HBP-Wahl: Der grosse Gmundl-Wahrhaftigkeitstest

Heute:
Babsy Blitzschnell präsentiert
den grossen Gmundl-Wahrhaftigkeitstest
zur HBP-Wahl – exklusiv beim gmundl!

Liebe Leserleins!

Wir sind natürlich immer bemüht, unserer Leserschaft auch praktische politische Lebenshilfe zu geben. Wir haben uns deshalb entschlossen, einen Wahrhaftigkeitstest zu erstellen. Dazu haben wir eine einfache, aber recht plausible Versuchsanordnung gewählt. Wir haben die Plakate der Kanditatchens genommen und mit originalen, ungeschönten, ungestellten Bildern mitten aus dem Leben ergänzt. Nun können die Wählerleins vergleichen: stimmt Abbildung und Realität überein? Wie wahrhaftig sind die offiziellen Bilder auf den offiziellen Wahlplakten? Welche Rückschlüsse lassen die Bilder auf die Insgesamt-Wahrhaftigkeit zu?

Wir sind nämlich der Überzeugung: ein Mindestmass an Wahrhaftigkeit beginnt auf den wahlwerbenden Plakaten und deren Darstellung der HBP-Aspiranten. Wenn hier die Differenz zwischen vorgegaukeltem Bild und Realität all zu weit auseinander driftet, sollte man auch den Aussagen der jeweiligen Wahlwerberleins vielleicht nicht all zu viel Glauben schenken. Wir haben dazu eine Bewertungsskala von 0 – 10 ausgewählt. Null bedeutet kein Wahrhaftigkeitsgehalt des offiziellen Bildes auf den Plakten, 10 Darstellung und Wirklichkeit sind weitgehend ident.

Wir haben die Lackmustest-Plakate nach der Reihenfolge der Wahrhaftigkeits-Punkte gereiht. Aufsteigend von null bis zehn. Für Originalgrösse der Bilder, bitte auf selbige klicken.

Ach ja, den Lugner haben wir nicht bewertet. Der entzieht sich der Fassbarkeit. Der Mann ist einfach nur unfassbar.

Platz 5 – Andreas Khol
Wahrhaftigkeitspunkte: 0 (null)

HBP_Gesichter_plakat_khol_vglErfahrung macht stark – und Photoshop babywindeljung.
Hier hat man es offensichtlich etwas zu gut gemeint. Oder man will etwas verstecken. Das wahre Alter des Kandidaten zum Beispiel. Fein ist das nicht. Und schon gar nicht sehr wahrhaftig. Die Stirnfalten: fast verschwunden. Die Altersflecken: wegretuschiert. Die schmalen Lippen des auch politisch schmal-lippigen Khol ein wenig aufgefrischt. Das Goderl ebenfalls wegretuschiert. Das teigige Original-Gschau wurde insgesamt gestrafft. Wehe dem Wählerlein, das Khol nur vom Plakat kennt! Es könnte beim Ansichtigwerden des Originals einen ordentlichen Schock erleiden. Mit der Wahrheit hält es dieses Plakatbild nicht. Die Wahrheit mag laut Khol eine Tochter der Zeit sein. Auf diesem Plakat aber ist die Wahrheit eher ein armes, verlassenes und weggelegtes Waisenkind. Die Wählerleins mögen also ihre Schlüsse ziehen, was die Wahrhaftigkeit der Aussagen von Khol betrifft.


Platz 4 – Rudolf Hundstorfer
Wahrhaftigkeitspunkte: 3 (drei)

HBP_Gesichter_plakat_hundstorfer_vglIm Original sieht Hundsi eher alt aus. Tiefe Furchen, hängende Wangen, dunkle Augenringe. Der Mann sieht ungesund aus. Aber was für eine Freude, dass es Wahlplakate gibt: ein frischfröhlicher Kandidat, das Haar aufgeföhnt, die tiefen Furchen verschwunden, die Gesichtshaut strahlt in gesundem Schweinchenrosa. Wenn das nicht durch Photoshopping, sondern durch irgend welche geheimen Pulverln bewirkt worden ist, dann sollte Hundsi lieber für diese Pülverchen werben, als für sich selbst als HBP. Für diese Wahrhaftigkeitperformance konnten wir nicht mehr als drei Punkte vergeben.


Platz 3 – Norbert Hofer
Wahrhaftigkeitspunkte 4 (vier)

HBP_Gesichter_plakat_hofer_vglIm Original ist der Typ schon deutlich stärker verwittert als auf dem Plakat. Die schüttere Landzunge zwischen den Hofratsecken wurde für das Plakat etwas aufgeschüttet und verdichtet, die Stirnfalten entfernt, das Gesicht verschlankt, die Falten um die Augen und die Schlupflider begradigt. Der ohnehin jüngste Kandidat hat sich noch einmal zehn Jährchen weniger gegönnt. Noch zwei Retuschen, und sie müssen den Hofer im Kinderwagerl zu den Wahlveranstaltungen rollen.

Auch sonst hat der Kandidat es nicht so mit der Wahrhaftigkeit. Hinter dem freundlichen Lächeln verbirgt sich, das ist inzwischen bekannt, ein beinharter Ideologie, sehr, sehr weit rechts der Mitte. Preisfrage: Was ist der Unterschied zwischen Straches Sager „Faymann ist ein Staatsfeind“ und Hofers „milde“ Aussage: „Faymann ist kein Staatsfreund“. Der Mann ist politisch ungefähr so mittig, wie sein Plakataussehen seinem Real-Look entspricht. Nur das Lächeln scheint echt. So ist er halt, und dafür gibts von uns auch nur bescheidene vier Punkte für die Wahrhaftigkeit.


Platz zwei – Irmgard Griss
Wahrhaftigkeitspunkte: 5 (fünf)

HBP_Gesichter_plakat_griess_vglGesicht geglättet, Haut verjüngt und die Unreinheiten beseitigt, die struppigen Haare geglättet und im Photoshop nachgeglänzt. Auch der einzigen Kandidatin für den HBP hat man eine Verjüngungskur per Retusche verpasst. Bei der Haut hat man auch hier etwas zu dick (oder zu dünn) aufgetragen. Eine fast 70jährige mit der Haut einer Frühfünfzigern ist mehr als nur haarscharf an der Realität vorbei. Es ist nicht so extrem wie bei Hundstorfer oder gar Khol, aber immerhin. Da kommen wir über fünf Punkterln nicht hinaus.
Dazu kommt: die Kandidatin hat es mit der Geschichte nicht so besonders, gell! So  plauderte sie etwa gar zu unbefangen über den Nationalsozialismus: „Es war nicht so, dass die Nazis von Anfang an nur ein böses Gesicht gezeigt hätten. …  Die Menschen werden verführt.“

Natürlich ist das Quatsch. Die Nazis haben vom ersten Tag an ein hässliches, böses Gesicht gezeigt. Jene Wiener Juden, die unmittelbar nach dem Anschluss ans deutsche Reich von humanistisch gesinnten und hilfsbereiten Volksgenossen zum Aufwaschen der arischen Gehsteige gezwungen worden sind, könnten das bestätigen. Oder einer der grössten Schriftsteller Österreichs, Egon Fridell. Als wenige Tage nach dem Anschluss spätabends zwei SA-Männer in seiner Wohnung erschienen, sprang er sicherheitshalber vom dritten Stock in den Tod. Das schien ihm die bessere Lösung, als von den Nazis gequält zu werden. Im Gegensatz zum Nazigesindel bewies er Anstand. Bevor er sprang, warnte er Passanten mit dem Ruf: „Treten Sie zur Seite!“.  Das Gerede von den „verführten“ Menschen fällt unter die  üblichen Rechtfertigungs“argumente“ und ist nichts anderes als der Versuch, die Täter zu Opfern angeblicher Verführungskünste zu machen. Griss bewegt sich in der Nähe von Haiders Sager über die „ordentlicher Beschäftigungspolitik“ der Nazis. Die Debatten seit Waldheim dürften an Frau Griss spurlos vorüber gegangen sein.


Platz 1 – Alexander Van der Bellen
Wahrhaftigkeitspunkte: 8 (acht)

HBP_Gesichter_plakat_vdb_vglVan der Bellen ist Van der Bellen – auch auf dem Wahlplakat. Die Haare so schütter, wie sie nun einmal sind, die Falten sind da, nicht einmal die Altersflecken wurden entfernt. Nur der skeptische Zug um die Mundwinkel wich einem hintergründig-optimistischem Anflug eines Lächelns. Aber das hat der VdB mit Mimik und ohne Photoshop geschafft. Das Goderl wurde nicht wegretuschiert, sondern geschickt mit einem Schal kaschiert. Insgesamt könnte es für dieses realitätsnahe und höchst authentische Bild zehn Punkte geben. Aber wir müssen zwei Wahrhaftigkeitspunkte strafweise  abziehen. Denn wer den Wählerleins den Unsinn mit dem unabhängigen Kandidaten verklickern will, hat es nicht anders verdient, gell. Der Mann war viele Jahre Parteichef der Grünen. Der Schmäh mit der Unabhängigkeit beleidigt die Intelligenz der Wählerleins, auch wenn man die im Bevölkerungsquerschnitt recht nieder ansetzt.

So, liebe Leute, diese Bilder sollten nachdenklich machen. Auch die Selbstdarstellung sagt etwas über die Leute, die sich darstellen. Viel Wahrhaftigkeit haben wir nicht gefunden. Von insgesamt 50 möglichen Punkten (maximal 10 je Kandidat) konnten wir nur 20 vergeben. Das sind im Schnitt vier Punkte von zehn. Ein echt ärmliches Ergebnis. Da ist in den nächsten drei Wochen noch viel Luft nach oben, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


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