Gier und Größenwahn

Heute wollen wir einige Überlegungen des unabhängigen Gmundner Gemeinderates Karl Kammerhofer (ex-SPÖ), die er im kleinen Kreis kund getan hat, in einer grösseren Öffentlichkeit bekannt machen und damit zu Diskussionen über die Zukunft Gmundens jenseits irrealer Hotelprojekte beitragen, mehr noch: diese Diskussion ankurbeln und sowohl vertiefen als auch verbreitern. Je mehr Menschen diese Fragen diskutieren, umso eher wird es uns Bürgerleins gelingen, Gmunden vor sinnloser Geldverschwendung zu bewahren (ja, es gibt sinnvolle Formen der Verschwendung, aber was hier in Gmunden geschieht  ist jenseits aller Vernunft).

 

Neue Wege für Gmunden von GR Karl Kammerhofer

Viel zu lange hat sich Gmunden von einer einzigen Unternehmensgruppe vor den Karren spannen lassen. Undurchsichtig war so manche Vereinbarung, undurchschaubar das Geflecht. Nun steht man vor den Trümmern dieses Unternehmens und dieser Politik. Es wird Zeit – auch für die derzeitige Mehrheitspartei in Gmunden – die Karten neu zu mischen

Wenn Gmunden künftig im Jahr 80.000 mehr an Nächtigungsgästen will, dann muss Gmunden vorher intensiv an der Gestaltung seiner Destination arbeiten. Schließlich haben wir in den letzten vierzig Jahren jährlich mehr als 100. 000 Nächtigungsgäste und dadurch fünf Hotels verloren, weil deren Auslastung so schlecht war.  Wie man das richtig  macht, haben die Touristiker in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorgezeigt. Da haben Geschäftsleute und Politiker mit hohem persönlichen Risiko Gmunden jene touristische Infrastruktur gegeben, von der Gmunden heute noch zehrt. Aber diese Infrastruktur hat Patina angesetzt, und Gmunden ist  inzwischen praktisch keine Kurstadt mehr

In den letzten zehn (zwanzig) Jahren war aber nicht kaufmännisches Augenmaß und eine strategische (touristische) Stadtplanung das Maß der Dinge, sondern Gier (Verwertung eines billigen Grundstückes mittels eines Einkaufszentrums) und Größenwahn. Die Gier hat die Infrastruktur unser Stadt zerstört – die Stadt, insbesondere die Innenstadt, ist jetzt so gut wie ausgestorben. Ein Indianer würde sagen: „Das Pferd hat man verhungern lassen.“ Da hilft  jetzt kein Extrafutter, keine Prügel und auch kein neues Zaumzeug, sondern nur absteigen vom Gaul, zu Fuß gehen oder gleich ein neues Pferd anschaffen.

Der Größenwahn ist hingegen an sich selbst gescheitert. Das Lacus Felix ist nicht am guten Onkel Hans gescheitert, nicht an seinen Söhnen und nicht am charmanten Ingenieur mit seinen Märchenbildern eines Hotels und Chalets, sondern an der Urteilsunfähigkeit von vier der fünf handelnden politischen  Parteien. Keine dieser Parteien verlangte je eine Machbarkeitsstudie für dieses Hotel, keine verlangte einen bundesweiten (europäischen) Architekturwettbewerb für die Bebauung und Nutzung des gesamten Seebahnhofareals, um eine Lösung zu finden, die dieser traumhaften Kulisse zwischen Altstadt, dem See und dem Traunstein gerecht wird. Politiker in diesen vier Parteien, die eine solche Vorgangsweise einforderten, andere Verträge verlangten, wurden verhöhnt und diskriminiert (Siehe Lacus Felix Diskussion im Stadttheater vor ein paar Jahren). Das Ergebnis sind zehn Jahre touristischer Stillstand: Verlust oder Stagnation der Nächtigungszahlen, Verlust oder Stillstand in der Bevölkerungsentwicklung, leerstehende Geschäfte, aber eine steigende Anzahl teurer Zeitwohnsitze.

Wenn wir dagegen jetzt zügig die richtigen Schritte setzen und künftig alle politischen Kräfte für die „Neuerschaffung“ Gmundens einsetzen, kann sich Gmunden wieder innerhalb weniger Jahre erholen und wieder jene lebendige und schöne Stadt werden, die ihrer 800-jährigen Geschichte gerecht wird. Warten wir nicht auf den Herbst 2015.

Danke, Glück Auf und uns allen gutes Gelingen!
Karl Kammerhofer, unabhängiger Gemeinderat in Gmunden

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Morgen werden wir uns mit der Gmundner Variante einer „bad bank“ beschäftigen. Wir bringen es zwar nicht auf die Zahlen der Hypo Alpe Adria, aber wenn dieser verdeckte Konkurs im Rahmen eines offenen Insolvenzverfahrens abgewickelt worden wäre, wäre Gmunden endlich wieder einmal wo absolut Top gewesen: in der Liste der Insolvenzen des Jahres 2014. Team Gmundl

 

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8 Antworten

  1. Herr Kammerhofer ist einer der wenigen vernünftigen Gemeinderäte in der Stadt, wenn wir mehr von dieser Sorte hätten, dann würden wir nicht dort stehen, wo wir heute stehen.

    Allerdings stelle ich mir eine Neugestaltung der Stadt sehr schwierig vor. Man wird kaum das SEP abreißen können, noch die ganzen „Zweitwohnbesitzer“ aus der Stadt vertreiben können oder die ganzen unseligen Wohnblöcke einstampfen können.

    Ich hätte aus der Innenstadt eine Fußgängerzone gemacht, mit einer Mischung aus Geschäften, Restaurants, Blumenkästen etc. Ich gebe zu, auch mir hätte es gestunken, dann immer den Umweg fahren zu müssen, aber ich hätte mich mehr über eine gemütliche und belebte Innenstadt gefreut.

    Die Straßenbahn ist ja nun nicht mehr aufzuhalten und wer jetzt meint, man würde durch die Straßenbahn die Innenstadt beleben, den Geschäftsleuten mehr Umsatz bescheren oder die leeren Geschäfte füllen, der irrt sich.

    Ein Einkaufszentrum wird man wohl haben müssen, denn sonst würde die ganze Kundschaft nach Vöcklabruck fahren und das Geld, was die Leute im Ort ausgeben, würde in Richtung Vöcklabruck verschwinden.

    Ob es nun ausgerechnet so ein hässliches Einkaufszentrum sein muss, darüber lässt sich streiten.^^ Das obere Parkdeck des SEP bietet eine fantastischen Ausblick auf See und Berge. Dort hätte man Restaurants platzieren sollen. Man hätte wunderbar im Freien sitzen können und den Ausblick genießen können.
    Das hätte zwar auch nichts am Gesamtbild geändert, aber wäre eine schöne Sache gewesen.

    Es fängt ja schon bei Kleinigkeiten an. Da wird im neuen ÖVP Werbeblättchen die Errichtung einer Toilette wie eine Hoteleröffnung gefeiert …..

    Auf der anderen Seite ist die Toilette in der Toscana ein Schandmal ohne gleichen. Zumal sie auch noch das halbe Jahr geschlossen ist (Ganzjahres Tourismus!!!). Schon oft haben mich Leute gefragt, wo denn hier eine Toilette wäre. Ich habe sie dann zum Schloss Orth geschickt. Das ist ja inzwischen auch nicht mehr so einfach, denn dort muss ja jetzt Eintritt gezahlt werden. Eintritt für einen Toilettenbesuch!

    Der Weg zum Toscana Park ist im Winter kaum passierbar, selbst zu Zeiten des Schlösseradvents. Sobald Schnee liegt, fahren Räumfahrzeuge und verwandeln Straßen und Wege in eine einzige Eisbahn (besonders schlimm im Brückenbereich). Statt man einfach den Schnee liegen lässt und ihn nur „plattwalzt“, nein, man muss bis zur Eisschicht räumen, streut dann Salz drauf, was aber kaum Wirkung erzielt. Auf einer festen Schneedecke läuft man jedenfalls weitaus besser, als auf einer Eisschicht.
    Das da noch nicht mehr passiert ist, grenzt für mich an ein Wunder.

    Ok, das sind Kleinigkeiten, aber man bekommt ja nicht einmal Kleinigkeiten in den Griff.

    Der Karren ist schon ganz schön in den Dreck gefahren.

    Wo sind denn die Geschäftsleute, die sich vor den Hotelkarren haben spannen lassen? Was würden sie denn dazu beitragen, außer sich durchdubiose Aktionen, Bilder und TV Aufnahmen in den Mittelpunkt schieben zu wollen?

    Es liegt doch in ihrem Interesse!

    Man könnte beispielsweise Konzerte selber veranstalten und die Gewinne in einen Fond stecken, der ausschließlich der Verschönerung der Stadt dient. Oder andere Events und Veranstaltungen organisieren, deren Gewinne explizit für diesen Zweck verwendet werden. Denn Geld ist ja keines da …..

    Möglichkeiten gäbe es da schon.

    • Den Worten von AndyB GABT kann man nur voll zustimmen. Fast! Was ich nicht verstehe, ist die Resignation bezüglich des B(w)ahnsinns SRT.
      Auch Zwentendorf wurde gebaut, die „Oper im Berg“ war fix, das Kraftwerk in der Hainburger Au war auf Schiene, „Lacus Infelix“ ist/war fix…..die Liste läßt sich lange fortsetzen. Warum wird bei dem B(W)ahnsinnsprojekt SRT nicht mehr Widerstand geleistet?
      Entweder hat die Propagandamaschinerie aus Gmundner Politikern und Strassenbahnbetreibern mit, um es nobel auszudrücken, nicht nachvollziehbaren Zahlen, Argumenten, Gutachten geschafft, die Gmundner BürgerInnen so zu instrumentalisieren, dass nichts mehr dem B(W)ahnsinn entgegengestzt wird. Oder: Die Blindheit betrifft nur das “ St.& H. – Lobbyingauge“, während beim „A. – Lobbying“ das Auge voll geöffnet ist.
      Beim „Lacus Infelix“ geht´s um „nur“ ca. 2 Millionen Gmundner Steuergeld, dass bei der B(W)ahnsinns SRT mehr wie 6 Millionen € Gmundner Steuergeld und insgesamt ein Betrag jenseits von 30 Millionen € Steuergeld (auch da ist noch ein Anteil von uns GmunderInnen dabei) falsch investiert wird, läßt leider viele kalt.
      Der Running Gag, dass die in 15 – 20 Jahren notwendige Traunbrückenrenovierung, hier nun finanziert wird, ist ja eigentlich an Du….heit nicht zu überbieten. In den Gmundner Chroniken von Piringer bis Herrmann ist gut nachzulesen, was mit Projekten passiert ist, zu denen sich unsere Politiker „vorausschauend“ entschlossen haben.
      Ein Beispiel für Zahlenspielerein: Da flattert in den letzten Tagen ein Informationsprospekt der Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf AG ins Haus und avisiert unter Punkt 2. die Verdoppelung der Fahrgastzahlen der Strassenbahn von momentan 890 auf 1780.
      Dass bei den momentan 890 Fahrten 620 Fahrten von vorwiegend Schülern zwischen Bahnhof und EnergieAG Turm
      sein müssen, wird wohlweislich unterschlagen.
      Unhabhängige, jederzeit belegbare Zählungen, haben eine Auslastung der Strecke zwischen Station Rosenkranz und Franz -Josefsplatz von durchschnitt 3,5 (!) Personen pro Fahrt ( es gibt übrigens 77(!) Fahrten an Werktagen) ergeben.
      Das heißt übersetzt: Die Verdoppelung der Fahrgastzahlen von Franz-Josefsplatz zum EnergieAG Turm von durchschnittlich 3,5 auf durchschnittlich 7 erfordert die Anschaffung von 32 m langen und 60 t schweren (= ca. 3 x solang wie bisher) Garnituren mit ca. 80 Sitzplätzen. Da kann man nur sagen: „Nobel geht die Welt zu Grunde“!

    • Zweitwohnsitze haben viele Urgmundner, die aus der geistigen und zwischenmenschlichen Gmundner Enge in die „Welt“ zogen – zumeist hat nur mehr einer aus dem Familienverband den Zweitwohnsitz in Gmunden, da diese Famiilienangehörigen sehr wohl wissen, wie schwer es ihren Altvorderen fiel, in Gmunden in den 1950-er/1960-er/1970-er Jahren ein Haus zu bauen bzw eine Eigentumswohnung zu erwerben.
      Gmundner Einkaufszentrum zieht keine Kunden mehr an, da Zugpferde wie ich/wir als Käufer fehlen. Bei jedem Heimaufenthalt kaufte ich/wir im Ortszentrum bzw „SEP“. Tempi passati! Wo ist Bilanz 2013/2014 vom „SEP“? Kaufkraft bekommt schon Vöcklabruck ab, da ich/wir Urgmundner, außerhalb Gmundens lebend, uns an die Direktiven von den selbsternannten echten Gmundnern halten – „schleich di, putz di, wer braucht Dich schon“? Da freut sich doch wenigstens Vöcklabruck über meine/unsere Kaufkraft, wenn man schon im Salzkammergut shoppen will. Shitstorm pur – nur über Geldentzug kann kann man sich gegen Diskriminierung durch die Gmundner Snobietygesellschaft wehren.
      Gmunden ist nun binnen 5 Jahren endgültig auf das Ramschniveau abgesandelt, das die ehrenwerte Gmundner Gesellschaft zu verantworten hat. Die Unendlichkeit der Dummheit der Gmundner Bevölkerung macht sich bemerkbar.

      • Naja, hier wird ja schon grade inflationär mit den Begriffen „Urgmundner“, „unterm Traunstein geborene“ herum hantiert. Als wenn dies nun ein besonderer Verdienst wäre.

        In Vöcklabruck sind Sie ja auch kein „unter dem Traun…. ääääh … unter dem XXXLutz geborener“ …..

        Wenn Sie in „die Welt gezogen sind“ und nur bis Vöcklabruck gekommen sind, dann haben Sie etwas falsch verstanden.

        Ich wüsste auch nicht, wieso ich nach Vöcklabruck zum einkaufen fahren sollte, Was gibt es denn da so tolles? Nichts?! Mediamarkt? Eybl/Sportsdirect? Weltbild? …. ääh … dafür muss ich nicht nach Vöcklabruck fahren.

        Wenn Sie denn Gmunden so sehr hassen, wieso vermieten Sie denn Ihren Zweitwohnsitz nicht oder verkaufen ihn nicht? Ein Großteil der Zweitwohnsitze wird wohl eher nicht „Urgmundnern“ gehören. Sondern eher Spekulationsobjekte, Alterswohnsitze von „Fremden“ (wie man hier so schön sagt) sein.

        Ich liebe Gmunden und Umgebung, auch wenn hier einiges falsch läuft, was ich ja auch lauthals kritisiere. Diskriminierung sehe ich hier eigentlich nicht oder besser gesagt : ich fühle mich hier nicht diskriminiert. Mit „dummen Menschen“ muss ich mich ja nicht abgeben.

        Anscheinend haben Sie noch nie in einer Großstadt gewohnt, ich meine, in einer „richtigen“ Großstadt :

        – unfreundliche und gestresste Menschen,
        – Verkäufer verschwinden bei auftauchender Kundschaft,
        – niemand kennt oder grüßt den anderen,
        – man kennt nicht einmal die Leute im Haus,
        – Menschen sterben in Wohnungen und keiner merkt es,
        – steigende Kriminalität, etc.

        So weit ist es in Gmunden nun doch (noch) nicht.^^

        Ich werde hier (mit wenigen Ausnahmen) überall freundlich bedient und behandelt.

        Übrigens : der „Gmundner“ war in den Nachbargemeinden noch nie sonderlich beliebt. Gelten/galten als hochnäsig, großkotzig, unfreundlich, fühl(t)en sich als was besseres. So der O-Ton von Bewohnern anderer Gemeinden.

    • AndyB GABT – Kompliment. Ich verfolge Ihre Beiträge seit geraumer Zeit und finde Ihre Ansichten weitestgehend absolut richtig. Bezüglich der Durchbindung des Regionalzuges Vorchdorf – Gmunden, durch Gmunden – sind Sie jedoch mit der Bezeichnung „Straßenbahn“ für dieses 32m lange und 50 Tonnen schwere Ungetüm, viel zu charmant. Ich hoffe Sie haben nicht resigniert und finden sich nicht mit diesem unerträglichen Unterfangen als gegeben ab.

      Man muss sich vorstellen, der Rathausplatz, einer der schönsten Plätze Österreichs, wird zu einem Eisenbahnterminal umfunktioniert und nachhaltig verschandelt. Anstatt diesen schönen Platz inklusive Kirchengasse zu einer barrierefreien Begegnungszone umzubauen, soll in Zukunft barrierefrei nur fürs Aus- und Einsteigen in den Regionalzug gelten. Zu diesem Zweck müssen die Gehsteige häuserseitig und seeseitig auf 25cm aufgedoppelt werden –so manche Nachtschwärmer werden mit Sicherheit nächtens köpfeln. Die Befürworter dieses unverantwortlich sündteuren Projektes behaupten, dass die Durchbindung des Regionalzuges durch Gmunden den PKW-Durchzugsverkehr, aufgrund der Behinderung, massiv reduzieren wird – in diesem Fall würde der Teufel mit dem Toifel vertauscht werden. Herr GR Kammerhofer hat vor ein paar Jahren eine mehrstündige Aktion durchgeführt und zwar „Rathausplatz verkehrsfrei“. Zu diesem Zweck war der PKW-Verkehr durch Gmunden für einige Stunden unterbrochen. Diese Aktion wurde von den führenden Politikern jedoch nur arrogant milde belächelt. Das aber ist der Punkt – der Verkehr gehört aus Gmunden hinaus! Überall wo in der Vergangenheit Fußgängerzonen eingerichtet wurden kehrt Leben zurück. Man braucht nur nach Bad Ischl in die Pfarrgasse schauen. Darüber hinaus wird durch den Bau der Schienenstränge und dem folgenden laufenden Betrieb der Bahn die Bausubstanz der bis zu 500(!) Jahre alten Innenstadthäuser, zwischen Trauntor und F. J. Platz massiv gefährdet. Diesbezügliche Bedenken und Ängste werden vom Geschäftsführer der Stern&Hafferl Verkehrsbetriebe nur scheinheilig ernst genommen, wohl wissend, dass sich im Schadensfalle Betroffene mit Versicherungsspezialisten hinunter streiten können und Stern&Hafferl sich lächelnd abputzen kann. Sowohl der Altstadtensembleschutz des Bundesdenkmalamtes, wie auch der Naturschutz bezüglich der für dieses Projekt notwendigen Baumfällungen am F. J. Platz, sind machtlos in dieser Angelegenheit, weil das Eisenbahngesetz gegenüber diesen beiden Abteilungen des Landes Vorrang und offensichtlich Narrenfreiheit hat.

      In einem Kommentar in „salzi.at“, Ende Mai d. J., habe ich zum Artikel: „Gmundner Wirtschaftstreibende ziehen für die StadtRegioTram an einem Strang“, einen bedeutend billigeren, zweckmäßigeren und umweltschonenderen Vorschlag gemacht:

      1. keine Durchbindung des Regionalzuges vom Klosterplatz > F. J. Platz
      2. Erweiterung des Parkplatzes auf den Michlgründen – (Tiefgarage?), nur wenn notwendig
      3. Erweiterung der bestehenden Tiefgarage > F. J. Platz, ebenfalls nur wenn notwendig
      4. Errichtung von versenkbaren Pollern am Brückenkopf (traundorfseitig) und zwischen Stadttheater und Haupttrafik.

      Die Zufahrt in die untere Innenstadt zwischen Kammerhofgasse und Theatergasse ist in der Folge nur mehr Taxis, kleinen Citybussen, Warenlieferanten (zeitlich begrenzt) und Bewohnern die ihren Hauptwohnsitz in der Innenstadt haben, vorbehalten. Gmundner die ihre Stadt lieben, werden gerne Umwege in Kauf nehmen.

      Übrigens, vor einigen Wochen habe ich erfahren, dass in Wien seit zwei Jahren erfolgreich Elektro-Citybusse im Einsatz sind. Herr VizeBgm Sageder wurde mit dieser Alternative konfrontiert. Seine kurze Antwort war: „e-Citybusse sind wegen der Steigungen in Gmunden ungeeignet“. Laut Auskunft von Herrn Dipl.Ing. Peter Wiesinger, Chef der Wiener Linien, bewältigen die im Einsatz stehenden Elektro Busse locker Steigungen bis 16%, bei extrem kurzer Ladezeit. Die Straße mit der größten Steigung in Gmunden hat knapp 9%(!) – Am Graben bzw. im Bereich der oberen Bahnhofstrasse – Einfahrt Keramik.

      Aufgrund der Topographie Gmundens ist der Regionalzug als öffentliches Verkehrs-Allheilmittel völlig ungeeignet. Die einwohnerstärksten Bereiche Gmundens werden durch diesen Zug nicht erreicht. Man ist erst wieder auf die Citybusse angewiesen. Darüber hinaus ist der geplante Regionalzug Gmunden / Hauptbahnhof – Vorchdorf weder eine Verbindung zwischen einwohnerstarken Ballungszentren, noch sind größere Industriebetriebe entlang der Strecke angesiedelt. Nicht umsonst hat der bestehende Zug Gmunden – Vorchdorf seit Generationen den Spitznamen „Dschungelexpress“.

      Die von Stern&Hafferl lancierte Vision, dass sich in den nächsten Jahrzehnten viele Menschen entlang der Bahnstrecke ansiedeln werden, ist außer dämlich nur dämlich. Wenn man die örtlichen Entwicklungskonzepte von Vorchdorf, Kirchham, Gschwandt und Gmunden kennt, weiß man, dass es sich bei den Grundstücken links und rechts der Bahnstrecke im Bereich dieser Gemeinden zu 95% um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt, wo die Landwirte meines Wissens nach nicht das geringste Interesse haben umzuwidmen.

      Aber warum besteht Stern&Hafferl so vehement auf die Verwirklichung dieses sündteuren, sinnlosen Projektes? Die Erklärung ist ganz einfach. Die Firma Stern&Hafferl hat nur Vorteile bei Null Risiko, weder bezüglich der Baukosten noch für den laufenden Betrieb der Bahn. Diese Firma lässt sich alles von der öffentlichen Hand bezahlen. Ermöglicht wurde dies, weil „öffentliches Interesse“ für diese Bahn trickreich „nachgewiesen“ wurde. Der Nachweis wurde jedoch aufgrund getürkter Fahrgastzahlen erbracht, die belegbar falsch sind und bei weitem nicht den tatsächlichen Fahrgastzahlen entsprechen. Sämtliche Gutachten und Potenzialanalysen wurden von der Firma Stern&Hafferl in Auftrag gegeben und sind daher dementsprechend Stern&Hafferl-freundlich und das Blaue vom Himmel versprechend ausgefallen. Unverantwortlich jedoch die Handlungsweise der Beamten und Politiker im Land, die diese Angaben offensichtlich ungeprüft(?!) eins zu eins übernommen haben und Steuergelder in zig Millionenhöhe für dieses Projekt zur Verfügung stellen. Die Gmundner Stadtpolitiker waren in diesem Zusammenhang darüber hinaus noch mit einem unschönen Druck der Firma Stern&Hafferl konfrontiert indem diese, sollte das Projekt nicht zustande kommen, mit Abwanderung nach Vorchdorf gedroht hat.

      Einzige Nutznießer dieser traurigen Posse sind einige Mitglieder der großen Stern&Hafferl Familie, welche sich die lukrativen, bestens dotierten Führungspositionen in der Verkehrsabteilung aufteilen. Egal ob der Bahnbetrieb aktiv oder passiv ist, Geld wird es dank der laufenden Subventionen immer regnen, egal ob wir (die Allgemeinheit) es uns leisten können oder nicht. Die Gmundner Innenstadt wird zudem, ich wiederhole mich bewusst, nachhaltig verschandelt. Und das alles zusammen ist eine Riesenschweinerei.

  2. […] Hier geht es zum Beitrag […]

  3. Die rote Vize hat einmal einen Vorschlag gemacht, Gratisparken in Gmunden! Wenn das durchgeführt werden würde und das ganze noch stärker ausgeweitet werden würde, dann ist die Innenstadt wieder gefragt. Gmunden braucht billige Hotels, weil die bestehenden für geringe Leistung zu hohe Preise haben. Wenn die Hotels ihre Preise senken würden steigt die Nächtigungszahl automatisch an, da braucht man keine Studie. Die kostet ja auch nur unnötiges Geld und könnte gespart werden. Gasthäuser müssten die überhöhten Preise senken. Als solches könnte man sich Bayern zum Vorbild nehmen Bierpreis 1Halbe im Schnitt 2.60 bis 3.10 € Weinpreis für 1 Viertel österreichischen Wein ca. 3,80 € Achterl werden dort keine angeboten. Limo auch billiger. Sehr gute Speisen werden in Bürgerlokalen (Brauereigaststätten ca. 10 € leicht darunter aber auch leicht darüber angeboten.
    Hätte man die Flächen des abgerissenen Seebahnhofes und des ehemalige Hotels zum Gratisparken angeboten, könnte man sich auf Tagesgäste freuen.
    Gmunden soll endlich aufhören mit dem neppen.
    Viele Grüße vom Autograf

    • Da muss man schon ziemlich naiv sein, wenn man meint, durch gratis parken mehr Touristen zu bekommen.

      Ein derartiges Grundstück, in der Lage und bei den Immobilienpreisen als Parkplatz zu benutzen, das wäre schon Perlen vor die Säue werfen.

      Die Preise fürs parken sind ja sooo gewaltig auch nicht. 50 c für die erste Stunde machen niemanden arm. Da ist man in Deutschland schon teilweise bei 2 Euro pro Stunde und das hält auch niemanden davon ab, die Innenstädte zu besuchen.

      Auch was die Preise anbelangt, da kann ich Ihnen nicht ganz folgen. Ich habe keine Ahnung wann Sie das letzte mal in Gmunden und Umgebung essen waren. Aber für unter 10 Euro bekommt man hier auch ein Mittagessen. Kommt halt immer darauf an, was man für Ansprüche hat …..

      Das ist jammern auf hohem Niveau!

      Fahren Sie doch mal nach Berchtesgaden oder zum Wolfgangsee, was da für Preise verlangt werden.

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