Archive for September 2015

Arbeitspause?
30. September 2015

Heute:
Babsy mäandert durchs Tagesgeschehen

Liebe Leserleins!

Die hohen Herrschaften der OÖ-ÖVP geruhen, eine Pause einzulegen. Man warte die Stichwahl um die Bürgermeisterposten ab, bevor man über Koalitionen verhandle. Bis dahin gäbe es Sondierungsgespräche. Als ob es viel zu sondieren gäbe. Die Positionen und Wünsche sind eigentlich klar, oder?

Ihre Babsy lässt sich von solchen Manövern nicht täuschen, gell! Der Pühringer hat doch in Wirklichkeit nur Angst davor, dass ihm eine Festlegung auf eine bestimmte Koalition die BM-Stichwahl verhageln könnte. Was den Rückschluss zulässt, dass er in Richtung FPÖ denkt. Und das will er nicht ausplaudern, auch im Hinblick auf die Wiener Wahl. (Dass VP-Strugl jetzt doch nicht den Mund halten konnte, zeigt nur die Verwirrung, die derzeit in der Landes-VP herrscht.) Denn da könnte SP-Häupl profitieren, wenn der Pühringer sich in OÖ mit der FP auf ein Packl haut. Das würde wahrscheinlich in Wien doch noch den letzten Roten aus der Hängematte scheuchen und in die Wahlkabine treiben. Einen schönen SP-Erfolg gegen die FP in Wien will er nicht. Er nimmt lieber ein weiteres Erstarken der FP in Kauf, als ein besseres Abschneiden der SP in Wien. Das würde seinen eigenen Wackelkurs noch fragwürdiger erscheinen lassen.

Die Industrie verlangt jetzt angeblich, dass die ÖVP mit der FP koaliert. Das finde ich bemerkenswert. Jene Kreise, die sich dafür eingesetzt haben, dass unser Land im Rahmen der Osterweiterung mit billigen ausländischen EU-Arbeitskräften überschwemmt wird, will jetzt eine Partei in der Landesregierung haben, die das Auftreten gegen Ausländer zu ihrem Markenzeichen gemacht hat. Das lässt schwere Zweifel an der Glaubwürdigkeit der FPÖ aufkommen. Mit gutem Recht, denn unter blau-schwarz wurde jene Saisonnier-Regelung beschlossen, die zu Lasten der heimischen Arbeitnehmer Billigstarbeitskräfte aus dem Osten ermöglicht. Setzt die FPÖ darauf, dass die einfacheren Leute, die einen grossen Teil ihrer Wählerschaft bilden, diesen Zusammenhang nicht durchschauen?

Die ÖVP versucht jetzt bekanntlich, die FP rechts zu überholen. Da kann man leicht an der Wand landen. Die unübertreffliche Mikl-Leitner, zuständige Inkompetenz für Flüchtlingsfragen, hat jetzt mit Waffengewalt beim Grenzeinsatz gedroht, falls die Deutschen zumachen und die Leute weiter nach Österreich strömen. Da ist selbst ihr Parteichef Mitterlehner offenbar ein wenig blasse geworden und hat sich korrigierend ins Zeug geworfen: da sei wohl eine Aussage der armen Frau Minister missverstanden worden. Nein, liebe Leute. Das war kein Missverständnis. Die Dame ist so.

Dass Orbán ein zynisches Spielchen spielt, ist offensichtlich: er erklärt, sich an die Dublin-Regeln zu halten, baut einen Grenzzaun und lässt die Türen sowohl nach Ungarn als auch nach Österreich sperrangelweit offen. So sind sie, die Rechts“populisten“, die man ruhigen Gewissens Rechtsradikale nennen darf. Die EU schaut diesem Theater tatenlos zu.

Noch herrscht in Gmunden Schockstarre bei allen, die nicht die ÖVP gewählt haben. Das ist immerhin noch immer die Mehrheit der Bevölkerung, wenn auch knapp. Die mehrheitsverstärkenden Berechnungsmethoden des Wahlrechts in Österreich kommen da zum Tragen. Da für den Stadtrat das Rechenverfahren zweimal angewendet wird (zuerst für die Verteilung der Gemeinderatsmandate, aus denen wird dann mittels einer zweiten d’Hondtschen Verteilung die Stadtratsmandate errechnet werden). So kommt es, dass die ÖVP im Stadtrat mit knapp unter 50 % der Stimmen sechs von neun Stadträten stellen kann. Auch eine demokratische Absonderlichkeit des österreichischen Rechts. Würde man für die Errechnung der Stadtratsmandate nicht die Gemeinderatsmandate zugrunde legen, sondern die Wählerstimmen, dann hätten die Grünen einen Stadtrat, die ÖVP dafür einen weniger. Was der Realität der Stimmverhältnisse wesentlich näher käme.

Gespannt darf man auch sein, wie die Verteilung der Aufgaben im neuen Stadtrat sein wird. Man kann davon ausgehen, dass die BIG nicht das gewünschte Verkehrsresort bekommen wird. Z’fleiss, wie man so schön sagt. Ob die ÖVP den „Oppositions“kräften ein wichtiges Resort zukommen lässt, oder alle Schlüsselpositionen selbst einsackt, wird zeigen, ob wirklich ein neuer Wind weht.

Noch ein Wort zu Pinsdorf. Die Gmundner Kirchturmpolitik in Sachen Verkehrsverbindung nach Pinsdort hat dort die FPÖ an die Spitze katapultiert. Die dortige FPÖ hat die Chance, die sich da bot, ergriffen und genützt. Sie wird in der Stichwahl voraussichtlich auch den Bürgermeister gewinnen. Die Pinsdorfer SP kann sich bei den Gmundner Genossen bedanken, die haben nämlich ein gerüttelt Masz an Mitschuld an dieser dummen Vorgangsweise, die von Krapf in letzter Sekunde revidiert wurde, indem ein neues Projekt aus dem Hut gezogen worden ist, das die bisherigen Behauptungen (die ÖBB zahlt nicht) als Irreführung blosslegt. Das Gerücht, man wollte auf diese Art Stern & Hafferl ein Körberlgeld zukommen lassen (denen gehört eines der nun benötigten Grundstücke), ist nicht sehr glaubhaft. Das würde voraussetzen, dass hier in Gmunden jemand mit strategischem Voraussicht gehandelt hat. Selbige ist aber in den meisten Gmundner Parteien bekannter weise nicht zu finden.

Es wünscht allen Leserleins einen schönen Tag

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Was mir auch aufgefallen ist: der übliche Dank an die Wählerschaft findet auf den Homepages der Gmundner Parteien nur eingeschränkt statt. Bisher nur bei der B.I.G. und bei den Grünen (wo der Dank von der Homepage der Landespartei ohne Zutun der Ortsparteien auf die lokalen Ableger eingespielt wird).


 

 

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Kater am Morgen danach
29. September 2015

Heute:
Babsy über die Weltlage in Gmunden
GK von Robert über The day after

GK von Traunseewiener über faule Ausreden
GK von Marge Lila über Lachen und Weinen
GK von Hans Heidinger über „Leistungen“ der Grünen
GK von Hugo von Wald und See über SP-Gmunden
GK von Gerechtigkeitsliebende über Abstrafung
GK von Besorgte Gmundner über die Zeche
GK von Zweifler über Wahlbeteiligung

Liebe Leserleins!

Gmundens nachdenklichere Bürger befanden sich am Montag in Schockstarre. Der Kater am Morgen danach war im Ort zu spüren. Die einen waren ob des Schocks verkatert, dass eine ÖVP, die Gmunden seit Jahrzehnten versaut hat, mit einer geschickten Strategie und einem strahlenden Spitzenmann nicht nur das Ärgste verhindern konnte, sondern einen satten Wahlsieg einfuhr, an dem es nichts zu rütteln gibt. Das kann man nicht nur mit der „Dummheit der Gmundner Wählerschaft“ erklären. Greift einfach zu kurz, auch wenn man es sich gern so erklären würde.

Die anderen hatten einen Kater, weil sie zu viel gefeiert und etwas zu tief ins Glas geschaut haben. Einer jener, die wohl dank legalem Drogenkonsums in nicht ganz nüchternem Zustand ihrer Stimmung auch noch auf Facebook Ausdruck geben mussten, hat dabei ein Lehrbeispiel für politische Dummheit abgeliefert. Dummheit: Da ist ihre Babsy noch zurückhaltend in der Wertung. Es würden mir weitaus deftigere Ausdrücke einfallen. Dieser geistige Flachwurzler und Kleinstgeist hat in seinem Triumpfrausch gepostet:
„Spiel – Satz – Sieg !!! 6:0 6:0 6:0 Bravo Stefan Krapf – ein klarer Sieg und Auftrag – trotz Bürgerliste ( 6 Jahre Chaos bleiben uns erspart) und Gmundl – Schmierfink (ala Bombenbauer Franz Fuchs) – schöner könnte das Ergebnis nicht sein ! „Gut, Rechtschreibung ist natürlich Glückssache, aber dieser Dummdenker könnte seinen Parteichef Krapf, im Zivilberuf Französischlehrer, mal fragen, wie man „ala“ schreibt, nämlich „à la“. Aber wer im Siegesrausch ist, ist nicht zimperlich, gell!

Von einem solchen Politdodel als „Schmierfink“ bezeichnet zu werden, ist für unseren Blog eine Ehre, auch wenn die Wortbedeutung fernab von allem ist, wofür wir hier stehen. Denn dieser famose Denker weiss einfach nicht, was dieses Wort heute bedeutet. Laut dem „Deutschen Wörterbuch der Umgangssprache“ von Heinz Küpper (Klett-Verlag, 1997) wird dieses Wort seit Ende der 1950er-Jahre für Leute verwendet, die „speziell aus der Zeit des Nationalsozialismus stammende Parolen oder Symbole auf Kirchen, Ehrenstätten und Gräber aufbringen“. Der Mann weiss also nicht, wovon er in seinem Siegestaumel lallt. Dass diese Art des Triumphierens nichts Gutes von der neuen ÖVP-Mehrheit erwarten lässt, sei angemerkt. Aber vielleicht kann der neugewählte BM Krapf seinen Parteifreund an den Ohren ziehen und ihm klarmachen, dass dies nicht der angekündigte, neue und offene Umgang mit Andersdenkenden ist. Dass dieser Oberdolm uns mit dem Bombenbauer und Mehrfachmörder Franz Fuchs auf eine Stufe stellt, sagt alles aus über die geistige Potenz dieses Herren. Sagen wir so: der Mann ist offenbar im Denken des Jahres 1934 verhaftet. Er hat eine Freikarte für den Besuch des Parlamentsklubs der ÖVP gewonnen – zwecks Besichtigung des dort noch immer hängenden Bildes von Dollfuss, dem Dikator und Arbeitermörder. Aber jetzt, da die Bundes-ÖVP meint, sich an Herrn Orbán anlehnen zu müssen, kann das Bild gleich hängen bleiben. Vielleicht im monatlichen Wechsel mit dem FP-Parlamentsklub, die haben jetzt ja auch den Herrn Orbán entdeckt.

Aber kommen wir zu Wichtigerem. Wir diskutieren im Team derzeit sehr intensiv, wie wir mit diesem Blog weitermachen sollen. Nach der intensiven Phase vor der Gemeinderatswahl, die uns seit gut einem Jahr beschäftigte, muss der Blog sich neu aufstellen. Die bisherigen Streitthemen wurden von der ÖVP weitgehend entsorgt. All das Gerede rund um Hotelbauten auf der Toskana oder sonstwo, ist derzeit Larifari. Es fehlt an Geld und Investoren. Es fehlt ein umfassendes Konzept, wie man ein solches Hotel rentabel machen könnte. Es fehlen gerichtliche Entscheidungen über den Rückkauf des Seebahnhof-Geländes. Es feht die Frage an die Bevölkerung, wie die zu einer Neunutzung des Toskana-Areals steht. In diesen Fragen ist noch für einige Zeit mit Stillstand zu rechnen.

Natürlich wird man jetzt einmal ganz intensiv die Frage nach der wirklichen Finanzlage von Gmunden stellen müssen. Da wird man dann bald sehen, wie ernst die ÖVP es mit mehr Transparenz und Mitsprache der anderen Listen und Parteien hält. Denn die Stadtfinanzen sind in weit schlechterem Zustand, als bisher eingestanden. Manche schwarzen Löcher noch völlig unerforscht (die Vereins-KG der Gemeinde etwa). Auch in der Regio-Frage ist das letzte Wort, nämlich das eines Höchstgerichts, noch nicht gesprochen. Hier wird also weiterhn einiges an Öffentlichkeit zu schaffen sein.

Auch werden die anderen Parteien und Listen ihre Kontrolltätigkeit und damit auch ihr Profil schärfen müssen. Das gilt in besonderem Masze für Grüne und SPÖ, letztere wurde geradezu zertrümmert. Wir werden die Neuaufstellung kritisch begleiten. Auch die BIG wird jetzt Mut brauchen und zeigen müssen, dass sie die geweckten Erwartungen nicht enttäuscht. Dann kann es in sechs Jahren völlig anders aussehen. Hier ist ein langer Atem gefragt. Und nochmals: sechs Jahre Legislaturperiode sind demokratiepolitisch ein Wahnsinn.

Wir überlegen jedenfalls, den Blog mehr als bisher auch überregional auszurichten, da die Beschränkung auf Gmundner Ereignisse und Probleme den heutigen Fragestellungen nicht mehr voll gerecht wird. Also ein wenig mehr den Blick über den Gmundner Tellerrand riskieren. Auch unter dem Aspekt, die geistige Enge Gmundens, die auch von vielen Gmundnerleins oft schmerzhaft empfunden wird, zu überwinden, ein Zeichen gegen Kleingeistigkeit und enges Denken zu setzen, das es als parteiübergreifendes Symptom quer durch die Politlandschaft gibt. Einen Gegenpol gegen die satte Selbstzufriedenheit zu setzen, das ist etwas, was diese Stadt dringend braucht.

Eerlauben Sie, liebe Leserleins, Ihrer Babsy noch ein paar Worte zum Wahlausgang.
Es gab einige Anzeichen, dass die ÖVP trotz ihres jahrzehntelangen Versagens noch einmal ungeschoren davonkommen könnte. Krapf machte eine ausgesprochen gute Figur, auch wir finden, dass er etwa die Diskussion im Rahmen der Wahlfahrt ziemlich gut gemeistert hat (auch wenn er bei Fragen nach der Vergangenheit „geschwommen“ ist). Den angeblich besten Rhetoriker der Stadtpolitik, Dickinger, liess er ziemlich schlecht aussehen. Sein anständiger und kluger Umgang mit dem Flüchtlingsproblem hat ihm viel Ansehen gebracht, auch in jenem katholischen Milieu der ÖVP, das ihm eher skeptisch gegenüber gestanden ist. Auch die Bevölkerung hat den unaufgeregten Umgang mit dem Flüchtlings- und Asylantenproblem offensichtlich honoriert. (Wenn die Gmundner ÖVP sich endlich in Richtung einer weltoffenen Stadtpartei entwickeln würde, im Sinne etwa der einstigen Wiener ÖVP unter Erhard Busek und dem Schriftsteller Jörg Mauthe, würde das Gmunden endlich in die Neuzeit katapultieren.)
Die Wahlzeitung der ÖVP war exzellent gemacht, sprach alle denkbaren potenziellen Wählergruppen mit einem auf sie zielenden Thema an und konnte diese Themen offenbar auch glaubwürdig darstellen. Es ist gelungen, der Wahlsieg untermauert das, den Neubeginn glaubhaft zu machen. Nun wird man sehen, ob das ernst gemeint war und umgesetzt wird. Hier wird BM Krapf den Übermut mancher kleingeistiger Parteigänger (siehe oben) zügeln müssen, um diesen Vertrauensvorschuss nicht sofort wieder zu verspielen. Es darf kein Zurück zu den schlechten Köppl-Jahren geben. Das ist nicht nur eine Frage des Klimas, sondern auch des praktizierten Denkens und des realen Umgangs – nicht nur mit den anderen Parteien, sondern auch gegenüber der Zivilgesellschaft. Die hat nämlich, trotz ÖVP-Sieges, ein mächtiges Lebenszeichen von sich gegeben. Der Erfolg der BIG zeigt dies ebenso deutlich wie der Erfolg dieses Blogs (allein von Freitag bis Montag hatten wir rund 5.000 Aufrufe!).

Die SPÖ wird sich neu erfinden müssen. Daran führt kein Weg vorbei. Sonst fliegt sie beim nächsten Mal völlig aus dem Stadtrat hinaus. Ein Zustand, in dem die Grünen jetzt die nächsten sechs Jahre verharren müssen. Auch wenn man sich dort jetzt die Niederlage schön zu reden versucht, weil die ÖVP in ihrem Programm viele grüne Forderungen übernommen (sprich abgeschrieben) hat. Die Tatsache, dass die schwach aufgestellte Landespartei in Gmunden deutlich mehr Stimmen holen konnte, als die Ortspartei, sollte sehr, sehr nachdenklich stimmen. Auch wir im Team glauben, dass die fatale Fixierung auf Regio mitsamt Ignorierung der Rodungen am FJ-Platz bei markanten Teilen des grünen Stammpublikums nicht gut angekommen sind.

Bedauerlich ist, dass die Neos es, wie befürchtet/erwartet, nicht in den Gemeinderat geschafft haben. Die mehr als 5 % in Gmunden für den Landtag zeigen ein Potential, das nicht gehoben werden konnte.  Der Abschied der Stadtliste aus dem Gemeinderat war erwartbar und wurde von uns auch richtig vorhergesehen. Diese Liste hat sich überlebt und ist nun zurecht Geschichte.

Man kann jetzt nur hoffen, das BM Krapf, den Schwung, den er versprach, auch in die Routine der Legislaturperiode mitnehmen kann. Dass er sich nicht vom „Narrensaum, den jede Partei hat“ (© FP-Haimbuchner), der in der ÖVP besonders gross zu sein scheint, unterbuttern lässt, sondern den besonnen und vernünftigen Kräften der VP ebenso Platz und Raum gibt, wie den Ideen der anderen Parteien und Listen. Krapf steht vor grossen Herausforderungen, man kann nur hoffen, dass er sie meistert. Dazu wird er auch kluge Köpfe aus anderen Fraktionen brauchen. Und ein offenes Ohr für die Bürgerleins.

Ein Teil der Mission dieses Blogs wird es in den nächsten Jahren sicherlich sein, den Erneuerungsprozess Gmundens, seiner Politlandschaft und der Parteien kritisch zu begleiten. Wir haben schon bisher viel bewirkt – u. a. (gemeinsam mit der Zivilgesellschaft) eine massive Änderung der Themenstellung der ÖVP. Auch wenn uns manche Uralt-VPler (siehe wiederum weiter oben) dafür hassen. Der Stadt haben die Interventionen dieses Blogs und in diesem Blog genützt. Es ist nicht ohne Ironie, dass die ÖVP, die uns immer zu ignorieren versucht hat, jetzt gezwungen war, sich viele Ideen und Vorschläge anzueignen, die hier diskutiert worden sind, und sie nun mit ihrer Mehrheit auch noch umsetzen muss.

Es werden spannende Jahre. Denn die alten Probleme sind ungelöst und neue klopfen bereits an die imaginären Stadttore – findet ganz nüchtern Ihre

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Wahlgedanken am DAY AFTER in Oberösterreich

Ein Gastkommentar von Robert

Nur vordergründig hat die Flüchtlingsfrage eine Rolle gespielt und der FPÖ die Wähler zugetrieben.
in Wahrheit findet seit Jahren ein Vertrauensverlust in die Politik statt, vor allem in das politische System. Dieses ist gezeichnet von einer zunehmenden Entmachtung der Politiker durch die globale Finanzindustrie, man könnte auch Turbokapitalismus, neoliberale Marktwirtschaft usw. dazu sagen. Die Flüchtlingsbewegung hat wieder einmal bewusst gemacht, dass Politiker die Kontrolle über die Ausgestaltung der Gesellschaft verloren haben. Unter dem Stichwort Privatisierung, mehr Privat, weniger Staat, läuft dieser Prozess ab. Die Versprechungen gehen weiter und werden immer lächerlicher. Ich denke nur an die ewigen Zusagen, die Arbeitslosigkeit zu senken, für billige Wohnungen zu sorgen oder das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Beispiele gibt es genug, wer glaubt denn noch was? Nicht nur im Bankensektor, im Gesundheitsunwesen (2-Klassenmedizin), zuletzt der VW-Umweltbetrug, usw. überall laufen die Betrüger mit hohen Gagen frei herum. Jetzt macht die Flüchtlingsbewegung die Lähmung der Politik so richtig deutlich. Logisch, dass Verschwörungstheorien blühen.
Es gibt eine Partei, die vorgibt, Politik zu machen und den Anschein erweckt, irgendwie den Primat der Politik zurückzugewinnen.
Die Wähler wissen, dass die FPÖ genauso korrupt, oder noch viel schlimmer ist als die anderen Parteien. Aber sie haben keine andere Möglichkeit ihren Frust auszudrücken. Das Konzept des Neoliberalismus  ist schon längst gescheitert. die Lobbys haben die demokratischen Parteien gekauft, nur die Politiker, im Bund mit den globalen Konzernen, können das noch nicht eingestehen. Die Menschen fühlen den Betrug durch eine machtbesessene Elite und wählen mit geballter Faust. Es ist so typisch: der Begriff „Wutbürger“ wurde von globalisierungskritischen Bewegungen geschaffen. Heute fahren rechtspopulistische Bewegungen die Ernte ein.
Worauf müssen wir uns einstellen?
Die Orbánisierung Europas steht vor der Tür. Orban hat seine Anhänger in der bayrischen CSU, bei der FPÖ und in der ÖVP, um nur einige zu nennen.
Die ÖVP ist im EU-Parlament Teil einer konservativ-christlichen Fraktion und arbeitet dort mit der Partei Orbáns zusammen. Die ÖVP und Orbáns Partei Fidesz sind Mitglied der Europäischen Volkspartei. Die ÖVP, insbesondere unter Schüssel, hat die Fidesz immer gefördert und tut dies bis heute.
Die ÖVP wird die Renationalisierung nicht der FPÖ überlassen, sie kann das selbst viel besser. Beispiele in der Geschichte gibt es genug.
Orbán zeigt seinen Wählern: er handelt wieder politisch, beendet den Weg des Neoliberalismus in Ungarn, nimmt den Kampf mit den Banken auf, enteignet ausländische Grundstückspekulanten usw. Er zensuriert die Presse und lässt sich als Retter der christlich-abendländischen Werte feiern. Die Ungarn sehen es gerne, wenn Grenzen aufgezogen werden, nicht nur gegen die Nachbarn, sondern auch quer durch die Gesellschaft. Ja, das müssen wir auch bei uns erwarten. Denn die Lopatkas und Nissls wissen, was sie tun müssen, um an der Macht zu bleiben.
Die Veränderung der Gesellschaft ist schon weit fortgeschritten. Die politischen Entscheidungsträger erfüllen immer weniger die Erwartungen der Menschen. Wie wir aber unsere Demokratie ausbauen und zu einer Auseinandersetzung mit den tatsächlich Mächtigen kommen, wissen wir nicht. Das werden die Diskussionen und Auseinandersetzungen der nächsten Jahre bis Jahrzehnte zeigen. Vielleicht ist der Aufwind der FPÖ nur eine vorübergehende Mahnung?
Können sich neue Politikformen etwa aus der Hilfsbereitschaft und Solidarität entwickeln? Wir haben nur eine Chance: die Zivilgesellschaft muss aufwachen! Wie das geht müssen wir in vielen Initiativen neu lernen. Wir sind verwöhnt, versorgt, verkonsumiert und haben uns einfach verkauft gegen ein bisschen Konsum, der gar nicht garantiert ist, wie viele jetzt merken.

Die Veränderungen der Gesellschaft sind weiter fortgeschritten, als wir wahrhaben wollen. Das politische System, das sich auf die Sozialpartnerschaft stützt, funktioniert nur solange die Wirtschaft wächst. Da dies nicht mehr geht, nimmt die Korruption zu, und der Wähler ruft nach Ablöse.
Wird Wien dem Trend standhalten? Ich hoffe es und vertraue darauf! In Wien könnte sich wie schon in den 20er und 30er Jahren ein solidarisches System entfalten. Wien war einmal einzigartig im Wohnungsbau (Dienstbotensteuer zur Wohnbaufinanzierung), in der medizinischen Versorgung, bei den Sozialleistungen oder im Schulwesen. Anzeichen dafür sind im Wiener Wahlkampf zu erkennen. Manche tragische Erfahrungen müssen wir leider öfter machen, auch das gehört zur Geschichte.


Faule Ausreden

Gastkommentar von Traunseewiener

“Durch und durch bürgerliche Stadt..:” schreibt Michael Amon in seinem guten Kommentar über Gmunden. Nur ein Detail. Das mag sein. Dennoch wäre das kein Grund, dass nicht auch mal die SP zum Zug kommen könnte (so unbürgerlich ist die ja auch mittlerweile nicht mehr, ob das gut ist, könnte man lange diskutieren…)
Ein Blick in den durch und durch christlichen und fremdenverkehrsorientiert-bäuerlichen Nachbarort Altmünster zeigt jedenfalls auf erfrischende Weise: Es geht! Da liegen tatsächlich ÖVP und SPÖ bzw. der amtierende Bürgermeister Schobesberger und die SP-Kandatin Frau Feichtinger Kopf an Kopf.
Hätte das jemand vor der Wahl prognostiziert, hätte ich ihn gefragt, ober er was geraucht hat, oder auf was er sonst gerade ist …
Dennoch: wenn der/die Spitzenkandidat/die Kandidatin gut ankommt und die andere Partie schwächelt, ist das sichtlich möglich! Noch erfrischender bei einer Wahl, wo landesweit die SP zu gunsten der FP abgesandelt ist!. Also! Keine faulen Ausreden mehr, liebes SP-Team!

Geschätzter Traunseewiener!
Der Auftritt der SP-Altmünster ist auch mir sehr positiv aufgefallen und hat mich erfreut.
Was das „Bürgerliche“ betrifft, schreibe ich ohnehin, daß dieser Begriff längst ad absurdum geführt ist. Ich halte es da mit Bernstein, der einst als „Revisionist“ abgekanzelt worden ist. Er hatte historisch recht: die Aufgabe der Sozialdemokratie war und ist es, aus Proletariern, aus Entrechteten und Armen Bürger zu machen, im Sinne von „citoyen“ und nicht von „bourgeois“.

Das ist eine Daueraufgabe, denn es wachsen immer wieder neue Schichten heran, die als citoyens in unserer Gesellschaft nicht vorkommen. Das „neoliberale“ (ein eigentlich falscher Begriff, es ist Paläo-Liberalismus) System erzeugt immer neue Armutswellen, auch in Europa, auch hier in Österreich. Seien es Flüchtlinge, Asylanten, Alleinerziehende, Prekäre oder gar – wie in Italien und Spanien, aber auch in Rumänien oder Polen – echte Sklavenarbeiter. Die EU und die Sozialdemokratie schauen zu. Die Sozialdemokratie wird sich wieder auch dieser Menschen annehmen und gleichzeitig das Absacken des Mittelstandes verhindern müssen. Das sozialdemokratische Projekt – ich kann es nicht oft genug wiederholen – war immer ein Bündnis von „Armen“ und dem Mittelstand. Man holte die Armen aus der Armut und schützte den Mittelstand vor der Pauperisierung. Dieser Gedanke ist völlig verloren gegangen.

Dieses Projekt war nie ein einfaches. Man denke an die ausgebeuteten bömischen Ziegelarbeiter in Wien („Zieglbehm“). Es gab eine massive Stimmung gegen die zugereisten Böhmen in Wien. Das ging bis hin zur rassistischer Hetze auch innerhalb der SDAPÖ (der schlimmste Spruch war: „Schau, trau, wem, nur kan Judn und kan Behm!“). Sie waren nicht integriert, siedelten im zehnten Wiener Gemeindebezirk (Favoriten), hatten dort ihre eigenen Einrichtungen (letzter Zeuge ist der „Böhmische Prater“ in Favoriten). Trotzdem gelang der Sozialdemokratie der Spagat. Heute findet sich die tschechische Zuwanderung nicht nur im Wiener Telefonbuch als „typische Wiener Namen“, sondern auch in der FPÖ kann man an den Namen die „behmischen“ Vorfahren nicht wenige ihrer Funktionäre als Menschen mit Migrationshintergrund erkennen. Mag die Migration auch schon einige Zeit zurückliegen.
Das Ziel der Sozialdemokratie muss es sein, eine bürgerliche Partei zu sein, die Partei der citoyens und der citoyennes. Das ist etwas ganz Anderes als die bürgerliche Bräsigkeit, die von der ÖVP und anderen angeblich bürgerlichen Gruppen ausgeht.
Mit besten Grüßen
Michael Amon


Zwischen Lachen und Weinen

Gastkommentar von Marge Lila

Lachen und Weinen liegen in Gmunden nahe beieinander

Ich weiß nicht recht, ob ich nach diesem Wahlsonntag lachen oder weinen soll. Da bin ich wirklich etwas zerrissen.

Zum Lachen ist mir schon. Das Ergebnis in Gmunden zeigt uns, dass die unzufriedenen Wähler nicht automatisch zur FPÖ laufen, wenn sie eine kluge Alternative haben. Das macht echt Hoffnung. Die B.I.G. hat das geschafft. Sie hat der FPÖ zwar nicht ihre Stammwähler abspenstig gemacht, aber sie hat den Veränderungswilligen ein respektables Angebot gemacht. Das Wahlergebnis beruhigt mich insofern, als in Gmunden klar wurde, der nationale Kern mit ca. 14 % ist da, aber er wird auch nicht größer. National gesinnte Wähler sind bei der FP beheimatet, alle anderen brauchen die FP nicht, wenn sie auf demokratischem Weg etwas verändern wollen. Da bin ich auf die Gmundner schon ziemlich stolz. Anscheinend sind wir bei dieser Wahl so etwas wie ein „gallisches Dorf“ gewesen.

Was mir allerdings schon ein einige bittere Tränen entlockt, ist die neuerliche absolute Mehrheit der ÖVP. Wer bitte ist wirklich davon überzeugt, dass diese ÖVP sich eine „Belohnung“ verdient hat? Es bekommt dieser Stadt ganz einfach nicht gut, mit absoluter Mehrheit der ÖVP regiert zu werden. Der Blick auf die Bilanz der letzten Jahre sagt ja alles. Können die Wähler keine Bilanzen lesen? Anscheinend.
Wieso bitte ist es SP, FP und den Grünen nicht gelungen ein paar Prozent vom schwarzen Riesen abzuknabbern? Wieso haben die drei Parteien keinen Wahlkampf geführt? Warum diese noble Zurückhaltung bei der Abrechnung mit den schwarzen Kapitalfehlern der letzten Jahre? Da war nichts zu hören. Es wurde nicht um diese Stimmen gekämpft. Wie gelähmt erschienen sie mir, die „Oppositionsparteien“. Der Bürgermeister hat sie mit seinen lächelnden Umarmungen erstickt und sie haben es willig zugelassen. Jetzt wehleidig auf die B.I.G. zu deuten und in deren 10% den Grund für ihren eigenen Misserfolg zu sehen, ist schon reichlich dumm. Die begründete Unzufriedenheit vieler Menschen war zu spüren. Aber eben nicht für Rot, Blau und Grün. Die haben zugunsten der Freundschaft mit dem Bürgermeister auf die Wähler vergessen. Blöd gelaufen. Dass die ÖVP immer im Taktieren etwas tricky ist, das haben die Herrschaften wieder einmal nicht bedacht.

Ein positiver Gedanke zum Schluss: die derzeit eher ratlosen Bundes- und Landespolitiker der ÖVP, SPÖ und der Grünen könnten von Gmunden etwas lernen – eine gute Alternative für veränderungswillige Wähler – dann gibt es kein “blaues Wunder”.

Ich glaube, dass der Wahlkampf der anderen Parteien einfach deshalb schwach war, weil sie alle miteinander bei vielen der Dummheiten mit dabei waren. In der Hotelsache kam es erst zu einem Umdenken, nachdem Gmundner Bürger auf eigene Kosten massiven Widerstand aufgebaut hatten und hier im Blog endlich Klartext geschrieben wurde. Bei der Regio waren SP und Grüne massiv mit dabei, die FPÖ hat (allerdings sehr, sehr bald) die Notbremse gezogen. Die SPÖ war immerhin schlau genug, bei der BM-Wahl gegen Krapf zu stimmen. Man kann schliesslich nicht gegen jemanden zur Wahl antreten, den man ein paar Monate davor noch selbst in die Funktion gewählt hat. Ein gravierender Fehler der Grünen, Krapf damals die Stimme zu geben. Die FP gab sich mit Stimmenthaltung zufrieden. Irgend wie waren alle froh, dass Köppl weg war und mit Krapf ein „klasser Bursch“ ans Ruder kam. Aber wie das so ist: „klasser Bursch“ ist keine politische Kategorie. Die ÖVP hatte den absoluten Willen zur Macht. Der war bei FP, SP und Grünen nicht zu erkennen. Auf diese Art kann man eben keine Wahl gewinnen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


„Leistungen“ der Grünen

Ein Gastkommentar von Hans Heidinger

Frage: Welche Leistungen der GRÜNEN in Gmunden(!) hätten es sich verdient, dass man diese Partei wählt?
Mir fällt nach langem Nachdenken eigentlich nur ein, dass sie im Jahr 2011 auf den “Anti-Lacus-Felix-Zug” aufgesprungen sind – etwas früher wie FPÖ und SPÖ – nachdem die Vorarbeit von einigen BürgerInnen mit erheblichem privaten finanziellen Aufwand geleistet wurde.Diese finden sich nun in den Reihen der B.I.G. wieder. Warum wohl?
Die damalige Initiative mit der Korruptionsstaatsanwaltschaft war sicher OK und hätte 1:1 beim Zugprojekt wiederholt werden können.
Ansonsten fällt mir eigentlich nur noch die Aussage vom “Info-Erich” , genannt auch “rosenkavalier”, ein, der die BürgerInnen aufgefordert hat, wenn sie etwas über das Wahnsinnsprojekt SRT wissen wollen, dann sollen sie gefälligst von selbst kommen.
Und sonst? Oh, bald hätte ich´s vergessen: Die Propagandafotos vom “Masten-Otto”!
Aufnahmen aus Großstädten wie Augsburg, Montpellier, Straßburg… um den Gmundnern zu zeigen, wie sich das Wahnsinnsprojekt SRT in der Innenstadt verwirklichen lassen wird. Dabei könnte ich mir vorstellen, dass er aus seinem Beruf heraus schon einmal was von “Photoshop” gehört haben sollte.
Das war´s dann wohl!


SPÖ-Gmunden

Ein Gastkommentar von Hugo von Wald und See

Der Herr Vize Bürgermeister Dr. Dickinger hätte doch ein paar gebildete Leute in seiner Nähe dulden sollen, dann wäre das Ergebnis nicht so schlecht ausgefallen.Wenn er dazulernt und das Team vom Niveau her verbessert, wird es schon wieder werden. Der Verkehrsstadtrat hat sich mit der StVO wirklich nicht auseinandersetzt. Wenn sie sich ein bisserl zusammengerissen hätten, wären die Verluste nicht so groß gewesen. Der Verkehrsstadtrat hat dem Anschein nach nur die Interessen der ÖVP vertreten. Nicht aber die der kleinen Leute. Er hat auch von der ÖVP viel Lob bekommen. Seine sogenannten Sprüche (Zitate) haben auch nicht jedermann gefallen. Wäre besser, diesen Mann in Pension zu schicken. Der Bürger würde sich freuen. Für die SPÖ wäre es das Beste. Der hat beim Stimmenverlieren fleißig Beiträge geleistet, sonst nichts.


Abstrafung

Gastkommentar von Gerechtigkeitsliebende Gmundnerinnen und Gmundner

Hallo liebe Gmundl Leser!
Wir freuen uns, daß die SPÖ-Gmunden Stadt abgestraft wurde vom Wähler.
In der Praxis ist es so, daß die Bezirksvorsitzende bei ihren Gmundenbesuchen
von den Funktionären vermutlich beraten wird, ob Leute zu grüssen sind oder nicht. Falls man einem der Stadtfunktionäre nicht zu Gesicht steht, grüsst auch die Bezirksvorsitzende nicht. Für die Abghobenheit und das Ignorieren von Wählern haben sie jetzt den Lohn bekommen. Offensichtlich gehts mehreren so.
Die Umgangsformen der Stadtfunktionäre sind ja auch nicht die besten.
Schönen Tag!


Wer zahlt die Zeche?

Ein Gastkommentar von Besorgte Gmundner

Dass die ÖVP so viele Stimmen bekommen, haben die Wähler entschieden.
Die Ernte werden sie in den nächsten Jahren einfahren, die Wähler.
Steuererhöhung wegen Misswirtschaft, sinnlose Projekte werden die Steuerzahler bezahlen müssen. Die ÖVP wird es nicht zahlen die werden nur kassieren. Mit Bürgernähe wird es gleich wieder vorbei sein. Ignoranz wird herrschen.
Die SPÖ-Gmunden hat für ihre Abgehobenheit bezahlen müssen.
Bürgeranfragen an die Gmundner Partei und auch an die Landespartei werden
nie beantwortet. Man will einfach nicht mit kleinen Bürgern, die Probleme bei der SPÖ vorbringen, schriftlich verkehren. Auch mündlich nicht. Jetzt haben sie die Ernte!!!!!!!! Die SPÖ hat in Gmunden ja ein Superteam! Nur weiter so! Bravo!!!!
Die FPÖ hat auch keine Leistungen vorzuweisen, darum keine Verbesserungen durch Wählergunst!
Die BIG wird jetzt beweisen müssen, dass sie die Frustwähler zufriedenstellen kann.
Die Grünen haben viele gute Projekte und auch Leistungen, siehe Hotel, vorzuweisen. Sind aber etwas weltfremd bezüglich Innenstadtverkehr. Es will kein Gmundner mit der Strassenbahn ins Zentrum fahren. In Wahrheit wollen alle mit dem PKW ins Zentrum.
Umdenken, Gratisparkplätze schaffen, dann geht was weiter.
LG
Besorgte Gmundner


Wahlbeteiligung?

Ein Einserkasterl von Zweifler

Noch nie habe ich so viele Menschen bei unserem Wahllokal gesehen.
Wirklich zahlreich waren die Gmunderinnen und Gmundner meiner Meinung nach wählen.
Erkläre mir dann bitte jemand, warum Gmunden dann nur eine Wahlbeteiligung von 73% hat, geringer als 2009 (76,2%). Der Landesschnitt lag bei 81,6%.
Kann es sein dass wirklich der WÄHLER weniger wichtig ist als der ZÄHLER?


Hofer_nachderWahl


 

Wunder über Wunder
28. September 2015

Heute:
Babsy und die Wahl-Drinks

Gastkommentar von Michael Amon zum Wahlausgang
GK von Zuwanderer
Einserkasterl von Robert

Liebe Leserleins!

Ihrer Babsy ist sauschlecht, und sie könnte jeden Moment auf die Liste mit den Wahlergebnissen kotzen.
Kein Wunder. Zuerst habe ich nach den ersten lokalen Zahlen eine Hard Black Mamba (4 cl Wodka, 4 cl Bananennektar) gekippt, dann einen Red Desaster (4 cl Gin, 1 halber Kaffeelöffel Himbeersirup), danach ein Longdrinkglaserl Death of the Green Monster (4 cl Gin, 2 cl Minttu 50 % [finn. Pfefferminzschnaps], 1 cl Ananassaft). Dann habe ich mir noch einen Blue Shit (4 cl Rum weiss, 4 cl Traubensaft weiss, 2 cl Blue Curaçao, 8 cl Tonic) gemixt und tapfer runterschluckt. Nutzt ja nichts. Da müssen wir jetzt durch, sechs Jahre lang. Sechs lange Jahre. Ihre Basy fühlt sich jetzt sowas von mies. Kann nur am Alk liegen. Woran sonst?
Meinen UHU-Vorrat muss der Anschober gefunden und geplündert haben. Sein Landesrat-Sesserl hat er behalten und darf weiter drauf kleben und tatenlos herumlungern. Er hat nur das Pech, dass es sich mit der ÖVP nicht mehr ausgeht. Die wird ihn mitsamt seinem Sesserl vor die Tür stellen. Aber Rudi Ratlos hat gleich am Wahlabend versucht, eine schwarz-rot-grüne Koalition zu initiieren. Erstens politisch ein Unsinn, denn bei schwarz-rot wird er nicht gebraucht. Zweitens wäre eine solche Koalition die Vorbereitung eines sicheren Wahlsiegs der FP in sechs Jahren. Der Haimbuchner hat ja auch schon am Wahlabend gejammert: „alle gegen uns“.

Ihre Babsy fühlt sich jedenfalls unglaublich schlecht. Dabei könnten wir stolz und wohlauf sein. Auf Landesebene sind wir mit unserer Voraussage ziemlich gut gelegen:
ÖVP 36 %, FPÖ 31 %, SPÖ 17 %, Grüne 9,5 %.
Auch bei den Landesräten lagen wir verdammt genau mit den von uns als die wahrscheinlichste Variante präsentierten Zahlen: ÖVP 4, FPÖ 3, SPÖ 1, Grüne 1 (wobei wir offen ließen, ob ein Mandat zwischen ÖVP, Grünen und SPÖ herumgeistert, also ÖVP 3-4, SPÖ 1-2, Grüne 0-1).
Was die Gemeinderatswahl in Gmunden betrifft, war unsere Schätzung einersits extrem gut, andererseits voll daneben. In Zahlen:
ÖVP     35 %  (- 12,7 %)
SPÖ     14 %   (-   7,7 %)
FPÖ     24 %  (+ 10,0 %)
Grüne 13 %  (+   0,8 %)
BIG      11%   (+ 11,0 %)
Neos      2 % (+   2,0 %)
Löcker   1 %  (-   1,8 %)

Also: den Totalabsturz der SPÖ hatten wir auf dem Radar, der war real sogar noch ein wenig schlimmer. Die BIG haben wir ebenso punktgenau getroffen wie Neos und Löcker. Den Nichteinzug in den GR der beiden letztgenannten haben wir ebenso klar prognostiziert, wie das Stadtratsmandat für die BIG.
Völlig falsch lagen wir bei Grünen, FP und VP. Warum, ist schwer zu erklären. Das schlechte Abschneiden der Grünen bei der GR-Wahl ist kaum nachzuvollziehen, da die Grünen bei der LT-Wahl in Gmunden sogar vor der SP zu liegen kamen und rund 50 % mehr Stimmen bekamen als bei der GR-Wahl. Wir rätseln noch. Auch dass Sperrer, ein idealer BM-Kandidat, noch unter den Stimmen seiner Partei blieb (ein Schicksal auch der BM-Kandidaten von SP und FP), ist unverständlich. Das schlechte Abschneiden von Dickinger dagegen ist nicht nur nachvollziehbar, sondern war vorhersehbar. Der Versuch, mit Krapf in einen Familien- und Jugendlichkeits-Wettbewerb zu treten, konnte nur schief gehen. Gegenüber der letzten Wahl mehr als die Hälfte der Stimmen bei der BM-Wahl zu verlieren, spricht nicht dafür, dass er in seiner Funktion als Vizebürgermeister eine besonders gelungene Vorstellung geliefert hat. Das kann man nicht mit Vorgängen ausserhalb Gmundens erklären. Das ist hausgemacht und selbstverschuldet. Die SPÖ hätte eine ebenso radikale Erneuerung riskieren müssen wie die ÖVP. Aber da war eingefahrenes Funktionärsdenken im Weg. Auch das hier oft beschriebene Glaubwürdigkeitsproblem Dickingers hat sich jetzt manifestiert.

Wir waren bei den Zahlen für die FP sehr, sehr vorsichtig. Die angesetzten Parameter ging ohnehin davon aus, dass die örtliche FP nur etwas mehr als die Hälfte des Sogs vom Land in die Stadt mitnehmen könnte. Tatsächlich konnte die Gmundner FP ihr Ergebnis nur unbedeutend erhöhen. Lag es an der wenig strahlkräftigen Spitzenkandidatin? Oder sollte in Gmunden die Flüchtlingsfrage nicht „gezogen“ haben? Dafür spricht einiges. Der Versuch der FPÖ, sich mit den Regio-Gegnern der BIG zu „matchen“, ist auch fehlgeschlagen. Man nahm der FP nicht ab, dass sie der ÖVP nicht die Mauer machen würde.

Die ÖVP muss einiges richtig gemacht haben. Obwohl es völlig unverständlich ist, dass eine Partei, die zwölf Jahre lang, die letzten sechs Jahre geradezu exzessiv, Mist gebaut hat, von den Wählerleins mit einem Stimmen- und Mandatszuwachs belohnt wird und ihren BM-Kandidaten mit einer fulminanten Zweidrittel-Mehrheit im ersten Wahlgang durchbringt. Praktisch alle sind davon ausgegagen, dass die absolute Mehrheit der ÖVP weg ist, dass sie sich nicht vom Landestrend abkoppeln kann. Mehr noch: aufgrund der miesen Köppl-Bilanz sogar schlechter als das Land abschneiden werde. Fehlannahme! War es Strahlemann Krapf, der den Leuten imponierte? Oder hat seine konsequente und klare Haltung in der Flüchtlingsfrage (die er trotz starken Gegenwinds innerhalb seiner Partei durchhielt) imponiert? Da gab es kein Wackeln und Taktieren, sondern eine klare Aussage, wo es lang geht. Denn es ist vor allem das Herumgewackel von Bundesregierung und den Landespolitikern in dieser Frage (Pühringer und Entholzer haben mehrmals die Linie gewechselt, Anschober war sehr verhalten in seinen Stellungnahmen), das die Wähler verunsichert, ihre Ängste verstärkt und die Leute der FP in die Hände treibt. Man kann ja nicht gerade behaupten, dass Haimbuchner ein „Hero“ wäre, der vor Charisma nur so trieft.

Die Tatsache, dass Krapf auch im Gemeindeamt bei den Beamten für Gefühle der Befreiung nach den drückenden Köppl-Jahren gesorgt hat, kann auch mit gespielt haben. Man hat ihm den totalen Kurswechsel geglaubt und seinen Lehrvertrag verlängert. Da kann man nicht daran rütteln. Wir hätten uns eine deutlich geschwächte ÖVP gewünscht, um sicher zu stellen, dass nicht wieder die alte Arroganz einreissen wird. Man wird Krapf daran zu messen haben,m ob er ausgestattet mit dem Vertrauen der Bürgerleins die ÖVP-Hardliner unter Kontrolle halten und zurückdrängen kann. Man wird auch erst sehen, ob so schaurige Polit-Gespenster wie John weiterhin als grosse Wortführer agieren können.

Nach der Papierform hätte die ÖVP abgestraft werden müssen. Dank Krapf und einer nicht ungeschickten Wahlwerbung, die einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit verprach, konnte das erwartete Debakel verhindert werden. Die Leute haben Krapf abgenommen, dass er es ernst meint mit dem Kurswechsel. Er erhielt die erbetene Chance. Wir werden kritisch beäugen, was er aus dieser Chance macht.

Die BIG hat den erwarteten Sieg eingefahren. Man wird sehen, ob sie jetzt ernst macht und nicht nur eine Spezialtruppe der ÖVP zur FP-Abwehr war, wie manche (wir nicht ) unterstellen. Auch wird man sehen, wie die BIG nun mit der Regio umgehen wird. Das kann noch spannend werden.

Über weitere Aspekte des Wahlergebnisses und sein Zustandekommen heute wieder ein Gastkommentar von Michael Amon.

Jetzt brauch ich zuerst einen Liter Mineral, und dann schütt ich mich im Freundeskreis zu. An manchen Tagen ist es besser, nicht mit klarem Kopf ins Bett zu gehen. Zum Glück sind solche Wahlen nur alle sechs Jahre, auch wenn es demokratiepolitisch ein Irrsinn ist.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Résumé

Gastkommentar von Michael Amon

Zuerst ein paar allgemeine Worte zum Wahlausgang.
Die jetzt gefundene „Sprachregelung“, man sei nicht selbst schuld am Wahlausgang, sondern Wien und Brüssel, die den Flüchtlingsstrom nicht beherrscht haben, ist eine plumpe Ausrede. Es stimmt schon, daß das Flüchtlingsthema viele Diskussionen und Gespräche der letzten Wochen dominiert hat. Aber die Frage, ob dieses Thema dominiert hat, ist die falsche Frage. Die entscheidende Frage lautet: warum konnte es die Diskussion derart dominieren? Weil soviele andere Probleme sich aufgestaut haben: Angst um den Arbeitsplatz, Abstiegsängste und, ja, auch Angst vor dem Fremden und Unbekannten. Auch war die OÖ-Wirtschaftspolitik der ÖVP (die Grünen gab es nicht, die waren Beiwagerl) in den letzten Jahren wenig erfolgreich. Dazu Filz, viele falsche Entscheidungen und das Gefühl der Menschen, daß nach der Wahl die finanziellen Probleme offenkundig werden. Ich habe die tieferen Gründe für das Wahlverhalten der Menschen schon am Samstag hier im Blog beschrieben. Der Wahlsonntag hat meine Sicht der Dinge bestätigt.

Aber nun zum lokalen Donnerwetter, das etwas anders ausgefallen ist, als von den meisten – auch in der ÖVP – erwartet worden ist.
Natürlich kommt man sich ein wenig dumm vor, wenn man am Samstag noch überlegt hat, wer der geeignetste Gegen-Kandidat sein könnte, um Krapf im zweiten Wahlgang zu schlagen. Dass ich Krapf im zweiten Wahlgang für den Favoriten gehalten habe, war klar ersichtlich. Ich hielt es zwar für möglich, dass Krapf schon im ersten Wahlgang gewinnt, aber hielt es gleichzeitig für wenig wahrscheinlich. Wenn, dann ging ich von einem knappen Überschreiten der 50 %-Marke aus. Da lag ich um fast 50 % daneben. So kann man sich irren. Im Prinzip hatte ich eine sehr ähnliche Einschätzung wie das Team Gmundl.

Man wundert sich freilich, daß die vergurkten Jahre der Köppl-Zeit so gar keinen Niederschlag im Wahlergebnis gefunden haben. Gmunden steht vor riesigen Budget-Problemen, die Frage der Regio spaltet die Bevölkerung, ebenso all die noch kommenden Hotel-Projekte, insbesondere die auf der Toskana. Der Niedergang der Innenstadt wird weitergehen (auch dank Regio-Baustelle), ob die fertige Regio die Erwartungen in Hinsicht auf einen Aufschwung der Innenstadt erfüllt, darf man mit gutem Grund bezweifeln. Denn es herrschen falsche Ideen vor, die mehr mit Romantik als mit der Realität zu tun haben. Wo sollen denn die Leute herkommen, die täglich und rund ums Jahr flanierend und einkaufend, diverse Dienstleistungen genießend die Stadt mit Leben erfüllen? Die Regio wird sie wohl nicht herankarren, nicht aus Gschwandt und nicht aus Vorchdorf. Wenn die Innenstadtkaufleute recht mit ihrer Ansicht haben, daß die Frequenz zu gering ist, um eine Fußgänger-Zone zu ermöglichen und zu rechtfertigen, dann gilt das für jede Form der Innenstadt“belebung“. Der eigentliche Skandal der Köppl-Jahre ist, daß man dutzende Millionen Schulden angehäuft hat, obwohl gleichzeitig städtisches (=öffentliches) Vermögen versilbert worden ist, und jetzt ist von all dem Geld nichts zu sehen außer der Schuldenberge. Könnte man die neben dem Traunstein aufhäufen, ergäben sich interessante touristische Möglichkeiten, die tatsächlich eine Konkurrenz zu den Schweizer Hochalpen darstellen würden. Daß die ÖVP dafür nicht abgestraft worden ist, bleibt unverständlich und muß zu einem großen Teil mit der Schwäche der Gegner erklärt werden, dazu der Glücksgriff mit Krapf.

Ich habe immer und in vielen Gesprächen davor gewarnt, Krapf zu unterschätzen (und bekam dafür auch von manchem Gmundl-Poster „Prügel“). Er ist in den Vereinen (vor allem den Sportvereinen) gut verankert und angesehen. Diese Vereine spielen in Gmunden noch immer eine große Rolle. Wer dort gut unterwegs ist, hat einen Riesenvorteil. Krapf hat einen frischen Wind in die ÖVP gebracht, die Leute hatten das Gefühl, da bewege sich etwas. Die SPÖ dagegen sieht da ziemlich schlecht aus, ihre Vorfeldvereine zerbrösen entweder oder sind längst nicht mehr so eng mit der SP verknüpft, dass hier ein „Mehrwert“ lukrierbar wäre. Die einstigen drei Standbeine der „Arbeiterbewegung“ sind nur noch Schatten ihrer selbst oder tot: der Konsum – pleite, dead and gone. Die Gewerkschaft: retro, stark bei Beamten, im Handel nicht existent, das Themen „Prekäre“ und hohe Arbeitslosigkeitwurden  verschlafen. Die Partei: inhaltlich, ideell und personell ausgezehrt. Gegen den beschworenen Erneuerungs-Furor der ÖVP sah und sieht die SPÖ alt aus.

Während Krapf und die ÖVP auf vollen Touren liefen, hat die SPÖ teilweise nur noch mitleiderregend agiert. Wenn man von der Truppe der Jungen Generation absieht, war das eine Schlafwagenpartie. Ein total mißlungenes Plakat (zu einem zweiten reichte es in der Bezirkshauptstadt scheinbar nicht mehr) mit einem austauschbaren Slogan, der bildlich nicht einmal umgesetzt worden ist, war eine schwache Ansage. Mit einer augenscheinlich in letzter Sekunde irgendwie noch hingetrimmten Wahlbroschüre drei oder vier Tage vor der Wahl endlich in den Haushalten zu sein, ist vergeudetes Geld, nachdem man sechs Jahre lang überhaupt keine Zeitung produziert und damit die Kommunikation mit den eigenen Mitgliedern und der potentiellen Wählerschaft insgesamt eingestellt hatte. War schon der Landtagswahlkampf der SP schwach, so schaffte es die Gmundner SP, das noch zu unterbieten. Da gibt es nichts zu beschönigen. Wem die Stunde schlägt … Vizebürgermeister: weg. Ein Stadtratsmandat weg. Neustarter BIG fast so stark wie die SPÖ.
Die SPÖ ist in dieser Form und mit der momentanen Zusammensetzung der Führungstruppe auf dem Weg zur endgültigen Marginalisierung. Die Abschottung von den eigenen Mitgliedern hat sich jetzt gerächt. Daß man mit dem unglückseligen (um nicht zu sagen grenzwertigen) Verhalten in Fragen Pinsdorfer Bahnunterführung auch noch den Genossen in Pinsdorf ein faules Ei gelegt hat (von wegen Solidarität!), das diese wahrscheinlich den BM-Posten kosten wird, ist dann noch die Draufgabe. Wen wundert es, dass die Gmundner SPÖ innerhalb des Bezirks als teilweise verhaltensoriginell empfunden wird?

Es rächte sich auch, dass man die Partei in den letzten Jahren extrem auf einen kleinen Kreis ähnlich tickender Menschen verengt hatte. Wer in diesen Kreis „mental“ nicht hineinpasste, wurde ferngehalten oder – siehe Kammerhofer – rausgeekelt. Andere gingen, weil sie sich nicht mehr wohl fühlten. Viele Jahre Inzucht rächen sich. Da nützt es nichts, in den letzten Wochen ein paar „Junge“ auf die Kandidatenliste zu schreiben und das Alter der Gegenkandidaten zu betonen. Zuviele Leute sind in der „Ära“ Dickinger frustriert ins innere Exil geflüchtet. Dickinger wollte das nicht wahrhaben. Die Diskrepanz zwischen realer Politik und dem Anspruch auf Transparenz und Bürgernähe war nicht überbrückbar und für jeden und jede, die bzw. der keine Parteischeuklappen trägt, erkennbar. Auch die Differenz zwischen Selbstwahrnehmung und Außenwirkung wurde immer krasser, um nicht zu sagen: immer grotesker.

Dazu kommt, dass Dickinger auf dem falschen Fuß erwischt worden ist. Seine Strategie war offenkundig die, mittels der „Allianz für Gmunden“ eine Plattform für die Wahl zu schmieden. Er gab sich lange der Illusion hin, bei den kommenden Wahlen der gemeinsame BM-Kandidat dieser Allianz werden zu können. Daß dies eine völlg unrealistische Idee ist, hat er nicht hören wollen. Skeptiker, die der Ansicht waren, daß eine Wahl-Allianz von FP, Grünen, SP und Stadtliste völlig unmöglich ist, wurden nicht ernst genommen. Die Allianz platzte noch vor dem Rücktritt Köppls, da die FP nicht mehr mitmachte. Aber das war egal: die Grünen hätten nie mit der FP gemeinsame Sache in der BM-Frage gemacht. Das konnte man wissen.

Etwas schwerer zu verstehen ist die deutliche Niederlage der Grünen in Gmunden. Auf Landesebene haben sie in Gmunden deutlich besser abgeschnitten als bei der GR-Wahl, lagen sogar vor der SPÖ. Hier kann man nur Vermutungen anstellen. Der an sich originelle Wahlkampf und die gute Stimmung in der Kerntruppe konnte nicht auf die potentielle Wählerschaft übertragen werden. Das Thema Korruption ist offensichtlich kein „Wahlschlager“. Siehe auch FPÖ, die mit dem 20 Milliarden-Hypo-Debakel im Rucksack von Wahlsieg zu Wahlsieg eilt. Der Einsatz der Grünen in dieser Frage hat sich nicht gelohnt.
Die gute Stimmung der Kernmannschaft wurde mit der Stimmung bei den Wählern verwechselt. Die Kampagne war originell und professionell gemacht. Sie hat aber nicht gegriffen. Zwei Gründe bieten sich an: die Regio kommt auch beim Grün-Publikum nicht so gut an, ein Teil der Grünen wählte deshalb die BIG. Dazu kommt das wenig elegante Handling des Abgangs von Frau Rumpf, die eine der profiliertesten Grünen in Gmunden war und ihr eigenes Publikum hatte. Auch das hat Stimmen gekostet. Ob die doch recht merkwürdigen „put the fun between your legs“-Bemerkungen von Kienesberger (denen weder eine Entschuldigung noch ein Erklärungsversuch folgten) nicht auch noch ein paar grüngestimmte Damen verschreckt haben, weiß ich nicht, aber es ist denkbar.

Wie die Wählerströme in Gmunden wirklich verlaufen sind, kann man nicht sagen. Rein rechnerisch könnte man konstatieren: Löcker-Stimmen zur ÖVP, BZÖ teils zu BIG, teils zu FP. SP- und Grün-Stimmen zur BIG. Die Trennung in bürgerliches und nichtbürgerliches Lager (wie sie am Wochenende in den OÖN für Gmunden vorgenommen wurde) ist völlig sinnlos und erhellt nichts. Gmunden ist eine durch und durch bürgerliche Stadt. Angesichts einer FP, die in OÖ von 61 % der Arbeiter gewählt worden ist, führt sich der Begriff „bürgerlich“ ad absurdum. Auch wenn also die BIG von ihrer Genesis her eine „bürgerliche“ Gruppierung ist, besagt das gar nichts, weil der Begriff nichts mehr besagt. Es ist wohl die Vermutung zulässig, daß die BIG von roten und grünen Regio-Gegnern, deren es nicht so wenige gibt, ebenso gewählt worden ist wie von Leuten, denen mehr Demokratie, Mitsprache und Kontrolle ein Anliegen ist. Die BIG wird sich daran messen lassen müssen, ob es ihr gelingt, die Verhältnisse in Gmunden etwas durchsichtiger zu machen.

Der überraschende und überraschend deutliche Sieg von Krapf gibt ihm eine enorm große Legitimation auch innerhalb seiner Partei. Er wird nun all die Versprechungen, die man den Menschen gemacht hat, auch umsetzen müssen. Es wird sich zeigen, ob er die Kraft und den Willen hat, seine Partei aus der Umklammerung durch Seilschaften und Cliquen zu lösen, ob er es schafft, die unglückselige Verquickung von Politik und privaten Wirtschaftsinteressen zu beenden. Eine Verquickung, die so gut wie nie dem Wohl der Stadt diente.


Verweigere Gmunden

Ein Gastkommentar von Zuwanderer

Ich bin vor einem Jahr hierher nach Gmunden gezogen. Bin politsch interessiert, habe mich darum ein wenig in der Parteienlandschaft umgesehen und schlau gemacht. Bin dabei auch auf euren Blog gestoßen, den ich seither mit großen Interesse verfolge!
Zur heutigen Wahl nur soviel:
Wenn eine Partei, die die letzten 6 Jahre eine Stadt finanziell und auch das Image an die Wand fährt, wiedergewählt wird und sogar dazugewinnt, dann hinterfrage ich zuerst das Motiv dieser Wahnsinnstat und da ich keines finden kann, muss ich wohl, ganz provokant, aber doch vorsichtig formuliert, den “Hausverstand” der Gmundner Bürger in Frage stellen!?
Ihr habt diese absulute Alleinherrschaft dieser Partei die nächsten sechs Jahre “WIRKLICH VERDIENT”!
Grußlos
PS: Ich weigere mich ein Gmundner zu werden, zumindest die nächsten 6 Jahre!


Hochrechnung

Ganz kurzes Einserkasterl von Robert

Gratuliere, aus der Hochrechnung zeichnet sich ab, dass ihr das Wahlergebnisses für den Landtag ziemlich genau vorausgesagt habt. Bin gespannt, ob ihr beim Ergebnis für Gmunden ähnlich gut liegt.

Danke! Beim zweiten Ergebnis lagen wir soso lala!
Siehe, was ich weiter oben schreibe.Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


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Hier wiederholen wir ein satirisches Filmplakat, das wir im Jahr 2013 veröffentlicht haben. Es wurde leider von der Wirklichkeit eingeholt. Die ist manchmal grausamer als die härteste Satire.

Unrtergang_plakat_1


 

 

Die Stunde der Wahrheit
27. September 2015

Heute:
GK von Genosse Werner „möchte Gemeinderat werden“
GK von CountDown über „Wen wählen?“

Liebe Leserleins!

Heute schlägt die Stunde der Wahrheit. Was sind die Vorhersagen wert? Waren die Ängste mancher berechtigt? Wer wird abgeräumt, und wer stürmt nach vorn? Erleben wir unser blaues Wunder, oder kommen wir mit einem blauen Auge davon?

Wir als Team Gmundl geben keine Wahlempfehlung. Dazu schätzen wir die Intelligenz unserer Leserleins viel zu hoch ein. Die werden schon wissen, was zu tun ist. Die wollen auch nicht bevormundet werden. Nichts ist so lächerlich, wie die Personenkomitees, die Politiker oder Parteien anpreisen. Besonders lächerlich übrigenes jenes „Prominenten“sammelsurium, das die Gmundner ÖVP aufgetrieben hat zwecks Wahlempfehlung. Prominent nicht einmal in Gmunden.

Was Ihre Babsy im Wahlkampf diesmal total vermisst hat, war das Frühstückssemmerl, mit dem wir unter Köpl noch verwöhnt worden sind. Nur Krapferln gabs, wenn man reichtzeitig am richtigen Ort war. Aber wegen einem Krapferl gehe ich wirklich nicht zu einer Wahlversammlung. Auch den Dickingerschen Salzstreuer muss ich nicht haben. Nur so: was hat ein Salzstreuer mit Sozialdemokratie zu tun? War wohl ein Sonderangebot der Salinen. Aber gut, es soll mir recht sein, wenn man damit jemandem die Suppe versalzen kann.

Was wir abgeben, sind Nichtwahl-Empfehlungen, indem wir über die Schauderhaftigkeiten berichtet haben. Wer nochmals den Einheitsbrei wählt, ist selber schuld, wenn er dann wieder sechs Jahre Haferschleim auslöffeln darf. Ja, das Zeug schmeckt genau so grauenhaft, wie es klingt.

Wir werden uns bemühen, so bald als möglich auf das Ergebnis der heutigen Wahl zu reagieren. Vielleicht erweist der Schwarm sich doch wenigstens einmal als wirklich intelligent und jene, die uns viele Jahre verarscht haben, werden aus den Ämtern gejagt. Von Leuten, die wirklich die Interessen der Bürgerleins vertreten, ohne dass dabei die Humanität auf der Strecke bleibt, ohne dem Ressentiment eine Bresche zu schlagen.

Liebe Leserleins! Führt den Bleistift entschlossen und macht euer Kreuzerl ohne Zittern. Zwei schöne, gerade Stricherln, die sich kreuzen. Das Wichtigste: wählen gehen. Sagt das auch euren Freunden, Bekannten, der Familie. Die nächste Chance der Veränderung in Land und Gemeinden gibt es erst in sechs Jahren wieder. Ein demokratiepolitischer Skandal besonderer Art. Dazu hört man nichts, weil die Bonzokratie möglichst selten um ihre Sesserln zittern will. Also immer daran denken: was Sie, liebe Leserleins heute ankreuzen, werden Sie die nächsten Jahre nicht los!

Ihre Babsy wird erst auf den letzten Drücker wählen gehen. Ich will es auskosten, mein Kreuzerl. Den ganzen Tag werde ich davon träumen, wie mein Kreuzerl und das vieler Leserleins dazu führt, dass die Verhältnisse sich endlich einmal wirklich gründlich ändern.

Dann wird Ihre Babsy nach Hause rasen und auf die erste Hochrechnung warten. Links ein Glaserl Schampus, rechts ein Stamperl was Hartes, Vodka oder so. Damit ich für alle Wechselfälle des Lebens gewappnet bin. Schampus, wenn es gut läuft. Vodka, falls mir vom Wahlergebnis schlecht wird. Dann giesse ich mir eine Flasche rein, bis ich so blau bin, dass ich nix mehr seh und hör die nächsten paar Stunden. Ist aber nicht zur Nachahmung empfohlen, gell! Und mache sich niemand Sorgen um meinen Alkoholkonsum! Liebe Leserleins, macht euch lieber Sorgen um unser Land! Denn manche Wahlentscheidung mutet einen so richtig besoffen an.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Ich möchtert in den Gemeinderat

Ein Gastkommentar von Genosse Werner

Hallo liebe Gmundl Leser und natürlich liebes Gmundl Team!!!
Euer Blogg ist jetzt eine allseits anerkannte und wichtige Institution geworden.
Das ist gut so und macht Freude! Die Waschblatterl erscheinen teilweise nur alle paar Jahre und enthalten nur Selbstdarstellungen eines Einzigen.
Da ich ja SPÖ Mitglied bin, habe ich mitbekommen, das der Selbstdarsteller beim Lesen selbst über seine Darstellung rot wurde. Das ist für einen SPÖler nichts Schlechtes.
Jetzt möchte ich natürlich mich, ich bin der SPÖ Werner von Gmunden der gerne Gemeinderat werden möchte!!!! Gestern habe ich euch meinen Lebenslauf geschickt und gehofft, Unterstützung zu bekommen. Ich wollte es einfach schaffen. Mit allen Mitteln. Habe in der Nacht schlecht geschlafen und das Gefühl das die Gemeinderatssache nichts wird.
Ich lasse mir jetzt vor der Wahl den Frust aus und will euch einige Sachen mitteilen:
Der Ampel Karl, vermutlich meint ihr da den Mag. Kammerhofer, ist kein Ampel Karl, der ist ein Mobbing-Opfer! Ein Parteivertriebener, der seine politische Heimat verloren hat. Schuld ist der, der Hoch im Egg ist. Der Genosse Dickinger hat Bla Bla …

Ernst beiseite, ich bin, da ich ja nichts arbeite, natürlich den ganzen Tag am Erkunden. Jedenfalls persönlich wünsche ich den Herrn Mag. Kammerhofer viel Glück und Erfolg bei seinen neuen Freunden, die ihn mit Herz aufgenommen haben. Dank den Grünen! Ich selber habe das Gefühl, dass er viel weiterbringen wird. Schade, er hätte den Sozialdemokraten auch viel gebracht.
Ja der Kammerhofer setzt sich für gute Sachen ein und lässt sich nicht einschüchtern. Er wird für die Allgemeinheit Positives bewirken. Natürlich auch die BIG. Der Genosse Dickinger ist a gscheider Kopf, aber er duldet keine gebildeten Leute in seiner Nähe. Die könnte seine Arbeit ruini….?
Ich selber möchte ich ja nur ein Mitläufer sein. Ich selber hätte da über meinen Spezi erfahren, der, der Swingercluberfahrung hat. Dieser Genosse Spezi hat a Idee, wenn wir da die erfahrene Psychologin Ruth Westheimer gewinnen könnten. Diese hat an der Pariser Sorbonne studiert. Wäre eine Sexualtherapeutin,
Psychologin,und Sozioligin. Mit 87 Jahren hätte sie die Erfahrungen, die Gmundner SPÖ neu zu orientieren und zeitgerecht auszurichten.
Dass wir da vom Adeligenhaß wegkommen. Mehr Toleranz in der Partei gegenüber seinen eigenen Genossen, Meinungsfreiheit usw.
Natürlich wäre so eine Beratung kostspielig. Man könnte auch andere Spezialisten suchen, die wären eventuell billiger. Ich habe das Gefühl, wenn wir uns keinen Weisenrat zur Beratung leisten, geht die Stadtpartei unter.
Ich möchte der Retter der SPÖ Gmunden sein! Freundschaft!
Eine Trauerminute falls die Wahl verloren geht.
Euer SPÖ-Werner, der gerne Gemeinderat werden möchten möchte!!!!


Wen wählen?

Gastkommentar von CountDown

Wem kann man denn am Sonntag die Stimme ohne Bedenken geben?

ÖVP und SPÖ ganz sicher nicht. Denn was diese beiden Parteien an Schaden in Gmunden angerichtet haben, schlägt dem ohnehin schon leeren Fass den Boden aus.

Den Blauen in der Stadt sicher nicht!
Die FPÖ Gmunden war und ist Steigbügelhalter der alten und der „neuen” ÖVP Gmunden. Gerade in Sachen RegioZug betreibt die FPÖ nachweislich Wählertäuschung, wenn sie jetzt behauptet, „eh schon immer gegen den Zug gewesen zu sein”.

Zu den Grünen:
Welches „grüne Ross“ da von Herrn Sperrer und Co geritten wird, das hinter sich die ÖVP und SPÖ als Hauptakteure im drohenden ZUG-Projekt herzieht, entzieht sich jeder auch noch so genauen Analyse und hausverständlichen Vorstellungskraft.

Faktum ist, dass die Gmundner GRÜNEN diesen, ihren Hausverstand beim Wort „Öffi” abgegeben haben und sehenden Auges die Traunseestadt in ein Millionen-Desaster mit hinein reiten.

DAHER IST AUCH GRÜN (obwohl durchaus ein grünes Blättchen in meinen Gedanken an Symapthie spriesst), also sind die GRÜNEN ebensowenig wie die BLAUEN aus der Sicht der Verfasserin wählbar.

Bleibt nur mehr die B.I.G.:

Geben Sie heute dieser neuen politischen Kraft Ihre Stimme!

Es ist die einzige Chance, dass sich in Gmunden irgendetwas zum Besseren wendet.

Wir werden sehen, wie treu und in welchem Ausmaß die „traditionellen Stammwähler” von in erster Linie ÖVP, SPÖ und FPÖ und GRÜNEN auch heute den personellen und inhaltlichen Irrwitz ihrer Parteichefetagen der letzten Jahrzehnte wieder wählen werden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, und so kann man nur daran glauben, dass auch „gestandene“ ÖVPler, SPÖler, FPÖler und GRÜNE ihren Hobbypolitikern, die Gmunden GEMEINSAM IN DEN RUIN GEFÜHRT HABEN (38 bis 40 Millionen Euro Schuldenstand mit heute in der Stadt!!!) das Vertrauen entziehen. Dass sie mit ihrer Stimme FÜR DIE B.I.G., diesen „Altpolitikern” im Geiste und in der Tat den Weg aus dem Rathaus zeigen werden!


Wir müssen der ÖVP noch einmal einen Ruck geben! Unser vorläufig letztes Sujet aus der Reihe „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“. Aber keine Sorge, falls ein zweiter Wahlgang kommt …

oevp_plakat_krapfen_fuer_alle


wahl_karikatur_01

wahl_karikatur_02


Umbruch
26. September 2015

Heute:
Wahlbeobachtender Gastkommentar von Michael Amon
GK von Stefan Gärber über wirklich bewegende Themen
GK von AndyB über ein schlechtes Omen

GK von Unterseiner über Konzeptlosigkeit
Ganz kurzes Einserkasterl von gxxx und pxxx
GK von Werner der Gemeinderat werden möchtert
GK von Dagobert Zehschütz über Politeinkommen
Gastkommentar von Marge Lila über Feigheit
Lobender Gastkommentar von CountDown und Aufruf
Aufruf der Grünen an die Gmundl-Leserschaft

Liebe Leserleins!

Die Schlacht ist fast geschlagen. Wer auf dem Wahlkampfschlachtfeld liegen bleibt, entscheiden die Wählerleins. Ihr, liebe Wählerleins, geht bitte zahlreich wählen und geniesst diese paar Sekunden staatsbürgerlicher Macht. Die nächste Gelegenheit, die Landespolitik zu beeinflussen kommt er in sechs Jahren wieder. Also entscheidet klug, liebe Wählerleins. Lasst euch bitte nicht von Emotionen des Augenblicks leiten! Flüchtlingsströme fliessen, wie der Name sagt, vorbei. Das hat das Fliessen so an sich.

Mehr will Ihre Babsy heute nicht mitteilen. Es gibt auch so genug Lesestoff. Wir beginnen mit dem letzten Wahlbeobachtungskommentar von Michael Amon. Dann folgen weitere interessante und höchst kontroverse Beiträge. Mögen sie in die Überlegungen zur Wahlentscheidung mit einfliessen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Umbruch

Wahlbeobachtender Gastkommentar von Michael Amon

Nur Begleitmusik
Wenn man den Umfragen nur halbwegs glauben kann, dann wird der morgige Wahltag zu einem Umbruch in der Parteienlandschaft führen. Wie es aussieht, darf man die Tendenz der Umfragen ernst nehmen. Der enorme Aufschwung der FPÖ in den letzten Tagen mag zwar der Flüchtlingsproblematik geschuldet sein, aber der Stimmenzuwachs der FPÖ (auch auf nationaler Ebene) ist seit langer Zeit zu beobachten, der hat nicht erst vor vierzehn Tagen eingesetzt. Interessant auch, daß viele FPÖ-Wähler das Führungspersonal der Partei nicht an verantwortlicher Funktion werken sehen wollen. Es sind verzweifelte Proteststimmen, die vor allem die „Altparteien“ (zu denen eigentlich auch und gerade die FPÖ zählt!) abstrafen wollen, im Wissen, daß von der FPÖ keine Verbesserungen oder gar umsetzbare Vorschläge zu erwarten sind. Man will vor allem seine Ängste und die Unzufriedenheit demonstrieren. Das ist auch der Grund, warum der ÖVP-Wahlkampf immer mehr auf Pühringer eingeengt worden ist. Man weiß, daß die Menschen Pühringer einem Haimbuchner jederzeit vorziehen würden. Ob das Kalkül aufgeht, ist eine andere Frage. Die Macht der Bilder von Flüchtlingskolonnen ist enorm, deckt alle anderen Fragen zu. Da ist es egal, daß man dieses Problem auf Landesebene nicht lösen kann. Die Wählerschaft will offenbar Blut sehen, jetzt und hier.

Wenn SP-Entholzer jetzt beteuert, die Umfragen seinen nur Umfragen und oft falsch, hat er zwar recht, klingt aber trotzdem nach seinem Vorgänger Haider, der Gleiches von sich gab, und am Ende tatsächlich fulminant verlor. Es nützt auch kein Hinweis auf die falsche Vorhersage für die vorwöchige Wahl in Griechenland. Die Stimmung hierzulande ist eindeutig und fast mit den Händen zu greifen. Der Wahlkampf der SPÖ war wenig gelungen. Es war halt beispielsweise nicht besonders schlau, Haimbuchner als Rentenklau und sozialen Halsabschneider vorführen zu wollen, und dazu Zitate aus einem Buch zu verwenden, das er herausgegeben hat. Dumm gelaufen, denn die inkriminierten Stellen waren weder von ihm geschrieben noch Parteipositionen, sondern stammten aus Diskussionsbeiträgen von anderen Autoren. Eine aufgelegter Elfer für die FPÖ, die jetzt, kurz vor der Wahl, in ganzseitigen Inseraten die SPÖ als Verbreiterin von Lügen vorführt.

Aber all das ist nur Begleitmusik. Die Gründe für die momentane Entwicklung liegen viel tiefer. Man hat in den letzten zwanzig Jahren eine Ego-Gesellschaft geschaffen, den Leuten „bereichert euch“ eingehämmert, der ökonomische Zweck heilige jedes Mittel. Profitiert haben davon nicht die kleinen Leute und Mittelstand, sondern große Konzerne und mächtige Seilschaften in Wirtschaft und Politik (bis hinunter auf die kommunale Ebene). Deren Verhaltensweisen wurden immer skrupelloser, überschritten alle Grenzen. Das Vertrauen ins bestehende System sank dauerhaft. Ein Weltkonzern wie VW, der systematisch Gesetze bricht und seine Kunden betrügt und das dann auch noch zu vertuschen versucht. Dutzende Tote bei Unfällen, weil Auto-Konzerne ein paar Cent pro Auto sparen wollten. Ein Nationalbankchef, der Prüfberichte über die sich abzeichnende größte Pleite der Zweiten Republik nicht liest, nämlich die über die systemrelevante Hypo-Alpe-Adria. Er verweist darauf, die ÖNB hätte ohnehin nichts machen können, das sei eine Sache der Finanzmarktaufsicht. Dort saß er aber auch im Aufsichtsrat. Aber er war halt nirgendwo im Verteiler. Oder man denke an die globale Manipulation jenes Leitzinssatzes (LIBOR), der weltweit die Berechnungsgrundlage für Kreditzinsen ist. Die paar globalen Big-Player haben gnadenlos ihre Kundschaft abgezockt. Verbrecher im Nadelstreif umgeben uns. Die Politik schaut teils tatenlos zu, ist teils selbst involviert. Man nehme nur den Chef der EU-Kommission, der als Regierungschef von Luxemburg jene EU-widrigen Steueroasen schuf, die er nun untersuchen und beseitigen soll. Daß er vorige Woche bei einem Hearing stumm wie ein Fisch blieb und alle Verantwortung von sich wies, war nicht besonders vertrauensbildend aber bezeichnend für den Zustand der Institutionen und ihrer Repräsentanten.

Wir leben in einem System, das ich seit einiger Zeit als eines der „kollektiven Verantwortungslosigkeit“ bezeichne. Viele Menschen reagieren darauf nur noch mit Wut oder Trotz. Sie wählen FPÖ, nicht um etwas zu ändern, sondern um ihre Wut hinauszuschreien. An positive Änderungen glauben diese Menschen nicht mehr. Sie erwarten solche Änderungen von der FPÖ auch nicht, aber es tut gut, sich auf diese Art abzureagieren. (Deshalb ist diesen Leuten bei der Wahlentscheidung auch schnurz, daß es die FPÖ und Haider waren, die Milliarden verjuxen ließen.) Es nützt nichts, die FPÖ als unfähig und korrupt (siehe Vorgänge unter blau-schwarz) vorzuführen. Das wissen die Leute ohnehin, sie halten das ganze System für verrottet. Und leider muß man sagen: es ist verrottet. Die FPÖ ist nicht die Lösung, sondern ein Symptom.

Die FPÖ hat leichtes Spiel, sie setzt auf die Ängste der Leute und verstärkt sie bewußt. Das ist Teil ihrer Strategie. Da hilft es nichts, ihr Verhetzung vorzuwerfen. Damit trifft man nicht die FPÖ, sondern die Menschen. Die haben ihre nachvollziehbaren Ängste und fühlen sich nicht als Verhetzer, sondern selbst als Gehetzte. Der Vorwurf gegen die FPÖ, sie betreibe Hetze, kann noch so berechtigt sein, er hilft nicht weiter. Denn die Ängste bestehen fort und die Menschen beziehen diesen Vorwurf auf sich selbst. Denn sie fühlen tagtäglich die Verschlechterung der Lebensumstände, seit eineinhalb Jahrzehnten kaum Realeinkommenszuwächse, teilweise deutliche Rückgänge. Das alles bei steigenden Lebenshaltungskosten, unleistbaren Wohnungen etc. Der Mittelstand ist bedroht, das bißchen Wohlstandsgewinn, das die „kleinen Leute“ in den letzten Jahrzehnten bis Mitte der 1990er-Jahre verzeichnen konnten, erodiert. Sie erleben die EU und ihre Institutionen sowie die Regierung als einen Haufen korrupter und unfähiger Politiker, die noch dazu die Leute mit sinnlosen Vorschriften quälen, während für die „Großen“ zum Schaden der Menschen dereguliert wird. Im Rahmen der österreichischen „Anti-Sozialdumping-Gesetze“ wird eine unglaubliche Bürokratie geschaffen, die von den großen Firmen relativ einfach zu handhaben ist. Auf der Strecke bleiben die kleinen Betriebe, die sich im Dickicht immer undurchschaubarer Fallstricke verheddern. Während die Großen bewußt Gesetze brechen, sie wissen Horden von Anwälten und ihre eigenen Rechtsabteilungen hinter sich, ringen die Kleinen verzweifelt um ihre Existenz, wenn sie mit absurd hohen Strafen für irrtümlich begangene Fehler bestraft werden.

Vor diesem Hintergrund inszeniert die FPÖ sich als „soziale Heimatpartei“, beschwört (wie die nachhoppelnde ÖVP) das „Hoamatland“. Eine verlogene Heimatfolklore greift in einer immer unbegreifbarer werdenden Welt um sich. Die Menschen tanzen bei diesem Tanz auf dem Vulkan mit, um sich zu betäuben. Tief drinnen ahnen und fühlen sie, daß dieser Rückzug eine Selbsttäuschung ist, kein Problem löst, einen bloß auf das Vergessen und Akzeptieren der Umstände verweist. Aber man wiegt sich eine zeitlang in der Illusion, diese beinahe mittelalterliche Idylle könne zurückgeholt werden. Alles Fremde stört diese Illusion, macht zusätzlich Angst. Die Idylle ist letzten Endes keine und immer bedroht. Ein Zurück ins idealisierte Weltbild des Mittelalters (stabile Stadtkerne, örtlicher Handel und Handwerk florieren, die Regeln sind klar und einfach) gibt es aber nicht. Kann es nicht geben. Auch das wissen die Menschen tief in ihrem Inneren, und den Schmerz über die Unmöglichkeit, diese Idylle wieder zu erschaffen, prägt ihr politisches Verhalten. Natürlich bedarf es hier der Aufklärung im klassischen Sinn, im Sinne der Worte von Kant als „Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Dieser Ausweg ist aber auch nicht zum Nulltarif zu haben. Der erfordert Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, massives politisches Engagement für eine Änderung der Richtung des Mainstreams.

Wie sollen die Menschen das schaffen in einer Gesellschaft, die ihnen im Berufsleben immer mehr abfordert, die wenig Zeit für Ruhe und Nachdenklichkeit bietet? Eine Gesellschaft, in der man versucht, die Menschen mit Konsumräuschen und Idioten-TV zu betäuben? Eine Gesellschaft, in welcher der Techno-Lärm, seuchenhaft im öffentlichen Raum als „Event“ verbreitet, für Ruhe in den Gehirnen sorgt. Eine Gesellschaft, die immer mehr Akademiker züchtet und dabei gleichzeitig die Bildung abschafft? Wer sich mit 200 Beats in der Sekunde das Hirn wegdröhnt, ist meist denkunfähig. Nicht Nachdenken wird gefördert, sondern geistige Leere, begleitet vom Soundtrack des dumben Stampfens elektronisch generierter Töne oder vom Soundtrack volksverblödender „Volks“musik, die Versatzstücke moderner Rockmusik verwendet, sie ihres Tiefgangs entkleidet, und die Leute zum Schunkeln bringt, auf daß sie der Illusion erliegen, diese Flucht aus dem Alltag würde ihnen in irgendeiner Weise das Leben erleichtern.

Es ist diese Lebenssituation, mit der man die politischen Verwerfungen der Gegenwart erklären muß. Tiefgreifende Änderungen müssen von unten wachsen, von Leuten, die sich weder einschüchtern noch betäuben lassen. Das politische System und unser aller Wohlstand, und sei er noch so gering, steht auf der Kippe. Wahlergebnisse der zu erwartenden Art sind der äußere Ausdruck dieses Zustands.

Praktische Fragen
Ich möchte mich neben den grundsätzlichen Fragen heute auch noch mit einer ganz schlichten Frage beschäftigen: Wie schaut es mit der Wahl des Bürgermeisters in Gmunden aus?

Auf der ganz praktischen Ebene ist das vor Ort eine wichtige Entscheidung. Durch den bedauerlichen Verzicht der BIG auf eine/n eigene/n Kandidaten/in wird die Sache noch unübersichtlicher, als sie ohnehin schon war. Niemand kann genau sagen, ob Krapf ankommt, ob es ihm gelingt, das belastende Erbe von Köppl vor den Wählern abzuschütteln. Nach der Papierform müßte er trotz der großen, zu erwartenden Verluste der ÖVP in den zweiten Wahlgang kommen. Die große Frage ist: wer kandidiert gegen ihn, wer schafft es in den zweiten Wahlgang. (Ich gehe vom wahrscheinlichsten Fall aus, daß Krapf im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit aber die meisten Stimmen bekommt.)

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Kann Frau Enzmann den Schub Richtung FPÖ nutzen und diese Stimmen auch für sich lukrieren? Kann Dickinger deutlich besser abschneiden als seine Partei, denn nur dann hat er eine Chance, in den zweiten Wahlgang zu kommen? Gelingt dem Grünen Sperrer eine Überraschung? Auch er müßte weit über seine Partei hinaus Stimmen für den BM gewinnen.

Wenn man (wie ich) von einem fulminanten Ergebnis der BIG ausgeht, dann schwimmen eine Menge Wählerstimmen „frei“ herum: BIG, Neos, Löcker. Das kann sich durchaus auf 20 % oder etwas mehr summieren und BM-wahlentscheidend sein. Werden BIG-Wähler im ersten Wahlgang einen BM ankreuzen?
Schwer zu sagen. Die FPÖ teilt mit der BIG die Gegnerschaft zur Regio. Aber viele BIG-Wähler sind eher nicht sehr FPÖ-affin. Die Kandidaten von Schwarz, Grün und Rot sind dagegen in Sachen Regio einbetoniert. Wer partout gegen die Regio wählen will, kann keinen der drei anderen Kandidaten wählen. Darauf setzt auch die FPÖ, die in den letzten zwei Wochen wieder voll das Thema Regio spielt. Einerseits um den Zufluß zur BIG gering zu halten (was nicht gelingen wird), andererseits um BIGler für die BM-Wahl zu gewinnen (mit deutlich mehr Aussicht auf Erfolg).
Nach der Papierform ist Frau Enzmann die Gegenkandidatin von Krapf im zweiten Wahlgang.

Jetzt stellt sich für Leute, die sich eine volle Entmachtung der ÖVP wünschen, und das sind nicht so wenige, die Frage nach dem taktischen Wahlverhalten im ersten Wahlgang. Die Fragestellung ist einfach: Wer hat im zweiten Wahlgang die besten Chancen gegen Krapf?
(Die Erörterung der persönlichen Qualifikationen für den BM möchte ich bewußt unterlassen. Mit Dickinger bin ich befreundet, mit Sperrer gut bekannt. Frau Enzmann und Krapf kenne ich nicht persönlich. Mein Bild von den handelnden Personen wäre da nicht frei von persönlichen Erfahrungen und Präferenzen.)

Dickinger? Ich gebe ihm wenig Chancen. Er ist für viele Leute Teil jenes Systems, das man nicht mehr will. Krapf kann den Charme des Neulings versprühen und damit seine Schwächen übertünchen. Dem hat Dickinger nicht viel entgegenzusetzen, auch wenn er mit dem dezenten Hinweis auf seine Jungfamilie hier korrigierend gegenzusteuern versucht hat. Aber Krapfs Lächeln überstrahlt das locker. Es ist Dickinger nicht gelungen, sein Bild in den Köpfen der Menschen nachhaltig zu verändern. Eine solche Imagekorrektur braucht zwei bis drei Jahre Vorlaufzeit. Hier rächt sich die mangelnde Kommunikation über die eigene Parteizeitung. Wer sechs Jahre keine Zeitung herausbringt, und dann (noch dazu stark verspätet, drei oder vier Tage vor der Wahl) das erste Mal nach sechs Jahren wieder sein Medium unter die Leute bringt, darf und kann keinen Meinungsumschwung erwarten. Sagen wir es klar und deutlich: Krapf würde Dickinger locker schlagen.

Frau Enzmann? Ihr größtes Handicap wäre im zweiten Wahlgang die Tatsache, Kandidatin der FPÖ zu sein. Selbst wenn Krapf im ersten Wahlgang unter 40 % grundeln sollte, reicht es mit den Stimmen jener, die die FP heftig ablehnen, zum BM.  Man kann zwar eine Überraschung nicht ausschließen, aber sie ist doch recht unwahrscheinlich.

Sperrer? Wahrscheinlich wäre er der aussichtsreichste Kandidat im zweiten Wahlkampf. Ein integerer Mensch, von dem man weiß, daß er den Job bewältigen würde. Ein Mensch, der ein hohes Risiko eingehen würde, da er im Gegensatz zu Krapf (Lehrer mit Rückkehrrecht) und Dickinger (Parteiangestellter) sein florierendes Unternehmen und damit seine Existenzgrundlage in andere Hände legen müßte, was ein nicht unbeträchtliches Problem darstellt. Dazu gehört Mumm und Courage. Die hat er schon bewiesen, als er sich in Sachen Asamer-Hotel mit Köppl und der ÖVP massiv angelegt hat. Dazu kommt ein unschlagbares Asset: Sperrer ist ein Bürgerlicher im besten Wortsinn. Für das bürgerliche Lager in jeder Hinsicht wählbar. Sein großes Problem: der Regio-Kurs der Grünen. Er ist zwar kein Hard-Core Fan, wie andere in seiner Partei, aber er wird diesen Kurs nicht ändern (können). Ist er damit für jene Wähler, die gegen die Regio sind, im zweiten Wahlgang wählbar? Oder entsteht womöglich durch den Überraschungseffekt (wer außer den Grünen rechnet schon mit Sperrer im zweiten Wahlgang?) eine völlig neue Dynamik? Das bürgerliche Gmunden läuft zu Sperrer über, die Sozialdemokaten haben ohnehin keine Alternative mehr, ein Teil der BIG-Wähler des ersten Wahlgangs wählt Sperrer als das kleinere Übel in Sachen Regio. Krapf hat das Nachsehen.

Meine ganz persönliche Einschätzung: in einem zweiten Wahlgang hätte Sperrer die größten Chancen, Krapf und der ÖVP das Bürgermeister-Amt abzujagen. Ich gehe sogar noch weiter: er hat, und das ist meine ganz persönliche Einschätzung, als einziger Kandidat eine Chance, Krapf zu besiegen. Das Problem ist nur: wie und mit welchen Stimmen kommt er in den zweiten Wahlgang?

Für taktische Überlegungen im ersten Wahlgang ist also jede Menge Platz. In diesem Fall sind sie sogar unumgänglich, wenn man das Ziel hat, die ÖVP für die nächsten sechs Jahre von den Schalthebeln der Macht zu entfernen. Was sowohl der ÖVP als auch Gmunden gut tun würde. Denn auch wenn Krapf jetzt viel von Zusammenarbeit und besserem Klima spricht, im Hintergrund lauern noch immer die alten Cliquen und Seilschaften, die Hardliner und jene, die jahrzehntelang gewohnt waren, die ÖVP für ihre Interessen einzusetzen. Auch hier klar gesagt: die in Gmunden unübersehbare und enorm schädliche Verbandelung von Politik und Wirtschaft wird nur dann aufgebrochen werden können, wenn die ÖVP für einige Jahre nur wenig an den Schalthebeln der Macht herumfuhrwerken kann.


Worüber gesprochen wird

Gastkommentar von Stefan Gärber

Themen die die Menschen wirklich bewegen

Als Kandidat der SPÖ Gmunden nutzte ich gerne die Chance, mit den GmundnerInnen über meine Ideen für die Gemeinde, aber auch über Probleme der Menschen selbst zu sprechen. Während sich viele dafür bedankten, dass man sich als Kandidat einfach vorgestellt hatte, berichteten einige davon, mit welchen Problemen sie in ihrem Alltag zu kämpfen haben. Probleme, die die Gegenwart, aber auch die Zukunft betreffen.

Der Bogen spannt sich bis von sehr banalen Anliegen, wie eine Straßensanierung oder eine Verkehrsberuhigung für die Nachtstunden bis zur Wohnung, die einen Großteil des Einkommens verschlingt. Ein anderes Thema, das dabei öfters unterkam, ist das Problem der Arbeitssuche. Eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, bei der es als Risiko gesehen wird, weil sie in der Arbeitszeit ausfällt, oder ein Mann, der nach einem Arbeitsunfall verzweifelt einen Job sucht.

Hingegen ist die Stadt-Regio-Tram, die in den Medien diskutiert, wird gar nicht so das Thema. Es polarisiert, es gibt Befürworter und Gegner, aber es ist bei Weitem nicht das große Thema. Für viele geht es um ihre eigene Existenz. Es sind Themen die vor allem die Existenz eines jeden betreffen über die gesprochen wird. Ob ich mir meine Wohnung noch leisten kann, ob ich meinen Arbeitsplatz noch habe oder bald wieder eine Arbeit finde und ob meine Kinder eine gute Zukunft haben werden.

Stefan Gärber ist Gemeinderatskandidat der SPÖ-Gmunden


Schlechtes Omen für die Grünen?

Gastkommentar von AndyB

Ich war gestern auf dem Markt und verspeiste genüsslich einen Krapf …… äääh …. Bauernkrapfen. Gegenüber standen die Grünen und verteilten grüne Stoffbeutel an die Besucher.

Ein Besucher nahm den Stoffbeutel der Grünen und steckte ihn in eine Papiertasche der ÖVP.

Was sagt uns das?
Welche Auswirkungen hat das auf die Wahl?
Ist das schon ein erster Trend für das Wahlergebnis?
Und überhaupt oder weshalb oder warum oder warum nicht?
Werden die Grünen von der ÖVP in die (Papier)Tasche gesteckt?
Fragen über Fragen, die mich nicht schlafen lassen ……

Ok, der Jutebeutel der Grünen ist vielfach verwendbar. Die kleine Papiertüte der ÖVP könnte man über den Kopf stülpen und sich “Sehschlitze” rein machen. Damit kann man dann am Sonntag unerkannt durch die Stadt laufen und ein paar Tränen vergießen ….. ohne das es jemand sieht.

Ist eine Stimmabgabe eigentlich möglich, wenn man eine ÖVP-Papiertüte auf dem Kopf hat? Das wirft schon wieder neue Fragen auf.


Konzeptlos

Gastkommentar von Unterseiner

Eines ist sicher, die Gmundner ÖVP bewegt sich nicht in Richtung direkte Demokratie. Alle sind froh das der Köppl nicht mehr ist. Aber er hat wenigstens gegrüßt. Das tun die Neuen auch nicht mehr Franz Josef Park Zerstörung ist zur Zeit das Hauptaugenmerk der Gmunder ÖVP Keine einzige Partei hat ein Konzept für weniger Schulden in Gmunden alle wollen bauen. Alles Gratis Freifahrten, Gratisbaden alles soll frei werden . Wer soll das alles zahlen Leistbares Wohnen 1 m2 Wohnraum kostet bei regulärer Entrichtung
einfach eine gewisse Summe Arbeiter, Planer sollen ja auch ihre gerechte Entlohnung haben. Firme haben eine technischen materiellen Aufwand. Die Verantwortlichen Politiker betrügen mit solchen Stichworten
die Wähler. Aber richtige Darstellungen sind von keiner Partei gekommen. Die Vollziehung solcher Schlagworte sollte nachvollziehbar sein.


Empfehlung

Ganz kurzes Einserkasterl von gxxx und pxxx

Wir möchten der Big und den Grünen die Daumen halten, und bitten die ‘Wähler um Stimmen für diese Listen weil sie die Besten sind.


Was wählen?

Ein Gastkommentar von Roter Falke

Ich stimme dem Alten Sozi zu. Wirklich, so kann es nicht weitergehen! Nur verstehe ich nicht, warum er noch einmal die SPÖ wählt. Denen habe ich bei jeder Wahl eine Chance gegeben. Aber das war echt nicht wirksam. Wie viele Chancen brauchen die noch? Es wird immer schlechter alles, Rente und so. Die FPÖ wähl ich nicht, weil da bin ich mir zu gut dazu. So tief bin ich noch nicht hinunter gesunken, die zu wählen. Da bin ich jetzt verzweifelt, weil es schwer ist, was zu finden, was man wählen kann ohne sich genieren müssen. Denn genieren will ich mich nicht für meine Wahl. Es ist schon traurig, wenn einer immer gewußt hat, was er wählen will, und es jetzt nicht mehr weiß. So geht es mir nämlich. Jetzt muß ich bis Sonntag nachdenken, was ich tu. Ich will keinen Blödsinn wählen, weil da könnte ich gleich die SPÖ wählen und müßte nicht nachdenken.

Aber die brauchen richtig eine Niederlage, die sich gewaschen haben tut. Sonst machen die dauernd so weiter. Arbeiterpartei ist das keine mehr. Aber die FPÖ auch nicht. In Gmunden gibt es keine Arbeiterpartei mehr, weil auch die Hackler werden immer weniger in Gmunden. Gibt bald gar keine gute Arbeit mehr hier. Wohnen ist auch sauteuer geworden. Das Geld ist immer weniger wert, und man kann schauen, wo man bleibt. Die wollen nur Stimmvieh haben, was ich aber nicht bin.

Ändern werden die sich nicht mehr. Das sind keine echten Roten mehr, nicht alle aber viele davon in der SP. Wenn sie am Bauch liegen ändert sich vielleicht etwas. Glauben tu ich es nicht mehr. Die verlieren jedes Jahr Wahlen seit Jahren und nichts ändert sich.


Bewerbung

Gastkommentar von Werner der Gemeinderat werden möchtert.

Werner der Sozialdemokrat
Bewerbung als Parteifunktionär!
Ich bin der Werner, bin bereits Mitglied der SPÖ und möchte mich bei der Sektion Gmunden Stadt als Gemeinderat einbringen.
Lebenslauf_ Ich bin eigentlich a Wiener aber sehe Gmunden als meine Heimat.
Hab schon viel Pech in meinem Leben gehabt. Keine Arbeit, mußte schon viel Alimente wegen meines außerehelichen Kindes bezahlen. Wenn ich nicht bezahlen konnte hatte ich gleich die Gerichtspfändung. Mit der Arbeit habe ich es wenn ich ehrlich bin nie so richtig gehabt.. Gott sei dank wurde mir über einen Spezi in die Frühpension verholfen. Danke an die S/Ö. Habe natürlich immer Zeit und könnte mich überall einbringen,
Ich hatte auch eine Drogenentwöhnung, da könnte ich mich bei den Süchtigen als Berater nützlich machen. Hab ja den ganzen Tag Zeit. Auch Fremden könnte ich helfen wenns irgendwie möglich ist. Ich habe auch einen Frühpensionierten Polizisten als Spezi der ist leider in einer anderen Gemeinde wohnhaft er erzählt immer das er einen guten Draht überall hin hat. Er soll schon Funktionär sein weil er auch so viel Zeit hat wie ich. Er erzählte mir das er Swingerclubergahrung hätte. Privates beiseite ist ja nicht wichtig. Daheim fühle ich mich nicht wohl weil meine Frau immer zunimmt. Darum wäre es für mich ganz wichtig wenn ich mich als Sozialdemokrat einbringen könnte.
Da die Gmundner SPÖ bekannt ist für soziale Gerechtigkeit, bitte ich diese mir eine Schanze zu geben.Ich habe schon mehrere Briefe an verschieden sPÖ Stellen geschrieben leider habe ich noch keine Antwort bekommen. Insgesamt waren es12 Stellen. Hoffentlich sind nicht alle verloren gegangen.
Liebes Gmundel Team bitte helft mir das ich bei der SPÖ Gemeinderat werden kann. Ich wäre gerne der Sex Gemeinde Rat Hoffentlich gehen meine Wünsche in Erfüllung
Werner der Gemeinderatkanditat ersucht um Blitzaufstellung sonst ist es zu spät.


Verdienst doppeldeutig

Fragender Gastkommentar von Dagobert Zehschütz

Was verdient der Bürgermeister in Gmunden?
Was verdienen die Vize ‘Bürgermeister in Gmunden?
Was verdienen die Stadträte in Gmunden?
Was verdient ein Gemeinderat in Gmunden?
Was verdienen die Ausschußmitglieder in Gmunden?
Wieviel kostet es dem Steuerzahler das die Politfunktionäre bezahlt werden können????? Verwaltungskosten und so weiter?????
Wichtige Fragen der ehrlichen Steuerzahler für die Arbeitsleistung unserer Politiker( Beispiel viele Politiker wollen gar nicht mit ihren Wählern sprechen.
Auch bei den Entscheidungen nicht einbinden. Beispiel ist da die ÖVP Gmunden.
Auch die Neuen nicht. Die anderen machens ihnen nach und sind auch nicht viel besser. Es wird nur von Bürgernähe gesprochen aber in der Praxis sieht sogar bei den Grünen nicht recht rosig aus wenn es nicht der Parteilinie entspricht ist vor bei mit dem Demokratiedenken der Parteien.
Wäre es möglich wenn im Gmundl Blogg eine Blattform gebildet würde, die symbolisch über die Höhe der Politikergehälter entscheiden könnte.
Dann die Höhe der Gemeindemandatare symbolisch von den Teilnehmern festgestellt wird. Dann würde man sehen was die Steuerzahler bereit sind für ihre Mandatare zu bezahlen.

Freundliche Grüsse
von Dagobert Zehschütz


Feigheit vor dem Wähler

Gastkommentar von Marge Lila

Vorsicht – Feigheit vor dem Wähler, Mut ist angesagt!

Mut zeigt sich einerseits im beherzten Eintreten für die eigene Überzeugung, anderseits auch in der Ablehnung von Handlungen oder Entscheidungen, die man für falsch hält. Der/die Mutige widersteht dem Gruppenzwang und Mainstream. Beides hat mir persönlich in Gmundens Politik in den letzten Jahren gefehlt und fehlt mir auch in der Gegenwart. Beispiele gefällig?

Wir haben einen Bürgermeister, der 6 Jahre lang nicht den Mut gefunden hat, sich offen gegen falsche Entscheidungen seiner Partei auszusprechen. Erst jetzt, ganz kurz vor der Wahl, und das nur unter enormem Druck, eröffnet er uns diese, seine wahre Meinung. Wir erfahren jetzt, dass ein Therme im Strandbad nicht gut ist (nicht einmal ein Hallenbad, weil leider unfinanzierbar – das sagt er aber lieber nicht), wir erfahren erst jetzt, dass ein ordentliches Hotel zur Toscana gehört, wir hören erst jetzt, dass es doch ganz gut wäre, eine direkte Verbindung nach Pinsdorf zu haben. Wo war bitte seine Meinung zu diesen und anderen Themen während der letzten 6 Jahre versteckt? Haben ihn die Parteifreunde gefesselt, geknebelt oder narkotisiert? Oder hat es ihm ganz einfach am Mut gefehlt, rechtzeitig aufzuzeigen? Jeder durchschnittlich intelligente Mensch konnte doch die negativen Folgen dieser politischen Entscheidungen erkennen.

Die fehlende Courage machte sich in dieser Wahlauseinandersetzung aber nicht nur im schwarzen Lager bemerkbar. Wieso bitte wurde denn von ÖVP, SPÖ und den Grünen die Stadtregiotram ganz einfach totgeschwiegen? Es wurde uns doch von den Herren (sind ja fast nur Männer, wie Babsi schon ganz richtig bemerkt hat) anfangs erklärt, dass das ein Jahrhundertprojekt sei. Ich habe dieses Jahrhundertprojekt auf keinem einzigen Plakat, in keiner Werbeeinschaltung gefunden. Diese einzigartige „Chance für Gmunden“ – einfach totgeschwiegen, einfach übergangen. Ich persönlich nenne so etwas Feigheit vor den Wählern.
Wieso haben der auf Bürgerbeteiligung pochende Herr SP-Vizebürgermeister und die so bürgerbewegten Grünen nicht auf einer verbindlichen Bürgerbefragung zur SRT bestanden? Wieso hat der Bürgermeister bei Amtsübergabe nicht darauf bestanden? Angst vor Linz? Angst vor dem Votum der Gmundner? Ich nenne das Feigheit vor den Bürgern. Ich nenne das Feigheit vor der „Obrigkeit“.

Die schwarz/rot/grüne Einheitstaktik in dieser Jahrhundertsache war es ganz offensichtlich, die SRT im Wahlkampf nicht zu erwähnen, die Vergangenheit zu übergehen. Wasser verschüttet – die Bürger sollen jetzt gefälligst den Boden wischen – wir reden einfach nicht mehr darüber und versprechen denen lieber allerhand. Alle, die Kritik äußern, stempeln wir als Jammerer und Verweigerer ab (siehe Seite 2 der ÖVP-Wahlkampfzeitung). In 6 Jahren weiß ohnehin keiner mehr, was wir heute sagen (außer das Archiv schlägt wieder zu). Ich nenne das Verantwortungslosigkeit.

Dieser fehlende Mut führt jetzt dazu, dass jede Auseinandersetzung, jede Kritik als kontraproduktiv abgetan wird. Derzeit wird von uns verlangt kritiklos und am besten still zu sein und uns zu freuen. Ein Ansinnen, das einer modernen, lebendigen Demokratie aber völlig widerspricht. Ich möchte nicht, dass diese Art der mutlosen Politik weitere 6 Jahre dauert. Aber, wer weiß?


Lob und Aufruf

Gastkommentar von CountDown

Bemerkungen zum Gastkommentar der B.I.G. „Mut statt Wut” als Replik auf meinen Beitrag – auch mit dem Hinweis auf den Beitrag „Wutrede” vom „Orakel von Gmunden” … sowie den einzigartigen Bildband Nr. 2 der „Reformpartnerschaft zur Zerstörung Gmundens”:

Gerade bei diesen, mehr als die Weichen stellenden Wahlen am 27. September geht es darum, rechtzeitig vorher zu mobilisieren und Klartext zu reden. Den aufgestauten Ärger – und ja auch Wut über die Abgehobenheit der noch im Amt befindlichen „Politiker” mit allem Nachdruck wo es geht auch zu artikulieren.

Ich finde den Beitrag von „Orakel von Gmunden” bestens und pointiert – spricht er doch genau das an, was sich in den Magengruben so vieler Bürger sich über Jahrzehnte aufgestaut hat:
Nämlich Ärger, ja auch Wut über eine Schwarz-Rot-Blau-Grüne Politikerkaste, die Gmunden (und das Land OÖ) als Selbstbedienungsladen und Spielwiesen ihrer ganz persönlichen Macht-&Einflusssphären in ruinöse Zustände geführt hat.

Mit Samthandschuhen wird es auch nach der Wahl nicht gehen, denn Schwarz/Rot/FPÖ und Grüne waren und werden auch weiterhin nicht zimperlich sein, auf Kosten aller Bürger und Steuerzahler ihre persönlichen Selbstverwirklichungs-Spielwiesen weiter zu betreiben.

Als altgediente Gmundnerin kann ich Herrn Kassmannhuber nach der Wahl (egal wie schlecht sie für Schwarz und Rot ausgehen wird) nur raten,
das politische Trickserhandwerk und die Schläue, wie im Land und in den Gemeinden Oberösterreichs von Schwarz, Rot, Blau und Grünen bisher gefuhrwerkt wurde und wird, rasch zu erlernen.

Warum?
Damit die eigenen, guten Gedanken und Konzepte der B.I.G. auch realpolitisch zum Nutzen ALLER BÜRGER (und nicht nur weniger “Auserwählter” umgesetzt werden können.

Ohne politische Professionalität in allen Fragen der Abläufe und vorausschauender, strategischer Interpretation und Schlussziehung von künftigen Aktionen der anderen Parteien, wird die B.I.G. – trotz aller ehrenwerten und sachlich richtigen Motive, Konzepte und Gedanken ihres Handelns – im politischen „every day business” Gefahr laufen, „unter die Räder” zu kommen.

Mut alleine wird nicht reichen, um mit dem Filz, den viel zu lange an der Macht regierend habende Systeme zum Vorteil ihrer Klüngel gewoben haben, aufzuräumen.
Es ist mehr als bedauerlich, dass die B.I.G. keinen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hat.

Das wäre eine klare Ansage für einen echten Neuanfang gewesen – und ich bin mir sicher, dass dies tatsächlich noch viel mehr Zulauf an Wählerstimmen gebracht hätte.

Ja – das Nichtaufstellen eines Bürgermeisterkandidaten hat aus meiner Sicht den greifbar möglich gewesenen Erdrutschsieg in Gmunden gekostet und das von so vielen BürgerInnen erhoffte reinigende Erdbeben im Rathaus wahrscheinlich verhindert.

Trotzdem:
Hier mein Aufruf an alle GmundnerInnen, die ein Aufatmen in der Stadt, die einen echten Neustart, mit unabhängigen Kräften, die nur an Gmunden und sonst nichts interessiert sind, haben wollen:

Wählen SIE am kommenden Sonntag die B.I.G. !

Denn je stärker diese Bürgerinitiative sein wird, desto weniger können ÖVPSPÖ, FPÖ und GRÜNE über die Traunseestadt zum Schaden aller und zum Nutzen einiger Weniger in Zukunft d´rüberfahren.

PS.: P.S.:
Der Bildband 1 und der sensationellerweise ebenso hervorragende Bildband 2 über die „Reformpartnerschaft zur Zerstörung der Gmundner Innenstadt” von „find-out2″ sollte tatsächlich gedruckt werden. Danke für die Arbeit, die damit geleistet wurde. Ich rege an, ein Spendenkonto zu eröffnen, auf das Beiträge zur Realisierung dieser Bildbände eingezahlt werden sollten.
Damit nachfolgende Generationen nicht nur online, sondern beim Durchblättern dieser Bände erkennen können, was dabei heraus kommt, wenn eine ganze Stadt über Jahrzehnte von ROT, SCHWARZ, BLAU und GRÜN in den finanziellen und städtebaulichen Abgrund manövriert wurde bzw. noch immer wird.


Liebe Leserin des Gmundls,
lieber Leser des Gmundls,

in Zeiten der Unsicherheit, in Zeiten wo selbst ein ganz großer „seriöser“ Autokonzern uns Konsumenten betrügt, bedarf es zumindest kommunal einer moralischen
Konstante ohne Affären, Betrug und Korruption.

Die GRÜNEN  sind diese Konstante seit über 30 Jahren in Gmunden. Das haben sie in dieser Zeit unablässig und aktiv bewiesen. Der vierblättrige Klee ist heuer bei uns das Symbol für die Liste 4.

Kleeblatt

Wenn dieses Symbol auch für Dich und die Zukunft Gmundens wichtig ist , dann wähle bitte die Liste 4.

Die GRÜNEN Gmunden

  • So wählst du die Gmundner GRÜNEN in den Gmundner Gemeinderat:

4  (X)   GRÜNE (du kannst bis zu drei Vorzugsstimmen vergeben)

Hier ist Liste der Kandidaten der Gmundner GRÜNEN (bitte Vor- und Zunamen in der Spalte bei den Vorzugsstimmen anführen):

*Josef Sperrer, *Johanna Bors, * Otto Kienesberger, *Ulrike Harringer, * Erich Langwiesner, * Karl Kammerhofer, *Christiane Wehner-Suchanek, * Monika König, *Ulrike Feichtinger, *Johann Feichtinger, *Christine Kopp, * Arthur Kammerhofer, *Margareta Enser-de Groot, *Andreas Mülner, *Reinhard Kepplinger, *Tobias Bergthaler, *Ferdinand Bergthaler, *Michi Koch, *Norbert Bors, *Robert Hernler, *Walpurga Hörmandinger, *Hemma Moshammer, *Christa Seyr-Bergthaler, Bernhard Warnung.

  • So wählst du Josef Sperrer zum Gmundner Bürgermeister:

(X)  DI Sperrer Josef

  • Und so wählst Du die GRÜNEN in den oberösterreichischen Landtag:

4  (X)  GRÜNE

Auch hier kannst Du Vorzugsstimmen vergeben: z. B. Unserer Johanna Bors aus Gmunden.

Wir wünschen Dir mit dem grünen vierblättrigen Klee einen glücklichen Sonntag.
Herzlichst
Karl Kammerhofer


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Das grosse Zittern
25. September 2015

Heute:
GK von find-out2 über Reformpartnerschaft
GK von Alter Sozi über blankes Entsetzen

GK von Dagobert Zehschütz zu zwei Gmundner Politikern
Kurze Beschwerde der Neos mit langer Antwort von Babsy B.

Liebe Leserleins!

Das grosse Zittern geht weiter. Die ÖVP haut mit Inseraten um sich, als ob es kein Morgen gäbe. Wahrscheinlich fühlen die sich genau so! Ob das nicht schon ein echter Overkill ist? Ihre Babsy nimmt gestern den Zeitungsstapel mitsamt Werbung aus dem Postfach. Von jedem zweiten Cover lacht einem der Pühringer entgegen. Also „lachen“ tut er natürlich nicht, das ist ihm vergangen. Er schaut einen verbissen, knurrig und ein wenig verzweifelt an. Im Inneren der Zeitungen geht es so weiter. Pühringer, OÖ für Pühringer, Pühringer gegen die FP. Die Blätter sind vollgepflastert mit ÖVP-Inseraten. Leute, das wird noch teuer für uns arme Steuerzahlerleins. Denn irgend wo muss das Geld für all das herkommen. Die ÖVP hat es nicht, sie verdient nichts, drucken werden sie es auch nicht können. Also muss Parteienförderung her.

Skurril wie immer die Neos. Ich schreibe das jetzt, auch wenn ich wieder von den Gmundner Neos der Parteilichkeit geziehen werde (Na, habe ich das nicht unglaublich vornehm formuliert? Babsylein, ich bin stolz auf dich!). Die haben schon vor Monaten im Amt der Landesregierung interveniert – für Räumlichkeiten und Parteienförderung nach der Wahl. Eines muss man den Neos lassen: sie sind geborene Optimisten. Die Haschen schon nach dem Fell des Bären, bevor dieser noch erlegt ist. Schreien schon nach der Parteienförderung, bevor sie noch gewählt worden sind. Und verlangen im Programm gleichzeitig eine deutliche Verringerung der Parteienförderung. Bin ich die Einzige, die da etwas nicht versteht?

Mitten aus dem Zeitungsstapel fällt mir etwas entgegen, mit dem ich überhaupt nicht mehr gerechnet habe. Eine Parteizeitung der Gmunder SPÖ. Das Blatt hat wieder einmal den Namen geändert. Egal, wer erinnert sich schon noch daran, wie die letzte Ausgabe vor sechs Jahren (=gefühlte zwanzig Jahre) geheissen hat. Mir selbst fällt es auch gerade nicht ein. Jetzt heisst das Blatt jedenfalls „Gmundnerin“, ohne Binnen-I, nur so: Gmundnerin. Als ob es eine Frauenzeitschrift wäre. In der leicht machistisch angehauchten Gmundner Gesellschaft vielleicht keine ganz optimale Namensgebung. Aber man kann es auch positiv sehen: die Gmundner SP stellt sich an die Spitze des Fortschritts und ist ab sofort Vorreiterin (unglücklich formuliert, Babsy! Jetzt bin ich echt nicht stolz auf mich!) der Frauenbewegung. Wenn ers nur aushält, der Dickinger! (Ja, Ihre Babsy weiss, dass der Slogan vom zgonc gestohlen ist.)
Aber jetzt mal zum Positiven: immerhin hat man es geschafft, dass schon drei Tage vor der Wahl in allen Gmundner Haushalten die SP-Postille gelandet ist (wo auch immer). Das ist echter Rekord, und damit ist es der SP gelungen, die ÖVPler als Weicheier vorzuführen. Eine Parteizeitung fast 14 Tage vor der Wahl unter die Leute zu bringen, ist echt feig, gell. No risk, no fun! Die SP bringt ihre Zeitung auf den letzten Drücker. Noch mutiger wäre es nur gewesen, sie am Montag nach der Wahl zu verteilen.
Hat der SPÖ noch niemand erklärt, dass Botschaften an die Wählerschaft rechtzeitig gesendet werden müssen? Hat der Politikwissenschafter Dickinger was vergessen oder einst das entsprechende Seminar geschwänzt? Eine Botschaft, die erst drei Tage vor der Wahl erstmals bei den Wählerleins landet, hat keine Chance, zu sickern. Die wird nicht mehr wahrgenommen, kann das Handeln der Wählerleins nicht mehr ändern.
Aber wir wollen jetzt nicht viel herum kritisieren. Die Wählerleins werden am Sonntag ihr Urteil sprechen, und da möchte ich nicht in der Haut der SP stecken. So wird es die SP jedenfalls nicht schaffen, in letzter Sekunde einen Umschwung herbeizuführen. Über den patscherten Versuch in Richtung Populismus muss ich trotzdem was sagen. Also ehrlich: wem ist der Unsinn eingefallen, dass die Gmundnerleins vom Klosterplatz zum FJ-Platz in der Regio gratis fahren dürfen? Glauben die wirklich, dass das auch nur irgend wen hinter dem Ofen hervorlockt und dazu bewegt, die SP zu wählen? Ich habe nichts gegen Populismus, wenn er gut gemacht ist. Dieser hier ist dilletantisch. Tut mir leid, aber was anderes fällt mir dazu nicht ein. So wie Dickinger, kaum brach der Sommer aus, auf die Idee gekommen ist, für die Kinder Gratisbaden im Strandbad zu verlangen. Jetzt, ja, der Winter naht, ist auch noch Gratisbenutzung der Eishalle dazu gekommen. Nicht, dass das grundfalsche Forderungen wären, aber wieso fallen dem Dickinger solche Sachen erst drei Monate vor der Wahl ein? Er hätte jetzt zwölf Jahre Zeit gehabt, das Thema in den Gemeinderat zu bringen.
Trotzdem hat Dickinger in einem weiteren Punkt (neben dem späten Erscheinungstermin) die ÖVP geschlagen. Und zwar fulminant geschlagen. Die Schwarzen haben es zwar auf eine 32-Seiten-Broschüre gebracht, die Roten nur auf die Hälfte. Aber der Dickinger hat eindeutig den Krapf geschlagen, was die Bilderflut betrifft. Denn, die Spannung steigt, Jubel ertönt, der Dickinger bringt es in seiner Broschüre auf 0,56 Bilder von sich selbst pro Seite, der arme Krapf dagegen nur auf 0,375 Bilder, die noch dazu meist recht klein geraten sind. Während uns Dickinger meist recht grossformatig anlächelt.

Warum wir solange über die SP-Zeitung schreiben? Weil wir uns mehr erwartet haben von einer Partei, die den zweiten Platz und den Vizebürgermeister zu verteidigen hat. Und weil diese Partei irgend wie saft- und kraftlos in die Niederlage taumelt. Keine zwingende Idee, wenn man von den Jungen und ihrer Wohnungskampagne absieht. Dafür der unglückselige Einfall eines „Bürger/-innen-Ausschusses“, in dem halbe-halbe Politiker und Bürgerleins sitzen sollen. Und diese Bürgerleins sollen „gewählt nach einem Zufallsprinzip“ sein. Erstens ist das kein Wählen, sondern eine Verlosung, zweitens ist die Idee beim unseligen Stronach abgeschrieben. Drittens hat das nichts mit Demokratie zu tun, wenn man Mitspracherechte verlost. Auch das sollte ein studierter Politologe wissen, gell! Dass man seitens der SP die ganze Zeit gegen die E-Bus-Ideen der Regio-Kritiker auftritt, aber jetzt in der Broschüre „die sukzessive Umstellung der gemeindeeigenen PKWs und Kleinbusse auf Elektrobetrieb“ sowie die „Anschaffung von Lasten-eBikes“ verlangt, ist Hinweis auf ein nicht ganz in sich logisches Politikkonzept.

Traurig, wenn eine wichtige Kraft – warum auch immer – in eine verheerende Niederlage zu taumeln droht. Wir hätten uns ja eine ordentliche Aufholjagd der SPÖ gewünscht, schon wegen des Gleichgewichts der politischen Kräfte, aber so wird die Mühe mancher, noch unverdrossen um Stimmen laufender „kleiner“ Mitarbeiter wahrscheinlich vergebliche Liebesmüh‘ bleiben.

Die FPÖ ist jetzt fast ausschliesslich nur noch auf der Regio-Schiene (kicher, wo sie doch gegen die Schienen ist) unterwegs. Dazu eine Prise Flüchtlings-Panik streuen. Hat wahrscheinlich Bammel vor der BIG, die zieht nämlich die Regio-Gegner in hellen Scharen an sich. Und nicht nur die. Denn der Unmut ist gross in Gmunden über die alteingesessenen Parteien. Da wird kein Unterschied gemacht zwischen rot, grün, blau oder schwarz. Die BIG hat, wie immer man das sehen will, einen geschickten und moderaten Populismus gut verpackt und mit Themen über die Regio hinaus zusätzlich angereichert.

Die Gmundner Grünen haben ebenfalls einen originellen Wahlkampf geliefert. Ob es gelungen ist, eine Bewegung in der Wählerschaft zu initiieren, die über den unmittelbaren Kreis der Stammwähler hinausgeht, wird man Sonntag am Abend wissen. Die sture, unreflektierte Regio-Haltung und der Wahnsinnskurs von Anschober auf Landesebene sind sicher nicht sehr hilfreich. Obwohl das Potential der Grünen in Gmunden über zwanzig Prozent liegt, müssen die Grünen fürchten, das bei weitem nicht ausschöpfen zu können. Aber wenn Herr Anschober so verrückt ist, sogar den Pühringer auf einem Wahlplakat der Grünen (!!!!) zu präsentieren und ihm zum LH zu gratulieren, dann darf man sich nicht wundern. Man fragt sich allerdings, ob der Mann noch alle politischen Tassen im Schrank hat. Man kann nur hoffen, dass die Gmundner Wählerleins sehr genau zwischen Landtagswahl und Gemeinderatswahl unterscheiden.

gruene_gratulierenGeht es noch ein wenig bescheuerter?

Auch Ihre Babsy hat jetzt einen neuen Brieffreund: den Krapferl. Soll ich ganz, ganz ehrlich sein? Ich habe das Lesen des Briefs nach den ersten zwei Zeilen beendet. Inhaltsleeres Politgeschwätz für Ödbären. Fadgas, wo der Köppl doch vor sechs Jahren (siehe unseren Film von gestern) 100 % Gas für Gmunden verlangt hat. (Die Lieferung dürfte geklappt haben, wenn man das Gerüchle bedenkt, das manche Gmundner Projekte umgibt, die von der ÖVP bis zum Untergang durchgezogen worden sind!) Das Geld für diese Aussendung hätte die ÖVP sich sparen können. Wobei die ÖVP jetzt im ganzen Land ausschwärmt und angedroht hat, hundert Stunden hindurch pro Stunde landesweit 2.500 Haushalte durch ihre Mitarbeiter besuchen zu lassen. Leute, hängt die Türglocken ab und stellt euch tot. Sonst schwafeln euch die VPler tot. Dagegen sind die Zeugen Jehovas dezent. Dieses Ausschwärmen erinnert mich an die Heiligen Drei Könige. Die werden auch jedes Jahr mehr, singen aber mit Sicherheit besser als die ÖVPler.

Aber weil eine dumme Idee nicht sterben darf, treiben auch die Landesgrünen die Wählerbelästigung mittels der scheinbar magischen „100-Stunden-Formel“ in neue Höhen. Dort heisst das Wähler-Stalking „100 Stunden für 100.000 Stimmen“. Wann gibt es endlich ein Gesetz gegen solche Nachstellungen?

Man kann nur froh sein, dass viele Listen nicht genug Leute haben, um das ebenso durch zu ziehen. Da wären die Strassen von Land und Dorf gerammelt voll, die CO2-Bilanz verheerend, die Wählerleins rundum verängstigt. Die Türglocken kämen nicht zur Ruhe. Andererseits: man würde vor lauter Wahlwerbern die Flüchtlingsströme gar nicht mehr wahrnehmen und gleich viel weniger bedrohlich finden. Dafür würden Raufereien an der Türschwelle überhand nehmen. Ja, der Kampf um uns Wählerleins ist ein harter. Wer da an der Türschwelle zurück zuckt, der hat schon verloren. Da wird man zwar nicht von der Bett-, aber von der Türkante gestossen. Uns Wählerleins bleibt wirklich nichts erspart! Auf unsere Kosten, sei es Geld oder Nerven, ist denen wahrlich nichts zu teuer.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Kleine Wahlkunde. Es gibt die Möglichkeit, bei der Gemeinderatswahl Vorzugsstimmen zu vergeben, und damit Kandidatinnen und Kandidaten nach vor zu reihen. Das geht so, wie auf den hier abgebildeten Karten der Jungen Generation in der SPÖ. Dumm nur, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, auch eine Zurückreihung vorzusehen. Dann könnte man den einen oder anderen Polit-Ungustl von den Rängen weisen. Wäre an der Zeit, wo doch auch Facebook jetzt einen „Dislike“-Button einführen will.

vorzugsstimmen

Wie immer der Hinweis: alle Bilder zeigen sich in schönster Originalgrösse, wenn man sie anklickt!


Reformpartnerschaft erleichtert:
Dramatischer Fahrgästeschwund bei der Strassenbahn!

Die Informationsoffensive geht weiter:
Neuer Bildband erschienen!

Ein aktionistischer Gastkommentar von find-out2

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Großes Aufatmen bei der REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT: Endlich liegen offizielle Zahlen vor und bestätigen, dass die Arbeit der REFORMPARTNERSCHAFT Früchte trägt.

So sanken die Fahrgastzahlen der Straßenbahn von täglich durchschnittlich 890 im Jahre 2009 (Quelle: Potentialanalyse) auf 681 im Jahr 2012 (Quelle: Studie KOMOBILE) und schließlich auf 575 im Jahr 2014 (Quelle: OÖVV). Das ist eine Reduktion um schlappe 35% in 5 Jahren.

„Übrigens: Sollten Sie Zweifel an der Richtigkeit dieser Angaben haben, zögern Sie nicht und fragen den Politiker Ihres Vertrauens aus den Reihen der REFORMPARTNERSCHAFT, gerne geben wir Ihnen genaue Details bekannt“, so „Bagger-Stefan“ (ÖVP), das ranghöchste Mitglied der Gruppe.

„Wenn man bedenkt, dass in diesen Zahlen auch die Fahrgäste enthalten sind, die nur z.B. vom Bahnhof bis zur Station Keramik fahren, zeigt sich, wie wichtig die Durchbindung der Straßenbahn durch die Innenstadt bis Vorchdorf sein wird“, erklärt „Zug-Wolferl“(SPÖ), die eminente Wichtigkeit dieses B(W)ahnsinnsprojektes.

Große Erleichterung über diese Zahlen herrscht auch bei allen anderen REFORMPARTNERN: „Durch die sinkende Fahrgastzahl werden die neuen 32m langen Züge mit 76 Sitzplätzen weniger benützt, die Lebensdauer der Garnituren bis 2056 erheblich verlängert und das Projekt – ganz im Sinne der Grünen Wirtschafts- und Umweltpolitik – insgesamt viel nachhaltiger“, bringt „Masten-Otto“(GRÜNE) wichtige Aspekte des Vorhabens auf den Punkt.

„Bagger-Stefan“(ÖVP) bremst etwas die Euphorie seines REFORMPARTNERS, kündigt er doch Gespräche mit Gmundner GolfspielerInnen an, um die Fahrgastzahlen nicht total in den Keller rasseln zu lassen:
„ Natürlich sind wir glücklich, dass wir die Züge bis 2056 benützen können, andererseits wissen wir ja aus der Potentialanalyse, dass sich die Fahrgastzahlen bis 2025 – also in 10 Jahren – auf 1780 erhöhen sollen; deshalb werden wir die GolfspielerInnen als neue Zielgruppe für Zugfahrten ansprechen. Gerade die Streckenführung der Straßnbahn durch das Villenviertel in Gmunden mit seinen potentiellen Fahrgästen ist dafür optimal geeignet. Ein kleiner Spaziergang von 5 – 10 Minuten, das Golfwagerl nachziehend bis zur nahegelegenen Station der Straßenbahn, ist als Aufwärmübung gedacht. Anschließend die herrliche, entspannende 45 Minuten dauernde Fahrt durch die beschädigte Innenstadt; entlang abgeernteter Maisfelder, durch kleine Wälder, entlang von architektonisch interessanten Bahnstationen, Industrieruinen….. bis zum Bahnhof „Laizing“. Von hier ist der Weg zum Golfplatz Kirchham leicht in einer halben Stunde zu schaffen. Um den Anmarsch besser zu nützen, werden 3 weitere „Löcher“ angelegt; die Arbeiten werden im Marketingbudget der SRT leicht unterzubringen sein“, freut sich „Bagger-Stefan“(ÖVP) über seinen neuesten Coup.

Eine neue Informationsbombe lässt der Sprecher der REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT „Wrecking-Ball-Erich“, vulgo „Info-Erich“, vulgo „rosenkavalier“, vulgo e.j.l. (GRÜNE)platzen:

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„Der Bildband „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ hat so große Resonanz bei der Bevölkerung hervorgerufen, dass wir uns gezwungen sehen, den Band II „Und ein Zug fährt durch die Stadt“ noch rechtzeitig vor der Wahl aufzulegen. Die Exemplare liegen in den Geschäftsstellen von ÖVP,SPÖ und GRÜNE zur Abholung bereit.“

„Die kleine Unschärfe im Titel wird uns die Bevölkerung verzeihen, selbstverständlich fährt der Zug weiter – wie geplant – bis Vorchdorf „, stellt sein Parteifreund von den GRÜNEN „Hidden-Josef“ (Gibt´s von dem eigentlich auch eine 3D-Ausführung?) ergänzend fest.

„Um richtig Gusto auf das Werk zu machen, werden wir den LeserInnen auch diesmal einige Seiten im Vorabdruck präsentieren“ , wirbt der in solchen Sachen erfahrene Schriftsteller „Bla-Bla-Christian“ (SPÖ).

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Besondere Freude kommt beim „Wrecking-Ball-Erich“(GRÜNE) bei den Bildern aus der Kuferzeile auf, erinnert ihn doch die Situation an eine seiner imposantesten Rollen.
„Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es fährt kein anderer Zug nach Vorchdorf!“, schwelgt er in früheren Zeiten. „Da die Kuferzeile durchschnittlich nur 5,60 m breit ist, kommt der neue, 32m lange Zug ausgezeichnet zur Geltung. Der Bühnenbildner hat super gearbeitet“ freut er sich diebisch.

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Volle Freude empfindet auch „Masten-Otto“ (GRÜNE) über die gelungene Lösung am Franz-Josefs-Platz, beim einzigen, an der Bahnstrecke gelegenen Café:
„Es hat sich also doch gelohnt, den Planern und Erbauern der neuen Bahn an Hand des Beispiels aus Augsburg zu zeigen, wie die optimale Lösung auszusehen hat. Auch die Bevölkerung goutiert solches Bildmaterial, wenn auch die Realität in Gmunden etwas anders aussieht!“

„Vielleicht können wir die, dem „Grellinger“ zugewandte Seite der Züge, mit einem Plakat bekleben, das die bisherige Aussicht zeigt“, bringt sich „Ampel-Karl“(derzeit GRÜNE) wieder mit einer seiner genialen Wortmeldungen in Erinnerung.

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Besonders begeistert zeigt sich „Schienen-Sigi“(ÖVP) über die zu erwartenden Mega-Staus auf der „Grabenkreuzung“: „Schon jetzt bricht gelegentlich der Verkehr zusammen, wenn jemand etwas mehr Zeit benötigt, um seinen Parkplatz am Graben zu verlassen und die bergauf fahrenden Autos die Kreuzung nicht mehr verlassen können. Hier erwarten wir eine neue „Staudimension“!“ jubelt der Verkehrsexperte.

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Eine vollkommen entspannte Verkehrssituation wird auch die Theatergasse auszeichnen: „Es muss sich doch positiv auswirken, wenn zusätzlich zum bisherigen Verkehrschaos noch 75 x ein 32m langer Zug die Innenstadt frequentieren wird“, gibt sich „Schienen-Sigi“(ÖVP) auch hier kämpferisch.
„Deine Vision von 365 X Mondscheinbummel im Jahr lässt sich leider nicht realisieren“, weist er „Masten-Otto“(GRÜNE) zurecht, der beleidigt seine „Brennessel“ wegsteckt. Wieder wurde ihm eines seiner Propagandafotos nicht abgenommen. Und das ausgerechnet von einem Mitglied der REFORMPARTNERSCHAFT!

„Kinder, streitet euch nicht! Eine Begegnungszone ist doch von gegenseitigem Respekt, Rücksichtnahme und Gleichberechtigung geprägt“, glättet „Zug-Wolferl“(SPÖ) die hochgehenden Wogen. „Schaut nur, wie Hund und Herrchen die Vorzüge der Begegnungszone genießen!“

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„Endlich wieder ein Zug am Stadtplatz“, fällt „Bla-Bla-Christian“(SPÖ) in Ekstase: „Was mit der Pferdeeisenbahn begann, durch Ignoranten jahrzehntelang verhindert wurde, feiert jetzt endlich Wiederauferstehung. Die Vorteile liegen ja klar auf der Hand: wir können mit dem Zug jetzt zur Gemeinderatssitzung fahren! Und vor allem zum Wochenmarkt! Dass unsere Heimstätten von der Bahnstrecke etwas abgelegen sind – kein Problem – „Zug-Wolferl“(SPÖ) holt uns mit seinem Dolmus ab und bringt uns zur nächsten Station.“

„Der „Zug-Wolferl“(SPÖ) holt mich mit seinem Dolmus ab…“, intonieren die umstehenden REFORMPARTNER eine leicht abgewandelte Version von „Resi, i hol di mit mein Traktor ab…“ und fallen sich glücklich in die Arme!

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Den größten Verlust seiner Identität muss das Trauntor verkraften:
„Wir müssen einfach mit der Zeit gehen, aktuell sein, deshalb werden wir das K.OHNSORG – Wappen – ohnehin schon in die Jahre gekommen und museumsreif – durch unser neues, zeitgemäßes Logo ersetzen. Unsere auswärtigen Gäste sollen sofort erkennen, welche charakteristischen Schwerpunkte die Stadt Gmunden repräsentieren: Salz war einmal, jetzt sind Masten, Bagger und Spaten die Charakteristika!“, schwärmt unisono die ganze REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT (ÖVP,SPÖ,GRÜNE).

„Ausgeführt werden die Arbeiten von einer besonders geschulten Maurerbrigade von S&H in Beton, auf den „Keramikcharakter“ verzichten wir. Mit dem Töpfermarkt haben wir schon genügend Keramik in der Stadt“, blickt „Bagger-Stefan“(ÖVP) genussvoll in die Zukunft.

Über die Masten-Monokultur auf der Traunbrücke machen sich „Hidden-Josef“ und „Ampel-Karl“(einer immer, der andere jetzt GRÜNE), seit sie sich zum Gestaltungsbeirat selbst ernannt haben, die größten Sorgen: „Um die schädlichen Auswirkungen einer Monokultur zu verhindern, werden wir nach der Wahl vorschlagen, jeden 2. Mast grün und jeden 3.Mast rot zu streichen. Der 1. Mast ist ja schon schwarz!“
„Liebe WählerInnen! Um ganz sicher zu gehen, wem Sie Ihre Stimme am Sonntag geben und nicht geben sollen, bitten wir Sie, sich bald die beiden Bildbände in unseren Parteisekretariaten zu holen. Es gibt keine bessere Entscheidungshilfe!“

Reformpartnerschaft zur Zerstörung der Innenstadt vulgo ÖVP, SPÖ, GRÜNE.


Blankes Entsetzen

Ein Gastkommentar von Alter Sozi

Die lang erwartete SPÖ-Zeitung ist doch noch gelandet. Leider mit einem Bauchfleck. Es geht mir nicht um die Inhalte. Über die kann man diskutieren. Manches ist in Ordnung und wird auch von anderen Parteien und Listen verlangt. Manches ist unklug, einiges widersprüchlich. Damit könnte ich leben und SPÖ wählen. Werde ich vielleicht auch machen.

Gewaltig stinkt mir aber das seitenlang zelebrierte, überhebliche und arrogante Eigenlob des Genossen Dickinger. Die haben sich beim Machen der Zeitung sicher die ganze Zeit die Nase zuhalten müssen. Da stellt sich jemand als „Profi“ dar, der nie in einem echten Betrieb gearbeitet hat. Der keine Ahnung von der Arbeitswelt hat und in der Politik als Klugschwätzer auftrat. Er war nämlich nie in einer kommunalen Position, in der er etwas umsetzen hätte können oder müssen. Die einzige Funktion mit Verantwortung war die als Vorsitzender des Rechtsausschusses. Dort hat er kläglich versagt. Die Vertragsstreitereien rund ums Hotel, all die Unklarheiten in den Verträgen, dazu hat man nie ein Wort vom Herrn Dickinger gehört. Er hätte sich nämlich wehren können. Er macht sonst auch gern Pressekonferenzen. Warum nicht zum Thema Verträge und Asamer? Weil er sich über den Tisch ziehen hat lassen und zu eitel war, den Vorsitz zurückzulegen. Eitel und stolz, dass er und nicht ein Jurist den Vorsitz führt. Er ist vor lauter Eitelkeit und Stolz in die Falle der ÖVP gelaufen. Die schwarzen Anwälte im Ausschuss kommen wahrscheinlich aus dem Lachen nicht mehr heraus, wenn sie an Dickingers Fachkompetenz denken. Hätte man Dickinger die Friedhöfe gegeben, würden sich dort die unbegrabenen Leichen zu Bergen türmen.

Dieser Mann erklärt uns jetzt, er sei der beste für das Bürgermeisteramt? Das kann er nicht einmal altehrwürdigen Roten wie mir einreden. Ich werde vielleicht die SPÖ wählen, um den ganz schlimmen Absturz zu verhindern. Ob ich mit meiner Stimme das kann? Ich werde es wahrscheinlich dennoch versuchen. Aber eines mache ich ganz sicher nicht! Meine Stimme für Dickinger als Bürgermeister hergeben! Das wäre ein zweiter Fall Köppl, aber zum Quadrat. Eitel, inkompetent und  eine glatte Fehlbesetzung. Wie kommt er auf die Idee, „die besten inhaltlichen und formalen Voraussetzungen“ zu haben?

Was mich aber besonders entsetzt hat, war die Art, wie er über die beiden Spitzenkandidaten der FPÖ hergefallen ist. Man soll die FPÖ für ihre Politik ordentlich kritisieren. Ich mag deren Politik auch nicht. Bevor ich aus Protest die FPÖ wähle, bleibe ich zu Hause oder überlege mir eine Alternative zur SPÖ, was in Gmunden gar nicht so einfach ist, wenn man in der Wolle rot gefärbt ist.
Aber was Dickinger in Richtung von Frau Enzmann und Herrn Colli sagt, ist unerhört und eine furchtbare Entgleisung. Keine politische Kritik, sondern Kritik am Alter!
Hätte Herr Dickinger eine ordentliche Kinderstube, würde er nicht mehrmals auf das „Alter“ von Frau Enzmann hinweisen. Wer eine gute Erziehung und Manieren hat, weiss, dass Damen kein Alter haben. Es gehört sich schon im täglichen Umgang jenseits der Politik nicht, Frauen auf ihr Alter anzusprechen. Herr Dickinger erweist sich hier als unhöflicher Rüpel. So will er Stimmen aus dem Gmundner Bürgertum bekommen? Viel Glück!
Auch Herrn Collis Alter ist unerheblich. Warum soll jemand in seinem Alter nicht mehr in der Politik sein? Gibt es ein Alterslimit nach oben? Ist das ein politisches Argument? Herr Dickinger hat übersehen, dass auch auf seiner Liste ca. ab Platz 12 fast „nur“ noch Pensionisten kandidieren. Zwei der vier Erstgereihten sind nach seinem Maßstab auch nicht mehr ganz taufrisch. Der sechstgereihte ist Frühpensionist. Dickinger diffamiert so seine eigenen Leute! Wer selbst im Altersheim sitzt, soll nicht mit den künstlichen Zähnen herumwerfen! In einer Zeit, da Arbeiten bis 67 oder länger diskutiert wird, ist es auch unter diesem Aspekt unerhört, das Alter der Gegenkandidaten ins Gespräch zu bringen. Ausserdem ist Gmunden eine „alte“ Stadt, da ist es schon aus Gründen der Repräsentation demokratisch sinnvoll, wenn ältere Menschen aktiv in der Politik tätig sind.

Viele weitaus ältere Menschen als Herr Dickinger haben mehr Ideen, bessere Einfälle und sind im Kopf wesentlich jünger als Dickinger. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Er ist ein typischer Alt-Politiker, auch wenn ich diesen Begriff nicht gern verwende.

Was sagt übrigens der SP-eigene Pensionistenverband zu dieser Entgleisung? Ob Dickinger sich da die Stimmen der „Alten“ holen kann?

Genosse Dickinger beschreibt sich selbst als „glaubwürdig, ehrlich und kompetent“ und als „Profi“. Ich kann nichts davon erkennen und wende mich enttäuscht und entsetzt ab. Meine Stimme bekommt er bei der Bürgermisterwahl auf keinen Fall. Auch wenn er genug Fürwitz besitzt, den verstorbenen ÖVP-Bürgermeister Herrmann, der sich nicht mehr wehren kann, als „Wahlhelfer“ herbeizurufen. Dieser habe ihm, Dickinger, anläßlich der Wahl im Jahr 2009 geflüstert, er hätte ihn gewählt. Unter Bescheidenheit, auch die reklamiert Dickinger für sich, verstehe ich etwas anderes.
Auch wenn die Farbe „grün“ nicht meine persönliche Leidenschaft ist und letzten Endes rot wählen werde, so ist mein Bürgermeisterkandidat der grüne Sperrer. Der wirkt kompetent und ehrlich, hat sich was gegen die ÖVP getraut und gezeigt, dass er die Politik nicht braucht, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Für mich ist er ein Bürgermeister, wie man ihn sich nur wünschen kann.


Politiker in Gmunden

Ein kurzer Gastkommentar von Dagobert Zehschütz

ÖVP Stefan antwortet nicht, wenn es ihm nicht genehm ist. Das Thema nicht seinen Vorstellungen entspricht. Alles Super usw. – einfach ein klassischer ÖVP Jungpolitiker. Wird nicht besser werden oder???

SPÖ-Blabla-Christian. Warum hat er verschwiegen, daß er verheiratet ist. Oder ist er gar nicht verheiratet?? Frau oder …
Wer seine zehn Bücher gelesen?
Sind sie wertvoll oder????? Enthalten sie Beileidigungen gegen ehemalige Adelige?
Selbst schreibt er über sich, glaubwürdig zu sein! Wer glaubt dies? Weiters beschreibt er sich als ehrlich und kompetent. Wer in Gmunden kann diese Selbstbeschreibung des BLABLA-Christian nachvollziehen???
Das er ein Profi sei, so lobt er sich, können wir nicht nachvollziehen.
Die Selbstbeschreibung im SPÖ-Blatterl glaubt nur er, weil er an sich selbst glaubt, der erfahrene Parteisekretär. Was hat er sonst noch in seinem Leben geleistet???? Bevor er den veranwortungsvollen JOB bei der Partei bekommen hat.
Angeblich ist die SPÖ Gmunden gerade dabei, eine Beratungsstelle einzurichten, wie man ab Alter von 29 Jahren in Pension gehen kann. Sie sollen über Spezialisten verfügen, die sich da auskennen.


Kurze Beschwerde der Neos mit langer Antwort von Babsy B.

Ein anklagendes Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Jetzt ist der Gmundl doch zur Wahlkampfpostille der BIG geworden…. Es ist nur schön, dass die Leute auf der Straße lieber mit uns reden!

Lieber Herr Krausshar!
Wir sind niemandens “Wahlkampfpostille”, gell! Wir können nichts dafür, wenn die BIG-Leute sich ins Zeug schmeissen und viele von ihnen hier viel posten.
Ich habe ohnehin sehr mitfühlend geschrieben, dass in dieser Zuspitzung zwischen Schwarz und Blau die Neos und die SP unter die Räder kommen. Ich bekenne mich auch dazu, dass beide Parteien einen grossen Eigenanteil an ihrem Elend haben. Die Neos haben bei der NR-Wahl einen massiven Vertrauensvorschuss erhalten, und jetzt sind viele Leute enttäuscht. Das hat nichts mit den Medien und der Berichterstattung zu tun, sondern mit schweren Fehlern.
Schon der Faymann ist mit einem Brief an die Krone ausgerutscht. Was macht der Strolz? Er schickt ein Gedicht an die Krone, über das ganz Österreich wiehert vor Lachen. Dann all die Ungereimtheiten in Fragen Privatisierung, TTIP usw. Mir war das LiF, wie vielen, durchaus sympathisch, was sein Engagement in Fragen Bürger- und Menschenrechte betraf. Der unreflektierte Wirtschaftsliberalismus hat mir nicht behagt, auch so wie vielen anderen. Ähnlich geht es mir jetzt mit den Neos.

Wir können nicht beurteilen, ob “die Leute auf der Strasse” lieber mit den Neos oder der BIG reden. Wenn es so sein sollte: Gratulation an die Neos. Möge es einen Niederschlag am Stimmzettel finden. Wir sagen dauernd: wir wünschen möglichst viele Listen im Gemeinderat, ein Abbild der Bevölkerung. Da zählen die Neos zweifellos dazu.
Sie haben hier jede Möglichkeit, Ihre Gedanken zu veröffentlichen, auch ausführliche Stellungnahmen. Leider kommt da in letzter Zeit, gerade in der Hochphase des Wahlkampfes, nichts. Wir können ja nicht  die Kommentare für die Neos schreiben. Das müssen Sie schon selbst machen, so wie die Leute vom BIG. Herr Kassmannhuber, der Listenführer der BIG, investiert erkennbar viel Zeit in Gastkommentare. Die Neos liefern da leider derzeit gar nichts – ausser Jammern über Medien und gmundl-Blog.

Aber trotzdem: wir wünschen Ihnen den Einzug in den Gemeinderat. Jede Liste mehr, die dort Kontrolle ausübt, ist wertvoll. Aber uns fehlt ein wenig der Glaube, dass die Neos es schaffen. Sie können von uns nicht verlangen, dass wir das nicht sagen. Das letzte Wort hat ohnehin die Wählerschaft. Wir halten bei allen unseren Zweifeln die Daumen, dass die Neos es schaffen.
Babsy Bitzschnell f. d. Team Gmundl


Wir setzen unsere Serie kongenialer „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“ fort. Kommentare sowas von überflüssig!

gruen_plakat_05_schwarzbleibt

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Und hier nocheinmal der Link zu unserem speziellen Werbespot, der natürlich die ÖVP unterstützen soll!

Versprechen und brechen – Der Film


 

Weltuntergang?
24. September 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über Weltuntergangs-Szenarien
Einserkasterl von Sorgvolle Gmundner „Was ihr wollt“
Eine Wutrede von „Orakel von Gmunden“
GK von Innerstädter über Verantwortungsloses
GK von Marge Lila über seinen neuen Brieffreund Stefan
GK Reinhold Kassmannhuber über Mut statt Wut

Liebe Leserleins!

So kurz vor der Wahl muss auch Ihre Babsy sich nochmals zur Tastatur setzen und ein paar tröstende Worte schreiben. Weil Trost werden einige brauchen, gell. Weil da sehen einige ihre Felle die Traun hinunter schwimmen. Vor allem die ÖVP.

Die hat jetzt Umfragedaten, dass denen so richtig die Zahnderln klappern. Knieschnackerln ist dort ausgebrochen mitsamt so richtigen Weltuntergangsszenarien. Dabei geht es natürlich nicht um die wirkliche Welt, sondern um die Welt der ÖVP. Die letzten Umfragen haben dort Heulen und Zähneknirschen ausgelöst. Nichts ängstigt die ÖVP mehr als ein Machtverlust. Ist natürlich bei anderen Parteien nichts anders. Aber absoluter Machtverlust löst absolute Panik aus. Die ÖVP hat Angst, von der FPÖ überholt zu werden. Die Daten für die ÖVP werden fast täglich schlechter. Sie befürchtet, von der FPÖ überholt zu werden.

Ist diese Angst berechtigt, oder versucht die ÖVP ihre Wähler zu schrecken und so an die Wahlurnen (wieso erinnert mich dieses Wort an Leichen?) zu treiben? Die ÖVP setzt auf ihr einziges, inzwischen auch schon recht lahmes Zugpferd: Pühringer. Die ÖVP kommt nicht mehr vor. Die Leute sollen, bittebitte, den Pühringer wählen, damit die ÖVP nicht untergeht.
Natürlich ist das ein reines Schreckgespenst. Pühringer wird Landeshauptmann bleiben – ausser alle anderen Parteien tun sich zusammen. Aber wer glaubt in OÖ anf blau-rot-grün? Nicht einmal der letzte Dorfdepp. Das ist alles nur Vernebelungstaktik der ÖVP. Die Grünen hoppeln mit, weil der Rudi Angst um sein Sesserl hat. Angeblich ist der UHU OÖ-weit ausverkauft. Wir haben noch ein paar Tuben über, gell, aber die geben wir nicht her. Nicht dem Rudi, gell, weil der ist selbst schuld an seinem Unglück. Wir können aber gern ein paar Lösungsmitterln für Klebstoff schicken, damit man den Kerl von seinem Sessel herunter bekommt. Dann hat er zwar ein paar Tage lang leicht gerötete Arschbackerln, aber das sieht ja niemand, gell! Die andere Möglichkeit: die Hose bleibt am Sesserl picken, nur der Rudi wird aus der Hose geholt. Sesserl plus anklebende Hose kommen ins Landesmuseum. Jetzt versteht frau, was damit gemeint ist, wenn jemand die Hosen verliert. Kicher. Babsy, sei nicht so unernst!

Nun, was ist wahr an den Schreckensszenarien der ÖVP? Sie haben einen realen Hintergrund. In den Umfragen liegen die schlechtesten Werte der ÖVP bei 33 %. Das wäre die echte Arschkarte. Die besten Werte der FPÖ sind bei fast 35 %. Das heisst: im Rahmen der Bandbreite kann die FPÖ unter Umständen am Wahltag vor der ÖVP liegen. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, undenkbar aber auch nicht. Niemand weiss, welche Angst-Dynamik die Flüchtlingsfrage in den nächsten Tagen noch entwickelt. Aber in den Meinungsforschungs-Instituten geht niemand ernsthaft davon aus, dass die FP die ÖVP überholt. Man schätzt die ÖVP auf 35 % plus ein, die FPÖ knapp an oder ein wenig über der 30 %-Marke. Sehr unschön für die ÖVP, aber keineswegs der Verlust des Landeshauptmannes. Aber doch ein kräftiger Machtverlust. Denn wen nimmt man als Koalitionspartner? (Korrekter muss man sagen: fixer Zusammenarbeitspartner, denn es gibt formal keine Koalition, da ja alle Parteien ab einer bestimmten Größe in der Regierung vertreten sind. Mit den Grünen gab es bisher eine sogenannte „Arbeitsübereinkunft“.)

Mit den Grünen wird es sich nicht ausgehen, wenn die FP so gut abschneidet, und die Grünen nicht deutlich zulegen. Mit der SP gibt es zwar eine Mehrheit, aber wie sieht eine Koalition der „Verlierer“ aus? Nicht gut. Der Vorteil dieser Variante: sie ist für die ÖVP billig zu haben. Die SPÖ scheppert nämlich wie ein Kluppensackerl vor dem, was da kommt, wenn man einen Landesrat und eine Menge Mandate und schon wieder fast ein Drittel der Wählerschaft verliert. Allein der Verlust an Parteienförderung ist enorm und für die ohnehin finanziell ausgelaugte SP eine Katastrophe. Da wäre es natürlich Balsam auf dem geschundenen Parteikörper, wenn man wenigstens ein Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP hätte.
Bleibt als Koalitionspartner eine fast gleich starke FPÖ. Das wird teuer. Ausserdem, und da muss man der ÖVP leider zustimmen, befällt einem angesichts der Qualifikation des Personals der FPÖ das blanke Entsetzen. Man hat das ja schon einmal erlebt, als blau-schwarz die Bundesregierung stellte. Die Aufräumarbeiten sind bis heute nicht erledigt, Ende nicht absehbar. Kosten ebenso wenig.

Natürlich könnte die ÖVP es mit einem freien Spiel der Kräfte versuchen. Aber da ist der Machtverlust noch grösser. Also wird man das zu vermeiden versuchen. Schon jetzt erklären ÖVPler, dass freie Mehrheiten eine langfristige Planung verunmöglichen würden. Was natürlich ein Unsinn ist. Aber man braucht eine Landtags-Mehrheit für die Wahl des Landeshauptmanns. Auch das wird nicht ganz billig. Das grosse Schachern wird noch am Wahlabend einsetzen. Ob das eine Verbesserung bringt, darf frau bezweifeln.

In dieser Zuspitzung kommen die Roten und die Neos total unter die Räder. Aber beide Parteien sollen sich nicht darauf ausreden. Der Eigenanteil am Desaster ist extrem hoch. Die Neos mit ihrer irrlichternden Politik, deren Konturen man kaum erkennen kann, und wenn, grinst einem blöd der Neo-Liberalismus entgegen – wer soll das wählen? Wen spricht das an? Auch das Personal ist nicht besonders überzeugend. Obwohl es irgend wie eh lieb ist, wenn der Strolz Bäume umarmt. Ist mir lieber, als wenn die ÖVP ihre Asamers und Neumanns umärmelt (gut, bei letzteren soll auch die SPÖ sich ums Umärmeln drängeln, gemeinsam mit den Grünen, was ist eine ménage à trois plus eins? Die Regio!).
Und die SPÖ? Da kannst nur noch betreten schweigen, Babsy, sag ich mir. Auf Tote tritt frau nicht. Die wären besser gefahren, wenn sie den kantigen und angriffigen Stil vom Haider weitergeführt hätten. Da ist sich Ihre Babsy sicher. Auf Samtpfoten dahinschleichend kommt man nicht zu den Wählerleins, gell! Jeden Scheiss mit beschlossen. Ich sage nur: Spitals“reform“. Aus lauter Angst vor dem Sesselverlust hat man die Abschaffung der Proporzregierung verhindert. (Ok, es wäre natürlich ausführlich zu diskutieren gewesen, wie man die Einschau- und Kontrollmöglichkeiten der Opposition extrem verbesssert!) Da war sogar Rudi Ratlos mutiger. Aber wahrscheinlich war es bei ihm nur Tarnen und Täuschen, er konnte sich ja darauf verlassen, dass SPÖ und FPÖ das verhindern. Die FPÖ, weil sie Angst hatte, dann trotz starker Zugewinne mit einem Koalitionspakt ausmanövriert zu werden. Viele Mandate, aber machtlos auf der Oppositionsbank. Ein paar Prfünde will auch die FPÖ haben, gell! Weiss man ja inzwischen, dass die heimatliches Quellwasser predigen, und fremdländische Luxusweine süffeln.

Heute sind wir ein wenig später online. Wir haben noch auf das wunderbare Werbefilmchen für die ÖVP gewartet. Unser Studio hat die ganze Nacht gebastelt, bis es stand. Überzeugend, echt! Wer jetzt nicht ÖVP wählt, muss voll behämmert sein, gell! Diese Werbespöttchen läuft unter dem Motto „Die Rache des Archivs“ (nach einem Spruch vom verstorbenen ZiB-Anchorman Robert Hochner, dass das Archiv die Rache der Journalisten an den Politikern ist).

Ich wünsch allen Leserleins einen spannenden Countdown bis zum Wahltag. Die ÖVP studiert derweil das Johannes-Evangelium, die Apokalypse. Was die SPÖ machen wird, die ist ja eher evengaliumsfern, wissen wir nicht. Vielleicht versucht sie es einmal mit Besinnung auf Nähe zu ihren Wählerleins.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Der Film – Wählt ÖVP!

Wir sparen uns erläuternde Worte. Der Film spricht für sich selbst. Nur soviel: retrospektiv betrachtet fragt man sich, wie so ein Gestammel, wie es hier zu hören ist, die Wähler dazu gebracht hat, Köppl mehrmals zum BM zu wählen. Waren die Gegenkandidaten noch inferiorer? (Das Video braucht ein wenig Zeit, um geladen zu werden! Also bitte keine Ungeduld, Sie bekommen Ihren ÖVP-Stoff mit Sicherheit!)

Der Film

(Wir danken Michael Amon, dass er uns seinen YouTube-Account für die „Lagerung“ des Videos zur Verfügung gestellt hat, da das Video auf der Facebook-Seite von Gmundl nur für Facebook-User zugänglich ist.)

Bitte darauf achten, dass der Cursor nicht auf dem Video-Bild steht, da man sonst mitunter die Untertitel nicht sieht (sie werden dann nämlich von den Steuerungselementen für das Video verdeckt!). Und eventuell die Stummschaltung (rotes Lautsprechersymbol rechts unten) wegschalten (einfach anklicken).
Für bessere Bildquälität bitte auf HD (rechts unten) klicken! (Verlängert die Ladedauer!)
Für besonderen Genuss bitte auf Vollbild schalten!


Was ihr wollt

Einserkasterl von Sorgvolle Gmundner

Wollt ihr mehr Schulden Wirtshausgemeindemandatare dann öVP!
Wollt ihr weiter Bla Bla Politiker wo ein Teil der Funktionäre schon bevor es mit dem Arbeiten liosging frühpensioniert wurde. Sonst fehlt solchen Funktionären nichts nur wenns von der Arbeit hören sind sie krank.
Wollt ihr Grün Marsmänner wählen dann grün.
Bei Blau nennen sich Frühpensinisten Öb Maganer.
Garant für hirnvolle Tätigkeit, ist natürlich BIG. Die einzige Gruppe von Durchschnittsbürgern, die Gmunden verbessern können und lauter Funktionäre haben die in der Arbeit, Beruf, Privat, Leute mit Hausverstand ………..
Einfach BIG wählen, dann wird alles besser in Gmunden!
Natürlich falls es genügend Zustimmung gibt!
Freundliche Grüsse von Sorgvolle Gmunder!!


Wutrede

Ein sehr polemischer Gastkommentar vom Orakel von Gmunden

Hätte man schon auf mich 2009 gehört und der mittlerweile aus seinem Amt entfernte BGM Köppl auf meine Prophezeiungen zurückgegriffen und sie befolgt, stünde Gmunden nicht völlig abgesandelt und verödet da. Köppls Anhänger lecken noch immer die Wunden nach seiner Entfernung aus dem BGM-Amt und sind daher nur mehr desorientiert – “einer von uns wurde entfernt”. Köppl stünde nicht als Buhmann nach 17 Jahren da, hätte er eine Ehefrau plus Kinder plus Freunde gehabt, die ihn geerdet hätten. Köppl ist nur weiteres Opfer des desaströsen, zwischenmenschlichen Klimas von Gmunden.

Die “Österreichische Verwirrtheits Partei” Gmunden zeugt mit ihrer Personenliste, wie degeneriert die seit 1956 tonangebende Gmundner Partei mittlerweile ist – eigentlich ein Fall für die Nulllinie, um sich in 6 Jahren härtester Opposition – mit gnädigen 4 Prozent ausgestattet – sich wieder neu zu strukturieren.
Die Performance mit “Krapfen und Most” zum Kennenlernen des ÖVP-Teams schreckt viele ab, die selbst Notnagelinterimsbürgermeister Krapf nicht kennen, alles andere als (klein)städtisches Niveau – so ein Niveau gibt es nicht einmal in “Grammatgrauslich”. Einhelliger Tenor: “soll ich mich – in einen Krapfen beissend – mit Krapf und Co unterhalten, um ihn/die Listenhalter kennenzulernen”? Der arme Krapf hat es in 10 Monaten Bürgermeisteramt zu nichts gebracht, außer, dass Klima im Gemeinderat besser wurde. Er hat keine Ecken und Kanten.

Vor allem der xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Schlair xxxxxxxxxxxxxxxx – von daheim nichts mitbekommen, bis heute nicht gelernt, eingeigelt, wenn jemand nicht seinem xxxxxxx Niveau entspricht – schreckt jeden intelligenten Gmundner ab. Gut, von der Sorte gibt es nur 2 Hände voll!
Auch zugezogener Schlair trägt zur Ortsverschandelung bei, tatkräftig unterstützt von Krapf. Das merken auch die halbintelligenten Gmundner.
Selbst Postzusteller in dem Rayon – der mir schon über das tiefe Niveau an Menschen hier und nichtvorhandener Nachbarschaft seit Jahrzehnten zustimmte – war entsetzt, dass Schlair an 2.Stelle der ÖVP-Liste ist und es mit dem an der Position mit Gmunden endgültig den Bach hinuntergehen wird.

Was propagierte ÖVP! Gmunden, die “Stadt am See” – ist in dem heissen Sommer der “Gmundengletscher” geschmolzen, dass das Dorf nun direkt am See liegt, wo es doch schon immer war – und Alleinstellungsmerkmal – ich sag nur Bregenz, liegt direkt am Bodensee mit weltgrösster Seebühne.
Marina mit Bootsstegerl im Dorfzentrum – sollen zB die Ebenseer am Seeweg kommen, um ein Hoserl bei Schönleitner zu kaufen? Zum Vergessen.
Celox ist schon abgesandelt, da brummt Segelklub Altmünster direkt mit Kursen für Kinder und Jugendliche, während in Gmunden Altersheimambiente herrscht.
Beachvolleyballplatz auf Esplanade! Wie sieht denn das an der Stelle aus? Der Beachvolleyplatz beim Seebahnhof ist schon schwach frequentiert!
Therme kommt nicht! Könnte sowieso nur ein Hallenbad werden! Nicht einmal das schaffte man in Gmunden nach Schließung von Moosberg in den letzten 25 oder 30 Jahren, während selbst Ebensee ein Hallenbad hat.
Also Gmundner, strafts euer Image der Einfaltspinsel am Sonntag ab und wählt die “Bürgerliste” als neue ÖVP Gmunden, knapp gefolgt von “Neos” und Sperrer als Bürgermeister. Einen Menschen seines Formats als BGM wird Gmunden brauchen bei den weiteren Bauvorhaben, der Rückgrat hat, nicht als Marionette an einer Landespartei hängt und nicht vor jedem Investor gleich in die Knie geht.
Das Orakel sagt – also ich – dass Gmunden bei der Stunde Null beginnen muss und mit der von mir angeregten Konstellation.

Anm. d. Red.: Wir mussten ein paar Stellen aus-X-erln, weil sie presserechtlich bedenklich waren.


”Neustart ohne Verwantwortung?”

Ein Gastkommentar von Innenstädter

Jedermann in Gmunden weiß , daß unsere Stadt in den letzten 18 Jahren auf vielerlei Ebenen ”abgesandelt” ( Zitat Dr.Leitl ) ist, sei dies in bezug auf Wirtschaftsstandort, Tourismus, sozialen Wohnbau, Stadtbild, Verkehrsproblematik und die politische Kultur.

Eine dynamische Entwicklung gab es nur bei der Verschuldung , die fast exponentiell von 4 Mill.EUR auf 4o Mill.EUR gestiegen ist. Politisch verantwortlich hiefür ist primär die ÖVP (absolute Mehrheit von 2oo3 – 2o15) . Dies aber teilweise unter tatkräftiger Mithilfe oder bei Schweigen der anderen Parteien.
Diese Tatsache dürfte der ” ÖVP Gmunden 2o15 ” sehr wohl bekannt sein:
Denn einerseits hat man alle fünf Stadtratsmitglieder entweder aus dem Verkehr gezogen (Köppl, Schrabacher, Meingast, Ortner) oder deutlich zurückgereiht (Mizelli). Zum anderen hüten sich Krapf und seine neuen Mitstreiter panisch, sich als
Mitglieder der ÖVP zu deklarieren (”Krapf und sein Team”). (Anm. d. Red.: Der Pühringer macht es inzwischen auch so.)
Sie wissen ganz genau, welchen Schaden die ÖVP von 1997 – 2o15 über unsere Stadt gebracht hat!
Da stelle ich mir als jemand, für den es die Begriffe ”Fehler – Schuld – Verantwortung” nach wie vor gibt, doch einige Fragen.
Herr Köppl hat bei senem Abgang in einer irrwitzigen Pressekonferenz gemeint, daß er für Gmunden sehr wohl viel Positives bewirkt habe. Realitätsverweigerung pur! Die anderen Stadtratsmitglieder haben sich heimlich, still und leise verkrümelt.
Kein Wort des Bedauerns ob des eigenen Versagens . Kein Wort der Entschuldigung an die Bevölkerung für den ihr zugefügten Schaden ( materiell und ideel).
Wenn kleine Kinder Fehler machen, dann versucht man, sie zu Einsicht, Entschuldigung und neuem Bemühen anzuleiten.
In der Politik gilt dies offenbar nicht !

Das ”Neustart”-Getue der Krapf-ÖVP ist ein Ablenkungsmanöver von dem Saustall, den uns die Köppl-ÖVP in den Keller gelegt hat.
Und für den sie sich nicht verantwortlich fühlt!
Eine sehr leicht durchschaubare Taktik!

P. S.:Es hätte hier schon eine saubere Lösung gegeben!
Die ÖVP verzichtet ob dieser Altlasten auf eine Kandidatur bei den Gemeinderats-und den Bürgermeisterwahlen 2o15!
Das wäre Handeln mit Format gewesen …


Eine neue Brieffreundschaft

Gastkommentar von Marge Lila

Hallo Babsy,

ich habe einen neuen Brieffreund. Stefan heißt er, und ein Foto hat er mir auch schon geschickt. Er verspricht immer allen ganz viele super Sachen. Er schreibt von Badeplätzen, Volleyballplätzen und vielen lustigen Mega-Partys in seiner Stadt. (Ich glaube, er ist irgendein „hohes Tier“) In einem Brief hat er mir gesagt, ich soll sehr nett und freundlich zu allen sein. Eh klar, versprochen.

Heute habe ich wieder einen Brief von ihm bekommen. Er schreibt jetzt ganz viel darüber, wie viel Schwung in seiner Stadt auf einmal ist. Er sagt, dass er ganz viel arbeitet, und dass ohne ihn totale Windstille in dem Kaff herrschen würde. Der Ärmste. Anscheinend hilft ihm keiner beim Arbeiten. Es macht mich schon ein bißl stutzig, dass er so ganz alleine ist bei der Arbeit. Er schreibt nie was über seine Familie und seine Freunde. Geben tut’s da anscheinend schon jemanden, weil er bittet mich, auch seinem „Team“ zu vertrauen. Also, irgendwie müssen das gscheit faule Säcke sein, wenn er immer alles allein machen muss. Wahrscheinlich sind die auch nicht so fesch wie er, weil sonst würd er seine Freunde ja auch mal vorstellen. Ich hab den Verdacht, irgendwie geniert er sich für die.

Anscheinend hat er aber einen alten Onkel in Linz. Der hat mir heute auch geschrieben. Stell dir das vor! Hoffentlich will der Stefan nicht mehr von mir. Heiraten tu ich ihn, bei DEN Freunden, sicher nicht! Der Onkel dürfte auch was Bsondres sein. Er sagt, er will arbeiten, kämpfen und entscheiden. Du liebe Zeit, der alte Herr hat sich aber was vorgenommen! Er will auch seine eigenen Vorschriften und Verordnungen abschaffen. Das find ich super, endlich ein Onkel, der seine eigenen Erziehungsmethoden abschaffen will. Das wird lustig! Er will auch weiter mit mir übers Internet in Kontakt bleiben. Na, das lass ich mal lieber. Das hat schon beim Stefan nicht geklappt. Er antwortet nämlich nie, wenn ich ihn da was frage. Da tut er dann, als ob er mich nicht kennt. Ich glaube, ich schlag ihn mir aus dem Kopf. Das wird nie was mit uns beiden.

Bis bald
deine Marge


Mut statt Wut!

Ein Gastkommentar von Reinhold Kassmannhuber

“CountDown” schildert seine/ihre persönliche Meinung zur politischen Entwicklung Gmundens in seinem/ihrem Beitrag “Gmundner Prioritäten”. Ein Artikel, der mit viel Empörung, aber leider auch mit viel Wut geschrieben wurde. Die B.I.G. Bürgerinitiative Gmunden will dieser WUT jedoch den notwendigen MUT für Gmunden entgegensetzen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Gmundens Politik nicht Wut, sondern endlich wieder MUT und VERSTAND, sowie KONTROLLE mit KOMPETENZ braucht.

Hätte MUT bisher die Stadtpolitik bestimmt, dann gäbe es kein Hotelfiasko, es gäbe einen verbindlichen Bürgerentscheid über das SRT-Schienen-Projekt, es gäbe eine transparente und bürgerfreundliche Baupolitik, es gäbe endlich ehrliche Antworten zur völlig verunglückten Verkehrslösung Gmunden/Pinsdorf, es gäbe Antworten auf die tatsächlich angestrebte Verkehrsberuhigung in der Innenstadt, es gäbe ehrliche Antworten auf die geplante Führung der Citybuslinien, und es gäbe vor allem Bürger- und nicht Klientelpolitik.

Hätte VERSTAND die Stadtpolitik geleitet, dann gäbe es ein stimmiges, konkretes touristisches Konzept, es gäbe ein flexibles, modernes öffentliches Verkehrsnetz für alle Stadtteile, es gäbe dem tatsächlichen Bedarf einer Kleinstadt angepasste, öffentliche Bauvorhaben, es gäbe kein rechtliches und finanzielles Fiasko am Seebahnhofgelände, es gäbe keinen bedrohlichen Schuldenberg, es gäbe eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt ganz ohne Schienen, Kettenabsperrungen und Baggerschaufeln, es gäbe genug finanzierbaren Wohnraum für junge Gmundner/innen.

Die B.I.G. sieht es als ihre Aufgabe, sich mutig und nicht wütend für die Gmundner/innen und die Stadt einzusetzen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, klare und ehrliche Antworten zu geben und diese auch einzufordern.
Wir werden daher auch an dieser Stelle wieder die Frage an Bürgermeister Krapf und Stadtrat Sageder richten, warum die direkte PKW-Verbindung Gmunden/Pinsdorf nicht gebaut wurde. Wir wissen jetzt, dass es nicht an den Kosten liegt, wir wissen, dass es technisch möglich ist. Da auch in diesem Fall seitens der Verantwortlichen wieder keine klare Antwort kommt, gibt es nur eine logische Erklärung: Die Einbindung der Straßenbahn und der Bau der Remise haben diese direkte PKW-Verbindung gekappt. Ein Beispiel dafür, wie Klientelpolitik wieder einmal vor Bürgerinteressen gestellt wird; eben das Gegenteil von mutig!

Die B.I.G. ersucht “CountDown” daher, uns seine/ihre Stimme nicht aus Wut, sondern für mehr Mut, Verstand, Kontrolle und Kompetenz zu geben. Mutige, vernünftige und korrekte Menschen sind in der B.I.G. vertreten und sicher auch in anderen Gruppierungen zu finden. Mit diesen wird die B.I.G. gerne zusammenarbeiten und so eine Allianz für Gmunden und gegen Klientel- und Verschleierungspolitik bilden.

Die B.I.G. dankt jetzt, am Ende der Wahlauseinandersetzung, den vielen Gmundner/innen, die uns in den letzten Monaten mit Rat und Tat unterstützt haben. Wir danken den vielen Bürger/innen, die uns in Gesprächen und Diskussionen bestärkt haben. Es gibt eben keine erfolgreiche Bürgerinitiative ohne die Bürger/innen. So soll es mit der B.I.G. auch in Zukunft weiter gehen.

Abschließend danken wir Frau Birgit Müller für ihren wichtigen Rat an alle direkten Anrainer der geplanten StadtRegioBahn, die Fassaden ihrer Häuser jetzt und sofort zu kontrollieren. Sanieren oder Reparieren wird im Falle einer SRT-Zukunft eine noch teurere Angelegenheit für die betroffenen Hauseigentümer. Leider ein weiterer Beweis dafür, wie die SRT und ihre Betreiber über die Gmundner rücksichtslos “drüber fahren”.

Reinhold Kassmannhuber ist Listenerster der Bürgerinitiative Gmunden B.I.G.


Das Team Gmundl hat eine neue Mission! Wir müssen die ÖVP retten. Daher werden wir uns bis zum Wahltag noch voll ins Zeug legen und auf Plakanten weitere Argumente liefern, warum man in Gmunden die ÖVP wählen und Krapf zum BM machen muss! Noch ist Gmunden nicht verloren!
Im Dienste der ÖVP also das neue Sujet aus unserer hochbeliebten Reihe „Wahlplakte, die wir gerne sehen würden“.

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Am Oberkiefer
23. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart denkt laut nach
Gastkommentar von CountDown über Gmundner Prioritäten
Gastkommentar von Birgit Müller über Gmundner Masten

Liebe Leserschaft!

Wir denken, gerade in den letzten Wochen vor der Wahl hat sich wieder gezeigt, wie wichtig dieser Blog ist. Ganz ohne Eigenlob. Allein in den letzten Tagen hatten wir rund 10.000 Zugriffe. Das ist eine ganze Menge. Wir leben nur von der Mundpropaganda. Aus unserer Sicht: wer in Gmunden politisch interessiert ist, der tummelt sich hier, sich umschauend, lesend, schreibend. Dieser Blog ist so nicht nur ein wichtiger Multiplikator. Denn es sind die Menschen, die sich mehr Gedanken als andere machen, die hier unterwegs sind. Und sie tragen die Gedanken und Infos, die hier ausgebreitet werden weiter.

Auch die mitunter heftige Diskussion ist wichtig. Leider führt sie manchmal zu Missverständnissen und in ganz seltenen Fällen fühlt jemand sich völlig zu Unrecht gekränkt. Denn die Konfrontation mit anderen Meinungen ist auch eine Prüfwerkstatt für die eigenen Ansichten, für ihre Plausibilität, für ihre Wirkung. Die unterschiedlichen Meinungen ermöglichen das Bewerten der eigenen Argumente, eröffnen neue Sichtweisen. Was hier aufgenommen wird, landet mitten in der Gesellschaft, mitten im Leben. Unsere besonders aufgeweckte Leserschaft trägt weiter, was sie hier erfährt. Es sind die kritischen Opinion-Leader, die sich hier ein durchaus streibares Stelldichein geben. Nur so kommen wir zu neuen An- und Einsichten, zu neuen Ideen, die uns weiterbringen.

Die Zahlen, die in den letzten Tagen zusätzlich durchgesickert sind, lassen einiges für den Wahltag erwarten. Kein Wunder, dass die ÖVP noch die letzten Lager leerräumt und Land und Stadt mit immer inhaltsleereren Plakaten zumüllt. Es gibt nur noch eine Botschaft: Pühringer. Der fährt eine bemerkenswerte Doppelstrategie: selbst macht er in der Asylfrage einen Sidestep nach rechts, gleichzeitig hält er der FPÖ Bilder vor die Nase (die zuletzt auch von der ÖVP inseriert wurden), auf denen mit einem Militärfahrzeug für die FPÖ geworben wird bzw. Leute mit Leiberln herumlaufen, auf denen „Vizeweltmeister 1945“ steht, darunter der Reichsadler. Der unausgesprochene Vorwurf: die FPÖ bewegt sich im Dunstkreis von Rechtsradikalismus und Nazi-Tümelei. Wenn man das ernst meint, müsste man sich aber auch klar gegen eine Koalition mit der FP deklarieren. In Wahrheit ist der ÖVP das erst störend aufgefallen, als der Wahlkampf immer schlechter lief. Die Wähler merken die Absicht und sind verstimmt.

Dass am Rande der FPÖ sich merkwürdige Dinge abspielen, ist keine  wirklich neue Erkenntnis. Auch im Wiener Wahlkampf wird nicht mit der feinen Klinge gekämpft. Manches ist nur noch schwer erträglich. Man sehe sich dieses Video an, das angeblich aus dem Umfeld von FP-Sympathisanten kommt, der „Asylanten Song“ (auch die Deutschtümler/-dümmler sprechen inzwischen Denglisch):

Während die potentiellen SPÖ-Wähler in Gmunden noch immer auf eine Zeitung ihrer Orts-Partei warten, hat die Stadt-FP ein Flugblatt an die Haushalte versendet, in dem sie sich noch einmal voll und ausschliesslich auf das Regio-Thema schmeisst. Offenbar hat man Angst, die BIG könnte zu viele Stimmen auf sich ziehen. Vor allem von Leuten, die die Regio und die FPÖ gleichermassen ablehnen. Jetzt findet in den letzten Tagen vor der Wahl noch eine regelrechte Rauferei um die Regio-kritischen Wähler statt, von denen es offenbar eine ganze Menge gibt. Mehr als den Pro-Regio-Parteien lieb sein kann. Mehr als sie bisher wahr haben wollten.

Dass es jetzt ein Unterstützungs-Komitee für Krapf gibt, ist unterhaltsam. Man weiss inzwischen, dass solche Komitees nichts bringen, aber man kann es nicht lassen. Nur noch laut lachen kann man über die Ansage, es handle sich um ein „Prominenten“-Komitee. Prominent nicht einmal in Gmunden, hat man vergessen hinzu zu fügen. Der Bericht dazu in den OÖN, wie immer kongenial verfasst vom dortigen Mundl, der trotz Namensähnlichkeit mit Gmundl nichts mit uns zu tun hat (leider, denn wir würden ihm gern völlig uneigennützig den Unterschied zwischen Journalismus und Schurnalismus erläutern). Es ist ein PR-Artikel für die ÖVP. Wie gewohnt. OÖN, Lokalabteilung Gmunden halt.
Besonders pikant: auch der Obmann der Basket Swans ist mit dabei, jenes Vereins, dem die Krapf-ÖVP auf die schnelle und ziemlich still gerade erst einen angeblich fünfstelligen Betrag aus dem Gemeindebudget als Zuschuss genehmigt hat. (Steht natürlich nicht in den OÖN!) So genau weiss man den Betrag nicht, war eine geheime Kommandoaktion, man will die Steuerzahler ja so kurz vor der Wahl nicht beunruhigen. Der Swans-Chef lobt Krapf, wörtlich: „Weil ich seine Lösungsorientiertheit schätze“. So nennt man das also heute, wenn man Steuergelder ausstreut. Leute, das sind keine Steuergeldverschwender sondern „lösungsorientierte Politiker“. Stimmt! Sie helfen uns, uns von unseren sauer verdienten Steuergeldern zu lösen.

Es sieht so aus, als würden zwar die alten Seilschaften auf die Ränge verwiesen, dafür aber neue Seilschaften gebildet werden. Das also ist es, was die ÖVP unter Neubeginn versteht und „Die Chance für Gmunden“ genannt wird. Denn wenn bei den Swans das Geld für die Jugendarbeit knapp wird, liegt es daran, dass man sich und die eigenen finanziellen Möglichkeiten bei der Einkaufspolitik teurer Spieler vielleicht doch ein wenig überschätzt hat. Warum dafür dann schon wieder einmal die Steuerzahler gerade stehen müssen, soll die ÖVP bitte laut und öffentlich erklären. Unter der angekündigten Transparenz hat man sich was anderes vorgestellt.

Die ÖVP rudert überhaupt ziemlich. Wer die Bilder von der Präsentation der neuen Asyl-Linie der Schwarzen gesehen hat, kann sich über diese Truppe nur noch wundern. Ich verzichte auf Worte und lasse Bilder sprechen, nur soviel: diese strahlenden Gesichter spenden Hoffnung!

oevp_asyl_programm_1Scheinbar wurde den Damen und Herren gerade das Brieftascherl gestohlen, oder ein längerer Asylaufenthalt in Ungarn spendiert. Anders kann man sich die fröhlichen Gesichter nicht erklären. Sieger sehen anders aus!

Im Netz herrscht nur noch Hohn vor. Besonders gelungen diese Parodie:
oevp_asyl_programm_2

Mein persönlicher Favorit:
oevp_dollfuss
Die schauen so traurig, weil sie in den Räumen des VP-Parlamentsklubs gerade das dort gehängte Bild vom Dollfusz abgehängt haben. Wahrscheinlich tauschen sie es vorsorglich gegen eines vom Strache aus.

Liebe Leute, der Wahltag kommt näher. Tragen wir es mit Fassung. Noch fünf Tage (inkl. heute) werden wir umworben, angesprochen, angefleht. Mit Glasperlen beschenkt wie naive Südseeinsulander im 19. Jahrhundert. Mit Salzstreuern und Krapferln, mit grünen Besen und ähnlich nützlichen Dingen, die uns schon immer abgegangen sind. Am kommenden Montag ist es vorbei. Kein Politiker wird Sie mehr kennen, keine Anrufe von Parteien, keine Politiker, die sich erstmals auf Wochenmärkten unters gemeine Volk mischen, und eine grosse Krise der Spaten-Industrie. Denn nach den Eröffnungsorgien des letzten Jahres ist Ebbe in der Kassa. Da muss man wenigstens im Kleinen sparen. Also weniger Spaten und weniger Spatenfestspiele. Keine Sorge, man wird andere Wege finden, unser Steuergeld beim Fenster raus zu schmeissen. Geht ja dann wieder sechs Jahre lang. Warum hat eigentlich keine Partei das in ihrem Wahlprogramm: Verkürzung der Legislaturperiode auf demokratieverträgliche vier Jahre ???

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Gmundner Prioritäten

Gastkommentar von CountDown

Vor der Wahl am 27. September.
Über politische Verantwortung, „politisches Unternehmertum“ und die wahren Zeichen für Gmundner Prioritäten.

Die Nervosität steigt in ungeahnte Dimensionen.
Das Zusammentrommeln der herdengetreuen ÖVP-Anhänger im SEP (einem der hässlichsten Einkaufszentren Österreichs) ist Symbol für den „NichtWissenWohin”-Kurs dieser, seit Jahrzehnten das öffentliche und private Leben Oberösterreichs leider negativ dominierend-infiltrierenden politischen „Kraft” – der ÖVP.

Die Kleinstadt Gmunden ist das Paradebeispiel für den Lebenszyklus einer, für das Allgemeinwohl ungesunden, viel zu lange bestimmenden Mehrheitspartei und deren unaufhaltsamem Niedergang.

Zu lange an der Macht bedeutet immer (siehe jüngere Menschheitsgeschichte …), dass Politik = MACHT und EINFLUSS DURCH DEN ZUGRIFF auf staatsbürgergelieferte STEUERGELDER immer (leider!) missbraucht werden.

Der Schuldenstand Gmundens, mit Stand bei der „Machtübernahme” des ÖVP-Ex-Schuldenmeisters Köppl mit 4 MIO Euro – und der heutige Stand mit 32 (zweiunddreissig!!!) Millionen Euro – ist kollaterales Faktum.

Faktum ist, dass daran auch die Wähler von ÖVP und SPÖ die nächsten 100 Jahre und mehr daran zahlen werden (aber ebenso GRÜN- und FPÖ-Wähler, die diesen Wahnsinn sehenden Auges bei den letzten drei Gemeinderatswahlen gewählt haben)
DANKE ÖVPSPÖFPÖ und GRÜNE!!!!

Diese Schulden bedeuten steigenden Gebühren und Steuern. Und das laufend die nächsten Jahrzehnte!!!!

WOLLEN SIE, sehr verehrte bisherige SCHWARZ / ROT / GRÜN / BLAU WÄHLER das alles auch in Zukunft … WOLLEN SIE DAS WIRKLICH ???

Die Gmundner-FPÖ soll da explizit nicht aus der Verantwortung genommen werden.
Denn diese Partei ist und war willfähriger Steigbügelhalter der extensiven Schuldenpolitik Köppls – und will nichts anderes, als nach der nächsten Wahl mit der ÖVP eine Fortsetzung der KÖPPL-Politik unter dem Namen KRAPF-FPÖ.

Alles andere ist Wahlpropaganda, um den Damen-Sessel im Stadtrat Gmundens sich auch nach dem 27. September zu sichern … (deswegen hat Frau Enzmann auch postuliert, dass zwar beim ZUG DURCH GMUNDEN sooooo vieles gewaltig stinkt, aber man = sie selbst) nach der nächsten Wahl, ja immer noch mit den „Kollegen der ÖVP” bestens zusammenarbeiten möchte … Soviel zur „Anti-Zug-Partei-FPÖ” …
Da wird ganz bewusst getrickst, dass der Wähler nur ja meint, die FPÖ wäre eine gute Wahl. GLAUBEN SIE DER VERFASSERIN – DAS IST SIE NICHT!

Gmunden ist Paradebeispiel für das das unheilige Zusammenspiel von einflussgeilen, parteipolitisch motivierten – aber im Sinne der Allgemeinheit – grundsätzlich falsch liegenden, millionenteuren Entscheidungen aller amtierenden Rathaus-Parteifarben (ÖVPSPÖ, FPÖ und der GRÜNEN).

Besonders im Land Oberösterreich ist die offensichtliche Anbiederung eines „Ober-Rudis der Grünen“ an die ÖVP ein Abbild der wahren politischen Motive für das „Ach so engagierte Dasein von Menschen im Sinne einer politischen Richtung …”. (Da lachen doch die Hühner … und der Wähler, in dessen Stall der Politiker immer noch glaubt vermitteln zu können, dass Politiker sich für SEIN Wohlbefinden engagieren …).

Geht’s doch den POLITIKERN nur darum, den Sessel = das satte monatliche Gehalt samt unglaublicher finanzieller (Pensions-)-Zusatzleistungen zu erhalten. Und die vermeintlich damit zusammenhängende Macht! (Bezüge, die wertgesichert im Laufe der Perioden gerechnet natürlich insgesamt immer deutlich über der Inflationsrate liegen.)

Im Spiegel der jahrzehntelangen politischen ÖVP/SPÖ Infiltration dieses (OÖ)-Landes, bedingt auch durch die noch immer geltenden Gesetze, was Legislaturperioden etc. betrifft, die sich ÖVP und leider auch die SPÖ-Politiker selbst schaffen konnten, … ja im Spiegel dieser Abgehobenheit ist in den letzten Monaten vor der Wahl am 27. September plötzlich Angst um Macht, Einfluss und vor allem Endzeitstimmung hinter der mit letzter Kraft aufpolierten schwarz-roten (und besonders auch grünen) Oberfläche auf allen Plakaten im Land aufgestellt sichtbar geworden.

Der Niedergang der durch und durch, sich selbst überholt habenden konservativen Mehrheitspartei ÖVP (und der ebenso sich selbst in sich – sozialpolitisch – konterkarierend habenden SPÖ) ist seit Jahren merkbar gewesen – jedoch von den Machthaberern derselben von 2011 bis 2015 einfach ignoriert worden.

Haben doch alle politischen „Würdenträger” leider den Hang, an die Unendlichkeit im menschlichen Leben zu glauben – und demnach nach den Wahltagen auch immer den Hang, nach in ihrem eigenen Machttrieb zu handeln – und leider für die Menschen die sie gewählt haben NICHTS ZU TUN!.

DER (POLITISCHE RATHAUS-/LANDTAGS-SESSELKLEBER-)KRUG GEHT SO LANGE ZUM BRUNNEN, BIS ER BRICHT!

Vor allem dann, wenn dieser Krug nur für politisch konforme „Partner” wie zum Beispiel eine Nahverkehrsunternehmerfamilie in Gmunden „rechtlich einwandfrei” abgesichert auf Generationen gefüllt ist. Oder auch die ÖVP dominierende Schotterbarone, die ebenso wie die Zugbetreiberfirma von der ÖVP mit Steuergeldern „bezuschußt“ worden sind.

Und vor allem dann, wenn dieser Steuergeld-Krug mit UNSER ALLER Gelder von SPÖ und ÖVP – zum nachhaltigen Schaden der Gmundner-Bürger, mit Zustimmung der FPÖ und der GRÜNEN dieses Landes und damit zum Schaden der Stadt – für ein LEER-ZUG-PROJEKT, über Verträge, die bis heute nicht offen gelegt wurden (warum nur ???), prallstens gefüllt wurde!

Die Unfähigkeit der ÖVP – und der vermeintlich „sozialen” SPÖ – sich selbst, im Sinne ihres politischen Mandates zu erneuern und am Puls der Befindlichkeiten der Bürger zu handeln, ist mittlerweile sprichwörtlich.

So zu sehen am Steuergeldvernichtungs- und Stadtvernichtungs-Spektakel des ZUGES QUER DURCH GMUNDEN und zahlreiche weitere Luftprojekten der letzten 20 Jahre.

Seit die Stadt-ÖVP sich in Anbetracht einer drohenden Wahlentscheidung für ein nach aussen hin schöngefärbtes Kosmetikprogramm in den Chef- & Kandidatenebenen gezwungen sah, hat sich NICHTS an der Vorgehensweise dieser Partei und ihrer Drahtzieher im Hintergrund geändert.

Da werken die bisherigen Machthaberer – nur haben sie einen Faschings-Krapf(en) vorgeschoben, der auch noch bei ÖVP Veranstaltungen den auf Linie gebrachten Stammwählern zum Maul stopfen serviert wird.

Sollte das „Wählerstimmvieh” (nichts anderes sind die Bürger dieses Landes für die neuzeitlichen Aristokraten unserer „ÖVP-/SPÖ/FPÖGRÜNEN-Demokratie“), sich wieder in traditionellem Stimmverhalten „bewähren”, dann ist damit dem Niedergang unserer Stadt- & Landeskultur Tür und Tor geöffnet.

Das Übel beginnt bei uns in der Stadt Gmunden!
Wer ÖVP, SPÖ und GRÜNE und FPÖ hier am 27. September wählt, der trägt selbst Mitschuld am endgültigen Niedergang dieser Stadt – und dieses vormals starken Oberösterreichs, dass die ÖVP in ein (noch nicht veröffentlichtes – aber in ausgelagerte Unternehmen geparktes … !!!) Schuldenfiasko geführt hat!

WAS HELFEN WÜRDE, WÄRE ECHTES „UNTERNEHMERTUM”!

Jedoch nicht das „politische Unternehmertum”, das sich zum Beispiel ein SPÖ Landesrat(los) Entholzer, in seiner Abgehobenheit von allen tatsächlichen Nahverkehrsbedürfnissen, mit dem ZUG QUER DURCH GMUNDEN -PROJEKT auf seine Fahnen geschrieben hat.

POLITISCHES “UNTERNEHMERTIUM” FUNKTIONIERT (leider) ANDERS, ALS IM NORMALEN BÜRGERALLTAG:

Da gibt es bis jetzt (vorbehaltlich staatsanwaltlicher Untersuchungen, die ja hoffentlich doch mal in die Gänge kommen, denn bei VW und beim WELTFUSSBALBUND geht’s ja auch … 🙂 keine Haftungen für  … bewusste … ? … Fehlentscheidungen oder Geldverschleuderungen auf Kosten der Allgemeinheit, zugunsten einer kleinen Unternehmerklientel (siehe die Ära Köppl … Sternenfirma …).

Der zur Wahl sich stellende Mensch wird nicht in ein politisch einflussreiches Amt gewählt, weil er so innovativ, weitreichend denkend oder sonstwie unternehmerisch begabt ist.
Es ist die simple, langjährige Parteimachthaberei, die interne politische Vernetzung, die ihn irgendwann im Laufe eines Politikerlebens nach elenden partei-internen Machtkämpfen um Einfluss und Geld dann an die Oberfläche spült …

Da oben plötzlich angekommen, muss er jetzt was „UNTERNEHMEN” …
Auch im Sinne der willfährigen, politisch gefärbten Medienlandschaft … (= Ich gebe dir die News – du gibst mir die Öffentlichkeit im Sinne des Artikels oder Berichtes in der Zeitung, im Radio oder dem Fernsehen …).

Hier sei besonders angemerkt, dass der Leser / Hörer / Seher von Zeitungen (OÖN, OÖ KRONE, ORF etc.) doch bitte nicht so naiv sein mögen zu glauben, dass das was er/sie liest/hört/sieht, die „Wahrheit” ist …

Wenn Entholzers SPÖ in den Oberösterreichischen Nachrichten inseriert, dann weiss das selbstverständlich der über den Verkehrslandesrat berichtende Redakteur. Desgleichen gilt für die OÖ Krone, deren politische Unabhängigkeit seit Entholzers Aufstieg abgegeben wurde … (Herr Dichand würde sich im Grab umdrehen … das hat es selbst zu seinen Lebzeiten nicht gegeben!!!)

NEIN – VERÖFFENTLICHTER ARTIKEL oder RADIO-/TV-BERICHT  BEDEUTET NICHT automatisch dass er WAHR ist!!!!

Die Presse, Zeitungen, der Hörfunk und der ORF dieses Landes sind politisch ferngesteuert und alles was sie – DIE LESER – da „wahr” nehmen, ist von den jeweiligen politischen Machthaberern beeinflusst! GLAUBEN SIE DAS, WERTER LESER DER VERFASSERIN DIESES BEITRAGES … !!!)

Es ist in jedem Falle – (…!!! rühmliche Ausnahme ist dieser GMUNDL.COM BLOG !!!) – eine politisch beeinflusste PARTEIEN-MEINUNG, die FÜR SIE ALS LESER FRISCH POLIERT, da veröffentlicht wird.

Um es jetzt abzukürzen:
Der Herr Landesrat-Entholzer musste halt nach seiner Wahl was „UNTERNEHMEN” um seine unglaubliche Nahverkehrs-Potenz als „neo-koreanischer“ Politokrat unter Beweis zu stellen.
Und dann hat er sich den „ZUG DURCH GMUNDEN“ halt als seine „Spielwiese” mit dem Herrn Landeshauptmann Pühringer augemacht.
Motto:
“Ich mach den Nahverkehr, da kann ich zigzig-Millionen ausgeben – und du lieber Sepp machst das, was Du willst und – spuckst mir nicht in meine Suppe”!!!
Da wurde zwischen SPÖ und ÖVP, zum Schaden Gmundens, abgedealt und ausgemauschelt.

Und die FPÖ und die GRÜNEN haben es gewusst …… und ganz einfach schööööön gekuscht.
Weil es halt so fein ist, auch ein politisches, gut dotiertes „Amterl” zu haben…

Das Ganze hat ein Nahverkehrsunternehmen, das sich auf vom Steuerzahler finanzierte Defizitbetriebe von Gnaden der OÖ politischen Machthaberer spezialisiert hat, glasklar und vor allem rechtzeitig vor vielen, vielen Jahren erkannt.

Und so kam es zu einem, für die Stadt Gmunden zerstörenden, nachhaltig finanziell unglaublich auf Generationen belastenden Vertragswerk, zugunsten einer Sternenfirma für einen SINNLOSEN ZUG QUER DURCH GMUNDEN.

Landesrat Entholzer spielte „POLITISCHER UNTERNEHMER”“ und hat etwas „UNTERNOMMEN” um sein Dasein als Landespolitiker zu rechtfertigen.

„UNTERNEHMER“ kommt auch, bitteschön, von „NEHMEN” … In diesem Falle nimmt der Landespolitiker den Steuerzahlern MILLIONEN von EUROS und gibt sie per FREIBRIEF – DANK an FPÖ und die GRÜNEN und ganz besonders an die SPÖ – einer Sternenfirma auf viele, viele Generationen zum Schaden von steuerzahlenden Bürgern! Auf der Basis getürkter Fahrgastzahlen und windiger Fahrgast-Frequenz-Hochrechnungen.

Das Motto:
ICH BEWEGE ETWAS … ICH HABE MACHT … ICH HABE EINFLUSS …
ICH FAHR DA GANZ EINFACH D’RÜBER” …

WURSCHT, OB ES SINNVOLL IST UND WAS ES KOSTET.
HAUPSACHE ICH (ENTHOLZER) MACH WAS, UND DIE MEDIEN BERICHTEN DARÜBER!!!!!

SPÖ-Landesrat(los) Entholzer hat unter anderem beim ZUG QUER DURCH GMUNDEN alle sozialen Grund-& Wertsätze über Bord geworfen.

Sich einer ÖVP-dominierten Spielwiese in Gmunden bemächtigt, bei der auch u. a. Machthaberer der ÖVP = Mandatare der Stadt-ÖVP bestens verdient haben …

Die GRÜNEN – und die FPÖ – und das ist der Kollateralschaden für diese Parteien – haben dabei zugesehen. DEM ZUG QUER DURCH GMUNDEN zugestimmt. Warum nur???

BESONDERS DIE FPÖ GMUNDEN betreibt ein WÄHLERTÄUSCHENDES SPIELCHEN. Frau Enzmann tut so, als ob die FPÖ dagegen gewesen wäre.
Die FPÖ Gmunden war immer Steigbügelhalter des ZUGES QUER DURCH GMUNDEN!

UND DAHER: „DANKE FRAU ENZMANN“
GUTE NACHT! DANK IHREM ZUGS-ENGAGEMENT HINTER DEN KULISSEN FÜR DIE TRAUNSEE-STADT!
Oder lieber doch:
„GUTEN MORGEN” MIT EINER REALISTISCHEN ALTERNATIVE
am 27. September?

Ein NEUES GMUNDEN BEGINNT MIT EINEM WÄHLEN
ABSEITS DER POLITISCHEN TRADITIONEN.

WERTE (und damit meint die Verfasserin nicht den WERT GMUNDENS, den haben die nachfolgend genannten Parteien vergessen!!!)

Werte ANGESTAMMTE ÖVP, SPÖ, FPÖ und GRÜNE-WÄHLER:
Seit Jahrzehnten als Gmunden mehr als verbunde Bewohnerin,
empfehle ich IHNEN:
WÄHLEN SIE am 27. September die B.I.G.

Das sind tatsächlich!!!! unabhängige Bürger Gmundens, die sich ehrlich um diese Stadt, gegen alle bisherigen untergriffigen Anfeindungen der ÖVP und SPÖ in der Stadt, zielführend und ohne parteipolitische Verpflichtungen positive Gedanken gemacht und Konzepte erstellt haben!
Die sich unparteiisch, unabhängig FÜR GMUNDEN engagieren.
B.I.G. IST mehr als nur gut GUT für Gmunden.

Weil da quer durch die Sachgebiete kluge Köpfe, Menschen mit Herz und Hausverstand (der nicht an der Parteien-Zentrale) abgegeben wurde, engagiert sind.

B.I.G. – weil es in dieser Sadt einen NEUSTART mehr als braucht!

DIE ZEIT DER „SAGEDERS, DICKINGERS, ENZMANNS, der zugbefürwortendend SPERRERS  und KRAPFENS“ zugunsten einer „STERNENFIRMA“ sollte am 27. September endgültig VORBEI sein!!!

WER ANDERS ALS B.I.G. WÄHLT,
SOLL ABER DANN NIE WIEDER SAGEN, SIE / ER HÄTTE DAS ALLES NICHT GEWUSST!!!


Liebe Neo-RegioTram-Oberleitungsmasten-Anrainer!

Gastkommentar von Birgit Müller

Sollten Sie in absehbarer Zeit Renovierungen an Ihrer Hausfassade vornehmen müssen, rate ich Ihnen dies noch vor der „(t)dram(t)a(s)tischen“ Anbindung an das Jahrtausendprojekt zu tun (oder ist es doch nur ein Jahrhundertprojekt?). Egal, es ist einfach eine „Sensation“, wie so vieles, was die ÖVP jetzt panikartig aus dem Hut zaubert, die Bewohner Gmundens aber schon seit Jahren klüger und wirtschaftlicher gesehen haben. (Wie oft hörte ich, warum denn nicht auf dem bestehenden Areal des ehemaligen Parkhotels ein kleines, aber feines – eben ein neues „Parkhotel“ – gebaut werden könnte). Abschreiben und schummeln??? Das sieht man doch als Lehrer (auch wenn karenziert) nicht gar so gern, oder?

Man kann sich bei den momentanen, äußerst spannenden und amüsanten Äußerungen diverser Stadtpolitiker ziemlich in Rage schreiben und den eigentlichen Grund des Leserbriefes aus den Augen verlieren.
Apropos…Herr Sageder möchte jetzt die Fahrgäste der Tram auf der Strecke zwischen Klosterplatz und FJ Platz gratis befördern lassen – also liebe Vorchdorfer kommts nach Gmunden – zahlts bis Klosterplatz, dann dürfts bis zum FJ Platz gratis fahren…sensationell!!! Aber wenn ihr wirklich mit der Tram durch die Innenstadt fährt, entgeht euch der „wunderschöne Fußweg ins Zentrum“ wie die Stadtgemeinde in ihrer jüngsten Aussendung (Schwanenbussi – auch wieder „sensationell“) propagiert. Also was jetzt – den (jetzt ernstlich) wirklich schönen und vor allem kurzen Fußweg durch die Altstadt nehmen, oder doch mit der „modernsten Straßenbahn der Welt“ durch die „City cruisen“? Hoffentlich haben aber dann alle Platz, denn viele Reiseunternehmen werden in Zukunft eine Kombireise Hallstatt/Gmunden für Chinesen anbieten – ist diese „Sensation“ noch nicht im Programm?
Verzeihung, schon wieder abgeglitten…jetzt aber…

Folgender einfacher Fassadenschaden aber reparaturtechnisch höchst komplizierter Anlassfall dieses Schreibens:
An der Fassade unseres Hauses (angrenzend an das Nachbargrundstück) in der Kuferzeile hat sich eine einzige Schindel (in ca. 8 m Höhe) gelockert. Laut Auskunft eines Fachbetriebes wäre dies mit einem LKW Kran-Arm von der Straßenseite her relativ einfach zu reparieren. Jedoch muss zu diesem Zweck die Oberleitung der Straßenbahnanlage stromlos gemacht werden und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Eine andere Möglichkeit wäre, an dieser Seite des Hauses ein Gerüst für eine! (1) zu reparierende Schindel aufzustellen um eben einen ungestörten Straßenbahnbetrieb zu gewährleisten. Also wir haben eine Wahl … was aber machen die Hausbesitzer, die straßenseitig (und somit mastenseitig) eine Fassadenrenovierung oder –reparatur durchführen müssen? Ein Abschalten der Oberleitungen und somit ein teuer zu bezahlender Schienenersatzverkehr ist hier unumgänglich. Daher liebe Hausbesitzer entlang der „sensationellen“ RegioTram – schauts euch die Fassaden eurer Häuser gut an!
Mit lieben „einfachen“ Grüßen
Birgit Müller


In diesen hektischen Zeiten müssen wir der armen, von Verlustängsten geplagten ÖVP einfach beistehen. Selbstlos, unvoreingenommen, verzeihend. Wir verstehen ihren Apriori-Schmerz, der am Abend des Wahltages einem Phantom-Schmerz weichen wird. Darum steuern auch wir unentgeltlich, wir sind ja nicht Teil der Machthaberer, ein Plakaterl bei. Wie kann es anders sein, als dass es sich um ein Sujet aus unserer beliebten Serie „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“ handelt?

oevp_plakat_04


Die Idee des Marketings ist es u. a., in der Werbung das eigene Alleinstellungsmerkmal zu propagieren. Manchmal gelingt dies besser, manchmal schlechter. In Zeiten meist inhaltsleerer Sprüche, werden selbige austauschbar. Manchmal kommt es aber vor, dass zwei im selben Moment die gleiche Idee haben, weil sie sonst keine Ideen vorweisen können. Oder sie haben von einander abgeschrieben. Da bleibt allerdings die Frage, wer von wem? Wir nehmen aber an, das es ganz, ganz anders war. Hatten wir gestern ein menschliches Zwillingspaar, das durch ein grausames Schicksal bei der Geburt voneinander getrennt worden ist, so vermuten wir diesmal ein Zwillingsplakat. Eineiig! Dann haben die Götter zugeschlagen, und die Plakat-Zwillinge verschlug es in weit entfernt von einander befindliche Orte. Und in doch auch recht weit von einander entfernt liegende Parteien. Und schon war das Unglück geschehen.
Aber sehen Sie selbst:

spoe_gruen_koinzidenzDa kann man nur noch wie die Verkäuferinnen an der Wursttheke sagen: Darfs ein bisserl mehr sein?


 

 

Die Nerven liegen blank
22. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart schaut sich um
Jede Menge Kommentare

Liebe Leserschaft!

Dass unsere Zahlen nicht nur Freude erwecken werden, war uns klar. Man darf sie auch ruhig anzweifeln. Der Sonntag wird die Probe aufs Exempel. Wer jetzt jammert, man schreibe ihn tot, denkt die Sache von der falschen Seite. Etwa die Neos (siehe dazu weiter unten einen Kommentar und unsere Antwort). Es ist letzten Endes nicht der Überbringer einer schlechten Nachricht, der für den Inhalt einer Nachricht etwas kann. Sollte sich langsam herumsprechen. Wir können nicht mehr sagen als: wir wünschen uns möglichst viele Gruppierungen im Gemeinderat, damit die Meinung der Bevölkerung in voller Breite abgebildet wird. Den Rest muss die Wählerschaft erledigen. Wir geben hier Platz und Raum für die Darstellung von Meinungen, Vorstellungen, Programmen. Man kann diese Chance (wie die BIG oder teilweise die Grünen und die SP) nutzen oder auch nicht. Oder sie falsch nutzen. Das liegt nicht in unserer Macht.

Dass die Nerven jetzt blank liegen, sieht man daran, dass ÖVP und SPÖ in einem Akt der Verzweiflung plötzlich versuchen, auf dem Gebiet der Flüchtlingsproblematik die FPÖ irgendwie zu überholen. Also zog die ÖVP den Unsinn mit der befristeten Anerkennung als Asylant aus der Lade. Das ist zweifach nicht sehr schlau. Erstens gibt es diese Möglichkeit längst, sie wurde aber mit gutem Grund (auch in Deutschland) nie gehandhabt. Der bürokratische Aufwand ist enorm. In Österreich hiesse das, wenn die geplante Änderung kommt, dass jeder Flüchtling drei (!!!) Asylverfahren durchlaufen muss, bis er nach fünf Jahren ein dauerhaftes Asylrecht erhält. Es lebe der Heilige Bürokrazius! Das zweite und unter menschlichen Aspekten noch Verrücktere: kaum ein Asylgrund war in den letzten Jahren innerhalb von fünf Jahren nicht mehr gegeben. Man wird also etwa bei den Syrern in drei Jahren mit grösster Sicherheit keine Überprüfung der Asylgründe durchführen, da dort mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch immer Krieg oder Bürgerkrieg herrschen wird. Darauf deutet alles hin. Dazu kommt: wenn man nach vier Jahren draufkommt, dass der Asylgrund wegfällt, will man dann Kinder oder Jugendliche, die hier bereits einige Jahre in die Schule gingen, die Sprache erlernt und sich integriert haben, allen Ernstes in ein zerstörtes Land zurückschicken? Junge Menschen, die hier im Land wertvolle Arbeit leisten könnten? Für deren Ausbildung wir viel Geld ausgegeben haben? Da kann man sich nur noch an die Stirn tippen und ein leises „Plemmplemm“ murmeln. Die Bundes-SP hat diesem Schwachsinn dem Anschein nach schon zugestimmt – aus purer Feigheit und Angst, der ÖVP und der FP dieses Terroir zu überlassen. Dabei weiss jeder, dass diese Überprüfung völlig unsinnig ist.

Die ganze „Masznahme“ dient nur dazu, den Leuten vorzugaukeln, man greife hart durch, schicke die Leute ohnehin bald wieder nach Hause. Ein reines Placebo, mit dem man hofft, FP-Wähler in letzter Sekunde zurück zu holen. Eine Idee, die scheitern wird. Erstens kann man mit Angstmasznahmen Ängste nicht verringern. Zweitens ist es viel zu spät, um dieses neue Thema noch wirkungsvoll in den Wahlkampf ein zu führen. Man verspricht also eine dumme Regelung, die einem nicht einmal wahltechnisch hilft. Politisch ist sie ohnehin ein Irrweg. Man gewinnt ängstliche Wähler nicht zurück, in dem man so tut als ob, sondern indem man z. B. endlich die Arbeitsmarktprobleme löst, und zwar sowohl die der Zuwanderer als auch die bereits bestehenden der bereits hier lebenden Menschen.

Am Wahlabend werden sie dann wieder alle beteuern, sie hätten verstanden. Aber leider verstehen sie seit Jahrzehnten nicht. Von der Differenz lebt die FPÖ.

Erstaunlich, das muss ich noch los werden, dass die SPÖ den Wahlkampf schon verloren gibt. Oder wie sonst soll man es erklären, wenn bei der ORF-Diskussion Entholzer nicht einmal mehr von einer eigenen Einklatschtruppe der SPÖ vor dem Landesstudio begrüsst worden ist? Offenbar ist man schon derart pfeif-drauf, dass man sich erspart hat, ein paar Leute zu mobilisieren, so wie es die anderen Parteien getan haben. Man kann sich nur noch wundern. Nein, da geht es nicht um Wahlwerbung, liebe Leute, sondern darum, dem eigenen Kandidaten das Gefühl zu geben, er stehe bei der Diskussion nicht allein da. Man spricht sich Mut zu. Dazu dienen diese Rituale. Oder hat man das auch nicht kapiert?

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Endlich reinen Tisch machen!

Gastkommentar von Borgare

Die mediale Übermacht der OÖVP ist in der Provinz, so auch in der Bezirksstadt GMUNDEN, geradezu überwältigend.
Die besonders Schlauen in dieser Partei konnten schon immer eines geradezu perfekt. Nämlich vergessen, was sie vorher angerichtet hatten.
Auf dieser retrograden Amnesie der öffentlichen Wahrnehmung aufbauend, die wiederum auch von der veröffentlichten Meinung gesteuert wird, schreitet man dann zu neuen Streichen für die Partei, für die Freunderl, für die Spenderlein und natürlich vor allem für die HEIMAT.

Das lässt mich an die Ausführungen von Herrn Amon anschließen.
Wenn es nicht gelingt, in dieser so schön gelegenen Stadt GMUNDEN, die von der ÖVP und ihrem zurückgetreten Bürgermeister hauptsächlich zu verantwortenden Vorfälle und Vorgänge zu erhellen, geht es nach den Wahlen und einer möglichen Schrecksekunde, ziemlich sicher so weiter wie bisher. Ob dann wieder Pleitiers wie die Asamer das Sagen haben oder etwas zivilisiertere Unternehmer ihre Projekte durchbringen wollen, ist nur eine Frage des Stils.

Sprechen wir daher nicht gleich von einem Untersuchungs-Ausschuss, aber eine seriöse Aufarbeitung der letzten Jahre ist wirklich notwendig. Voraussetzung ist natürlich, dass sie parteiunabhängig geführt wird und nicht in ein reines Anti-ÖVP Gremium wird. (Nur hatte die halt all die Jahre die absolute Mehrheit.)
Wir werden für diese Arbeit auch keine Dr. Irmgard Griss interessieren können, aber ich glaube in unseren Bürgerinitiativen findet sich mehr als genug Potential, um auch diesbezüglich erfolgreich zu agieren.


Weltschönste Stadt

Ein Gastkmmentar von AndyB

Sehr geehrter Herr Amon,
leider muss ich Ihnen teilweise widersprechen.

Sie outen sich auch als jemand, der seinen (Zweit)Wohnsitz nicht zu schätzen weiß, habe ich jedenfalls den Eindruck.

Da sind halt die Berge und die Aussicht, naja, die sind halt jeden Tag da. Nixx besonderes also.

Für mich persönlich war und ist Gmunden (ohne Regio-Bahn) noch immer einer der schönsten Orte der Welt.
Man hat hier eine unglaubliche Auswahl an Möglichkeiten und jede Menge Ausflugsziele. Als “Urlaubsstandort” für Unternehmungen ist Gmunden ideal. Im Umkreis von 50 oder 60 km findet man jede Menge schöner Orte, die einen Besuch wert sind. Ob nun Hallstatt, Bad Ischl, Dachstein, Salzburg etc. oder die vielen kleinen und großen Seen in der Umgebung.

Kein Tourist wird 2 oder 3 Wochen Urlaub NUR in Gmunden verbringen, das ist klar. Aber es gibt viele Touristen, die ihr Quartier in Gmunden (oder Altmünster, Traunkirchen) haben und die Touren von dort unternehmen.

Der große Irrtum von Politikern und auch Ihnen (in diesem Fall) ist: Sie wollen alle wissen was der Tourist will.
Für viele Touristen aus der Großstadt ist der nächste und “beste” Ausblick der Hinterhof des Hauses gegenüber. In diesem Fall ist Gmunden natürlich ein “Paradies”.

Viele Touristen haben “emotionale” Bindungen an ihren Urlaubsort. Sei es nun die Familie, wo sie übernachten (oder der Bauernhof), oder einfach weil sie ihren Urlaubsort als zweite Heimat betrachten. Mag für viele langweilig sein, ist es für andere aber nicht.

Natürlich gibt es wunderbare Gegenden weltweit. Nur … welche Orte besucht man öfter? Wer fährt jedes Jahr an den Grand Canyon oder nach L. A. oder New York, nach Hawaii oder auf die Bahamas? Wer so etwas sucht, der fährt nicht nach Gmunden, sondern sucht den All-inclusive-Urlaub auf den Seychellen.

Ich habe lange Jahre in London verbracht, aber aus anderen Gründen. Die Musik-Szene früher war dort für mich das Ziel. Wohnen in London = ein Alptraum.

Der Tourist sucht sein Urlaubsziel aus! Nicht der Tourismusdirektor von Gmunden oder der Bürgermeister! Das ist kein “Wünsch-Dir-was”, sondern man muss das nehmen, was kommt.

Was das Hallenbad betrifft: wieso meinen immer alle, ein Hallenbad müsse in der Nähe von Strandbad, Toscana oder eines Hotels sein. Geht ein Hotelgast jeden Tag in ein Hallenbad? Normalerweise haben Hotels ein eigenes kleines Bad.

Der Standort des Hallenbades ist völlig nebensächlich, es muss nicht neben dem Strandbad sein. Bade- und Wellnesslandschaft? Das alte Strandbad ist bei jedem schönen Wetter sehr gut besucht. Durch eine Bade- und Wellnesslandschaft würden nicht mehr Leute kommen. Voll ist voll. Der See und die Badeplätze sind mehr als genug “Badelandschaft”, und diese sind auch gut besucht. Ich bin absolut gegen eine Zerstörung oder Verschandelung des Toscana Parks durch fragwürdige und sinnlose Projekte oder Projekte, die an jedem anderen Standort stehen könnten.

Auch ein Hotel im Toscana Park ist Irrsinn. Touristen teilen ihr Hotel nur ungern mit Kongressbesuchern. Ein Hotel in der Toscana ist das zukünftige Luxuswohngebäude für die Superreichen, da es sich nie rechnet. Dann möglichst auch noch das ehemalige “Parkhotel” dazu. Beides Totgeburten, die sich zusammen nie rechnen.

Ein Hotel mit Kongress-Zentrum wäre vielleicht die Lösung. Aber was ist dann mit den Musikveranstaltungen? Es ist Gmunden, es ist nicht Las Vegas!

Lieber AndyB!
Ich gebe Ihnen da ohnehin praktisch überall recht. Allerdings weiß ich meinen Zweitwohnsitz durchaus zu schätzen. Sonst wäre ich nicht mehr hier. Was ich weniger schätze, das ist die völlig aus dem Ruder gelaufene Politik, all die Mißstände, die auch hier im Blog immer wieder beschrieben werden, von der Verschandelung über Verhaberung bis hin zur systematischen Geldverbrennung.

Beim Bad mit Wellnesslandschaft und so wollte ich nur darauf hinweisen, daß eine bloße Saunalandschaft es nicht “bringt”. Ich habe das auch nicht aufs Strandbad, sondern auf ein Hallenbad bezogen. Was das Strandbad betrifft: das kann man eben nur eine beschränkte Zeit das Jahres nützen. Auch ich sehe den Zwang nicht, alles an einem Platz zu haben. Das Hallenbad sehe ich ausdrücklich nicht als “touristisches” Projekt, sondern für den Ort und das Umland (Schulen, Gesundheit).
Bezüglich des “Wissen über das Wollen der Touristen”: ich kenne ziemlich viele Leute, die als “Touristen” nach Gmunden (und ins Salzkammergut) kommen. Das gibt es ganz unterschiedliche Motive, aber zwei Hauptgründe: Schönheit der Landschaft und die Suche nach Ruhe (von hochsommerlichen Bademöglichkeiten abgesehen). Das wird zumindest in Gmunden von den Verantwortlichen beharrlich ignoriert. Man kann sich, da haben Sie recht, die Touristen nicht aussuchen. Aber man kann ein Umfeld schaffen, in dem ein „besserer“ Tourismus kommt, einer der mehr Wertschöpfung bringt und trotzdem gleichzeitig weniger Zerstörung anrichtet.

Was meine Bemerkung über andere schöne Städte angeht, wollte ich nur darauf hinweisen, daß die Konkurrenz enorm ist. Auch die Konkurrenz in erreichbarer Weite von größeren Städten. Das beginnt mit den anderen Salzkammergut-Seen geht über den Königssee bis zu einigen Kärntner Seen (um nur die Seen-Konkurrenz zu nennen). Sie zählen das ja zum Teil selbst auf. Für Linzer z. B. ist natürlich Gmunden der erste erreichbare Ort, wo man eine wirklich schöne Landschaft antrifft. Aber schon das Almtal ist in seiner Art ebenso reizvoll wie manche Stellen rund um den Traunsee. Aus meiner Sicht müßte im Salzkammergut viel mehr gemeinsam überlegt und gemacht werden. Natürlich kann man von Gmunden aus vieles unternehmen. Wem sagen Sie das! Aber zu glauben, “Gmunden ist die schönste Stadt der Welt”, führt noch nicht dazu, daß höherwertiger Tourismus nach Gmunden kommt. Ich hatte am Wochenende Besuch, und meine Besucher waren entsetzt über den Zustand der Stadt (allein der Skandal der Gstättn rund um den mutwillig demolierten Seebahnhof). Als ich von der Regio erzählt habe, glaubten die zuerst, ich mache einen dummen Witz.

Ich stelle bei Teilen der Gmundner “Oberschicht” immer wieder eine irritierende Arroganz fest. Da wirkt scheinbar noch immer die alte Gutsherrenmentalität nach, die man sich in der Zeit des Salzmonopols der Habsburger angeeignet hat und als alle rundherum (bis Ebensee) die “Arbeitssklaven” waren. Da müßte mal ein gründliches Umdenken stattfinden. Wir alle wissen, daß die “Gmundner” im Rest des Salzkammerguts nicht immer besonders gut angeschrieben sind (was klarerweise – wie immer in solchen Fällen – eine dumme Verallgemeinerung auf Basis einer realen Viertelwahrheit ist).

Ihre Vergleiche der Wohnqualität kann ich nur bestätigen. Habe selbst einmal eine zeitlang in London gelebt, in einer für Londoner Verhältnisse extrem feinen Gegend (Finchley), und ich möchte dort nicht auf Dauer leben müssen. Ähnliches gilt für Paris. Natürlich Städte mit toller Qualität, wenn es um Internationalität, Museen, Musik, Kultur ganz allgemein, Gastronomie oder Einkaufsmöglichkeiten geht, aber wohnen … (abgesehen davon, daß dagegen Gmunden eine Billigstgegend ist). Der Reiz einer schön gelegenen Kleinstadt ist ein besonderer – schon deshalb halte ich auch nicht viel von den andauernden Lärmspektakeln im Sommer. Daß es in Gmunden kein “Kulturhaus” (im weitesten Sinn) für junge Menschen gibt, wo man auch problemlos spezifische Formen der Jugendkultur pflegen kann, ohne die Stadt zuzudröhnen, halte ich auch für ein Versäumnnis. Mir fällt jedenfalls viel ein, das man mit all dem sinnlos vergeudeten Geld machen hätte können. Dann wäre auch die dauerhafte Abwanderung der jungen Menschen leichter zu stoppen.
An dieser Stelle auch noch Dank an Sie für Ihre vielen Beiträge hier, die ich immer mit großer Freude, viel Genuß und so machem Erkenntniszuwachs lese.
Mit besten Grüßen
Michael Amon


Attacke auf Gmundl!

Ein kurzes Einserkasterl von Wilhelm Krausshar mitlanger Antwort

Seltsam: Zwei, die gegen die Regiotram sind, sollen die Wahl gewinnen, obwohl nirgends zu sehen ist, was sie darüber hinaus wollen, dafür werden andere, die ein konkretes Programm für die nächsten Jahre haben, totgeschrieben. Damit ist Gmundl auf dem gleichen Niveau wie der gesamte Schurnalismus in Österreich!
Wo sind die Programme von Blau und BIG?

Sehr geehrter Herr Krausshaar,
ich glaube schon, dass die BIG ihre Ideen klar dargelegt hat. Auch hier im Blog. Dass sie auf die Regio fokusiert ist, liegt in der Natur der Sache und der Entstehungsgeschichte der BIG. Auch die FP muss man in Schutz nehmen: sie hat ein Programm, kann man wie das der Neos im Netz nachlesen. Die Programme müssen einem nicht gefallen. Keine Frage! Die Gmundner Neos haben auch nur ein paar Zeilen online, in denen einige Ideen niedergeschrieben sind. Ich kann da keinen grossen Unterschied in der Substanz und in der Ausführlichkeit erkennen. Es liegt an den Neos, das besser bekannt zu machen. Wer sich in Gmunden halt vorwiegend an die Jugend wendet, hat von Haus aus ein Problem: die sind hier in der Stadt aufgrund der Altersstruktur halt nicht gerade wahlentscheidend. Gilt auch für Oberösterreich.
Berichterstattung über den Stand der Dinge ist nicht „totschreiben“. Ihr Vorwurf, wir wären damit auf dem „gleichen Niveau wie der gesamte Schurnalismus in Österreich“ ist, mit Verlaub gesagt, dumm. Es liegt nicht an uns, wenn die Neos in Umfragen schlecht liegen. Immerhin haben wir geschrieben, dass ein Einzug der Neos in den Gmundner GR denkbar, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich ist. Sie können uns nicht dafür verantwortlich machen, dass in der momentanen Polarisierung Kleinparteien und auch die SP total unter die Räder kommen.
Und noch etwas: 95 % der Wählerschaft lesen Programme nicht. Die wollen ein, zwei Schlagworte, sympathische Spitzenkandidaten und das Gefühl, man kümmere sich um sie. Daher ist die Frage, wer das ausführlichere, umfassendere Programm hat leider bei Wahlen völlig unerheblich. Ihre Frage ist daher falsch gestellt. Die BIG trifft mit der Regio den Nerv der Leute, die FP detto. Die FP hat darüber hinaus noch das Flüchtlingsthema besetzt.
Wir schreiben die Neos nicht tot. Aber es gibt halt wenig zu berichten. Dazu kommt, dass das Pflaster für liberale Parteien in Österreich nicht sehr günstig ist. Hat schon das LiF bewiesen. Kann man bedauern oder nicht. Ist aber nicht weg zu diskutieren. Neue antretende Listen und Parteien haben nur eine Chance, wenn sie auf ein besonderes, massives Bedürfnis stossen und dieses Thema dann für sich kapern können. Die Fragen, welche die Neos ansprechen, treffen scheinbar nicht auf ein solches Bedürfniss. Jedenfalls nicht in dem Ausmasz, um damit in politischeKörperschaften gewählt zu werden. Also bitte, nicht über die Medien jammern, die können in diesem Fall wirklich nichts dafür.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Schlechter Mensch & Angsthase?

Gastkommentar von Marge Lila

Bin ich ein schlechter Mensch? Bin ich ein Angsthase?

Die Prognosen für den Wahlausgang am Sonntag überraschen mich nicht. Selbstverständlich beeinflussen die Bilder von zigtausenden Asyl suchenden Menschen aus der ganzen Welt die Österreicher. Mir bereiten diese Bilder Kopfzerbrechen und Sorgen. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch? Bin ich ein Angsthase? Ich habe keinen ideologisch gefärbten Blick auf dieses Problem. Ich fürchte mich auch nicht vor den Menschen, die in Zukunft bei uns und mit uns leben möchten. Ich sehe die menschliche Katastrophe, die sich an den Grenzen derzeit abspielt. Gleichzeitig mache ich mir Sorgen darüber, wie wir als aufnehmende Gesellschaft mit dieser ungeplanten und ungeregelten Zuwanderung in Zukunft umgehen werden und wie wir diese finanzieren werden. Ich sehe auf uns Probleme am Arbeitsmarkt, am Wohnungsmarkt, in den Schulen zukommen. Ich vermute, dass unser Sozialsystem stark belastet wird und mich erschreckt die Beschwichtigungspolitik unserer Regierung. Als geübter Österreicher kenne ich leider die Reformunwilligkeit unserer System Erhalter und die damit verbundene Verschwendung von Steuergeld. Ich vermute daher, dass wir die Kosten für die Integration dieser Menschen nur durch eine neuerliche Staatsverschuldung finanzieren werden. Leider kann uns unser Finanzminister nicht wie sein Kollege Schäuble versichern, dass wir diesen finanziellen Brocken ohne zusätzliche Neuverschuldung stemmen werden.
Ich kann auch nicht auf große Integrationserfolge Österreichs in der Vergangenheit vertrauen. Wir haben nach wie vor Probleme mit schlecht ausgebildeten jungen Menschen aus Familien mit Migrationshintergrund. Unser starres Schulsystem hat hier über weite Strecken versagt. Wir haben es bis in die 2. und 3. Generation nicht geschafft, diese Bevölkerungsgruppe erfolgreich zu integrieren. Ich muss daher davon ausgehen, dass uns diese Probleme auch in den nächsten 20-30 Jahren beschäftigen werden. Vermutlich werden die Schwierigkeiten jedoch um einiges größer sein, da wir es mit einer völlig unabsehbaren Zuwanderung aus den verschiedensten Kulturkreisen zu tun haben.

Wenn ich mich jetzt aus meiner Komfortzone begebe und mich in die Lage eines Arbeitssuchenden Österreichers versetze, oder in die Lage einer jungen Familie, die dringend eine finanzierbare Wohnung sucht, oder eines Jugendlichen auf Lehrstellensuche, dann kann ich verstehen, dass aus Sorge Angst wird. Ich kann es nachvollziehen, dass sich viele Menschen vor Lohndumping und Arbeitslosigkeit fürchten. „Refugees welcome“ darf für diese Menschen nicht die einzige Antwort der Politik sein. Sie emotionalisiert und polarisiert, weil sie keine einzige ihrer berechtigten Fragen beantwortet. Ich ärgere mich maßlos, dass die FPÖ mit ihren verkürzten, absurden Antworten die Themenführerschaft hier übernommen hat.

Mir ist unbegreiflich, dass seitens unserer Regierung nicht gehandelt wird. Ich will jetzt endlich wirkliche Reformen sehen, ich will keine weitere Verschwendung von Steuergeld erleben, ich will keine Verschwendungsorgien von Landesfürsten mehr sehen, ich will endlich eine wirkliche Reform unseres Bildungssystems, ich will keine Schönrederei und ich will eine Versachlichung des Problems. Weg von der Emotionalisierung auf beiden Seiten. Berechtigte Sorge ist nicht Ausländerhass, Hilfe für hilflose Menschen ist eine Selbstverständlichkeit. Schutz für Verfolgte ist ein Gebot der Menschlichkeit, Zuwanderung muss jedoch geregelt und kontrolliert sein. Ich will keine Sonntagsreden ohne konkrete Reformschritte mehr hören. Denn ohne diese Reformen, werden wir die erfolgreiche Integration der in unser Land geflüchteten Menschen nicht meistern. Ohne diese grundsätzlichen Reformen werden wir leider nicht wie Angela Merkel sagen können „Wir schaffen das“. Die Menschen, die an unseren Grenzen auf Einlass warten, sind nicht schuld daran.


Es rumpelt schon seit zwei Jahren

Gastkommentar von Karl Kammerhofer

Vielleich können sich einige von Ihnen noch auf den „Kammerhof(er) Report“ in den Jahren 2012 und 2013, mit dem satirischen Untertitel „Die Gmundner Stadtgespräche. Monatlich über Kultur, Stadtpolitik und schönes Wetter“, erinnern. Im Jahre 2013 (!) erstellte der Kammerhofer Report für die Gemeinderatswahl 2015, folgende Prognose (siehe auch Anhang):

Kammerhofer_prognose

Diese 2013 Prognose vom „Kammerhof(er) Report“ deckt sich nahezu haarscharf mit der heutigen Gemeinderats-Wahlprognose von GMUNDL (gmundl.com). Auf Grund meiner Daten (2013 bis 2015) kann ich die
Wahlprognose für 2015 (Gmundner Gemeinderat) wie folgt einengen:

ÖVP:      13 Mandate (mit Tendenz zu 12)

SPÖ:        5 Mandate

FPÖ:        7 Mandate (mit Tendenz  zu 8)

GRÜNE:  7 Mandate

ANDERE:5 Mandate ( zusammen:Löcker, NEOS und BIG)

Schwankungsbreite :1 Mandat

Bürgermeisterwahl (in die Stichwahl kommen):
1) Mag. Stefan Krapf
2) Dipl.-Ing. Josef Sperrer

Karl Kammerhofer war gewerblicher Marktforscher, der für das Land Oberösterreich, das ehemalige Bautenministerium und für eine Reihe von Großunternehmen in der Solarbranche umfangreiche Untersuchungen mit über 25.000 Interviews durchführte. In den Jahren 2012 und 2013 war Kammerhofer solange Herausgeber des monatlichen Gmunden Kammerhof(er) Reports, bis die Wirklichkeit die satirische Form des Blattes überholte. 2014 befragte Kammerhofer auf eigene Kosten 5000 Gmundener Haushalte mit 16 Fragen zur politischen Wirklichkeit Gmundens. Er erhielt rund 470 anonyme Antworten mit erstaunlichen Ergebnissen. Die Ergebnisse seiner Befragung sind heute die Grundlage für seine politische Arbeit bei den Gmundner GRÜNEN, auf deren Liste er kandidiert.


Wir bringen im Folgenden den Briefverkehr zwischen einer Gmundner Bürgerin und ÖVP-Mandatar Siegfried John. Mache jede und jeder sich seinen Reim auf die Diskussionsbereitschaft der ÖVP.

Brief-/Mailwechsel

Liebe Freunde,
Ein Auszug aus dem “Gmundl”.  Ein Neuanfang in Gmunden wird schwer sein. Besonders wenn kein Geld mehr vorhanden ist, ist eine Kommune den sogenannten “Investoren” (ein Name vor dem man sich fürchten muss) in zunehmendem Mass ausgeliefert. Jeder Investor will seinen Profit maximieren, alles andere ist Schwärmerei und realitätsfern. Auch ohne Geld kann man ein Investor sein, auch eine Bank braucht kein Geld, der verlässlichste Kreditgeber ist immer der Steuerzahler. Man braucht nur gute Beziehungen (Amigos) und die politischen Handlanger.

Liebe Grüsse
eine vorausblickende Bürgerin (Name wurde auf Wunsch der Schreiberin anonymisiert)

Zitat aus Gmundl:
Natürlich auch heute wieder in der Hochphase des Wahlkampfs ein weiteres Sujet aus der Reihe „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“.
Heute ist schon wieder die ÖVP an der Reihe. Wir wollen ihr ein wenig unter die Arme greifen, versteckt sie doch ihr wichtigstes Asset vor den Wählern: den langjährigen ÖVP-BM Köppl, der für so grandiose Entscheidungen wie die Geldvernichtung beim Bauhof oder der Musikschule ebenso die Lorbeeren verdient, wie für den schlechten Staßenzustand, die systematische Verschandelung der Stadt, die Förderung bstimmter Machthaberer und natürlich auch die Segnung der Regio. Dieser Mann hat es nicht verdient, von seiner Partei so schnöde versteckt zu werden. Er hat es immerhin geschafft, rund 25 Millionen Euro mehr auszugeben, als die Stadt hatte, ohne daß man davon in der Stadt etwas bemerkt. Einfach versickert die Kohle. Nein, dieser Mann gehört auf ein Wahlplakat, damit die Bürger wissen, wem sie das alles verdanken und wer aus tiefer Dankbarkeit für diese Goodies zu wählen ist: die ÖVP! Heute daher unser Vorschlag für ein wirklich mitreißendes, motivierendes Wahlplakat.
(Als Anlage verschickte die Verfasserin die Persiflage eines ÖVP-Plakats mit Alt-BM-Köppl aus dem Gmundl-Blog.)

Antwort von VP Mandatar Siegfried John:
Glauben sie wirklich, daß Sie mir das zukommen lassen wollten?
Siegfried John

Anwort der vorausblickenden Bürgerin an Herrn John:
Sehr geehrter Herr John,
Nehmen Sie es nicht persönlich. Ein Politiker jeglicher Couleur muss es aushalten, dass man ihm und seiner Mannschaft manchmal den Spiegel vorhält. Trotzdem glaube ich, dass zumindest das Klima in der Gemeindepolitik besser wird, in der Sache bin ich sehr vorsichtig.  Tatsache ist, dass kein Investor in ein Verlustprojekt investiert, es gilt immer das selbe Prinzip: “billig einkaufen, teuer verkaufen”.  Gmunden darf nicht ausverkauft werden aufgrund der prekären finanziellen Lage, die Köppl, der auch gleichzeitig über die Finanzen wachte, zu verantworten hat.  Aber welche Konsequenzen trägt er? Er läßt es sich gut gehen bei der Jagd.  Wir Steuerzahler sind die  “Gschnapsten”. Da ich Steuerzahlerin bin, habe ich auch das Recht, Politiker zu kritisieren.  Sie leben von meinem Geld!
Freundliche Grüsse
Vorname, Name
eine vorausblickende Bürgerin


Auch für die Stadtliste haben wir uns natürlich völlig unentgeltlich den Kopf zerbrochen. Ausgangspunkt unserer Überlegungen war eine mehr als nur skurrile Werbung in der Rundschau, die wir für das Plakat verwendet haben. Wir fanden die Art, wie das Inserat platziert war, sehr aussagefähig, aber deutlich verbesserbar, da der Sinn der Querlage nicht gleich erkennbar ist. Wir haben dazu den erläuternden Wahlslogan gefunden.
Nun also Vorhang auf, ein weiteres Sujet der Serie „Wahlplakte, die wir gerne sehen würden.“

stadtliste_loecker_02

Ausserdem ist unseren Experten eine verblüffende Ähnlichkeit aufgefallen. Wir zeigen hier also unter dem Titel (danke für den Titel an das Satiremagazin Titanic) „Zwillinge – bei der Geburt getrennt“ ein Doppelbild mit aufklärerischer Wirkung.

Zwillinge – bei der Geburt getrennt!

stadtliste_loecker_01Links GR Löcker rechts Kardinal Groer


Es poltert
21. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart über neueste Entwicklungen
Gastkommentar von Stefan Gärber über Wohnen in Gmunden

Liebe Leserschaft!

Es poltert in Oberösterreich. Es knirscht nicht mehr nur im Gebälk, sondern die Trümmer beginnen herunter zu fallen. Fliegen uns um die Ohren. Nach den letzten Umfragen weiss man, warum die ÖVP das Land mit Plakaten in geradezu verrückter Hast zupflastert. Ohne dass man noch eine richtige Linie erkennen kann. Die Panik hat die Parteien erfasst. Nein, die FPÖ natürlich nicht. Man kann es drehen und wenden wie man will. Die FPÖ, zuletzt stagnierend, hat in der letzten Woche abgehoben wie eine Rakete. Es wird im Land wahrscheinlich wirklich keine schwarz-grüne Mehrheit mehr geben. Vielleicht auch keinen grünen Landesrat. Das ist nicht das Verdienst der FPÖ, sondern die Schuld der Landes-Grünen. Ebenso wie der Absturz der Schwarzen selbst verschuldet ist. Von den Roten ganz zu schweigen. Wer auf die Ängste der Menschen keine wirksamen Antworten hat, den bestraft die Wählerschaft.

Die FPÖ stösst in dieses politische Vakuum vor und spricht die Ängste der Menschen an, macht damit ihr politisches Geschäft, ebenfalls ohne eine Antwort zu geben. Sie ist ja Opposition, surft auf der Welle der Angst, die von Flüchtlingsströmen produziert wird. Von „Strömen“, die es so nicht gäbe, hätten die Regierenden (in ganz Europa) ihren Job ordentlich erledigt.

In Nickelsdorf wurden am Sonntag rund 1.500 Flüchtlinge in kurzer Zeit nach Wien in Übergangsquartiere gebracht. Womit? Mit der Hilfe von lächerlichen rund 50 (!!!) Taxis. Wieso ist eine Regierung, die über ganz andere Möglichkeiten verfügt, nicht imstande, so etwas nach vielen Monaten des offensichtlichen Zustroms von Menschen regulär zu organisieren? Ich glaube nicht einmal, daß die Mehrzahl der Menschen Angst vor den Flüchtlingen hat. Die haben Angst vor unfähigen Politikern, vor einer gelähmt wirkenden Regierung, vor dem, was nach den Flüchtlingen kommt.

Die FPÖ liefert keine oder falsche Antworten. Das wurde hier schon mehrmals problematisiert und dargestellt. Das ist schade, denn eine Partei, die potentiell von einem Drittel der Wählerschaft gewählt werden würde, hat auch eine Verantwortung über die reine Stimmenmaximierung hinaus. Im privaten Gespräch hört man von vielen FP-Aktivisten durchaus vernünftige Dinge. Sie spiegeln sich in der Parteilinie kaum wieder. Zumachen, Grenzen sperren, abschieben – das sind Scheinlösungen, die nicht umsetzbar sind. Im Moment ist den Menschen das aber egal, sie wollen ihrer Angst Ausdruck verleihen. Da ihnen niemand gute Antworten gibt, schnappen sie nach der FPÖ wie der Fisch im Trockenen nach Luft. Irgend wo hin müssen sie mit ihren Ängsten, also laden sie die am Stimmzettel mit einem Kreuzerl bei der FP ab.

Das Ergebnis: eine noch grössere Wahlschlappe für die ÖVP, als bisher erwartet. Den Vierer vorne kann man sich ziemlich sicher abschminken. Es geht in Richtung Mitte dreissig. Der dritte Platz der SPÖ ist nach oben hin gut abgesichert. Ironisch formuliert. Platz zwei ist in weiter Ferne. Die Schwäche der Grünen verhindert, dass die SP noch weiter absackt. Wir haben es im Land demnächst wahrscheinlich mit zwei recht knapp beisammen liegenden grösseren Mittelparteien zu tun (ÖVP, FPÖ), mit einer größeren Kleinpartei (SPÖ) und einer Kleinpartei (den Grünen). Die Neos werden es nicht schaffen.
In Prozentzahlen: ÖVP 36 %, FPÖ 31 %, SPÖ 17 %, Grüne 9,5 %. Nichts weniger als ein Umsturz. Mit wem Pühringer koalieren wird? Eine Mehrheit hat er nur mit FPÖ oder SPÖ.
Bei den Landesräten scheint der zweite Landesrat der SPÖ nun doch flöten zu gehen. Wie es aussieht kommt die FP tatsächlich auf drei Landesräte (+2 !!!). ÖVP 3 (-2), SPÖ 1 (-1), Grüne 0 (-1). Es bleiben zwei Landesräte über, die zwischen ÖVP, SPÖ und Grünen aus“gekämpft“ werden. Wobei die ÖVP ziemlich sicher einen bekommt, somit 4 Sitze in der Landesregierung haben könnte. Die Chancen der Grünen auf den Landesrat sind etwas höher als die der SPÖ. Letztlich wahrscheinlich eine Frage von wenigen Wählerstimmen und den Zufällen der Wahlarithmetik.

Auch in Gmunden wirkt diese Stimmung sich deutlich aus. Wir haben lange diskutiert, wie wir mit den uns vorliegenden Zahlen umgehen sollen. Wir haben uns entschlossen, jene Variante, die uns am wahrscheinlichsten erscheint, zu publizieren. Dazu ist mit aller Vorsicht zu sagen: es handelt sich in letzter Konsequenz um eine Potentialanalyse auf Basis einer komplizierten, aber plausiblen Modellierung von vorhandenen Daten, mit starker Gewichtung der aktuellsten Umfrageergebnisse auf Landesebene.

Es gibt seit unseren letzten Zahlen eine massive Änderung im zu erwartenden Abstimmungsverhalten, die auch bei den zu erwartenden Mandatsständen zu einigen signifikanten Änderungen führt.

Wir wagen uns also mit folgenden Zahlen aus der Deckung:

ÖVP     35 %  (- 12,7 %)
SPÖ     14 %   (-   7,7 %)
FPÖ     24 %  (+ 10,0 %)
Grüne 13 %  (+   0,8 %)
BIG      11%   (+ 11,0 %)
Neos      2 % (+   2,0 %)
Löcker   1 %  (-   1,8 %)

In Mandaten:
ÖVP    13  (- 6)
SPÖ      5  (- 3)
FPÖ      9 (+ 4)
Grüne  5 (+ 1)
BIG      5 ( + 5)
Neos    0
Löcker 0 (- 1)

Stadtrat:
ÖVP 4 (-1), SPÖ 1 (-1), FPÖ 2 (+1), Grüne 1, BIG 1 (+1)
Auch in Gmunden beisst die ÖVP voll ab. Detto die SPÖ, die damit einen Stadtrat und den Vizebürgermeister verliert, der zur FPÖ wandert. Die Grünen gewinnen ein Mandat, halten ihren Stadtrat. Die BIG gewinnt massiv, stellt einen Stadtrat und erreicht ihr Wahlziel. Die FPÖ wird eindeutig zweitstärkste Kraft. Die Stadtliste von Löcker ist Vergangenheit. Im Stadtrat verliert die ÖVP ebenso ihre Mehrheit wie im Gemeinderat.

Welche Auswirkungen das auf die Wahl des Bürgermeisters hat, ist kaum einzuschätzen. Krapf ist eine sichere Bank für einen eventuellen zweiten Wahlgang, den wir für wahrscheinlicher halten als einen Sieg Krapfs im ersten Wahlgang. Die Frage ist nach wie vor: wen wählen die Wähler der Listen, die keinen BM-Kandidaten aufgestellt haben? Gehen Regio-kritische BIG Wähler zu Enzmann, die ebenfalls Regio-kritisch ist? Oder wählen sie Dickinger (pro Regio ohne Hurra) oder Sperrer (pro Regio mit skeptischen Einwänden gegen die Gestaltung)? Ist die Tatsache, dass Enzmann die FP-Kandidatin ist, ein Hindernis, von Wählern der anderen Listen gewählt zu werden?

Wo liegen bezüglich der Zusammensetzunge des Gemeinderates die grössten Unsicherheiten in diesem Szenario?
Aus unserer Sicht:
a) SPÖ – kann sie in einem kräftigen Endspurt noch soviel Menschen mobilisieren, dass sie zumindest deutlich besser als die Landespartei abschneidet? Das Halten des zweiten Platzes und des Vize-BM ist praktisch auszuschliessen.
b) FPÖ – kann sie die Umfragedaten bis in die Wahlkabine retten? Letztlich insofern egal, als der zweite Platz sehr gut abgesichert ist. Der Zugewinn eines Stadtrates und des Vize-BM ist kaum noch zu verhindern, selbst wenn die SPÖ alle Kräfte mobilisiert. Aber vielleicht geschieht ein rotes Wunder?
c) Grüne – haben einen guten Wahlkampf geführt, haben eine stehr stabile Wählerschaft, in der sehr zugespitzten Stimmung rund um die Flüchtlings-Ängste kann sie aber kaum neue Wähler für sich gewinnen. Die Landespartei mit Anschober (der in der gestrigen Diskussion „rüberkam“ wie ein altgedienter Polit-Bürokrat, ein echter Politruk) ist eine Belastung und bringt keinen Rückenwind. Die Regio-Haltung verärgert auch viele Grün-Wähler. Da ist möglicherweise noch Spielraum nach unten. Der Stadtrat ist aber nicht wirklich in Gefahr.
d) BIG – die grosse Unbekannte. Wir haben auch Szenarien, in denen die BIG die Grünen überholt, und die ein Potential bis 15 % zeigen. Wenn alles sehr dumm für rot bzw. grün läuft, kann die BIG auch knapp vor ihnen zu liegen kommen. Theoretisch sind auch Szenarien denkbar, in denen die SPÖ hinter BIG und Grünen liegt. Wir halten das aber für wenig wahrscheinlich. Denkbarer ist, dass die BIG die Grünen einholt oder gar knapp überholt.
e) Neos – ein Einzug ist noch immer denkbar, aber unwahrscheinlich.
f) Stadtliste Löcker – denkbar, dass Löcker es haarscharf und gerade noch schafft. Die höchste Wahrscheinlichkeit ist aber, dass es diesmal nicht mehr reichen wird. Die Performance der letzten Jahre war unauffällig, auffällig nur sein oftmaliges Mitgehen mit der ÖVP. Die Alleinstellung der Stadtliste als etwas „bessere“, grün angehauchte Konservative ist nicht mehr gegeben. Das kann Krapf mit seinem teilweise neuen Team besser. Wer das will, kann gleich die ÖVP wählen. Wer eine ordentliche Grün-Politik will, kann gleich die Grünen wählen. Die Stadtliste hat sich überlebt. Hier sagen auch wir klar: den jeweiligen Schmied wählen, nicht den Schmiedl.

Eines sollte man bei all dem nicht vergessen: was am Wahltag dann wirklich geschieht, wissen wir am Abend des Wahltags.
Für die Wahlen in Griechenland wurde ein knappes Kopf an Kopf-Rennen zwischen Tsipras (Prognose: 23 %) und den Konservativen (Prognose 21 %) vorhergesagt. Dank niedriger Wahlbeteiligung  (55 %, kein Wunder, man darf zwar eine „Regierung“ wählen, aber nur das machen, was die Gläubigerländer vorschreiben – ein Tiefpunkt der Demokratie, wenn ein Parlament keine freien Entscheidungen mehr treffen kann) und offensichtlicher Fehleinschätzung der Meinungsforscher kam es ganz anders: Tsipras liegt mit rund 35,5 % klar vor den Konservativen mit 28,1 %.

Ehrlicherweise muss man auch dazusagen: die meisten Meinungsforscher halten ein noch stärkeres Abschneiden der FPÖ ebenso für denkbar, wie ein noch deutlich schlechteres Abschneiden von ÖVP und SPÖ. Vieles hängt von der Wahlbeteiligung ab, aber auch davon, ob sich in der Flüchtlingsfrage noch etwas besonders Spektakuläres ereignet. Jedes zusätzliche „Hochkochen“ des Flüchtlingsthemas scheint sich direkt in FP-Stimmen umzuwandeln und zu Lasten von ÖVP und SPÖ zu gehen.

Man muss hoffen, dass die FPÖ mit dieser Verantwortung ordentlich umgeht und endlich zu humanen und handbaren Lösungen findet. Dass die FPÖ endlich darauf verzichtet, die Ängste einfach nur kanalisieren, anstatt brauchbare und umsetzbare Lösungen vorzuschlagen, die diese Ängste beseitigen. Auf Dauer wird man nämlich mit einer Politik, die nichts Glaubwürdiges zur Verringerung berechtigter Ängste unternimmt, nicht erfolgreich sein. Die ehemaligen Grossparteien bekommen das seit Jahren schmerzhaft zu spüren.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Die eingelangten Postings und Kommentare vom Wochenende (danke der Nachfrage, die Zugriffszahlen waren sensationell!) bringen wir morgen.


Leistbares Wohnen in Gmunden
Zwischen Wahlkampf-Gag und ernsten Absichten!

Ein Gastkommentar von Stefan Gärber

Der Gemeinderatswahlkampf in Gmunden gestaltet sich sehr spannend. Ob die mediale Aufmerksamkeit diverser Themen auch die wirklichen Probleme der Stadt Gmunden widerspiegelt, kann bezweifelt werden.

Alle Parteien fordern leistbares Wohnen in Gmunden. Jeder will dabei die Initialzündung geben. Die hat sich zum Beispiel in der Gemeinderatssitzung vom 9. Juli 2015 gezeigt. Um leistbaren Wohnraum in Gmunden zu schaffen, sind wir auch auf die Landes- und Bundesebene angewiesen. Auf die Landesebene dabei im Besonderen. Die Resolution an das Land OÖ das Modell 5×5 umzusetzen wurde leider mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ abgelehnt. Die ÖVP hatte diesbezüglich keinen Vorschlag, die FPÖ verwies auf das Modell des FPÖ-Wohnbau-Landesrates Haimbuchner, obwohl kein Projekt dieses FPÖ-Vorschlags schon in Planung ist. In anderen Traunsee Gemeinden wurde diese Resolution einstimmig beschlossen.

Das 5×5 Modell ist eines von vielen Puzzlestücken um die Herausforderung „leistbares Wohnen“ bewältigen zu können. Dabei sollen bestehende Wohnungen (von Genossenschaften und Privaten) soweit gefördert werden, dass vor allem junge Menschen sich diese Wohnungen leisten können. Nach Ablauf der Förderungszeit muss man aus dieser Wohnung anders als beim FPÖ-Modell nicht ausziehen, sondern kann ohne Förderung in der Wohnung verbleiben. Wir wollen eine Durchmischung des Wohnraums und keine Schaffung von Gettos. Genauere Details: http://jungeswohnen.rocks/

Für mich ist es nun dreist, dass der Bürgermeister diese Forderungen übernommen hat, und unter anderem Namen, als seine Idee ausgibt.

Um die Wichtigkeit dieses Themas aufzuzeigen, campierten wir als Junge Generation in der SPÖ vor dem Gmundner Rathaus. Wir sind uns bewusst, dass wir die Herausforderung gemeinsam im Gemeinderat angehen und ehrlich über alle Vorschläge diskutieren müssen. Mit einem Puzzlestück allein werden wir das als Gemeinde nicht schaffen. Bei der medialen Berichterstattung im Kurier hatte ich das Gefühl, als sei dieses Thema der ÖVP und dem Bürgermeister Krapf unangenehm. Er gab unserem Ansinnen recht, verwies auf das Projekt am Bräugütl und warf die Nebelgranate nach Umgestaltung der Esplanade. Was aber habe ich davon, wenn ich aus Gmunden wegziehen muss, und die ÖVP in Manier der Köppl-Ära Vorschläge auf den Tisch bringt, die in unserer aktuellen Lage als Gemeinde untererste Priorität haben.

Das Projekt am Bräugütl hatte man ursprünglich für Eigentumswohnungen gedacht. Der damalige Bürgermeister Köppl und Stadtrat Ortner waren da schon eventuellen Käufern im Wort. Ohne Rahmenbedingungen festzusetzen oder die notwendige Mehrheit im Gemeinderat dafür zu haben. Der jetzige Bürgermeister Krapf hatte diesen Verkauf genau so abgenickt, wie alle anderen Beschlüsse der Ära Köppl III. Einzig SPÖ und Grüne stemmten sich dagegen, um erstmals seit 20 Jahren wieder ein Projekt für leistbares Wohnen zu ermöglichen. Wir wollten über ein Projekt sprechen, die ÖVP anfangs nur über den Verkaufserlös.

Was die Landesebene betrifft, empfinde ich die derzeitigen Versuche von FPÖ und ÖVP, sich plötzlich für leistbares Wohnen stark zu machen, einfach nur zynisch. Vor der Amtsübernahme von Pühringer als Landeshauptmann hatte das Wohnbaubudget ein Volumen von 287, 3 Millionen – was damals allerdings 11,57 % des Landesbudgets darstellte. Im heurigen Jahr sind für das Wohnungsressort des Landes € 286,7 Millionen oder circa 5,74 % des gesamten Landesbudgets ausgewiesen. Pühringer und Haimbuchner haben in den letzten Jahren an dieser Entwicklung stark mitgewirkt. Im völligen Gegenteil zum Budget steigen jedoch sowohl Mieten, Baukosten und die Anzahl der Wohnungssuchenden in Oberösterreich stark an.

Wenn in leistbares Wohnen nichts investiert wird, so stellt das in Summe keine Einsparung dar. Wenn sich die demografischen Verhältnisse weiter verschieben, Gmunden weiter zur Luxus-Seniorenresidenz wird und die Umlandgemeinden immer jünger werden, müssen dort Kinderbetreungs- und Bildungseinrichten gebaut werden. Wer zahlt’s? Die Gemeinden und das Land!

Stefan Gärber ist Gemeinderat in Gmunden und kandidiert wieder auf der Liste der SPÖ


Was kann dieSPÖ noch machen, um FP-Wähler zu sich herüber zu holen? Um eventuell noch zu verhindern, dass Frau Enzmann von der FPÖ im zweiten Wahlgang gegen Krapf antritt? Um vielleicht gar das Amt des Vizebürgermeisters zu retten? Wir haben die perfekte Lösung gefunden und als Plakat umgesetzt! Nicht Christian Dickinger versus Beate Enzmann ist unsere Lösung, sondern: Dickinger goes Enzmann!
Dazu eine weitere Folge unserer „Wahlplakate, die wir gerne gesehen hätten“.

spoe_plakat_03


 

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