Eine Stimme für die Regio

Heute:
Gastkommentar von Karl Kammerhofer pro Regio
Kommentar dazu von Babsy Blitzschnell

Liebe Leserleins!

Zuerst Entschuldigung für den gestrigen Tippfehler gleich in der Überschrift. Babsy müde Äuglein hatten es übersehen. Wie gesagt: hier wird nicht wohlbezahlt während der Arbeitszeit Propaganda für die Reichen, Schönen (naja) und Mächtigen gemacht, sondern in der Freizeit gratis geschuftet. Für die Bürgerleins. Für die Zivilgesellschaft. Und auch für uns selbst, klaro, wir wollen in einer schönen und lebenswerten Stadt leben. Das ist schon auch egoistisch. Den selbstlosen Philodendren, ach nein, Philantropen heissen die, den trauen wir auch nicht über den Weg. Wir tuns schon auch für uns selbst, aber im Wissen, es gleichzeitig für viele andere auch zu machen.

Heute also eine Stellungnahme von Ex-Gemeinderat Karl Kammerhofer. Er liegt völlig quer zu der Meinung, die wir hier im Team uns inwischen gebildet haben. Aber es gehört geradezu zum Lebensinhalt dieses Blogs, die Vielfalt der Meinungen abzubilden. In diesem Fall wird Ihre Babsy selbst eine Antwort verfassen. Aus einem einfachen Grund: Karl Kammerhofer hantiert mit dem Begriff der „Schwarmintelligenz“. Das ist ausgerechnet mein selbstgewähltes Spezialgebiet in jenem Studium, dem Ihre Babsy neben dem Brotjob nachgeht. Oh je, jetzt hat Ihre Babsy wieder ein wenig über sich selbst verraten. Musste aber sein.
Karl Kammerhofer sagt, er habe das mit der „Schwarmintelligenz“ ironisch gemeint und das Wort darum auch immer nur unter Anführungszeichen verwendet. Ich habe seinen Kommentar anders gelesen. Darum antworte ich selbst. Vor allem auch deshalb, weil in der wissenschaftlichen Diskussion um die Schwarmintelligenz gerade die Gemeindepolitik als Musterbeispiel dafür gilt, dass diese angebliche Intelligenz eben nicht funktioniert und nicht existiert. Karl Kammerhofer hat noch einen Auszug aus der Wikipedia zu diesem Begriff angehängt, den wir bewusst weglassen. Wikipedia hat bei diesem Thema nämlich einen Wiki-War (Wiki-Krieg) gegen all jene geführt, die das mit der Schwarm-I für Unsinn halten. Kein Wunder: Wikipedia behauptet ja, ein Ergebnis der Schwarm-I zu sein, sozusagen der krönende Beweis für deren Existenz. Alle Andersdenkenden wurden niedergemacht und deren Beiträge weitgehend „raus gesäubert“. In gewisser Weise ist die Wikipedia allerdings wirklich ein krönender Beweis für die Nichtexistenz der Schwarm-I. Eine ganze Reihe von Untersuchungen zeigt inzwischen, dass die fachlich besten und am wenigsten fehlerbehafteten Beiträge von Einzelpersonen kommen, während die „Korrekturen“ meist zu einer Verschlechterung der Substanz der Einträge führen. Mit der Anzahl der Korrekturen von irgendwelchen selbsternannten Korrektoren steigt auch die Fehlerzahl. Wen interessiert, was in der Wikipedia dazu steht, der/die kann sich ja leicht selbst dort schlau machen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Warum die „Schwarm – Intelligenz“ im Gmundner Gemeinderat mit großer Mehrheit auch 2014 richtig lag

oder

Die sieben exzellenten Gründe für die neue Gmundner Stadtbahn und für Stern und Hafferl

Ein Gastkommentar von Karl Kammerhofer

1) Die „Schwarm-Intelligenz“  im Gmundner GR entschied sich bei der Stadtbahn für Energie aus heimischer Wasserkraft und nicht für Energie aus jenen Staaten, die Menschen köpfen,  zu Tode prügeln, Länder/ Meere zerstören und Menschen/Umwelt ausbeuten (z.B  auch seltene Rohstoffe für Bus Batterien).

2) Diese „Schwarm – Intelligenz entschied sich letztlich auch für Beförderungsleistungen von einem nicht uneigennützigen heimischer Kapitalisten, aber auch eines über Jahrzehnte verlässlichen Netzwerkers. Sie entschied sich nicht für viele hundert zusätzliche 1,5 Tonnen Individualfahrzeuge mit nur 3.000 Stunden Nutzungsdauer von knallharter Milliardären wie Quandt (BMW), Porsche(VW) oder Magna (Stronach). Jene Fahrzeuge, die aus nicht nachwachsenden Rohstoffen ferner Ländern bestehen und neben der Transportleistung auch verheerende Umweltgifte verursachen (Feinstaub, CO2, CO ua.). Dies einzig und alleine um durchschnittlich 1,2 Personen  in  jeweils 1,5 Tonnen Hochtechnologie mit 3% – 5%igen Auslastungsgrad (30-40Minuten täglich) zu transportieren.

3) Die Schwarm – Intelligenz entschied sich mit der Stadtbahn dadurch auch für den jetzigen Straßenbahnabschnitt in Gmunden und für die Vorchdorfer Bahn. Ohne Durchbindung der fehlenden 700 Meter in Gmunden würde mit Sicherheit die gesamte rund 16km  Strecke (Gmundner BH bis Vorchdorf BH) wie viele andere Nebenbahnen aufgelassen werden. Und schon sind wir wieder bei der „Schwarm-Intelligenz“  der Punkte eins und zwei – die echt ob ihrer Intelligenz begeistern.

4) Die „Schwarm-Intelligenz“ konnte ganz offensichtlich auch insgeheim nationalökonomisch rechnen. Diese sagte sich: 35 Jahre Brückensanierung, 35 Infrastruktursanierung, 35 Jahre immer wieder abschnittsweise Aufgrabungen und husch pfusch Reparaturen, immer bangen ob nicht doch die Brücke Probleme macht (Siehe Reichsbrücke) und letztlich doch der Brücken – Neubau verbraucht doch viel, viel mehr Steuergeld als jetzt die Erneuung samt Stadtbahn. Der Zusatznutzen: diese notwendigen Infrastrukturinvestitionen beleben JETZT unsere Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze.

5) Die „Schwarm-Intelligenz“ ist aber auch bauernschlau: Nur JETZT zahlt der Gmundner Steuerzahler nur 10-20% der Kosten (monatlich auf 35 Jahre gerechnet  10 bis 15.000 €). Ein paar Jahre später Zusatzkosten und bestenfalls 60% oder viel mehr  ( aber auch nur wenn das Land OÖ dann überhaupt noch Geld für Gmunden  hat). Für so wenig Geld  und so rasch bekommen wir dank Gmundner „Schwarm-Intelligenz“ eine nigelneue Infrastruktur samt Stadtbahn.

6)    Die „Schwarm-Intelligenz“ hat letztlich noch etwas erkannt: Ohne Stadtbahn bleibt Gmunden wie es ist und verkommt zu einer reinen Durchzugsstraße ohne Leben. Noch schlimmer als jetzt.  Kein Politiker würde sich dann auch noch trauen  auch noch den Autoverkehr zu beschränken. Lieber dann noch Gestank  und Lärm als lähmende Totenstille. Das ist wahrscheinlich einer der weisesten Erkenntnis der „Schwarm-Intelligenz“.

7)    Zu guter Letzt vergaß die „Schwarm-Intelligenz“ etwas nicht: Mit der kompletten Stadtbahn hat Gmunden auch das moralische Recht erworben die 80-90% Durchzugsverkehr zu unterbinden. Daher: ein JA für den „Ziel- und Quellverkehr“ (man soll überall mit dem Auto in Gmunden hin- und herauskommen können). Ein striktes Nein aber für den lähmenden Durchzugsverkehr. Ein  JA auch für das GRATIS Benutzung der Stadtbahn vom Klosterplatz bis zur Theatergasse (und retour). Wie großartig wird sich Gmunden verkehrsmäßig erschließen wenn es um 80% wenige Autoverkehr geben wird und alle zwanzig Minuten eine hurtige Stadtbahn durch die Gmundner Gassen schwirrt. Über die Farbe der Straßenbahn, international gefeierte Straßenbahnhaltestellen und Trag-Maste sollten wir aber noch reden. Übrigens: Gmunden hat noch andere Farben in seinem Stadtwappen als rot.


Von wegen Schwarmintelligenz

Ein Kommentar von Babsy Blitzschnell als Antwort auf Karl Kammerhofer

Mich wunderts, dass ich noch keine Wutbürgerin bin.
Als ich den Beitrag von Karl Kammerhofer das erste Mal las, hats mich von den Socken, äh, aus den Nylons gehaut. Ehrlich. Die Schwarm-Intelligenz ist mein selbsterwähltes Spezialthema in meinem Studium. Auch ein gescheiter Mensch wie der Kammerhofer kann hin und wieder Blödsinn schreiben. Und was er über die Schwarm-Intelligenz (SI) schreibt, ist nicht nur Blödsinn, sondern schlichtweg falsch. Daran ändert es auch nichts, dass er es ironisch meint, wie er sagt. Weil ich kann ein ernstes Argument schliesslich nicht mit einem ironischen untermauern.

Darum will ich zuerst was über die SI erzählen. Die heutige Form der Verwendung des Begriffs (die auch Kammerhofer einsetzt) ist eine Erfindung des Internets, oder noch genauer: der Macher von Wikipedia. Die einfache und scheinbar einleuchtende Theorie: eine grosse Menge Leute macht es besser als ein einzelner Mensch.

Gern kommt da das Beispiel mit der Abschätzung des Gewichts eines Rindviechs. Ein Einzelner schätzt das Gewicht falsch, viele Einzelne ebenfalls. Aber wenn man genug Einzelschätzungen hat, davon das Mittel errechnet, kommt man verblüffend nah an das wirklich Gewicht des Rinds. Die SI hat gesiegt, sie wusste das richtige Ergebnis.

Alles Quatsch, Leute! Der Schwarm weiss gar nichts. Das fast richtige Ergebnis ist Folge eines seit Gauss bekannten Sachverhalts: es ist eine Verteilungsrechnung auf Basis der grossen Zahl (der Schätzenden).

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Biologie. Da ging es um die Steuerung von Vogelschwärmen, und dafür erfand man den Begriff SI. So gut wie alle Biologen und Verhaltensforscher sind sich einig: man kann die SI der Vogelschwärme oder von Fischen nicht auf den Menschen übertragen. Der Mensch ist kein Schwarmtier, sondern ein Gruppentier. Die Grenzen der SI beim Menschen kann man schon bei der Lösung (bzw. Nichtlösung) eines relativ banalen Problems wie der Bildung einer Rettungsgasse erkennen.

Wissenschaftlich ist die SI weitgehend widerlegt. Dazu gibt es etwa Studien und Versuchsreihen von der ETH Zürich. Sobald man z. B. den Schätzenden den Mittelwert oder gar die einzelnen Schätzungen anderer Teilnehmer bekannt gibt, ändern die nun Informierten ihre eigenen Schätzungen. Dabei wird das Durchschnittsergebnis dann aber nicht besser, sondern immer schlechter. Das hat man in fünf Durchgängen getestet. Die Ergebnisse wurden von Durchgang zu Durchgang immer schlechter. Der Mittelwert entfernte sich immer mehr vom wirklichen Gewicht. Gleichzeitig steigt die Überzeugung, mit der eigenen Schätzung richtig zu liegen, obwohl genau das Gegenteil stimmte, denn auch die Einzelschätzungen wichen immer stärker vom wahren Gewicht ab.

Da aber im realen Leben keine isolierte Situation vorliegt (und die Fragen weit komplexer sind als eine Gewichtsschätzung), sondern durch den dauernden Info-Fluss über diverse Medien immer eine Beeinflussung erfolgt, kommt es in der Praxis nie zu einer intelligenten SI-Entscheidung, da jeder sich an den anderen orientiert. Der Herdentrieb setzt sich durch – die geballte Schwarmdummheit siegt. Gut zu beobachten ist das im Internet. Je verrückter eine (Verschwörungs)theorie ist, desto mehr Anhänger findet sie: die USA hatten nie Leute auf dem Mond, es gibt keine Viren, Elvis lebt … geballte Dummheit des Schwarms.

Darum übrigens ist es extrem wichtig, dass in einer repräsentativen Demokratie der Wahlvorgang des Einzelnen grundsätzlich geheim abläuft und dass auch möglichst lang vor der Wahl keine Umfrage-Ergebnisse mehr veröffentlicht werden, da diese nachweislich das Wahlverhalten beeinflussen – nicht nur im taktischen Sinn (diese Partei wähle ich nicht, weil sie die Hürde nicht überspringen wird), sondern auch ganz unbewusst: die Menschen folgen dem Mainstream. Positive und negative Tendenzen werden jeweils verstärkt, und zwar unbewusst, als Manipulation der Wählerschaft.

Noch krasser wirkt die angebliche SI bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene. Womit wir beim Thema sind.
Sobald Mandatsträger sehen, wie andere über ein Thema denken und wie sie entscheiden, neigen die Teilnehmer zur Übereinstimmung. Dieser Effekt ist in allen Gremien von Wirtschaft und Politik nachweisbar, sobald eine intensive Diskussion geführt wird. Besonders stark natürlich auf der kommunalen Ebene, wo es selten um ideologische Grundfragen geht. In der Praxis erweist sich, dass jene Konsense, die auf Basis einer Art von SI erfolgen, signifikant häufig zu schlechten Lösungen führen. Es wirkt der Herdentrieb – egal ob kommunale Entscheidung (siehe die Entwicklung der Ansichten der politischen Akteure in der Hotelfrage über die letzten Jahre hinweg …!!!!) oder Finanzmärkte (siehe Finanzkrise). Die besten Entscheidungen erfolgen dann, wenn man nicht weiss, wie die anderen sich entscheiden. Nur dann kann eine gewisse Wirkung „kollektiver Intelligenz“ festgestellt werden. Eine Situation, die es z. B. in einem Gemeinderat in der Praxis nicht gibt und nicht geben kann. Also: vergiss die SI!

Insofern spricht vieles dafür, dass die Entscheidung pro RegioTram eine der Schwarmdummheit im oben beschriebenen Sinne war. Wo war – nebenbei gefragt – die SI bei den Hotelentscheidungen, beim Tunnelprojekt und und und …?

Polemisch sei noch angefügt (ohne damit irgend jemandem irgend etwas zu unterstellen, das sei betont!!!): den eindrucksvollsten Beweis dafür, dass die SI bei Menschen nicht intelligent wirkt, kann man in den Wochenschauen des Jahres 1938 besichtigen, als die Leute zur Bejubelung des Anschlusses auf den Heldenplatz eilten. Auch der Reichparteitag in Nürnberg ist ein treffendes Beispiel von konzentrierter Schwarm-Idiotie.
Soweit zur SI.
Aber ich will auch noch ein wenig zu den einzelnen Punkten von Karl Kammerhofer etwas sagen.

ad 1.) Von wegen heimischer Wasserkraft. Der Strom kommt aus der Steckdose, und die hängt am europäischen Stromverbund. Da ist dann auch Atomstrom dabei, Strom aus Kraftwerken, die mit Öl beheizt werden etc. Strom hat nämlich kein Mascherl. Wegen der RegioTram wird in Saudiarabien das Köpfen mit Sicherheit nicht eingestellt. Und wenn man hört, dass die Bim angeblich Batterien bekommt, um ohne Masten durch die Stadt brettern zu können, dann ist es mit den Rohstoffersparnissen auch nicht weit her (und mit all den Argumenten gegen die E-Busse). Wie lange es noch ausreichend heimische Wasserkraft geben wird, ist ohnedies fraglich angesichts der Energiewende und der Tatsache, dass der Vollausbau der Wasserkraft bis ins letzte Tal wohl von den Grünen bekämpft werden wird. Ausserdem bezweifle ich, dass auch nur ein Befürworter der Regio bei seiner Entscheidung an Freitagsköpfungen und Meereszerstörung gedacht hat. Das Argument ist mir zu teleologisch. Da kann ich gleich an Wunder glauben. Oder an den Hegelschen Weltgeist, der sich am Ende angeblich immer – wenn auch mit List und Tücke – durchsetzt und vernünftige Lösungen gebiert.

ad 2.) Durch die RegioTram wird kein einziges Auto weniger gebaut werden. Kein Auto weniger fahren. Die Regio-Durchbindung durch Gmunden ist so ziemlich das untauglichste Mittel, um den Individualverkehr zu verringern. Und wir bleiben dabei: das Regio-Konzept in Gmunden dient ausschliesslich dazu, öffentliche Gelder in private Gewinne zu verwandeln und ein lokales Verkehrsmonopol zu schaffen, das dann den Steuerzahlerleins die Preise diktieren kann.

ad 3.) Solange die Steuerzahlerleins blechen, wird es diese Linie geben. Und wenn das Geld ausgeht, und es wird ausgehen, und wenn die Fahrgäste ausbleiben, und die werden ausbleiben, dann wird es natürlich sehr wohl zu Stilllegungen kommen. S&H (wir haben es hier berichtet) wollte das schon vor langer Zeit und hat sich damit die Subventionstöpfe geöffnet. Ich halte jede Wette, dass die Gmundner Strecke vom Klosterplatz zum Bahnhof in absehbarer Zukunft stillgelegt wird – wenn die Fahrgäste ausbleiben und die öffentliche Hand das nicht mehr zahlen will und kann. S&H ist es egal: die Remise und die Werkstatt sind jetzt auch erreichbar, wenn die Bim am Klosterplatz oder beim Seebahnhof endet. Darauf hat S&H geachtet, dumm sind die schliesslich nicht. Die sind schlau, aber auf Kosten der Steuerzahlerleins. Ein Sieg der individuellen Intelligenz über die angebliche Intelligenz des Schwarms. Eine andere Intelligenz kann ich hier nicht erkennen ausser jener auf Seiten von S&H bei der Durchsetzunge der S&H-Interessen. Immerhin geht ihnen sogar der kluge (nein, ich meine das wirklich nicht abwertend!!!) Kammerhofer auf den Leim.

ad 4.) Dieses Argument hat schon der zeitweise in Gmunden lebende Autor Michael Amon in der PRESSE in der Luft zerlegt. Die Brücke wird um 20 – 25 Jahre zu früh erneuert. Das ist Vergeudung von Rohstoffen und Steuergeldern. Nach dieser Logik müsste man ja alle paar Jahre eine neue Brücke bauen. Der Zusatznutzen ist frei erfunden – das Zuckerl, um den Leuten die Durchbindung als sinnvoll einzureden. Die Logik ist doch total krank: wenn wir viele, viele Millionen sinnlos ausgeben, bekommen wir zwei oder drei Millionen vom Land dazugelegt für sonstige Erneuerungsarbeiten. Billiger für die Steuerzahlerleins (und das Landesbudget!) wäre es, wenn das Land die nötigen zwei oder drei Mille einfach so dazu legt. Aber dass man Zuteilungsmittel des Landes nur bekommt, wenn man möglichst viel für ein anderes Projekt vergeudet, sorry, das ist eine Verrücktheit. Keine Unternehmen der Welt würde etwa einem Tochterunternehmen sagen: ihr bekommts Geld von uns für die notwendige neue Lagerhalle, aber nur dann, wenn ihr ein völlig sinnloses und überdimensioniertes neues Bürogebäude daneben hinstellt.
Und was die Arbeitsplätze angeht, da gibt es genug Experten auch in den Reihen der Grünen, die seit Ewigkeiten predigen: Investitionen in die Bauwirtschaft sind die am wenigsten effektiven und effizienten, da die Bauwirtschaft hoch rationalisiert ist und mit sehr wenig Leuten vergleichsweise grosse Beträge umsetzen und Bauaufgaben erledigen kann (woraus auch die hohe strukturelle Arbeitslosigkeit am Bau resultiert, trotz Wahnsinnsprojekten wie Semmeringtunnel etc.).

ad 5.) Wurde schon in ad 4.) behandelt. Das ist nicht bauernschlau, sondern sieht eher nach dem Plan des legendären älplerischen Dorftrottels (Folge der Inzucht in den unzugänglichen Seitentälern) aus. Aber nochmals: die wirtschaftliche Vernunft würde es gebieten, dass das Land diese Beträge zuschiesst, ohne dass man eine unsinnige 60-Millionen-Investition vornimmt. Ersparnis: ca. 55 Millionen … aber die Steuerzahlerleins haben es ja, gell! Das mit dem „Dorftrottel“ bitte nur als Gegensatz zum „bauernschlau“ zu nehmen, das ist nicht auf irgendeine Person gemünzt.

ad 6.) Tut mir leid, aber dieses „Argument“ ist so ziemlich das Schrägste überhaupt. Wir geben also 60 Mille aus, weil die Politiker zu feige sind, den Ort für die Durchfahrt zu sperren. Prost Mahlzeit, kann ich da nur sagen. Jagen wir doch lieber diese feigen Politiker zum Teufel, wählen welche mit Mumm, und die sollen dann die Durchfahrt sperren. Schon haben wir über 50 Millionen gespart. Wie Herr Amon in seinem Presekommentar „Die Spatenschwinger von Gmunden“ schrieb: das Geld für die Steuerreform liegt buchstäblich auf der Strasse. Dieses „Argument“ Nr. 6 entlarvt, wie traurig es um die Politik und um unsere Politiker bestellt ist.

ad 7.) OK, es geht noch schräger als unter Punkt 6. Jetzt wird die Regio zum „moralischen Recht“, den Durchzugsverkehr zu unterbinden. Es fällt mir wirklich schwer, jetzt nicht polemisch zu werden. Die Mandatare hätten jedes politische (!!!) Recht, eine solche Entscheidung zu treffen, wenn es dafür eine Mehrheit im Gemeinderat gibt. Mit „Moral“ hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit demokratischen Mehrheiten; mit der Fähigkeit, Mehrheiten in der Bevölkerung zu finden und mit dem Mut, sich zur Beschränkung des Durchzugsverkehrs zu bekennen. Hier die Moral zu bemühen, ist schon ziemlich verwegen. Ich würde sogar sagen: diese Art von Geldverschwendung ist bar jeder Moral. Aber wenn Politik und Moral zusammenkommen, dann scheppert es eben meist ziemlich hohl. Die Regio wird nicht durch die „Gmundner Gassen schwirren“, sondern poltern und lärmen und quietschen. Die Menschen im Bereich der Kuferzeile lassen schön grüssen. Vielleicht können Sie, lieber Herr Kammerhofer, mal einen mehrtägigen Erholungsaufenthalt bei einem der Bewohner buchen, und sich davon überzeugen, wie schön erholsam schon die jetzige, ziemlich leichte und kleine Bim, „schwirrt“. Die Bewohner der Kuferzeile sind total hingerissen. Deren Begeisterung ist grenzenlos. Wo man ihnen doch seit Jahren „Verbesserung“ verspricht, vor allem S&H, das so angesehene vertrauenswürdige örtliche Unternehmen, ist da gross, nur merken die Anwohner davon leider wenig.

Kurzfassung: „exzellente Gründe“ kann ich nicht einmal in Spurenelementen entdecken.

Liebe Leute, das hat jetzt einfach sein müssen. Manchmal muss man auf den Tisch hauen, sonst wird man vom Ärger nerven- oder magenkrank. In beiden Fällen dürfte ich dann nicht mehr meine geliebten Mixdrinks süffeln. Und das wäre dann echt jammerschade. Weil in Zukunft wird es entlang der Durchbindung der RegioTram total tolle James Bond-Martinis geben, ohne dass man erst sagen muss „Geschüttelt, nicht gerührt“. Man muss halt die paar Minuten warten, bis die Bim vorbeirattert und die Häuser beben. Das ist eben eine Lösung, wie sie nur der Schwarmintelligenz einfallen kann. Schwarmintelligenz ohne Anführungszeichen, gell!


 

 

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Eine Antwort

  1. Von wegen Schwarmintelligenz
    ?
    Schwammerlintelligenz ist das

    Ein Kommentar von Otto Kegele auf den Diskurs zwischen Babsy Blitzschnell
    und Karl Kammerhofer

    Also was uns „Gmundl-Lesern“ Pardon „Leserleins“ diesmal in dem Diskurs
    zwischen Herrn Karl Kammerhofer und der Babsy Blitzgscheit, Pardon Blitzschnell wollte ich natürlich sagen, aufgetischt wurde ist schlichtweg unverdaulich.
    Nicht genug, dass man dabei die Leser mit dem Begriff Schwarmintelligenz
    mit allen möglichen und unmöglichen persönlichen und wikipedialen Definitionen langweilt. Nein, das Ganze gipfelt zu guter Letzt auch noch in einer glatten Lüge, wie es
    – um die Anspielung von Frau Blitzschnell zu verwenden –
    seinerzeit um das Jahr 1938 zur Bewegung von Menschenmassen gang und gebe war.
    Aber nicht nur damals, jahrtausende zuvor genauso wie auch heute noch, zählt die Lüge zu den gebräuchlichsten und effektivsten Manipulationsmechanismen von Menschenmassen. Literatur dazu gibt es zu Hauff.
    Edward Barney z. B.; schreibt in seinem Buch „PROPAGANDA“
    „Die Wahrheit ist mächtig, und sie soll sich durchsetzen. Wenn eine Gruppe von Menschen glaubt, eine Wahrheit erkannt zu haben, dann ist es nicht nur ihr Recht, sondern geradezu ihre Pflicht, diese Wahrheit zu verbreiten.“
    Barney beschreibt aber auch über die Macht der Lüge, insbesondere wenn die Lüge als Wahrheit verkauft wird. Wenn sie als Waffe eingesetzt wird, wie in jeglichem Kriege üblich. Und wie sie in diplomatischen Beziehungen eingesetzt wird. Nicht umsonst galt sein Buch als die Bibel von Göbels.
    Nun noch kurz zu Ihrer Lüge Frau Babsy Blitzschnell – Sie schreiben:
    „Die Regio wird nicht durch die „Gmundner Gassen schwirren“, sondern poltern und lärmen und quietschen. Die Menschen im Bereich der Kuferzeile lassen schön grüssen.“
    Ein Besuch der Haltestestelle Kapuzinerplatz, wenn die Regio-Tram „einschwirrt“ wird sie mit Sicherheit der Vermutung näher bringen; da hat mir doch glatt wer meine Schwammerlinteligenz
    – Pardon wollte wirklich Schwarmintelligenz schreiben –
    mit vermutlich einem Tropfen Fliegenpilzessenz in meinem Cocktail umgepolt.
    So was gibt’s tatsächlich! Tatsach war! Ungelogen!


    Wir haben hier im Team lange diskutiert, ob wir dieses Posting freischalten sollen. Die Mehrheit war dagegen. Da ich persönlich attackiert worden bin, wurde es mir überlassen, die endgültige Entscheidung zu treffen. Ich entschied, freizuschalten, um Gelegenheit zu haben, auf dieses unglaublich abstruse Posting antworten zu können. Zartbesaitete Leserleins mögen meinen Ton entschuldigen, aber auf diesen groben Klotz gehört ein grober Keil.

    Wenn hier irgend etwas unverdaulich ist, dann Ihr konfuses Statement.
    Sie zeihen mich der Lüge und rücken mich in Richtung NS-Regime. Auf so eine dummdreiste Behauptung kann man eigentlich nicht antworten, sondern nur mit dem Stinkefinger deuten.
    Nur so viel: die Bewohner der Kuferzeile werden meine Bemerkung über die Probleme mit der Regio eher nicht als Lüge interpretieren.
    Wenn hier wer zu manipulieren versucht dann Sie, indem Sie von „UNS Gmundl-Lesern“ schreiben, also in Anspruch nehmen, für alle Leserleins zu sprechen. Sie sind EIN Gmundl-Leser! Sie können für sich sprechen, aber nicht für die Leserschaft insgesamt, gell! Netter Manipulationsversuch, aber mit untauglichen Mitteln. Ich rücke Sie trotzdem nicht in Richtung NS-Regime.
    Das mit dem NS-Regime (nichts anderes meint der Verweis auf 1938) können Sie sich – frei nach Peter Handke – wohin schieben, mit Verlaub.
    Unserem Blog Volksverhetzung à la NSDAP zu unterstellen, ist frivol und vor allem unanständig, da eine Verharmlosung des NS-Regimes, was Ihnen wahrscheinlich nicht einmal bewusst war/ist. Zeigen Sie mir bitte eine Ausgabe des Stürmers oder des Völkischen Beobachters, in dem – wie hier im Blog – eine zivilgesellschaftliche Diskussion zwischen verschiedenen Meinungen und Richtungen stattgefunden hat. Wenn Sie sowas nicht vorlegen können, dann hören Sie bitte auf, solchen Mist zu verzapfen. Ende der Durchsage. Weitere Postings mit Vorwürfen dieser Art schalten wir in Hinkunft nicht mehr frei.
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

    PS: Ein kleine Richtigstellung, damit die Leserleins nicht mittels falscher Namensnennung in die Irre geschickt werden. Denn wie pflegte meine Deutschprofessorin zu sagen: „Richtig zitieren ist Glückssache.“
    Ich vermute mit „Edward Barney“ meinen Sie nicht „Barney Geröllheimer“ (Familie Feuerstein), sondern vielmehr den Begründer der PR und einen der ersten Spin-Doktoren, den in Wien geborenen Edward Bernays. Seine Ideen beeinflussten Goebbels (nicht Göbels!), und er trat für die bewusste Manipulation der öffentlichen Meinung durch elitäre Minderheiten ein. Er gilt als „Vater“ der propagandistischen Verdrehung. Die sehe ich übrigens nicht bei uns, sondern auf Seiten der Regio-PR.

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