Kuschelkurs, einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse & Regio

Heute:
Gastkommentar von hecht ohne flossen zu Gemeinderat
Gastkommentar von Norbert Hausherr zu Regio-Fragen
Gastkommentar von Christian Dickinger zu Kuschelkurs

Liebe Leserleins!

Heute hat es Ihre Babsy wieder einfach. Die Beiträge schnurren nur so herein. Also muss ich das nur in den Blog hängen und kann mich selbst hängen lassen. Uff. Dieser Blog fordert mich. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Bruno ist jetzt wirklich auf dem Weg der Besserung. Kein zu frühes Aufstehen wie zuletzt. Hoffentlich ausgeheilt und in alter Frische wird er mir bald wieder ein wenig Arbeit abnehmen können. Darauf trinke ich einen, auch wenn Fastenzeit ist. Nicht mehr lange, zum Glück!

Ah ja: „mittendrin“ (vormals: volldaneben, was es jetzt ist, wissen wir noch nicht so recht) ist in den Haushalten gelandet. 5 % davon werden angeblich gelesen, der Rest wandert direkt in der Rundablage. Ob uns dazu was einfällt, wissen wir noch nicht. Aber vielleicht will ein Leserlein einen Kommentar abgeben. Oder zwei. Oder ??? Da gäbe es viel zu tun: auch die Tips kommen ihrer Funktion der Hofberichterstattung der Machthaberer befliessen nach. Ein Interview mit einem „Experten“ der Verkehrsplanung. Man wundert sich, was bei dieser Menge an Experten für ein Unsinn herausgekommen ist. Was da wohl den Expertenblick getrübt hat, würde man gern wissen.

Ausserdem sind die Ausführungen von Herrn Koch mit grosser Vorsicht zu geniessen, wenn er auf Bad Wildbad hinweist, mit der Behauptung, das funktioniere nicht nur in Grossstädten und dort sei ein ähnliches Projekt verwirklicht worden. Nun, so ist es wirklich nicht. Herr Koch lebt offenbar gemeinsam mit manchen Politikern jenseits unseres Sonnensystems auf einem anderen Globus. Denn Bad Wildbad, also das auf unserem Globus, ist im Nahbereich (20 km) von Pforzheim (120.000 EW), und besteht aus sechs eingemeindeten Ortsteilen mit unter 9.600 Einwohnern. Was dort fährt, ist die Linie 6 der Stadtbahn Karlsruhe, eine Stadt mit 300.000 Einwohnern. Ein Ballungsraum (Karlsruhe & Pforzheim) mit insgesamt 420.000 EW also, an den man Bad Wildbad angebunden hat (die Linie fährt über Pforzheim nach Karlsruhe, Dauer 46 Minuten). Der Vergleich mit Vorchdorf-Gmunden ist derart lächerlich, dass man langsam fragt: für wie dumm halten die unsereine eigentlich? Wie lange noch will man die Gmundner Bevölkerung mit falschen Behauptungen in die Irre führen? Oder kennt Herr Koch den Unterschied zwischen Karlsruhe und Vorchdorf nicht?? Ein Verkehrsplaner sollte in der Lage sein, Dorf und Stadt auseinander zu halten. Es ist wirklich ärgerlich, dass solche „Interviews“ ohne jede journalistische Nachfrage oder gar Recherche veröffentlicht werden. Die trauen sich was, die Tips. Leider trauen sie sich das Falsche. Mit Journalismus hat das wirklich nichts mehr zu tun. Vielmehr ist hier das schurnalistische Sandmännchen ist unterwegs. Aber dank unseres Blogs werden solche Schwindeleien entdeckt und offen gelegt. Da kann der Gemeinderat beschliessen, was immer er will.

Mich nerven die Tips, derentwegen ich jetzt doch mehr schreiben musste, als ich vorhatte!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Einstimmig inkonsequent?

Ein Gastkommentar von hecht ohne flossen

Könnten die GemeinderätInnen, welche hier schon einmal etwas geschrieben haben, kurz für Aufklärung sorgen?

Man liest in den OÖN vom 25. März im Salzkammergut-Teil einen Kommentar von Brandner, in dem es um die anonymen “AnpatzerInnen” und Blog-betreiberInnen im Internet geht.

Es wurde am Mon., 23. März, im Gemeinderat eine einstimmige Resolution unterfertigt, um dieses Verhalten zu verurteilen.

Wenn bei dieser Resolution wörtlich der Begriff “Blog-Betreiber” aufgeführt ist (und in Gmunden gibts halt nur den gmundl), und es sich dabei nicht um eine erweiternde Interpretation von Brandner handelt, dann verstehe ich das Verhalten von so mancher/m Gemeinderätin/rat nicht.
Einerseits hier seine Vorstellungen zu artikulieren und andererseits diesen Blog als unmenschlich und hetzerisch zu verurteilen geht nicht.

Oder doch?

Anmerkung von Babsy: Klar geht das. Locker. Wir fühlen uns davon aber nicht betroffen und können auch nicht gemeint sein. Oder hat hier jemand schon mal etwas gelesen, das man unter „unmenschlich“ oder gar „hetzerisch“ einstufen könnte? Dass manche Politiker jede Form von Widerspruch oder Kritik als „Hetze“ empfinden, ist nicht neu. Hier im Blog wird nur auf eines keine Rücksicht genommen: auf die Parteizugehörigkeit jener, die wir kritisieren. Ansonst fühlen wir uns einem hohen journalistischen Ethos verantwortlich und vor allem unseren Leserleins und den Bürgerleins. Dass manche Machthaberer die Bürgerleins lieber stimmlos sehen würden, wen wundert das?
Und zu Herrn Brandner fällt mir nun wirklich nichts mehr ein. Jede und jeder kann schliesslich selbst beurteilen, wie er dessen schurnalistische Hervorbringungen bewertet.


 

Beispiellose Geldverschwendung

Ein Gastkommentar von Norbert Hausherr

Antwort auf den Kommentar von Marge Lila!

Ich sehe das Regio-Tram Projekt ähnlich, beispiellose Geldverschwendung, Gefährdung der Innenstadt, vor allem der Kaufleute und kaum ein zusätzlicher Nutzen für die Bevölkerung. Daher haben einige aktive Bürger Gmundens ein Alternativkonzept auf Basis von Citybussen entwickelt, dass in den nächsten Wochen der Bevölkerung präsentiert wird.

Momentan lässt sich schon sagen, dass bei einer Kostenreduktion von über 90%!!! viel mehr Einwohner Gmundens in den Genuss eines attraktiven ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) kommen würden als bei einem Lückenschluss der Regio-Tram.

Das Konzept beinhaltet modernste Busse und ein dichtes Streckennetz. Haltestellen sind mit Displays ausgerüstet, auf denen die Ankunftszeit der Busse ständig aktualisiert wird, sollte durch einen Stau, etc. der Fahrplan nicht eingehalten werden können.

Informationsbroschüren werden derzeit erarbeitet, Pressekonferenzen und Info Veranstaltungen geplant. Um das unsinnige Regio-Tram Projekt noch stoppen zu können, bedarf es allerdings auch einer starken Unterstützung durch die Bevölkerung, weil nur durch Druck der Massen lässt sich politisch noch etwas bewegen.

Teuer wird der Ausstieg auf jeden Fall, da Verträge bereits abgeschlossen wurden. Unserer Einschätzung nach (wir kennen ja den Inhalt der Verträge nicht), aber immer noch viel billiger als das Festhalten an dem für einen Kleinstadt völlig überzogenen Konzept einer Regio-Tram Durchbindung.

Die absolut schlechte und in Teilen auch irreführende Informationspolitik in Sachen Regio-Tram war und ist vermutlich Teil eines Lobbying Konzepts. So ist z.B. bis heute, wenige Wochen vor dem geplanten Beginn des Brückenneubaus, nicht bekannt, wie die neue Brücke aussehen soll.

Stoppt die Regio-Tram – die Chancen sind gering, aber vorhanden!


„Kuschelkurs“ – Sicher nicht!

Gastkommentar von SP-VizeBM Christian Dickinger

Die im aktuellen Beitrag vertretene Meinung, die Parteien in Gmunden würden einen „Kuschelkurs“ fahren, darf ich kurz kommentieren. Ich kann und will nicht für FPÖ und Grüne reden, für die SPÖ kann ich festhalten, dass dies nicht zutrifft.

Ich persönlich bin nicht eben für Anbiederung und ein überhöhtes Harmoniebedürfnis bekannt. Ich will aber mit allen konstruktiv zusammen arbeiten und definiere diese Zusammenarbeit über politische Inhalte. Außerdem lege ich großen Wert auf korrekte Umgangsformen. Wenn micht das Bedürfnis umtreibt, mit jemandem zu kuscheln, wende ich mich vertrauensvoll an meine Frau oder an meinen kleinen Sohn.

Wenn nun Journalisten die „Massenhochzeit von Susa“ auszumachen meinen, irren sie. Es gibt genügend Friktionen und Auffassungsunterschiede in wesentlichen Fragen. So haben ÖVP und FPÖ erneut gemeinsam den SPÖ-Antrag auf Überführung der Seebahnhofgründe in den Schoß der Stadt abgelehnt. Eine „vertrauensbildende Maßnahme“ ist dies nicht. Nach dem „Abgang“ von Stadtrat Grampelhuber hat sich die FPÖ erneut an die ÖVP angenähert (die haben Jahrzehnte in der Bürgermeisterfrage „gepackelt“). Die Grünen haben, obwohl sie selbst im Herbst einen Bgm.-Kandidaten stellen, den ÖVP-Kandidaten mit zum Bürgermeister gewählt. Eben dieser Kandidat der Grünen, ein lieber Mensch, scheint mir auf dem Wege zu einer eingetragenen Partnerschaft mit dem ÖVP-Bürgermeister zu sein.

Bei mir ist dies nun sicher nicht der Fall, wenngleich wir uns sehr respektvoll begegnen, was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte. Irgendein Rodelrennen, organisiert vom ASKÖ, als Lackmuspapier dafür heranzuziehen, dass sich einer meiner Mitstreiter an die ÖVP ‚ranschmeißen würde, ist absurd. Darf ich ein bisserl Fairness und genauere Beobachtung einfordern?

 

Geschätzter Herr Dickinger!

Natürlich ist ein respektvoller Umgang miteinander unumgänglich. Für eine manchmal gewollt respektlose Kritik sind wir hier zuständig (also eine Kritik, die sich nicht fürchtet auf den Punkt zu kommen; die sich traut, auch unliebsame Verbandelungen der Machthaberer anzusprechen etc.; die sich von Autoritäten nicht schrecken lässt; die keinen Seilschaften verpflichtet ist).

Was nun Ihren Mitarbeiter anlangt, weiss ich nicht, wer sich da an wen rangeschmissen hat oder nicht. Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe von Kuschelkurs geschrieben, da schmeissen zwei sich auf ein Packl. Im derzeitigen allgemeinen Dusel darüber, wie nett der neue BM doch sei, war es halt auffällig. Nur weil der Schmerz nach dem Köppl ein wenig nachlässt und jetzt alle im „mittendrin“ eine Seite bekommen, hat sich nämlich an den Machtverhältnissen noch nichts geändert. Wenn der Phantomschmerz aus der Köppl-Zeit abgeklungen ist, werden Sie merken, dass es weiterhin schmerzt. Denn die ÖVP hat sich nicht geändert. Nur ihr Vorzeigegesicht.

Was nun Ihren Mitstreiter und den Bürgermeister betrifft. Ihr Mitstreiter ist Fraktionsobmann der SP-Riege im Gemeinderat. Gleichzeitig ist er Gemeindebediensteter. Der Bürgermeister ist sein Chef. Da besteht ein Abhängigkeitsverhältnis. Im allgemeinen nennt man sowas Unvereinbarkeit. Das Gefühl dafür ist hier in Gmunden nicht besonders entwickelt. Der Klubchef ist im allgemeinen die Speerspitze der Fraktion und muss im Bedarfsfall den BM (also seinen Vorgesetzten) auch mal kraftvoll kritisieren. Ich formuliere jetzt möglichst fair und genau beobachtend: leicht ist das nicht und eine gewisse Mentalreservation bei einer politisch notwendigen Attacke ist unvermeidlich, wie jeder Psychologe Ihnen gern bestätigen wird. Ausserdem wissen Sie sicher um die Bedeutung von symbolhaften Handlungen. Für normale Bürgerleins schaut die Rodelsache nun einmal symbolhaft so aus, als würde die SP wieder versuchen, wie so oft in den vergangenen Jahrzehnten brav hinter der ÖVP her zu trotten. Die Landes-SP zeigt ja vor, wie man das macht. Aber ich lasse mich so wie viele Bürgerleins gern von der gelebten Praxis der nächsten Monate davon überzeugen, dass ich mich in meiner Einschätzung geirrt habe.

Was die „Massenhochzeit von Susa“ betrifft, so würden wir selbige in Gmunden niemals vermuten. Denn streng nach Alexander dem Grossen hätte da der Bürgermeister erstens selbst drei persische Damen heiraten und danach für alle anderen eigenen Würdenträger die persischen Ehefrauen auswählren müssen (in Susa waren es in Summe 80, wenn ich die Geschichte richtig erinnere). Aber wo hätte Krapf wohl 80 Perserinnen hernehmen sollen? Noch dazu „vornehme“, hiess damals: adelige? Ausserdem war es eine Art Zwangsverheiratung, während wir hier in Gmunden vermuten müssen, dass manche sich freiwillig der ÖVP an die Brust werfen. Historisch diente das Spektakel der „Versöhnung“ zwischen Makedoniern und Persern. Folglich ist eine solche Hochzeit hier in der Gegend erst nach einer erzwungenen Fusion von Ohlsdorf mit Gmunden denkbar. Da wird dann der Gmundner Hochadel mit dem nicht minder hohen Ohlsdorfer Hochadel verheiratet. Da freu ich mich jetzt schon drauf, das wird ein echt grosser Spass! Abtanzen auf der Asamer-Deponie und Krapf als Alexander der Grosse – da wird man die Geschichte neu schreiben müssen.

Die österreichische Absurdität von politisch zuordenbaren Sportorganisationen ist ein eigenes Thema.

Beste Grüsse
Babsy Blitzschnell und das Team Gmundl


 

 

 

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