Being Gmunden

Heute:
Kühles Wetter (ohne Worte)
Viele kleine Einserkasterln
Gastkommentar AndyB über Keramik und so
Babsy über unser Regio-Plakat und Schnecken und Kaffee

Liebe Leserleins!

Offenbar ist es uns gelungen, vielen unseren Leserleins den gestrigen Tag und Abend zu versüssen – obgleich „versüssen“ nicht ganz das richtige Wort ist, wenn Leute sich amüsiert zerkugeln. So bei schätzumativ 98 % unserer Leserleins dürfte das der Fall gewesen sein, als sie unser satirisches Interview gelesen haben. Nur ganz wenige waren ein wenig irritiert. Ob man das dürfe. So spöttisch zu schreiben. Ja, liebe Leute, man darf. Erstens: für alle, die glauben, wir wären zu scharf, weisen wir auf die wöchentliche ZDF-Satire-Sendung „Heute Show“ hin. Jeden Freitag irgendwann nach 21 Uhr (leicht wechselnde Beginnzeiten). Gegen die Härte, mit der dort gegen die Misswirtschaft und Dummheit der etablierten Politik angegegangen wird, da sind wir Waserln. Also liebe Beleidigte: schaut euch einmal an, was die dort über Merkel, Gabriel, FDP oder gar AfD bringen – da werdet ihr euch nach der Heimeligkeit des Gmundl-Blogs zurücksehnen.
Dann gibt es da auch noch den grossen Auch-Satiriker Kurt Tucholsky, der natürlich viel mehr war, als nur Satiriker. Der Mann war Schriftsteller von hohen Gnaden, ein unerreichter Meister der kleinen Form und des kurzen, aber schmerzhaften Seitenhiebs. Tucholskys Antwort auf die Frage „Was darf die Satire?“ ist einfach: „Alles.“ Punktum.
Dazu ein paar Zeilen von Tucholsky:
„Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.
Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen (und für die Österreicher gilt das gleichermassen, Anm. d. Red.) die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.“

Wir halten es halt eben mit den alten Meistern, gell!

Being Gmunden – wie ist es, Gmunden zu sein. Städte können da nicht viel sagen. Sie schweigen bekanntermassen. Das kommt vom Asphalt und der Pflasterung. Da spricht nichts. Laut werden die Städte nur, wenn man meint, sie beleben zu müssen. Dann dröhnt es durch die Gassen, dass die Hosenröhrln flattern und die Röcke von den Basswellen bewegt werden. Die Frage ist: was ist eine Stadt? Was ist Gmunden? Christian Dickinger hat eine Antwort versucht – eine unter mehreren, die er uns nach eigener Aussage in den nächsten Wochen geben will. AndyB antwortet darauf in einem längeren Gastkommentar. Es wird wahrscheinlich viele Antworten benötigen, um zu einer wirklich guten zu kommen. Dickinger schrieb uns, sein Vorschlag sei nicht in Stein gemeisselt, sondern ein Denkanstoss. Also liebe Leute, lasst euch anstossen und denkt mit. Wir hier vom Team Gmundl sind ja ziemlich wenig unter dem Verdacht, Dickinger hemmungslos zu preisen und haben ihn – man kann es hier vielfach nachlesen – schon oft die Leviten gelesen und uns mit Kritik nicht zurückgehalten. Oft auch mit harter Kritik.  Manches ist aus unserer Sicht nach wie vor inkonsequent (wir denken an die Zustimmung der SP zur Seniorenresidenz) und unverständlich. Gleichzeitig sollte man es anerkennen, wenn ein Politiker aus den Erfahrungen lernt und ernsthaft versucht, gemeinsam mit den Menschen eine Idee weiter zu entwickeln. Ob das Thema „Keramik“ und ganz allgemein die Positionierung Gmundens wahlkampftauglich ist, sei dahin gestellt. Aber dass diese Fragen geklärt werden müssen, steht ebenso ausser Frage.

Wir wünschen noch einen gemütlichen Pfingstmontag. Bei Glühwein und Punsch. Ihre Babsy wird es so halten und die wunderbar wabbernden Nebelfetzen über dem Salzkammergut geniessen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Lehren aus dem Songcontest

Einserkasterl von AndyB

Kurz mal etwas zum ESC und was die Gmundner Politiker daraus lernen sollten …..

Wie hat sich Österreich der Welt präsentiert? Durch historische Bauten, Natur, Kultur, Freizeitangebot und altes Handwerk.

Wie haben sich die einzelnen Länder vorgestellt? Mit landestypischen Bauten und Häusern.

Wie wird Österreich in Reiseprospekten dargestellt? …. eben …

Der Tourist erwartet etwas Bestimmtes, wenn er in Österreich Urlaub macht. Das sind eben nicht futuristische Bauten, Plattenbauten und moderne Architektur und Verschandelung.

Ausgenommen davon sind natürlich die Haupt- und Großstädte des jeweiligen Länder, da erwartet der Tourist natürlich kein ländliches Ambiente ……


Von wegen abgasfrei

 Einserkasterln von Gernot Grübel

Lieber Wilhelm Krausshar!
Hinterm Hybridbus als Radlfahrer möchte ich nicht die Pedale treten. Denn der von SALCI präsentierte Bus ist – wie es im Folder steht – ein Hybridbus (und kein E-Bus). Hybridbusse – auch das Modell von Volvo (http://de.wikipedia.org/wiki/Volvo_7900) – haben zwei Antriebssysteme, der von VOLVO verbrennt auch Diesel. Also: Nicht abgasfrei!
Ob mich ein Bus – oder auch die Stadtregiotram – am Wochenende aus der Stadt “verbannt” möchte ich als freier Bürger immer noch selbst entscheiden.
Im Übrigen: Nicht die Busse (von Stern und Hafferl, der Post oder privaten Reisebusunternehmen) verstopfen die Stadtdurchfahrt, sondern PKW, wie man durch Nachzählen tagtäglich feststellen kann.
(Was aber nicht heißt, dass ich gegen eine “Verkehrsberuhigung” in der Innenstadt bin.)


Fabeltiere

 Einserkasterl von Karl Heinz König

es war einmal

jedes kind kennt sie, reinecke fuchs und meister grimmbart, adebar und wie sie alle heissen: die tiere, die bestimmte eigenschaften oder berufsbilder versinnbildlichen, etwa schlauheit oder unentgeltliche hebammentätigkeiten.

diesen wurde nun der biber aperirus, als allegorie des politikers in den schweren zeiten des wahlkampfes, hinzugesellt: das einzige tier mit bereits eingebautem, und so stets bereitem spaten.

dass sich der storch in der umschulung vom kinderlieferanten zum eröffnungsbänderdurchknusperer befände, ist indessen eine infame lüge. die GWK, die gewerkschaft der kernbeisser legte ihr veto ein und unterstrich ihre entschlossenheit durch eine mehrtägige niederlegung aller beisstätigkeiten.


 Keramikstadt?

Ein Gastkommentar von AndyB

Jaja, diesem Andy kann man auch nichts recht machen ……

Sorry, aber ich habe selten so gelacht wie über diesen unsinnigen Plan.

“Kurstadt sind wir schon lange nicht mehr; wir haben nicht einmal ein Hallenbad: alte Ansichten und Fotographien in unseren Chroniken legen Zeugnis davon ab, was schon einmal da war und was verloren gegangen ist.”

Aha, und wer ist dafür verantwortlich? Etwa die Bürger? Ein Politiker beklagt einen Zustand den wir der Politik zu verdanken haben. Oder sollte ein Bürger und edler Spender diese Aufgabe übernehmen?

“Zwar haben wir ein Kongresszentrum, doch zum international konkurrenzfähigen
Kongresstourismus fehlt uns u. a. die hochqualitative Hotellerie.”

In diesem Satz fehlt doch etwas. Ich erlaube mir den Satz zu vervollständigen :

Zwar haben wir ein Kongresszentrum, doch zum international konkurrenzfähigen
Kongresstourismus fehlt uns u. a. die hochqualitative Hotellerie UND VOR ALLEM DIE KONGRESS-VERANSTALTER UND TEILNEHMER.

Es ist doch ein Irrsinn, Hotels zu bauen oder ein neues Kongresszentrum und zu denken, die Kongressveranstalter kommen dann von überall hergerannt.

Das würde gleichzeitig bedeuten, wenn man massig Hotels baut, dann werden wir auch wieder von Touristen überflutet. Je mehr Hotels, desto mehr Touristen?!

Wie wir von Tourismus- und Hotelfachleuten wissen (hat schon in Leserbriefen gestanden und auch im Gmundl): die Besucher wählen zuerst die “Destinäschen” (das ist englisch und bedeutet z. B. den Urlaubsort). Niemand verbringt wo einen Urlaub wegen eines Hotels, sondern wegen des Urlaubsorts.

Keramik Stadt ist eher etwas zum Gruseln oder Abschrecken. Die Leute denken doch: um Gottes willen, was soll ich denn da? Mir zwei Wochen hindurch Keramik ansehen?

Die Stadt mit Keramik-Künstlern und Geschäften zu füllen …. naja … Was machen diese Leute dann außerhalb der Saison? Die Gmundner brauchen nun mit Sicherheit nicht unzählige Fachgeschäfte für Gmundner Keramik. Zahlt dann die Stadt die Mieten für diese Monate?

Niemand macht Urlaub in :
– Nürnberg (wegen der Nürnberger Lebkuchen)
– Meißen (wegen dem Meissner Porzellan)
– Frankfurt (wegen der Frankfurter Würstchen)
– der Klingenstadt Solingen (wegen der Schneidwarenindustrie)

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Gmundner Keramik mehr in das Stadtbild einzubringen oder mehr in den Focus zu rücken ist keine schlechte Idee.
Allerdings “Keramik Stadt Gmunden” halte ich für mehr als übertrieben.

Wer aus einer Stadt mit einer derartigen Vielfalt von Freizeitaktivitäten, Wandern, Ausflugszielen und dem einmaligen Panorama eine “Keramik Stadt” machen will, der scheint einiges nicht begriffen zu haben.

Ich hätte da eine viiiieeeel bessere Idee ….. (ich komme aus Ironien, und das liegt an der Sarkastischen Grenze …..) und die ist mit wenig Geld und wenig Aufwand zu realisieren.

Wir lassen alles so wie es ist. Die Stadt wird weiter verschandelt – Bauherren und Immobilien-Haie können frei bauen und gestalten – Bewohner raus und mehr Zweitwohnsitze – historische Gebäude werden abgerissen und durch moderne Dubai-Bauten ersetzt etc.

In ein paar Jahren geht es dann richtig los, und da werden die Seminare, Kongresse und Hotels nur so aus dem Boden sprießen.

Thema “Gmunden oder wie man eine historische Stadt zerstört”. Da kommen sie aus aller Welt und wollen sehen, wie man es nicht macht.

Seminarleiter haben wir ja genug – und zwar welche mit Erfahrung, nämlich die, die diese Stadt schon seit Jahrzehnten verschandeln.

Frohe Pfingsten schon mal allen Leserleins, auch den Bahn Befürwortern, Radlfahrern und Konzertbesuchern, die im Regen stehen ……


Ich freu mich … & über Kaffee und Zimtschnecken

Heute beruht unser Wettbewerbs-Plakat „Ich freu mich …“ auf einem neuen Marketing-Schmäh von S&H, der alle Beteuerungen, es gehe um öffentliche Verkehrsmittel, Lügen straft.
Neuerdings werden dort nämlich Fahrscheine ausgegeben, auf deren Rückseite ein Gutschein für einen Kaffee mit Zimtschnecke abgedruckt ist. Abzuholen bei IKEA in Traun – wie wir alle wissen, eine Destination, die von der Vorchdorfer Bahn nur um ein paar Dutzend Kilometer nicht erreicht wird. Sprich: nicht einen Gutschein bei einer Bäckerei oder Konditorei in Gmunden erhält man in der Regio, die angeblich die Menschenmassen nach Gmunden karren soll, um die Stadt und die Umsätze der hiesigen Kaufleute zu erhöhen. Nein, das wäre wohl zu teuer (obwohl: viele Leute kämen angesichts der Fahrgastzahlen ohnehin nicht in den Genuss einer Gratisjause). Billiger, sprich gratis, wie wir vermuten, gibt es IKEA als Werbung in eigener Sache. Die paar Schnecken und Kaffees verkraftet IKEA locker, das ist nicht einmal das Wechselgeld in einer Kassa. Aber bei S&H ist man schon so daran gewöhnt, dass alles andere Leute, meist natürlich die Steuerzahler, brandeln dürfen, dass die nicht einmal im Traum mehr auf die Idee kommen, etwas aus eigener Tasche zu bezahlen. Siehe die Verblödungswerbung, die aus dem Budget für die Durchbindung der Regio bezahlt wird.
Dazu der verkehrspolitische Aspekt: die Leute müssen, um in den Genuss des Gutscheins zu kommen, nicht nur Gmunden verlassen, sondern dies auch noch mit dem Auto bewerkstelligen, weil man von hier anders nicht zu IKEA kommt (OK, wer so verrückt ist, mit dem Fahrrad hinzufahren …). Es findet hier also eine Umschichtung zum Individualverkehr statt. Geht es noch hirnloser, wenn man für ein Öffi werben will?
Noch etwas ist uns aufgefallen: ist bei den Herrschaften von S&H und Gmunden-Politik schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass es auch eine Gegenrichtung gibt – die nach Vorchdorf nämlich?! Immer nur fahren Vorchdorferleins nach Gmunden, nie umgekehrt. Wie wärs – wenn schon Kaffee und Schnecke verschenkt werden – wenn man die beim Probst oder im Häferl in Vorchdorf bekommen würde? Im Sinne der Völkerverständigung zwischen Gmunden und Vorchdorf und zur Vermeidung von zusätzlichem Privatverkehr …
Wann, liebe Regio-Fans, merkt ihr endlich, dass man euch gründlich und systematisch verarscht???
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

ich_freu_mich_kaffzimt


 

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