Präsidentielles

Heute:
Babsy Blitzschnell und die Präsidentschaft

Liebe Leserleins!

Die Spezies Mensch ist in der Lage, auch extrem abscheuliche Exemplare ihrer Gattung hervor zu bringen. Was gestern in Brüssel wieder einmal bestätigt worden ist. Gegen Irre, die sich selbst in die Luft sprengen und dabei Dutzende Menschen mit in den Tod reissen, gibt es keinen Schutz. Der Versuch, den Polizeibehörden Nachlässigkeit zu unterstellen, geht ins Leere. In Wahrheit ist die Logistik eines solchen Verbrechens ziemlich simpel. Bauanleitungen für die Bomben findet man problemlos im Internet, die Zutaten zu beschaffen ist eine Kleinigkeit. Auch für das relativ gleichzeitige Losschlagen in einer Stadt braucht es nicht viel Intelligenz oder Organisation. Auch die Annahme, es gäbe eine zentrale Steuerung dieser Mörder durch den IS, ist vermutlich eine irrige. Nach allem, was man weiss, gleichen diese Leute eher unguided missiles, die – verhetzt durch IS und islamistische Prediger – ihr eigenes Ding durchziehen. Ob die Attentate in Brüssel eine Racheaktion waren, weiss zur Stunde niemand. Es kann auch sein, dass das längst für die Osterwoche geplant war. Immerhin ist Ostern das wichtigste christliche Fest rund um die zentrale Glaubensbotschaft der Auferstehung.

Es gibt nur eine angemessene Reaktion auf diese Schandtaten: unser Leben wie gewohnt weiter zu leben. Denn darauf haben diese Verbrecher es abgesehen: unsere Art des Lebens zu zerstören. Auch wir werden daher heute unser geplantes Programm nicht ändern. Es ist die vielleicht beste Art, diesen Angriffen zu trotzen.

Es ist ja nicht so, dass bei uns in Sachen Religion alles zum Besten steht. Die katholische Kirche stürzte dank eines pädophilen und gleichzeitig bigotten Kardinals in eine bis heute nicht ausgestandene Krise. Das ist Geschichte. Nun aber holt diese Geschichte einen der Kandidaten für de HBP ein.

Dass in der Affäre rund um Kardinal Groer eine ganze Menge schief lief, dass die Beschwichtigungshofräte der Republik, in diesem Fall die meisten Bischöfe des Landes, auf Hochtouren liefen, weiss man. Wie gross aber der Kreis der Vertuscher und Beschöniger wirklich war, hat man bisher nicht gewusst. Das profil hat nun anlässlich des „Jubiläums“ der Aufdeckung dieses Skandals aus der Schule geplaudert. Und siehe da: der Vater der Wahrheit, HBP-Kandidat Khol, war in diese Affäre tief verwickelt – und das war bisher unbekannt bzw. wusste davon nur ein sehr, sehr kleiner Kreis.

Öffentlich wurden die verbrecherischen Umtriebe von Kardinal Groer als er, bigott und verheuchelt, folgenden Satz in einem Hirten(!)brief von sich gab: „Weder Knabenschänder noch Lustknaben werden in den Himmel kommen.“ Da platzte einem der missbrauchten Zöglinge endlich der Kragen. Er war endlich bereit, seine Erlebnisse öffentlich zu machen und dafür mit seinem Namen einzustehen.

Das profil schreibt nun (12. 3. 2016):
„Alles, was im katholischen Österreich Rang und Namen hat, findet sich am Wochenende vor Erscheinen der Groer-Titelgeschichte bei der Weihe von Andreas Laun zum Weihbischof von Salzburg ein. Das beherrschende Gesprächsthema beim Festakt für den bekennenden Stockkonservativen: der dräuende profil-Cover.“

Und weiter – da wird es jetzt in Sachen unseres HBP-Kandidaten Khol voll interessant:
„Der damalige ÖVP-Klubobmann Andreas Khol mobilisiert noch am Wochenende Parteianwalt Michael Graff, um einen Beschlagnahme-Antrag gegen profil zu verfassen und Groer zur Unterschrift ins Erz­bischöfliche Palais zu bringen. Khol empört sich noch Wochen später intern über Groer: „Ich habe alles getan, um das zu verhindern. Aber er unterschreibt den Beschlagnahme-Antrag nicht, er unterschreibt ihn nicht …“

Ein Vorgang, der auch Insidern (wie unserem oftmaligen Gastkommentator Michael Amon) bisher nicht bekannt war. Ein Vorgang, der viele Fragen und vor allem beträchtliche Zweifel an der Eignung von Andreas Khol für das Amt des HBP aufwirft. Oder im Klartext: der Mann ist  in Symbiose mit seinem Wahrheitsverständnis für dieses Amt denkbar ungeeignet. Jemand, der aus welchen Gründen auch, versucht, die Öffentlichmachung eines derart tiefgreifenden und menschenverachtenden Fehlverhaltens des damals wichtigsten Würdenträgers der österreichischen katholischen Kirche zu verhindern, ist als oberste moralische Autorität, als die viele den HBP sehen, völlig disqualifiziert.

Dass viele Menschen dem Machtpolitiker Khol kein besonderes Vertrauen entgegen bringen, liegt in der Natur der Sache. Aber in Demokratien gibt es auch für Machtpolitiker Grenzen des Anstands, die nicht zu überschreiten sind. In Sachen Groer hat Khol diese Grenzen überschritten. Wir brauchen zwar keinen Heiligen als HBP, Irren ist menschlich, aber hier geht es nicht um einen einfachen Irrtum. Hier wurde versucht, einen kriminellen Vorgang zu Lasten der unzähligen gedemütigten und fürs Leben geschädigten Opfer zu vertuschen. Herr Khol war daran führend beteiligt, mehr noch: er war der Initiator und federführend aktiv. Einen HBP stellt Ihre Babsy sich echt anders vor.

Neben dem Polit-Zyniker Khol hat es nun also – wenn man seinen Angaben glaubt – auch der Polit-Dodel Lugner geschafft, seine sechstausend Unterschriften zusammen zu kratzen. Ob es ihm nochmals gelingen wird, den „Erfolg“ seiner ersten Kandidatur, damals immerhin mehr als 400.000 Stimmen, zu wiederholen? Eher nicht. Lugner ist inzwischen zu einer Karikatur seiner Karikatur verkommen. Will wirklich irgendwer in Österreich ein „First-Spatzi-Couple“? Einen HBP, der seine Amtsstunden vielleicht gar öffentlich in der Lugner-City abhält?

Jetzt haben sie alle die Heimat entdeckt. Nachtigall, ich hör dir trapsen! Bei der FPÖ ist das nichts Neues. Die hat ja bemerkenswerterweise die höchste Zahl an nicht lese-affinen Wählerleins, dafür aber die längsten Texte auf ihren Werbeplakaten. Aber vielleicht sind die als Entwicklungshilfe gegen Leseschwäche bei der eigenen Wählerschaft gedacht. Mit Deutschkursen fängt man ja am besten im eigenen Einflussbereich an, gell. Also textete man für das Hofer-Wahlplakat: „Aufstehen für Österreich. ‚DEINE HEIMAT braucht DICH JETZT.'“ Warum die Heimat unsereinen nicht schon gestern oder erst morgen braucht, ist nicht ganz klar. Aber die FPÖ wird es schon wissen, gell.

Dem setzt nun der Geheim-Grüne Van der Bellen hemdsärmelig seine hochpatriotische Botschaft entgegen: „Heimat braucht Zusammenhalt“. Naja. Man muss den Begriff „Heimat“ zwar nicht kampflos den Rechten überlassen, aber ein etwas intelligenterer Slogan hätte die potenzielle Wählerschaft von VDB wohl auch nicht überfordert, gell!

Jetzt warten wir auf entsprechende Sujets der anderen Kandidaten.
Unsere Vorschläge:
„Lugner City – wo die Heimat billig ist.“
„Der Osten ist rot, ich nicht. Die Heimat ist Blau. Ich auch. Hundstorfer.“
„Äh, Heimat. Ja, eh! Griess. Reisst euch um mich!“
„Ein heimatliches Hallelujah für ein Zumpferl! Die Wahrheit heisst Khol.“

Einem intelligenzgetränkten Wahlkampf steht nun nichts mehr im Weg, liebe Leute.

Die derzeitigen Umfragen sind misteriös. Wir sind nicht sicher, würfeln die Meinungsforscher oder lesen sie im Kaffeesud? Eben erst war VDB mit 32 % weit in Führung. Jetzt verkünden sie, dass Griess , VDB und Hofer ziemlich eng beinander liegen. Wie bisher Vierter ist Hundstorfer. Abgeschlagen Khol. So die Rohdaten. Daraus rechnen sie dann hoch (es gilt wohl Daumen mal Pi):
VdB 26 % (22 – 30 %)
Griess 19 % (15 – 23 %)
Hofer 19 % (15 – 23 %)
Hundsi 16 % (12 – 20 %)
Khol 16 % (12 – 20 %)
Lugner 4 % (2,4 – 4 %)

Liebe Leute, das heisst nix als: schmecks! Nie vergessen: auch mit Umfragen wird Politik gemacht, gell!

Wie heisst es im wunderbaren „Asterix bei den Olympischen Spielen“?
„Möge der am wenigsten Schwächliche gewinnen!“
Wenn das ein Trost ist …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

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