Ginko, Vandalen und Architektur

Liebe Leserleins!

Für diejenigen, die es noch nicht erraten haben: die Bilder in unserem Blog „Vandalen“ zeigten das Elend bei der Musikschule. Dort wurde für den Zubau in sinnloser Zerstörungswut alles platt gemacht, was dem neuen, superhässlichen Betonbau im Wege stehen könnte. Man hat nicht einmal versucht, den ca. 150 Jahre alten Ginko-Baum zu retten. Auf die Idee ist offensichtlich gar niemand gekommen. Ein paar Dutzend Meter weiter steht vor der Bezirksbauernkammer ein etwa gleich alter Ginko-Baum, der sogar als OÖ-Naturdenkmal geschützt ist. Den dürfte man nicht ohne behördliche Genehmigung umsägen. Warum der andere Ginko bei der Musikschule nicht diesen Schutzstatus erhalten hat, versteht kein Mensch. Das niemand versucht hat, diesen Baum zu retten, sagt alles über die Verantwortlichen in Gmunden – und lässt Schlimmers für die Ausgestaltung der Stadt rund um die RegioTram erwarten. Die Gegend wird durch einen neuen Betonbau verunstaltet, der keinerlei Bezug nimmt auf das bestehende Gebäude (die Villa Klusemann, die ihrerseits durch die Formensprache des Klassizismus und dessen Rückgriff auf antike Formen geprägt ist).

Weder kann man dem neuen Gebäude einen Bezug zur Villa Klusemann entnehmen noch einen zur Musik oder zum Salzkammergut. Es ist dies wiederum ein seelenloser Nutzbau, der überall auf der Welt stehen könnte. Da träumen die HERRschaften von Fremdenverkehr und überzuckern nicht, dass gelungene und spannende Architektur, die ein Bild von Land und Menschen vermittelt, sich vielleicht auch mal quer zu den Sehgewohnheiten stellt, ein wesentlicher Anziehungspunkt für Touristen ist. Aber das hier im Entstehen befindliche Gebäude reiht sich mühelos ein in die Betonklötze, mit denen dieses Architekturbüro schon halb Gmunden zugemüllt und verhässlicht hat.

Hier ein paar Bilder der Betonhütte (den Zubau haben wir jeweils hervorgehoben, Dank an Graf Bodo):

musikschule_nord_2

Bei diesem Bild sieht man das Ausmass des Schreckens nicht, weil die Fassade der Villa auch glatt dargestellt wird:

musikschule_ost_2

Hier etwas realistischer mit eingezeichneter Fassade bei der Villa Klusemann:

musikschule_ansicht_sueden

Hier nun die Sicht von der Linzerstrasse, der Blick auf die Villa Klusemann ist völlig zugestellt, man guckt auf eine trostlose 08/15-Hütte:

musik_schule_ansicht_osten

(Die Bilder und Modelle stammen von der Homepage des planenden Architekturbüros! Wir haben nur die Verdeutlichung des Zubaus vorgenommen!)

Ja, liebe Leserleins, da kommt echt Freude auf. So gesichts- und ideenlos wie die Gmundner Politik, so sind auch die Bauten, die trotz eines angeblich existierenden Gestaltungsbeirates unsere Stadt mit Hässlichkeit überschwemmen.

Da fällt Ihrer Babsy nur noch der Spruch ein: „Schönheit kommt von innen.“ Was wohl auch für das Gegenteil der Schönheit gilt, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Ach beinahe hätte ich es vergessen! Hier noch ein Beitrag eines Leserleins von der Kommentarseite. Die Aufforderung hat einen bestimmten Charme! Wenn wir alle das machen würden, vielleicht wär dann eine Ruh‘ mit dem Kasblattl, und die ÖVP würde uns nicht mehr mit ihrer Propaganda am Steuerzahlerlein-Tascherl liegen oder gleich in selbiges greifen!


 

Gegenpropagandist
Gesendet am 13.10.2014 um 5:46 vormittags

Liebe Leser(leins),

ich habe einen Vorschlag. Bitte hauts das Kasblattl nicht weg! Steckt es statt dessen in ein Kuvert und schickt es zurück an unseren Bürgermeister (am besten gleich an die Privatadresse). Wenn genug mitmachen und er unter seiner eigenen Propaganda erstickt (im übertragenen Sinne natürlich), dann verschont er uns vielleicht in Zukunft davon. 😉

 

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Eine Antwort

  1. InTheZone!

    im zuge der „be“ver“und“change/chance“planung“ rund um die musikschule würde mich, abgesehen von dem architektonisch diskussionswürdigen entwurf vielmehr die frage der „mobilen begegnungszone“ vulgo „engstelle musikschule“ viel brennender interessieren, ob hier angedacht ist mit „kleineren optimierungen der fahrbahndimensionierung“ eventuell eine entspannung eines der „nadelöhre von und zu gmunden“ erreichen sein könnte? immerhin bestünde imho nach abriss des „auszugshäusl’s“ nun die !theoretische! möglichkeit hier eine kleine, aber sicherlich deutliche verbesserung der zulaufquote zu diversen, noch !bisher ungenutzen! touristischen !highlitghts! zu ermöglichen. soll sich doch an dieser stelle bitte keiner der mangels !was auch immer! abreisenden an den massenhaft zuströmmenden aufgehalten fühlen!
    vielleicht lässt sich diesbezüglich noch der eine oder andere !verkehrsleittechnikbeauftragte! dieser tage dazu motivieren sich in besagter !begegnungszonen! mit einem LKW, BUS oder einem anderen “ ‚drawigem“ zu duellieren.
    Bitte NICHT mit dem privat PKW, das könnten wir uns vermutlich nicht leisten, sollte es von amtswegen zur HAFTUNG kommen.

    in freundlicher begegnung

    InTheZone(GM)

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