Archive for November 2015

Wessen Stadt?
20. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über „Wessen Stadt?“
EK von Borgare zu Wohnen
GK von Fewzi Benhabib „Wie meine Stadt islamistisch wurde“

Liebe Leserleins!

Die Frage „Wessen Stadt?“ stellt sich auf vielfältige Art und Weise.
Wenn man sich dieser Tage wieder einmal in Gmunden umschaut und feststellt, wie diese Stadt durch Grundstücksspekulanten und ihre willfährigen architektonischen Diener verschandelt wird, dann stellt sich die obige Frage besonders drängend. Hässliche Zweckbauten pflastern Gmunden, deren Zweck nicht das Wohnen, sondern möglichst maximaler Gewinn ist. Die Stadt und ihre Politiker haben tatenlos zugeschaut (oder davon profitiert? Wenn ja, wer?).

Mitten in locker bebauten Siedlungsgebieten mit Ein- oder Zweifamlienhäusern werden sündhaft teure Wohnblöcke geradezu marialisch hineingezwängt. Teile dieser oft nur als Zweitwohnsitze genutzten Betonschachteln werden nicht einmal verkauft, weil man in den Untergeschossen entweder auf den Kobel daneben guckt, oder sonstwie keinen freien Blick hat. Zu den gewünschten Preisen ist das nicht verkaufbar. Egal, denn die bisherige Politik der Stadt hat es ermöglicht, weit über die in den bereits bestehenden Nebenhäusern üblichen Höhen hinaus zu bauen. Mit dem Verkauf der Dachgeschoss-Wohnungen und der vorletzten Etage kommen die „Investoren“ trotzdem auf ihre Rechnung. Eine willfährige Stadtpolitik, die keine Wohnungen für nicht ganz so wohlhabende Leute schafft, aber die Taschen einiger weniger bestens füllt, während ganz Gmunden geschädigt wird: mit einem versauten Stadtbild.

Der neueste Streich wird derzeit bereits vermarktet: am Hochkogel stehen Wohnungen in zwei der derzeit so typischen Viereck-Betonblöcke zum Verkauft. Wahre Schnäppchen für wohnungssuchende Durchschnittsverdiener. Um lächerliche 179.000 Euro bekommt man bereits eine Zweizimmerwohnung mit 59 m2 Wohnfläche. Ein Fall für Schnäppchenjäger.

Auch anderswo steht es im Raum „Wessen Stadt?“. Dazu bringen wir heute einen hoch interessanten Beitrag, der gestern in der PRESSE abgedruckt war. Ein Kommentar, der nachdenklich macht. Und den wir hier bringen, weil wir versuchen, jenen gefilterten Nachrichten etwas entgegen zu setzen, die uns Google, Facebook & Co. liefern. Die filtern nämlich dank ihrer Suchalgorhythmen alles heraus, was nicht unseren persönlichen „Filosofie“ entspricht.

Sie engen unsere Weltsicht immer mehr ein, weil sie uns nur noch mit Meinungen, Ansichten und Einsichten versorgen, die unseren eigenen entsprechen. Goole & Co. schmoren uns im eigenen Saft. Daher versuchen wir vom Gmundl eben ein breites Meinungsspektrum zu bieten. Demokratie ist immer auch die Konfrontation mit anderen Meinungen. Nur daraus können neue und bessere Erkenntnisse entspringen.
(Aus urheberrechtlichen Gründen, die wir im Gegensatz zu den meisten Netz-Freaks sehr hoch bewerten, bringen wir nur den Beginn des Presse-Artikels zum Reinschnuppern. Für den Rest haben wir auf die Webseite der Presse verlinkt. Also bei Interesse einfach den Link am Ende des Kommentars anklicken. Dann gibts den kompletten Artikel zu lesen.)

Jetzt kann frau nur noch hoffen, dass das irre Novemberwetter endlich einem echten Novemberwetter weicht. Und sollte Schnee fallen: liebe Mitglieder des Bauernbunds, die ihr mancherorts die Schneeräumung macht, seid mal so nett, und räumt nicht vorrangig jene Landstrassen, die zu den Höfen von Bauernbundmitgliedern führen, gell, weil auch Nicht-Bauernbündlerleins sind Menschen und wollen ihre Häuser und Wohnungen erreichen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Anhang:
Auch heute wieder ein Beispiel dafür, dass sich Skurriles auch im Ernstesten finden lässt. Wir erinnern uns: in Deutschland wurde eine Stunde vor Anpfiff ein Fussballländerspiel von Politik, Sicherheitskräften und Geheimdiensten abgepfiffen. Die Hintergründe sind noch immer höchst müsteriös. In den ersten Meldungen hiess es, man habe seit Stunden die Gefährdungslage überlegt und bewertet. Was die Frage aufwarf, warum man diese Zeit nicht genutzt hat, um die Leute erst gar nicht zum Stadion fahren zu lassen, denn nun wird sogar behauptet, den Geheimdiensten habe ein Plan vorgelegen, nach dem mehrere Selbstmordattentäter sich in der Menge wegsprengen wollten, dazu ein MP-Massaker und ein Attentat am Hannoveraner Bahnhof. Wenn man so detailierte Pläne kannte, dann fragt sich die unkundige Frau: wie kam man an diese Pläne, ohne dabei jene Leute zu kennen, die das planen? Warum hat man die Leute nicht hochgenommen – bis heute nicht!Und warum liess man Massen von Fans zum Stadion pilgern, wenn man von solchen Plänen wusste – um die auszuführen genügt ja die Menschenmenge, egal ob die sich im oder vor dem Stadion befindet.
Weiters ist davon die Rede, man habe „eine Bombenattrappe kontrolliert gesprengt“. Also was jetzt? War es eine Attrappe oder eine Bombe? Oder kennt eines unserer Leserleins Bomenattrappen mit eingebauten Sprengstoff?

Aber so merkwürdig all das ist, der deutsche Innenminister de Maizière überbot auch das noch und übte sich in unfreiwilligem schwarzen Humor. Er könne keine Details des Wissenstandes der Behörden bekannt geben, denn die Erkenntnisse seien derart, dass die „Bevölkerung sich fürchten würde“, bekäme sie davon Kenntnis. Das nenne ich Psychologie auf höchstem Niveau. Was würden Sie, liebe Leserleins, von einem Arzt halten, der Ihnen eröffnet: „Tut mir leid, aber ich sage Ihnen die Diagnose lieber nicht, sonst fürchten Sie sich Ihnen zu Tod!“
Ja, der de Maizière ist ein echter Spassvogel. Tut doch richtig gut in so ernsten Zeiten, gell!


Gmundner Variationen

Einserkasterl von Borgare

Gmunden ist nicht nur Keramikstadt etc., sondern möglicherweise auch die Stadt der vielen leerstehenden Wohnungen. Wohnungen, die nicht verkauft und nicht vermietet sind.
In Wien gibt es dazu eine famose Schätzung, nämlich zwischen 30.000 und 100.000 (oder mehr). Wahrscheinlich hat die Bauwirtschaft rechtzeitig ein Zählverbot verhängt!
Nun ich kann nicht sagen, dass ich nicht mehr schlafen kann, bis ich weiss, wie es in Gmunden mit den leerstehenden Wohnungen ausschaut, aber interessant wäre es schon.
Wer weiss Rat?


Saint-Denis:
Wie meine Stadt islamistisch wurde

Gastkommentar von Fewzi Benhabib

Einst floh Fewzi Benhabib vor Algeriens Islamisten nach Saint-Denis. Heute sei die Stadt nicht wiederzuerkennen, schreibt er, Islamisten hätten Straßen und Geschäfte erobert: Bericht eines Fassungslosen.Seit 21 Jahren wohne ich in Saint-Denis. Hier, wenige Kilometer von Paris entfernt, habe ich im Jahr 1994 Asyl gefunden. Mein Freund, Professor Abderrahmane Fardeheb, war am 26.September jenes Jahres in Oran vor den Augen seiner Tochter, die er zur Schule begleitet hatte, von Islamisten ermordet worden. Damals hatte ich beschlossen, mein Land zu verlassen.In Saint-Denis, dieser an der Seine gelegenen Stadt der Vielfalt, Gastfreundlichkeit und Toleranz, konnte ich mit meiner Familie heimisch werden, endlich frei von den Drohungen der Islamisten, die sich in meinem Briefkasten häuften. Ich war 48 Jahre alt und verließ eine geliebte strahlende Stadt, in der ich als Physiker gearbeitet und gelehrt hatte – voller Schmerz, aber überzeugt, dass ich den Schrecken des politischen Islam in Frankreich nicht mehr ausgesetzt sein würde.In den letzten Jahren hat die Angst mich wieder gepackt. Saint-Denis hat nichts mehr mit dem Saint-Denis von damals zu tun. Und das Land der Menschenrechte weigert sich, hinzusehen. In Saint-Denis hat sich ein Spalt aufgetan, der Erinnerungen weckt, er tut sich auf auf den Gehsteigen, auf dem Markt am Sonntag. Und dennoch weigern sich viele Bürger zu erkennen, dass hier ein Gegenprojekt an den demokratischen Grundfesten der pluralistischen Gesellschaft nagt.

Schleier für eine Vierjährige
Wo sind, an diesem geradezu sommerlichen Novembersonntag, noch leichte Tops und kurze Röcke? Wo ich auch hinsehe, Schleier, Schleier, nochmals Schleier – einfache Kopftücher, Tücher, die auch die Stirn verdecken, und große für den ganzen Körper. Seit Kurzem gibt es in der Straße, die den Namen des kommunistischen Widerstandskämpfers Gabriel Péri trägt, Geschäfte für islamische Kleidung. Sie heißen Dubaï Center oder Daffah – eine blühende Saudi-Firma. Das ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage, was ist schlecht daran?, fragen die Naiven, zu denen ich mich nicht mehr zählen kann. Meine Frau fragt treuherzig: „Haben Sie ein Kopftuch für meine achtjährige Enkelin, die klein für ihr Alter ist?“ Die Verkäuferin zeigt ihr Modelle: „Ich habe eines einer Vierjährigen verkauft.“

Dazwischen liegen Bücher, sie vermitteln gemeinsam mit der „wahabitischen Mode“ den Bekehrungseifer einer islamistischen Randgruppe, deren Ideologie viele, aus Schwäche oder Ignoranz, für die Botschaft des Korans halten. Diese will die „Muslime“ im islamistischen Orbit festhalten, die Gemeinschaft beherrschen, die Abspaltung vom Rest der Gesellschaft zu fördern.

Weiterlesen in „Die Presse“!

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Kulturschock
19. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über Kulturelles
GK von Marge Lila zum GK von Michael Amon
EK Hugo von Wald und See über Verkehr(s)(te) Schilder

Liebe Leserleins!

Das Wort „Kultur“ ist derzeit ja in aller Munde, und wird entsprechend immer breiiger beim Kauen. Jetzt hat die unvergleichliche und ununterbietbare Mikl-Leitner sich in Sachen Kultur geäussert, in Sachen „Willkommens-Kultur“ um genau zu sein. Nun ist die Vorstellung, Mikl-Leitner in irgendeinen Bezug zum Wort „Kultur“ zu setzen, einigermassen kühn. Aber es ist ein Fakt, die Zaunkönigin ohne Zaun sprach: „Die EU muss auf die Willkommens-Kultur verzichten.“ Also, ganz ehrlich, zuerst einmal sollte Europa auf die Mikl-Leitner und ähnliche Figuren verzichten. Das wäre schon ein wenigstens kleiner Fortschritt.

Und ja, einiges an der „Refugees welcome“-Folklore ist bestenfalls naiv, manches regelrecht dumm. Aber Frau Mikl-Leitner ist die Letzte, nein, die Allerletzte, der man Kritik abnehmen oder zubilligen kann. Sie ist integraler Bestandteil dieser Dummheit. Die Dame ist bis heute nicht in der Lage oder willens, in Traiskirchen ordentliche Umstände zu schaffen. Ignoranz oder Dummheit? Im Zweifelsfall beides. Ok, keine Willkommens-Kultur. Aber was wir ganz, ganz dringend benötigen ist eine Willkommens-Politik gegenüber jenen, die bereits hier sind.
Wer das der Mikl-Leitner und der etablierten europäischen Politik zutraut, möge sich unter Beifügung entsprechender, möglichst aktueller psychologischer Gutachten bei uns melden. Nach eingehender Prüfung der Gutachten durch die Gmundl-Redaktion werden wir den unwahrscheinlichen, einzigen Bewerber bzw. die einzige Bewerberin der EU-Kommission als Europäischen Flüchtlingskoordinator vorschlagen. Bezahlung und Ernährung nach den in Brüssel üblichen Standards. Gewichtszunahme garantiert (siehe die Brüssel-Korrespondenten des ORF!). Alkoholiker werden im Sinne der Antidiskriminierungsvorschriften bevorzugt!

Sage jemand, der österreichische Beamtenapparat sei nicht zu hinterfotzigem Humor in der Lage. Während sich in Spielfeld die Flüchtlingsmassen stauen, und die Hilfsorganisationen mit der Essensausgabe kaum nachkommen, erscheinen vier würdige österreichische Beamten im bürokratischen Gleichschritt an der Grenze. Nicht etwa, um die Möglichkeit von Zaun/technischen Zugangseinrichtungen/Tore/Faymann-Gatter/Mikl-Latten vor Ort zu studieren. Nicht etwa, um die Registrierung der Flüchtlinge vorzubereiten oder gar endlich anzugehen. Nein, diese vier wahrhaften Gutmenschen sorgen sich um die Gesundheit der Flüchtlinge.

Nein, nicht was Sie, geschätztes Leserlein, jetzt vielleicht denken. Also: Erkältungen durch im Freien verbrachte Nächte oder Plattfüsse nach langer Wanderschaft. Nein, das ist alles nicht die Sorge der Beamten. Nein, sie kontrollieren, ob die Lebensmittelvorschriften eingehalten und die dargebotenen Speisen für den Verzehr geeignet sind. Ja, die Leute können im Freien frieren, Hauptsache, das Papperl stimmt. Fäakenland Österreich. Und siehe da: die gestrengen Augen der Beamtenschaft wurden fündig. Man entlarvte die von steirischen Apfelbauern angelieferten Äpfel als hochgefährlich, möglicherweise mit Pestiziden kontaminiert. Ohne das zu überprüfen, stoppten die wackeren Lebensmittelkontrolleure sofort die Apferlausgabe. Man könne nicht wissen, ob hier die armen Flüchtlinge nicht gar mit gefährlichen Giften vollgepumpt würden. An apple a day doesn’t keep the doctor away. Oder so ähnlich. Ein Aufschrei der steirischen Apfelproduzenten war die Folge. Nun wissen wir es alle: steirische Apferln kommen grundsätzlich nur gründlich gewaschen in den Handel. Liebe Mitmenschen, liebe Inländer, Ausländer und Inländer-Rum-Trinker, seid beruhigt: ins steirische Apferl könnt ihr reinbeissen, ohne es vorher in irgend einer Weise reinigen zu müssen. Das ist doch einmal eine echt gute Nachtricht, gell!

Ach ja, besonders kurios: die Syrer vertragen die sauren Äpfel nicht. Sind sie nicht gewohnt. Magen und Darm rebellieren gegen die ungewohnte Kost. Über die Folgen will man im Detal lieber nichts wissen.
Liebe steirische Apfelbauern: da die Flüchtlingsströme nicht so bald versiegen werden, solltet ihr den Anbau von Feigen und Datteln erwägen. Der Klimawandel kommt ohnehin, also die Chance, die sich durch die Flüchtlinge ergibt, sofort nutzen und hier und heute umstellen. Feigen – frisch, saftig, steirisch!

Mit dem Gmundl-Blog ist es ähnlich wie mit dem Playboy. Alle lesen ihn, aber niemand will ihn gelesen haben. Schon gar nicht Schwarze oder Gemeindebedienstete. Irgend wer unter den Letztgenannten ist jetzt aber verhaltensauffällig geworden. Wir haben den Beweis. Jemand aus Amt oder Politik muss hier heimlich mitgelesen haben, mit roten Ohren und ein bisserl im Gefühl, ein echter Undergroundler zu sein. Wir haben hier gestern ja dieses wahnsinnig mustergültige Wirrwarr von Verkehrszeichen veröffentlicht und gemeint, das sei sehr symbolhaft für die Gemeindepolitik. Das wollte scheinbar jemand nicht auf sich sitzen lassen. Noch am selben Tag waren die etwas widersprüchlichen Tafeln verschwundibus. Geliebte Feinde des Gmundl, die ihr ihn so abgrundtief verachtet: ihr tut gut daran, trotzdem hier eure Lesefähigkeit täglich erneut zu schärfen. Gmundl hilft auch euch, ein besseres Leben zu führen. Und dumme Taferln flugs zu entsorgen. Das können wir nur ausrufen: es geht ja doch! Und: lest bitte, bitte, weiterhin brav unseren Blog. Der macht uns und euch und überhaupt alle zu besseren Menschen. Viel besseren Menschen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Freiheit und Sicherheit

Gastkommentar von Marge Lila

Ein paar Gedanken zu Michael Amons Kommentar vom 16.11.2015 und zu „Freiheit versus Sicherheit“ vor dem Hintergrund der Anschläge in Paris:

Auch ich wünsche mir, dass hunderttausende Flüchtlinge aus dem arabischen Raum nicht unter Terrorverdacht geraten. Diese Menschen dürfen nicht nochmals zu Opfern der Terroristen werden!

Das was wir alle – Zuwanderer und Europäer – uns von Europa erwarten, ist Freiheit und Sicherheit. Keine leichte Kombination, wie sich herausstellt. Auf unserer westlichen Wertepyramide sollte die Freiheit auch in Zukunft über der bloßen Sicherheit stehen. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass Freiheit nur auf der Basis existenzieller Sicherheit gelebt und gefühlt werden kann. Diese existenzielle Sicherheit muss daher auch der Staat den Menschen bestmöglich gewährleisten, um deren individuelle Freiheit zu sichern. Europäer und auch die Menschen, die vor Krieg und Terror zu uns flüchten, brauchen diese existentielle Sicherheit um frei sein zu können. In der derzeit traurigen Realität sind daher Grenzsicherung und die Registrierung der Menschen die zu uns kommen, notwendige Maßnahmen, um die existenzielle Sicherheit und damit die Freiheit aller Menschen in unserem Land zu ermöglichen. Chaos ist keine Grundlage für Freiheit, weder für österreichische Staatsbürger noch für Flüchtlinge. Sicher, diese Maßnahmen können nur ein Puzzlestein sein bei der Sicherung unseres Staatsgebietes. Ein Puzzleteil aber, das angesichts der Bedrohung wichtig ist. Ein Puzzleteil, das den Menschen im Land ein Gefühl von existenzieller Sicherheit vermittelt und daher dazu beitragen wird, uns das Gefühl der Freiheit nicht von Verbrechern rauben zu lassen. Ich erhoffe mir daher, dass unsere Regierung umgehend dafür Sorge trägt, dass alle Flüchtlinge bei Grenzübertritt ordnungsgemäß registriert werden. Ich erhoffe mir, dass Flüchtlinge während diesem Prozedere gut und menschenwürdig versorgt und behandelt werden. Die überwiegende Mehrheit dieser leidgeprüften Menschen wird die Notwendigkeit solcher Sicherheitsmaßnahmen wahrscheinlich besser verstehen als wir.

Abschließend noch eine kurze Antwort auf Franz Holzingers Kritik an der seiner Meinung nach unchristlichen Vorgangsweise christdemokratischer Regierungsparteien beim Umgang mit dem Flüchtlingsproblem:
Weder Deutschland noch Österreich lassen die Menschen unversorgt vor ihren Grenzen stehen. Antichristlich würde ich dieses Verhalten nicht bezeichnen. Offensichtlich sehen das auch die flüchtenden Menschen so, denn sonst würden diese nicht überwiegend nach Deutschland und Österreich gehen. Trotz großer Anstrengungen haben sie schließlich auf ihrem Weg in Sicherheit und Freiheit einige sichere Staaten bewusst hinter sich gelassen, deren Regierungsparteien übrigens kein „christlich“ in ihrem Namen führen.

Der Kritik an den Auswüchsen eines ungezügelten, neoliberalen Kapitalismus stimme ich zu, füge aber in einem Atemzug die Kritik an Kommunismus, Islamismus, Nationalismus, Despotismus,…… hinzu. Sie alle bildeten und bilden die Gemengelage aus der Armut, Unfreiheit, Kriege, Terror, Unmenschlichkeit und in weiterer Folge auch Flüchtlingsströme entstehen. Das politische und wirtschaftliche Modell Österreich fällt, trotz all seiner Fehler, jedenfalls nicht unter ungezügelten, neoliberalen Kapitalismus. Ungezügelt erscheinen mir, angesichts der derzeitigen Verhandlungen zur Bildungsreform, eher die Auswüchse des Föderalismus in unserem Land.


Verkehrte Verkehrsschilder

Einserkasterl von Hugo von Wald und See

Die Verkehrsschilder spiegeln die Fähigkeiten des Verkehrsstadtrates Sageder wieder. Anhand dieser Bilder kann man sagen er ist der Unfähigste unter den Unfähigen. Unfähiger geht’s nicht mehr. Mit diesem SPÖ Spitzenmann werden sie bei der nächsten Wahl in Gmunden 2,3 der Wählerstimmen erreichen %%
Nur weiter so, da können sich die Spezi von der ÖVP ohne Leistung freuen.


 

Umleitungen
18. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über Umleitungen aller Art

Liebe Leserleins!

Es ist schwer in diesen Tagen unseren Anspruch, auch satirisch zu sein, zu verwirklichen. Gerade für Ihre Babsy, die ja mehr auf der lustigen Seite des Flusses zu Hause ist, stellt das eine Herausforderung dar. Wie weit dürfen wir gehen, wo ist eine Grenze? Dass wir uns diese Fragen stellen, ist leider schon eine Wirkung, die diese verdammte Mörderbande erzielt hat. Umso schlimmer aber wäre es, jene Antwort zu geben, die uns diese Killertruppe aufzwingen will, nämlich uns zu ändern in der Form, dass wir auf Witz und Humor verzichten und stattdessen unsere Ängste auf vielerlei Art ausleben.

Ob es zum Beispiel eine gute Entscheidung der deutschen Regierung war, das gestrige Länderspiel des deutschen Fussball-Teams in Hannover abzusagen, ist nicht klar. Ob hier eine echte Bedrohung vorlag, ob nur die deutschen Sicherheitskräfte nicht recht wussten, oder ob gar eine regierungsamtliche und bewusste Verunsicherung der Bevölkerung beabsichtigt war, um drastische Einschränkungen von Bürgerrechten leichter umsetzen zu können, das kann niemand sagen. Tatsache ist: wer gestern den deutschen Innenminister sah, konnte an seiner Körpersprache ablesen, dass er nicht die Wahrheit sagte. Was genau er verschwieg, werden wir nicht so schnell erfahren. Offensichtlich ist nur, dass man nicht in der Lage war, die tatsächliche Bedrohung zu finden und auf nebulose Geheimdienst-Meldungen hinwies. Damit lässt sich alles argumentieren. Man kennt das von den getürkten Unterlagen, die den Irak-Krieg rechtfertigen sollten (dessen Misslingen ein Teil der Ursachen der jetztigen Probleme ist). Ob es einfach nur Ängstlichkeit der deutschen Regierung oder eine verantwortungslose Aufbauschung unklarer Informationen war (oder etwas dazwischen bzw. eine Mischung aus beidem), die zur Absage führten, ist unklar. Irritierend ist jedenfalls, dass man schon zigtausende Menschen zum Stadion fahren hat lassen, und erst eine Stunde vor Beginn alles absagte. Wenn denn die Gefahrenlage so klar und bedrängend war: warum hat man nicht schon Stunden vorher abgesagt, bevor sich eine grosse Menschenmenge, ideales Ziel für Terroristen, vor dem Stadion angesammelt hatte? Eine Frage, auf deren Beantwortung man dringend wartet.

Zurück in den Gmundner Suppenteller. All jene Skeptiker, die gesagt haben, dass Touristen nur in geringem Ausmass bereit sein werden, für den Besuch des Seeschlosses Ort drei Euro Eintritt zu bezahlen, werden jedes Jahr erneut darin bestätigt. Eine der vielen Fehleinschätzungen der Gmundner Politik. Aus den erträumten 100.000 Euro pro Jahr ist nichts geworden. Mit 70.000 hat man für heuer gerechnet – das hätte eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr bedeutet (wie man auf diese Wunsch-Zahl kam, bleibt völlig schleierhaft – offensichtlich der Wunsch als Vater des Gedankens). Stattdessen gab es einen Rückgang um 4.000 Euro auf 31.000. Prognosen sind halt unsicher, weil sie die Zukunft betreffen. Angesicht der besonders wenig treffsicheren Prognosen in Gmunden, stellt sich die Frage, wie die dazu gehörige Zukunft aussieht. Umpf!

Ach ja, man tröstet sich damit, dass der Umsatz im Shop sich auf 9.000 Euro fast verdoppelt hat. Wer rechnen kann, der rechne: hängen bleiben da wahrscheinlich nur ein paar Hunderter. Aber die neue Fehlprognose trabt schon an: für 2016 rechnet man jetzt aber ganz sicher mit einer ebenso sicheren Einnahmen-Steigerung: Der Wappensaal soll schön geschmückt und für Besucher geöffnet werden. Wow! Da werden die Leutln aber in Massen herbeiströmen, um ihre Geld los zu werden, wenn sich herum spricht: ein geschmückter Waffensaal ist zu besichtigen! Und ja, auch eine Ausstellung ist geplant. Wahrscheinlich werden ein paar Nachttöpfe vom Häuslmuseum umquartiert. Gmunden, die Museums- und Kulturstadt. Und Keramikstadt. Und Sportstadt. Und Kurstadt. Und Klostadt. Und Strassenbahnstadt. Und …

Aber Gmunden ist nicht allein. In Wels will man jetzt mit Hilfe der Bevölkerung heraus finden, was denn Wels nun eigentlich sei: Messestadt, Sportstadt, Einkaufsstadt bla bla bla. Kommt uns das bekannt vor? Sagen wir es laut: das ganze Stadtmarketing ist zum Krenreiben: überall die selben Phrasen, die selben einfältigen Ideen, die gleichen Denkmuster. So sehen die Ergebnisse dann auch aus. Merke: man kann nur ein Produkt verkaufen, das es auch gibt. Auch ein Bäcker kann keine frischen, reschen Semmerln anpreisen, wenn er im Laden dann nur alten Zwieback liegen hat. Aber es wird noch ein Weilchen dauern, bis das auch die Marketingexperten entdeckt haben, die in den diversen Städtleins ihr Unwesen treiben.

Nicht nur Kindermund tut Wahrheit kund. Manchmal liegt die tiefe Erkenntnis der wahren Umstände auch in Verkehrszeichen. Ja, liebe Leserleins, Sie lesen richtig. Das ist keine neue Witzelei Ihrer Babsy, das ist gelebte Realität. Hier in Gmunden, gell! Ja, liebe Leute, merkt euch den wichtigen Leersatz: Verkehrszeichen lügen nicht! Wer schon immer geahnt hat, dass die Gmundner Stadtpolitik, vor allem aber der Tanz um die Goldene Bim (golden vor allem für Stern & Hafferl) in Wahrheit völlig richtungslos, plan- und ziellos ist, die/der darf sich bestätigt sehen. Die klare Zielsetzunge der Stadtpolitik – sie findet ihre Fortsetzung in der klugen Beschilderung der chaotischen Gmundner Strassenumbau-Wirren. Wer es nicht glaubt, hier ein umwerfendes Dokument des Wahnwitzes:

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Hauptsache, die Richtung stimmt, sagt angesichts dieser eindeutigen Hinweise das endlich klar angeleitete Bürgerlein. Da weiss man endlich, wo es langgeht. Und das Vertrauen in die politische Klugheit der Verkehrsverantwortlichen steigt in ungeahnte Höhen. Man ahnt: die wissen echt, wo es lang geht. (Danke an jenes Leserlein, das uns dieses Bild zu kommen liess. Es wurde gestern aufgenommen.)

Wir können uns also beruhigt zurück lehnen. Die Gmundner Verkehrspolitik weist uns sicher den Weg! Das lässt auch auf vielen anderen Gebieten neue Hoffnungen spriessen. Heissa juche!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

Glücklicher Alltag
17. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnells Rundblick und nackte Tatsachen

Liebe Leserleins!

Der Alltag hat uns wieder. An Wochenenden wie dem hinter uns liegenden lernt man, den Alltag zu schätzen. Das Glück der Normalität, des Unspektakulären und der friedvollen Langeweile. Ihre Babsy braucht es nicht nervenzerfetzend oder aufreibend. Ich verstehe die Leute nicht, habe sie noch nie verstanden, die dauernd einen Nervenkitzel, einen speziellen Kick brauchen. Ehrlich: das normale Leben ist Kick genug. Glück, liebe Leute, das habe ich schon in all meiner fast noch Jugendlichkeit verstanden, Glück gibt es nur im Kleinen. Ich muss mich keine Steilwände hinunter stürzen, nicht ohne Fallschirm aus Flugzeugen hupfen, um mich zu spüren. Das Leben ist lebensgefährlich genug. Das Red Bull-Magazin, auch ich nenne es „Das Magazin für prononcierte Selbstmordarten“ (© Michael Amon), welchiges regelmässig dem Standard und der Presse beiliegt, landet bei mir ungelesen im Papierkorb. Erstens weil ich diese Art von Produktwerbung für widerlich halte, zweitens weil ich mich von Red Bull nicht verarschen lasse, drittens weil ich noch nicht Red-Bull-brainwashed bin, und viertens weil ich dieses Gesöff für grauenvoll halte.

Die österreichische Post, noch immer im Mehrheitsbesitz der Republik, versucht jetzt eintausend Mitarbeiter, die älter als fünfzig sind, anzubringen. Weiss in diesem Land die eine Hand nicht, was die andere will? Man ist bereit, die dreifache Abfertigung (also bis zu 36 Monatsgagen) zu zahlen, damit die Leute freudig in die Arbeitslose oder, wenn möglich, in die Pension flüchten. Sind die im Post-Vorstand an einem Briefkastl angrennt? Die PVA schickt gerade Schreiben aus, in denen man versucht, die Leute vom Abtauchen in die Frühpension abzuhalten. Man rechnet ihnen vor, dass ein Antritt der Pension mit 65 statt mit 60 glatte 25 % mehr Rente bringt. Überall wird man zugedröhnt: hackeln bis 65, besser noch bis 68. Am besten wahrscheinlich bis 85 und am Pensionsstichtag abkratzen. Und ein Staatskonzern versucht mitten in der höchsten Arbeitslosigkeit der Zweiten Republik, die Leute anzubringen. Nur, um sie durch billigere zu ersetzen, damit die Rendite steigt. Dabei verdienen die Postler eh nicht gerade ein Vermögen. Das Personal stöhnt längst unter der knappen Besetzung der Dienststellen. Frust und Überlastung sind das tägliche Brot der Postler. Filialen wurden geschlossen, die Briefe stagnieren zwar (wg. Email), aber die Paketberge wachsen. Und die Zahl jener, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder als ebenso prekäre Pseudo-Selbständige die Pakete ausliefern. Was wir hier produzieren, ist eine Schande für einen modernen Staat und für ein modernes Gemeinwesen. Unser Gesellschaft wird zerbröseln, wenn wir es zulassen, dass immer mehr Menschen am angeblich steigenden Wohlstand nicht beteiligt sind, obwohl sie hackeln wie die Grubenhunte.

Der Papst ist auch ein armes Schwein. Nicht wegen des Zölibats, das spielt in seinem Alter eher keine Rolle mehr, das hat er hinter sich, aber die Gierschlünde im Kardinalsgewand, die durch die gar nicht so heiligen Hallen des Vatikans wandeln, machen ihm das Leben schwer. Da weigert sich der Papst, in den offiziellen Gemächern zu residieren, wohnt in einer kleinen 50m2-Behausung, und seine Kardinäle leben in Saus und Braus in 500m2-Luxuswohnungen, hoch oben in den Dachausbauten. Ja eh, wegen der grösseren Nähe zu Gott wahrscheinlich. Die haben, wie man hört, auch gar kein Unrechtsbewusstsein. Das stehe ihnen zu. Mal sehen, wie diese Kamele sich das vorstellen, dereinst durchs Nadelöhr ins Himmelreich zu schlüpfen. Oder sind das alles verkappte Atheisten, die jene Lehren, die sie gnadenlos predigen, selbst gar nicht glauben?

Manchmal wünscht Ihre Babsy sich, eine Lesbe zu sein. Etwa als ich das Bild jener ehemaligen FARC-Terroristin gemeinsam mit einer ehemaligen Agentin sah. Ein Versöhnungsbild, gedacht als Aufruf zum Frieden. Beide nackig. Echt, liebe Männer, ganz ohne gendern und so, manchmal beneide ich euch, gell! Ihr habt uns bildschönen Mädels, und was haben wir? Olle Männer, entweder im pubertären Hormonrausch oder in der Midlife-Crisis mit Nebenliebschaft. Aber die beiden Damen sind echt beispielhaft, sagt Ihre Babsy als leidentschaftliche FKKlerin. Liebe Muslimas, macht es denen nach: immer schön paarweise eine Katholikin (wahlweise: Protestantin) und eine Muslima, nackerpatzig auf der entsprechenden Seite in der Krone. Da pfeif ich aufs politisch Korrekte, das wäre mal ein echter Anfang mit dem Ende aller religiösen Fundamentalismen. Also: lasst uns nackert sein. Es ist für den Frieden zwischen den Menschen. Nackte kennen keine Sünde, sagt ein alter FKK-Spruch. Und für die sittlich besonders empfindsamen Leserleins: drüberblättern geht nicht, aber schnell runter scrollen, gell, wegen der Augensünde. Kicher. An manchen Tagen ist Ihre Babsy sowas von unernst.

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So, jetzt haben wir das auch hinter uns gebracht. Nackerte im Gmundl. Aber ehrlich, Leute, es dient der guten Sache. Weil Auflagenhöhen oder Einschaltquoten sind bei uns kein Kriterium.

Weil wir gerade bei nackten Tatsachen waren. Neue Studien (ich möcht auch mal für sowas bezahlt werden) beweisen, dass auch Frauen sich gern nackte Frauen anschauen. Von wegen Sexismus und so. Da ist verdammt viel Blümelblamel dabei, gell. Also für alle Lustpanzerschaften zum langsamen Mitschreiben: auch Frauen schauen sich gern nackte Frauen an. Habe ich immer schon vermutet, kicher, weil … also gut, frau muss ja nicht aus der Schule plaudern, gell. Aber all das fällt unter das einzig richtige Motto dieser Tage: das Leben geht weiter. Und dieses Leben, ist das einzige, das wir haben. Deshalb ist Mord und Totschlag besonders schändlich, verachtenswert. Im übrigen bin ich für ein Verbot der Burkas. Motto: „Ganzkörperverhüllung: Nein! – Ganzkörperentblössung: Ja!“ Immerhin hat uns, an wen immer man glaubt, Gott, Allah, Jahwe oder wer immer genau so geschaffen, wie wir das Licht dieser manchmal recht dunklen Welt erblicken: nackt!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Interne Anmerkung: Uns freuen die vielen positiven Reaktionen auf unsere Bemühungen, in unserem Blog ein wenig über den Tellerrand zu blicken. Das manifestiert sich in stabil hohen Zugriffszahlen. Danke an unsere Leserleins!
Auch der montägliche Gastkommentar von Michael Amon hat wieder einmal jede Menge Leserleins und lobende Äusserungen hervorgerufen. Auch dafür Dank! Unsere Leserleins sind eben die besten und schlauesten und …. (Wort einsetzen nach Wunsch und Selbeinschätzung 😉 der Welt!

Aus technischen Gründen werden die Blogs diese Woche meist erst nach 11h online gestellt.


 

 

 

Weiterleben
16. November 2015

Heute:
Gastkommentar von Michael Amon „Weiterleben“

Liebe Leserschaft!

Es gibt wohl niemanden, der unberührt geblieben ist. Von dem, was in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag in Paris geschehen ist. Das zweit Mal in diesem Jahr wurde die Stadt Schauplatz eines schauderhaften Mordens. Sinnlos und grauenvoll. Dazu heute ein Gastkommentar von Michael Amon. Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre Einsichten und Erkenntnisse.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Weiterleben

Ein Gastkommentar von Michael Amon

Ich hatte mich in der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag gerade daran gemacht, meinen versprochenen Nachruf auf Helmut Schmid, Ernst Fuchs und André Glucksmann zu schreiben, als ich den Anruf eines Freundes bekam. Ich solle die Nachrichten einschalten, in Paris sei schon wieder ein grauenhaftes Terrorgeschehen im Gange. Zu diesem Zeitpunkt war die Nachrichtenlage noch diffus, aber das Ausmaß der Schreckens zeichnete sich bereits ab.
Der erste Gedanke: ist es angemessen, angesichts der Ereignisse, einen Nachruf auf drei mehr oder weniger bedeutende Persönlichkeiten zu verfassen? Gibt es im Moment nicht dringendere Fragen, über die nachzudenken sich nicht nur lohnt, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit ist?

Die Antwort schien mir in diesem Moment eindeutig: eigentlich müßte man Nachrufe auf jedes der Pariser Mordopfer schreiben – aus Respekt vor völlig unschuldigen Menschen und auch um den Irrsinn der Vorgänge noch  besser faßbar zu machen, jedem Opfer sein Gesicht und seine Würde zu geben. Ein Aufgabe, die einen einzelnen Schreiber natürlich überfordert, schon gar, wenn man nicht vor Ort recherchieren kann. Ich teilte meine Bedenken den Leuten vom Team Gmundl mit, und im Laufe des Samstag kamen wir überein, ich solle, sobald mehr Klarheit herrscht, für Montag einige Gedanken zum Geschehen zusammenfassen. Was hiermit geschieht, allerdings nicht mit dem Anspruch, hier eine vollständige Erklärung oder Deutung abzuliefern. Es geht um Denkansätze und Anstöße zur Diskussion.

Unerträglich ist es, wie einige Politiker bereits versuchen, ihr politisches Süppchen zu kochen, noch bevor überhaupt die Zahl der Opfer endgültig feststeht, und bevor man detaillierte Klarheit über die Täterschaft hat. Dazu jede Menge Mutmaßungen und Stochern im Nebel. Typisches Beispiel dafür ist das Interview mit einem Terror«experten« im heutigen Kurier, der von einer komplexen Operation mit möglicherweise mehrmonatiger Vorbereitung spricht. Nun läßt sich logisch sehr einfach nachvollziehen, wie leicht ein solches Attentat zu planen ist: acht Täter, sechs Tatorte – das ist nur die Simulation von Komplexität. Nichts leichter, als sich ohne elektronische Hilfsmittel abzusprechen. Uhrzeit und Ort, mehr Absprachen braucht es nicht. Daß es kein Problem ist, sich in Europa Waffen und Sprengstoff zu organisieren, weiß man seit langem und ist letztlich auch nicht zu verhindern. Da es sich um Leute handelt, die ihren eigenen Tod nicht nur einkalkulieren, sondern sogar anstreben, entfällt auch die Notwendigkeit einer Rückzugslogistik. Komplexe Planung sieht anders aus.

Man kann es nicht oft genug schreiben: die Attentate, egal ob 9/11, Charlie Hebdo oder die vom vergangenen Freitag, sind von schlichten Gemütern ebenso schlicht durchgeführt. (Man erinnere sich: die Piloten von 9/11 wollten nicht einmal Landemanöver lernen, nur Kurvenfliegen.) Darin besteht ja ihre aus Sicht der Mörder hohe Effektivität und Effizienz. Je komplexer ein Tathergang, umso wahrscheinlicher das Mißlingen. Diese Schlichtheit ist einer der Gründe, warum es gegen solch monströse Untaten keinen ernsthaften Schutz gibt.
Gleichzeitig ist der Versuch strikt zurückzuweisen, jetzt Gesetze zu ändern, Bürgerrechte außer Kraft zu setzen und bei der Terrorbekämpfung mit Versatzstücken des Kriegsrechts vorzugehen, die es etwa erlauben, hohe Opferzahlen bei unbeteiligten »Zivilisten« in Kauf zu nehmen. Klassisches Beispiel: die vom deutschen Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig klassifizierte Idee, entführte Flugzeuge einfach abzuschießen. In der heutigen PRESSE wird bereits in einem Kommentar von Priv.-Doz. Dr. Müller eine deutliche Einschränkung des Rechtsstaates verlangt. Begründung: es herrsche Krieg und dieser Terror bedrohe die Staatlichkeit. Beide Behauptungen sind grundfalsch. Ein wesentliches Merkmal von Kriegen ist der Angriff auf territoriale Grenzen. Das ist hier nicht der Fall. Auch die Behauptung, Terroranschläge würden die staatliche Souveränität gefährden, sind historisch belegbar falsch.

Wenn man sich die Geschichte des »modernen« individuellen Terrors vor Augen führt (beginnend mit diversen anarchistischen Umtrieben im 19. Jahrhundert), dann war keine dieser Terrorgruppen (oder Terrorbewegungen) erfolgreich darin, bestehende staatliche Strukturen zu zerstören. Weder die Narodniki im zaristischen Rußland, noch die PLO, weder die RAF oder 9/11  konnten staatliche Ordnungen nachhaltig erschüttern oder gar zerstören.
Individueller Terror (und um nichts anderes handelt es sich) kann – schlimm genug – Individuen schädigen, auch eine große Zahl, aber niemals die staatliche Ordnung ernsthaft bedrohen. Darum sind kollektive Gegenschläge auch wirkungslos, denn sie laufen meist ins Leere. Erfolgreich sind meist individuelle Antworten, das lehrt auch der Einsatz von Drohnen oder Spezialkommandos. Die Ergreifung und Tötung von Osama Bin Laden oder jetzt des Oberhenkers der IS erfolgte nicht durch klassische Kriegshandlungen, sondern durch individuell zugeschnittene, von kleinen Einheiten durchgeführte Gegenattacken.
Man sollte also das Wort »Krieg« vermeiden, auch oder gerade weil es im allgemeinen Sprachgebrauch sehr undifferenziert, um nicht zu sagen leichtfertig, verwendet wird.

Mir scheint auch der Begriff »Islamismus« ein fragwürdiger zu sein, selbst dann, wenn man Beifügungen wie »extrem« oder »radikal« verwendet. Das unterstellt eine rein religiöse Fundierung der Mörderbanden (egal ob IS, Al-Quaida oder sonstwelche dieser Gruppen, die im Auflösungsprozeß der Staatlichkeit im arabischen Raum eine Art Wettlauf der Grausamkeit und des Schreckens auch gegeneinander angetreten haben). Mir erscheint das Wort »Dschihadisten« wesentlich zutreffender. Es vermeidet die undifferenzierte Punzierung des Islams als solchen, wenngleich man nicht außeracht lassen kann, daß dem Islam schon von seinen Wurzeln und seiner historischen Entstehung her ein enormes Gewaltpotential innewohnt. Ohne ins Detail zu gehen: während man im Christentum die Gewalt (all die Verbrechen der Inquisition, Religionskriege) mühsam »hineininterpretieren« muß, steht man beim Islam vor dem gegenteiligen Problem: die allgegenwärtige Gewalt in den Urschriften und in der Gründungsgeschichte muß »herausinterpretiert« werden. Das Christentum entwickelte seine gewalttätigen Züge erst, nachdem es Staatsreligion geworden war. Die ersten rund dreihundert Jahre seiner Geschichte war das Christentum verfolgt, Christen ließen sich ohne Gegenwehr abschlachten. Die Gründungsgeschichte des Islams ist eine der Kriege und des Massenmordes. Schon der Prophet war wenig zimperlich (seine Gegner allerdings auch nicht), die Nachfolgekämpfe nach seinem Tod waren selbst für die damaligen arabischen Stammesverhältnisse ausnehmend blutrünstig. So gesehen stehen die Dschihadisten durchaus in der Tradition bestimmter geschichtlicher Ereignisse und der sie tragenden Gruppierungen.

Das wesentliche Merkmal des heutigen Dschihadismus ist das völlige Fehlen eines klaren Konzepts und eines politischen Ziels. Darüber kann auch die Berufung auf ein »Kalifat« nicht viel ändern. Das eigentliche Charakteristikum ist ein Todeskult besonderer Art. Waren die frühen Christen jenseitsorientiert, weil sie an das baldige Ende der Welt glaubten, so streben Dschihadisten ihr individuelles »Weltende« mit reicher Belohnung im Himmel an. War es im Christentum (und bis heute in vielen christlichen Sekten) eine tiefe Todessehnsucht, von der viele Gläubige erfaßt waren, so ist es im Dschihadismus ein Todeswille. Christen erwarteten in Demut ihren Tod und die Erlösung, Selbstmord galt als schwere Sünde, die den Eingang ins Himmelreich erschwerte oder gar verunmöglichte. Die Tötung anderer Menschen um des Tötens willen ist keine christliche Kategorie. Es gibt keinen Einzug in den Himmel, weil man »Ungläubige« massakriert. Der Islam legt eine solche unmenschliche und verbrecherische Deutung jedoch durchaus nahe, schließt sie nicht strikt aus. Wer im Dschihad stirbt, der kommt ins Himmelreich. Die Auslegung des Begriffs »Dschihad« ist zwar vieldeutig, aber sie exkludiert diese Interpretation keineswegs. Man kann es drehen und wenden, wie man will: der Islam hat auch jenseits des Dschihadismus ein Problem mit der Gewalt, auch wenn Hunderte Millionen von Moslems in ihrem Alltagsleben friedfertige Menschen sind.

Das Flüchtlingsthema. Hier sollte man sich vor Schnellschüssen hüten. Der IS braucht die Flüchtlingsströme nicht, um Leute nach Europa zu schleusen. Noch dazu da man weiß, daß auch beim letzten Terroranschlag wiederum vorwiegend (oder ausschließlich, so genau weiß man das noch nicht) europäischstämmige Dschihadisten ihr mörderisches Unwesen trieben. Da seitens des IS jedoch ebenfalls versucht wird, die Flüchtlinge zu instrumentalisieren, ist nicht auszuschließen, daß man versucht, mittels entsprechender Spuren (so wurde ein syrischer Paß in der Nähe eines der Tatorte gefunden, Hintergrund ungeklärt) die ohnehin vorhandene Angst der Bevölkerung weiter zu steigern. Da treffen sich absurderweise die Interessen rechtsradikaler Parteien und der IS-Dschihadisten. Wer hier nun bewußt Panik schürt, sich gar – wie am Wochenende Herr Strache – vor dem Bild eines Stacheldrahtzauns werblich in Szene setzt, der betreibt ungewollt das Geschäft des IS. Noch immer kann man logischerweise und unter Beachtung der menschlichen Natur davon ausgehen, daß nur wenige »Flüchtlinge«  religiösen Fanatikern à la IS Sympathien entgegenbringen. Kriegsflüchtlinge und erst recht die geschmähten Wirtschaftsflüchtlinge haben andere Interessen. Die nehmen nicht die qualvollen Mühen der Flucht auf sich, um sich dann mit Sprengstoffgürteln in ein vermeintlich besseres Jenseits zu sprengen. Einfach gesagt: es ist nicht unwahrscheinlich, daß der IS einzelne Leute in die Flüchtlingsmenge schleust, die wird man aber auch bei bester Registrierung nicht herausfiltern können. Man sollte die Flüchtlingsströme diesbezüglich im übrigen pragmatisch sehen: bei der großen Zahl flüchtender Menschen muß man vernünftigerweise davon ausgehen, daß ihre Zusammensetzung bis zu einem bestimmten Grad repräsentativ für eine Durchschnittsbevölkerung ist, mit allem Drum und Dran. Also ein repräsentativer Anteil an Kriminellen, normalen Menschen, Begabten, Unbegabten, Faulen, Fleißigen etc. Letztlich ein Querschnitt der Condition humaine.

Wenn der Begriff Heimat irgendeinen Sinn hat, dann keinen geographischen, sondern einen ideellen: Daß wir in unserer Lebensart zu Hause sind; in unserem Denken und Fühlen; unter den Menschen, die wir lieben (oder bloß mögen), aber auch unter jenen, die wir, aus welchen Gründen immer, nicht besonders schätzen, aber deren Recht auf Leben und Glück wir niemals in Frage stellen würden. Wenn wir unsere eigenen Prinzipien zur Disposition stellen, machen wir genau das, wozu wir von Dschihadisten aller Provenienz provoziert werden sollen. Hier fehlt ein deutliches Wort von besonnenen Politikern: eine freie Gesellschaft ohne Risken gibt es nicht. Wer eine absolut sichere Gesellschaft will, bekommt die Unfreiheit frei Haus mitgeliefert.

Das richtige Maß zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden, ist ein Gebot der Stunde. Eine Aufgabe, die schwierig genug ist. Demagogische Schlichtheit, die in den letzten zwei Tagen leider allzu oft die Stimme erhob, ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems.


 

 

Innehalten
15. November 2015

An manchen Tagen hält die Welt einfach nur den Atem an.
Innehalten ist angesagt.
Auch bei uns.

Wir sind morgen wieder da.
Mit einem Gastkommentar von Michael Amon zu den aktuellen Ereignissen in Paris.

Wir wünschen trotz allem einen lebenswerten Tag.
Das Leben behält recht gegen jene, die es nicht zu schätzen wissen.

Team Gmundl


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Montag erscheint unser Blog mit einem Gastkommentar von Michael Amon. Aus technischen Gründen können wir den morgigen Blog erst gegen Mittag online stellen.

Paris
14. November 2015

Paris, 13./14. 11. 2015

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Wunderwelt
13. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell und die Wunderwelt
Kurzer GK von F. Holzinger: Falsch verstanden!

Liebe Leserleins!

Ihre (hoffentlich geschätzte) Babsy muss heute ein wenig ausholen, auch auf die Gefahr, dass doch jemand dahinter kommt, wer die Babsy ist. In letzterem Fall, liebe Leserleins, lasst uns gemeinsam die Diskretion wahren und nichts ausplaudern, gell! Weil das tut sich nicht gehören, gell!

Ich muss heute mit meinem Herrn Papa beginnen. Der hat mir immer erzählt, dass er einst als Kind und sehr Jugendlicher regelmässig die „Wunderwelt“ gelesen hat. Gelesen nicht so richtig, ihn haben mehr die Bastelanleitungen und Ausschneidebögen interessiert. Die Zeitung insgesamt war unglaublich katholisch und sehr konservativ, was dem Herrn Papa damals a) nicht aufgefallen ist und b) vollkommen schnurz war. Den Zwerg Bumsti hat er auch nie gelesen, behauptet Papa zumindest. Ich werde mit ihm darüber nicht streiten, obwohl mir, ich sag das jetzt mal ganz unter uns, kam er manchmal vor wie der Zwerg Bumsti, wenn er Ihre pubertierende Babsy mit erhobenem Zeigefinger belehrt hat in Sachen Kleidung, Lebensstil, junge Buben meines Alters und so ganz allgemein. Aber, liebe Leserleins, wir alle wissen ja, wie Väter sich um ihre die Buben wie Fliegen anziehenden Mädels sorgen. Sie waren ja selbst mal Buben und wissen um deren schändliche Absichten.

So sprach mein Herr Papa, wunderwelt-erzogen, dieser Tage zu seinem trotz seiner Herr-Bumsti-Erziehung – wie ich meine – wohlgeratenen, folglich unfolgsamen Töchterlein, welches Ihre Babsy ist: „Schade, dass es die Wunderwelt nicht mehr gibt. Die Redaktion könnte jetzt einen Ausschneidebogen für die Regierung drucken. Vor allem für den Klug und die Mikl, für Kurz und Lang, für Hinz und Kunz, also für diese ganze vermaledeite Mischpoche. Ein Sonderheft der Wunderwelt, das gab es damals immer zu Ostern oder Advent und so. Eine schöne Ausschneide-Wunderwelt mit Zäunen, Burgen, Verteidigungsanlagen und ordentlichen Bastelanleitung, die einfach und verständlich verfasst sind, damit sie auch unsere Regierungsmitglieder verstehen. Schnipp-schnapp, wir bauen einen Zaun.“
So also sprach mein Herr Papa. Und dann habe ich mir gedacht: wieviele Hefte müsste man drucken und verkaufen, damit man damit zwanzig Kilometer Zaun basteln kann, ein paar Aufnahmezentren usw. Das wäre wohl ein riesiger Haufen Wunderwelt für eine wunderliche Welt. Aber schön stell ich es mir schon vor, wenn die Ministerleins bei Spielfeld im Kreis sitzen, mit Schere, Bastelbogen und Anleitung (nee, der Faymann wird es nicht bringen!), und dann werden sie Zäune ausschneiden und Burgen und Zelte. Und die ÖVP-Ministerleins werden rufen: „Wer hat noch Zaunteile?“, und der Faymann wird verzweifelt verlangen: „Eine Tür, ein Himmelreich für eine Tür!“ (anspielendes Kulturzitat! Schäksbier, Hamlet, Prinz von Dänemark. Ja eh, der Ostermeier souffliert, weil der Faymann hat einst schon in der Schule nicht aufgepasst, obwohl er bereits damals ein Streber war!)
Und dann werden sie die Zäune aufstellen, mit Uhu am Boden festkleben (ich borg denen den meinen, renn ich halt ein paar Tage mit Laufmaschen herum, in einer solchen Situation muss man als Staatsbürgerlein auch seine Opfer bringen, gell!). Der Zaun wird wachsen und wachsen. Und er wird genau so viel nützlich sein, wie die zwei Reihen Zäune, welche die ÖVP jetzt will. Eine Reihe Drahtzahn, eine Reihe Stacheldraht. Ja, die Schwarzen haben sich echt was einfallen lassen. Die Roten werden im Gegenzug die Türln aufstellen, damit die Flüchtlinge aus der Zwischenwelt der Zaunreihen auch wieder herausfinden, bevor sie verhungern.
Echt schade, dass es die Wunderwelt nicht mehr gibt.

Heute werden wir ja sehen, worauf die Regierung sich geeinigt hat. Aber ehrlich gesagt: ohnehin wurstegal, weil die können beschliessen, was sie wollen. Die Flüchtlinge werden sich darum nicht kümmern. Die arbeiten schon an Ausweichrouten. SMS und Facebook sind deutlich schneller als alle Regierungen. Der Mensch hat nämlich, so liest es Ihre Babsy bei Brecht, einen grossen Nachteil: er kann denken. Und ihre Babsy fügt hinzu: zwar nicht alle, die Regierungen nicht nur Europas beweisen es Tag für Tag, aber ein paar Menschen können es. Und die unterlaufen jede noch so gute oder noch so blöde Idee.

Weil ich gerade bei blöden Ideen bin, fällt mir die Bank Austria ein. Trotz fast 700 Millionen Gewinn sollen dort weitere 700 Menschen gefeuert werden. Weil der Gewinn nicht reicht. Und das Privatkundengeschäft will man auch loswerden, weil man dort angeblich Verluste macht. Was zu beweisen wäre. Aber, und darauf kommt es jetzt an: sind die dort wirklich so blöd, dass sie die einfachsten Kaufmanns- und Kauffrausweisheiten nicht kennen? So wie der Greissler am Semmerl, das er verkauft, nichts verdient, sondern an der Wurst, die er reintut, so ist das auch bei den Banken. Ohne die 1,4 Millionen kleinen Privatkunden hätte die BA nicht die vielen Sparguthaben, an deren Krediten sie natürlich sehr wohl was verdient. Sie hätte nicht das Renommee, das sie hat. Man würde sie nicht so gut kennen. Haben die Typen dort noch nie was von einer Mischkalkulation gehört? Davon, dass einzelne Zweige eines Unternehmens andere „subventionieren“, weil es ohne die einen (die vermeintlichen Verlustbringer) die anderen, die vermeintlich einzigen Gewinnbringer, nicht gäbe?

Man fragt sich: welchen Schwachsinn lernt man heute in BWL? Nur noch Gier und Gewinnmaximierung? Weil sechs Prozent Gewinn nicht ausreichen? Man will zehn, fünfzehn oder noch mehr. Erstaunlich, dass es noch Banken und Sparkassen gibt, die trotz Personaleinsatz trotzdem Geld verdienen (wie wir gerade bei der Wiedereröffnung der Filiale der OÖ-Sparkasse in Gmunden gehört haben). Vielleicht wickelt die Kundschaft bei manchen Banken, die BA ist ja ein wunderliches Beispiel dafür, keine zusätzlichen Geschäfte mehr ab, weil sie nichts mit anonymen Betreuungsteams oder Bankautomaten zu tun haben wollen. Die vollautomatisierten Bankzweigstellen der BA sind ein Parodie auf Kundenfreundlichkeit und sprechen jedem menschlichen Bedürfnis auf Kommunikation Hohn.

Die Gier frisst zuerst das Hirn auf. Dann die Seele. Am Ende den ganzen Menschen. Wir erleben es seit zwanzig Jahren, seit die (falsch betitelte) „neoliberale“ Ideologie uns vorgaukelt, der Markt könne alles regeln, und man angeblich vernünftige und alternativlose ökonomische Gesetze als die Götzen der Gegenwart etabliert hat. Irgend wann wird die Menschheit bemerken, dass man nicht nur Geld, sondern auch Aktienkurse nicht essen kann.

Oder dass man nur einen Gin-Vodka auch wirklich trinken kann. Zur Not tuts auch ein Glas Wasser. Nur die Optionsscheine, die tuns nicht, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Falsch verstanden!

Kurzer Gastkommentar von Franz Holzinger

Völlig falsch verstanden – “Marge Lila”
Ich habe nur festgestellt, dass gerade jene die “christliche Parteien” schimpfen, sich völlig antichristlich in der Flüchtlingsfrage verhalten!
Die CDU = Chrisltich-denkokratische-Union als auch besonders die CSU = “christlich-soziale-Union” müssten schon längst den Parteinamen austauschen, und das Wort “christlich” ein für alle mal eventuell durch “kapitalistisch” ersetzen! Es geht nicht darum ob Politiker Christen sind, sondern die Grundsätze des Christentums in diesen Parteien absolut gegensätzlich sind.

Auch ich bin gegen jede Vereinnahmung des Christentums durch eine Partei – besonders jener, die sich völlig entgegen dem Teilen aussprechen und keine Solidarität mit den unschuldig Not-leidenden haben und sich eher den Geldanlegern verpflichtet fühlen.


 

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Vernunft? Vernunft!
12. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnells Tagesrundschau
GK von Marge Lila über Humanität und Vernunft

Liebe Leserleins!

Das Flüchtlingsthema überdeckt noch immer all die anderen Lebensfragen des Landes und Europas. Mitten in der Finanzkrise, die eine ausgewachsene Wirtschaftskrise ist, stürmen Menschen hinweg vom Krieg Richtung Europa. Ein Ende der Wirren im arabischen Raum ist nicht abzusehen, somit auch kein Ende des Zustroms von Menschen. Dafür muss man damit rechnen, dass sich auch aus Schwarzafrika demnächst immer mehr Menschen in Richtung Europa in Bewegung setzen. Auch aus Afghanistan werden demnächst mehr Menschen kommen als schon bisher. Der Mensch ist ein dummes Wesen. Denn den Flüchtenden ist in ihrer Angst (und in ihrem Wunsch nach einem besseren Leben) nicht klar, dass sie genau das zu zerstören imstande sind, von dem sie sich Rettung erhoffen. Es ist wie auf einem Boot: wenn alle sich auf eine Seite begeben, bekommt es Schlagseite und kentert.
Inzwischen ist auch offensichtlich, dass die deutsche Regierung in etwa über das idente Konzept verfügt wie die österreichische: über keines nämlich. Auch dort macht die eine Hand etwas, von dem die andere nichts weiss. Trotz der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin. Aber wenn man keine Ahnung hat, worin die Richtlinie bestehen sollte, nutzt die ganze Kompetenz nichts. Dass die Mikl-Leitner jetzt über die „Entscheidungen“ der Deutschen jubelt, wird sie noch bereuen. Denn Dublin wird nicht funktionieren. Wie will man einem Staat abzuschiebende Flüchtlinge aufzwingen, wenn der sie nicht haben will?

Inzwischen sind die Flüchtlinge längst ein Wirtschaftszweig. Und da sprechen wir nicht von Schleppern. Wir sprechen von Staaten. Die Türken, das wird immer klarer, haben Mitschuld am Dilemma. Die machen den Hahn auf oder zu, je nach Lust und Laune. Und pressen damit der EU Milliarden ab, die wohl nie in den Flüchtlingslagern landen werden, sondern zur Sicherung des Erdogan-Regimes eingesetzt werden. So wie jetzt bekannt wurde, dass die EU einst schon Gadaffi Milliarden hineinschob, damit er die Wanderungsrouten über Lybien unterbindet.

Rund 650.000 Menschen kamen dieses Jahr über die Türkei nach Griechenland und von dort weiter in die nördlichen EU-Staaten. Griechenland hat nur einen Bruchteil der Flüchtlinge registriert – es fehlte an Personal und materiellen Ressourcen. Was jedem klar sein musste.

Wie man hört, denken jetzt auch schon einige schwarzafrikanische Staaten über dieses Geschäftsmodell nach. Wir Europäer können uns aussuchen, auf welche Art wir uns die Milliarden abnehmen lassen: über die Versorgung der Flüchtlinge im Land oder über die Finanzierung mieser Regimes anderswo.
Heute macht sich Marge Lila in einem Gastkommentar Gedanken zum Verhältnis zwischen Humanität und Vernunft. Wir verhehlen nicht, weitgehend der gleichen Meinung zu sein.

Man fragt sich, womit manche Leute sich beschäftigen. Anlässlich des neuen James Bond-Films haben Ärzte festgestellt, dass 007 in schlechter gesundheitlicher Verfassung ist. All die Verletzungen der Vergangenheit und bis zu dreissig Vodka-Martini, der Mann ist eigentlich todkrank, längst bewegungsunfähig und seine Leber kapputto. Liebe Leute, ganz ehrlich, glauben Sie dass Ihre Babsy einen gesundheitlich korrekten James Bond sehen will? Wer von Ihnen, liebe Leserleins, würde sich einen politisch korrekten, grün-affinen James Bond freiwillig ansehen? Einen, der vegan futtert, seine Verfolgungsjagden auf dem E-Bike absolviert und statt Martini (geschüttelt, nicht gerührt!) bestellt er mit säuerlichem Gesichtsausdruck ein doppeltes Stamperl Grander-Wasser (belebt, nicht geschüttelt!). Und zwecks Nichtdiskriminierung von Minderheiten werden die Bond-Girls mit Bond-Boys im Stile von Haiders Buberl-Partie ergänzt. Ehrlich: das wollen Sie nicht wirklich sehen, gell?!

Die Kunden der Airlines werden unruhig, denn die Sitzabstände werden immer mehr verkürzt. Auch bei Air Berlin und Niki, die sich gerade erst über die Austrian Airlines lustigt gemacht haben. Babsys Vorschlag: die Leute vor dem Abflug in Schlafsäcke packen und übereinander stapeln.
Was glauben die Menschen eigentlich? Immer billiger fliegen und dabei auch noch ausreichend Platz haben wollen? Immerhin dachte man bereits darüber nach, Flugzeuge nur noch mit Stehplätzen auszurüsten (Ryan-Air) oder Geld für die Benutzung des Topferls zu verlangen. Da werden manche dann versuchen, ihr eigenes, pardon, Brunz-Sackerl an Bord zu schmuggeln. Frage: wie bringt man das dann unbemerkt durch den Zoll? Als Reiseproviant wird es ja nicht durchgehen, gell. Also, liebe Geiz-ist-geil-Fans, aufgemerkt: die Gier ist ein Hund, der einen eines Tages beisst.

Der um die Pflege der Wiener Mundart sich verdient gemacht habende Wiener Bürgermeister Häupl hat wieder einmal gesprochen. Zum Leitl, den Boss der WKO. Der solle nicht „deppert reden über den Wirtschaftsstandort“, weil das schreckt Investoren ab. Ja, aber nur, wenn die des Wienerischen mächtig sind. Was von 99.9999 % der Weltbevölkerung eher nicht anzunehem ist, nämlich, dass sie Wienerisch verstehen. Schön wäre es aber, wenn Häupl seinen Sager auf das Gros der Politiker ausdehen würde. Denn was da deppert geredet wird, geht auf kein Trommelfell.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Humanität und Vernunft

Gastkommentar von Marge Lila

Als Antwort auf Kommentar von Franz Holzinger vom 10.11.2015

Franz Holzinger stellt zum Thema „Kriegsflüchtlinge“ Forderungen explizit an Politiker, die einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehören. Damit macht er meiner Ansicht nach einen gravierenden Fehler. Nicht nur weil er diese Forderungen konsequenter Weise an Politiker aller Religionsgemeinschaften stellen müsste, sondern weil wir ein Recht auf eine politische und nicht auf eine religiöse Lösung dieser gesellschaftlichen und menschlichen Katastrophe haben. Was die Vermengung von Politik und Religion auslösen kann, auch das sehen wir derzeit leider an den unübersehbaren Menschenströmen die nach Europa kommen. Als Staatsbürger eines demokratischen, säkularen Rechtsstaates erwarte ich mir, dass unsere gewählten Vertreter, unabhängig von deren religiösem Bekenntnis, für unseren Staat, unter Einhaltung der Gesetze, gute Lösungen erarbeiten und Entscheidungen treffen.

Dass mittel-bis langfristige Lösungen sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Europäer auf weltpolitischer Ebene liegen, ist ohnehin jedem vernünftig denkenden Menschen klar. Jetzt und unmittelbar müssen jedoch auch hier vor Ort Entscheidungen getroffenen werden. Die Vernunft sagt uns, dass es Österreich, Deutschland und Schweden nicht möglich ist, täglich und auf unbegrenzte Zeit abertausende Flüchtlinge aufzunehmen und gut zu integrieren. Der jetzt dringend notwendige Pragmatismus und Realitätssinn sagt uns auch, dass Österreich, Deutschland und Schweden die europäischen Partner zu keiner Aufnahme von Flüchtlingen zwingen können. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass eine Sicherung der europäischen Grenzen, eine Registrierung der Menschen an den Außengrenzen und eine Verteilung auf die europäischen Länder in absehbarer Zeit nicht funktionieren werden. Wir werden daher jetzt diese Registrierung hier an unseren Grenzen vornehmen müssen. Wir werden entscheiden müssen, wie vielen Menschen wir eine gute Zukunft in unserem Land bieten können, ohne den sozialen Frieden und die innere Sicherheit zu gefährden. Wir hier in Österreich werden diese Entscheidungen unter Beachtung der Gesetze treffen müssen. Wir hier in Österreich werden sehr genau prüfen müssen, wer Asylberechtigter ist, wer vorübergehend Schutzbedürftiger ist, wer wieder in seine Heimat zurückkehren muss. Wir werden dies tun müssen, um unseren Verpflichtungen auch in Zukunft nachkommen zu können. Wenn dazu Transitzentren, Grenzsicherungsmaßnahmen, Leitsysteme oder Zäune notwendig sind, dann werden auch wir uns dem nicht entziehen können.
Es nützt uns derzeit nichts, uns vor diesen Entscheidungen zu drücken und auf die „Anderen“ zu zeigen. Unsere Regierung hat nun einmal andere Aufgaben als NGOs oder Religionsgemeinschaften. Sie ist demokratisch gewählt, um dieses Land zu regieren. NGOs und Religionsgemeinschaften verpflichten sich einzig ihren selbst gewählten, meist wichtigen Zielen. Sie sind nicht in demokratisch legitimierter Regierungsverantwortung.

Herr Holzinger unterstellt Politikern, die einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören „Flüchtlinge als unwertes Leben anzusehen, das verrecken kann“. Ich halte das für ein unglaubliches, selbstgerechtes, dummes und absolut unchristliches Urteil.
Die europäische Gesellschaft ist stark von Christentum und Aufklärung geprägt. Diese Prägung hat uns Demokratie, Trennung zwischen Staat und Kirche, den Sozialstaat ermöglicht. Es ist nicht zuletzt auch das christliche Erbe, das die Grundlange für die Bereitschaft zur Solidarität, für ein humanistisches Menschenbild, aber auch für das Bekenntnis zur Vernunft ist. Ein Erbe, um das uns ganz offensichtlich sehr viele Menschen auf der Welt beneiden. Als Christ bin ich dankbar für dieses Erbe und bin bereit zur Solidarität. Ich bin jedoch nicht dazu bereit, Vernunft durch Chaos zu ersetzen. Damit wäre niemandem gedient. Gerade diejenigen, die in Scharen zu uns kommen, wollen genau dieses Chaos hinter sich lassen.


 

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Wir blättern
11. November 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell blättert

Liebe Leserleins!

Eine Woche nach Allerseelen/Allerheiligen haben wir es mit den Toten. Nachrufe in besonderer Zahl in den Zeitungen. Man verstummt ein wenig und hält inne. Schön nach dem Zitat von Thomas Bernhard: „Angesichts des Todes ist alles lächerlich.“ Wir werden uns bemühen, für Sonntag entsprechende Beiträge zu bekommen. Beiträge, die sich vielleicht ein wenig abseits dessen bewegen, was in den Zeitungen bereits zu lesen war.

Ihre Babsy blättert gern in den Zeitungen und Zeitschriften, lässt sich durch die Seiten treiben, bleibt da und dort hängen. Liest an, liest weiter und liest manchen Artikel zur Gänze. Frau bleibt da und dort hängen, System hat das keines.

So las ich gestern, und war ganz beglückt: Facebook-Verzicht macht glücklich, sagt eine neue Studie. Die hätten nur mich fragen müssen. Hätte ich ihnen ganz ohne Studie und um deutlich weniger Geld auch sagen können. Ich bin absolut glücklich, nicht dauernd am Handy mit Meldungen gequält zu werden. Ohnehin meist belangloser Stuss. Wir als Team nutzen unseren Facebook-Account auch nur, um den täglichen Blog anzukündigen. Alles andere ist Verschwendung von Lebenszeit. Und da man – siehe oben – nicht ewig lebt, sollte man sein Leben halbwegs sinnvollen Angelegenheiten widmen.

Soll ich jetzt Angst haben oder mich freuen? Das Ur-Kilo in Paris wird weniger, sprich: leichter. Da stellt sich jetzt eine dringende Frage: was heisst das für Übergewichtige? Werden die dadurch leichter, oder sind sie schwerer als die geeichten Waagen anzeigen? Wie auch immer: ein Kilo ist auch nicht mehr das, was es einmal war, gell!

Es gibt ja bescheuerte Abgeordnete, die den Klimawandel leugnen. In der FPÖ ist das sogar sowas wie Parteilinie. Dümmer sind nur noch die Tea-Party-Leute: die sagen, wenn es ihn gibt, den Klimawandel, dann ist er gottgewollt. Der liebe Gott wird schon wissen, zu was es gut ist. (Frage einer religionsskeptischen Babsy: Sind die sich wirklich sicher, dass der liebe Gott, so es ihn geben sollte, weiss, was er tut?)
Auf jeden Fall deutet sich für heuer an, dass die weltweite Durchschnittstemperatur um mehr als 1° C über jener liegen wird, die vor dem Anbruch des Industriezeitalters herrschte. Heuer kam noch dazu, dass ein El Niño-Jahr ist. Also besonders warm. Wer noch immer glaubt, es gäbe keine Erwärmung, mag ruhig weiter träumen. Er oder sie wird mit Flüchtlingsströmen aufwachen, da sind die jetzigen vergleichsweise ein kleines Bacherl. Dafür glauben diese Leute an jede noch so obskure Weltverschwörungstheorie.

Unser liebes Bundesheer. Es hat etwas sehr Beruhigendes und gleichzeitig auch etwas sehr Beunruhigendes, dass unser BH nicht einmal eine grössere Hütte wegsprengen kann. Das Kraftwerk in Voitsberg steht noch immer, obwohl man 666 Kilo Sprengstoff eingesetzt hat. (Welcher Spassvogel ist eigentlich ausgerechnet auf 666 Kilo gekommen?) Ein wahrlich furchterregendes Heer. Der Feind traut sich jetzt jedenfalls nicht mehr nach Voitsberg. Man weiss ja nie, wann die Hütte um- und einem auf den Kopf fällt.

Weniger lustig, sondern nur bedrohlich: die OÖ Landesregierung evaluiert die Massnahmen des Sozialressorts. Eh klar, ist in den Händen der Roten. Da evaluiert man doppelt gern. Merkwürdig: immer wird im Sozialbereich untersucht, geprüft, verifiziert. Wo ist eigentlich endlich eine ordentliche Evaluierung von Projekten à la Regio-Tram in Gmunden? Merkwürdige Prioritäten setzt das Land, denn man sucht rund 70 Millionen Euro, die durch die Steuerreform weniger nach OÖ fliessen. Das ist in etwa jene Summe, die allein bei der Regio vergeudet wird. Sagen wir evaluationsgestimmt mal so: wenn man zwanzig sinnlose Projekte in dieser Art und Grössenordnung findet, woran eher kein Zweifel besteht, hätte man die OÖ-Kosten der Steuerreform für zwanzig Jahre finanziert. So schau ma aus, Nudlaug! – um den echten Mundl zu zitieren.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Kleine Berichtigung: unserem allseits geschätzten Bruno Beinhart ist am 6. 11. in seinem Kommentar ein Rechenfehler unterlaufen. Er hat im Gmundner Gemeinderat dadurch nur 36 Mandate verteilt. Es gibt natürlich 37 Mandate. Es herrscht also nach seiner Rechnung bei gerechter Mandatsverteilung nach Stimmenanteilen (anstatt d’Hondtscher Verteilung) nicht Gleichstand, sondern eine Mehrheit von einem Mandat der Nicht-ÖVP-Parteien. ÖVP: 18, alle anderen 19. Da stellt sich wirklich die Frage, ob ein Wahlrecht dieser Art, das nur die Macht der ÖVP zementiert, noch zeitgerecht ist. Wir haben im Beitrag vom Bruno die Zahlen entsprechend korrigiert.
Dank an jenes aufmerksame Leserlein, das diesen Fehler gestern entdeckt hat. Vorher hats niemand bemerkt. Wir auch nicht.


 

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