Grünberg in Gefahr?

Bürgerleins – wir müssen wachsam bleiben!

Bruno Beinhart berichtet und kommentiert

Worum es diesmal geht: Eine merkwürdige Bemerkung zum Grünberg, Anfrage von Vizebürgermeister Dickinger wegen der Landesförderung für den „Hotelbau zu Asam“ mit bemerkenswerter Antwort des zuständigen Landesrates und eine Anmerkung in eigener Sache.

Es ist natürlich höchst erfreulich, wenn der Grünberg wieder als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung zur Verfügung steht. Ob dabei die geplante Sommerrodelbahn der Weisheit letzter Schluss ist, wird man erst in ein paar Jahren wissen. Schon für die reinen Errichtungskosten von 800.000 Euro sind bei einem angenommenen Fahrpreis von 4,– Euro ungefähr 200.000 Fahrten notwendig, nur um die Errichtungskosten einzuspielen (der Fahrpreis stellt eher das obere Ende das Möglichen dar, in Bayern gibt es Bahnen mit Preisen um 2,–). Dazu Betriebskosten (Personal), Wartung, Abbau bzw. Aufbau zu Saisonbeginn/-ende etc. Es hat nicht den Anschein, als ob in Gmunden der kalkulierende Bleistift zu Hause ist. Man darf gespannt sein, ob der private Betreiber (der auch Eigentümer des Gasthofes bzw. verfallenden Hotels bei der Seilbahn ist) nicht schon bald um Zuschüsse antanzt.

Was aber besonders hellhörig macht – und alle Bürgerleins von den Sitzen reissen sollte – ist eine Aussage des erwähnten Eigentümers: in ein paar Jahren werde man das verfallende Hotel umbauen auf Ferienwohnungen. Das sei dann machbar, weil es jetzt die Versorgungsstrasse auf den Grünberg gebe. Gelernte Gmundnerinnen und Gmundner werden da vorsichtig: soll hier angedeutet werden, dass dann vielleicht auch Ferienwohnungsmieter die Strasse benützen werden (ist letzten Endes bequemer als die Seilbahn, vor allem: man kommt auch in der Nacht noch auf den Berg in seine Unterkunft)? Wer die Ignoranz und Kurzsichtigkeit vieler Gmundner Politiker kennt, fürchtet zurecht, dass in weiterer Folge überhaupt eine Freigabe und Öffnung der Strasse erfolgen könnte. Auch muss darauf geachtet werden, dass der Grünberg entgegen allen Beteuerungen nicht doch zu einer Art Turngerät umgewandelt wird und dann die Funktion einer wollmilchgebenden Eierlegesau für den Gmundner Tourismus einnehmen soll. Das würde den Berg und sein fragiles Öko-Gleichgewicht schwer gefährden, mit allen Folgen, die das für den Berg haben kann: Verödung, Errosion, Rutschungen. Es steht ohnedies die von vielen verdrängte Problematik der Neuaufforstung des Berges auf der Tagesordnung, da die Buchen-Monokultur ihrem absehbaren Lebensende entgegensieht. Die Umwandlung in einen Mischwald ist höchst notwendig. Dieser schwierige Vorgang darf nicht durch unsinnige Eingriffe in die Natur gefährdet werden. Wir Bürgerleins müssen wachsam sein, damit nicht wieder ein wichtiger Erholungsraum (und Lebensraum für viele Tierarten) von der Politik den kurzfristigen Profitinteressen kurzsichtiger Seilschaften geopfert wird. Bürgeleins, wir müssen wachsam sein!

Diese Wachsamkeit empfiehlt sich auch beim angeblichen Bau des Hotels Lacus Infelix, des Hotelbaus zu Asam. Neben den ohnedies vielen offenen Fragen, merkwürdigen Ereignissen und undurchsichtigen Verträgen gibt es nun eine neue Merkwürdigkeit zu vermelden.

Der Gmundner Vize-Bürgermeister Dickinger (SPÖ) hat beim Land angefragt, was es mit der von den „Errichtern“ immer wieder erwähnten Landesförderung von vier Millionen denn nun auf sich habe. Erinnern wir uns: die „Errichter“ haben erklärt (und das steht so auch in den neuen Verlängerungsverträgen), dass sie nur dann das Hotel errichten würden, wenn diese Landesförderung erteilt werde. Sprich: ohne Förderung kein Hotel. Auf die Anfrage Dickingers folgte eine beachtenswerte und erstaunliche Antwort des zuständigen Landesrates Strugl (ÖVP): solche Förderungen seien in Aussicht gestellt worden, das wäre aber keinesfalls schon eine fixe Zusage gewesen. Bis 19. März 2014 hätte der Projektbetreiber auf jeden Fall keineswegs schon alle notwendigen Unterlagen vorgelegt. Man werde erst entscheiden, wenn alle Unterlagen vorliegen.

Da muss man zweimal tief durchatmen. Seit Jahren wird hier ein Projekt „betrieben“, dass lt. Aussage der „Betreiber“ ohne die Landesförderung nicht realisiert werden könne. Man schiebt Verträge hin und her, erneuert, verlängert, trickst (Gemeinderatsabstimmung!), behauptet, die Grünen hätten mit ihrer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft den Baubeginn verzögert, und dann stellt sich heraus: die „Betreiber“ haben nicht einmal noch alle Unterlagen für die Förderung eingereicht.

Da stellen sich dann mehrere Fragen: sind die sich so sicher, dass sie die Förderung ohnedies bekommen (obwohl die Frage im Raum steht, ob diese Förderung überhaupt EU-konform ist), egal was sie wann vorlegen? Oder sind hier total unfähige Dilettanten am Werk? (Für diese These spricht der dilettantische Werbekatalog für die gesuchten Hotelinvestoren!) Oder ist es noch schlimmer: wird hier ein Potemkinsches Hotel (nicht) errichtet? Wird hier nur so getan, als ob man ein Hotel errichten wolle, und in Wahrheit geht es nur darum, sich die Grundstücke unter den Nagel zu reissen (es gilt die Unschuldsvermutung)? Denn die neuen Verträge ermöglichen in dieser Hinsicht alles: wenn die schon bisher willfährige ÖVP im Fall des Nichtbaus des Hotels beschliesst, nicht zurückzukaufen, sondern die lachhaft niedrige Vertragsstrafe zu kassieren, dann haben die „Investoren“ und „Betreiber“ öffentliche Grundstücke zum Billigstpreis eingesackt. Die nötigen Umwidmungen bekommen sie locker, denn mit dem irrsinnigen Abriss von Parkhotel und Seebahnhof hat man an prominenter Stelle sowas wie eine „Gstättn“ geschaffen. Keine Gemeinde wird sich da verweigern können, wenn es darum geht, dieses stadtnahen Schandfleck zu verbauen. Egal wie, egal womit. Hauptsache verbaut. Auch hier kann man nur sagen: lassen wir uns überraschen. Dieser angebliche Hotelbau ist noch für viele Überraschungen gut. Bürgerleins, wir müssen wachsam bleiben!

Im übrigen legen das Team Gmundl und alle Kommentatorinnen Wert auf die Feststellung, dass wir völlig parteiunabhängig agieren, nur unserer Meinung und den Sorgen unserer Leserleins und aller vernunftbegabten Bürgerleins verpflichtet sind. Wir kritisieren, wenn es unserer Meinung nach etwas zu kritisieren gibt. Und wir loben, wenn es etwas zu loben gibt. Wir sind von keinen Geldgebern, keinen Investoren, keinen Parteien und keinen Lobbygruppen abhängig. Wir wissen, dass unsere Leserleins genau das am gmundl-Blog so schätzen. Die Zugriffszahlen beweisen das. Wir werden auch in Zukunft an der Verbesserung, Verbreitung und Verbreiterung unserer Tätigkeit arbeiten. Wenn alles klappt, werden wir in Zukunft den „Herrschenden“ noch öfter auf die Nerven gehen als bisher.

Bruno Beinhart für das Team Gmundl

Überraschung! Überraschung! Gmundl wird hörbar. Demnächst. Im ganzen Bezirk.

Ihre Augen werden Ohren machen. Ihre Ohren werden Augen machen.

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5 Antworten

  1. Wer mich vor Wahl 2009 ins Rennen um den Bürgermeistersessel mit einer Bürgerliste schicken wollte, würde selbst „Gmundl“ sprachlos machen. Meine Intention, BGM von Gmunden zu werden/sein, ist am Nullpunkt. Das wäre Perlen vor die (Provinz)säue geworfen – ein Sprichwort. Aber, im Fall des Falles stünde Gmunden anders da und „Gmundl“ könnte nur positiv schreiben.

  2. Lieber Gmundl, ich kann mich dem Kommentar von borgare nur anschliessen. Da Bruno Beinhart in Brüssel anscheinend persönlich in Brüssel war, hätte er sich dahinter klemmen müssen u. zu den verantwortlichen Beamten der EU, nämlich der Wettbewerbsbehörde u. des Umweltschutzes beinhart vordringen muessen u. nicht irgendwo dinieren gehen. Meine Erfahrung hat gezeigt, persönliche Vorsprachen sind viel effizienter als der Papierkrieg. Wenn man einmal eine Ansprechsperson persönlich kennengelernt hat, ist schon viel gewonnen. Man muss diesen Spekulanten, die mit allem spekulieren wo Geld zu machen ist, vor allem mit unseren wertvollen Ressourcen wie Grundstuecke, Wasser, etc., intelligent entgegentreten, das fürchten sie am meisten. Also, heisst es die übergeordneten Behörden einzuschalten (Volksanwaltschaft, Rechnungshof, EU), denn wozu haben wir all die gut bezahlten Beamten?Die Landesbehörden, leider nicht loszukriegen, die kann man vergessen, die sind ja alle von der Wirtschaft u. den Banken abhängig u. beeinflusst. Aber dafür gibt es ja übergeordnete Instanzen, die muss man einschalten.

    Liebe Leute! Der gute Bruno tut zwar in Brüssel gewesen sein tun, aber tuts doch nicht glauben tun, dass man dort einfach wo reinspazieren machen können tut. Nixda! Er tut sich in seinem damaligen Blog ja über das Dinieren dort ein bisserl lustig machen tun, gell. Er hat natürlich mal ein paar Kontakte knüpfen tun versucht, irgendwo tust ja anfangen tun müssen, gell, aber gerade in Brüssel tut alles eine Weile brauchen. Dagegen tun die Mühlen Gottes richtig rasant sein beim Mahlen tun, gell! Der Bruno tut tun, was er nur tun kann, aber was ist ein Bruno gegen 30.000 Beamte, gell! Team Gmundl

  3. Lieber Gmundl, geht doch einmal beinhart und blitzschnell die Sache mit Brüssel an. Eine Superpartie wie Ihr wird doch noch herausfinden was dort seit 8 Jahren bezüglich Förderung und Grundstückspreis gespielt wird, oder besser gesagt nicht gespielt wird.


    Eine ganz eine kleine Antwort tuts im neuen Kommentar vom Bruno geben tun (der am Mittwoch vormittag online gehen werden tut, gell): wenn die Hotelbastler keine Eigenmittel haben tun tun, dann tut das Land eigentlich überhaupt gar net fördern net dürfen tun! Aber in Brüssel direkt was herausfinden machen tun, das tut so sein, als obst in einem Labürint den Faden verloren haben und jetzten den Anfang suchen machen tust. Aber mir tun dran sein tun. Mal schauen tun, was sich finden lassen tun tut. Team Gmundl

    • Unlängst da bin ich an der Alten Donau gesessen und habe so nachgedacht wie es dem Herrn Köppl gehen mag und den vielen Beamten und Politikern denen so unangenehme Fragen gestellt werden.
      Da ist es mir plötzlich eingefallen ich habe auf irgendeinem Zettel die Aktenzahl von der Wettbewerbsbehörde in Brüssel. So von wegen „Labürint“….da ist sie
      SA.25401(exCP 59/2008) Mutmassliche rechtswidrige staatliche Beihilfe für Lacus Felix Hotel (Gmunden)
      bzw. COMP /HI/RI/ICD(2013) 004699

      Tut leid uns tun, aber auf der offiziellen Such-Seite der Kommission und der Wettbewerbsbehörde tunmir das net finden tun. Auch so eine bürgerfreundliche Einrichtung, gell, mit der was man nix finden tun machen tut. Hilfe!!! Tut wer die genaue WEB-Adresse wissen tun, wo man das finden tun können tut? Team Gmundl

      Nicht schwach was?

  4. Da müssen immer die Steuerzahler herhalten. Selbst hat keiner ein Geld für solche Zwecke. Die Politik hat keine Möglichkeit (will nicht?) das Steuergelder richtig verwaltet werden. Handelt es sich um Freunderlwirtschaft? Wo sind die Kontrollen? In Frankreich kann man sehen wo dies hinführt. Siehe Gemeindewahlen
    Hugo von Wald und See

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