Gmunden und die Welt da draussen

Heute:
Gastkommentar Marge Lila zu Ahnungslosigkeit
Gastkommentar Enser-de Groot über Tellerränder

Liebe Leserleins!

Ein wenig müssen wir noch auf eine weitere Lageeinschätzung in Griechenland warten. Laut unserem Gastkommentator ist die Gefechtslage zu unübersichtlich. Allerdings ist es ihm inzwischen gelungen, das letzte Angebot der EU an Griechenland aufzufinden. Absurd aber wahr: man kann es mittel der Suchfunktion auf der EU-Seite nicht finden. Man muss die exakte WEB-Adresse wissen. Die hat er sich über einen EU-Mandatar besorgt und studiert noch das Angebot. Erster Eindruck, den Herr Amon uns vermittelte: vergiftetes Papier. Über den Inhalt wird vor allem von den EU-Verantwortlichen wie Juncker in den üblichen Worthülsen gesprochen, die verschleiern sollen, worum es geht. Der Vorwurf der Griechen, hier werde über den wahren Inhalt gelogen, ist nicht völlig abwegig. Lassen wir uns überraschen. Wir hoffen, dass es morgen einen neuen Kommentar dazu gibt.

Ein Gastkommentar geht heute auf die Debatte um die „Ahnungslosigkeit“ ein und verschont SP-Dickinger nicht mit herber Kritik. Wie wir Christian Dickinger kennen, wird er dem Schlagabtausch nicht aus dem Weg gehen. Eine spannende Auseinandersetzung ist gewährleistet. Immrhin geht es um nicht ganz unwichtige Fragen.

Weil wir gerade bei Fragen sind. Unserer Leserleins fragen uns, wie wir zum Antrag der FPÖ im Gemeinderat bezüglich einer verbindlichen Befragung der Bevölkerung in Sachen Regio stehen. Wir finden, dass das zu unterstützen ist. Dann liegt endlich auf dem Tisch, wo die Mehrheiten wirklich sind. Das Thema ist zu wichtig, um einfach wegadministriert und durchgezogen zu werden. Wie immer die Abstimmung ausgeht: dann wäre zumindest eine demokratische Basis für die weitere Vorgangsweise da. Denn eines muss man schon sagen: die Durchbindung der Bim war bei der letzten Wahl in keinem Wahlprogramm drin. Bei einer so wichtigen Frage kann man sich nicht einfach auf die repräsentative Demokratie berufen. Hier wäre es nötig gewesen, sich schon im Rahmen der letzten Wahl die explizite Legitimation zu holen. Die FPÖ war schon damals dagegen, hat das als einzige Partei im Wahlkampf thematisiert und sich für diese Haltung Stimmen geholt.

Allerdings hat eine solche Abstimmung ein paar Vorbedingungen: sie sollte am selben Tag stattfinden, wie die Gemeinderatswahlen. Davor aber müsste es eine echte und objektive Information mit Waffengleichheit von Befürwortern und Gegnern geben. Ausserdem wären einige wichtige Daten endlich der Öffentlichkeit bekannt zu geben: wie sehen die Verträge mit S&H aus, wieviel jährliche Subventionen fliessen konkret und auf wieviele Jahre an S&H (also inkl. Errichtungskosten und Betriebszuschüssen), welche Kosten sind bisher tatsächlich angefallen, wie soll die Begegnungszone aussehen (FuZo ja/nein, Sperre der Innenstadt ja/nein). Hier fehlen jede Menge Antworten. OHne diesese Antworten ist eine Entscheidung der Bevölkerung nicht möglich.

Halten Sie Ihre Unterkünfte schön kühl, die geleugnete Klimaerwärmung findet zumindest an diesem Wochenende und nächste Woche nämlich statt. Als kleiner Vorgeschmack darauf, wohin die Menschheit in ihrer Dummheit und mit der falschen Wachstumsideologie hinsteuert.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Ahnungslosigkeiten

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Ein „total ahnungsloser“ Vizebürgermeister Dickinger?

Obwohl ich kein FPÖ Wähler bin, kann ich nicht anders, ich muss die FP-Gmunden gegen den Herrn Vizebürgermeister Dickinger verteidigen. Dieser beschwert sich doch wahrhaftig, dass die FP eine verbindliche Bürgerbefragung zur Regiotram zu spät einfordert. „Wäre das Ansinnen einer Bevölkerungsbefragung rechtzeitig gekommen, wäre ich mit dabei gewesen, jetzt macht dies keinen Sinn mehr.“ So teilt es uns unser Vizebürgermeister über die aktuelle Ausgabe der „Tips“ mit. Ich muss gestehen, ich habe diesen Artikel zweimal gelesen, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Ein Mann, der seit 2006 Stadtrat ist, seit 2008 Vizebürgermeister unserer Stadt und seit 2004 Stadtparteivorsitzender der bis dato (noch) zweitstärksten Partei hat es völlig verschlafen, die Bevölkerung rechtzeitig zu befragen, ob sie über EUR 6 Mio. für eine Regionalbahn-Durchbindung durch die Innenstadt mit allen damit verbundenen Veränderungen des Stadtbildes und des öffentlichen Verkehrs zahlen möchte.

Du liebe Zeit! Hat dem Herrn Vizebürgermeister einer seiner Parteikollegen aus dem Büro des Herrn Landesrates Entholzer in den letzten Jahren ein Dauerschlafmittel verpasst, oder war die Mauschelei zwischen Stadt, Land und Betreiberfirma so wasserdicht, dass der Bedauernswerte so rein gar nichts von der ganzen Sache mitbekommen hat? Ist er etwa auch, wie sehr viele Gmundner, dem Irrtum aufgesessen, dass lediglich die kleine BIM bis zum Stadtplatz verlängert werden soll? Es muss auch für den Herrn Vizebürgermeister ein schreckliches Erwachen aus seinem jahrelangen Dämmerschlaf gewesen sein, als er realisierte, was da auf Gmunden zurollt. Ja, so ein Pech aber auch, wenn er das gewusst hätte! Er hätte wahrscheinlich sofort und rechtzeitig die Gmundner dazu befragt.

Da hat es auch nichts genützt, dass die FP jahrelang versucht hat ihn wach zu rütteln. Total ausgeschlafen und entspannt findet er sich jetzt damit ab, dass die Bagger bald in der Innenstadt auffahren werden und das Millionengrab für Gmunden schaufeln werden. Aber, was solls, „irgendwann“ hätte die Stadt ohnehin irgendetwas zahlen müssen. Vielleicht hat ihm aber auch sein SP-Stadtrat Sageder eine schauerliche Gute-Nacht-Geschichte vom drohenden Bankrott Gmundens erzählt, wenn in 25 Jahren die Traunbrücke erneuert werden muss? Er ist jetzt aber fest entschlossen „gemeinsam am Projekt SRT zu arbeiten und das Beste daraus zu machen.“ Der Mann ist ganz offensichtlich kurz vor der Gemeinderatswahl aufgewacht. Ob er sich nach der Wahl wieder zur Ruhe legt?
Hoffentlich wohnt er nicht in der Innenstadt, denn eine Megabaustelle am Stadtplatz könnte in den nächsten Jahren seinen Schlaf empfindlich stören. Dann müsste er wohl oder übel seinen Pflichten als gewählter Vertreter der Gmundner nachkommen, und es wäre schwierig, seine Verantwortung auf andere abzuwälzen. Na, wenigstens EINE positive Auswirkung der Baustelle “Stadtplatz”.


 Über den Tellerrand

Ein Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Weltpolitik u. Europapolitik sollte auch ein Pflichtgegenstand jedes Provinzpolitikers sein. Vor lauter Föderalismusdenken fürchte ich, dass unsere Kommunalpolitiker – da sie sich selbst nur parteipolitisch betätigen und ihr einziges Streben, gewählt zu werden ist – den Ernst der Lage in Europa und der Welt nicht erkennen und vor allem nicht kommunizieren. Man beschäftigt die Hirne der Bevölkerung mit lokalen KleinkramAngelegenheiten , lullt sie ein. Ich begrüsse, dass der gmundl sich nun – besonders durch die Beiträge von Herrn Amon – auch der europäischen Probleme annimmt. (Die ewige Strassenbahnhetze war auch schon langweilig!) Demzufolge möchte ich einmal darauf hinweisen wie es um die Schulden von Österreich steht, und da “hebt´s Di aus die Schuach”, im Land der Seligen (wie lange noch?)

Schuldenstand Österreich

Die Griechen haben 330 Mrd. € Schulden, d.s. 30.000,- pro Einwohner.
Die Österreicher haben 280 Mrd. €, d.s. 35.000,- pro Einwohner.
Wenn also unser BIP nicht mehr steigt (diese Steigerung besteht ja hauptsächlich aus Inflation) und das der Griechen nicht weiter sinkt, begegnen wir uns bei 100%.

Die Gewerkschafter wollen den “Reichtum” aufteilen. Welchen Reichtum ? Die Schulden können Sie aufteilen !

280 Mrd. Euro, 17 Mrd. plus innerhalb eines Jahres. 85% des BIP.
Weitere Verbindlichkeiten für Hypo Italia etc. etc.
Welche Kosten Österreich aus der Griechenland Krise entstehen, kann der Kanzler ohnedies nicht sagen. Der Vice spricht schon im Konjunktiv und zitiert Experten. Ein Bild des Jammers dieser Regierungsspitzen.

Ich weiss nicht, worauf sich unser Land etwas einbildet. Nach dem Ausverkauf des Reichtums haben wir nur mehr unsere schöne Landschaft, aber die haben die Griechen auch. Gott sei Dank!


Unser beliebter Alfred E. Neumann jun. ist ein Kulturmensch, der sich zu  freuen weiss, wenn es wo eine besonders gelungene Architektur gibt. Nicht nur am Klosterplatz!

ich_freu_mich_remise


 

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