Die Wahrheit über den Asamer …

Die meisten Menschen halten den örtlichen Schotterbaron Asamer, der ausserhalb der Grenzen von Gmunden als Barönchen gilt, für eher schlicht und vor allem politisch rechts gestrickt. Herr Gmundl muss tief betrübt gestehen, dass auch er, vermaledeit, so ähnlich gedacht hat. Und für ein bisserl antisemitisch haben manche den ganzen Clan auch gehalten, nachdem es ein weltmännisches Interjuh im profil gegeben hat, was schon einige Jahrln her ist. Aber wer in Lybien mit dem inzwischen abgemurksten Diktator Gadaffi Gschäftln gmacht hat, ok, auch der Kreisky hat den sein Öl wollen, der hat halt hin und wieder missverständliche Sachen gesagt. Sagen müssen. Wegen dem Gschäft und wegen der Araber (solange die Araber in Arabien bleiben). Zumindest der Vater ( “Die Juden treiben´s noch soweit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen.”) hatte da ein etwas seltsames Gerucherl. Und der junge Asamer, inzwischen auch schon ein bisserl überstandig, gut, dem Prinz Charles geht es noch schlechter beim Warten auf die Krone, aber der wird wenigstens und vielleicht König. Der junge Asamer wurde nur banaler Schotterbaron und hat sich einst im ORF in irgendeinem Kulturschurnal auch von seiner kosmopolitischen Seite gezeigt. War übrigens das einzige Mal, dass dieser Clan ausserhalb von Gmunden und österreichweit wahrgenommen worden ist. Sagt alles über die Bedeutung unserer “Ober”schicht hier.

Aber jetzt ist die Stunde der Rehabilitierung gekommen. Die Wahrheit drängt mit Macht zum Durchbruch (Internationale). Der Vorwurf ist widerlegt, dass die Gmundner ÖVP mitsamt der FPÖ (die ist sowieso unzurechnungsfähig) und der SPÖ (unbeschreiblich jenseitig), dass die alle dem Asamer ein Grundstück billig zugeschoben haben, das sie dann dank Umwidmung zu einem Goldstückerl gemacht haben für den Asamer, nicht für die Bevölkerung. Nein, das ist endlich widerlegt. Weil Gewinne müssen privat bleiben, eh klar. Logo. Nona. Nein, das ist alles nicht wahr. Die Gmundner Parteien mit Ausnahme der Grünen sind Kryptokommunisten, Agenten der alten Sowjetunion, was auch immer. Und der Asamer ist der Chef dieser geheimen Zelle von linksradikalen Umstürzlern. Das ist seit der Offenlegung der wahren Pläne für Lacus Felix offensichtlich und nicht mehr abzuleugnen. Der Asamer ist ein Roter, und der Köppl wird am nächsten 1. Mai beim Maiaufmarsch wieder auf dem Dreiradler mit SPÖ-Fahne mitfahren.

Die Idee mit den 15 Chalets rund um einen Schotterbaronteich ist grenzgenial. Wie der SP-Dickinger zurecht jubelnd ausrief: “Ein Durchbruch!” (Naja, ein Blinddarmdurchbruch ist auch ein Durchbruch.) Aber jetzt gilt es, alles Zweifel von sich zu werfen. Die Reichen werden endlich zur Kassa gebeten: für eine mickrige Hütte in einer schäbigen Reihenhaussiedlung rund um eine See-Erweiterung sollen sie gerüchteweise 1,5 bis 2 Mille in Euro hinlegen. Da erblasst jede Reichensteuer. Die werden echt abgenegert (sagt man so asamer-politisch korrekt?). Und hocken dann wie die Affen am Schleifstein nebeneinander. Wie die Hendln am Spriessl. Nichteinmal ein Fleckerl Rasen zwischen Hütte und See zum Äusserln gehen. Man fragt sich: werden die alle in den See brunzen? Das soll artgerechte Millionärshaltung sein? Wo sind sie jetzt, die Bürgerinitiativen? Asamer als Reichenquäler! Köppl als Baubehörde genehmigt ein Straf- und Umerziehungslager für reiche Schweine! Man fragt sich nur: wo bleiben da Organisationen wie 4-Pfoten oder der Tierschutzverein? Wenigstens die Maggi Entenfellner könnte sich um die dort Eingepferchten kümmern! Amnesty muss her! Gegen die Baupläne protestieren! Wehret den Anfängen, kann man da nur sagen.

Und zu allem Überfluss, werden die ehemals Gestopften, die so deppert waren und sich eines der Chalets gekauft haben, auch noch tagtäglich vorgeführt. Nicht nur, dass sie sich gegenseitig in den Teller spucken können, jeden Schaas eines Nachbarn in der Nase spüren werden (volles Aroma, lang im Abgang); nicht nur, dass sie wie Hinz und Hunz im Sozialbau aufeinanderpicken, dass sich abends die Fernseherklänge von Musikantenstadel, Pilcher-Verfilmung und die lärmstrotzenden, doofdummen Kulturangebote am Rathausplatz in ihrer kleinen, algenüberwucherten und stinkenden Lagune zu einem gar erbaulichen Ohrenschmaus mischen, mehr noch: Wenn die öffentlichkeitsscheuen Millionäre an warmen Tagen ruhig in der Sonne dösen wollen, werden sie zum Schauobjekt der Massen. Denn die Brücke, welche die Einfahrt der Lagune überspannt und von der Promenade zu den öffentlichen Badeplätzen führt, ist der beste Aussichtsplatz auf die Reichen in ihren Chalets, den man sich nur vorstellen kann.

Die Massen werden sich also über diese Brücke wälzen, um zu sehen, wie richtige Reiche leben. Sie werden zum Spaß in ihre Boote hinunterspucken, wenn die Reichen langsam aus der Lagune unter der Brücke hindurch in den See hinaus tuckern. Und sie werden von Mitleid überwältigt sagen: „Geld stinkt doch.“ Erstmals in der Geschichte wird man die Reichen bedauern und erkennen: ein Chalet allein macht nicht glücklich. Kleine Kinder werden den Bewohnern Schwanenfutter zuwerfen (das der Asamer frisch abgepackt am Rathausplatz in einem kleinen Stand verkaufen wird). Der Dickinger wird verächtlich von der Brücke hinunterschauen auf seine Nichtwähler und all die Geldsäcke, die man ausgenommen hat wie Truthähne und immerfort murmeln: „Was für ein Durchbruch.“ Die Menschen werden altes Brot in kleine Würfel schneiden und den reichen Schluckern hinhalten, garniert mit Lockrufen: “Putt, putt, putt! Will das kleine Millionärchen ein Stückerl Brot haben? Puttputtputt!” Und statt des Traunsteins, ohne den kein echter Gmundner existieren kann, werden sie auf einen riesigen Hotelkobel gaffen, die Millionäre in ihren Hendlställen, die irgendein Zyniker “Chalets” getauft hat.

Schlussendlich hat die ÖVP doch noch ihr Ziel erreicht: die Reichensteuer wird nicht kommen. Denn die Leute werden Mitleid haben mit den verarmten Geldbesitzern. Wer will schon so leben? Artfremd gehalten, ein kleines Elektroboot statt einer großen Yacht, von den Einheimischen mit Abfällen gefüttert und vom Nachbarn drangsaliert, dessen nächtliches Schnarchen durch die kleine Bucht hallert und noch den letzten Schwan vertreibt. Da ist es auch kein Trost, dass die Stadt ein Ortsschild mit der Aufschrift “Klein-Monte-Carlo” aufgestellt hat. Die Millionäre werden freiwillig ihrem Reichtum entsagen, weil das nämlich kein Leben nicht ist, was der Asamer ihnen da angedreht hat. Und wenn der letzte Millionär geflüchtet sein wird, dann wird die SPÖ im Gemeinderat dagegen stimmen, dass man aus den Chalets Sozialwohnungen macht. Denn das sei echt unsozial. Stattdessen wird sie beantragen, dass man die parteiintern bereits eingeführte Lederhosenpflicht auf alle Bewohner Gmundens ausdehnt, weil parteioffizielle Visionäre der SP-Gmunden im Auftrag der Stadt eine Lederhosenfabrik aus Mitteln des AMS planen (ihre Prognose: eine Million Hosen in fünf Jahren). Aus den Chalets kann man noch immer ein großes Wirtshaus machen. Inklusive Ausnüchterungszelle und Aufwachräumen.

Wenn der derzeit noch jubelnde Dickinger bei der nächsten Wahl so richtig baden geht, und das wird er, dann weiss man wenigestens wo: im Klein-Kleintraunsee. Der Asamer wird sterben vor Lachen, während der Köppl mit Gummiente und Schwimmflügerln in der Lagune plantscht. Vielleicht kauft der Asamer sich vom Geld der Ex-Millionäre dann ganz offiziell die ÖVP, so wie der Stronach-Franzl das mit dem BZÖ vor hat. “Ich kenne keine Parteien mehr”, wird er dann rufen, “sondern nurmehr Asamers!” Gmunden wird endlich in “Asamer Lizum” umgetauft, frei nach der Tiroler Axamer Lizum (die ist wenigstens schneesicher) und in er Hoffnung, dass die Touristen das verwechseln. Wenigstens ein Mal. Jeden Sonntag wird er am Rathausbalkon stehen, gönnerhaft den ausbleibenden Touristen zuwinken, dabei den Segen “Krethi et Plethi” spenden. Als nächstes Projekt wird die Traun so verbreitert und vertieft, dass auch die grossen Kreuzfahrtsschiffe bis zum Traunsee fahren können. Das wird dann ein echter Hit für die Massen: Halbtageskreuzfahren über den Traunsee für sechstausend Leute auf einmal. Der Plan könnte von der SPÖ sein … (blöd nur, wenn das Schiff dann die Hotelinsel rammt, aber dem Fortschritt muss man Opfer bringen, und die Werbung wäre unbezahlbar.)

Weil wir in Gmunden sind, und weil der Herr Gmundl seine Gmundlheimer kennt, ein zweckdienlicher Hinweis für alle, die es nicht gemerkt haben: das ist eine Satire. Eine Verarschung. Ein Fake. Die vorgestellten Hotelpläne leider nicht. In Laakirchen könnens gar nicht so viele Feh-Taschentücher herstellen, als wie man lauthals und tränenreich drauflos heulen möchtert.

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