Bürgerpflicht!

Heute:
Wir sagen „Ja“ zur Humanität!

Liebe Leserschaft!

Zuerst eine Entschuldigung. Sie müssen sich noch einen oder zwei Tage gedulden, bis wir den ausführlichen zweiten Gastkommentar/Essay von Michael Amon zu Griechenland veröffentlichen können. Wir haben derzeit ein Problem, längere Beiträge im Blog zu platzieren. Das Problem wird in den nächsten Tagen gelöst. Auch der Zugriff auf die Postings und zugesandten Kommentare ist derzeit schwierig. Wir holen das nach!

Heute bringen wir jedoch ein wichtiges Schreiben an die Bürgerinnen und Bürger von Gmunden. Dieses Schreiben ist von allen Gmundner Stadtparteien getragen und wurde auch von ihnen unterschrieben – mit einer Ausname. Die FPÖ hat sich nicht beteiligt. Wir sind enttäuscht über dieseVorgangsweise und finden das nicht nur bedauerlich, sondern halten es für einen schweren politischen Fehler sowie einen bemerkenswerten Mangel an humanitärem Bewusstsein. Für die Beurteilung des Schreibens und der gewählten Vorgangsweise hier in Gmunden braucht man nicht viel Zeit, man braucht vor allem eines: das Herz am richtigen Fleck!
Es ist das Wesen und Grundprinzip dieses Blogs, zu Themen, die uns alle bewegen, Stellung zu nehmen. Daher klar und deutlich: Wir als Team Gmundl stehen voll und ohne Abstriche hinter diesem Aufruf an die Bevölkerung.

Zeigen wir, dass wir es besser machen als andere! Dass es ein Modell gibt, mit dem wir ein Problem bewältigen können, das uns noch ziemlich lange beschäftigen wird. Es muss das Ziel sein, Flüchtlinge so unterzubringen, dass es weder zu Massenlagern kommt, noch zu Ängsten in der Bevölkerung. Die kleinräumige, dezentrale Unterbringung einer überschaubaren Anzahl von Menschen ist eine vernünftige und menschliche Lösung.

Wenn nun in Online-Foren schon von IS gemurmelt wird, dann ist das lächerlich. Es gibt bis jetzt keinen einzigen Fall eines Flüchtlings, der ein IS-Terrorist gewesen wäre. Lassen wir uns keine unberechtigten Ängste aufschwatzen. Ausnahmsweise zitieren wir einen Bibelspruch. Ihm zu folgen lohnt sich: „Fürchtet euch nicht!“

Wir haben hier oft und in mitunter scharfen Worten die Untätigkeit und Zögerlichkeit der Politik kritisiert. Die Unehrlichkeit, mit der manche Probleme nicht gelöst werden. Wenn nun ein Grossteil der im Gemeindrat vertretenen Parteien den Mumm hat, Farbe zu bekennen und einen sinnvollen Schritt zu setzen, dann können wir all diejenigen, die sich nicht ausschliessen, nur vor den Vorhang bitten. Und jene, die sich mit fadenscheinigen Argumenten entziehen, mögen verschämt auf der Hinterbühne bleiben. Auf Dauer wird das Publikum bemerken, wer zum Gelingen des Stücks beiträgt und wer nicht.

Nur wenn wir alle einen Beitrag leisten, ist das Problem lösbar. Da hilft es nichts, auf die EU zu verweisen. Irgend wo muss man beginnen. Irgend wer muss einen Anfang machen. Am Donnerstag wird der OÖ-Landtag ein Gesetz beschliessen, das verhindert, dass mehr als 100 Flüchtlinge auf einem Fleck eingepfercht werden. Eine vernünftigte Beschränkung, die Entwicklungen wie in Traiskirchen oder Thalham verhindert.

Was der Redaktion bzw. dem Team Gmundl besonders wichtig ist: wir lassen hier ziemlich viel Freiraum für Beiträge, auch wenn diese manchmal an die Grenzen gehen. Eines werden wir nicht dulden: Beiträge, wie sie teilweise in den OÖN freigeschalten werden. Wir werden hier ganz sicher keine Diskussion über Benes-Dekrete, Sudetendeutsche oder einen SS-Schergen wie Heydrich abführen lassen. Das hat mit der konkreten Flüchtlings- und Asylproblematik nichts zu tun. Wir ersuchen unsere Leserschaft, das – bei aller Offenheit für unterschiedliche Meinungen – zu respektieren.

Auch wir nehmen gerne Anregungen, aber auch die Meldungen von eventuellen Problemen entgegen und leiten sie entsprechend weiter. Einfaches Posting genügt (die Freischaltung wird morgen oder übermorgen wieder funktionieren)!

Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit sind erste Bürgerpflicht!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Wegen des Ernstes des Themas verzichten wir heute auch auf unseren satirischen Beitrag zur Regio.


Offizieller Brief an die Gmundner Bevölkerung

Heißen Sie mit uns Asylwerber in Gmunden willkommen!

Liebe Gmundnerinnen und Gmundner!

In Absprache mit dem Stadtamt werden in diesen Tagen in einem privaten Quartier auf dem Gmundner Hochkogl an die 20 Asylwerber Quartier beziehen und von der OÖ. Volkshilfe professionell betreut werden.
Es sind in der Mehrzahl Kriegsflüchtlinge, die ihr Hab und Gut verloren und ihre Heimat verlassen haben, weil sie dort um ihr Leben fürchten müssen oder keine Lebensgrundlage mehr vorfinden.

Die Vereinten Nationen berichten, dass heuer erstmals seit dem 2. Weltkrieg mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht sind, unter ihnen alleine 9 Millionen Syrer, also mehr als ganz Östereich Einwohner hat.
Für uns als Kommunalpolitiker ist es deshalb zu allererst ein Herzensanliegen zu helfen. Wir halten es für unsere humanitäre, ethische Verpflichtung einige wenige dieser Vertriebenen in unserer Stadt aufzunehmen. Wir sind auch davon überzeugt, dass wir national daran mitwirken müssen, dass Flüchtlinge nicht in Massenquartieren oder Zeltlagern landen, sondern menschenwürdig wohnen und so weit wie möglich Anschluss finden.

Wir haben in den letzten Tagen und Wochen nicht nur wiederholt die Frage „Nimmt denn Gmunden keine Flüchtlinge auf?“ gehört, sondern von einigen BürgerInnen auch schon das Signal bekommen, dass sie sich bei Betreuung und Integration engagieren möchten. Ja, bitte! Treten sie mit uns in Kontakt!

Wir bitten Sie als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt:
Nehmen sie mit uns die Asylwerberinnen freundlich auf! Bringen wir ihnen Nächstenliebe entgegen!

Wer tätig werden möchte, möge das städtische Sozialamt kontaktieren:
Tel. 07612 / 794-208
Mail: thomas.bergthaler@gmunden.ooe.gv.at

Mit herzlichen Grüßen

Bürgermeister Mag. Stefan Krapf (ÖVP)
Vizebürgermeister Dr. Christian Dickinger (SPÖ)

Dipl.-Ing. Josef Sperrer (Grüne)
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Löcker (Stadtliste)
Mag. Gerhard Geyerhofer (Katholischer Stadtpfarrer)
Mag. Franz Trinkfass (Pfarrer von Gmunden-Ort)
Mag. Alexander Hagmüller (Evangelischer Pfarrer)​


 

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