Wir fahren mit der Eisenbahn …

Die Debatte von gestern hier nochmals zum besseren Nachlesen!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Erni der Seehund
Gesendet am 21.09.2014 um 4:00 nachmittags

Der Visionär

Einen Gmundner gibt es schon der offensichtlich speziell für die Kammerhof(er)gasse sein Fahrrad in weiser Voraussicht bereits auf XXL-Breitreifen umgerüstet hat. Ist da vielleicht ein Naheverhältnis zum angeblich spendierfreudigen Bürgermeister?


Erni der Seehund
Gesendet am 21.09.2014 um 3:27 nachmittags

Tarnen und täuschen

Das Veräppeln der Bürgerleins geht auf eine feine Art und Weise munter weiter. Seit ein paar Tagen gibt es neben dem schönen Brunnen-Gnom Heinrich Natters im Franz Josefs Park eine wahre Konkurrenz in Form eines 100 Jahre alten schnuckeligen Regionalbahn-Waggons mit einer Länge von weniger als 8 Metern – täuschend ähnlich einer künftigen Regionalzuggarnitur mit 32 Meter Länge. In diesem Nostalgiewaggon wird für längere Zeit eine Info-Stelle für die Bewohner und Besucher Gmundens eingerichtet um Auskunft über das Jahrhundertprojekt „Regionalzug durch Gmunden“ zu geben. Das Herankarren dieses Waggons und das Aufstellen mit einem schweren Autokran war sicher nicht billig. Soweit so gut oder schlecht.

Es gäbe aber eine viel einfachere, billigere und verständlichere Maßnahme um die Bewohner Gmundens ehrlich aufzuklären was auf sie mit diesem „Jahrhundertprojekt“ zukommt – und dies sogar ohne Worte. Vorausgesetzt natürlich man will wirklich vorher aufklären und nicht die Bewohner vor vollendete Tatsachen stellen.

Mein Vorschlag: Stern & Hafferl soll in der firmeneigenen Zimmerei eine Attrappe einer künftigen Regionalzuggarnitur im Maßstab 1:1 (32 Meter lang) in Form einer potemkinschen Wand aus feuchtigkeitsbeständigen Dreischichtplatten anfertigen und entweder am Rathausplatz parallel zur Straße oder im Franz Josefs Park aufstellen. Der Windanfälligkeit für eine solche Attrappe vorzubeugen ist für geschulte Zimmerer kein Problem. Und alle Interessierten könnten sich ein Bild machen was auf Gmunden zukommt. Die Kosten für diese Maßnahme sind sicher bei weitem geringer und die Aufklärung wäre weitaus effizienter als jene mit dem alten Waggon und dem dazugehörigen charmanten Aufklärungspersonal.
 


Zivilcourage
Gesendet am 21.09.2014 um 7:55 vormittags

Antwort auf Leonardo DV

Lieber Leonardo,
für so einfach gestrickte Leute wie mich dürfen Sie Ihre Satire nicht so hochgestochen halten. Zugegeben, ich nahm mir nicht so viel Zeit, die zarte Ironie Ihres Beitrages voll zu erfassen, denn ich interessiere mich auch noch für andere Dinge.
Es ist schon ein grosser Sprung von der Dodelsprache plötzlich zur scharfen Klinge der Satire umzustellen.

Was das Radfahren betrifft, zugegeben ich fahre auch nicht in der Theatergasse mit dem Rad, das wäre lebensgefährlich von einem Autofahrer überfahren zu werden. Ich fahre entlang dem See, oder schiebe das Rad in den Arkaden.

Gmunden ist eine Auto-Stadt,. Habe das an diesem Wochenende wieder erlebt, Am Rathausplatz kommt man ja nicht einmal durch, wenn man das Rad schiebt, vor lauter Autos und Gedränge. Dieses Gerangel um den öffentlichen Raum setzt sich auf der Esplanade fort. Wahrlich eine hochkarätige Tourismusstadt, dieses Gmunden!. Für die ständigen Einwohner von Gmunden ist so ein Wochenende sowieso nicht zu verkraften. Die meisten fahren eh weg.

Was das Steuergeld anbelangt, so habe ich mir seit der Hypobank (27 Miliarden Euro die der Steuerzahler berappen muss) und den Steuerhinterziehungsskandalen von z.B. Grasser und Konsorten einen gewissen Schutzpanzer zugelegt, sonst müsste man ja verrückt werden. Der Asamer mit Lacus Felix Grundstück profitiert ja auch durch das fast geschenkte Seegrundstück von 2 Millionen Euro und die Umwidmung jetzt auf Verkehrswert 70 Millionen Euro.. Wo bleibt die Versteuerung durch die Werterhöhung durch die Umwidmung?? Diese Steuerverschwenung haben die meisten Bürgerleins und auch die Redaktion von “gmundl” anscheinend noch nicht kapiert. Diese Werterhöhung und die damit verbundene Nichtversteuerung gehört immer und immer wieder öffentlich angeprangert.

Und da machen Sie sich Sorgen wegen der Strassenbahn, die jeder benützen kann, das Asamer Grundstück ist nur einer Elite vorbehalten.
Aber die Bürgerleins lassen sich alles gefallen, sie durchschauen nichts. Erst wenn der Wagen, sprich Staat, an die Wand gefahren ist, dann wachen sie auf und wenn es gut geht empören sie sich und unternehmen etwas.

Was die Strassenbahn anlangt, werde ich mich nicht mehr äussern, das sollen andere tun, vielleicht sogar damit schon Wahlkampf betreiben.

Aber eines würde ich empfehlen, nicht so viel Satire, sondern eher Klartext schreiben, denn der “gmundl” isst derzeit das einzige Medium, wo man noch unzensiert seine Meinung äussern bzw. Berichte lesen kann. Allerdings fällt mir im Falle der Strassenbahn auf, dass der “gmundl” stark gegner-lastig ist.

Geschätzte Zivilcourage!
Natürlich haben wir vom Team sehr wohl geschnallt, welche Werterhöhung beim angeblichen Hotelbau in die Taschen der Asamers wandert – ob steuerfrei, lässt sich weniger einfach beantworten. Steuerfrei wird es eher nicht laufen, aber das ändert nichts an der Schweinerei, die da abläuft.
(Das mit der Steuer ist extrem kompliziert, da wir nicht wissen, wie und in welcher Unternehmenskonstruktion der Gewinn realisiert werden wird, so es soweit kommt. Da ist alles von steuerfrei über Immobilienertragssteuer bis hin zu normalem Tarif oder Kombination aus KöSt/KESt möglich. Wahrscheinlich wissen es die Asamers selbst noch nicht.) Wie gesagt: wir haben auf das sehr wohl hingewiesen, und haben auch, wenn ich mich recht erinnere, Ihre diesbezüglichen Kommentare immer gebracht.

Was nun die “Mehrzahl an Gegnern der RegioTram” hier in der Diskussion betrifft, das ist das Problem der Befürworter. Wenn von den offiziellen niemand sich hier äussert, was sollen wir tun? Die Auslassungen des grünen Stadtparteiobmanns für das Projekt fielen ja argumentativ eher in die Rubrik “politischer Selbstmord mit Anlauf” (was wir übrigens sehr bedauert haben). Eine Mehrheit an Gegnern fand sich hier auch rund ums Hotelprojekt. Da hört man von den Befürwortern auch wenig.
Es liegt nicht an uns, wie das Kräfteverhältnis ist. Der Unterschied zum Hotelprojekt ist bei der RegioTram der, dass wir uns beim Hotel klar auf die Seite der Gegner “geschlagen” haben. Bei der RegioTram verharren wir sehr skeptisch aber abwartend. Angesichts der Tatsache, dass die zig-Millionen, die hier verbuddelt werden sollen, schon beschlossen und die Pläne scheinbar fertig sind, sehen wir ohnedies wenige Chancen, dieses Projekt zu verhindern, selbst wenn wir das wollten (angesichts der Borniertheit mancher Politiker sehen wir auch wenig Chancen, das Projekt noch so abzuändern, dass es architektonischen und ästhethischen Grundkriterien eines guten Stadtbilds entspricht). Beim Hotel sieht das schon deutlich anders aus. Da gibt es eine starke privatwirtschaftliche Komponente: man braucht einen Investor, und den gibt es nicht, weil es sich nicht rechnet. Das Tram-Projekt ist eine öffentliche Angelegenheit, ob es sich rechnet oder nicht, ist egal, weil es keinen Investor gibt, der sein Geld riskieren muss. Hier wird mit dem Geld der Steuerzahler gearbeitet – da stellt sich vor allem die Frage: gut oder schlecht gearbeitet? Die Antwort wird die Zukunft geben.
In Wahrheit wird bei beiden Projekten sehr, sehr viel Geld der Steuerzahlerleins verbraten. Unsere Hauptkritik an der RegioTram ist die, dass das Konzept nicht auf Gmunden zugeschnitten worden ist, sondern ausschliesslich auf die Interessen von Stern & Hafferl und ihrer Bahnlinien. Darum bekommen wir einen Monsterzug aufs Aug und aufs Stadtbild gedrückt. Mitsamt einer Niederflurbahn, die viel zu hohe Einstiege hat. Eben weil die Stationen von S&H nicht umgebaut werden sollen, sondern sich Gmunden nach dem richten muss, was schon da steht: das Liniennetz von Stern & Hafferl. Die haben kein Problem: wenn die RegioTram sich als platzende Seifenblase erweisen sollte, können sie mit den Zügen auch anderswo fahren. Und Gmunden darf auf den Geleisen spazieren gehen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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Eine Antwort

  1. Liebe Babsy Blitzschnell!
    Irgendwie bin ich schon etwas traurig über Deine Mutlosigkeit, diesen W(B)ahnsinn noch verhindern zu können. Schon Adenauer selig hat sinngemäß gesagt, dass er sich nicht scheut zuzugeben, gescheiter worden zu sein und eine Sache nun anders betrachtet wie früher. Obwohl ich bei unseren Politikern da berechtigten Zweifel hege, gebe ich nicht auf.
    Auch wenn alles beschlossen ist, die Entscheidung dafür aber auf – sagen wir´s im Moment noch einmal so – nicht ganz nachvollziehbaren Entscheidungshilfen wie falschen Fahrgastzahlen und absurden Potentialanalysen, die schwer am Thema vorbeigehen, entstanden ist, dann darf man sich schon fragen, ob sich die haupsächlichen Geldgeber – das Land Oberösterreich – das gefallen lassen.
    In der Ausgabe vom 18.September2014, findet sich zu diesem Thema eine bemerkenswerte Aussage von Herr Stadtrat Sageder: Auf die Frage: “ Wäre das nicht auch ohne Strassenbahn gegangen“, gibt´s die schlichte Antwort: „Grundsätzlich schon, aber durch den Bau der Strassenbahn werden auch die Baumaßnahmen für die Begegnungszone finanziert und ermöglicht.“
    Aber Hallo! Das heißt eigentlich, um neue Gasleitungen, Pflasterungen für Plätze und andere wichtige Sachen, für die normal keine Geldmittel vorhanden sind, zu bekommen, braucht man nur beim Land mit falschen Zahlen vorstellig zu werden und baut mit Landesgeld – also mit unserem Geld als Steuerzahler – einen Regionalzug – den keiner braucht lt. Herrn Sageder – durch Gmunden.
    Da werden die anderen Kommunen in Oberösterreich dieses „Gmundner Finanzierungskonzept“ schnell in ihre Budgetpläne einbauen!

    Ich würde es nicht Mutlosigkeit nennen, sondern leider Realitätssinn. Nicht, dass der den RegioTram-Gegnern fehlt, aber es wurden ein paar Tatsachen geschaffen, die wahrscheinlich eine Umkehr im Denken verhindern. Man hat die Züge bereits bestellt, die kommen, da fährt wirklich die Eisenbahn drüber. Da in der Gesamtbestellung meines Wissens sieben Züge drin sind, und da sind die für die Gmundner Bahn benötigten einkalkuliert, kommen diese Züge auch, was immer wir hier wollen oder nicht wollen. Jetzt wäre es zwar noch möglich, dass man das Stadtverschandelungs-verschönerungs-Konzept mit dem Umbau des Klosterplatzes zu beenden und die Durchbindung abzusagen. Ja, vielleicht geht noch was, wenn andere Gemeinden aufstehen und sagen: so gehts aber nicht, dann wollen wir auch eine Bahn durchs Dorf, damit uns die Kanäle vom Land erneuert werden. Und dass das Land dann unter dem Druck anderer Gemeinden zurückzieht. Aber ob so ein Vorgang im Wahljahr wirklich möglich ist? Da wird sich kein Bürgermeister, die noch dazu mehrheitlich schwarz sind, trauen, so einen Wirbel zu veranstalten. Man hat doch schon beim Zubau zur Landesmusikschule gesehen wie das läuft. Der Landesrechnungshof hat dieses Vorhaben nicht genehmigt, weil Gmunden zu hohe Defizite macht, und daher diese Ausgabe nicht vertretbar ist. Da der Köppl aber schon den Spatenstich angekündigt hat, und der Rechnungshof 14 Tage vor diesem Spatenstich Einspruch erhoben hat, hat der Köppl – so erzählt man sich im Dorf – den Pühringer angerufen, und der hat dann angeblich den Rechnungshof zurückgepfiffen, womit der Spatenstich stattfinden konnte – unter Teilnahme gschaftlhuberischer Politiker. So läuft das hierzulande.
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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