Von wegen Kongresse …

Wir bringen hier wieder einmal einen geposteten Kommentar von AndyB redaktionell redigiert direkt im Blog, weil wir fest überzeugt sind, dass das eine wichtige Diskussion ist, die auch nach dem Scheitern (oder dem unwahrscheinlichen Nichtscheitern) diverser Hotelprojekte weitergehen wird und muss. Bruno Beinhart f. Team Gmundl

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Also ich sehe die Frage doch ein wenig anders als im Posting von attoaz dargestellt.

Es gibt einige gewaltige Unterschiede.

Was sollen denn Touristen 2 oder 3 Wochen nur in Gmunden machen? Sich zu Tode langweilen?

Natürlich geben sie Geld aus, denn man ist ja nicht jeden Tag (und den ganzen Tag) auf “Tour”. Unterkunft, Frühstück, Bootsfahrten, Eis, Kaffeehaus, Restaurant, Freibad, Seilbahn, Verpflegung, Getränke, Marktbesuche etc. wollen natürlich bezahlt werden, oder man sieht beim Bummeln etwas im Schaufenster und kauft es halt. Normal.

Aber wie leicht erkennbar ist, stirbt diese Art von Tourist langsam aus. Denn im Gegensatz zu den 70er/80er Jahren ist Österreich ein relativ teures Urlaubsland geworden. All-incl. Reisen gibt es ja inzwischen für lächerliche Preise, selbst Reisen in exotische Länder sind relativ günstig geworden. Welche Art von Tourismus bleibt da noch für Gmunden übrig?

Kommen wir nun zum Kongressbesucher.

Wissen Sie eigentlich, wie viele Kongresse dieses Jahr noch stattfinden? Nein? Ganze 6 (!!!!!) Kongresse, wenn ich richtig informiert bin. Davon sind die meisten regionale Kongresse. Bei vielen Kongressen sehe ich sehr viele Fahrzeuge aus der näheren Umgebung oder aus einem 50/100 km Radius. Das bedeutet, die Mehrzahl der Kongressbesucher wird Zuhause nächtigen.

Der Rest der Toscana-Veranstaltungen ist aus dem lokalen Bereich.

Die Geschichte von den Kongressen, die man absagen muss, weil keine Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sind, halte ich persönlich für völligen Unfug. Wo waren denn die ganzen Kongresse, als man noch viele Hotels hatte, und wieso haben diese Hotels dann dicht gemacht? Weil ihnen die vielen Kongresse zu viele Gäste brachten? Es keine Hansi Hinterseer Konzerte gab? Aaachnee … “die konnten es halt nicht” …

Spontan fällt mir noch dazu ein : wieso braucht eigentlich eine Behörde eine 1 A-Esplanaden-Lage?!

Für größere Kongresse mit ausländischen Besuchern fehlt Gmunden jegliche Infrastruktur: schlechte Verkehrsanbindung, kein Flughafen etc.

Also versucht man, das Pferd nun von hinten aufzuzäumen. Man braucht ein 5 Sterne Hotel für die ganzen Kongressbesucher, und dann sieht man weiter. Jeder plappert inzwischen nach, was in den Käseblättern steht, und von den Politikern seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholt wird: „Wir brauchen ein Hotel!! Ein 5 Sterne Hotel!!“

Im Grunde hatte doch niemals jemand vor, überhaupt ein Hotel zu errichten. Interessant waren doch nur die Chalets und die Wohnungen, und aus dem Hotel wäre innerhalb von kürzester Zeit ein Block mit Luxuswohnungen geworden. Nicht ohne Grund findet man keine Investoren.

Luxuswohnungen ist das Zauberwort! Luxuswohnungen, an denen sich einige wenige bereichern können, und die anderen in die Röhre gucken. Für die normale Bevölkerung reichen dann als Alibi (damit man ja was für die Bürger macht) DDR-artige Plattenbauten am Stadtrand.

Jetzt soll es ein 430 Betten Hotel richten, natürlich wieder in 1 A-Lage. Ein Hotel, das – bei sechs verbleibenden Kongressen dieses Jahr – wenigstens an 18 Tagen halb ausgelastet wäre, würde es denn schon stehen … Ein Millionengrab, das man am Ende nur noch durch die Umwandlung in Luxuswohnungen retten könnte …

Ohjeee …. jetzt bin ich wieder arg abgeschweift …

Ich kenne übrigens beide Seiten, als Tourist und als Messe-/Kongressbesucher. Allerdings fanden diese Kongresse/Messen in Cannes und ähnlichen Locations statt.

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Soweit also AndyB. Leutln, denkts nach darüber! Und demnächst wird unsere famose Babsy sich wirklich dem interessanten Themenkreis Gmunden-160 Millionen-chinesische Sprache widmen. Wir im Team sind schon gespannt, welchen Drink sie sich und uns dazu einschenken wird. Einschenken wird sie aber ganz sicher ordentlich!

Ganz nebenbei: hier bei uns spielt die Musik. Wir hatten gestern, dem 17. 6. 2014, die zweithöchste Zahl an Tageszugriffen seit Bestehen des Blogs. Unser Tagesrekord steht übrigens bei 1.099. Danke! Danke! Danke! Wir bleiben am Ball und werden uns weiterhin bemühen, wie schon bisher die besten Infos und die besten Kommentare zu bringen.

Bruno Beinhart f. Team Gmundl

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8 Antworten

  1. Touristen – Geld her!

    nach diesem Motto könnte man derzeit das Touristische Entwicklungskonzept in unserer ach so schönen Gemeinde sehen. Folgendes hat sich nach Auskunft von Augenzeugen am Tag der Eröffnung der Grünbergseilbahn zugetragen:

    Aus irgendeinem Grund dürfte am Tag der Eröffnung der Parkplatz, der für Besucher der Grünbergseilbahn vorgesehen ist, nicht „funktioniert“ haben. Auf jeden Fall stellten sich mehrere Besucher entlang der Straße im Gsperr auf, um in den Genuß einer Berg- und Talfahrt auf Gmundens Haushügel zu kommen. So weit so gut. Lediglich die Tatsache, daß auf sämtlichen PKW’s (Kennzeichen von WL – LL und UU bis …) die entlang der Straße geparkt hatten, ein kleiner weißer Zettel mit einer netten Zahlungsaufforderung hinter dem Scheibenwischer klemmte.
    Wenn es denn schon so wichtig ist, Touristen, welcher Gattung auch immer, nach Gmunden zu holen, dann bringt es wenig, wenn man, bevor es überhaupt mit den Massenströmen aus dem Umland losgeht, diese schon zu schröpfen um ein paar Euro, die die Stadtkasse definitiv nicht sanieren werden, einzunehmen. Wer weiß wer von den WL, LL und UU’s in Zukunft nicht einfach durch Gmunden durchfährt um in Bad Ischl oder sonst wo ihr oder sein Geld auszugeben.

    katsching

    • In den 8000 Teuro für die Parkplatz Wiese, ist sicher nicht das parken von Fahrzeugen enthalten.

      Auf Touristen hat es die Polizei besonders abgesehen. Ich war einmal unfreiwillig Zeuge einer solchen Handlung :

      vor einem bekannten ….äääh… Schnellrestaurant standen mehrere Fahrzeuge im Parkverbot. Der Urlauber bekam nicht nur eine Geldstrafe, nein, es wurden auch noch seine Papiere und Personalien überprüft. Auch das Auto, Reifen, Verbandskasten etc. wurde genau überprüft. Da er kein passendes Kleingeld hatte, musste er selbst in das Restaurant gehen und Geld wechseln.

      In der Zeit suchte der Beamte verzweifelt in seinem Buch, ob er ihm nicht noch mehr Geld abknöpfen könnte.

      Alle einheimischen Autos, die ebenfalls im Fahrverbot standen, blieben unbehelligt.

      Die Jahresmiete, von der ÖVP-geführten Gemeinde wertgesichert jährlich abzuliefern beim Vater des Bezirkssektärs der ÖVP, beträgt dem Vernehmen nach 80.000,– Euronen. Falls diese Info falsch ist, nehmen wir Korrekturen gern zwecks Veröffentlichung entgegen. Bruno Beinhart f. Team Gmundl

  2. Ich kann den Kommentar von AndyB zu 100% unterschreiben. Für die Touristen gibt es bei dem häufigen Schlechtwetter ja nicht einmal eine öffentliche Sauna, wo sie sich aufwärmen könnten. Übrigens für die Einheimischen auch nicht. Unsereins (der kein Auto hat) muss nach Ischl oder Vöcklabruck fahren (da gibt es am Wochenende nicht einmal einen Bus).!! Gratulation für die Welthauptstadt des Tourismus.
    Natürlich wird das Hotel hinter dem Kongress-Zentrum auch kein Geschäft, aber wieder eine Fläche Grünland wird zubetoniert.
    Glaube aber, dass es eh keinen Investor gibt, das sind alles Luftschlösser um die Bevölkerung ruhig zu stellen.

    Stimme auch zu, dass in Gmunden es sehr viele Unbedarfte gibt, die nur nachplappern, was ihnen in den lokalen Käseblättern vorgegaukelt wird. Man könnte aus der Haut fahren über so viel Ignoranz. Aber wenn die Gmundner nicht so eingebildet wären, hätten sie erstens nicht der ÖVP die absolute Mehrheit, und somit einen Blanko-Scheck, bei den Wahlen verpasst,, und zweitens wären sie vielleicht etwas lernfähiger gewesen. Denn jemand, der glaubt überall eh schon alles zu wissen, der lernt nichts mehr dazu und schmorrt immer im eigenen Saft.

    Weiss nicht in welche Richtung man Gmunden noch abwirtschaftet. Einzige Hoffnung ist, dass es ein paar Mutige unter den Bürgern gibt, (und vielleicht ein paar unter den Grünen), die versuchen werden, mit legalen Mitteln diese verfahrene Situation unter Kontrolle zu bringen.,

    Die Parteien SPÖ, FPÖ haben übrigens diesen Machenschaften um das Spekulationsprojekt zugunsten von Asamer und zum Schaden der Bevölkerung in entscheidenden Fragen zugestimmt und sind auf juristischen Tricks in den Verträgen reingefallen. (schliesslich war SPÖ Vizebürgermeister Dickinger Vorsitzender des Rechtsausschusses). Jetzt möchte die SPÖ so tun, als wäre sie unschuldig. Die SPÖ müsste sich sehr anstrengen, diese Situation, die sie mitverschuldet hat, in Ordnung zu bringen.

    • Der deutsche Finanzminister spricht von der Gefahr einer Immobilienblase bei unserem grossen Nachbarn. Na Servus was wird, mit der üblichen zeitlichen Verzögerung, dann bei uns in Österreich erst los sein. Ich fürchte wir haben bald andere Sorgen als überdehnte Tourismus- Erwartungshaltungen in Kleinstädten, mögen diese auch noch so schön liegen.

      Borgare

  3. […] Von wegen Kongresse … […]

  4. ——— Wie man ein komplettes Scheitern auch noch als Erfolg verkauft ——-

    Ich muss da noch was aktuelles von mir geben …. grausam, ich weiß es …..

    Meine Mutter hat mir die Hände schon an den Stuhl getapt, um das Schlimmste zu verhindern, aber sie hat nicht mit meiner tippenden Nase gerechnet ….

    Ich habe die Nachrichten auf Salzi.tv gesehen und dachte, ich hätte eine Überdosis Salzburger Nockerl gegessen und würde halluzinieren.

    Da wird über die neue Seilbahn berichtet und ihre Vorzüge und welche tolle Sicht man hat und wie toll das alles ist. Als hätte man das Rad neu erfunden ….

    Ein mir nicht bekannter *hüstel* Mann, mit dem Namen Köppl berichtet dort von der Seilbahn, wie schön das alles ist und das er ja praktisch mit der Seilbahn aufgewachsen ist ….

    Ein anderer schwärmte vom tollen Projekt und welche Sicht man jetzt genießen kann ….

    Hallo????!!!! Die Seilbahn gab es vorher schon, nur in anderer Form und die meisten TV Seher kennen diese Sicht schon.

    Normal wäre es, jedenfalls an anderen Orten : man stellt den Seilbahn Betrieb ein, am Saisonende,baut eine neue und die Bahn geht zum Saisonstart wieder in Betrieb! Aber was ist hier schon normal?^^

    Hier war die Seilbahn fast 3 1/2 Jahre nicht in Betrieb, weil man nicht in der Lage war, die nötigen Dinge im Vorfeld zu klären, bevor man eine neue Bahn baut.

    600 Leutchen sind in den ersten Tagen mit der Seilbahn gefahren, ein toller Erfolg!

    Weitaus interessanter ist allerdings : wie viele sind in 3 1/2 Jahren NICHT gefahren und welchen Ausfall hat es dadurch gegeben? Nicht nur für die Seilbahnbetreiber und enormen Imageschaden für Gmunden, sondern besonders für die Gastronomie um und auf dem Grünberg (und fürs SEP^^).

    Wie viele 5 Sterne Hotels hätte man mit den ausgebliebenen Gästen füllen können?!^^

    Da sollte man der Frau Mama am nächsten Muttertag mal ins Gewissen reden! Als feinfühliges weibliches Wesen muss ich da schon was anmerken, gell! Es gibt ein paar Sachen, die man/frau mit den ungezogenen Nachwüchslern aller Geschlechter (Mann, Frau, schwul, lesbisch, transgender, noch unentschieden) nicht tut: neben antappern der Hände an den Sesseln gehören dazu: das Festnageln eines Fußes (Folge: Kreisverkehr), Knebeln, Augen zubinden (ähem, in späteren Jahren soll das bei manchen angeblich zur sexuellen Grundausstattung gehören, aber das ist dann eine ganz andere Baustelle), Buben das Tragen von Frauenkleidern verbieten (kann schlimme Folgen haben – eine Wurst mehr im Land), Mädchen das Tragen von Bubenhosen verbieten (die, also die Mädels, nicht die Hosen, werden dann womöglich Vizekanzler) … also gut, Ihre Babsy hört schon auf zu lästern. Sind ja noch ein paar Schluckerln „Abseitsfalle“ im Glas. Schwupps und runter damit. Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

  5. Das mit den Kongressen ist halt auch ein Henne-Ei-Problem. Keine Betten – keine Kongresse und umgekehrt.
    Das Locus Felix ist als Kongresshotel denkbar ungeeignet. Erstens ist es zu weit weg und zum Zweiten bezahlen Firmen heute kaum mehr Übernachtungen in 4- oder 5-Stern-Hotels. Das neue Hotel neben dem Kongresszentrum als 3-Stern hat da auf jeden Fall bessere Karten. Es hätte zumindest mal eine klare Positionierung und Zielgruppe.

    • Als Henne und Ei da waren, wo waren denn da die Kongresse?!

      Da gab es Betten und Kongresse, aber anscheinend nicht genug, denn wegen Überfüllung haben die ganzen Hotels bestimmt nicht dicht gemacht.

      An die vielen – angeblichen – Kongressabsagen glaube ich nicht, da würde ich gerne einmal Beweise sehen.

      Das hat jemand mal gesagt/geschrieben und seit dem plappern es alle nach, genau wie mit dem „Wir-brauchen-ein-Fünf-Sterne-Hotel-Geplapper“.

      Was wir brauchen, ist erst einmal eine ansehnliche (Innen) Stadt und ein (Gesamt) Konzept, was hässliche Neubauten und Verschlimmerungen ausschließt. Die Zugänge zum See müssen erhalten bleiben. (vergleichen wir mal die öffentlichen Seezugänge von Traunkirchen, gemessen an der Größe von Gmunden).

      Ein fantastisches Beispiel für eine Stadtverschlimmerung ist Altmünster. Diese „Neubauten“ haben das ganze Bild der Stadt total zerstört. Auf der anderen Seite war die Esplanade volle 2 Jahre ohne Sitzbänke, dafür hat man dann die Aufstellung neuer Umkleidekabinen wie ein Megaevent gefeiert. Hat nur noch der Landeshauptmann zur Eröffnung gefehlt.

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