Sieger?

Heute:
Babsy Blitzschnell über Siege und Sieger

Liebe Leserleins!

Ihre Babsy findet es sehr merkwürdig, wenn es nach einer Wahl nur Sieger gibt. Geht sich ja rein mathematisch nicht aus, ausser wenn alle gleich viel Mandate haben wie bei der letzten Wahl. Davon kann bei den Gemeinderatswahlen in Tirol natürlich keine Rede sein. Es gab massive Stimmverschiebungen. Jetzt bejubeln alle einen Sieg und zeigen sich hocherfreut über das Wahlergebnis. Bei der ÖVP ist es naturgemäss besonders schwer, Gewinne und Verluste korrekt festzustellen – die tritt nämlich gern mit getarnten Bürger- und Namenslisten an. Weshalb man in Tirol darauf verzichtet, ein Gesamtergebnis zu veröffentlichen. Rot und Schwarz haben teilweise schwere Verluste erlitten. Man tröstet sich mit positiven Einzelergebnissen. Die FP hat Stimmengewinne, aber auf Bürgermeister-Ebene sieht es ziemlich flau aus. Die einzigen wirklichen Gewinner sind die Grünen, die nun in 41 Gemeinden vertreten sind (in 47 von 277 Gemeinden haben sie kandidiert).

Noch merkwürdiger erscheint Ihrer Babsy der VW-Konzern, eben erst beim Betrug von Autokäuferleins und Staat ertappt, kündete er nun ein neues Auto an, das die Welt echt gebraucht hat. Ein Auto für Sieger im neoliberalen Umverteilungswettbewerb nach oben. Ein würdiges Signal in Zeiten der Klimaerwärmung. Da wollen wir natürlich laut mitjubeln: ein neuer Bugatti ist angesagt, er soll Chiron heissen, und frau fragt sich, ob dieses Vehikel vor lauter Kraft überhaupt laufen kann. Dieses Töfftöff für die Bezieher der bedarfsorientierten Mindestsicherung hat 16 Zylinder, 1.500 PS, beschleunigt von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden und fährt höchstens 420 km/h. Das Ding braucht 880 Liter Sprit in der Stunde. Bei Vollgas ist der 100l-Tank in acht Minuten leer. In einer Stunde werden dem Motor 36.000 m3 Luft zugeführt. Der läppische Verkaufspreis liegt bei 2,4 Millionen Euro vor (!) Steuern.

Leider kann man ein solches Auto nicht über hohe Steuern verhindern, denn Leute, die so zirka 5 Millionen für ein Auto ausgeben können, kann keine Steuer bremsen. Wir sind ja gegen Verbote, aber ein solcher Wahnsinn gehört irgendwie gestoppt. Vielleicht mit einer 100 %-Gewinnsteuer auf Konzerne, die solche Autos bauen? Oder mit einer Strafsteuer auf die ganze Flotte? Ein Konzern, der ein solches Auto baut, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Im übrigen widerlegt die Existenz eines solchen Autos die neoliberale Theorie, die Menschen würden ökonomisch vernünftig handeln.

Man liest, dass die EZB sich Sorgen macht, weil die Inflation trotz der massenhaften Flutung der Geldmärkte mit Euronen nicht anspringen will. Keine Sorge: die Inflation ist da, nämlich auf den Aktienmärkten. Wieder einmal wurde die Theorie widerlegt, Unternehmer würden wegen niedriger Zinsen investieren. So ein Quatsch! Niedrige Zinsen erleichtern Investitionen, aber investiert wird, weil ein Unternehmen einen vielversprechenden Markt sieht und sich Gewinne verspricht. Auf gesättigten Märkten werden aber vorwiegend Ersatzinvestitionen getätigt. Wann wird man sich endlich den Kopf über ein Wirtschaftssystem zerbrechen, das auch ohne Wachstum funktioniert? Angeblich plant die EZB die Ausweitung und Verlängerung ihres Programms zur Überschwemmung der Märkte mit Euronen. Prost, Mahlzeit, liebe Leute! Und legt eure jämmerlichen paar Spargroschen rechtzeitig unter den Kopfpolster, bevor die Negativzinsen auf Sparbücher kommen, gell! Nur brennen darfs dann halt nicht! Oder nur Münzen, gell, weil wir Normalos haben eh nicht das nötige Kleingeld.

Dank der dummen Domino-Strategie der österreichischen Regierung (ja, auch die SPÖ spielt bei diesem üblen Spiel inzwischen mit) wird Griechenland zu einem riesigen Flüchtlingslager. Es droht eine humanitäre Katastrofe. Österreich will nicht der Wartesaal der Flüchtlinge sein. Griechenland schon, wenn es nach der österreichischen Regierung geht. Österreich hat ein Bruttonationalprodukt von 49.000 USD, Griechenland eines von 22.000 USD. Nur damit klar ist, wovon wir sprechen, gell! Die fünf Millionen, die man jetzt schnell rüberschieben will als Hilfe, sind ein Bruchteil dessen, was diese Regierung alljährlich für Propaganda ausgibt. Soviel zu den Prioritäten. Die SPÖ finanziert damit jenen Boulevard, der sie dann vor sich hertreibt. Geniale Strategie, echt!

Seit Monaten schreit die ÖVP laut nach Sozialabbau, insbesondere in Sachen Pensionen ist sie sehr aktiv. Jetzt ist ihr gedämmert, dass ihr HBP-Kandidat Khol ohne die Stimmen der Pensionisten verschütt gehen würde. Also ist sie sehr schmähstad und hat jetzt gemeinsam mit der SPÖ ein paar „Reformen“ beschlossen (oder zumindest auf einen Zettel geschrieben), die auch eher merkwürdig anmuten. Die geplante Wiedereinführung der Ruhensbestimmungen auch für Leute, die in die normale Alterpension gegangen sind, ist absurd. Die Alterspension ist keine Sozial-, sondern eine Versicherungsleistung (überhaupt in Anbetracht des „Pensionskontos“), und diese Massnahme wird am Arbeitsmarkt genau nichts bewirken. Nur 3 % der Männer und 5 % der Frauen haben neben der normalen Alterspension eine Nebenbeschäftigung.

Anstatt an den Pensionen herum zu pfuschen, sollte man lieber überlegen, wie man wieder mehr Leute in Beschäftigung bringt. Eine Halbierung der Arbeitslosenzahlen bringt mehr als jede Pensionsreform, gell! Und Ihre Babsy, noch jung an Jahren, kann den Mist von der demografischen Kurve nicht mehr hören. Da wird nur versucht, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Wie immer gilt auch hier: schlichte Argumente sind meist genau das – schlicht und für schlichte Gemüter. Demnächst gibt es hier im Gmundl – wir blicken immer frech über den Zaun – dazu demnächst eine Analyse.

Und, liebe Leute, traut dem Frieden nicht. Sobald die HBP-Wahl geschlagen ist, wird die ÖVP wieder ins Feld ziehen, um den derzeitigen und zukünftigen Pensionistchens das Fell über die Ohren zu ziehen. Darauf wetten wir einen McDonalds, weil der McDonald von der ÖVP (auch so ein Siegertyp mit dem richtigen Parteibuch) lebt zwar selbst Zeit seines Lebens von öffentlichen Geldern, und zwar verdammt gut bezahlt, aber bei den kleinen Leuten ist er ein echter Sparefroh. Ein echter Unchristlich-Unsozialer. Dieser Mann hat keine Ahnung von der sozialen Realität der normalen Steuerzahlerleins, lebt aber sehr gut von ihnen. Mir ist zum, Sie wissen schon, liebe Leserleins! Dieser Mann ist ein Sozial-Schnösel!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

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