Manipulationen

Heute:
Bruno Beinhart über Abfall
Mage Lila über ein fragwürdiges Agitprop-Video
diverse Einserkasterln

Liebe Leserschaft!

Es tut sich was in diesem Sommer. Hitzewelle und jetzt Wahlkampfwelle. Wen es da ins Wellenbad zieht, dem kann man nicht widersprechen.

Unsere Berichte über Stadtverschandelung und den Parkraum-Wahnsinn haben Diskussionen ausglöst. Ein wenig davon heute hier im Blog. Und ein Beitrag, der wohl neue Kontroversen verursachen wird. Über ein höchst manipulatives Video auf Kosten der Steuerzahler zur Lobpreisung der Regio.

Wir wünsche viel Vergnügen oder Missvergnügen bei der Lektüre.

Ich aber möchte – so wie ein Leserbeitrag – auf eine Studie von Greanpeace hinweisen. Die haben sich in Folge des Kärtner Skandals, bei dem ein ganzes auf öko-Landwirtschaft umgestelltes Tal verseucht worden ist, mit der Frage der Verbrennung von Giftstoffen in Zementwerken beschäftigt. Immerhin wurde in Kärnten einer ganzen Talschaft die Lebensgrundlage entzogen. Teilweise durch Unfähigkeit der Behörden und durch Untätigkeit der verantwortlichen Politiker. Darunter leider auch der dortige grüne Landesrat. Bekanntermassen hat man es in Kärnten mit den Messungen nicht so genau genommen. Denn wenn etwas nicht zur Verbrennung genehmigt ist, kann es sich auch nicht in der Luft befinden. Wenn das an die Asamer-Deponie-Geschichte in Ohlsdorf erinnert, der irrt sich nicht.

Wie aus dem Greenpeace-Bericht hervorgeht, ist auch Gmunden betroffen. Laut dem Bericht herrscht bei den Abfallverbrennungsgenehmigungen ein „Wildwuchs“.Die Zuordnungen der Abfälle zu bestimmten Abfallarten seien völlig intransparent, die „Behörden erteilen trotzdem Blankogenehmigungen“. Insgesamt sind rund 680 Abfälle pauschal zur Verbrennung in Zementwerken zugelassen. Davon ungefähr 170, die bedenkliche Stoffe enthalten: Arsen, Chrom, PVC oder PCB. Die PCBs zählen international und weltweit zu verbotenen „Dauergiften“ und stehen auf der Liste der zwölf gefährlichsten Chemikalien. Greenpeace stuft 14 Abfallarten als zur gefährlich für die Verbrennung in Zementwerken ein. In Gmunden dürfen sowohl PVC-halige Abfälle als auch PCBs verbrannt werden. Das Gmundner Werk  erklärte allerdings, seit 2012 keine PCBs mehr zu verbrennen. Was allerdings trotzdem nicht besoners beruhigend ist. Diese Stoffe akkumlieren sich nämlich in der Nahrungsmittelkette, lagern sich in der Leber undim Fettgewewebe ab und entfalten von dort ihre Langzeitwirkung im Körper. Aufgrund der Fettlöslichkeit der PCBs können diese bei blossem Hautkontakt in den Körper gelangen. Selbst in der Muttermilch sind sie inzwischen oft nachweisbar. Hier wäre es interessant, einmal zu erfahren, wie es mit der Kontaminierung in Gmunden real aussieht. Denn auch wenn Greenpeace keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt hat, ist das noch kein Grund für Entwarnungen.

Die Grenzwerte sind nämlich meist sehr hoch angesetzt. Ausserdem muss man sich inzwischen darüber klar sein, dass wir von Grenzwerten geradezu umstellt sind. Jeder Stoff für sich mag „harmlos“ sein, die Summe aller Grenzwerte und das Zusammenwirken der Giftstoffe ist völlig unerforscht. Vielleicht sollte die Kommunalpolitik endlich einmal Geld nicht mit Prestigeobjekten verpulvern, sondern es in die Hand nehmen, um hier zumindest einmal eine Datenerhebung durchzuführen. Klare Daten, wie die Belastung mit diversen Giftstoffen aussieht. Das wäre etwas schlauer, als den Leuten dauernd zu erzählen, sie seien selbst für ihre Gesundheit verantwortlich, während man die Menschen seitens der Industrie mit Giften vollstopft – natürlich immer schön brav unter den jeweiligen Grenzwerten. Es wäre an der Zeit, dass die Politik sich endlich mit Lebenfragen beschäftigt, anstatt den Steuerzahlern Geld für saudumme Agit-Prop-Videos aus der Tasche zu ziehen.

Von den OÖ-Grünen erwarte ich mir da leider nicht sehr viel. Rudi Ratlos Anschober hat ja schon bei der Asamer-Deponie ausreichend bewiesen, dass die Umwelt für ihn an der Sesselkante seines heiss erkämpften und erwünschten Landesrat-Sessel endet. Jenseits dieser Kante sieht man ihn nur mit Kochbüchern herumwuseln. Der Mann ist eine Provokation für alle, die grünes Denken wirklich ernst nehmen. Und nicht bloss als Beiwagerl der Schwarzen fungieren wollen. Aber Herr Anschober hat ja auch bei einem der grünen Kernthemen, nämlich dem Umgang mit Flüchtlingen, das Maul die längste Zeit nicht aufgebracht und Pühringer und der FPÖ das Feld überlassen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 Grüne, bitte aufwachen!

Ein Einserkasterl von mausi

Aus aktuellem Anlass der Link zum Bericht von Greenpeace über die Abfallverbrennung in Zementwerken.

http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Reports/Umweltgifte/GP_HCB_Report_web.pdf

Da muss man gerade als BürgerIn von Gmunden und Umgebung die Ohren anlegen bzw. die Luft anhalten.

Das relativiert das Regiotrumm und die Pinsdorfunterführung ein bisserl.

Hallo liebe Grüne! Bitte aufwachen.


Wohnen in den 50er-Jahren

Ein Einserkasterl von Max Robes

Ja, Herr Medl hat Recht: Wohnen für junge Leute ist ein wichtiges Thema der Gemeinderatswahl. Mag sein, dass manche Vorschläge Sinn machen; soll man sich genauer anschauen.

Mit Resolutionen an andere das erreichen? Ein Modell aufstellen, dessen Kosten nicht klar sind und wo irgendwer anderer dann zahlen muss – Ja, das wird wohl irgendwann in der Politikwissenschaft als “StadtRegioTram-Politik” eingehen.

Was für mich erschreckende ist, dass ein junger Parteikandidat die ideologischen Phrasen der 50er Jahre drischt; Unterstellungen inklusive. Aber vielleicht kann er mal das “Wiener Modell für junge Leute” präsentieren. Dort ist ja die SPÖ am längsten an der Macht.


Manipulation!

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Vorsicht: Manipulation auf Ihre Kosten!

Haben Sie den neuesten Beitrag zur SRT-Bahn schon im salzi.tv gesehen? Nein? Schauen Sie sich das bitte an und „genießen“ Sie diesen Beitrag. Sie haben dieses Propagandafilmchen ja schließlich auch mitfinanziert! Aber bitte Vorsicht! Es könnte einem kritischen Geist dabei leicht die Zornesröte ins Gesicht treiben. Sicher bei der Hitze eher ungesund.

Für die politische Bildung unserer Kinder ist dieser Propagandafilm ganz sicher ungesund, es sei denn, die Jugendlichen sollen etwas über Manipulation lernen. 14 jährige Schüler und Schülerinnen einer NMS werden als „begeisterte Schulklasse“ in die Lokalbahn gesetzt – naja, ich muss ehrlich sein, sie sitzen ja gar nicht in der Bahn, sie stehen nur davor und sind “begeistert”. Ich persönlich hege ja den Verdacht, dass die jugendliche Begeisterung eher daher rührt, dass ein paar Schulstunden dafür ausgefallen sind. Durchaus verständlich aus Schülersicht. Das wirklich Miese daran ist, dass diese Jugendlichen für Propagandazwecke eines Unternehmens herangezogen werden, für die die Steuerzahler auch noch tief in die Taschen greifen müssen. Ein Schuldirektor spannt seine Schülerinnen und Schüler vor den politischen Werbekarren eines aus öffentlichen Geldern finanzierten, privaten Unternehmens.

Dass das SP-Netzwerk des Schulleiters und der Betreiberfirma in diesem Fall besonders gut funktioniert hat, sehen wir, als gleich nach der begeisterten Schulklasse Herr Markus Medl, seines Zeichens Bundesvorstandsmitglied der Jungen Generation der SPÖ, als ganz normaler Student im Bild auftaucht. Er erklärt uns dann, was „die Jugend“ will, und was die Alten nicht kapieren. Na Gott sei Dank! Hoffentlich kann er uns auch bald erklären, woher in Zukunft das Geld für diesen sinnlosen, teuren Spaß kommen soll. Obwohl ich kein Fan der guten Maggi Thatcher war, in diesem Fall muss ich ihr zustimmen: “Für Sozialisten ist es immer ein Problem, wenn das Geld der Anderen ausgeht.” Mein Rat an den SPÖ-Politiker Medl daher – sinnvoll wirtschaften, damit das nicht passiert.

Es kann kein Zufall sein, dass dieser Beitrag aus der Werbemaschinerie der SRT-Betreiber genau in der Vorwahlzeit aus dem rot-schwarzen Steuergeldhut gezaubert wird. Manipulative, aufwändige Öffentlichkeitsarbeit ist ja ein sehr spezielles Markenzeichen dieses Schwarz/Roten SRT- Projektes. Etwas was per se schon unappetitlich ist, aber wenn dazu noch unter 15 jährige Schüler und Schülerinnen benutzt werden, dann treibt es mir echt die Zornesröte ins Gesicht. Ich vermute, nicht nur ich brauche jetzt dringend einen Sprung in den Traunsee um mich abzukühlen.


Ignoranten

Ein Einserkasterl von Tagesausflügler

In Gmunden geht die Meinung um, dass die Verantwortlichen wegen der Situation Traunsteinstraße durch Unwissenheit nichts bewirken können.
Alles dort ist gegen die bestehenden Gesetze geregelt. Gehsteig wurde so geschmälert, dass die Fußgänger diesen nicht mehr benützen können. Keine Vorschriftszeichen (Verkehrszeichen). Keine Bodenmarkierungen.
Die österreichische StVO wird total ignoriert. Gerüchten zufolge hat sie der zuständige Stadtrat studiert. Das war aber auch beim alten BM schon so. Vielleicht wohnt dort jemand?
Kennst an der an kennt!!!????
Freundliche Grüße von Tagesausflüglern, die in Gmunden einen Tag verbringen!
Ein Wirt bemerkte mit freundlichen Worten “euch brauchen wir nicht”!


Wohnpolitik?  

Ein zitierender Gastkommenrar von lulu

passend zum wohungsproblem einige auszüge aus einem artikel von Christian Geinitz in der FAZ vom 15. Aug. 2015

“In Salzburg und Tirol, den Lieblingsstandorten für Ferienhäuser, werden Zweitwohnsitze nur noch selten genehmigt. Das hat mehrere Gründe: Zum Verdruss der Ortsansässigen hat das locker sitzende Geld der Auswärtigen die Immobilien- und Mietpreise in die Höhe getrieben. Zudem fühlen sich Gastronomen und Hoteliers von Ferienwohnungen übergangen. Schließlich wurmt Stadtvermarkter,
Gewerbetreibende und auch die Nachbarn, dass viele Objekte die meiste Zeit des Jahres leerstehen; man spricht von „kalten Betten“.
In besonders umworbenen Orten wie Kitzbühel in Tirol gehen die Auflagen soweit, dass sich Käufer schriftlich verpflichten müssen, die Immobilie keinesfalls als Freizeitwohnsitz zu nutzen. Für Falschinformationen hier und anderswo drohen Geldstrafen und im Extremfall sogar Zwangsversteigerungen. Die Kontrolle ist allerdings schwierig, weshalb es nur selten zu Sanktionen kommt. Angeblich überwachen einige Gemeinden den Wasser- und Stromverbrauch und lassen Detektive ermitteln, wann die Parkplätze vor dem Haus belegt und wie oft abends die Fenster erleuchtet sind.
Auch wenn kaum Strafen bekannt geworden sind, dürften solche Drohungen abschrecken und stattdessen Alternativstandorte befördern.”

wie man sieht. wenn man will kann man etwas tun. und dies auch ohne wahlen vor der nase. da muss man sich auch einmal gegen die bauwirtschaft – als großen arbeitgeber – stellen.

wozu ist sonst die politik da? nur um steuergelder möglichst medienwirksam zu verteilen?


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