Dilettanten, Hitler, Investoren – Eine Gmundner Melange

Liebe Leserleins!

Nein, WIR sind nicht übergeschnappt. Sondern die Stadtgewaltigen, die sich immer mehr als Ohnmächtige erweisen, getrieben von ihrer Unfähigkeit und einem praktisch bankrotten Famlienclan.

So rätselhaft wie das Verhalten der Stadtoberen, die längst in die tiefsten Keller der Politik verräumt werden sollten, so rätselhaft blieb auch unsere gestrige Überschrift. Meine Schuld. Die Schuld ihrer wirklich recht müden Babsy, die nicht einmal mehr dazu kommt, den einen oder anderen Entspannungstrunk zu nehmen. Ich habe vergessen, zu erwähnen, warum wir jubeln: Wegen der hohen Zugriffszahlen. Am Montag hatten wir das 140.000 Besucherlein. Wir, der kleine gmundl-Blog, ohne Geld, nur mit Hirn und Herz und der moralischen Unterstützung der (hoffentlich!) meisten unserer Leserleins. Dafür wieder einmal „Danke!“! Auch der Dienstag war wieder ein extrem starker Tag. Wir rasen Richtung 150.000! Eigentlich wäre es Zeit, ein grosses gmundl-Fest in Gmunden zu veranstalten. Aber wie feiert man anonym? Vorschläge nehmen wir gern entgegen!

Vor der Gemeinderatssitzung am 2. 10. spitzt sich natürlich wieder einmal die Hoteldebatte zu. Inzwischen liegen die Karten der meisten Parteien auf dem Tisch. Nur seitens der SPÖ konnten wir keinerlei Aktivitäten im Vorfeld der Sitzung feststellen. Keine Anträge, keine öffentlichen Stellungnahmen. Aber vielleicht haben die keine Karten, oder so ein mieses Blatt, dass sie lieber nicht einsteigen. Man kann nur noch rätseln, und wir nehmen es verwundert zur Kenntnis. Die Leserleins mögen sich selbst ihren Reim darauf machen. Aber vielleicht ist es nur eine besonders abgefeimte Strategie … Wers glaubt, wird selig. Oder doch nicht? Schlägt Dickinger völlig überraschend zu und putscht sich  mit Sigi John an der Gulaschkanone ins Bürgermeisteramt? Das Lokal-TV wird von den letzten ÖVP-Freischärlern besetzt und spielt rund um die Uhr die Gmundner Internationale: „Hochstapler, hört die Signale, auf zum letzten Cent Geld! Die armen Investoren erkämpfen das Grundraub-Recht!“ Dann puscht der John gegen den Dickinger, weil er selbst Bürgermeister werden will. Das letzte Einwohnerlein verlässt Gmunden und braucht das Licht nicht mehr abzudrehen, weil das schon vor Jahren ausgegangen ist. Ein Soap aus Gmunden. In einer halben Folge der nullten Staffel.

Inzwischen ist auch klar, warum die Gemeinderatssitzung willfährig verschoben worden ist. Beim neuen „Investor“ späult es sich (kommt von Speil=ein querliegendes Holzstück zum Wurstverschliessen). Blöderweise wird damit die Wurst nicht geschlossen, sondern quillt immer weiter aus der Hülle heraus, in welche die verzweifelten Rathauspolitiker das schon etwas merkwürdig riechende Hotel-Brät stopfen wollen. Die Herrschaften konnten in guter Gmundner Tradition die verlangten Millionen nicht vorweisen. Einst waren noch 14 Mille gefordert, inzwischen hat man sich im Gmunden-Balkan-Bazar auf 12 Mille herunter geschraubt. Blöd nur: auch die konnte der Investor am Montag nicht vorweisen, sondern nur 10 Mille, wie man hört.

Offen gestanden, und das sage ich ohne ein einziges Schluckerl intus zu haben, einen solchen „Investor“ würde ich bei Arsch und Genick schnappen und aus der Stadt hinauswerfen, wenn ich Bürgermeisterin wäre. Aber vielleicht braucht es dafür wirklich eine energische Frau und nicht ein politisches Simandl (=Pantoffelheld) unter der Fuchtel eines abgewirtschafteten Familienclans. Hier sollen mindestens 35 Mille verbaut werden, und der „Investor“ ist ein bisserl knapp bei Kassa und kann nur 10 Mille beweisen. Heisst: keinerlei Reserven, jede Baukostenüberschreitung (und die stehen bei solchen Projekten an der Tagesordnung) eine Katastrofe. Null Spielraum bei den Finanzen. Ein solcher „Investor“ gehört mit einem Betretungsverbot im Rathaus belegt. Basta. Aber hier in Gmunden wimmelt es nur so von solchen „Investoren“, es ist zum Wimmern.
Nun überlegt man allen Ernstes, die Gemeinderatssitzung ein weiteres Mal zu verschieben, damit dieser famose Investor noch zwei weiter Millionen auftreiben, halt irgend wie zusammenkratzen kann. Ein Dilettantenstadel sondergleichen.
Ich erlaube mir, jene Leute, die jetzt meinen: „10 Mille sind ja auch was, wir akzeptieren das“ als politische Volltrotteln zu bezeichnen. Nämlich angesichts dessen, was sich bisher in der Gmundner Hotelfrage rund um Inwestohren so abgespielt hat. Dass sich das alles am Lichtbratl-Montag abgespielt hat, lässt einen daran denken, in Kenntnis der inzwischen zur Tradition gewordenen Mittellosigkeit von Gmundner Möchtegern-Investoren, diesen Tag auf „Hinters-Lichtbratl-führen-Montag“ umzubenennen. Man fragt sich wirklich schon, ob hier ein grosser Freifeldversuch in Sachen Wiedereingliederung mit Leuten stattfindet, die eigentlich in der geschlossenen Abteilung des Wagner-Jauregg in der Gummijacke und vollgestopft mit Beruhigerlis residieren sollten. Psychiatriereform hin oder her. Hier läuft alles schön nach einem alten „Irren“-Witz.
Ein Zimmer in der Psychiatrie.
Sagt der Investor zum Vize-Bürgermeister: „Ich hab die Kohle fürs Hotel beisammen.“
Sagt der Vize-Bürgermeister: „Wieso kannst du das behaupten?“
Investor: „Der liebe Gott hat mir das eingegeben.“
Aus der anderen Ecke ruft der Bürgermeister: „Garnix hab ich dir gsagt.“
Der Witz muss in Gmunden erfunden worden sein.

Wie wir also angekündigt haben: das wird eine Verarschung ohne Ende. Und weit und breit niemand in Sicht, der diesem Schmierentheater endlich ein Ende bereitet. Merkt denn keiner der Verantwortlichen, dass die Politik sich bei der Bevölkerung nur mehr lächerlich macht und die letzten, ohnedies spärlichen Reste Ansehens verspielt?

Man darf also gespannt sein, was morgen wirklich geschieht. Auf den Gmundner Wettbörsen steht es derzeit 50:50. Die einen wetten auf eine Verschiebung der Sitzung mitsamt Verschiebung und weiterer Verzögerung des Rückkaufs. Die andere Hälfte erwartet eine termingerechte Sitzung mit Rückkaufsbeschluss. Wir tippen auf Variante drei: die Sitzung findet statt, aber es gibt keinen Rückkaufsbeschluss (und hoffen, uns zu irren!).

Inzwischen mischt Karl Kammerhofer die Stadtpolitik weiter auf. Womit wir zu Adolf Hitler kommen. Nein, ganz anders, als viele jetzt befürchten, vermuten oder argwöhnen. Wir wundern uns nur, mit welchen Briefmarken die Post ihre Beförderungsleistung sich vergüten lässt. Karl Kammerhofer war so nett, uns zwei besonders originelle Rückflüsse seiner Umfrage zukommen zu lassen (schon ausgefüllt und abgeschickt? Na dann, dalli-dalli!).

Hier die Anmerkung von Karl Kammerhofer zu diesen kuriosen Zusendungen.

Karl Kammerhofer Umfrage in Gmunden sprengt alle Grenzen im Umfang, Zahl, Raum und Zeit.
K
arl Kammerhofer erhielt nicht nur ein traumhaftes Foto eines Gmundners von dessen Besuch in einem  venezianischen Kulturcafe wo Kommunismus und Mutter Gottes friedlich koexistieren, sondern auch eine Nachricht aus einer anderen Zeit. Bereits vor über 70 Jahren wusste man dank Orwells Zeitmaschine von der Umfrage des Gemeinderats Kammerhofer in Gmunden. Ein Fragebogen samt Kuvert wurde vor über 70 Jahren  verschickt/aufgegeben und ordnungsgemäß mit den damals vorgeschriebenen 12 Reichspfennig mitsamt Hitler-Konterfei frankiert. Es stand daher nichts im Weg, diesen Brief ordnungsgemäß mit der 12 Reichspfennig-Hitler-Briefmarke, abgestempelt in Linz an der Donau ohne Strafporto an Herrn Kammerhofer weiterzuleiten. Hier Bilder von beiden Rücksendungen:

 

Hitlermarke835aVenedigK3

Nun, soweit die Gmundner Melange und die Neuigkeiten aus dem Gmundner Dschungel-Camp.

Jetzt braucht Ihre Babsy aber doch noch irgendeinen Schlummer- und Beruhigungstrink. Wenn der Baldrian-Tee nur nicht so grausam schlecht schmecken würde, genauso grausam übel wie die Gmundner Lokalpolitik …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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