Gmundner Pausenkaschperl

Ihre Babsy erinnert sich an ihre nicht sooo wahnsinnig weit in der Vergangenheit liegende Schulzeit. In der Schule gab es die inoffizielle und weder vom Ministerium geförderte noch in den Lehrplänen aufscheinende Einrichtung des Pausenkasperls (gesprochen: Pausenkaschperl). Merkwürdigerweise immer männlich. Weibliche Pausenkaschperln gibt es nicht, so zumindest der Eindruck, den Ihre Babsy hat. Dieser Pausenkaschperl war meist nicht der hellste Schüler, angesiedelt im unteren Drittel der Unscheinbaren, die in keinem Fach besonders glänzten. Glanz bekamen sie dadurch, dass sie den Klügeren oder oft nur den Unverschämteren den Pausenclown machten. Blöde Witze rissen, die angesichts der zu erwartenden Fadesse der nächsten Unterrichtsstunde, trotzdem ihr Publikum fanden. Man und frau lachte, weil es nichts Besseres zu tun gab. Die Lehrer reagierten meist verwirrt, so zwischen Amüsiertheit und Verärgerung.

Pausenkaschperln sind im Grund völlig nutzlos, dienen der Verwirrung und Zerstreuung, sorgen meist für Gelächter auf nicht allzu hoher Intelligenzstufe.

Der angebliche Investor, Herr Freunschlag, ist – man erlaube mir diesen Vergleich – sowas wie der Pausenkaschperl der Gmundner Politik, oder: der Asamers, oder des Hotelbaus oder der Gmundner ÖVP. Er sorgt mit seinen Äusserungen entweder für Verwunderung, Verwirrung oder Gelächter auf nicht all zu hohem Humorplateau. Dieser ihm zugedachten Rolle wird er auch ganz aktuell wieder gerecht. Der Beweis: sein Antwortbrief an SP-Vzbgm. Dickinger auf dessen Fragen.

Hier einmal der Brief zum allgemeinen Genuss (so wie ja auch die Schülerschaft die Auftritte des Pausenkaschperls, die meist eben nur Pausenlänge haben, fünf Minuten lang geniesst, man weiss ja: es ist gleich wieder vorbei!):

Sehr geehrter Vizebürgermeister Dr. Christian Dickinger!

Danke für Ihr Schreiben vom 17.7.2014, welches ich hiermit gerne beantworte:
Prinzipiell verweise ich auf die Antwort von Hr. Kurt Asamer, welcher ich mich vollinhaltlich zur Gänze anschließe!

Es ist nicht ganz einfach in Gmunden mit den ganzen herumschwirrenden Behauptungen, welche bewusst oder auch unbewusst verlautbart werden.
Ich habe solche Situationen bis dato noch nie erlebt und daher ist es auch für mich sehr spannend.

Wir haben das Ziel das Hotel und die Wohnungen in Gmunden zu errichten, haben bereits viel Geld investiert, eine komplette Einreichung durchgezogen und Ausschreibungen für den Baubeginn erstellt sowie sämtliche Vorkehrungen getroffen um in Gmunden ein Hotel zu bauen.

Ich würde mich freuen wenn auch Sie das Projekt befürworten und wir gemeinsam doch noch zum Ziel beitragen können, sofern es auch Ihr Ziel ist, ein derartiges Hotel in Gmunden anbieten zu können.

Beste Grüße
Ing. Peter Freunschlag, Geschäftsführer GPM-Group

Im Ton scheinbar freun(d)licher, in der Sache knallhart: Verweis auf den hier bereits gebrachten und kommentierten Brief von Asamer. Dass Herr Freunschlag sich traut, von „herumschwirrenden Behauptungen“ zu schreiben, ist ein starkes Stück. Einer der Hauptbehaupter ist nämlich er selbst: er behauptet, Investor zu sein. Ist er aber nicht, wie die bisherige Geschichte des Hotelnichtbaus zeigt. Der Appell an Dickinger, dieses Hotelbau zu befürworten, ist echt originell. Beinahe schon verhaltensoriginell. Tatsache ist: beide Herren verweigern die Antwort auf Dickingers berechtigte Fragen, die auch jene Fragen sind, die sich die grosse Mehrheit der politisch interessierten Gmundner Bevölkerung längst stellt. Auch Pausenkaschperliaden ändern nichts daran, dass diese Herrschaften bisher nur leere Versprechungen gegeben und ein wertvolles Grundstück zum Billigstpreis eingesackt haben. Wie unernst darf es noch sein?

Freunschlags Behauptung, man habe „eine komplette Einreichung durchgezogen“ ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu übertreffen. Erstens: „durchgezogen“ heisst, dass man etwas sehr schnell und prompt gemacht hat. Wenn man seit Jahren ein Projekt angeblich entwickelt, dann muss man sich wundern, wenn nach Jahren der Planung im Februar plötzlich die Hektik der Einreichung ausbricht. „Durchziehen“ schaut anders aus, oder meint Herr Freunschlag mit „durchziehen“ die undemokratische und allen Regeln Hohn sprechende Abstimmung über die Vertragsverlängerung im Gemeinderat (Jänner)? Und das Wort „komplett“ ist im Zusammenhang mit der Einreichung auch nicht gerade eine Tochter der Wahrheit. Die entsprechenden Äusserungen, die sogar BM Köppl entschlüpft sind (siehe salzi-tv), zeugen vom puren Gegenteil. Ein Projekt, über das seit Jahren verhandelt, diskutiert und gestritten wird, und dann gibt es nicht einmal noch Verhandlungen im Wasserrecht und vom Naturschutz, weil man sich offenbar um solche Kleinigkeiten nicht geschert hat. Das Wort „komplett“ kann in diesem Zusammenhang nur mit Unsinn kombiniert werden.

Wir erinnern an die folgende Aussage von Herrn Freunschlag im Salzi-TV Mitte Juni: „Im Juni wird der erste Bagger fahren und dort voll loslegen.“ Der Bagger muss sich verfahren haben. Sollte in einer OÖ-Gemeinde ein Bagger gesichtet worden sein, dessen Fahrer wirr Löcher in den Boden grabt oder verzweifelt nach einem See Ausschau hält, dann bitte schicken Sie den Fahrer samt Bagger Richtung Gmunden. Im selben Beitrag hat dieser famose Investor auch noch folgendes gesagt: „Es gibt quasi (!!!!, Rufzeichen von Babsy) einen Eigenkapitalinvestor, der neu dazu gekommen ist, und der alles möglich macht.“ Auch der muss sich gemeinsam mit dem Bagger verfahren haben. Oder er hat sich im Schlagschatten des Baggers schnell wieder aus dem Staub gemacht. Interessant auch die Wortwahl des Herrn Freunschlag: er spricht von EINEM Investor, nachdem er uns urlang erklärt hat, die Chalet-Käufer müssten mit den Chalets auch einen Anteil am Hotel erwerben. Keine Chalet-Interessenten – keine Investoren, das ist die einfache Rechnung, die Ihre Babsy hier aufmacht. Und beachtenswert auch das Wort „quasi“ als Beifügung zum Wort „Eigenkapitalinvestor“. Laut Deutsch-Wiki ist das Wort „quasi“ die „Einleitung einer Übertreibung“. Als Synonyme werden angeführt: beinahe, ungefähr, fast sowie annähernd. Wir haben es folglich mit einem Beinahe-Eigenkapitalinvestor zu tun, der fast über Eigenkapital verfügt, annähernd Geld flüssig machen kann und ungefähr bald das Geld auf den Tisch legen kann. Jemand, der solche Äusserungen macht, hat sich den Titel des Pausenkaschperls mehr als nur quasi verdient.

Ebenfalls erwähnenswert, dass Freunschlag jetzt behauptet, er habe bereits viel Geld investiert. Vor einigen Wochen in einem salzi-tv-Gespräch klang das noch ganz anders: da hat er gesagt, er habe kein Geld investiert, sondern nur Vorarbeiten. Also was jetzt?

Vorschlag von Babsy: machen wir es wie in der Schule! Lassen wir die Auftritte des Pausenclowns über uns ergehen, sie dauern immer nur kurz, und nehmen wir sie vor allem keine Sekunde lang ernst! Und Ihrer ob all dieses Gequassels von Möchtegern-Investoren schon ziemlich überanstrengten Babsy fällt da nur noch ein wirklich passender Verdauungs-Drink ein: ein Dirty Sanchez, der bringts in diesem Fall: 1,5 cl Baileys, 1,5 cl Tequila gold, 1,5 cl Kaffeelikör, und schön mit Eis shaken (Achtung, dass kein Inwestohr hineinfällt in den Mixbecher!).

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Hier noch der Link zum salzi-tv mit ein paar wirklich urigen Sätzen zum Thema „Hotelbau zu Asam“:
http://www.salzi.tv/video/Erneute-Fristverlaengerung-und-letzte-Chance-fuer-Lacus-Felix/81605be4b26dcd30b186d17ed43e14ff

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2 Antworten

  1. Die dümmsten Menschen Österreichs – die Gmundner!
    In jeder anderen Gemeinde Österreichs hätten die Dienstgeber der politischen Vertreter – die Bürger – längst die Reißleine gezogen, wenn sie schon so einfach gestrickt waren, DEN BGM plus seine Pratzerlheber bei Gemeinderatssitzungen 2009 zum 3. Mal in die Position zu wählen.
    Nicht so in Gmunden. Da sitzt die ehrenwerte Dummkopf-Snobiety-Gesellschaft eingebunkert in ihren Wigwamen und ruft maximal „Köppl ist der Beste“ aus den Bunkern.
    BGM Köppl: ich bin einer von Euch – laut seiner Eigendefination – nicht schmeichelhaft für die Gmundner Bevölkerung bei DEM Status Quo. Nur – die Snobietys merken das nicht einmal bei ihrer Unendlichkeit der Dummheit, wie abgehalftert sie nun sind!

  2. Bitte mal auf meiner Email XXXXX melden

    Lieber Poster: Nimm bitte mit uns über die Email-Adresse gmundl1@yahoo.com Kontakt auf.
    (Den Rest der Mail haben wir nicht veröffentlicht, um Deine Anonymität zu wahren.)
    Babsy fürs Team

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