Archive for November 2011

Verarschen kann ich mich selbst!
29. November 2011

Wissen Sie was ein Swap ist? Nein? Na gut, macht nichts. Der Linzer Bürgermeister weiß es auch nicht. Blöderweise hat er aber geswoppt! Er natürlich nicht. Bei unbedeutenden Beträgen, affigen 200, 300 oder 400 Millionen Eurönchen, den genauen Betrag scheint niemand zu kennen, kann man sich nicht selbst kümmern. Dafür hat man Unterläufeln. Und wer kann den genauen Betrag schon nachrechnen. Nicht einmal die paar Streber unter uns, die in Mathe nicht eingeschlafen sind, sondern aufgepasst und immer brav das Pfoterl gehoben und nachgefragt haben.

Dabei ist die Formel ganz einfach, rechnet man locker mal runter:

Wer jetzt ein grimmiges Gefühl im Bauch hat, so in der Art: wenn ein Ding so eine Formel hat, mache ich lieber einen großen Bogen rum, dem gehts wie Gmundl. Um sowas macht er einen Bogen. Einen riesigen Bogen. Einen riesigen Riesenbogen. Weil da fliegt einem glatt das Blech weg, weil man nicht durchsteigt. Man muß halt auf ein paar Kröten verzichten. Ist nicht der Job vom Bürgermeister in der Bank zum bunten Casino das Geld der Bürger (manche nennen es Steuergeld) zu vermehren. Klappt nämlich meist nicht und das Pinkepinke wird weniger. Zaster her, sagt dann nicht nur eine ausgeflippte Innenministerin (hat die der Muhri, einst KPÖ-Vorsitzender, jetzt scheinbar Untoter=Vampir, gebissen?). Zaster her, sagt die Bank. Aber man war nur dann ein guter Politiker, wenn man ein cleverer Politiker war. Ein cleverer Politiker war man aber nur dann, wenn man den Tanz ums Goldene Kalb mitgemacht hat – an den Börsen, beim Anlegen von Steuergeldern. Da war man richtig clever und gut. Solange es gut gegangen ist. Blöd gelaufen. An der Börse läuft es nämlich irgendwann immer blöd. Dann bist du der Blöde. Oder der Bürgermeister. Aber am Ende doch wieder du selbst, weil du brennst wie ein Luster. Steuern. Oder sie reissen dir zwecks Einsparung das Spitalsbett unter dem wundgelegenen Arsch weg.

Weil die Gemeinde mit dem cleveren Bürgermeister nicht zahlen will, wir reden von Linz, aber Linz ist überall, dackelt der rote Exchef der exroten Bank zum roten Bürgermeister. Um einen Vortrag zu halten. Über den Swopp, wie wir Lateiner den Swap aussprechen. Ein ziemlich spät kommender Vortrag. Wurscht! Versteht ohnedies jeder nur Bahnhof, wenn überhaupt. Und der rote Exbanken-Chef weiß auch nichts Genaues. Es hat nämlich die vierte Entscheidungsebene unter ihm entschieden. Dort hockt scheinbar ein Mathe-Genie und entscheidet. Weil der Exbank-Chef, jetzt Notenbankboss, auch nicht weiß, was fj ist.

Jetzt kratzt sich Herr Gmundl zweifelnd am Kopf. Wozu braucht man diese Kerle noch, einen Bürgermesiter, einen Bankdirektor, all diese Oberläufel, wenn sowieso die Unterläufel entscheiden? Die Gemeinderatsabgeordneten haben dafür gestimmt, weil es der jeweilige Klubobmann angeschafft hat. Der muss wissen, was sie tun. Weiß er aber nicht, denn ihm hat der Unterläufel angeschafft, was er anzuschaffen hat. Und ganz oben galt: nichts sagen, nichts hören, nichts sehen.

Für normal brauchst dazu drei Affen:

Hier haben zwei gereicht.

Und dem Herrn Gmundl reichts auch. Verarschen kann er sich selbst. Und demnächst haben wir in Biologie den Default Credit Swap. Da werden die Bürger erst Augen machen. Verzweifelt die Taschenrechner zücken. Während die Oberläufel den Schlaf der Cleveren schlafen.

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Gmunden stirbt!
21. November 2011

Ja, das klingt dramatisch und es ist dramatisch. Aber machen wir uns nichts vor, schlendern Sie mit Gmundl durch Gmunden. Neue Geschäfte können gar nicht so schnell aufsperren, wie die alten zusperren. Selbst wenn zweitausend neue Parkplätze am Rathausplatz geschaffen werden! Selbst wenn die Autos auf Traunsteinhöhe übereinander gestapelt den Blick aufs Rathaus versperren! Keine Sau wird in die Stadt einkaufen fahren. Der Zug der Lemminge zieht ins SEP. Kein Wunder: man hat – schon bevor Gmundl zögerlich das Licht der Welt erblickt hat – draußen vor den Städten die Einkaufszentren wuchern lassen. Die Raumplanung war echt am Arsch. Haben die wirklich geglaubt, dass die Innenstädte das überleben? Da kann der Köppl nackert Hula tanzen, und es werden nicht mehr Leute in die Stadt zum Einkaufen fahren. Da kann die Gemeinde die Straßen mit Parkmünzen pflastern, die Sau ist aus dem Stall und nicht mehr einzufangen.

Wie hirntot muss man übrigens sein, um auf die Idee zu kommen, den Ausseern ihr BA auf dem Autokennzeichen wegzunehmen? Da berauschen sich ein paar Bürokraten an einer Einsparung, die nicht einmal für einen ordentlichen Vollrausch in der Gmundner Beislszene (auch nicht mehr, was sie einmal war!) reicht!

Der neoliberale Wahn zerstört unsere Klein- und Mittelstädte endgültig. Eine Schuldenbremse in die Verfassung zu schreiben ist grenzdeppert. Anders kann man es nicht sagen. Weiß irgend jemand, was nächstes Jahr ist? Oder 2015? Von 2020 reden wir erst gar nicht. Sich da per Verfassung Fesseln anzulegen, ist schwachsinnig. Wie sollen die Städte das schaffen? Haben jetzt schon kein Geld. Klar kann man sparen. Ein paar Beamte weniger, keine Knete für Stadträte, den Bürgermeister auf den Durchschnittslohn eines normalen Hacklers herunter setzen. Den roten Vizebürgermeister (wie hieß er schnell?) abschaffen. Den schwarzen auch. Alles sehr löblich, kann man machen. Löst aber die Finanzprobleme nicht.

Der Neoliberalismus bringt uns um. Obwohl alle beteuern, damit nichts mehr am Hut zu haben, man hat aus der Krise angeblich gelernt, machen alle weiter mit dem neoliberalen Sackhüpfen. Da kannst dich nur mehr aufdröhnen. Welcher Vollkoffer ist auf die Idee gekommen, das Postmonopol abzuschaffen? Die Post muss Gewinne machen. Schmeißt Leute raus, sperrt Filialen zu. Dafür haben wir jetzt Postpartner. Die können zwar nur die Hälfte von dem, was ein Postamt kann, und sperren auch oft recht schnell wieder zu. Aber dafür ist jetzt alles viel, viel billiger. Stimmt nur nicht. Voll uncool. Ungenial. Portokosten, dass der Kessel dampft. Und der Tod der Innenstadt in Gmunden, weil nämlich jeder, der was von der Post braucht, muss jetzt in die Stadt hinein fahren. Weil es nur dort all die billigen teuer gewordenen Postleistungen gibt. Also düsen wir alle mit unseren Benzin- und Dieselkutschen in die Stadt auf die Post. Von dort dann ins SEP, weil keine Sau in der Stadt einkaufen geht. Die Post ist also dank Privatisierung teurer geworden, verursacht ökologisch grausame Beutezüge zur Post in der Stadt, und außerdem kurven noch einige private Zustelldienste durchs Dorf, wo früher nur der Postler gefahren ist. CO2 müßte man sein!

Wenn man angesichts all dieses Unsinns ohnmächtig wird, kann man nur hoffen, dass es im Vöcklabrucker Spital nicht gerade brennt, und dass in Gmunden die Ambulanz noch offen ist. Sonst bleibt man lange ohnmächtig. Vielleicht für immer. Wenns blöd hergeht. Wir sparen uns wahrhaft zu Tode!

Die Touristen bleiben auch aus. Welcher Eintagestourist hatscht schon zu Fuß auf den Grünberg? Das Hotel, wir erinnern uns, was Gmundl vorige Woche schrieb, ist eben doch mehr Gerücht als Ereignis. Jetzt hat es sogar einer laut ausgesprochen: mit dem Dorf in Obertraun, den Hotelneubauten in Ischl, Ebensee und am Wolfgangssee ist der Zimmerbedarf im Salzkammergut gedeckt. Gebt die Infelix-Hotelgründe endlich der Bevölkerung zurück!

Und nehmt die Menschen endlich ernst! Verarschen können wir uns selbst, dazu brauchen wir keine Politiker, die sich mittels Schuldenbremse selbst entmündigen.
Zu Tode gespart ist auch gestorben!

Das Geisterhotel „Lacus Infelix“
14. November 2011

Untertitel: Und täglich grüßt das Murmeltier

In Gmunden wundert sich nicht einmal mehr das Murmeltier, wenn es um Hotelfragen geht.
Der Filmheld wacht zu allerletzt neben seiner geliebten Rita auf. Ob wir Gmundner am Ende des Films aber neben einem Hotel erwachen, ist zweifelhaft. Sehr zweifelhaft! Sogar eine Frohnatur wie Herr Gmundl stürzt da in tiefste Verzweiflung.

Seit Ewigkeiten, weiter zurück als das Gedächtnis von Herrn Gmundl reicht, hat sich kein neues Hotel in Gmunden behaupten können. Und alte haben zugesperrt. Bis heute hat niemand Herrn Gmundl erklären können, warum das geplante Hotel jetzt ein glückliches (felix) werden sollte. Da tippt man eher auf infelix, was Latein ist, welches die alten, aber auch die jungen Römer gesprochen haben. Zutreffend heißt „infelix“ nicht nur „unglücklich“, sondern auch „unheilvoll“, sagt zumindest die ältere Gmundl-Schwester, die welche noch Lateinunterricht gehabt hat.

Wenn das Hotel so ein tolles Geschäft wird, da fragt sich Gmundl ganz naiv, warum legt dann der Betreiber des Projekts die Kohle nicht selbst auf den Tisch? Warum nur 5 % vom eigenen Flieder? Ist doch voll krass, oder? Wo sollen denn dann jene Investoren herkommen, die so deppert sind, 95 % zum Fenster rauszuwerfen, direkt in den See hinein. Oder in der aufgeschütteten Insel zu verbuddeln. Noch krasser!

Haben vielleicht gar jene richtig geraten, die fest überzeugt sind, dass der ganze Hotelbau ein Schmäh ist, dass nie gebaut werden wird? Dass der ganze Trubel nur dazu dient, ein Grundstück dank des vielen Getöses unauffällig vom öffentlichen Eigentum ins private Eigentum zu übertragen: Willkommen all ihr Bürgerinitiativen gegen das Hotel, wunderbar, lenkt nur ab vom wahren Deal, ohne dass ihr es selbst schnallt! Chillout für Spekulanten? Ist es wahr, dass man gar kein Hotel bauen, aber den Gewinn aus dem Grundstück einstecken will?
Echt lässig die Typen, die sich so was ausdenken. Aber so böse ist doch niemand, wirft Herr Gmundl ein. Außerdem, darauf legt Herr Gmundl Wert, gilt für alle möglichen Beteiligten ausdrücklich die Unschuldsvermutung. Wir sind hier in Österreich. Da ist die Unschuldsvermutung Bestandteil der alpenländischen Folklore.

In der arabischen Wüste, in den Golfstaaten, wo ein paar Wahnsinnige ein Hotel nach dem anderen hinknallen, samt Schifahr-Halle für die Oberwahnsinnigen, steht jetzt der Bau von 250.000 Hotelbetten still. Krise! Falls es noch niemand bemerkt hat. Da haben die Investoren Knieschlottern und Dollarsperre. Knetesperre in jeder Währung. Echt abgefahren, wenn da wer glaubt, die Flocken würden gerade über dem Traunsee herunterschweben. Ein Hotel in Gmunden, direkt am Traunsee, das ist sowas von nicht angesagt, da tanzt sogar die Schlafende Griechin ab.

Wir haben ja in der Volksschule rechnen gelernt. Zumindest ein paar von uns. Aber die echten Rechenkünstler sind nicht in die Politik oder in die Wirtschaft gegangen. Weil die Leute dort checken nichts. Halten sich aber für urcool. Soll sein. Aber dann sollen sie uns nichts vorrechnen. Nämlich: das Hotel rechnet sich nie und nimmer. Weder am St. Nimmerleinstag noch nach dem Jüngsten Gericht. Bei 35 läppischen Mille Baukosten. Herr Gmundl hat einen Experten befragt. Nicht so einen Experten, wie sie hier immer herumlaufen: Keramik-, Wellness-, Seilbahn-, Uni-, Tunnel- und Expertisen-Experten. Nein! Einen wirklichen, einen, der sich auskennt und sagt, was Sache ist. Also: bei diesen Kosten muss das Hotel eine Auslastung von 80 % mit Vollzahlern haben. Also keine billigen Reisegruppen. Auch keine Sonderangebote bei Billa-Reisen. Oder Hofer-Reisen. Weil die bringen auch gleich die Konserven vom Hofer mit. Und statt im Hotelrestaurant zu essen, picknicken die beim Billa. Klauen beim Schlecker. Da verdienst nichts. Sagt der echte Experte. Er glaubt nicht, dass das Hotel überhaupt gebaut werden soll.
Warum dann das ganze Theater? Der Experte lächelt geheimnisvoll. Da will er sich nicht festlegen. Ein Bluff vielleicht. Das Grundstück ist halt viel wert. In schlechten Zeiten der Wirtschaftskrise ist es besonders viel Wert. Die Gemeinde tut nichts, wie man sieht. Die verlangen das Grundstück nicht zurück, obwohl nicht gebaut wird. Und wenn weiter nicht gebaut wird, und sie verlangt es wieder nicht zurück? Haha, lacht der Experte. Dann schaut die Öffentlichkeit durch die Finger. Dann hat einer das teure Grundstück billig bekommen. Und wir alle sind die Depperten.
So läuft das eben in der Wirtschaft, sagt der Experte, einer hat immer das Bummerl, und der andere hat das Geld. Sauwirtschaft, sagt Herr Gmundel, das ist eine Sauwirtschaft. Wieso wird eigentlich die Änderung der Flächenwidmung und des Bebauungsplanes für das neue Projekt genehmigt, obwohl die fachlichen Stellungnahmen negativ ausgefallen sind? Was läuft hier? Oder: was läuft hier nicht? Der einfache Herr Gmundl muss nicht alles verstehen. Tut er auch nicht. Wenigstens die Gmundner Grünen haben aufgeschrieen. Und haben recht, wenn sie von „vertraglich geregeltem Vertragsbruch“ schreiben (Brennnessel 10/2011).

Leutln, wehrt euch! Das Seegrundstück gehört zurückgekauft. Der Bevölkerung zurückgegeben. Als Badeplatz und Erholungsfläche.
Wo ist eigentlich die SPÖ? Wo ist der demokratiebewegte Vizebürgermeister Dickinger, der doch über alles Unmögliche die Bevölkerung befragen will? Nur übers Mögliche nicht! Da beschließen die oö. Roten eine Millionärssteuer, um die Reichen zu rupfen. Und ermöglichen diesen Reichen Millionengeschäfte mit öffentlichem Gut. Der Grund wurde von Asamer um 127,– Euro pro m2 gekauft. Ab dem 1. 1. 2026 kann – laut neuem Vertrag – Asamer das Grundstück ohne weitere Pönale unbebaut lassen. Und das nackerte Grundstück um saumäßig viel Geld verkaufen. Gut berechneter Zeitpunkt. Dann ist nämlich der Gewinn aus dem Grundstücksverkauf auch schon steuerfrei gestellt. Den Seinen gibt’s der Herr (oder eine Gemeinderatsmehrheit von Gmunden) im Schlaf!
Kein Wunder, wenn dafür die Bürger umso schlechter schlummern. Aber sie werden aufwachen. Wenn sie schnallen, dass man sie vergackeiert hat, werden sie auszucken bis der Traunstein wackelt und der Gschliefgraben wieder rutscht.

Die Massen sind hier
11. November 2011

Man glaubt es nicht: hier sind unglaublich viele Leute, die sich umsehen. Fast schon ätzend viele.

Wir nähern uns der Zahl von 750 Besuchern allerlei Geschlechts. Wahnsinn! Bezogen auf die Einwohnerzahl von Gmunden, wow!

Gmunden hat ca. 13.000 Einwohner – schnell wegziehen, wer abergläubisch ist. Aber 5,8 % haben uns gelesen. Das reicht schon für den Einzug in den Gemeinderat. Shit, nicht alle, die hier mitlesen, würden das Team Gmundl wählen. Verstehe das, wer will. Aber worauf wir Wert legen ist, dass wir den Namen „Team Gmundl“ nicht dem Team Köppl gestohlen haben vom letzten ÖVP Wahlkampf. Sowas tun wir nicht. Gehört sich nämlich nicht. Und wir wissen, was sich gehört.

5,8 %, das heisst, dass wir in fast jedem Gmundner Haushalt gelesen werden. Da hüpft das Herz vor Freude. Richtig hoch hüpft es, das Herz.

Aber lustig wäre es schon, das Team Gmundl im Gemeinderat. Mit Kapuze. Weil man im Gemeinderat nicht immun ist. Nur im Nationalrat ist das anders. Oder ist man auch im Gemeinderat immun? Darf man dann schimpfen, und muss keine Angst haben? Da wir schimpfen wollen und schimpfen müssen, täten wir eine Kapuze brauchen im Gemeinderat.

Jetzt sind wir sofort wieder ernst. Schon bald kommt der neue Blog. Wird wieder Stadtgespräch sein. Wie es sich gehört. Eben, weil wir wissen, was sich gehört.

Unser nächstes Thema hat was mit der Hotellerie zu tun. Es darf geraten und gerätselt werden. Aber bald lichten sich die Nebel.

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