Wunschdenken

Heute:
Gastkommentar von AndyB

Liebe Leserleins!

Wir sind ja eigentlich sehr zurückhaltend mit Jubelmeldungen. Besonders Ihre Babsy ist eine ganztotal Bescheidene, gell! Aber manchmal ist Jubeltrubelheiterkeit angesagt. Wir haben diese Woche die 200.000er-Marke überschritten. Ja, liebe Leserleins, Sie lesen richtigt: der 200.000ste Mensch, der/die/das sich auf unsere Seite verirrt hat. Natürlich nicht verirrt hat. Die Leute wissen nämlich, warum sie hier sind. Weil sie uns mögen. Weil sie uns hassen. Weil wir nicht gleichgültig lassen. Darum geht es im Leben und in der Politik: nicht gleichgültig sein. Sagt jedenfalls Ihre Babsy. Und trinkt heute nichts auf unsere neue Wahnsinnsrekordmarke.
Babsy, du musst nüchtern bleiben, sage ich mir. Morgen musst du zeitig raus dem dem Bett und dabei einen klaren Kopf haben. Dann muss ich mich unauffällig kleiden, also nix mit HiHeels, kein kurzes Rockerl oder sauenge Jeans, ist eh zu kalt trotz des Föhns. Werde mich in wärmendes Gewand hüllen. Details werden nicht verraten, sonst erkennt man mich gar. Eine warme Haube auf den Kopf, Haare schön drunter stopfen, vielleicht sollte ich eine mir verhasste Burka nehmen. Denn ich muss morgen Ausschau halten, ohne erkannt zu werden.
Werde mich nämlich unters Festpublikum mischen, wenn die Politiker auf unsere Kosten feiern, dass sie auf unsere Kosten Steuern verschwendet haben. Ich werde also am Klosterplatz stehen und keine Würstel essen und kein Freibier. Ich bereichere mich nämlich nicht am Geld der Steuerzahlerleins, was welches ohnedies auch meines ist.

Die Eröffnung des umgebauten Klosterplatzes wird gefeiert. Und ich will sehen, ob das Gerücht stimmt, dass man Schulklassen am schlufreien Samstag für die Belebung dieses drögen Festes abkommandiert oder mit sanftem Druck hinbefohlen hat. Ob es wirklich stimmt, weiss Ihre Babsy nicht. Aber wir haben einige Emails empörter Eltern bekommen, die sich beschwert haben, es gäbe da Druck. Ehrlich, ich kanns nicht glauben. Wäre irgend wie Nordkorea.
Ich werde nur kurz Ausschau halten und dann abhauen. Ich will nicht die Staffage für Politiker geben, die sich auf unsere Kosten selbst loben. Ich brauch deren Würstel nicht, die ohnehin die meinigen sind. Freibier habe ich schon immer gehasst.

Mögen sich möglichst viele Leute den Tatzlwurm am Klosterplatz anschauen. Damit sie endlich eine Ahnung davon bekommen, was man ernsthaft quer durch die Stadt rattern lassen will. Der pure Grössenwahn. Weil das mit dem Tunnel nichts geworden ist, verjankern wird das Geld jetzt halt anderswo, gell. Zum Trotz! Den Steuerzahlerleins werden wir es zeigen! Wir schaffen es immer, deren Geld sinnlos zu verplempern. Liebe Steuerzahlerleins, sagen die Politiker, ihr entgeht unseren Projekten nicht.

Ein riesigier Zug für zehn Insassen. Da hätte man glatt noch zwei Toiletten und eine Speiseabteilung einbauen können, ohne dass die Leute das Gefühl der Überfüllung bekommen. Aber wer isst schon zwischen Vorchdorf und Gmunden im Zugsrestaurant? Die Leute fahren nämlich angeblich von Vorchdorf nach Gmunden zum Grellinger oder zum Baumgartner oder zum Essen ganz allgemein. Armer Sigi John, für den kommt das zu spät. Der hat mit seinem Wirtshaus Pleite gemacht. Wahrscheinlich, weil die RegioTram noch keine Kunden in rauhen Massen von Vorchdorf herangekarrt hat. So ist das Leben, sagt Ihre Babsy. Dafür will er jetzt Hotel bauen, mit diesen Referenzen. In Gmunden, wo das Abenteuer zu Hause ist.

Wenn ich nur meine Mütze finden könnte. Damit ich mich morgen nicht verkühl.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Wunschdenken

Ein Gastkommentar von AndyB

Herr Kammerhofer hat natürlich Recht ….. ich habe allerdings nicht nur sein Posting überflogen, sondern versucht es zu verdrängen ….

Denn dieses Ergebnis ist noch schockierender für mich, denn das würde ein völliges “Aus” für den Toscana Park bedeuten.

Sollte dann auch noch das “Lacus Unerträglich” realisiert werden, hätte die Gmundner Bevölkerung überhaupt keinen Zugang mehr zum See.
Man vergleiche mal die Seezugänge in Traunkirchen mit der Einwohnerzahl und rechne das auf Gmunden um ….. Da werden sich viele Leute wundern.

Selbst wenn das Locus …. Lacus Dingsda nicht gebaut würde (wo mit Sicherheit von auszugehen ist), dann wird der ÖVP eine neue Sauerei einfallen, wie sie das Gelände verschandeln können. Vielleicht mit einer netten kleinen Plattenbausiedlung. Natürlich mit “geförderten” Wohnungen, für 400.000 Euro für 80qm.

Sollte das tatsächlich passieren, dann werde ich ernsthaft in Erwägung ziehen, Gmunden zu verlassen.

Die Innenstadt mit Regio ist für mich sowieso schon völlig tabu. Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als beim Baumgartner entspannt zu sitzen, und alle 15 Minuten kommt ein Zug vorbei.

Bewertungen der Touristen wie “Das Café Baumgartner befindet sich direkt am See in Gmunden, es hat eine schöne Terrasse mit einem wundervollen Ausblick auf den See und in die Berge.” werden dann der Vergangenheit angehören.

“Das Café Baumgartner befindet sich direkt am See in Gmunden, es hat eine schöne Terrasse mit einem wundervollen Ausblick auf einen Zug- und Busbahnhof, da vergisst man sogar den See und die Berge.” wird dann dort stehen …..

Die Umweltschützer werden mich dafür hassen und mich verfluchen …., aber wieso bleibt dieses riesige unzugängliche Gestrüpp da unangetastet? Wieso baut da niemand etwas hin?
Und wieso muss die Feuerwehr ein Übungsgelände in 1A See-Lage haben? Warum muss ein Hallenbad am See sein oder neben dem Freibad?
Und wieso sollte es unbedingt auf der Toscana Halbinsel stehen?
Es gibt kein mir bekanntes Hallenbad, das sich überhaupt finanziell rechnet!
Natürlich hätte ich auch gerne ein Hallenbad, aber nicht um diesen Preis!

Wenn das Kongress-Hotel sich nicht rentiert, dann werden da 1A-Wohnlagen errichtet, und dann fällt auch der Rest des Parks.

Mal einige Fragen zum Kongress :
– wie viele Kongresse finden denn im Jahr statt?
– wie viele Kongressbesucher übernachten in Gmunden?
– wie viele Geschäfte besuchen denn die Kongressbesucher noch, wenn das Hotel direkt neben der Kongresshalle steht?
– in welche Restaurants und Gaststätten gehen denn die Kongressbesucher?

Meine Erfahrungen :

Es finden sehr sehr wenig Kongresse statt und das nicht, weil es kein Hotel gibt. Es ist mir ein Rätsel, wieso angeblich so vielen Kongress-Interessenten abgesagt werden muss. Sicher nicht wegen der Überlastung durch die vielen Veranstaltungen.
Die meisten Kongressbesucher kommen relativ spät überhaupt aus den Veranstaltungen, da haben sie nicht noch Lust überhaupt in die Innenstadt zu gehen. Außerdem haben die meisten Geschäfte dann eh schon geschlossen.
Viele Kongressbesucher kommen aus der näheren Umgebung und fahren nachts nach Hause.

Alles andere ist Wunschdenken, wie man es gerne hätte, es aber niemals sein wird.
Kongressbesucher kommen wegen eines Kongresses, sie kommen nicht wegen der schönen Landschaft oder der See-Lage, nicht wegen dem guten Essen und auch nicht wegen des aufregenden Gmundner Nachtlebens.

Leider gibt es immer noch genug Leute, die auf irgendwelche Märchengeschichten herein fallen, man muss diese Schauermärchen nur oft genug wiederholen, und irgendwann glauben die Leute es.

Die Gmundner Bevölkerung ist so oft hinters Licht geführt oder unzureichend informiert oder vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Wie oft funktioniert das noch?


 

 

 

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5 Antworten

  1. Gratulation zu 200000 Besuchern. Leider ist es aber so, wenn man Gmundner Hauptwohnsitzler fragt, kennen Sie „Gmundl“, man als Antwort von Wetterhexen bzw – hexerichen – anders kann man das Niveau nicht beschreiben – bekommt: „ja freilich“, während der grosse Hohlkörper im Kopf, wo in anderen Gemeinden die Bewohner ein Gehirn haben, übermächtig zutage tritt. Keine Ahnung von irgendetwas ist bei den meisten Gmundner Hauptwohnsitzlern angesagt.
    Kein Wunder, dass der emeritierte Stadtpfarrer zurecht verbreitet, dass die Gmundner Hauptwohnsitzler nicht mehr zum „Baumgartner“ reindürfen, da sonst der Umsatz durch noch nach Gmunden kommende solvente Besucher dank der Suderei der Einwohner zu stark sinkt.

  2. Der lange Wurm

    Zu der Regio-Bim möchte ich einen weiteren Gedanken ins Spiel bringen: abgesehen von der Art wie das Projekt durchgepeitscht wurde, finde ich eigentlich nicht die durchgehende Regio-Bim an sich schlecht, sondern die Fahrzeuge! Die sind einfach zu globig für Gmunden.
    In Wien lebend und in Gmunden aufgewachsen, fällt mir genau das ins Auge, wenn ich nach Gmunden zurückkome: Dieses lange Ding sieht nach Wien aus? Wozu bin ich denn jetzt die 265 km gefahren? Da kann ich gleich in Wien bleiben.
    Wieso kann man da nicht mit zarteren Wagen fahren, etwa mit einem keinen Triebwagenund je nach Bedarf mit angehängten Wagen? Auch die Station am Klosterplatz könnte etwas dezenter sein.
    Grundsätzlich scheint mir zumindest aus historischer Sicht nichts gegen Schienen durch Gmunden zu sprechen.Zur Zeit der Budweiser Pferdebahn liefen schin mal Schienen über die Traunbrücle (ich weiß, ist natürlich jetzt sehr lange her, , und auch das ursprüngliche Projekt von S&H sah das ja bereits vor 100 JAhren vor. Wäre interssant, ob es da noch alt Plöne und Skizzen gibt, wie das damals hätte aussehen sollen. Sicher nicht so globig. Vielleicht hätter man sich stilistisch daran orientieren können. Damit es nach Gmunden aussieht. Nicht nach Linz oder Wien!
    Und offen gesagt sind Autos und Busse auch nicht so schön in der Innenstadt – nur haben wir uns längst daran gewöhnt. Also eine Verkehrswende tendenziell etwas weg vom Auto scheint mir da schon die Zukunft zu sein – auch wenn die Akzeptanz bei vielen Projekten erst später kommt (wie bei der Wienr Mariahilfer Strasse) -nur: es scheint mir in Gmunden nicht ausreichend durchdacht und nicht ausreichend demokratisch (Information und Befragung)!

    Auch wir halten die Grösse der Züge für den springenden Punkt. Das ist leider völlig aus dem Ruder gerannt. Der Grund ist einfach, und wir haben ihn hier auch deutlich ausgesprochen: es wurde kein Verkehrskonzept für Gmunden gemacht, sondern die „Gmundner“ Lösung ist in Wahrheit eine, die nicht Gmunden, sondern S&H dient. Die wollen ihr RegioTram-Monpol aufbauen, und das möglichst mit einer einzige Art von Zügen. Egal, wie das dann in Gmunden aussieht.
    Was die Busse betrifft, da kommt es darauf an, welche Busgrössen man einsetzt. Es gibt kleine City-Busse, die sind nicht viel grösser als der klassische VW-Transporter oder ein Mercedes-Vito. Die sind gleich viel dezenter als die jetzt verwendeten Grossbusse.
    Dass der Individualverkehr weitgehend aus der Stadt verbannt gehört, ist für uns völlig klar und steht ausser Diskussion.
    InGmunden wird leider vieles nicht gut durchdacht oder zu Ende gedacht. Auch wenn die Vorlaufzeit zehn Jahre ist …
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

  3. Austausch von Kommentaren in den OÖN

    1. KOMMENTAR:.

    „BGM KRAPF

    Ich bin mir sicher sehr geehrter Herr Bürgermeister, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist gegenüber Asamer Unterwürfigkeit zu demonstrieren. Sie sind also dankbar, dass die hohen Herrschaften geneigt sind auch über andere Verwertungsmöglichkeiten, der gewaltig belasteten Grundstücke, mit Ihnen zu parlieren, oder Ihnen zumindest das Ohr zu leihen.
    Mag schon sein, dass man nicht alle Gesprächskanäle abreissen lassen wird. Bitte aber dazu bedient man sich in einer solch prekären Situation des eigenen Anwaltes und dient sich nicht als oberster Vertreter der Gmundner Bürger selbst an.“

    1. ANTWORT:

    „Gelernt ist gelernt!

    So hat er´s halt gelernt!
    Wenn man jahrelang nix anderes sieht als Unterwürfigkeit gegenüber Geld und Macht….“

    2. ANTWORT:

    “ Ich sehe das genau so. Lieb und nett und unterwürfig gegenüber den sich als Übermächtige haltenden Asamers, das waren die Kriterien, die die Granden der ÖVP als kleinsten gemeinsamen Nenner für den neuen Bürgermeister zugelassen haben.

    @) eigener Anwalt der Gemeinde: Wer ist das eigentlich? Ist er je in Erscheinung getreten, um die Interessen der Stadt zu wahren?“

  4. „Man vergleiche mal die Seezugänge in Traunkirchen mit der Einwohnerzahl und rechne das auf Gmunden um ….. Da werden sich viele Leute wundern.“

    Ganz so ist es nicht , Traunkirchen verfügt über genau einen Seezugang mit ausreichenden Parkplätzen (Bräuwiese), die Umgebung der restliche Badeplätze versinkt jedoch jedes Sommerwochenende im Parkchaos.

    Traunkirchen kann auf jeden Fall aber als Beispiel für die „Erfolgsbilanz“
    des ****Tourismus herhalten. So hat man es geschafft, trotz Millionen- subventionen, die Anzahl der Nächtigungen binnen 6 Jahren zu halbieren. Die Saison 2014 brachte wieder das “ Erfolgsergebnis “ von – 15,9 % , nach -10 % in der Saison 2013. Diesmal aber auch ohne Hotelbrand.

    • Das bedeutet aber doch nicht, die Seezugänge wären nicht vorhanden, auch wenn sie im Parkchaos versinken!
      Die ganze Innenstadt ist praktisch ein Seezugang, vom „Rathaus Platz“ bis zur Kirche. Die „Bräuwiese“ habe ich dabei nicht mal berücksichtigt.

      Es ging mir alleine um die Größe des Seezuganges, gemessen an der Bevölkerung, nicht um den Tourismus.
      Beim Tourismus ist wahrscheinlich der Schuss nach hinten los gegangen, mit der Ortsumfahrung ….. (meine persönliche Einschätzung), denn eigentlich hätte eine Ortsumfahrung genau das Gegenteil bewirken müssen.

      Im übrigen fahre ich öfter mal nach Traunkirchen, in den Sommermonaten und habe eigentlich (fast) immer einen Parkplatz gefunden.

      Sie wissen doch sicher wo man in Gmunden einen freien Zugang zum See hat? Zwischen Altmünster und der Innenstadt? Na? Einen einzigen : den Toscana Park und der nächste Zugang befindet sich auf der anderen See Seite.

      Beide will man nun bebauen bzw. teilweise bebauen.

      Wie ich schon einmal berichtet habe, haben mich schon öfter Touristen angesprochen : „Wie sie denn zum See kämen? Es wären ja fast alles nur Privatgrundstücke, Zäune und Mauern“.

      Aber wie ein Politiker mal gesagt hat : „Der See würde der „Industrie“ gehören und nicht dem Bürger.“ ……

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