Die Blätter fallen

Heute:
Babsy Blitzschnell ist aus dem Urlaub zurück und bringt ein Gedicht mit
GK von Marge Lila über das Wunsch-Krapferl
GK von Insider zu Scharfer Beobachter

Liebe Leserleins!

Ihre Babsy Blitzschnell, die sie hoffentlich schon sehr vemisst haben, ist wieder da.
Soll ich ehrlich sein?
Es gab Tage, da habe ich nichts vermisst. Gmunden kann einem nämlich ganz schön auf den Wecker gehen. Darum habe ich eine Auszeit gebraucht, und das nicht nur von Gmunden, gell!

Herbst ist es wieder, die Blätter fallen und mit ihnen Politiker und Mandate. Ich garantiere: kein Auge bleibt trocken in diesem Herbst. Auch wenn die Wahlwerber ihre Kehlen ordentlich benetzen.

Manchmal hat es mich in den letzten Wochen aber schon in den Fingern gejuckt, wenn ich schnell in den Gmundl-Blog gegangen bin, um zu gucken, was sich tut. Und es tut sich ja eine Menge. Aber Schnaps ist Schnaps, und Urlaub ist Urlaub. Schon hundert Kilometer von Gmunden sieht Gmunden ziemlich sehr klein aus, regelrecht winzig. Da schrumpfen die hausgemachten Probleme dahin wie Schnee im klimaerwärmten Hochwinter. Man gönnt sich relaxed ein Schluckerl eines Sommerdrinks, bei der Hitze von heuer aus purer Klugheit alkoholfrei, man will nämlich weder schwitzen wie ein Ferkerl, noch besoffen sein wie ein Lokalpolitiker nach der Stammtischrunde.

Nein, ihre Babsy liebt es halbwegs nüchtern. Ich hoffe, Sie haben mich ein wenig vermisst. In Wahrheit habe ich es auch manchmal, ein paar Sekunden lang, vermisst, in den Gmundner Lokalgrotesken zu wühlen. Sie entsprechen dem geistigen Niveau eines Teils jener, die sich überheblicherweise für die örtliche Elite halten, und dabei die Stadt jahrzehntelang konsequent in Richtung Wand gefahren haben. Jetzt ist die Wand endlich da, und sie rufen noch „juhu“. Denn angeblich ist da keine Wand. Aber es gilt der alte Spruch: wenn es kracht wie eine Wand, weh tut wie eine Wand und das Auto zertrümmert wie eine Wand, dann ist es eine Wand.

Gmunden, die Stadt des retrograden John Maynard. Na, liebe Leserleins, in der Schule nicht aufgepasst? Oder schon vergessen? Das ist der, der das Schifferl sicher über den See bringt, obwohl im Bauch des Schiffes ein Feuer tobt. Pasagiere gerettet, Steuermann tot. Wir bringen als Weltpremiere die Nachdichtung, aktualisiert für das Gmunden von hier und heute!

Heinz Köppl!
„Wer ist Heinz Köppl?“
„Heinz Köppl war unser Steuermann,
aushielt er, bis unser Geld ihm zerrann,
er hat uns verscheissert, er trägt die Kron‘,
wir sind die Dummen, der Rausschmiss sein Lohn.
Heinz Köppl.“

Alle Herzen sind bang, der Asamer huschet vorbei –
da klingt’s aus dem Schiffsraum her wie ein Schrei,
„Pleite!“ war es, was da lauthals erklang,
ein Qualm aus Partei und Amtsstuben drang,
ein Qualm und Bürgerentsetzen lichterloh,
und noch ein Jahr bis Waterloo.

Und das Volk, sehr bunt gemengt,
vorm Rathaus steht es zusammengedrängt,
im Budget nur noch Luft und nirgendwo Licht,
am Steuer aber regt man sich nicht,
und ein Jammern wird laut: „Wo sind wir? wo?“
Und noch elf Monat‘ bis Waterloo.

Der Druck aber wächst, der Volkszorn, er steht,
der Pühringer nach dem Steuer späht,
er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
aber durchs Sprachrohr fragt er an:
„Noch da, Heinz Köppl?“
„Ja, Herr. Ich bin.“

„Aus dem Amt! In die Pensi‘ mit ihm!“
„Ich seh, ich bin hin.“
Und das Schiffsvolk jubelt: „Er geht! Hoohoo!“
Und noch zehn Monat‘ bis Waterloo.

„Schon da, Herr Krapf?“ Und Antwort schallt’s
mit bebender Stimme: „Ja, Herr, ich mach’s!“
Und ins Stadtamt, was Klippe, was Stein,
jagt unverdrossen er mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: in acht Monat‘ bei Waterloo!

Die Stadt geborsten. Das Geld verschwelt.
Verloren alles, aber einer jetzt fehlt!
Beim Abgang sich noch in den Fuß geschossen,
das Kapitel „Köppl“ ist abgeschlossen.

Alle Glocken gehn; ihre Töne, sie schwell’n
aus Asamers Villen und Neumanns Kapell’n,
ein Klingen und Läuten, Stadt und ÖVP sind schon tot,
Nur der Krapf steigt stolz auf im sinkenden Boot.
Die Leute wähl’n die ÖVP jetzt nicht mehr,
im Parteivorstand kein Auge mehr tränenleer.

Ende September: die ÖVP hat ihr Waterloo,
der SPÖ geht’s dann ebenso.
Neumann und Asamer völlig bekifft,
weil überall glückliche Bürger man trifft,
die jetzt sich fühlen endlich mal frei
von jahrelang herrschender Tollerei.

Die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt,
während Asamer Köppls Jagdhorn zerfetzt.
Der Neumann rückt grinsend den Hut sich zurecht:
Pönalezahlungen sind auch nicht ganz schlecht.

So, liebe Leserleins, das war es für heute von eurer Babsy. Es gibt viel zu tun. Machen wir es wie die Politiker: packen wirs nicht an! Nein, wir packens an.

Habe ich eingetlich schon erwähnt, dass ich beim Einpacken für den Urlaub vergessen habe, den Uhu (Strumpfmaschen!) in den Koffer zu geben? Ja, wirklich. Hat aber nichts ausgemacht. Wer trug bei der Hitze schon Nylons? Nicht einmal mein etwas schräger Vetter Albert. Ich habe ihm trotzdem ein Paar von meinen Luxus-Nylons für die Nächte auf einer stillen Almhütte geborgt. Die Senner von heute sind auch nicht mehr so keusch, wie sie angeblich einmal waren, gell! (Ach Albert, wenn Du das liest: Du hast noch immer das Paar Nahtstrümpfe Libération 45 von Cervin L’Arsoi, das ich Dir schon vor Weihnachten geborgt habe, ist mir im Urlaub so eingefallen, aber ich wollte nicht gleich eine SMS schicken, wegen der Roaming-Gebühren, ich füttere ja nicht die Telekom!).

Eine schöne Woche und ein paar sanfte Drinks wünscht allen Leserleins und den paar Abstinenzlern unter uns Ihre

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Gmundens neueste süße Verführung –
das Wunsch-Krapferl

Ein satirischer Gastkommentar von Marge Lila

Nach den Traunsteinderln, den Schwanen-Eiern und den Schloss-Orth-Kugeln hat Gmunden nun ein neues, ganz süßes Markenzeichen erhalten – das Gmundner Wunsch-Krapferl. Das kennen Sie noch nicht? Kann ich mir nicht vorstellen, wird es doch von der ÖVP derzeit geradezu exzessiv auf jedem Plakat beworben. Die geschmackliche Ähnlichkeit mit dem originalen Punsch-Krapferl ist verblüffend. Auch hier besteht die extrem süße Füllung aus alten Kuchenresten. Damit man diesen den Geschmack von gestern nicht anmerkt, werden sie unter Beimengung von sehr viel Zucker  (und Rum, gell! Bsoffene merken nichts! Anm. d. Red.) zu einem Teig vermengt. Der wird dann wieder schön glatt gestrichen, in Würferl geschnitten und sieht so aus wie neu. Jetzt kommt der wichtigste Schritt bei der Zubereitung – die dicke, rosarote Zuckerglasur. Die ist besonders wichtig und muss unbedingt perfekt sein. Ohne Glasur wären die Kuchenreste von gestern zu unansehnlich und unverkäuflich. Meine Empfehlung an die Konsumenten: nicht zu viel davon essen, lieber zum knackig, frischen Angebot greifen. Schmeckt und ist weitaus gesünder.


An dieser Stelle das erste Motiv aus unserer neuen Serie „Wahlplakate, die wir gern gesehen hätten“!
(Wie immer: Bild anklicken für Originalgrösse!)

krapf_hecht_05_end


Nicht pragmatisiert, aber …!

Ein Gsstkommentar von Insider

Sehr geehrter Scharfer Beobachter!
Zwei Punkte ihre Gastkommentars sind zu korrigieren. Nicht ich habe das mit Kammerhofer als Quartiermacher von Dickinger bei den Grünen geschrieben. Das stand ausserhalb meines Beitrags, war daher nach den Gepflogenheiten dieses Blogs von der Redaktion oder von Bruno Beinhart. Ausserdem war das doch nicht ernst gemeint, sondern sichtlich eine Parodie. Ich war es nicht, habe es aber sehr lustig gefunden.

Was sie über Dickinger schreiben, dem kann ich zustimmen. Was seine Pragmatisierung betrifft, muss ich Ihre „Hoffnung“ trüben: das gibt es bei der SPÖ meines Wissens nicht. Ich kann Sie insoweit aber wieder beruhigen. Herr Dickinger, ein schlaues Kerlchen, hat seine persönliche Form der Pragmatisierung gefunden: Er hat sich zum Betriebsrat der SP-Belegschaft wählen lassen. Dass er das tat, um sich den Kündigungsschutz zu sichern, ist natürlich völlig undenkbar. Da hätte er es sich wirklich selbst gerichtet, wie Sie schreiben. Ehrlich, das trauen Sie ihm zu? Nanana! Ausserdem kann man sagen, er ist eben gewählt worden. Leider muss ich da aber befürchten, er wird den SP-Angestellten genauso viel vorgeflunkert haben, wie er uns hier Gmunden seit Jahren politisch anflunkert. Er ist jetzt eben kündigungsgeschützter Bezirkssekretär. So läuft das in der SPÖ mit der Arbeitsplatzsicherung.
Besonders glücklich oder sogar zufrieden mit ihm ist fast keine der Ortsparteien des Bezirks, hört man.
Typisch die Sache mit der Bahnunterführung nach bzw. von Pinsdorf. Als Bezirkssekretär hätte er da aktiv werden müssen, und zwischen den beiden Ortsparteien eine Übereinkunft anstreben müssen. Aber wie das so ist: Da hätte der Bezirkssekretär Dickinger dem Gmundner Parteichef Dickinger eine drüberziehen müssen. Wer ist stärker: i oder i …
Sagen wir es laut, die Funktion des Gmundner Parteichefs verträgt sich nicht mit dem Job als Bezirkssekretär. Denn wie macht der Dickinger das, wenn die Landespartei eine Linie fährt, die der Mehrheit der Ortspartei nicht entspricht? Vertritt Dickinger dann als Angestellter die Interessen der Landespartei oder als Ortsvorsitzender die Interessen der Ortspartei? Wiederum „wer ist stärker, i oder i …“!

Angesichts der Schwäche der SPÖ ist es nicht nur in meinen Augen nicht vertretbar, dass jemand zwei so zeitraubende Ämter übernimmt und sie auch gut ausfüllen kann. Da bleibt etwas auf der Strecke, entweder die Ortspartei oder die Arbeit als Bezirkssekretär. Die bösen Gerüchte, er werde beiden Funktionen nicht gerecht, will ich nicht bestätigen. Die könnten auch vom politischen Gegner gestreut sein. Obwohl mir das auch schon einige Sozialdemokraten hinter vorgehaltener Hand zugeflüstert haben.


karikatur_spoe


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