Vom Radlfahren und vom Spatenschwingen

Heute:
Einserkasterl von W. Krausshar zum Radlfahrer
Gastkommentar von AndyB zum RadlfahrerGastkommentar von Tarantella zu Busausstieg und Spatenschwingen

Liebe Leserleins!

Heute die unvermeidlichen Reaktionen auf den gestrigen Beitrag von Radlfahrer. Zerfleischung ist es keine, und wir hoffen, dass Radlfahrer es auch nicht als solche empfindet, auch wenn ihm heftig widersprochen wird.

Tarantella beschäftigt sich nochmals mit der grenzgenialen Idee (oder müsste die zutreffende Beifügung „grenzwertig“ lauten?), die Be- und Entladung der Touristenbusse direkt vor den Schulen in der Habertstrasse stattfinden zu lassen. Wir finden diese Idee ja ungemein sexy, um nicht zu sagen: sexuell aufgeladen, wenn wir den Worten vom Lehrbuam im Bürgermeisteramt lauschen („als Finale erwartet sie der Aha-Effekt …“). Wir haben auch schon ein paar Cartoons dazu von unseren Leserleins bekommen. Wir werden sie – soweit sie halbwegs jugendfrei sind – natürlich gern hier veröffentlichen. Es scheint, als ob der BM-Azubi dem Dickingerischen Konzept der Keramik-Stadt ein Konzept der Marke „Sex in the City“ entgegensetzen wollte.

Nur ein paar erklärende Worte in Richtung Tarantella. Natürlich ist es richtig: wir brauchen dringend Bau- und Renovierungsarbeiten in vielen Teilen in und um Gmunden. Aber unser Begriff des „Spatenschwingens“ hat nun rein gar nichts mit Bautätigkeiten zu tun. Unser Begriff des „Spatenschwingens“ beschreibt ausschliesslich jene Tätigkeiten von Politikern, die eben nicht mit einer realen Tätigkeit verbunden sind. Man könnte also sagen: ein metaphysischer Begriff. Darunter fallen nicht nur erste Spatenstiche, sondern auch das Durchschneiden von Eröffnungsbändern, Ordensverleihungen der Politikerkaste an sich selbst oder sinnlose Wahlkampftouren quer durchs Land, bei denen Versprechungen ausgestreut werden, die man gleich nach der Wahl wieder einsammeln muss. Der Spatenschwinger ist sozusagen der Prototyp des in sinnlosem Leerlauf herumrasenden Politikers, der auf diese Art Aktivitäten vortäuscht, aber in Wahrheit nur Steuergelder verschwendet.

Nun, liebe Leserleins, zieht euch schön warm an, es bleibt eher kühl. Und denkt daran: wenn ihr am kommenden Wahltag im Herbst alles richtig macht, ein paar zutreffende Kreuzerln anhakt, dann muss die Politik sich in Zukunft warm anziehen – egal welche Temeperatur es aussen hat. Der Wahltat ist also so etwas Ähnliches wie die Zentralmatura für Wählerleins.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Sehr geehrter Radlfahrer

Einserkastl von Wilhelm Krausshar

Es ist keine Frage, eine Fußgängerzone, die die ganze Innenstadt umfaßt, wäre auch ganz in meinem Sinn, denn vor allem die Busse von Stern&Hafferl verstopfen die Innenstadt durch ihre überdimensionale Größe. Aber glauben Sie, dass die überdimensionierte Größe der RegioTram das besser machen wird? Ich gebe zu, ich wurde nach immer mehr und genaueren Informationen vom Saulus zum Paulus, oder umgekehrt, da jede Seite ja von sich behauptet, den Paulus gepachtet zu haben.
Worauf ich mich freue, und ich hoffe, Sie sind dort auch dabei, ist die Präsentation des E-Bus-Konzepts vom Ing. Hausherr.
Schauen Sie sich das an, und dann fahren Sie mit Ihrem Fahrrad hinter dem abgasfreien, lautlosen Verkehrsmittel her, das alle Wohngebiete Gmundens verbindet und flexibel auch am Wochenende die Autofahrer aus der Stadt verbannt.


Radlfahrers schwache Argumente

Ein Gastkommentar von AndyB

Lieber Radlfahrer,
niemand hat die “Bahn-Befürworter” als dumm bezeichnet. Es sind die Argumente der Befürworter, die sehr schwach sind.

1. Man ist über Jahre für dumm verkauft worden, was die Bahn, ihre Ausmaße, den Verlauf, die Finanzierung, die Fahrgastzahlen etc. betrifft.

2. Der Verkehr wird doch nicht weniger, wenn noch eine 40 m lange Bahn – für eine Handvoll Passagiere – zusätzlich fährt!

3. Wenn Sie die Postings der Gegner hier verfolgt haben, dann wäre Ihnen sicher nicht entgangen, dass viele Gegner ebenfalls für eine Fußgängerzone sind. (Auch das Team Gmundl ist für eine sofortige Sperre der Innenstadt, kostet nichts und geht sauschnell! Aber wir sagen dauernd: die Politik ist zu feig, das zu tun! Anm. d. Red.)
Nur fährt durch eine Fußgängerzone aber eben auch keine Bahn! Oder habe ich da in Bad Ischl etwas übersehen?

4. Jetzt wird es lustig: Was haben die Gegner der Bahn mit dem Bau eines E-City-Bus Netzes zu tun? Ist das nicht die Aufgabe der Politik und der entsprechenden Unternehmen?

5. Es ist doch ein fataler Irrtum, wenn man den Verkehr auf andere Wege und Straßen verlagert. Feinstaub, Umweltbelastung etc. sind doch dann nicht einfach weg! Sie belasten die Umwelt dann woanders!

6. Ich würde jede Bus-, Bahn- oder U-Bahnstrecke realisieren, sogar eine Seilbahn auf den Traunstein oder einen Flughafen oder ein Bordell, wenn mir das Land diese Projekte finanziert und auch noch die Verluste übernimmt.
Da könnte ich sorgenfrei und mit einem tollen Gehalt mein Leben verbringen.

Sorry, dass ich Ihre Befürchtungen bestätigen muss, aber leider bleibt mir nichts anderes übrig. Denn nun zu dem Argument, das Ihr Posting völlig disqualifiziert:
Sie warten auf den Ausbau der Bahn, damit Sie “entlang der Laudach radeln können”, und dafür brauchen Sie eine Regio Bahn durch die Innenstadt?
Ich verrate Ihnen ein Geheimnis, aber das sollte unter uns bleiben: Es gibt diese Bahn schon! Sie müssen da nicht warten!
Sie wohnen ja in der Nähe der Traunbrücke, und da ist es unzumutbar für Sie einige wenige Meter zu gehen und Ihr Rad bis zur Haltestelle Klosterplatz zu schieben?
Bitte, das kann doch wirklich nicht Ihr Ernst sein!
Oder möchten Sie lieber auf die Haltestelle Franz-Josef-Platz warten? Die wahrscheinlich weiter von Ihnen entfernt ist als die Haltestelle Klosterplatz?!
Dafür soll dann eine historische Innenstadt verschandelt werden? Sorry, aber dafür fehlt mir jegliches Verständnis.


Schnapsideen und nötige Spaten

Ein Gastkommentar von Tarantella

Es ist eine unglaubliche und vor allem unverantwortliche Schnapsidee, sämtliche Touristenbusse in die Habertstraße zu verlegen, in den unmittelbaren Nahbereich von 3 Schulen!!!
Schon jetzt müssen die Schüler unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen die Straße queren, weil viele Raser es nicht der Mühe wert finden, vor dem Zebrastreifen anzuhalten. Zahlreiche Linien- und Schulbusse fahren ständig ein und aus und oftmals verstellen die haltenden Busse zusätzlich die Sicht, sodass man froh sein muss, wenn kein Kind überfahren wird.
Abgesehen von dem zusätzlichen Lärm und den Abgasen direkt vor den Schulfenstern! Oder kommen die Touristenbusse eh nur am Wochenende oder in den Ferien?
Beziehungsweise werden die Linien- und Schulbusse eh eingestellt, wenn es dann die Regio gibt???

Besonders spannend wird es auch bei der Ausfahrt aus der Habertstraße in Richtung Graben/ Bahnhofstraße, denn bei dem Nadelöhr vor der Post können nämlich keine zwei Busse aneinander vorbei. Da wird dann das Verkehrschaos erst so richtig perfekt!
Und die Vision, mit dieser Maßnahme das Shoppingverhalten der Touristen ankurbeln zu können, halte ich für illusorisch, das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben!
Ich finde, als Anlaufstelle für die Touristenbusse wäre der Toscanaparkplatz wesentlich besser geeignet. Von dort aus könnte man dann einen Gratis-Shuttle ins Zentrum anbieten.

Liebe Babsy, zu deinem Beitrag übers Spatenschwingen möchte ich einwenden, dass es sogar mancherorts dringend angebracht wäre, den Spaten zu schwingen. Doch gerade dort, wo es die Notwendigkeit gebieten würde, passiert ausgerechnet nix.
Beispielsweise auf der Straße vom Gmundner Bahnhof in Richtung Altmünster! Trotz einer beinahe 2 -monatigen Straßensperre kam offensichtlich niemand auf den Gedanken, dort den Spaten zu schwingen und die wohl kaputteste Fahrbahn im Raum Gmunden im Zuge der Asphaltierungsarbeiten im Bahnhofsbereich gleich mit zu sanieren. Während man im unmittelbaren Umfeld des neuen Bahnhofs keine Kosten und Mühen gescheut hat (neue Gleise verlegt, Straße verbreitert, neuer Belag, mehrere Fahrbahnteiler,….), konnte oder wollte man sich die paar hundert Meter neuen Straßenbelag bis zur (ehemaligen) Hatschek- Kreuzung offensichtlich nicht mehr leisten, ja nicht einmal zum Ausbessern der ärgsten Schäden hat es gereicht.

Gleich nach der Trafik beginnt nämlich schon die Rumpelpiste, der Schlaglochparcours und der Kanaldeckelslalom! Dieser erbärmliche Zustand ist nicht nur äußerst unschön, sondern führt bisweilen auch zu gefährlichen Situationen, da Autofahrer oft gezwungen sind, abrupte Haken zu schlagen, um sich nicht die Reifen zu ruinieren. Hier wäre ein wenig Spatenschwingen durchaus angebracht gewesen, aber wahrscheinlich fehlt seitens der Gemeinde jegliches Konzept dafür, wie man Synergien sinnvoll und kostensparend nützen könnte. Lieber gräbt man dann in ein paar Jahren, kaum dass alles fertig ist, wieder auf.


 

Unsere Leserleins machen sich auch viele Gedanken darüber, wie man die leere Regio besser nützen könnte. Dazu heute wieder unser „Ich freu mich …“-Plakat mit Alfred E. Neumann junior.
Noch eine Bemerkung zum gestrigen Plakat. Es hat unglaublich viel Beifall erhalten – vor allem von „gestandenen“ Roten (wenn wir den Selbstauskünften der Mail-Schreiber glauben dürfen). Unabhängig von der Frage, ob sie für oder gegen die Regio sind (das hält sich dem Anschein nach bei SP-Parteigängern die Waage, mit leichtem Vorteil für die Gegner) wird unisono kritisiert, dass die Roten hier ein Privatunternehmen genau bei dem unterstützen, was sie sonst bekämpfen: bei der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung/Verstaatlichung von Verlusten.
Die Empörung der roten Stammwählerschaft ist nicht überraschend angesichts der Intransparenz der Förderungen. Wann legt die Politik endlich auf den Tisch, wieviel öffentliche Gelder in Summe wirklich in das S&H-Verkehrsimperium fliessen? Bei den ÖBB wird täglich laut gejammert, was dort alles versickert. Über die privaten Sickergruben wird dezent geschwiegen. Hier hat die SP einen gewaltigen Nachholbedarf, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit (wieder)herstellen will.

ich_freu_mich_radfahren


 

 

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