. Dann sprach Faymann was von Tennisclubs, in denen über Tennis gestritten wird. Und in Parteien über Politik. Ganz normal alles. Der Mann versteht es nicht. Kann er nicht verstehen? Oder will er nicht? Ist Faymann diesem Amt gewachsen? Intellektuell? Und moralisch? Der Mann ist bereit, seine Partei in den Untergang zu steuern. Und das Land. Der Mann ist eine Katastrophe. Die Katastrophe. Dann hat er noch arrogant erklärt, man werde auch weiterhin mit ihm rechnen müssen. Die Rechnung wird teuer fürs Land. Für die SPÖ wird sie unbezahlbar. Faymann ist der verantwortungsloseste Politiker des Landes seit Haider.

Man muss den NÖ-Pröll nicht mögen. Aber seine Diagnose, dass Faymann ein Riesenproblem ist, wer will dem widersprechen. Inzwischen mucken alle gegen ihn auf. Die rechte Burgenland-SP ebenso wie Teile der eher linken Wiener SP. Gleichzeitig sind ihm ein paar drittrangige NR-Abgeordnete und ein Möchtegern-Bezirkskaiser eines Wiener Bezirks bei gesprungen. Frei von Argumenten. Nur mit der Behauptung, Faymann mache seine Sache gut. Na wumm. Dann wollen wir nicht erleben, wenn er seinen Job schlecht macht.

Jetzt ist in der SPÖ Klammern, Drängeln, am Sesserlfesthalten angesagt. Auf der Titanic wird um den Platz vor dem Buffet gerangelt. Warum Häupl nach wie vor an einer seiner schlimmsten Fehlentscheidungen festhält? Realitätsverlust? Angst vor der Parteispaltung? Niemand weiss das. Aber es wird Faymann nichts nützen. Seine Tage sind gezählt. Er lebt davon, dass in dieser Situation niemand die Verantwortung übernehmen will. Wer lässt sich freiwillig auf die sinkende Titanic einfliegen, um dort das Steuerrad zu ergreifen? Nur Selbstmörder.

Auch in der ÖVP wurlt es. Aber da Herr Kurz keine Lust hat, seine Karriereplanung zu beschädigen, darf Mitterlehner im Moment weitermachen. Denn bei Wahlen würde auch Kurz schnell verglühen. Die Wahlniederlage darf ein anderer einfahren, bevor Herr Kurz den Vizekanzler in einer FP-VP-Regierung spielt. So vermuten viele in der ÖVP. Denn Herr Kurz ist abgetaucht und seit Tagen nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Ganz gegen seine Gewohnheit. Hier versucht einer, nicht von der Niederlage gestreift zu werden.

Insgesamt darf man den Regierenden eine sehr flache Lernkurve bestätigen. Natürlich lösen personelle Wechsel noch keine Probleme. Kein einziges. Aber in diesem Fall? Ohne Personalwechsel wird da nichts laufen. Gar nichts.

In der Kronenzeitung betätigt sich Herr Gnam als Scharfmacher. Blind vor Wut auf alles, was anders denkt als er. Früher hat man die Krone gern Hausmeister-Blatt geschimpft. Womit man den Hausmeistern bitteres Unrecht tat. Die sind weltoffen im Vergleich zum Herrn Gnam. Einige in der Krone (nicht alle) gerieren sich dieser Tage als Zentralorgan der Kleingeister. Ob die wirklich die grosse Mehrheit der Leserschaft stellen? Noch eines: nicht jeder, der die Willkommens-Kultur für naiv hält, ist ein Fremdenhasser.

Die Ablehnung der neuen Asylgesetze hat gute Gründe. Es geht nicht darum, mehr Asylanten ins Land zu bekommen. Es geht darum, den Rechtsstaat zu erhalten. Wenn die Exekutive die Möglichkeit erhält, Gesetze mittels willkürlichem Notstand auszuhebeln, ist die Idee der Gewaltenteilung, ein Grundpfeiler der Demokratie, am Ende. Die Sozialdemokratie hat vergessen, dass das Notverordnungsrecht den Weg in die Diktatur des Ständestaats geebnet hat. Um die FPÖ zu verhindern, glaubt man, die Orbánisierung Österreichs vorantreiben zu müssen. Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Der UNO-Generalsekretär durfte im Parlament sprechen. Der Regierungsspitze und vielen Abgeordneten war die Langeweile an zu sehen. Schlimm wurde es, als die einzelnen Club-Chefs danach ihre Kurzreden hielten. Wer gesehen hat, wie man auf der Regierungsbank gekudert und gelacht hat, als Neos-Chef Strolz sprach, weiss, welche kleinen Lichter sich breit gemacht haben. Strolz erlaubte sich ein paar nachdenkliche Worte. Von unserer kleinen Erde, wenn man sie aus dem All betrachtet. Er sprach von „lost in time and space“. Versuchte den Wahnsinn von Kriegen klar zu machen. Frau Oberhauser und Herr Doskozil amüsierten sich dabei prächtig. Auch so kann man zeigen, wes Geistes Kind man ist. Pfui Teufel!

Wer da wohl auch „Wertekurse“ brauchen würde?

Ohne zu verallgemeinern: bei den Asylanten scheint es ein schweres Problem zu geben. Mit Afghanen. Eine brutale Vergewaltigung in Wien. Täter: drei jugendliche Afghanen, schwer betrunken, also nix Islamisten. Kurz danach in Graz. Wiederum ein jugendlicher Afghane. Versuchte Vergewaltigung. Der Täter wurde auf freiem Fuss angezeigt. Auch die drei Täter in Wien liess man zuerst laufen. Bevor man sie in Gewahrsam genommen hat.
Und jetzt ein durchgeknallter afghanischer Asylwerber. Latscht in eine Schule. Prügelt einen Schüler, der angeblich seine Tochter angestarrt hatte. Das Opfer ist angeblich der einzige Christ in der Klasse. Irgend etwas läuft bei afghanischen Asylwerbern deutlich anders als beim Rest der Asylanten. Zumindest hat es diesen Anschein. Kann man da endlich klare Zahlen und Fakten haben? Und, so die Beobachtung stimmt, entsprechende Massnahmen und Konsequenzen? Mit „Wertekursen“ wird man in solchen Fällen nicht weit kommen. Eher am Fleck treten.

Herr Sarrazin bedient in seinem neuen Buch wieder eine bestimmte Leserschicht. Da schreibt er aufgeregt von „Millionen kulturfremden Einwanderern mit durchschnittlich niedriger kognitiver Kompetenz“. Nun soll man nicht leugnen, dass es grosse Probleme gibt. Mit den Asylanten und Zuwanderern. Aber das mit der „niedrigen kognitiven Kompetenz“ ist ein zweischneidiges Schwert. Angesichts der Massen von Eingeborenen, die ihre Lebenszeit mit Unterschichtfernsehen verbringen. Oder die Lesefähigen mit dem Lesen der Jeanée-Kolumnen in der Krone. Mit der kognitiven Kompetenz ist es auch bei vielen Landsleuten nicht weit her. Da ist viel Luft nach oben. Es lebe die Lernkurve!

Sind die Franzosen so viel schlauer als die Österreicher? Oder anders gefragt. Kann die kognitive Kompetenz der Österreicher mit der französischen mit halten? Auch wenn die Franzosen auf die traditionellen Parteien mindestens so angefressen sind wie die Österreicher. Sie wählen und denken anscheinend doch schlauer. 61 % der Franzosen sehen LePen/FN als eine „Gefahr für die Demokratie“. Lediglich 27 % glauben, dass der FN „imstande sei, das Land zu regieren“. Die Anhänger der bürgerlichen Opposition trauen nur zu 14 % dem FN zu, regieren zu können. Bei den Regionalwahlen hat die bürgerliche Opposition jede Koalition mit dem FN ausgeschlossen. Auch ohne Wahlempfehlung der Sozialisten wählten die linken Wähler im zweiten Wahlgang konservativ, um die „Werte der Republik“ zu schützen.

Die Stimme der Vernunft hat es wieder einmal schwer in diesen Tagen. Aber es gibt auch Lichtblicke.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Ideen?

Extrem kurzes Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Bei Schwanenbussi gibts halt keinen Platz für Menschen mit weitreichenderen Ideen!


Meteorologischer Briefwechsel mit dem ORF

Sehr geehrte/r Hr./Fr. xxxxxxxxxx!

Vielen herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ihre Wetterstation in Gmunden tatsächlich abgeschaltet. Deshalb bekommen wir auch keine Werte mehr. Deshalb haben wir die Station aus unserem Programm genommen. In den nächsten Wochen können sie die Vorhersage für Gmunden noch bei unserer 5-Tages-Prognose für Oberösterreich (http://wetter.orf.at/oberoesterreich/prognose) finden, hier werden wir aber künftig auch auf eine andere Station ausweichen.

Mit besten Grüßen,
Herwig-Hakan Mader, ORF.at

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Gesendet: Donnerstag, 28. April 2016 08:29
An: ORF On Wetter
Betreff: wetter.ORF.at – Wetterstation Gmunden

Guten Tag,

meine Frage: Wurde die Wetterstation Gmunden jetzt tatsächlich aufgelassen, was sehr bedauerlich wäre, oder fehlt sie nur vorübergehend?

MfG
xxxxxxxxxx


 

Ausverkauf
28. April 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Ausverkäufe

Liebe Leserschaft!

Was ist die grosse Frage, die viele Leute in diesen Tagen beschäftigt? Dejenigen, die noch denkbereit sind. Wie konnte es zum fulminanten Absturz der Regierungsparteien kommen!
Wer jetzt „Flüchtlingsfrage“ antwortet, liegt zwar nicht ganz falsch. Aber auch nicht wirklich richtig. Denn die Ursachen liegen tiefer. Im Lebensgefühl der Menschen. Die haben den Eindruck, alles gehe den Bach hinunter. Während man ihnen Statistiken vors Gesicht hält, das alles besser geworden ist. Ja. Für ein paar Leute. Vielleicht für die oberen 5 % der wirklich Vermögenden. Aber der ganze Mittelstand und alles darunter, die haben ins Gras gebissen. Oder sind gerade dabei.

Das ist die Grundstimmung. Dann aber geschehen Dinge, die den Leuten das Leben endgültig verleiden. Dinge, die ihr tägliches Leben ganz unmittelbar beeinflussen. Und verschlechtern. ÖVP und SPÖ haben jetzt über zwanzig Jahre lang, neoliberale Dogmen brav umgesetzt. Österreich hat natürlich wieder einmal eine Frischluftkur gebraucht. Nicht alle Regeln und Vorschriften sind sinnvoll. Aber man hat die falschen Dinge über Bord geworfen. Die Bürokratie blüht noch immer. Sinnlose Geldverschwendung im Dickicht des Föderalismus ist Teil des Systems. Aber man hat die falschen Schritte gesetzt.

Die neoliberale Ideologie ist prinzipiell und ohne Nachdenken für Privatisierung. Über manches kann man reden. Der Staat muss kein Reisebüro betreiben. Keine Apotheke besitzen. Aber den Postdienst zu privatisieren, ist volkswirtschaftlicher Schwachsinn. Das Versprechen der neoliberalen Ideologen war, alles werde durch die Kräfte des Marktes billiger. Das Service besser. Falsch. Das Gegenteil ist bei der Postprivatisierung eingetreten. Die Posttarife sind explodiert. Das Service wird immer schlechter. Die Menschen spüren das.

Jetzt ist also demnächst die Post in Ebensee dran. Ein Ort mit fast 8.000 Einwohnern wird demnächst ohne Post sein. Weil sie dort rote Zahlen schreibt. Die Geschichte mit den Postpartnern kann man vergessen. Funktioniert nicht. Sah man ja in Gmunden. Hier war man jetzt noch dazu so dumm, genau im Moment der Durchfahrtssperre die ausserhalb gelegene Servicestelle, die von der Gemeinde betrieben wurde, zu zu sperren. Als ob man nicht die Bauarbeiten abwarten hätte können. Das sind die Dinge, die die Bürger endgültig verärgern.

Aber zurück zu Ebensee. Ein Postdienst ohne Verluste ist nicht denkbar. Privatisierung bedeutet Herauspicken der Rosinen. Der Rest darf dann beim Staat bleiben. Den Schaden haben die Menschen. Wieder ein Stück „Heimat“ weg gebrochen. Denn Heimat ist mehr als nur die Behauptung der FPÖ. Tagtäglich erfahren die Menschen, dass ihnen in ihrem unmittelbaren Leben etwas genommen wird. Wen wundert es, wenn die Leute dann reagieren. Dass die FP keine Lösung ist und keine Lösungen hat, ist den Leuten schnurz. So weit denken die meisten nicht.

Die Ebenseer haben demnächst weder eine Post noch eine ordentliche Brücke. Während in Gmunden locker hundert Millionen für ein ziemlich fragwürdiges Projekt ausgegeben werden, fehlen drei Millionen für einen raschen Brückenneubau in Ebensee. Treu nach dem Motto eines Gmundner Sozialdemokraten: Besser bei uns verbuddeln als anderswo. Sein Parteikollege in Ebensee darf sich bei ihm bedanken. Gmunden zuerst! Oberösterreich zuerst! Österreich zuerst! Ausserirdische können sich da nur noch wundern. Sollten sie auf unsere wundersame Welt stossen.

Es sind diese scheinbar kleinen Sachen, die zur miesen Stimmung im Land führen. Ehen scheitern an nicht zugeschraubten Zahnpastatuben. Die „grosse“ Politik an Wirtshausschliessungen, Postamtsvernichtung, zugesperrten Pfarren, eingeschränkten Krankenhäusern. Was nützen den Menschen statistische Wohlstandssteigerungen, wenn das unmittelbare Leben immer schwieriger wird? Auch dafür wurden am vergangenen Sonntag mit dem Kreuzerl politische Ohrfeigen verteilt.

Der Ausverkauf des geschrumpften Asamer-Imperiums geht weiter. Der Freisitz Roith ist verscherbelt worden. Nicht an eine Hallstätter Gastronomiefamilie, sondern an derzeit noch Unbekannte. Ob der Freisitz ein Hotel bleiben wird? Kann man bezweifeln. Die Lage ist exzellent. Es riecht nach Appartements für Zweitwohnsitze. Kein Wunder. Hotels in Gmunden rechnen sich nicht. Da kann die örtliche Politik erzählen was sie will. Da kann sie gemeinsam mit dem überforderten Tourismusdirektor vor sich hin träumen von ein, zwei oder gar drei neuen Hotels. Das ist alles Kokolores. Mehr als Tagestourismus wird es in Gmunden die nächsten zwanzig Jahre nicht geben. Und in zwanzig Jahren auch nur dann, wenn man sofort etwas machen würde. Nur leider, es fehlt halt eine zündende Idee.

Vielleicht sollten die verantwortlichen Politiker und Touristiker Gmundens eine Studienreise an den Vierwaldstättersee veranstalten. Dort können sie sich anschauen, woran es in Gmunden fehlt. Nämlich an praktisch allem. Hier hat man ja auf die Schnelle mal das Parkhotel abreissen lassen. Damit der Asamer sein Harakiri-Hotel machen kann. Das dann niemand finanzieren wollte. Und der Asamer selbst war längst ein bisserl klamm. Was die Kohle betrifft. Am Vierwaldstättersee wurden solche Hotels umgebaut, renoviert, den modernen Erfodernissen angepasst, und gleichzeitig in ihrer imperialen Schönheit belassen. Der Tourismus dort ist ein Hochpreistourismus. Kein Billigheimer. Kein Ramschtourismus wie in Gmunden. Obwohl es auch dort grosse Probleme mit der Raumplanung, dem Landschaftsschutz und der Zersiedelung gibt.

Was vielen Gmundnern vielleicht noch gar nicht aufgefallen ist. Wir sind im ORF-Teletext rausgeflogen. Bei den aktuellen Wettermeldungen. Nix mehr aus Gmunden. Jetzt hat uns Altmünster erstetzt. Ja, die noblichen Gmundner sind nicht im Auge des Wetterhurricanes. Dafür sind Weltstädte wie Gallspach und Ostermiething vertreten. Und der grosse Konkurrent Vöcklabruck. Der Abstieg Gmundens geht ungebremst weiter. Wo sind die Proteste der örtlichen Politik? Wann erklettert BM Krapf das Dach des ORF-Zentrums am Wiener Küniglberg? Und schreit es von dort aus hinaus in die Welt: „Wir wollen unser Wetter wieder!“ Der Murray könnte ihm dabei das Megaphon halten.

Dass Gmunden derzeit in Totenstarre verharrt, ist nicht zu leugnen. Man wird sehen, ob die Agonie zu einem Dauerzustand wird. Beängstigend ist das alles auf jeden Fall. Auch wenn man kein Angsthase ist.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

 

Spekulationen
27. April 2016

Heute:
Bruno Beinhart über Wahlspekulationen
EK von Kassandra: Soziale Heimatpartei?

GK von Untersteiner über Kasperl und Krokodil

Liebe Leserschaft!

Wir werden in den Wochen bis zum zweiten Wahlgang natürlich berichten. Kommentieren. Denkanstösse geben. Auf übersehene Aspekte hinweisen. Damit unsere Leserschaft zusätzlich Infos und Anregungen für die Wahlentscheidung hat.

Ob das ein Lagerwahlkampf wird? Gut möglich. Aber nicht so, wie manche glauben. Also nicht gut gegen böse oder so. Das wäre wirklich Quatsch. Aber eine Entscheidung zwischen zwei Weltsichten. Der eher optimistischen und offensiven, für die VdB steht. Und einer eher ängstlichen, pessimistischen und defensiven, für die Hofer steht. Für beide Sichtweisen gibt es gute Gründe.

Auch die Termini „links“ und „rechts“ taugen nicht besonders gut. Denn manche Positionen von Hofer werden auch „links“ geteilt: Kritik an TTIP, Kritik an der Politik der EU, Verkrustung des politischen Systems, offene Arbeitsmärkte in der EU. Hier liegt vielleicht auch eine Lösung der Frage der „Spaltung der Gesellschaft“. Wir brauchen einen neuen gesellschaftliche Konsens in Lebensfragen. Hier sind bei vernünftigem Agieren neue Übereinkünfte möglich. Woraus eine sinnvolle Zusammenarbeit entstehen kann. Die derzeitige Regierung hat keine „Erzählung“ an zu bieten. Dabei liegt die auf der Hand. Die Regierung und die Regierungsparteien sind nur nicht in der Lage, das zu sehen.

Jetzt spriessen die Spekulationen. Wild! Denn jetzt wird gedeutelt. Was das Zeug hält! Die Einen sagen: der VdB muss 600.000 Stimmen oder so aufholen. Unmöglich. Andere sagen: der Vorsprung vom Hofer ist uneinholbar. Wieder andere meinen: Hofer hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft. Wer da am Ende richtig eingeschätzt hat?

Machen wir mal ein einfaches Rechenexempel. Sehr einfach, zugegeben!

Ergebnis erster Wahlgang:
Griss 19 %, Hofer 35 %, Hundtorfer 11,5 %, Khol 11 %, Lugner 2 %, VdB 21,5 % = 100 %
Hofer und VdB halten die Wähler der ersten Runde. Gleichzeitig verteilen sich die Wähler der anderen Kandidaten:
Griss: 70:30 für VdB, Hundstorfer 100 % VdB, Khol: 40:60 für Hofer, Lugner 100 % Hofer.
Ergibt:
VdB 50,7 %, Hofer 49,3 %.
Natürlich ist das unabwägbar. Ein Sieg von VdB ist nicht aus der Welt. Liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Ist realistisch.
Auch Khol-Wähler könnten in höherem Ausmass als hier angenommen VdB wählen. Um Neuwahlen zu verhindern. Kann aber auch anders sein. Dann ist Hofer vorn.
Wer wählt keinen der beiden Kandidaten? Gehen Lugner-Wähler überhaupt nochmals zur Wahl?
Wahlentscheidend werden einerseits die Griss-Wähler sein. Dort gibt es mit grosser Wahrscheinlichkeit eine klare Mehrheit für VdB. Dank der Neos-Wähler. Die werden Hofer nicht wählen. Auch wenn Frau Griss keine Wahlempfehlung abgibt. Anderseits geht es um die Nichtwähler. Da grösste Potential liegt hier bei frustrierten SP-Wählern, die in grosser Zahl der Wahl ferngeblieben sind. Wenn die sich nun aktivieren, um Hofer zu verhindern, wird es für Hofer eng. Problem: all zu viele Wahlempfehlungen von SP-Leuten wie Faymann sind kontraproduktiv. Innerhalb der SP-Sympathisanten herrscht schiere Verzweiflung über Faymann und seine Leute. Nicht undenkbar, dass man dort sogar Hofer in Kauf nimmt, nur um Faymann endlich anzubringen.

Es zeichnet sich derzeit nämlich nicht ab, dass Faymann endlich geht. Dem fehlt sowohl die persönliche Intelligenz als auch das moralische Rüstzeug, um diese Konsequenz zu ziehen. Die Partei traut sich über einen Sturz von Faymann nicht drüber. Warum? Zu viele Leute in den oberen Funktionärsrängen haben Angst um ihre Pöstchens. Das zieht sich bekanntlich durch bis in die Landes- und Ortsorganisationen. Dabei gefährdet jeder Tag, den Faymann noch im Amt verbringt, diese Pöstchens noch viel massiver.

Denkbar ist natürlich auch ein anderes Szenario. Das extrem gute Abschneiden Hofers führt zu einer neuen Dynamik. Leute wechseln zu Hofer, um bei den Siegern zu sein. Dann ist auch ein glatter und deutlicher Sieg von Hofer möglich. Ich tippe aber auf einen knappen Ausgang. Um es mit VdB zu sagen: Arschknapp. In beide Richtungen. Aber ok, ich bin kein Meinungsforscher. Vielleicht wirds auch ein Kantersieg. Vom Einen oder dem Anderen.

Auch die Wahlbeteiligung ist mit entscheidend. Wie es aussieht, würde Hofer von einer grossen Wahlbeteiligung nicht profitieren. Noch immer will eine grosse Mehrheit der Österreicher, so um die 60 %, keine Blauen in Spitzenfunktionen der Republik. Solange man sie ohne Gefahr wählen konnte, war das verlockend. Aber wenn es Spitz auf Knopf steht, wählen die Menschen lieber das Vertraute, Beruhigende. Da hat Hofer ausser seinem freundlichen Auftreten nichts zu bieten. Hofer heisst Unruhe und Instabilität. Hat er selbst gesagt.

Panische Demos gegen Hofer sind jedenfalls unsinnig. Das sollten diese speziellen Hofer-Gegner bedenken. Es gilt einfach abzuwägen, was der Republik, dem Land und seinen Menschen wirklich gut tut. Darüber gibt es nun einmal unterschiedliche Ansichten. Die Gefahr, dass eine blaue Vorherschaft zur Orbánisierung des Landes führt, ist nicht aus zu schliessen. Aber eigentlich ist etwas ganz Anderes notwendig: beide Seiten müssen endlich verbal abrüsten. Die Art, wie FP-Fans und FP-Gegner einander in den Online-Foren befetzen, ist beängstigend. Da regiert purer Hass. Ironie und Spott sind in Ordnung. Aber Hass ist fatal. Wir hatten auch hier zu Lande einmal einen Bürgerkrieg. Auch wenn das vielen nicht mehr bewusst ist.

Hier wäre auch mal klare Worte von Hofer und VdB fällig. Selbst wenn das ein paar Stimmen kostet. Es könnte eine Menge Stimme von jenen bringen, die sich an diesen verbalen Schlammschlachten nicht beteiligen. Auch in der Flüchtlingsfrage sollte man endlich abrüsten: nicht martialische Worte sind gefragt, sondern menschliche und praktikable Lösungen. Wo sind die brauchbaren Konzepte für die Integration jener, die schon hier sind? Das ist nämlich die wesentlich wichtigere Frage. Wichtiger als der Umgang mit neuen Flüchtlingsbewegungen. Da ist das Türl ohnehin weitgehend zu. Und das langfristige Problem der weltweiten Fluchtbewegungen werden wir weder am Brenner noch in Spielfeld lösen. Oder mit „Österreich zuerst“. Da bedarf es ganz anderer Konzepte. Vor allem benötigen wir dazu Staatsmänner und Staatsfrauen mit Ideen und Mut.

Bemerkenswert sind die Ängste, die im Land umgehen. Hofer macht Angst. Das ist unübersehbar. Damit meine ich nicht die Regierung. Die hat jeden Grund sich zu fürchten. Aber viele Menschen fürchten sich vor Hofer und der FPÖ. Das ist belegbar. In den zwei Tagen seit dem Wahlsonntag sind die Google-Abfragen aus Österreich zum Stichwort „Auswandern“ dramatisch angestiegen, haben sich verdoppelt. Bevorzugt kamen die Anfragen aus Tirol, gefolgt von Wien und Vorarlberg. Also aus Bundesländern mit hoher Grün-Affinität. Das meistgefragte Auswanderungsland ist Kanada gefolgt von Australien. In die USA zieht es die Leute nicht. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch in den USA in Sachen Trump-Siege. Nach dem Super-Tuesday mit totalem Trump-Erfolg schnellten die Anfragen um 350 % in die Höhe. Auch in den USA wollten die Leute vorwiegend nach Kanada.

Es kann sich als schwerer Fehler erweisen, wenn Hofer sich in seinen Botschaften auf die Kernschichten konzentriert. Keine anderen Signale gibt. Die Angst vor den Blauen ist bei der Mehrheit der Menschen noch immer gross. Grösser als die Angst vor Flüchtlingen. In Flüchtlingsfragen regiert eher Wut. Über die Versäumnisse und Fehler der Regierung. Aber Hofers Vertrauenswerte sind extrem schlecht. Über die könnte er noch stolpern.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Heute gibt es in der PRESSE wieder einen Kommentar des auch für uns immer wieder kommentierenden Autors Michael Amon. Es geht um das Versagen der Meinungsforschung. Absolute Leseempfehlung!
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4976295/Das-Versagen-der-Meinungsflickschuster


Soziale Heimatpartei?

Einserkasterl von Kassandra

Die FPÖ (für die Herr Hofer Antritt) stimmte im Parlament GEGEN:

Pflegegeld/Pflegefonds (11. Dezember 2014)
Mindestsicherung (7. Juli 2010)
Unterstützung beim Job-Wiedereinstieg &
Paket gegen Lohn- und Sozialdumping (20. November 2014)
Begrenzung von Luxuspensionen (12. Juni 2014)
Ärzteausbildung für bessere medizinische Versorgung (23. Oktober 2014)
Streichung von Steuerprivilegien für Konzerne und Manager (13. Februar 2014)
Gegen die Steuerhinterzieher – Steuerabkommen mit der Schweiz (6. Juli 2012)
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit (29. April 2015)
Senkung der Maklergebühren (Pettition für die Rücknahme der Begrenzung 2011)
Kampagne gegen Frauendiskriminierung (21. Mai 2015)
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (9. Juni 2015)


Der Kasperl und das Krokodil

Gastkommentar von Untersteiner

Ja stimmt ja alles bezüglich der Wahl. Österreich wird undemokratisch??
Lugner Theater wird’s nicht mehr geben.
Aber die SPÖ Gmunden ist ja auch ein Kasperltheater.
DenKasperl könnte der Wolfi mit der Liniermaschine unterm Stein spielen, will gelbe Linien machen.
Er ist für ein buntes Kasperltheater. Nach der StVO genügen weiße Linien für die vorgesehenen Parkflächen . Das ergibt sich einfach aus dem Gesetz.
Außerhalb der weißen Bodenmarkierungen darf man dann sowie so nur 10 Minuten parken. Warum dann so viele gelbe Markierungen??????
Dort ist dann ebenfalls 10 Minuten vorgesehen nach der STVO.
Ist nicht notwendig weil außerhalb der weiß markierten Parkflächen sowie so nur 10 Minuten geparkt werden darf. Warum dann dieser Kasperlhafte Aufwand.
Die schön längst überfälligen weißén Markierungen sind auf Grund der österreichischen STVO verpflichtend. Weil sonst ein Parken nach dem Gesetz nicht vorgesehen ist.
Dem Gmundner SPÖ Kasperl fehlt die Prinzessin. Dafür gibt’s eine Hexe schwarzes schüchternes Haar, eine Warze und eine Katze auf dem Buckel.
Der Hoch im Egg könnte das Krokodil spielen. Das böse Krokodil würde ihm sicher stehen. Der der den Räuber spielen könnte hat viel Erfahrung bei der Arbeit gesammelt.
Aufgrund der vielen Freizeit hat er die Arbeit studiert und könnte sich für Früh- und SpätPensionisten einsetzen.
Da Stefan könnte in Gendarm spielen. Der Gendarm soll nicht zu dünn sein, weil das einem Exekutivbeamten nicht steht. Wenn ers Gewicht bringt wäre er geeignet. Dann bräuchten wir noch einen Kasperlhund da fällt uns keiner ein. Vielleicht könnten wir einen Tip bekommen.
Also die Stadtpartei der SPÖ könnte mit diesem Kasperlspiel wieder einmal in die Öffentlichkeit treten, daß einen Kontakt mit der JUNGEN Bevölkerung kriegen. So manche Oma oder Opa wurde sich das Kaspertheater auch anschauen. Dann wäre die Stadtpartei wieder a bisserl unter de Leitn!!!!

A Tip von an Wiener der die Stadtpartei retten will.
Wenn das mit der Zweitwohnsitzabgabe kommen sollte bin ich nicht mehr bereit die Gmundner SPÖ zu unterstützen. Weil ich habe schon Kanal, Wasser, strom, Abgaben geleistet obwohl ich das ganze wenig benütze zahle ich auch laufend Müllabfuhr, Grundsteuer, Kanalgebühr, Wassergebühr. Was soll ich noch bezahlen????? Der Mistkübel ist fast leer. Bin trotzdem bereit fest zu zahlen.
Junger Sozi will die Stadtpartei beleben.
Die Bundespartei bringt der Pröll und der Michl auf Fordermann.
Die Zwei können das.


 

Ohne Erkenntnis
26. April 2016

Heute:
Bruno Beinhart über die Unfähigkeit zur Erkenntnis

Liebe Leserschaft!

Gerumpelt hat es am Wahltag. Aber gespürt haben es die Betroffenen nicht. Wahrscheinlich haben die Verantwortlichen in Wien nichteinmal das gestrige, tektonische Beben im Wiener Raum gespürt. Die spüren nämlich nichts mehr. Abgehobene Cliquen. Faymann hockt mit seiner Prätorinergarde im Führerbunker. Entschuldigung. Im Kanzleramt. Und merkt nichts mehr. Wahrscheinlich hat er noch nie viel gemerkt. Man sagt ja, dass Taxler ein besonders gutes Gspür für Stimmungen haben. Angenommen, das stimmt. Dann muss man den Wahrheitsgehalt der Faymann-Bio auch diesbezüglich in Frage stellen. Der Mann kann nicht getaxlert haben. Der Kerl hat einst unter Berufsausbildung kühn hingeschrieben: „Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien“. Dann hat man es etwas detaillierter erfahren. Besuch einer Einführungvorlesung. Keine einzige Prüfung. Faymann füllte dann diese biografische Lücke. Mit der Behauptung, er habe in dieser Zeit als Taxler gearbeitet. Wers glaubt, wird nächster Bundeskanzler.

Die Signale, die jetzt aus der SPÖ kommen, sind ermutigend. Für alle, die der SP schon immer den Untergang gewünscht haben. Keine personellen Änderungen. Bessere Kommunikation. Und weiter so wie bisher. Alle neun Landesparteivorsitzenden versichern treuherzig Treue. Man lasse sich nicht auseinander dividieren. Klar. Das wird die Wählerschaft besorgen.

Wie man hört, war das Engagement der Bundes-SP im Wahlkampf etwas zurückhaltend. Gut, das kann man verstehen. Hätte der Faymann sich gezeigt, wäre der Hundstorfer unter fünf Prozent gefallen. Alle wissen das. Nur der Faymann im Kanzler-Hauptquartier schnallt nichts. Er sollte wieder einmal Taxi fahren.

Und keine Diskussion bitte. „Wir sind zum Arbeiten, nicht zum Streiten gewählt. Auch in der Partei.“ So der grosse Denker Faymann. Für den ist Diskussion gleichbedeutend mit Streiten. Aber muss man verstehen. Wenn die SP wirklich diskutieren würde, wäre der Faymann schon lange weg vom Ballhausfenster. Dafür verspricht er ein neues Parteiprogramm. A geh wusch, a geh schau! Da werden die Wählermassen die Löwelstrasse stürmen. „A Programm bitte, mit Autogramm vom Faymann, bitte!“ Man möchte wahrhaftig nicht der Portier in der Löwelstrasse sein.

An jeder Ecke laufen in der Bundes-SP Markteting-Fuzzis herum. Wieso sagt keiner von denen was Sache ist? Man kann ein Konkurrenzprodukt nicht besiegen, wenn man es nachahmt. Sondern indem man sich unterscheidet. Die österreichischen Experten in Ausländerfragen sind nun einmal die FPler. Die haben das seit Jahrzehnten geübt. Ob Herr Doskozil das jemals kapieren wird? Die FP-Imitat-Strategie hat sich in seinem Heimatland, dem Burgenland, total ausgezahlt. Blöderweise nicht für die SPÖ, sondern für die FPÖ. Blauer als im Burgenland gehts fast nimmer. Mal sehen, wann der Niessl die Konsequenzen zieht. Ich denk da an eine Fusion mit der dortigen FP.

Erkenntnis ist in der SPÖ nicht gefragt. Merkwürdig, dass einen dieses Verhalten an das Kampflied der SA und späteren NSDAP-Hymne erinnert. Ist bei uns verboten. Das Horst-Wessel-Lied. Darum auch nur die erste Zeile: „Die Fahne hoch! Die Reihen fest geschlossen.“ Will das die SP wirklich singen? Und als Politik verkaufen? OK. Wenn der Faymann jetzt singen würde „Wir sind die Arbeiter von Wien“, wird auch kein Schuh draus. Wer würde ihm schon glauben, dass er „die Zukunft und die Tat“ ist? Ein Scherzküberl, der Werner!

Faymann geht es nicht um die Partei. Nicht um die Sozialdemokratie. Nicht um die Menschen. Nicht um Österreich. Nicht um Europa. Ihm und seiner Clique geht es nur um eines. Um die Erhaltung der persönlichen Macht. Und um die daran geknüpften Pfründe. Oder glaubt irgend wer, die Dorli Bures könnte in der Privatwirtschaft 18.025 Euronen abheben? Monatlich. Vierzehnmal im Jahr. Na eben! Da lohnt es sich doch, die eigene Partei zu zerstören und noch zwei Jährchen länger die Apanage zu kassieren. Welcher Taxler hebt schon monatlich 21.458 Eurönli ab? Auch vierzehnmal im Jahr. Ehrlich, diese Art der Mindestsicherung für unfähige Politiker ist doch etwas zu hoch bemessen. Aber wir wissen dank Hundstorfer, was es mindestens zum Leben braucht. 13.090 Euronen. Da ist bei vielen Leuten noch Luft nach oben.

Stolz wird der Faymann auf den rauchenden Trümmern der SPÖ sitzen. Dann wird er ein Taxi rufen. Aber da wage ich eine Prognose. Es wird keines kommen. Ich wart auf das Brummen von einem Mercedes-Diesel. Aber es brummt ned, brummt ned. Womit der Zustand nicht nur der SPÖ, sondern auch ihres Regierungskontrahenten ÖVP bestens beschrieben ist.

Mit Erkenntnissen darf man bei dieser Sorte Politiker nicht rechnen. Die sind erkenntnisresistent. Es wurlt in der SPÖ leider nicht gerade von Intelligenzbestien. Man denke an den Linzer Bürgermeister Luger. Ja, der mit den paar Kröten als Hochzeitsgeschenk. 24.000 bar aufs Handerl. Damit er sich leichter ein Ferienhäuschen finanzieren kann. Ein Vertreter der kleinen Leute. Der verlangt jetzt doch echt ein Mehrheitswahlrecht. Damit die FP nach der nächsten Wahl ja allein regieren kann. So sehen sie aus, die Restbestände der Sozialdemokratie. Dann wundern sie sich, wenn die Leute zur FP rennen oder zu Hause bleiben bei Wahlen.

Trotzdem wage ich es zu sagen. Der Faymann wird nicht in die nächste NR-Wahl gehen. Egal wann die stattfindet. Denn die Panik wird die Funktionäre ergreifen. Panik um die paar über gebliebenen Pöstchens. Dann wird Faymanns Stündlein geschlagen haben.
Bitte ein Taxi zum Ballhausplatz!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Scherzkipferl des Tages

„Machen wir uns nichts vor:
Die Menschen beneiden mich
um meine schöne, intelligente Frau.“
Richard Lugner, endlich Nie-mehr-wieder-Kandidat


Donau so blau
25. April 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell mit Kurzanmerkungen
Gastkommentar Michael Amon: Gedankensplitter

Liebe Leserleins!

Der erste Wahlgang ist geschlagen. Blamiert sind, wie von uns erwartet, die Regierungsparteien und die Meinungsforscher. Wieder einmal erwies sich ein vorhergesagtes Kopf-an-Kopf-Rennen als Unsinn. Wir haben hier schon seit einiger Zeit davor gewarnt, die Umfragen all zu ernst zu nehmen. Ihre Aussagen entsprachen nicht unseren zugegeben subjektiven Eindrücken.

Es ist natürlich schwierig, sich unter dem noch frischen Eindruck der Wahlausgangs inhaltlich sinnvoll zu äussern. Auf unsere Bitte hat Michael Amon es trotzdem mit einem Schnellschuss versucht. Der Autor ersuchte uns daher, ausdrücklich darauf hin zu weisen, dass dies erste Gedanken sind, die nicht den Anspruch erheben, eine abschliessende Beurteilung zu sein, sondern mehr der Versuch sind, sich und den Lesern einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Ein erstes Nachdenken, mehr nicht.

Da schon Amons Analyse vom Samstag, in der er eine Bewertung der Kandidaten vornahm, auf extrem grosses Interesse gestossen ist, nehmen wir an, es wird auch bei seinen Nachwahlbetrachtungen ähnlich sein.

Man sollte übrigens das Alkoholverbot an Wahltagen wieder einführen. Und zwar ein grundsätzliches. Damit die Verlierer nicht im Alk ersaufen. Und erst recht nicht die Sieger.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Selbst schuld

Ein Gastkommentar von Michael Amon

Ein Wahltag dieser Art lässt einen nicht unberührt. Im Folgenden keine umfassende Analyse oder gar ein entgültiges „Urteil“, sondern nur Gedanken, die mir an diesem Abend so durch den Kopf gingen.

Zuerst hatte man im ORF ein merkwürdiges Gefühl – als ob man all das, was hier von Parteienvertretern abgesonders wird, schon längst gehört hätte. Und genau so ist es. Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es Ergebnisse, die „die Republik verändern“. Und die Beteuerungen, man habe verstanden, werde sich ändern, die Gremien würden Beschlüsse fassen, ein Neubeginn sei notwendig. So sind wir im Lauf der Jahre auf den Faymann gekommen. Wer heute McDonald (ÖVP) hörte, war verwundert. Wer aber das groteske Retro-Gestammel von SP-Schmid hörte, war entsetzt. Es ist, als ob diese Leute die Vorgänge im Land nur durch einen dichten Nebelschleier vage wahrnehmen würden.

Zweiter Gedanken: auf welchen Drogen sind die? Nur vom Alkohol allein kann das nicht sein. Oder gibt es da einen epigenetischen Schalter, der die Leute, kaum sind sie in Parteifunktionen, umpolt auf Apparatschik der 1960er-Jahre? Die Wissenschaft ist gefordert!

Man könnte es sich leicht machen und sagen: was solls, der Erfolg des FP-Kandidaten (der auch als solcher auftrat und keine Anzeichen bot, ein Präsident aller Österreicher sein zu wollen) beruht auf der Dummheit der Menschen. Oder auf ihrer Unbildung. Was ja nicht das Selbe ist. Denn erstaunlich ist das Bild, wenn man sich die Wahlentscheidungen unter dem Aspekt der Zugehörigkeit der Wähler zu bestimmten Bildungsschichten ansieht.
Wieviele Prozent der Wahlteilnehmer aus einer bestimmten Bildungsschicht haben welchen Kandidaten gewählt?
Pflichtschule: 45 % Hofer, 12 % VdB (Lugner 5 %)
Lehre: 51 % Hofer, 11 % VdB
mittlere Schule: 34 % Hofer, 18 % VdB
Matura: 13 % Hofer,  39 % VdB
Universität: 15 % Hofer, 35 % VdB (Lugner: 0 %),
Einerseits zeigt sich also, dass das platte Weltbild von Hofer bei höheren Bildungsschichten nicht wirklich „zieht“, während das differenzierte Weltbild von VdB erst ab einem gewissen Bildungsstand angenommen wird.

Allerdings wäre diese Erklärung, isoliert betrachtet, doch etwas zu schlicht. Denn man kann nicht ignorieren, dass jene Menschen, die in Bildung und Ausbildung am unteren Ende der Pyramide stehen, auch von der Globalisierung und von der innereuropäischen „Öffnung“ der Arbeitsmärkte mitsamt Dumping-Lohnkonkurrenz am stärksten betroffen sind. Eine Entwicklung, die ihnen von ÖVP und SPÖ mittels einer völlig unkritischen Hurra-rein-in-die-EU-Politik eingebrockt worden ist. Man hat von Beginn an falsche Versprechungen gemacht. Die einstige Volksabstimmung über den EU-Beitritt erfolgte – man muss das eingestehen – auf einer falschen Geschäftsgrundlage.

Auch wenn die FPÖ keine praktikable Lösung anbietet (auch die Regierung tut das nicht, weder SPÖ noch ÖVP), ist die Wahl ihres Kandidaten eine Möglichkeit, den eigenen, höchst berechtigten Ängsten Ausdruck zu verleihen. Dass auch die FPÖ in Wahrheit neoliberale Wirtschaftslösungen bevorzugt, kapieren viele FP-Wähler nicht, weil das unter der Beschwörung von Heimat und Österreich versteckt wird. Der Appell an eine Volksgemeinschaft verdeckt diesen Widerspruch, soll darüber hinwegtäuschen, dass das „Volk“ keine geschlossene, einheitliche „Masse“ ist, sondern von vielen unterschiedlichen Interessen und daraus folgenden Interessensgegensätzen geprägt ist. Der Ruf nach dem „starken Mann“, dem „starken Präsidenten“, der alles zum Guten wendet, beruht genau darauf: dem Nichterkennen bzw. Vertuschen von Interessensgegensätzen, die nicht einfach durch ein Machtwort aus der Hofburg lösbar sind. Das ist eine kindische Vorstellung.

Solche Machtworte mögen im Sandkasten funktionieren oder in schlecht gebauten Theaterstücken mittels „deus ex machina“. Im wirklichen Leben taugen sie nur zu autokratischer Erstarrung. Die Idee, Herr Hofer als UHBP müsse nur dreimal mit dem Zeigefinder drohen und dann die Regierung entlassen, um die Probleme zu lösen (ein Szenario, das er auch am Wahlabend bekräftigte), ist abwegig. Derzeit ist Herr Hofer auf einem Kurs, der Österreich sehr schnell in eine Staats- und Verfassungskrise steuern würde.

Wieso es demokratischer ist, eine gewählte Regierung (die ja auch über eine Mehrheit beim Wahlvolk verfügt) heim zu schicken, als Herrn Strache nicht anzugeloben, hat Herr Hofer bis heute nicht erklärt. Anders herum gefragt: wenn Herr Hofer sagt, er würde auch einen grünen Kanzler angeloben, wenn der 51 % der Stimmen habe, wie ist das dann, wenn diese Regierung klarerweise grüne Kernanliegen umsetzt? Was Hofer ja nicht gefallen würde, und er jederzeit als Regierungsversagen interpretieren könnte. Schickt er diese grüne Regierung dann heim, 51 % hin oder her?

Hofers Ansicht, TTIP müsse einer Volksabstimmung unterzogen werden, ist demokratiepolitisch richtig. Was er nicht dazu sagt (warum eigentlich nicht? Würde das den erhofften Mythos des starken Mannes in der Hofburg zu stark beschädigen?): Ob er unterschreibt oder nicht, ist leider absolut unerheblich. Ebenso irrelevant ist eine Volksabstimmung. Denn der antidemokratische Wahnsinn in der EU hat im Rahmen der TTIP-Verträge neue Höhen erklommen. TTIP kann nämlich ohne und gegen die Zustimmung der nationalen Parlamente in Kraft gesetzt werden. Es genügt ein Beschluss des Europäischen Rats und des EU-Parlaments um grosse Teile des Vertrags sofort in Kraft treten zu lassen.

Nur dort, wo auch nationale Umsetzungsgesetze erforderlich sind (ein sog. „gemischtes Abkommen“), müssen die nationalen Parlamente befasst werden. Das ändert aber – so wurde TTIP konzipiert – nichts daran, dass TTIP in Kraft tritt. Kommt es zu keinen Beschlüssen der nationalen Parlamente, dann gilt es auf jeden Fall für drei Jahre. Jene Bestimmungen aber, die ohne nationale Umsetzung funktionieren, sind in Kraft und bleiben das auch. Das Abkommen ist zwar kündbar, aber nur mit einer Frist von zwanzig (!!!) Jahren. Praktisch kann TTIP an der Bevölkerung vorbei für viele Jahre in Kraft gesetzt werden. Jetzt versteht man auch, warum bei einem „simplen“ Handelsvertrag eine derartige Geheimniskrämerei betrieben wird. Wenn also TTIP vom Rat in Kraft gesetzt wird, kann Hofer in der Hofburg Purzelbäume schlagen – es wird nichts nützen. Vielleicht sollte er das ehrlicherweise der Bevölkerung einmal sagen.

Erbärmlich das Abschneiden der ehemaligen Großparteien. Pröll hat wohl geahnt, was da auf ihn zukäme und ist erst gar nicht angetreten. Auf den Wahlausgang hat auch der von ihm initiierte Wechsel im Innenministerium kurz vor der Wahl keinen Einfluß gehabt. Vielleicht hätte Khol ein Prozenterl mehr geholt, man darf das aber bezweifeln. ÖVP und SPÖ haben aus eigener Schuld diese Wahl verloren. Falsche Kandidatenwahl und nicht mehr aktivierbare Parteiapparate, dazu eine Regierungspolitik, die niemand mehr goutiert. Diese Regierung verliert Wähler in alle Richtungen. Daran wird sich in den längstens zwei Jahren bis zur nächsten Wahl nichts ändern. Warum sollte einem Herrn Faymann innerhalb weniger Wochen mehr einfallen, als in den letzten sieben Jahren?

Die SPÖ ist ohnehin ein Trauerspiel für sich. Die ÖVP kann einen Teil ihrer Macht immerhin noch auf Raiffeisen und einen Teil der Unternehmerschaft stützen. Die SPÖ hat nicht einmal das. Faymann ist der unfähigste Kanzler der Zweiten Republik, der ausschließlich in Kategorien des eigenen, ganz persönlichen Machterhalts denkt. Dieses Denken aber ist an die Grenzen des Möglichen gestoßen. Trotzdem muß man klar sagen: Faymann ist nicht die Ursache des langsamen Sterbens der SPÖ. Daß einer wie er an die Macht kam und sich so lange halten konnte, ist nur das Symptom einer ausgelaugten Partei, der es nicht gelungen ist, das Wesen der Sozialdemokratie in stürmischen Zeiten neu zu definieren. Dazu fehlt des den heutigen Spitzen der SPÖ an politischer Intelligenz. Eine Partei, die es – wie in OÖ – nicht einmal mehr schafft, eine/n neue/n Vorsitzende/n zu finden, ist am Ende.

Das zeigt übrigens auch das OÖ-Ergebnis. Ausnahmen wie Hallstatt bestätigen die Regel. Interessant auch das Ergebnis in Gmunden/Stadt: die SPÖ nähert sich dem Status einer kleinen Splittergruppe. Daß aus dem Wahldesaster der GR-Wahl die richtigen Schlüsse gezogen worden sind, ist derzeit öffentlich nicht erkennbar. Mit dem ehrenvollen Selbstabgang von SP-Dickinger ist kein einziges Problem gelöst. Auch für die ÖVP müßte das UHBP-Ergebnis vor Ort mehr als nur ein Alarmsignal sein. Nur die Person des neuen BM Krapf hat die ÖVP schon bei der GR-Wahl vor einem Absturz gerettet.

Erwiesen ist nun auch, daß der Rechtsruck der Regierung, insbesondere aber der SPÖ, sich nicht gelohnt hat. In Wien sind jene, die diesen Rechtsruck nicht billigen in großer Zahl zu VdB „übergelaufen“, in den Flächenbezirken jedoch wurde massiv Hofer gewählt – der berühmte Schmied statt des Schmiedls. Besonders klar auch die Lage im Burgenland: die Koalition mit der FPÖ und der offensichtliche Rechtsruck der Landes-SP haben nur der FPÖ etwas gebracht. Hofer hat im Burgenland über 40 %, und das liegt nicht daran, daß er aus Pinkafeld ist. Man kann die politische Konkurrenz normalerweise nicht dadurch schlagen, daß man ihre Positionen übernimmt.

Selbst die eigenen Parteigänger und Stammwähler haben Khol und Hundstorfer massiv nicht gewählt. Das war absehbar, wenn man mit den Leuten sprach. Khol war zweifellos der respektablere Kandidat, aber chancenlos. Hundstorfer galt in vielen SP-Kreisen von Beginn an als falsche Wahl. Die Skeptiker behielten recht.

Wir stehen möglicherweise vor einem Zusammenbruch des Parteienstaates, wie er bisher strukturiert war. Längst stimmen die Parteizugehörigkeiten nicht mehr: was ist an Niessl sozialdemokratisch? Ist Busek noch ein ÖVPler? Sind viele Rote nicht längst rot-grün? Wo haben Sozialdemokraten eine Heimat? Wo gehören gläubige, aktive Christen hin? Das Beispiel Italiens zeigt, daß die alte Parteienlandschaft sich in sehr kurzer Zeit auflösen und neu formieren kann. Es ist nicht auszuschließen, daß auch Österreich am Beginn einer solchen Neuformierung steht. Mehrere Links-Parteien, zusätzliche Rechtsparteien. Die „bürgerliche“ Mitte ist jetzt schon entzweit – in Neos und Teile der ÖVP. Die Zeit allumfassender Volksparteien mit breitem Meinungsspektrum scheint vorbei zu sein. Die Vielfalt der Gesellschaft schreit nach einer differenzierteren Parteienlandschaft, die diese Vielfalt besser abbildet. Das wird auch die FP noch zu spüren bekommen. Über-30-Prozent-Parteien sind nicht mehr zeitgemäß.

Ob Frau Griss eine neue Partei gründen wird? Ich glaubs nicht. Das ist jetzt mal politische Koketterie. Wahrscheinlicher ist wohl, daß sie bei den Neos in irgendeiner Form unterkommt. Aber es kann auch sein, daß die Regierungsparteien sie als Präsidentin des Rechnungshofs unschädlich machen.

Ob VdB im zweiten Wahlgang eine Chance gegen Hofer hat? Schwer zu sagen, denn eine solche Situation gab es noch nicht. Rein rechnerisch haben Mitte und Mitte-Links einen leichten Überhang gegenüber Rechts. Aber was sagt das schon? Trotzdem stimmt die simple Phrase „Die Karten werden neu gemischt.“ Die Wahlbeteilung war erstaunlich niedrig (die Beteiligung bei der letzten Wahl zählt nicht, denn da war Fischer die Wiederwahl sicher). Man muß davon ausgehen, daß vielen Wahlteilnehmern des ersten Wahlgangs weder Hofer noch VdB „schmecken“. Die werden wohl nicht zum zweiten Wahlgang gehen. Aus dem Lager die Nichtwähler könnten einige neue Wähler dazu stoßen, weil es jetzt wirklich um die Wurst geht.

Meine These (kann falsch sein): Hofer hat das Potenzial ziemlich ausgereizt. Viel ist da nicht mehr zu holen. VdB dagegen kann noch einiges mobilisieren, weil  die Menschen einen blauen, deutschnationalen österreichischen Bundespräsidenten nicht wollen. Und vielleicht auch, weil ihnen manche Aussagen Hofers unheimlich sind. VdB hat noch dazu den Vorteil, der Idealvorstellung der Österreicher über einen UHBP wesentlich besser zu entsprechen als Hofer. Ich denke, im zweiten Wahlgang ist noch alles möglich, wenngleich Hofer einen kleinen Startvorteil hat.

Meine Sorge gilt den Kalkalpen und ihrem Bestand. Kandidat Hofer hat offensichtlich erkannt, daß er mit seiner radikalen Linie (die sich in vielen Nebenbemerkungen offenbarte) im zweiten Wahlgang nicht mehrheitsfähig ist. Am Wahlabend hatte er derartige Mengen Kreide gefuttert, daß einem Angst und Bang wurde. Wenn er die nächsten vier Wochen so weiter macht, bekommen wir eine Kalkversorgungskrise. Ob diese Zusatzportion Weichmacher die Hofer-skeptischen Wähler überzeugt, wird man sehen. Ich glaube es nicht so recht.

Dazu kommt, daß nun vielen Wählern der Schreck im Nacken sitzt. Man will ÖVP und SPÖ abstrafen, aber eine blaue Machtübernahme in Hofburg und Kanzleramt ist nicht das, was die Mehrheit der Österreicher will. Es kann also durchaus sein, daß viele Menschen widerwillig VdB wählen. Einfach um die totale Machtübernahme der Blauen zu verhindern. Das kann auch zur Aktivierung vieler Nichtwähler führen, die einst die „Groß“parteien wählten, diesmal aber zu Hause geblieben sind, weil ihnen keiner der Kandidaten gefiel.

Es lauern also noch viele Unwägbarkeiten in den vier Wochen bis zum zweiten Wahlgang. Hofers Sieg ist keineswegs ausgemacht. Ein sicherer Sieger wäre er nur dann, wenn jemand im „Ausland“ so bescheuert wäre, sich in diesen Wahlkampf einzumischen. Da reagieren viele Österreicher reflexartig mit Trotz. Man sah es bei der Wahl von Waldheim.

Was man vielleicht auch erwähnen sollte: ein Amt kann die Menschen prägen. Wenn Hofer nicht der Fanatiker sein sollte, für den viele – auch ich – ihn halten, könnte es sein, daß er im Amt doch noch die Statur eines ordentlichen UHBP bekommt. Gegen einen soliden und seriösen Präsidenten, der politisch mitte-rechts steht, wäre nichts einzuwenden. Mitte-rechts ist ebenso gesellschaftliche Realität wie mitte oder mitte-links. Wir sind nun einmal eine pluralistische Gesellschaft. Und genau darum bin ich auf völkische Töne allergisch. Das Volk ist ein Konstrukt. Selbst mit 51 % kann man nicht für das Volk sprechen – denn dazu gehören auch die anderen 49 %. Das ist der grundsätzliche Webfehler in der FP-Ideologie.

In einer Zeit von Klimawandel, nahender Ökokatastrophen und ungebremstem Bevölkerungswachstums in großen Teilen der Welt ist der Slogan „Österreich zuerst“ nicht besonders intelligent, wenn man ihn konsequent zu Ende denkt. Dann klingt er eher nach dem verzweifelten Ruf „Frauen und Kinder zuerst“ auf einem sinkenden Schiff, das dadurch nicht gerettet werden kann – die Frauen und Kinder meist auch nicht, wie die Geschichte der Schiffunglücke und der christlichen Seefahrt beweist.



 

Die Stunde der Komödianten
24. April 2016

Heute:
Babsy Blitzschnells schnelle Morgenrundschau

Liebe Leserleins!

Heute also schlägt sie, die Stunde der Komödianten – und der Schmierenkomödianten. Für einige schlägt das letzte Stündlein – politisch gesehen. Sollten die Meinungsforscher ausnahmsweise richtig liegen, dann wird es poltern bis in höchste Regierungskreise.

Die Schlusskundgebungen haben keine neuen Erkenntnisse gebracht. So richtig überraschend ist das nicht. Wie es heute ausgehen wird, das wissen wir nicht. Aber was wir machen können ist eine Art Gegenüberstellung aller möglichen Ausgänge (unabhängig von den Meinungsbefragungen) und deren Folgen. Wobei wir annehmen, dass es niemand schafft, im ersten Wahlgang in die Hofburg zu hüpfen.

Khol & Hundstorfer.
Echt? Zwei Auslaufmodelle tanzen Tango – der Khol in den g’nagelten Goiserern, der Hundstorfer in den polierten Milanos (hiessen die nicht so, die vorne extrem spitz zulaufenden Schuhe, die man in der Vorstadt gern trug, einst, als Hundsi jung war?)

Khol & Griss
Nun. Ja. Gut. Ähem. Was im Bürgertum halt so als charmant gilt, gell. Wollen Sie, liebe Leserleins, bei der Griss Wellensittich sein? Oder beim Khol die Wahrheit?

Khol & Hofer
CV gegen Schlagende. Das ist echte Brutalität. En garde! Wer hat die Wahl der Waffen? Sekundanten gesucht.

Khol & Van der Bellen
Der Lungenzug entscheidet. Der Khol braucht in der Hofburg ein Kammerl hinter der Tapete, wo er die Wahrheit vorm Volk verborgen aufheben kann. Dem VdB genügt ein Raucherkammerl gegen das Rauchverbot.

Griss & Hundstorfer
Sie in Krawatte, er im Chanel-Schal. Oder war es umgekehrt? Ladykiller gegen Bond-Girl. Da bleibt jedes Auge trocken.

Griss & Khol
Die beiden mögen einander. Da fällt sogar den beiden Kontrahenten die Wahl schwer, oder? Die Griss ist ja keine Bürgerliche, sagt der Khol. Der muss es wissen. Denn bei dem gilt die FP als bürgerlich.

Griss & Van der Bellen
Dem Feminismus eine Gasse! Und die FP-Wähler wären einigermassen ratlos. Kicher.

Griss & Hofer
Da sehen die FP-Wähler wieder klar. Es geht nix über ein gutes Feindbild. Und: wenn du zum Hofer gehst, vergiss die schussfeste Weste nicht!

Van der Bellen & Hundstorfer
Beide beschwören Kreisky. Beide wollen aus dem Lager der SPÖ Stimmen bekommen. Blöd, dass nicht alle SPler Hundsi wählen wollen. VdB muss die Glawischnig tragen, schlimm genug. Aber was ist das gegen den Faymann im Rucksack vom Hundsi!

Hofer & Hundstorfer
Waffe: Säbel. Die Duellanten beziehen in zwanzig Metern Abstand Position. Es darf nicht geworfen werden.

Hofer & Van der Bellen
Die Meinungsforscher jubeln. Die Papierindustrie auch, denn das wäre die ultimative Wahlschlacht im zweiten Durchgang. Gutmenschen gegen Bösmenschen, um sich mal der FP-Diktion anzupassen. Wer die Mehreren sind? Der Teufel hofft: die Bösmenschen. In der Hölle sind nämlich noch einige Plätze frei, und der Ölpreis für die höllische Hitzeerzeugung wird auch eines Tages wieder steigen. Wenn nur der Himmel nicht gar so fad wäre, gell!

Lugner gegen irgendwen
Nein, das will sich wirklich niemand vorstellen. Der Bundespräsident zum Schnäppchenpreis. Und Lugner müsste endlich nicht mehr selbst seine Opernball-Loge zahlen. Und würde nicht mehr ins letzte Eck abgeschoben werden. Echt, wer will das ausser Lugner?

Was Ihre Babsy heute wählt? Das ist striktes Wahlgeheimnis. Ich verrate nur soviel: Hochgebirgswandern ist nicht meine Sache, die Juristerei ist mir zu trocken, Revolverhelden mag ich nur im Italowestern, Einkaufzentren hasse ich, Wahlempfehlungen von der Tausend-Schilling-Ederer nehme ich nicht ernst. Am Balkon darf man bei mir rauchen. Guess who!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Ach ja, liebe Posterin UCR, wir wissen nicht, was das bedeutet, wahrscheinlich stehen wir auf der Leitung:
„Bitte auch meinen Mann auf ihre absolute nehmen“. Wir wären für ein aufklärendes Posting dankbar.


Wahlaussagen, die wir gerne von den Kandidaten gehört hätten.

Lugner: Wählts net, kaufts!
Khol: Wahrheit=mc²!
Hundstorfer: Wenn i a Parteibiachl siach, hob i scho gfressn.
Griss: Ich habe nicht Waldheim, sondern sein Pferd gewählt.
Hofer: Ich kann gar nicht schiessen.
Van der Bellen: Mein Beuschl gehört mir!


Danke & VdB

Einserkasterl von Ramona

Danke lieber Michael Amon für die Auswahl. Der Prince, der war schon was Besonderes. As times go by …
And times are changing. Habe diese Woche schon meine Wunsch-HBP gewählt. Den VdB, eh klar. Hoffe, er schafft es. Es wäre an der Zeit.
Alles Liebe, Ramona

Liebe Ramona,
Wahlempfehlungen werden von uns hier im Blog prinzipiell nicht freigeschaltet oder als Kommentar gebracht, gell!
AL
Babsy


 

Casting
23. April 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell merkt an
GK von Michael Amon: Die Wertung

Liebe Leserleins!

Na, schon gewählt? Jaja, bisher nur per Briefwahl möglich. Aber jetzt ist es zum Abschicken des Kreuzerls schon ein wenig spät, gell. Weil das Kuvertscherl muss bis Sonntag um 17 Uhr bei der Wahlbehörde einlangen.

Diesmal ist die HBP-Wahl doch wesentlich wichtiger als in der Vergangenheit. Immerhin deutet alles darauf hin, dass die ehemaligen Grossparteien, die noch immer in einer Koalitonsregierung missmutig aneinander gekettet sind, das erste Mal keinen ihrer Kandidaten durch bringen werden. Spannend vor allem also die Frage, wer es nun wirklich schaffen wird.

Nachdem bei den Dancing Stars mit der Jazz-Gitti endlich die Richtige aus dem Bewerb raus abgestimmt wurde, kann frau nur hoffen, dass es auch am Sonntag die Richtigen erwischt. Aber natürlich ist „richtig“ in diesem Fall eine Frage des Standpunkts.

Niemand soll auf jeden Fall den Meinungsumfragen trauen. Auch wenn der Boulevard damit sein Geschäft und seine Manipulationen macht. Besonders interessant war da leider die Kronen-Zeitung, die von einer Umfrage schrieb, die Hofer an der Spitze sieht. Warum die Krone wohl darauf vergessen hat, anzugeben, welche Umfrage das sein soll? Weil nämlich niemand eine solche Umfrage kennt. Alle haben den VdB vorn – wie richtig oder falsch das ist, wird sich am Sonntag ohnehin zeigen. Aber den Hofer ohne Angabe der Quelle auf den ersten Platz zu schreiben, ist schon ziemlich verwegen. Oder nur der Versuch, einem Teil der eigenen Leserleins, den man für die Mehrheit hält, nach dem Maul zu schreiben. Denn eines ist klar: bei der grossen Anzahl von Krone-Lesern kann davon ausgegangen werden, dass da eine hohe Übereinstimmung mit der Lage in der Gesamtbevölkerung ist. Und die ist keineswegs so stark F-lastig, wie das die Online-Abstimmergebnisse der Krone vorspiegeln. Denn die Abstimmergebnisse dort sind stark einseitig eingefärbt, weil die Online-Besucher der Krone keineswegs ident sind, mit dem Durchschnitt der Bevölkerung oder dem der Print-Leser.

So, liebe Leserleins, jetzt nochmal das Gewissen erforschen, und dann morgen ein Kreuzerl machen, dessen frau/man sich nicht schämen muss, gell! Oder wollen wir Österreicherleins als die Dodeln Europas da stehen? Hatten wir schon mal bei der HBP-Wahl, die Waldheim gewonnen hat. Das Ergebnis? Der schlechteste HBP der zweiten Republik, den nur ein paar halbhienige Diktaturen im arabischen Raum eingeladen haben (um die Israelis zu ärgern). Waldheim kam kaum aus der Hofburg hinaus und hat dort vor allem historisches Mobilar abgewetzt. Ein Mann, der kein zweites Mal antreten konnte, weil die Leute ihn nicht mehr gewählt hätten. Selbst sehr dumpfbackige Landsleute haben gemerkt, dass der Waldheim der Reputation Österreichs geschadet hat. Und haben das nicht so gern gesehen, gell. Nachher wars dann wieder keiner, der den Waldheim gewählt hat. Sollten wir dieses Mal vermeiden, gell!

Ja, wir haben Herrn Amon gebeten, eine Art „Endwertung“ der Kandidatenrunde vorzunehmen. Voilà! Er hat es gemacht.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Wahl der Qual oder Qual der Wahl?

Gastkommentar von Michael Amon

Keine Sorge, das wird jetzt keine Wahlempfehlung. Ich halte ohnehin nicht viel von all diesen Empfehlungen und Promi-Komitees. Oder wählt tatsächlich wer VdB, weil der verquaste Egomane Heller ihn empfiehlt? Wählt jemand Hundstorfer, weil der unvermeidliche Alfons Haider für ihn ist? Eher unwahrscheinlich.

Daß die Wahlumfragen diesmal besonders nah an Nostradamus (inklusive apokalyptischer Drohtöne für SP und VP) gebaut sind, wird ohnehin nur von einigen Boulevardmedien verschwiegen. Sich also in taktischen Wahlüberlegungen zu ergehen, ist noch unsinniger als sonst (siehe Wien-Wahl!). Was dabei herauskommt, sieht man am Beispiel meines Schriftstellerkollegen Robert Menasse. Erst für Griss, um Hofer zu verhindern, jetzt zwei Tage vor der Wahl doch für VdB, um besonders Schlimmes abzuwenden. Man sollte sich – egal ob „Intellektueller“ oder nicht – keinesfalls dazu hinreissen lassen, auf der Basis fragwürdiger Umfrageergebnissen sein Wahlverhalten auszurichten. Jede und jeder sollte das wählen, was der eigenen politischen Überzeugung (oder von mir aus: dem Bauchgefühl) entspricht. Das ist immer noch gescheiter, als hinter dem Boulevard herzukeuchen – oder hinter wissenschaftlich wenig fundierten Umfragen.

Natürlich kann auch meine Beurteilung der Kandidaten nur eine subjektive sein, auch wenn ich nach bestem Wissen und Gewissen versuche, allen Kandidaten gerecht zu werden. Ich halte nicht viel von Pseudo-Objektivität, die dann hinten herum erst recht eigene Weltsichten transportiert.

Nur zu Lugner will ich mich nicht wirklich äußern. Der hat inzwischen genug Reklame für sein Wiener Einkaufszentrum bekommen. Kaufmännisch nicht unschlau: eine Million in den Wahlkampf gebuttert, und geschätzte 30 Millionen Werbewert lukriert. Politisch ist Lugner dumm, aber deppert ist er nicht. Kann sein, daß er im Endeffekt Hofer so viele Stimmen abnimmt, daß es bei Hofer nicht für den Einzug in den zweiten Wahlgang reicht. Aber, ok, ich gebs zu, das ist eigentlich auch schon wieder ein Blick in die Kristallkugel.

Khol ist ein respektabler Kandidat, wenn man es schafft, zu vergessen, daß er in der aktiven Politik ein echter Halunke war. Oder daß in seinem Raum-Zeit-Kontinuum die Wahrheit ziemlich ratlos herum irrt und meist dort zur Stelle ist, wo Khol gerade eine Rechtfertigung für einen politischen Schwenk benötigt. Daß er nun zuletzt noch Frau Griss die „Bürgerlichkeit“ absprach, ist halt typisch Khol. Er weiß, daß das ein Unsinn ist, aber die Wahrheit hat sich halt wieder einmal woanders niedergelassen. Beim Versuch, doch noch ein paar ÖVP-Abtrünnige für sich zu gewinnen, ist jeder Schmäh recht.

Wobei Khol eindeutig ein exzellenter Wahlkämpfer ist. Sein Pech nur, daß er bei den Leuten nicht so wirklich gut rüberkommt. Selbst die eigene Stammklientel wird bei ihm nicht richtig warm. Mit Ablehnung im Straßenkampf ging er aber souverän um. Er schaffte es, auch Nichtwählern seine Schokoladetaler mit einem Lächeln zu überreichen: „Auch wenn S‘ mich nicht wählen.“ Man muß Khol nicht mögen, aber als Bundespräsident würde er wahrscheinlich gar keine schlechte Figur machen. Intellektuell ist ihm ohnehin nur Van der Bellen gewachsen. Aber bei der Sympathie, da haperts. Daß sowohl VdB als auch Griss in seinem Revier wildern, hat seine Chancen drastisch vermindert. Hofer schadet ihm nicht, der ist nämlich – man sollte endlich diesen Etikettenschwindel offenlegen – keineswegs ein „bürgerlicher“ Kandidat. (Es sei mir erlaubt, auf meinen diesbezüglichen Kommentar in der Presse hinzuweisen: „Ein Lagerwahlkampf, aber nur unter Bürgerlichen“)

Hundstorfer als Kandidat, das war/ist, man kann das heute klar erkennen, eine der vielen Fehlentscheidungen von Faymann. Einerseits wollte Faymann sich offensichtlich einen oft genannten Nachfolger vom Hals schaffen. Auch wenn Hundstorfer nur ein Übergangskanzler gewesen wäre, für einen schnellen Wechsel wäre er gut geeignet gewesen. Jetzt ist er, so die Wahl verloren geht, verbrannt und weg vom Fenster. Zusätzlich hat Faymann in völliger Verkennung der Realität geglaubt, daß die Mobilisierungskraft der roten Gewerkschafter Hundstorfer ins Präsidentenamt tragen würde. Das kommt davon, wenn man sich nur noch in der eigenen, sowohl personell als auch geistig ziemlich beschränkten Clique bewegt, wenn man keine Idee hat, warum man regiert und die große „Erzählung“ fehlt. Faymanns größte Leistung ist wohl die, als schlechtester Kanzler der Zweiten Republik inzwischen bereits die drittlängste Regierungszeit vorzuweisen.

Hundstorfer, im persönlichen Umgang witzig und locker, hat das im Fernsehen nicht „rübergebracht“. Auch hat es sich gerächt, einen Kandidaten zu präsentieren, der eben erst aus der Regierung ausgeschieden ist. Der konnte sich bei einer extrem regierungskritischen Stimmung nicht von der Regierung distanzieren. Dazu kommt, daß Hundstorfer vor zwei Jahren, als die letzten Arbeitsmarkt-Beschränkungen für die EU-Oststaaten ausliefen, kühn erklärt hat, das habe keine Bedeutung, da kämen nur „ein paar Tausend Leute“. Inzwischen ist der Wiener Arbeitsmarkt zusammengebrochen, das Problem des Lohndumpings noch offensichtlicher als schon vor zwei Jahren. Das hat gerade Teile der SP-Stammwählerschaft besonders getroffen. Und bei denen, die noch nicht unmittelbar betroffen sind, starke Abstiegsängste geweckt.

Auch Hundstorfer wäre, abstrakt betrachtet, jemand, der das Amt durchaus ausfüllen könnte. Aber im Wahlkampf, insbesondere im Fernsehen, versprühte er den undiskreten Charme der Bürokratie, wirkte zeitweise unkonzentriert. Kaum jemand hatte das Gefühl: da kämpft einer um das Amt. Bei der letzten Diskussion überwog der Eindruck, er habe bereits aufgegeben. Summa summarum: selbst für Stammwähler ist nicht so wirklich erkennbar, warum man Hundstorfer wählen sollte, bloß weil er der Kandidat der eigenen Partei ist. Nicht auszuschließen, daß Khol ihn überholt (was aber letztlich egal ist). Andererseits: die SP-Wählerschaft ist schwer zu kalkulieren. Vielleicht ist Hundstorfer noch für eine Überraschung gut, besonders wahrscheinlich ist es aber wohl nicht. Immerhin gibt es einen starken Strom von SP-Wählern in Richtung VdB.

Der Kandidat Hofer ist natürlich ein idealer Kandidat für das FP-Publikum. Freundlich, jovial und sehr verbindlich liefert er allerdings inhaltlich ziemlich schwere Kost. Sein letzter Sager, man werde sich „noch wundern, was alles möglich ist“, wenn er im Amt ist, hat sein ohnehin geringes Standing in Sachen „Vertrauen“ nicht gerade erhöht. Insbesondere für alle Nicht-Hofer-Wähler, und das sind nach dem Stand der Dinge rund 75 % der Österreicher, war diese Ansage wenig vertrauensbildend. Die schon seit einigen Tagen in Wiener Politkreisen laufende Diskussion über die FP-Strategie wurde damit bestätigt: Hofer solle den Präsidenten-Job ergattern und durch extensiven Einsatz der BP-Rechte für Instabilität sorgen. Dann würden er und Strache als jene auftreten, die diese von ihnen selbst geschaffene Instabilität beseitigen und die rechte Ordnung wieder herstellen würden. Dieses Szenario wurde durch Hofers Aussage bestätigt. Man erinnert sich jetzt, daß Hofer in diesem Wahlkampf schon einmal davon sprach, seine Wahl würde „Instabilität“ auslösen und zu Neuwahlen führen. Jetzt hat das alles hohe Plausibilität und scheint tatsächlich die eigentliche Strategie der FPÖ zu beschreiben.

Ganz persönlich bezweifle ich, daß Hofer sowohl die Statur als auch die persönlichen Eigenschaften für das angestrebte Amt hat. Warum? Er ist zwar nach außen freundlich, aber jemand, der im Endeffekt nicht nur polarisiert, sondern, wenn es hart auf hart geht, auf Andersdenkende mit Fanatismus und Verachtung (siehe 2er-Duell mit Hundstorfer) reagiert. Daß Hofer die Mutation zum Staatmann und zum Präsidenten für alle Österreicher schafft, kann ich bei seiner bisherigen Performance nur bezweifeln. Ich vermute, daß die große Mehrheit der Wählerschaft das ebenso sieht. Ich glaube nicht, daß Hofer es schaffen wird, die Kehrtwende zu einem gemäßigten Politiker der rechten Mitte zu machen. Schon gar nicht innerhalb der nächsten vier Wochen. Ein schlagender Burschenschafter mit krausem Gedankengut ist – auch bei kritischem Blick auf das Wesen von uns Österreichern – eher nicht das Holz, aus dem Österreicher sich ihren Präsidenten schnitzen wollen.

Immerhin hat sich Hofer als Mann mit dem skurrilen Weltbild eines schlagenden Burschenschafters erwiesen. Sein (von der alten FP stammender) Slogan „Österreich zuerst“ ist die Wurzel der Probleme Europas. Er klingt zwar eingänig und für viele plausibel. Aber genau in dieser Denkweise liegt das Problem: Östereich zuerst, Polen zuerst, Ungarn zuerst etc. Es war dieser enge Nationalismus, der uns im 20. Jahrhundert zweimal in die Katastrophe eines Weltkriegs gehetzt hat. Wenn all diese neuen, rechten Nationalisten in Europa die Oberhand bekommen, dann kann man sich leicht ausrechnen, wann man in Europa wieder mit der Waffe in der Hand übereinander herfällt. Der Nationalismus ist ein Konzept des 18. Jahrhunderts und hat sein Scheitern schon mehrmals hinter sich. Die EU versagt deshalb in so vielen Fragen, weil dieser Nationalismus bis heute nicht überwunden ist. Sagen wir so: die Neue Rechte (und dazu gehört die FPÖ) ist die Ursache jener Probleme, die sie nun vorgibt, lösen zu wollen. Eines Tages wird das auch die Bevölkerung durchschauen.

Frau Griss hat sich wacker geschlagen. Ihr ein wenig unscharfes Geschichtsbild ist vermutlich ihrer steirischen kleinbäuerlichen Herkunft geschuldet. Die Frau hat mit den Nazis nichts am Hut, tendiert aber dazu, die frühen „Anhänger“ als arme Verführte und Getäuschte zu entschuldigen. Das ist reichlich schräg. Die Leute wußten ganz genau, worauf das Nazi-Regime hinausläuft. Hitler & Co. haben ja kein Geheimnis daraus gemacht. Es war den Leuten egal, weil sie sich selbst nicht betroffen wähnten. Der pure, kurzsichtige Egoismus trieb die Menschen an. Die Nazi-Propaganda basierte natürlich auf einem tief verwurzelten und eingeübten Antisemitismus. Aber das entschuldigt nichts. Hier zeigte Frau Griss deutliche Schwächen – vor allem dadurch, daß sie nicht in der Lage war, ihr „Geschichtskonzept“ zu korrigieren. Im übrigen sollte sie imstande sein, sich zu erinnern, ob sie einst Waldheim gewählt hat. Sowas vergißt man nicht, vor allem nicht angesichts der damals recht polarisierten Gesellschaft.

In einer Zeit, da die Rechtsradikalen immer stärker werden, sollte eine Präsidentin diesbezüglich sattelfester sein. Andererseits: ihr 21-Punkte-Programm ist ein Programm, das die Wählerschaft mitte-links durchaus ansprechen kann. Khol hat sich dementsprechend zurecht von vielen Punkten abgegrenzt. Trotz allem ist das Programm noch immer „bürgerlich“. Das Bürgertum reicht ja heutzutage bereits bis weit ins „linke“ Lager hinein. Ob Frau Griss das Amt wirklich ausfüllen kann, traue ich mir nicht zu, zu beurteilen. Ihre Parteiunabhängigkeit ist auch nicht ganz so klar, wie sie sagt. Denn in den OGH kommt man nicht, wenn man nicht von einer Partei vorgeschlagen wird und diese Partei sich davon nicht etwas versprechen würde. Wie man hört, wurde sie einst angeblich von der ÖVP vorgeschlagen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wie auch immer: im Wahlkampf hat sie sich erstaunlich gut geschlagen. Durchaus denkbar, daß sie Hofer noch aus dem Rennen wirft. Aber: Kristallkugel-Vorbehalt. Genieren müßte man sich für sie jedenfalls nicht. So sie in Geschichtsfragen eine gewisse
Zurückhaltung übt (oder sich kompetente Berater zulegt).

Bleibt Van der Bellen. Da ist nicht mehr viel zu sagen, nach all dem, was über ihn bereits geschrieben worden ist. Er hat die Statur für dieses Amt, er hat die Eignung, nicht als Monarch sondern als Republikaner aufzutreten. Moraltriefende, aber wirkungslose Reden à la Kirchschläger sind von ihm nicht zu erwarten. Was dem Amt auch nicht schaden würde. Ob er eine blaue Regierungsbeteiligung verhindern kann (und ob das überhaupt wünschenswert wäre), ist eine andere Frage. Man kann annehmen, daß er im Gegensatz zu Hofer (und der FP-Strategie) vermeiden würde, das Land in eine Verfassungskrise mit all ihrer Instabilität zu führen. Ein grüner Bundespräsident wäre außerdem ein deutliches Zeichen dafür, daß es an der Zeit ist, endlich einige Grundfragen des Überlebens der Menschheit anzugehen. Nicht, weil VdB soviel Macht hätte, sondern wegen eben dieser Symbolwirkung.

Ein grüner Präsident wäre ein Signal für einen Aufbruch zu neuen Ufern. Ganz im Gegensatz zu Hofer: der wäre ein Zeichen für die Rückkehr ins Denken des 19. Jahrhunderts.
Mal sehen, welches der beiden Signale die Österreicher bevorzugen.


 

Elefanten
22. April 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Elefantöses
Gastbeitrag Michael Amon: The Prince is dead

Liebe Leserleins!

Unter einer Elefantenrunde stellt frau sich die Zusammenkunft von Elefanten vor. Der ORF hat die gestrige letzte Grossdiskussion als Elefantenrunde bezeichnet, was zumindest der grazilen Frau Griss gegenüber ziemlich unhöflich war. Auch bezweifelt Ihre Babsy, dass Elefanten eine Runde bilden. Wenn ich mich richtig erinnere, ich bin da auf meine Kenntnise aus dem Dschungelbuch in der Verfilmung von Walt Disney angewiesen, dann gehen Elefanten eher hinter einander her, Rüssel an Schwänzchen sozusagen. Wenn man Disney glauben darf. (Und hier für Fans die ganze Frühpatrouille!)

Neue Erkenntnisse hat die Diskussionsrunde nicht gebracht. Nur ein paar Ausrutscher. Einmal mehr zeigte sich, dass sich hinter Hofers freundlichem Gesicht Abgründe verbergen, die frau lieber nicht im Detail kennen lernen will. Man soll ja niemanden dämonisieren, aber wenn Hofer in der Hitze des Gefechts wieder einmal einen unbedachten Sager loslässt, wäre es schon interessant, was er damit meint. Über das, was er im HBP-Amt machen könnte, sagt er in bedrohlich-raunenden Worten: „Sie werden sich wundern, was alles gehen wird.“ Was er damit wohl meint? Längst macht in Politzirkeln ein Gerücht über die hidden agenda von Hofer und seiner FP die Runde. Die Erringung des HBP-Amtes sei als Hebel ins Kanzleramt gedacht.

Denn alle reden immer nur davon, dass der HBP den Aufstieg ins Amt des Bundeskanzlers verhindern könne. Aber in Wahrheit ergäbe die Diskussion erst umgekehrt einen Schuh: Ermöglichung des Aufstiegs von Strache und Verhinderung einer Konstellation ohne Strache. Szenario: Hofer nimmt den formalen Rücktritt der Regierung, wie sie nach einem Präsidentenwechsel üblich (aber nicht vorgeschrieben) ist an und bestellt einen anderen Kanzler. Der hat keine Mehrheit im Parlament. Es kommt zu Neuwahlen. Hofer geht bis an die Grenzen der gesetzlichen Möglichkeiten und verhindert alle Koalitionen ohne Strache. Dafür riskiert er zur Not auch eine Staats- und Verfassungskrise.

Inmitten dieser Instabilität, die erst von Hofer geschaffen wurde, präsentieren sich die FP und Strache mitsamt HBP-Hofer als Hüter von Recht und Ordnung und hoffen, mit diesem Trick so stark zu werden, dass Strache mit Hilfe versprengter ÖVPler das Kanzleramt ergattert. Hofer würde auch eine Minderheitsregierung von Strache mit Unterstützung von Teilen der ÖVP akzeptieren. Die Schlacht um den HBP ist somit für die FP und Hofer längst eine Schlacht ums Kanzleramt. Natürlich sollen die Wählerleins das vor der Wahl möglichst nicht schnallen.

Vor dem Hintergrund eines solchen Szenarios wird die Aussage von Hofer, man würde sich noch wundern, was alles möglich sei, auf einmal plausibel, klar und verständlich. Der Mann hat sich in seinem Furor verplappert. Er ist halt, das kann frau drehen und wenden wie sie will, der Chefideologe der FPÖ. Mehr als das: ein durchaus fanatischer Politiker, der sehr weit rechts aussen zu verorten ist. Der Mann ist vermutlich kein Wolf im Schafspelz, sondern vielmehr ein Wolf, der sich sein Wolfsfell auf Schaf umfrisieren hat lassen.

Allerdings gelingt Hofer der rätselhafteste Sager des Abends. Daran anschliessend ein Dialog zwischen Khol und VdB mit surrealer Qualität:
Hofer: „Herr Khol ist der Jörg Haider.“ (????)
VdB zu Khol: „Fahren Sie an Porsche?“
Khol: „Na, an Volkswagen!“
Kabarett at it’s best.

VdB zeigt sich überhaupt locker-humorvoll.
Moderatin Turnher stellt eine extrem bescheuerte Frage in Form einer Feststellung:
„Herr Van der Bellen, Sie kann man sich schwer als Queen vorstellen.“ (Sie will wissen, ob die Kandidaten ihren Job eher wie Klestil oder eher wie die Queen ausüben würden – auch das eine recht blöde Frage.)
Antwort VdB extra dry: „Warum?“
Ja, liebe Leute, Ihre Babsy gibt es unverhohlen zu: Mir ist die Waffe Humor deutlich sympathischer als eine Glock, gell!

Wenn man Griss einen etwas irritierenden Blick auf Nazi-Erfahrungen vorwirft, dann muss man Hofers letzte Äusserung noch deutlich irritierender finden. Auf die Frage, ob der 8. Mai – Tag der Erinnerung an die Kapitulation des Nazi-Staates – für ihn ein Tag der Freude sei, antwortet Hofer: „Es ist kein Tag der Freude, wenn Menschen sterben.“ Wie bitte? Da weicht einer aus, weil das ein sattsam bekanntes Sujet der Rechtsrechten ist: die Kapitulation des Nazi-Staates war für diese ein Tag der Niederlage des deutschen Volkes und der Weg in die Gefangenschaft der Aliierten. So einen Tag kann ein teutscher Kulturzugehöriger nicht feiern. Bevor die Schlagenden Burschis bös auf ihn sind, weicht Hofer dieser Frage lieber schwurbelnd aus. Traurig.

Sonstige neue Erkenntnisse? Naja, dass Hundstorfer beteuert, in seinem Ministerium habe es unter seiner Leitung keine parteipolitischen Besetzungen gegeben. Er wisse nicht einmal, welche Parteibücher seine Sektionschefinnen und -chefs hätten. Da lachten Publikum und alle anderen Kandidätchens. Besonders geschüttelt vor Lachen hat sich übrigens der alte Machtdompteur Khol. Na gut, der weiss all zu gut, wie es läuft. Das war schon recht dreist vom Hundsi. Ich frage mich, wie er es geschafft hat, bei dieser Aussage ernst zu bleiben. Wobei ich sagen muss: Hundsi hat erkennbar schon resigniert. Er wirkte unkonzentriert, versuchte die vorbereiteten Themen durchzubringen und machte ansonst den Eindruck, inzwischen im Geiste bereits an Plan B für seine Zukunft zu arbeiten.

Lugner bewies einmal mehr, dass ein geschickter Baumeister nicht unbedingt ein guter Politiker wäre. Ein Teil seiner Gedanken war eher merkwürdig und unterschied sich wenig von der Alltagsrhethorik der FPÖ. Skurril wurde es natürlich auch wieder. Diesmal antwortete er auf die Frage der Moderatorin nach seinem Umgang mit dem Zeremoniell für den HBP mit der etwas unverständlichen Ansage „Wollen wir Kommunismus?“. Äh, ja, auch die Moderatorin war da etwas verwirrt. Damit nicht genug. Die Erfahrung, die er in der Lugner-City mit Diskont gemacht hat, will er jetzt auch aufs HBP-Amt übertragen. Lugner als Diskont-Bundespräsident: „Ich mache es um 500.000 billiger.“ Na, ob wir Österreicherleins wirklich auf diese Art ein paar Netsch sparen wollen? Wie heisst es doch so wundervoll: wer billig kauft, kauft teuer!

Khol versuchte in einem letzten Anfall von Verzweiflung doch noch einige ÖVP-Wähler abzuschrecken, Griss zu wählen, indem er versuchte, diese links von Van der Bellen einzustufen. Ein recht durchsichtiges Manöver, dass Frau Griss mit dem adjektiv „bösartig“ beantwortete und damit, dass sie ihm, Khol, so eine Bösartigkeit nicht zu getraut hätte. Was wieder einmal die politische Unerfahrenheit von Frau Griss bewies. Dem Vater aller Wahrheiten sollte man so ziemlich jeden politischen Untergriff und so ziemlich jede politische Bösartigkeit zu trauen. Der Mann hat immerhin einmal gesagt, dass er „die roten Gfrieser nimmer sehen kann“. Gutartig sieht anders aus, gell!

Hofer war seiner Zielgruppe adäquat. Die hat er durchaus souverän bedient. Aber über den Kreis der FP-Sympathisanten wird er mit seinen Aussagen nicht hinaus kommen. Das wird zwar wahrscheinlich für den zweiten Wahlgang reichen. Aber dann? Wie kratzt man die Kurve, ohne aus ihr rauszufliegen?

Frau Griess war souverän und langweilig (was ich für einen Vorteil halte, spannend dürfen Krimis sein, nicht eine HBP). Dass sie bei historischen Fragen rund um die Nazi-Zeit eher merkwürdig agiert, ist zwar auffällig. Sie hat da keine tiefen Kenntnisse und gibt halt das wieder, was in manchen bürgerlichen Kreisen so geredet wird. Die armen Verführten und so. Sie täte gut daran, solche Themen mit nur einem klugen Satz abzutun. Denn für eine heutige HBP ist eher relevant, wie der neue, gefährliche Rechtsradikalismus tickt. Dazu braucht man keine tiefen Kenntnisse des Naziregimes, sondern Einblick in gegenwärtige Vorgänge. Da hätte sie sich recht gut gegen Hofer in Stellung bringen können. Gerade im bürgerlichen Lager gibt es ausreichend farbentragende katholische Verbindungen, die mit den Schlagenden Verbindungen des Herrn Hofer nichts zu tun haben wollen und für Frau Griss ansprechbar wären. Aber gut, jetzt ist es ein bisserl spät. Alles in allem lieferte sie einen seriösen und guten Auftritt. Könnte es sein, dass sie Hofer überholt?

Souverän auch Van der Bellen, der es schaffte, weit über das grüne Publikum hinaus zu wirken. Sein Auftritt war mehr als gelungen. Da stand einer, der so locker agierte, als ob er das Amt schon hätte. Hier stand ein HBP, den viele, vielleicht sogar eine Mehrheit der Österreicherleins sich wünschen: cool ohne distanziert zu sein; die nötige Portion Witz, wie sie in Österreich geschätzt wird; unaufgeregt und sachlich firm. VdB präsentierte sich glaubhaft als würdiger Nachfolger von Heinz Fischer.

Alles in allem: wir vom Team würden in einem zweiten Wahlgang Griss gg. VdB die eigentliche ideale Alternative sehen. Zwei Kandidätchens, die seriös und verantwortungsvoll sind, das Amt realistisch sehen, eine gute Figur machen und doch zwei sehr verschiedene Arten der Amtsausübung erwarten liessen. Bei diesen beiden hätten die Wählerleins eine wirklich gute Alternative, ohne sich über eine etwas undurchsichtige Person mit einer undurchsichtigen Agenda wie FP-Hofer den Kopf zerbrechen zu müssen.

Aber in weniger als als sechzig Stunden werden wir mehr wissen!
Leute, holt die Mäntel aus dem Kasten. Es wird huschikalt an diesem Wochenende. Auch in so mancher Parteizentrale, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


The Prince is dead!

Ein Beitrag von Michael Amon

Er war keiner der Heroes meiner Jugend, dafür war ich schon zu „alt“, denn als der Stern von Prince Mitte der 1980er aufging war ich dreißig. Aber nach dem öden musikalischen Beginn der 1980er-Jahre war er mehr als nur ein Lichtblick. Gerade als „Gegenspieler“ von Michael Jackson war er für mich von Bedeutung. Bei Jackson waren die schwarzen Wurzeln bis zur Unkenntlichkeit wegretuschiert – nicht nur in der Musik. Jackson schreckte auch nicht davor zurück, seinen Körper so bearbeiten zu lassen, dass man von seiner schwarzen Herkunft möglichst wenig erkennen konnte. Auch wenn viele Schwarze Prince ebenfalls vorwarfen, vor allem das weisse Mainstream-Publikum bedienen zu wollen, so war das grundfalsch.

Prince stand immer zu seinen schwarzen Vorbildern und verleugnete sie auch in seiner Musik nicht. Zuallerst zu nennen wäre da „Godfather“ James Brown, dessen frühe Form des Funk er aufnahm und weiterentwickelte. Besonders auffällig seine Affinität zur Gitarren-Arbeit von Jimi Hendrix. Auch Einflüsse von Maceo Parker oder Miles Davis sind unüberhörbar. Eine Musik, die zwischen Funk, Rock, Pop, Blues, Jazz und psychodelischer Elektronik chargiert – und doch klingt wie aus einem Guss. Das Prinzip seiner Musik war Eklektizismus. Doch er schaffte es, daraus unverkennbare Prince-Musik zu machen.

Dass Prince sich mehr und mehr mit dem herkömmlichen Musik-Business überwarf, ist eine spezielle Facette seiner Persönlichkeit und auch heute noch schwer deutbar. Was ihn dabei wirklich umtrieb, lässt sich kaum beurteilen. Letztlich landete er doch wieder bei Warner Brothers. Angeblich mit einem Vertrag, der ihm die Kontrolle über sein Werk wieder zurückgab. In den vertragsfreien Jahren war er „The Artist formerly known as Prince“ (TAFKAP).

Im Anhang einige Videos von Prince. Ich habe versucht, nicht das auszusuchen, was ohnehin alle kennen bzw. nicht so bekannte Versionen zu nehmen. Das war nicht leicht, da viele Titel für das Internet gesperrt sind. Die Auswahl soll einige der Facetten von Prince zeigen. Für mich das beste Album von Prince ist nicht „Purple Rain“, sondern „Sign O’The Times“, einfach weil sich dort das ganze musikalische Universum von Prince offenbart.

Noch ist ungeklärt, wie Prince wirklich starb. Nach einer scheinbar übergangenen Grippe wurde er am Wochenende noch drei Stunden im Spital untersucht und dann heimgeschickt. Gestern wurde er in seinem Haus, in dem sich auch die Studios befanden, tot im Aufzug aufgefunden. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Inzwischen gibt es Gerüchte, Prince habe einen für Rockmusiker arttypischen Tod erlitten: eine Überdosis Drogen. Bestätigt ist das derzeit noch nicht.

Prince wäre im Juni 58 Jahre alt geworden. Die Queen wurde gestern 90.

Erneut ist einer der Grossen der letzten Jahrzehnte gegangen.
„One by one they perished and died“ singt Eric Burdon in „Black Plague“.
Wir sitzen und zählen die Verluste. Die Welt wird leerer.
Die Platten und die Musik, die bleiben.
Zumindest ein Weilchen noch.



 

Wettersturz
21. April 2016

Heute:
Babsy Blitzschnell über Wintereinbruch und so

Liebe Leserleins!

Es scheint, als wolle sich das Wetter am Sonntag ziemlich symbolhaft geben. Denn wenn die Wetterfrösche recht haben, dann kommts zu einem eisigen Wettersturz mitsamt Wintereinbruch. So ähnlich aber soll es auch den kleinen Grossparteien mit ihren Kandidaten ergehen, wenn man den Wahlfröschen glauben darf. Denn das Scheitern von Hundsi und Khol gleich im ersten Wahlgang, das wäre für diese Parteien sowas wie der Wintereinbruch. Mitsamt rutschiger Schneefahrbahn bis zur nächsten Wahl.

Natürlich ist das Gerede von Neuwahlen Unsinn. Denn die Regierungsparteien werden sich angesichts der Umfragedaten lieber bis 2018 durchwursteln. Allerdings ohne Mikl-Leitner, denn die hat gestern mit fröhlichem Lachen absalutiert. Wenn man die lauthals lachende Frau Ex-Minister gesehen hat, ahnte man, wie extrem deren Überforderung war. Die Dame ist aus dem Ministerium geflüchtet, Pröll warf den Rettungsreifen. Nur mit dem Werfen der Rettungsreifen für die im Mittelmeer absaufenden und ertrinkenden Menschen klappt es weniger gut. Mit ein Grund, warum Mikl-Leitner das Weite gesucht hat.

Selbst wird die Regierung also nicht zurücktreten. Eine neuer HBP wird sich da auch nicht die Finger verbrennen. VdB und Griss haben ohnehin schon erklärt, sie würden die Regierung im Amt belassen. Nur Wolfsschaf Hofer will die Regierung in die Wüste Gobi (© Andreas Khol) schicken. Liebe Leute, der Mann springt als Tiger weg und wird als Bettvorleger landen. Denn natürlich wird Hofer an genau den Fakten scheitern, die schon Klestil einst zwangen, blau-schwarz mit angewidertem Gesicht an zu geloben.

Ihre Babsy fragt sich ohnehin, wie der Hofer im zweiten Wahlgang, wenn er ihn denn erreicht, die Kurve kratzen will. Derzeit bietet er ein Programm und Inhalte, die nur die FPÖ-Kernschichten ansprechen. Für den zweiten Wahlgang wird er sich als HBP für alle Österreicherleins darstellen müssen. Das wird nicht leicht. Denn derzeit wird sein Programm von rund 70 % der Österreicherleins abgelehnt. Ein HBP für alle sieht anders aus. Und selbst wenn Hofer propagandamässig die Kehrtwende schafft: Wer wird ihm das abnehmen? Der Mann ist, das zeigt sich immer mehr, ein radikaler, sehr weit rechts stehender Fanatiker. Das sah man in seinen Augen, als er gegenüber Hundstorfer die Fassung verlor.

Am 19. 4. wurden auch neue Daten von meinungsraum.at veröffentlicht. In der HBP-Frage liegt hier VdB (Rohdaten: 20 %, hochgerechnet 26 %) vor Griss (18/24) und Hofer (17/22). Alle anderen Kandidaten sind weit abgeschlagen. Interessant, dass Hofer bei der Vertrauensfrage sehr schlecht und nur vor Lugner liegt. An der Spitze liegt Vdb vor Griss. Beim Wert „Abneigung“ gegen einen Kandidaten liegt Hofer sogar vor Lugner in Führung. Den besten Wert erzielt hier Griss vor VdB.
Wenn man diese Umfrage ernst nimmt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Duells zwischen Griss und VdB im zweiten Wahlgang die wahrscheinlichste Variante. Hofer schreckt zu viele Leute ab (was auch unserer subjektiven Beobachtung entspricht). Aber wir wissen es alle nicht, gell!

Dass ein angeblicher Investor einer Gemeinde droht, wenn keine Baugenehmigung für ein riesiges Stadtverschandelungsprojekt gegeben wird, werde man halt ordentlich viele Flüchtlinge einquartieren, ist ein starkes Stück. Sowas ist in unserem Land natürlich keine Erpressung, sondern nur eine Entscheidungshilfe, gell. Da muss dann der Bürgermeister verdammt vorsichtig formulieren, jeden Erpressungsverdacht dementieren, weil sonst hat er den Nachtscherm auf, weil der Investor dann vor Ärger seine Entscheidungshilfe wahr machen könnte. Man muss sich schön langsam wirklich Sorgen um den Rechtsstaat machen.

Zum Beispiel auch dann, wenn man hört, wie der Maischberger freigesprochen worden ist. Es gäbe zwar massive Ungereimtheiten, aber, leider, leider nicht nur beim Was-war-meine-Leistung-Maischi, sondern laut Richter auch in der Anklageschrift. Seit Jahren miachtelt es in Österreich an allen Ecken und Enden, und was ist das Ergebnis? Freisprüche! Natürlich wurde Maischberger nicht von einer linken Jagdgesellschaft gehetzt, sondern nur von den Furien der Geldgier. Eher scheint es schon so zu sein, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft ihre Arbeit nicht ordentlich macht.

Mit Ausnahme des Kleinkriminellen Strasser, der ordentlich eingetunkt wurde, weil er recht patschert war, fallen Ihrer Babsy so auf die Schnelle keine „glamourösen“ Fälle ein, in denen es gelungen wäre, zu soliden Verurteilungen zu kommen, obwohl es bis zum Himmel stinkt. Sind die Korruptionisten dieses Landes so schlau und so geschickt, ist die Staatsanwaltschaft so unfähig – oder darf die Staatsanwaltschaft nicht fähiger sein? Natürlich gilt für alle in Frage kommenden Betroffenen die Unschuldsvermutung. Woher der komische Geruch und das merkwürdige Geschmäckle stammen, die uns in diesem Land andauernd umgeben, wird auch in diesem Fall wohl nicht geklärt werden.

Im Interview mit dem dem Standard hat HBP-Kandidatin Griss sehr eindeutig zu den martialischen Tönen am Brenner und in der Flüchtlingsfrage ganz allgemein Stellung genommen: Es liegt keine Notlage vor. Eine Notlage ist erst dann gegeben, wenn man die Anträge nicht mehr bewältigt, keine Unterkünfte mehr schaffen kann, wenn Aufruhr droht. Ob ein Notstand gegeben sei, wenn die „Obergrenze“ erreicht werde? Antwort Griss: „Das wäre ja ein Witz, wenn das so ginge. Dann könnte die Regierung durch die Festsetzung einer Obergrenze die faktischen Zustände, die gegeben sein müssen, erst setzen. Nein, es muss eine Notsituation sein. … Mich stört an der öffentlichen Diskussion diese martialische Rhetorik. Das schürt Ängste, bringt vielleicht Stimmen, aber ich glaube den Falschen.“ Leicht zu erkennen: man kann die Asyldebatte auch ohne Schaum vor dem Mund und ohne pathologische Reflexe führen. Die Politik soll den Menschen Ängste nehmen, nicht Ängste schüren.

Wenn die Regierung jetzt an allen Ecken und Enden Zäune bauen will, zeigt das ein unglaubliches Mass an Unfähigkeit. Selbst Burgenlands Landeshauptmann Niessl hat erklärt, er brauche Grenzkontrollen, nicht Zäune. Die ganze Zaunbauerei wird sich als nutzlos erweisen, wenn die Fluchtbewegungen anhalten und sich bei warmem Wetter wieder verstärken. Schon jetzt geht es im Mittelmeer auf der Lybien-Italien-Route wieder rund.

Was dort geschieht, ist kein unvorhersehbares Naturereignis, sondern Folge einer total falschen Lybien-Politik. England, Frankreich und die USA hatten beschlossen, Ghadaffi um jeden Preis zu beseitigen, ohne eine Nachfolgelösung zur Hand zu haben. Die Folge war ein weiterer failed state. Sich jetzt mit Abschottung aus der Verantwortung zu stehlen, spricht allem Hohn, wofür man zu stehen vorgibt. Eine nicht zu vernachlässigende Ursache für die Flüchtlingsströme ist die fehlende und verfehlte EU-Aussenpolitik.

Erdogan hat eingefordert, die EU möge endlich die Visafreiheit für Türken beschliessen. Sonst könne man sich das ganze Flüchtlingstauschprogramm in die Haare schmieren. Es stellt sich die Frage, was an diesem Programm eigentlich sechs Milliarden, Kuschen vor Erdogan und Visafreiheit wert sein soll! In den fast drei Wochen seit in Kraft treten wurden höchst effizient grosse Massen bewegt: etwas über 300 Menschen wurden in die Türkei verfrachtet, rund 120 Leute an die EU übergeben. Dieses Programm entpuppt sich immer mehr als das, wofür wir es von Beginn an gehalten haben: ein Schmäh zur Beruhigung der Bürgerleins.

Weil Österreich so aktiv am Brenner ist, spart es sich allem Anschein nach, die Verpflichtungen aus dem Vertrag mit der Türkei zu erfüllen. Auch wenn man den Vertrag für groben Unfug hält, er ist unterschrieben und gilt. Österreich hat bisher weder seinen Anteil von rund 49 Millionen Euro bezahlt, noch die zugesagten rund 1.900 Plätze für Flüchtlinge an die EU gemeldet. Bisher haben 16 von 28 Staaten ihre diesbezüglichen Verpflichtungen erfüllt. Auch so „funktioniert“ das vereinte Europa.

Die Queen ist heute 90. Wer von uns Lebenden kann sich daran erinnern, dass sie einmal nicht die Queen gewesen ist??? Ihre Babsy schätzt, Prinz Charles wird im jugendlichen Alter von ungefähr 80 auf den Thron gehoben werden. Oder eher später. God shave the Queen!

Ja, liebe Leute, wir leben in einer sonderbaren Welt, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Heute als letzte Wahlhilfe der Long-Drink für VdB-Fans.

Green Bobo
4 cl Zitronensaft, 1 cl Zuckersirup, 3 cl Pfefferminzsirup, 4 cl Wodka

Alle Zutaten in ein Longdrink-Glas schütten. Mit einer Fahrradspeiche umrühren. Wegen des ungesunden Alkohols wegleeren.
Nochmals mixen, diesmal den Wodka durch Gurken- oder Erdäpfelsaft ersetzen. Mit der Fahrradpumpe aufschäumen. Unter dem Ruf „Gsundheit“ dem Sitznachbarn/der Sitznachbarin einflössen. Danach schnell abhauen.

Dazu gibt es heute gleich zwei Wahlplakate für VdB. Beachten Sie die Warnungen des Gesundheitsministeriums!

hbp_wahlplak_vdb_02

hbp_wahlplak_vdb_01


 

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