Erkenntniskünstler

Heute:
Bruno Beinhart über Künstler der politischen Erkenntnis
Gastkommentar von Alter Roter zu Schurnalismus

Liebe Leserschaft!

Man kommt aus dem Wundern nicht heraus. Zuerst vermeiden unsere Politiker auf das Peinlichste das Wort „Zaun“ in allen seinen Deklinationen. Der Wortschöpfungen zwecks linguistischer Ersatzbeschaffug sind viele. Die Bürger ärgert man damit. Man will reinen Wein eingeschenkt bekommen, nicht trübes Wasser. Anstatt sich den Fakten zu stellen, unsere Politiker. Endlich einen Erkenntnisgewinn zu haben. Nämlich dass es so nicht weiter gehen kann. Da geht es nicht um Flüchtlinge ja oder nein. Da geht es schlicht um eine Managementfrage. Traiskirchen ist bis heute nicht gelöst. Entspricht noch immer nicht den Mindeststandards. Wenn die Deutschen das Türl zu machen, steht die österreichische Regierung ganz schön dumm da. Dann staut es sich bei uns auf. Damit haben wir zwar seit dem heldenhaften Bau von Kaprun Erfahrung. Nur nützt die nichts. Denn Wasser kann man aufstauen, speichern und sich selbst überlassen. Menschen nicht. Eine Erkenntnis, die sich noch nicht zu unseren Regierungspitzen herum gesprochen hat.

Die neueste Erkenntnis von Mikl der Schrecklichen: „Ein Zaun hat auch ein Tor.“ Oder ein Türl. Oder einfach eine Lücke. In der steht dann die Bundesregierung und schaut dumm aus der Wäsche. Aber kann sein, dass der Anblick der vergammelten, Entschuldigung, der versammelten Bundesregierung auf die Flüchtlinge abschreckende Wirkung hat. Wer will schon von diesen Leuten regiert werden?

Die Sorge der Bürger ist nicht nur: wie lösen die das Flüchtlingsproblem. Die Sorgen gehen weit darüber hinaus. Wie soll eine Regierung, die bei einem relativ klare umrissenen Problem die minimalsten Anforderungen an Krisenbewältigung nicht erfüllt, wie soll eine solche Regierung die anderen, wesentlich grösseren Probleme des Landes lösen. Wirtschaftskrise, Bildungskrise, Spitalskrise, Pflegekrise. Die Leserschaft kann diese Liste nach Belieben erweitern und ergänzen. Wir stehen vor einem Systemversagen. Vergeudung von Steuergeldern auf allen Ebenen, dafür fehlts dort, wo es gebraucht wird.

Aber es gibt ja einen Lichtblick. Den Hundstorfer. Voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat einer todessehnsüchtigen SPÖ. Der hatte eine tolle Erkenntnis. Die kam ihm, als er die wiederum gestiegenen Arbeitslosenzahlen vom Oktober sah. Die künden zwar von einem besorgniserregenden Anstieg der Arbeitslosigkeit der über 50jährigen, von einer längeren Dauer der Arbeitslosigkeit, von einem Anstieg bei den Akademikern. Aber Hundstorfer, scheinbar schon im Wahlkampfmodus, sieht Licht am Horizont. Der ANSTIEG der Arbeitslosigkeit GEHT ZURÜCK. Erinnert an den Arzt, der einem Alkoholkranken eine Besserung seines Zustands verkündet: „Angsoffn sind S‘ noch immer, aber Sie trinken täglich nur noch drei Vierterln mehr statt deren vier.“ Wahrlich, eine tolle Erkenntnis. Die vor allem den Arbeitslosen enorm viel hilft.

Man hat jetzt ja endlich den „Job-Gipfel“ geschafft. Mit viel Tamtam und wenig Ergebnis. Die Senkung der Lohnnebenkosten, die man verkündet, ist lächerlich. Dafür wird jetzt die Altersarbeitslosigkeit energisch bekämpft. Mit Anhebung der Strafzahlung bei Kündigung älterer Arbeitnehmer von 118 auf 236 Euro. Das wird es echt voll bringen. In einer Zeit der höchsten Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik. Da nützt es auch nichts, wenn Hundstorfer den höchsten Beschäftigtenstand bejubelt. Denn es sind immer mehr Teilzeitjobs, die diese Zahl bewirken. Vor allem aber wachsen mehr Jobsuchende nach, als neue Jobs. Weshalb, nona, die Arbeitslosigkeit steigt.

Ein nicht geringer Druck auf den Arbeitsmarkt erfolgt durch EU-„Ausländer“ aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn und der Slowakei. Die Osterweiterung der EU macht sich bemerkbar. Vor zwei Jahren hat Hundstorfer uns noch wortreich erklärt, das sei kein Problem, die paar tausend Leute würde man gar nicht bemerken. Der Mann hat Weitblick und steckt voller Erkenntnisse, die sich unsereinem nicht erschliessen. Ein formidabler Präsidentschaftskandidat für eine Partei, die uns schon einen souveränen Kanzler beschert hat. Der Todestrip der SPÖ geht weiter. Auf allen Ebenen. Ob die ÖVP nach trabt oder voran hurtelt lässt sich noch nicht genau sagen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Schu-schu-schurnalismus

Gastkommentar von Alter Roter

Der Brandner Edmund sucht das … ja was denn? Das Klima? Die ÖVP? Den Journalismus? Bei letzterem wird er bei sich selbst nicht fündig werden. Das weiss jeder, der lang genug die OÖN gelesen und sein Abo irgendwann verzweifelt abbestellt hat. Verulken kann man sich selbst, und das auch noch viel billiger. Auch wenn Herr Brandner es billig gibt.

Aber jetzt muss ich ein wenig weiter ausholen. Mein Blick schweift in eine ferne, verdrängte Vergangenheit. Es ging um den Bau eines Hotels auf der Toskana. Eine starke Bürgerinitiative gegen den Bau entstand. Sie entstand auch dagegen, den Asamers die einmalige Toskana, oder Teile davon, zuzuschieben. Wenn ich mich recht erinnere, hat sich Herr Brandner damals noch als kritischer Mensch gegeben und war bei den Protestierern mit dabei. Da hat er noch nicht für die OÖN geschrieben, stand noch nicht in festem Sold. Da war er „das blasse Echo der 68er-Bewegung“. Oder gar schon ihre „Karikatur“? Es darf geraten werden.

Inzwischen ist er ein Konvertit. Anders kann man es nicht nennen. Und das erklärt recht gut sein Verhalten. Wie alle Konvertiten muss er ständig den Beweis erbringen, dass er wirklich konvertiert, übergetreten ist. Er glaubt, diesen Beweis schuldig zu sein. Darum auch seine viele Fleissaufgaben. Es ist ja nicht so, dass wer hinter ihm steht und sagt: „Edmund, schreib mal wieder was für die ÖVP“ oder „gegen die Kritiker der ÖVP“. Nein, der Mann macht das aus eigenem Antrieb. Weil er täglich neu beweisen will: Ich bin nicht mehr dort, wo ich einmal war. Ich bin jetzt einer von euch. Ein Konvertit zwar, aber einer, auf den ihr euch verlassen könnt. Ich protestier nicht mehr. Ich bin dafür, dass ich dafür bin.

Daher, liebe Nicht-ÖVPler, lernt daraus: auf Brandner kann man sich verlassen. Ganz ohne dass er Befehle bekommt. Man kann sich auf ihn verlassen. Allerdings nur dann, wenn man die eigene Kritikfähigkeit an den herrschenden Zuständen, an den Machthabenden nicht in der Garderobe abgegeben hat. Ein mühsames Konvertitenleben führer er halt, der arme Edmund. Abgesandelt zum Schurnalisten.


Der Gastkommentar von Alter Roter hat uns inspiriert. Wir haben ein altes Lied von einem Alt-68er gefunden. Hat Franz Josef Degenhardt womöglich den Mundl von Gmunden schon gekannt? Man müsste in dem Lied „Vatis Argumente“ nur „Vati“ durch „Mundi“ ersetzen, dann passt es. Der Vati und der Mundl – Geistesverwandte? Und Degenhardt schon 1968 das „blasse Echo der 68er-Bewegung“?


 

 

 

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