Frauenlos, Fluchtbewegungen, Kleinigkeiten

ZITAT DES TAGES:

Bei den (deutschen ) Grünen wird in diesen Tagen lautstark die Freigabe von Haschisch gefordert. Die kollektive Benebelung ist von allen absurden Antworten auf die aktuelle Flüchtlingskrise die wahrscheinlich pragmatischste.

Handelsblatt, 23. 10. 2015


Heute:
Babsy kommentiert den Tag
Gastkommentar von Rostige Falken „Danke!“
Gastkommentar von Roberta zu einem Tram-Erlebnis

Liebe Leserleins!

Das Echo in den Zeitungen ist ausnahmsweise einhellig und vernichtend, was die neue Zusammensetzung der Landesregierung betrifft. Den oberösterreichischen Parteien ist es, wie es aussieht, nicht gelungen, wenigstens ein oder zwei Frauen aufzutreiben, die klüger und tüchtiger wären, als die sattsam bekannten Männer-Figuren, die sich jetzt wieder in der Landesregierung herum tummeln wollen. Knallhart lief die interne Abstimmungsmaschinerie der ÖVP, in der FP wurde ohnehin keine Frau vorne platziert, die SPÖ hat schon mit Frau Ablinger bewiesen, wie ernst MANN die eigene Quotenregelung nimmt, und die Grünen, naja, was wir vom Anschober halten, setzen wir als bekannt voraus.

In keiner Partei eine Frau zu finden, die es besser kann als dieses Kabinett von machtgierigen, farblosen und ideenfrei agierenden Männern? Jetzt hören wir: die Frau ÖVP-Hummel war so gut auch wieder nicht. Ja und? Sind die Strugls und Entholzers tatsächlich fähiger? Ist die Knallcharge Hiegelsberger (wer kennt den eigentlich ausser Ihrer Babsy?), der Retter des oberösterreichischen Knödels (das sieht dieser Mann tatsächlich als seinen Wählerauftrag an), tatsächlich eine Personalnotwendigkeit? Ein grosser Geist, der vom Knödl als „Die österreichische Weltkugel“ spricht. Da bleibt einem der Knödl im Hals stecken. Hauptsache, der Kerl bekommt gnug Knödl (=Penunze, Kohle, Marie) für den Job.

Oder genügt bei den Herrn, dass ihr primäres Geschlechtsmerkmal, aber gut, lassen wir das. Schwanz vor Hirn, das ist das hinlänglich bekannte Motto vieler Männer, im Alltagsleben und in der Politik. Aber natürlich ist die Politik heute auch so organisiert, dass Frauen sich schwer tun, die nötige Zeit für die unnötigen Rituale aufzubringen. Das alles ist männerzentriert organisiert. Welche Frau ist schon bereit, sich endlos dröge Parteisitzungen anzutun! Eben! Ein Beweis mehr, dass wir Frauen im allgemeinen etwas mehr drauf haben als die Männer, die diese Art der Sitzungen erfunden haben. Dass der Frauherr Stelzer jetzt die Frauenagenden übernimmt, passt zu schwarz-blau, wir hatten ja auch schonen einen FP-Frauenminister, der als erste Grosstat ein Männerreferat erfand. Immerhin: Ein Sketch im Ebenseer Fasching ist damit wohl gesichert.

Aber gut, es ist Frauenlos, dass die Landesregierung frauenlos ist. Noch ärgerlicher ist nur noch, wie man die Geschäftsaufteilung vorgenommen hat. Diktat, auch wenn Pühringer jetzt davon redet, man führe eine Konzentrationsregierung, arbeite mit allen zusammen, nur mit der FPÖ halt ein wenig enger. Keine Koalition, sondern eine Arbeitsübereinkunft sei das. Ist der Mann noch zu retten? Wir schreiben seit vierzehn Tagen, dass es diese verlogene Sprachregelung geben werde. Jetzt ist sie da, und der Mann bekommt das ohne rot zu werden und ohne Genierer über die Lippen. Liebe Leute, war das wirklich das, was ihr gewollt habt? Nach der Aufteilung des Landes zwischen viel schwarz und wenig rot (und noch weniger grün, der Anschober wollte nur SEIN Sesserl, alles andere war ihm veganwurst), bekommen wir jetzt eine Aufteilung des Landes mit sehr viel schwarz und reichlich viel blau. Die Bürgerleins dürfen staunend zusehen.

Das Teuflische dieser Aufteilung liegt in den Details. Insbesondere bei der Integration. Natürlich ist nichts dagegen zu sagen, dass Einwanderer ordentlich Deutsch lernen. Die Kopplung der Vergabe von Genossenschaftswohnungen an die Sprachkenntnisse ist aber extrem problematisch. Ihre Babsy sagt so: ok, machen wir das. Aber dann konsequent – Deutschprüfungen für alle. Na bumm, da werden viele FP-Wähler aber schön schauen, wenn sie keine Wohnungen bekommen, gell. Und ein paar FP-Politiker auch, denn das schaurige Deutsch vieler FP-Presseaussendungen ist legendär. Hier wird einfach die ausländerphobische Sau unter einem Tarnmantel durchs Dorf getrieben. Wenn Pühringer meint, das alles sei mit „christlich-sozialen Werten vereinbar“, dann raten ich ihm einmal zum auffrischenden Bibelstudium. Da dürfte der Herr Religionsprofessor einiges vergessen haben, eine Art christlich-soziales Alzheimer. Ich erinnere nur an die Herbergssuche (die demnächst landauf, landab in diversen Krippenspielen wieder aufgeführt werden wird in neuer modern-christlich-sozialer Fassung à la Pühringer! Frage an Josef und Maria: „Kennts deitsch? Na? Daunn schleichts eich!“)

Besonders perfid an dem Übereinkommen ist die Tatsache, dass die Integrationsagenden aufgeteilt werden: Anschober ist für die Integration und Unterbringung der Flüchtlinge zuständig, es gibt aber keinerlei Vereinbarungen über die Finanzierung. Man kann also jederzeit den Grünen „ein Haxel stellen“, indem man ihnen nicht genug Geld gibt – immerhin hat blau-schwarz eine klare Mehrheit. Und die FP wird da mit Sicherheit keine Hemmungen haben, den angeblich koalitionsfreien Raum werden wir bald zu spüren bekommen. Gleichzeitig wandern die Staatsbürgerschafts-Agenden zur FPÖ, die sich dort dann hemmungslos austoben kann. Da kann der Anschober Integrationsversuche unternehmen, so viel er will. Wie das läuft, sieht man auch am blau-schwarzen Übereinkommen in Wels.

Nur unter „bescheuert“ oder „voll gaga“ kann man die paranoide Idee der FPÖ bezeichnen, in Hinkunft sicher zu stellen, dass in den Schulen in den Pausen und auf den Pausenhöfen nur noch teutsch gesprochen wird. Wo sind die angerannt? An Wotans Tafel? Bekommen wir jetzt Sprachschnüffelei im Schulhof? Zu so einem Schwachsinn sagt die ÖVP ja? DieSchwarzen sind aus purem Machterhalt offenbar bereit, sich von allen guten Geistern verlassen zu lassen.

Es wird an der FPÖ liegen, zu zeigen, dass ihr Parteiblau sich nicht bald als etwas schmutziges Braun mit blauen Tupfern herausstellt. Dem Klima im Land wird diese Koalition nicht gut tun. Sich darauf zu verlassen, dass bisher noch jede Regierungsbeteiligung der FP in Chaos endete, ist kein Trost. Die Kosten jener chaotischen Zustände, welche wir der FP verdanken, sind enorm. Stichwort Hypo-Alpe-Adria. Und wer jetzt bei der Integration zündelt, gefährdet unsere Zukunft mehr, als die naiven Welcome-Refugees-Fans. Bildung ist im übrigen praktisch kein Thema – eh klar, die FP hat kein Interesse daran, jene nicht unbeträchtlichen Teile ihrer Wählerschaft ein wenig klüger und weltoffener werden zu lassen, die das so dringend nötig hätten wie Zuwanderer Deutschkenntnisse.

Anschober hat sich immerhin zu dem Abkommen kritisch zu Wort gemeldet.
Darf man wissen, ob der SPÖ dazu irgend etwas einfällt? Oder ist man dort bass erstaunt und voll verstummt vor lauter Überraschung? Aber überraschend ist all das nicht, gell! Aber die SPÖ hat es offenbar aufgegeben, irgend eine Rolle in der österreichischen Politik spielen zu wollen.

Weil wir bei den Flüchtlingen sind. Was jetzt in Spielfeld los ist, spottet jeder Beschreibung. Nachdem die Ungarn ihre Grenzen dicht gemacht und das Problem Richtung Kroatien verlagert haben, schieben die Kroaten das Problem nun an die Slowenen weiter, und die können nicht viel anders, als es wiederum den Österreichern zu überreichen. So stellt man sich europäische Solidarität zwischen EU-Mitgliedsstaaten vor. Das kleine Slowenien (zwei Millionen Einwohner) hat keinerlei Kapazitäten für solche Mengen. Wenn hier nicht bald eine gesamteuropäische Lösung gefunden wird, die auch funktioniert, dann fliegt uns demnächst die ganze EU um die Ohren, und zwar mit gutem Grund. Eines kann wohl nicht sein: dass die einen immer von den Nettozahlern wie Österreich kassieren, aber dann, wenn ihre Hilfe benötigt wird, sich einfach zurücklehnen und zuschauen. Denn eines muss klar gesagt werden: bei der Bewältigung des Flüchtlingsandrangs geht es nicht um irgendeine Solidaritäts-Folklore, sondern um die vernünftige Lösung eines globalen Problems. Es ist eine Frage der Vernunft und der Existenzsicherung für alle Europäer, dass es hier zu gemeinsamen und wirkungsvollen Lösungen kommt. Vorhersage: der EU-Gipfel am kommenden Sonntag wird so enden, wie alle davor – mit viel Blabla und wenig Ergebnissen. Zu viele Köche kochen in Europa zu viele unterschiedliche Süppchen.

Ach ja, die Regio gibt es auch noch. Nun wird also noch immer der FJ-Platz umgegraben. Wie erfahren wir aus den Tips: „… wird eine neue Busbucht für Linienbusse bzw. eine Aus- und Zusteigestelle für Reisebusse errichtet, die ein neuer Knotenpunkt für öffentliche Buslinien und Reisebusverkehr sein wird.“ Na, warum nicht gleich! Wir haben von Anfang an gesagt: das mit den Reisebussen, die in der Habertstraße ent- und beladen werden sollen, ist ein Unsinn oder ein Schmäh. Die Idee war ja, dass die Besucher dann zweimal durch die Innenstadt latschen müssen und selbige dabei leerkaufen. Galt ja als totale Superidee der Touristiker. Wir haben gleich gesagt: das läuft so nicht. Hier wird den Leuten Sand in die Augen gestreut. Und wir haben vorhergesagt: der FJ-Platz wird zur Umladestelle werden. Die Parkanlage ist zerstört, von einer Erholungsoase kann keine Rede mehr sein, wenn dort dann Bim und Reisebusse sich ein Stell-dich-ein geben. Viel Spass für die Beschäftigten der Innenstadt, die dort in der milden Jahreszeit gern ihre Mittagspause gehalten haben.

Auch was den angeblichen Vorrang der Öffis gegenüber dem Privatverkehr betrifft, mit dem uns die Regio immer gern – vor allem leider auch von den Grünen – verklickert worden ist, wird nun von den Tips ganz unfreiwillig als Zinnober entlarvt: „Am FJ-Platz entsteht eine neue Haltestelle, die vom Individualverkehr getrennt wird, um diesen nicht zu stören.“ Soweit also zur Frage, was hier Vorrang hat … Sagen wir es klar und deutlich: in der Regio-Frage wird von den Befürwortern bis heute mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen gearbeitet. Oder wie sehen die Grünen das mit dem Vorrang der Öffis im Zusammenhang mit dem FJ-Platz und der in den Tips gegebenen Erklärung …?

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Danke!

Ein Gastkommentar von Rostige Falken

Gott wir danken dir, daß Doris Hummer ihr politisches Amt zurücklegen muß.
Sie hat ja nichts geleistet, nur von ihrem Kind, das im Büro statt der Arbeit betreut wurde, erzählt. Der Steuerzahler mußte diese Untätigkeit die von allen Politikern als in Ordnung empfunden wurde bezahlen. Hoffentlich übernimmt das Amt ,jemand, der etwas leistet fürs Steuergeld.
Gott wir danken dir, wegen des Auscheidens der Gerti Jahn, Außer blödes Lachen hat sie nicht geleistet. Sie hat die Österreicher im Stich gelassen.
Wir freuen uns, daß die Tage der Gerti Jahn gezählt sind. Hoffenlich übernimmt jemand der fleißiger ist als sie.
Besonders danken wir der FPÖ das sie keine untätigen Frauen in der Landesregierung haben.
Danke auch an die Grünen, Anschober hält die Stellung, zum Supperl kochen braucht er keine Frau. Danke an die Grünen.
Der Pühringer ist ein guter Kerl, der hat das Wissen wo die Frauen hingehören.
Hoffentlich bleibt er uns erhalten.
Gerechte Demokratie, die Stimmenstärksten sind beim Regieren vorne, so will es der Wähler. Endlich Gerechtigkeit in Oberösterreich.
Parteien die nichts leisten, muß eine Zurückreihung erfolgen. Danke das der Wählerwille erfüllt wurde.
Der Wählerwille ist heilig.
Parteimeinungen, Sehertätigkeiten von einzelen Politiker sind der totale Blödsinn.


Regio-Lärm

Gastkommentar von Roberta

Und wieder einmal die Regio!
Ich muss es einfach loswerden.

Gestern nachmittags musste ich Bezirkspolizeikommando Gmunden in der Alois-Kaltenbruner-Straße, um einen Parkschaden zu melden. Der Polizist, der meine Eingabe zu Protokoll nahm, führte mich in den 1. Stock, in ein Zimmer, straßenseitig gelegen.
Irgendwann fuhr dann diese kleine, entzückend aussehende „Nostalgie-Bim“ am Gendarmerie-Haus vorbei. Ich war erstaunt, wie unglaublich laut und schnarrend diese kleine Straßenbahn im Haus drinnen zu hören ist. Und dachte mir ganz spontan: „Das muss ich aber nicht vor meiner Haustüre haben! Und diese armen Menschen unten in der Kuferzeile. Langsam versteh ich die …“
Und jetzt frage ich mich: Wie wird das, wenn dieses riesige, an die 50 Tonnen schwere und 32m lange Monster durch die Altstadt fährt? Na, gute Nacht Gmunden, das war es dann …
Ich bin ein Öffi-Fan, möchte ich anmerken!



oevp_stelzer_frauen


 

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