Kaffeehausbilanzen

SALCI_info_28052015

Heute:
Babsy erklärt eine Bilanz
Gastkommentar von Markus Moser zum Wiener Café
Gastkommentar von Peipino zu Gmundens Abstieg
Einserkasterl Kammerhofers Parkplatzschau

Liebe Leserleins!

Wir haben es gestern schon kurz gestreift das Thema „Wiener Café“. Ihre Babsy will hier noch einmal klar stellen: da ging es nicht darum, die Bemühungen eines Gastronomen und Unternehmers unter schwierigsten Rahmenbedingungen (siehe „Der lange Abstieg Gmundens“) ein sehr spezielles Kaffeehaus zu betreiben, schlecht zu machen. Ganz im Gegenteil. Wir verstanden unseren Beitrag (neben der Kritik an der unvollständigen OÖN-Berichterstattung) als Aufschrei, dass sich in Gmunden einiges ändern muss. Keine Frage, für einen betroffenen Unternehmer ist es nicht immer angenehm, wenn öffentlich aufliegende Zahlen sachkundig interpretiert werden. Es ist auch völlig normal, dass wir von aussen einen anderen, sicher auch kritischeren Blick, darauf haben. Dass Markus Moser das „Positive“ einmahnt, gut, das ist sein Recht. Aber schon Erich Kästner verzweifelte an der Forderung „Herr Kästner, wo bleibt das Positive?“ und antwortete „Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.“ Es ist jedenfalls nicht unsere Aufgabe, zu irgend jemandem „lieb“ zu sein.

Im Geschäftsleben ist der Balanceakt zwischen grossem Erfolg und unternehmerischem Misserfolg schwierig, und oft liegen nur Millimeter zwischen dem Einen und dem Anderen. Darin besteht das Wesen des Unternehmerrisikos. Schon deshalb werden wir uns hüten, Unternehmern, die wie Markus Moser dieses Risiko voll tragen (im Gegensatz zu jenen, die sich die Risken mit Millionenstützungen aus Steuergeldern von der öffentlichen Hand wegfinanzieren lassen), in den Rücken zu fallen. Wir brauchen wagemutige Leute, die auf eigenes Risiko etwas aufstellen.

Das kann aber natürlich nicht dazu führen, dass wir es nicht deutlich aussprechen, wenn es unrund läuft und Gefahren erkennbar sind. Denn damit wäre niemandem geholfen. Wir wollten das Thema, um der Wahrheit die Ehre zu geben, in diesem Fall auch nicht all zu sehr vertiefen. Wir haben bewusst einige mögliche Interpretationen des Zahlenmaterials erst gar nicht gebracht, eben weil es uns nicht darum ging, hier jemandem das Leben schwer zu machen. Wir wollten lediglich darstellen, dass die Situation sehr kritisch ist. Davon nehmen wir auch nichts zurück. Die Antwort von Moser zwingt uns aber dazu, doch das eine oder andere Detail genauer zu erläutern, weil er unsere Kompetenz in Zweifel zieht. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen.

Dass Markus Moser, der Eigentümer des Wiener Cafés, sich ärgert, ist nachvollziehbar und menschlich total verständlich. Aber es hilft nichts, unter journalistischen Aspekten war zu berichten – insbesondere nach dem schlecht recherchierten Artikel in den OÖN.
Auch wenn Ihre Babsy sich wiederholt: für Spezialfragen ziehen wir Experten heran. Das geschah auch in diesem Fall. Wir müssen uns in unserer Berichterstattung nichts vorwerfen. Auch von einem „Schnellschuss“ kann keine Rede sein. Unsere Einschätzung ist gut fundiert und argumentiert. Das schliesst andere Sichtweisen nicht aus. Gerade Unternehmer sind von Berufs wegen zu einer positiven, oft auch geschönten Sicht der Dinge gezwungen, um auch schwierige Situationen meistern zu können und nicht gleich das Hangerl zu werfen. Umso wichtiger die kritische Aussensicht. Und manchmal gleichen Einschätzungen natürlich auch der Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist.

Wir bringen im nachfolgenden Blog-Teil die Stellungnahme von Markus Moser. Auf einige seiner Einwände möchte ich aber hier vorab eingehen. Wir ersuchen unsere Leserleins um Verständnis für die vielleicht etwas trockenen, langen Ausführungen. Aber es geht einerseits darum, die Seriosität unserer Recherchen und unserer Berichterstattung zu zeigen, und andererseits auch darum, die Fakten klar darzulegen.

Es stimmt, dass das Café in den Bilanzen der Jahre 2012 und 2013 in Summe ungefähr 70.000 Euro Gewinn ausgewiesen hat. Unsere Skepsis beruht auf ein paar schlichten Fakten. Erstens können wir ohne Kenntnis der Gewinn- und Verlustrechnung nicht feststellen, wie diese Gewinne entstanden sind. Wir können nicht sagen, ob es sich um Einmaleffekte (Sondererlöse) handelt, ob die Gewinne aus der unmittelbaren betrieblichen Tätigkeit stammen und ob sie nachhaltig sind. Zweitens sind es die beiden einzigen Jahre mit Gewinn. Das Unternehmen hat in allen öffentlich einsehbaren Bilanzen (also in den Jahren von 2004 – 2013) nur in den letzten zwei Jahren Gewinne geschrieben. In den acht Jahren davor immer nur Verluste. Drittens stellen wir zuletzt eine Verdoppelung der Forderungen des Cafés fest und können ohne GuV nicht beurteilen, ob diese Forderungsverdoppelung einen Einfluss auf die Gewinndarstellung hat. (Tschuldige, das war jetzt sehr technisch, aber so lautete die Formulierung unseres Experten.) Für Laien: die Gewinn- und Verlustrechnung ist bei bilanzierenden Unternehmen die periodenreine Übersicht über Einnahmen (die dann Erlöse/Erträge heissen) und Ausgaben (=Aufwand/Aufwendungen) und ermöglicht erst eine tiefere Analyse des Geschäftsergebnisses. (Nochmals zur Klarheit: periodenbereinigte Einnahmen nennt man Erlös bzw. Ertrag, periodenbereinigte Ausgaben ergeben den Aufwand/Aufwendungen.) Diese GuV muss bei kleinen Gesellschaften wie dem Wiener Café nicht veröffentlicht werden.
Tatsache ist jedenfalls, dass ein Forderungsstand (dessen Details man in der Bilanz nicht sieht) von rund 70 Tsd. Euro für ein Café eher ungewöhnlich und für Aussenstehende erklärungsbedürftig sind. Auch die summenmässige Koinzidenz von Forderungsverdoppelung und Gewinnerhöhung wirft Fragen auf, die wir von aussen nicht beantworten können. (Es gibt natürlich auch hier einige Erklärungen, die erfahrungsgemäss zutreffen könnten, aber wir haben die schon im Erstbericht bewusst nicht gebracht, weil das letzten Endes spekulative Erörterungen gewesen wären. Wir bringen diese Erklärungsmöglichkeiten daher auch jetzt nicht.)

Ein Grossteil der Verluste – so steht das zumindest aus unserer Sicht in den Bilanzen – hatte mit dem Franken-Problem wenig zu tun. Die Verluste aus den Frankenkrediten wurden über Jahre hinweg in der Bilanz nicht ausgewiesen (wir vermuten Endfälligkeit der Kredite), die Verbindlichkeit bis 2010 zum Entstehungskurs dargestellt (das legt jedenfalls der Vermerk des Bilanzerstellers nahe, der sich in folgender Form bis 2010 in der Bilanz findet: „… CHF-Kredit in der Höhe von … umgerechnet zum Entstehungskurs entspricht das EUR …). Das heisst: eventuelle Frankenverluste waren bis dahin dem Anschein nach nicht ergebniswirkam verbucht, also in den bilanzierten Verlusten nicht enthalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Verluste von fast 270.000 Euro aufgelaufen – ganz ohne Frankenverluste. Einschränkung: Denkbar ist, dass ein Teil des Verlustes des Jahres 2010 aus dem Abbau des Frankenkredits resultierte (der Verlust betrug in diesem Jahr ca. 17 Tsd.), ohne GuV ist das aber nicht mit Sicherheit zu sagen. Es wurde jedenfalls nur ein Teil des Frankenkredits entweder konvertiert oder abgebaut, denn auch in den Folgebilanzen scheinen noch immer rund 2/3 des ursprünglichen Kredits in Franken auf (allerdings ab 2011 nicht mehr zum Entstehungskurs, sondern zum Tageskurs, also mit dem realen Tageswert).

Was das negative Eigenkapital betrifft, haben wir uns natürlich nicht um 80.000 Euro geirrt. Aus einem einfachen Grund: wir haben die Höhe des negativen Eigenkapitals gar nicht ziffernmässig genannt, wie man in unserem Bericht leicht nachlesen kann. Wir sprechen völlig richtig und in Übereinstimmung mit den vorliegenden Bilanzen von Schulden in der Höhe von ca. 300.000 Euro und stellen daran anknüpfend eine schwere Überschuldung (=negatives Eigenkapital) fest, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Wir haben die Bilanz sehr genau gelesen, Markus Moser in seinem Ärger unseren Artikel nicht ganz so genau. Sorry. Um Leserleins, die vielleicht irrtümlich meinten, die Schulden von 300 Tsd. entsprächen der Überschuldung, ganz exakt ins Bild zu setzen: die Überschuldung (=negatives Eigenkapital) betrug Ende 2013 etwas über 220 Tsd. Euro.

Kritischer Journalismus kann sich nicht darauf beschränken, die positive Sicht eines Unternehmers wiederzugeben. Wir müssen schon auch auf die Schwachstellen hinweisen (was die Kollegen von der OÖN verabsäumt haben).
Unsere Skepsis speist(e) sich – zusammengefasst – aus folgenden Punkten:
Die Gewinne sind erst in den letzten beiden Bilanzjahren (nach acht Jahren Verlust) entstanden. Ob sie nachhaltig sind, können wir nicht beurteilen.
Die Verbesserung der Gewinnsituation hängt auch mit dem Auslaufen der Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen zusammen (Abschreibung 2005 etwa rund 40 Tsd., 2013 nur noch 5 Tsd.). Damit zusammenhängend sinkt das Sachanlagevermögen von rund 140 Tsd. (2004) kontinuierlich jedes Jahr – auf nur noch  14 Tsd. im Jahr 2013. Das lässt den Schluss zu, dass in den letzten zehn Jahren keine namhaften Investitionen mehr getätigt worden sind. Im Zusammenhang mit den aufgelaufenen Verlusten ist es also sehr wahrscheinlich, dass notwendige zukünftige Investitionen nicht verdient worden sind. Die Abschreibung der bestehenden Betriebsausstattung muss in eine betriebswirtschaftlich rentable Kalkulation zu Wiederbeschaffungskosten einfliessen. Das ist in der Gastronomie schwer in den Preisen unterzubringen. Angesichts der Renovierungsintervalle in der Gastronomie (10 – 12 Jahre) gibt es hier womöglich einen Investitionsstau, der angesichts der bestehenden Verbindlichkeiten schwer aufzulösen sein wird (und den ein eventueller Käufer zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen müsste, da in der GmbH weder stille Reserven noch offene Rücklagen zu erkennen sind).

Wir haben auch nirgendwo behauptet, dass Markus Moser von den Banken „gerettet“ werden müsste. Allerdings sind wir durchaus der Ansicht, dass es letzten Endes von der Geduld der Banken abhängen kann, wie es weiter geht. Das ist eine Binsenweisheit. Nach wie vor besteht einerseits eine Kreditklemme für Klein- und Mittelbetriebe (trotz Geldschwemme durch die EZB). Ebenso zeigen alle verfügbaren Zahlen, dass die Banken zunehmend versuchen, auch bestehende Kredite einzutreiben, da sie durch die Baselvorschriften (Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital) selbst in grossen Problemen sind. Die Lage für Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Schuldenstand bei den Banken ist derzeit ziemlich ungemütlich, mehr noch: extrem schwierig und gefährlich. Mehr denn je gilt derzeit die alte Weisheit: Banken borgen dir einen Regenschirm bei Sonnenschein, aber wenn es zu regnen beginnt, wollen sie ihn zurück.

Abschliessend: wir können Markus Moser (und unsere Leserleins) beruhigen – auch in diesem Fall waren unsere Recherchen zutreffend und konzise. Man kann die Lage besser (Moser) oder nicht ganz so gut (gmundl) einschätzen. An den Fakten ändert das nicht viel. Fortbestehensprognosen sind ihrer Natur nach ungewiss, weil sie eine Zukunft betreffen, die wir eben noch nicht kennen (können). Für die Glaubhaftigkeit der positiven Fortbestandsprognose spricht die Tatsache, dass diese wegen der seit damals bestehenden Überschuldung seit 2007 jedes Jahr abgegeben wird, und das Unternehmen tatsächlich bis heute besteht. Man kann die Tatsache, dass nunmehr schon in acht Bilanzen eine solche Prognose gesetzlich verpflichtend abgegeben werden musste, aber leider auch anders auslegen. Die Zukunft wird es weisen. Zu dieser Zukunft gehört bedauerlicherweise aber auch die Tatsache, dass die Innenstadt mit den wahrscheinlich einsetzenden Bauarbeiten für die Regio auf ungefähr 18 Monate lahmgelegt werden wird. Ein Umstand, der es vielen Geschäften schwer machen wird, halbwegs ungeschoren über die Runden zu kommen. Ein Teil unserer Skepsis speist sich auch daraus.
Sagen wir so: unsere Experten trafen ihre Einschätzung auf Basis unbestreitbarer Tatsachen und mit der Vorsicht des „ordentlichen Kaufmanns“ (wie es früher einmal altmodisch hiess).
Konklusio: unsere Berichterstattung war faktengetreu, präzise und zutreffend. Dass wir unter journalistischen Gesichtspunkten einen anderen Fokus bei der Bewertung der Fakten haben als jene, über die wir berichten, liegt in der Natur der Sache, ändert aber an den Fakten und ihrer objektiven Bewertung nichts. Markus Moser muss also für unseren Blog keineswegs „schwarz sehen“, unsere Recherchen haben bis jetzt noch immer „gehalten“.

Wie auch immer man die Lage einschätzt: selbstverständlich brauchen wir Unternehmer, die mit ihrem persönlichen Einsatz etwas versuchen und bewegen und dabei auch hohe Risken eingehen. Es ist positiv, wenn unter diesen Umständen versucht wird, ein Kaffeehaus, das „Groscherlgeschäft“ par excellence, zu führen. Wir halten die Daumen, dass alles gut geht. Unsere Kritik zielte auf eine verfehlte Stadtpolitik, nicht auf Markus Moser und sein Wiener Café, das – wir wissen es zu gut – klarerweise für viele Gmundner „Wohnzimmer“ ist, wenngleich es auch andere solche „Wohnzimmer“ gibt. Wir haben uns nur gegen die falsche Darstellung als „DAS“ Wohnzimmer Gmundens gewehrt. Und was die Trinkgelder betrifft: alle Mitglieder unseres Teams wissen, dass die Gehälter in der Gastronomie stark von den Trinkgeldern abhängen. Es ist uns Pflicht und Freude, ordentliche Trinkgelder zu geben, wenn Qualität und Service stimmen. Allerdings nicht um einen „Imageschaden“ gut zu machen. Denn einen solchen hat unsere Berichterstattung mit Sicherheit nicht verursacht. Fakten können niemals schädlich sein oder einen Imageschaden verursachen. Der ist – so es ihn überhaupt gibt – ursächlich schon vorher entstanden.
Auf jeden Fall wünschen wir dem Wiener Café viel Erfolg und nachhaltige Gewinne sowie zur Not – falls Moser wirklich nicht weiter machen will – auch einen solventen und splendablen Käufer, der es weiter betreibt. Und man sollte eine Hoffnung nie aufgeben: dass irgend wann einmal in der Stadtpolitik Leute ans Ruder kommen, die ihr Geschäft verstehen, auch für die Klein- und Mittelunternehmen etwas machen, nicht nur für die Machthaberer, mit denen sie auf vielfältige Art (aber oft sehr einfältig im Gedanken) verbandelt sind.

Am Sonntag bringen wir einen Gastkommentar von Markus Moser zur Entwicklung des Cafés und die Zusammenhänge mit der Stadtpolitik in Form schlechter Gemeinderatsbeschlüsse.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Und ganz am Ende des heutigen Blogs ein neuer Slogan aus unserer Serie „Ich freu mich …“. Dank an die vielen Leserleins, die uns mit Sprüchen versorgen. Bitte nicht vergessen: kurz halten, sonst geht sich kein Zweizeiler in lesbarer Schriftgrösse aus, gell!


 Wiener Café läuft gut!

Ein Gastkommentar von Markus Moser (Wiener Café)

Liebes Gmundl Team liebe Babsy Blitzschnell,

obwohl lieb wart ihr nicht unbedingt zu mir.
Ich ärgere mich maßlos über eure Recherche zur wirtschaftlichen Situation meines Unternehmens!
Mein Unternehmen die Wienercafe Gastronomie GmbH hat im Jahr 2013 knapp 50 000 Euro Gewinn gemacht, im Jahr 2012 waren es ca. 20 000. Das hätte vielleicht auch noch in ihrem Kommentar Platz finden können gell…
Dies rechtfertigt im übrigen in jedem Fall eine positive Unternehmensprognose.

Das die Jahre davor schwierig waren und das ein Teil der Schwierigkeiten und Verluste aufgrund eines Schweizer Franken Kredites, (der konvertiert werden musste) entstanden sind, könnte man auch aus einer Bilanz lesen liebe Babsy Schnellschuss oder Blitzschnell gell!!
So ein Konvertierungsverlust hat nämlich so gar nichts mit dem normalen Kaffeehausgeschäft zu tun. Dieser tut weh und ich trage die Folgen ganz persönlich.
Im übrigen darf ich dich beruhigen, dass meine Bankverbindlichkeiten, nicht so hoch sind als du denkst gell. Beim negativen Eigenkapital hast du dich auch um knappe 80 000 verrechnet aber bei den Millionen die oft hier im Blog herum irren kann das schon mal passieren.
Die ersten Jahre meines Unternehmens waren schwierig und aufgrund hoher Abschreibungen entstanden trotz guter Umsätze Bilanzverluste und negatives Eigenkapital. Die Zeiten sind in Gmunden nicht einfacher geworden, aber durch Umstrukturierungen und dem Engagement meiner Mitarbeiter habe ich mein Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt.
Mein Kaffeehaus läuft und wirft Gewinne ab und es gibt genügend Gmundner die sich hier wohl fühlen – also zukünftig besser recherchieren und Bilanz lesen. ‘Ein Unternehmen das in der Innenstadt von Gmunden gastronomisch in zwei Jahren 70 000 Euro Gewinn macht als negativ oder als nicht lebensfähig zu beschreiben grenzt an Verleumdung und ist wahrlich nicht fair.
Man kann eine Bilanz immer auf verschiedene Arten lesen, wenn man nur das Negative rauspickt ist das genauso wenig korrekt als ´nur das Positive.
In jedem Fall stehe ich für mein Unternehmen persönlich gerade und trage alle Risiken und brauche auch nicht von Banken oder der öffentlichen Hand gerettet werden.
Ich hoffe das eure sonstigen Recherchen besser sind ansonsten sehe ich schwarz für euren Blog gell

PS. bitte bei zukünftigen Recherchearbeiten in meinem Kaffeehaus brav konsumieren und schön Trinkgeld geben – damit kannst du den Imageschaden vielleicht ein bissl kompensieren liebe Babsy!


 Der unbeparkte Parkplatz

Einserkasterl von Karl Kammerhofer

An den Wandertagen (Mitte Mai, die ganzen vier Tage so gut wie ohne Regen), d.h. an den Zwickeltagen rund um den Feiertag hatten wir am Parkplatz der Grünbergsailbahn folgende Auslastung (jeweils gemessen etwa 15 Uhr, Auslastung 100% wäre die komplette Belegung der 250 Stellplätze gewesen). Fotodoku ist vorhanden. Nur am Donnerstag hatte es ab 17h geregnet, sonst war immer passables Wanderwetter:

Donnerstag (Ch. Himmelfahrt) : 30% (14.Mai !)
Freitag (1. Zwickeltag)………………8%
Samstag (2. Zwickeltag)………….80%
Sonntag (Feiertag)………………20%


 Nochmals: der Abstieg

Gastkommentar von Peipino

Gratuliere dem Verfasser zu der wirklich treffenden Kommentierung der Situation Gmundens im Beitrag “Der lange Abstieg Gmundens”!
Völlig sinnlose (Gott sei Dank nicht realisierte) Projekte, die jedoch leider zum jetzigen finanziellen Spielraum der Stadt, nämlich gleich Null geführt haben!
Und das Dramatische daran, dass daraus keinerlei Lehren gezogen wurden und der Wahnsinn weitergeht.
Die Verschleierung, der sich daraus für unsere Nachkommen ergebenden finanziellen Belastungen, ist geradezu dolos!!
Die Idee ist natürlich hervorragend: S&H übernimmt die Schulden, damit scheinen sie nicht beim Land und der Gemeinde auf und verpflichten sich die Abdeckung derselben auf Heller und Pfenning in der Zukunft gegenüber S&H zu übernehmen!! Damit ist die momentane Belastung der Budgets von Stadt und Land relativ gering, wird damit aber der nachfolgenden Generation aufgehalst!!
Diese Vorgangsweise der Politik ist wirklich schäbig!
Die Begründung mancher Politiker dafür, dass die Beschlüsse über diese Vorgänge “auf demokratische Weise” durch Beschluss der Mehrheiten in den jeweiligen Gremien ( Landtag, Gemeinderat) zustande gekommen wären und damit die richtigen und dem Wählerwillen entsprechenden Entscheidungen getroffen wurden, entbehrt aus meiner Sicht jeglicher Logik. Dies würde nämlich bedeuten, dass ich mit Abgabe des Stimmzettels meine persönlichen Ansichten in die Hände der gewählten “Volksvertreter” lege und diese mit “unfehlbarer” Kenntnis der Materie die richtige Entscheidung treffen!? Mit dieser Ansicht hat sogar der Vatikan (Unfehlbarkeit des Papstes bei ex cathedra Entscheidungen desselben) seit über hundert Jahren seine liebe Not!!
Die direkte Demokratie ist sicherlich auch nicht unproblematisch. Aber was allgemein und leider ganz besonders in unserer Stadt, seit vielen Jahren in dieser Richtung praktiziert wird, ist schon ziemlich skandalös.
Wenn Kritiker mit berechtigten Argumenten auftreten, werden sie mit der politischen und finanziellen Macht der Mehrheiten mundtot und schlecht gemacht. Ein vernünftiges Eingehen auf deren Anliegen wird nicht praktiziert und ist sehr oft gar nicht möglich. Jedoch zu behaupten, die Bevölkerung wird in wichtige Entscheidungen eingebunden ist schlichtweg unrichtig und eine bewusste Täuschung der Bürger!
Von S&H wurde noch kein einziges Mal auf die mehr als fragliche “Frequenzschätzung” der Tram/Zug eingegangen. Wenn es stimmt, dass das Gutachten (von S&H in Auftrag gegeben) “Potenzanalyse” im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gar nicht vorgelegt wurde, kann man sich ausmalen warum!!
Die Fahrgastzahlen hat man diesen Dienstag sehr schlau “gestreckt”: offenbar hat man eine größere Anzahl von Kindergartengruppen zu einer Hin-und Rückfahrt eingeladen. Hat neben ein paar Wochenmarktbesuchern ziemlich spektakulär ausgesehen, dass wieder ein paar Leute mehr in der Bahn gesessen sind! Bin überzeugt, dass diese “Fahrgäste” in die (nicht offen gelegte)
Statistik von S&H eingehen wird und umgehend an den LH Stellvertreter gesendet wird. Kann dieser dann in sein ” Drei Jahres Erfolgsrésumé” einbeziehen!
Meine persönlichen Zählungen sehen anders aus: Ich habe bisher nur eine Hand dazu gebraucht!


Wir wir hören – es sind natürlich nur Gerüchte, die wir zurückweisen – werden die Schulen des Umlandes vergattert, ihre Wandertage so zu planen, dass mit der Regio nach Gmunden gefahren und anschliessend der Grünberg, nein, nicht erklommen, sondern erseilbahnt wird. Damit schlägt man zwei Fliegen auf einen Schlag: die Regio bekommt eine Frequenz und die Seilbahn kann sich auch besser darstellen. In Wahljahren ist manchen Leuten scheinbar nichts zu dumm, um der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Obwohl wir uns natürlich freuen, wenn die Seilbahn ordentlich frequentiert wird. Mögen die Klassen aber auch brav die Gaststätten frequentieren. Und dann nach der Talfahrt doch noch ein wenig wandern – zum Wiener Café auf eine Melange oder zwei. Man kann die Kleinen ja nicht früh genug an die Kaffeehaus-Kultur gewöhnen, gell!

Hier also ein diesbezügliches Sujet aus der Reihe „Wie man Fahrgastzahlen schönt“, wiederum mit unserem sehr beliebten Testimonial Alfred E. Neumann jr., dessen Haare, wie man sehen kann, wieder im satten Rot erstrahlen. Die Scham war scheinbar kurz, und ebenso kurz war die äusserlich kundgetane Solidarität mit den ergrauten/erweissten Haaren der Steuerzahlerleins.

ich_freu_mich_zaehltage


 

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