Noch eine Woche

Heute:
Eine kurze Betrachtung von Babsy Blitzschnell

Liebe Leserleins!

Bevor ich mich endgültig ins längere Wochenende vertschüsse, noch eine kurze Sonntagsandacht von Ihrer Babsy.

In einer Woche wissen wir es, ob wir auf dem Weg in die blaue Republik sind. Blau hat in Österreich ja auch was mit besoffen zu tun. Nüchtern betrachtet ist ein Herr Hofer in der Hofburg nicht wirklich wünschenswert. Der Mann vertritt Ansichten, die man zumindest skurril nennen muss. Aber wenn frau diese Ansichten ernst nimmt, muss sie eigentlich zur Bezeichnung „Besorgnis erregend“ greifen. Die Ideen dieses Mannes sind gefährlich. Wie sonst kann erklärt werden, dass die Gegnerschaft zu Hofer inzwischen quer durch alle politischen Lager (mit Ausnahme der FP, klaro) geht?

Natürlich ist Erneuerung fällig. Aber die FPÖ steht nicht für Erneuerung, sie tut nur so. Die Agenda der FPÖ ist Veralterung. Zurück zu längst überholt geglaubten Feindbildern. Ihre Agenda ist die Spaltung der Bevölkerung, und zwar nach Kriterien, die Europa schon zweimal in die Katastrophe geführt haben. Auch wenn viele FP-Wähler das nicht hören wollen, weil es ihren Vorurteilen nicht entspricht.

Nein: die FP-Wähler sind nicht alle Nazis oder gestandene Rechtsradikale. Das ist auch nicht die Frage. Die Frage ist: wofür steht die Politik der FPÖ? Und wozu sind Menschen fähig? Hat der Mensch sich in den letzten achtzig Jahren in seinem Wesen geändert? Natürlich nicht! Die Charaktere, aus denen einst Blockwarte und KZ-Wächter geschnitzt worden sind, die gibt es noch immer. Es müssen nur die Umgebungsbedingungen stimmen, dann dürfen sie wieder aktiv werden. Es ist der Schoss, aus dem das kroch, der noch immer fruchbar ist, wie es bei Brecht so gruselig heisst.

Wie leicht kann Islamophobie umschlagen in noch wesentlich Schlimmeres! Der Faschismus oder der Nationalsozialismus werden nicht wiederkehren, jedenfalls nicht in der alten, bekannten Form. Wir werden neue Formen der Unmenschlichkeit kennen lernen, wenn es schlecht läuft. Sie werden die alten Feindbilder verwenden, die alten Lieder in neuer Verpackung singen.

Wir müssen hinter die Fassaden sehen. Die schrecklichen Abgründe lauern mitunter hinter freundlichen Fassaden. Die Brandstifter sind unterwegs und geben sich als Biedermänner aus. Wer keinen Genierer hat, Nicht-Österreicher zu diskriminieren, der hat auch keinen Genierer, schon morgen auch Österreicher zu diskriminieren. Der Aufruf eines burgendländischen FP-Funktionärs, alle „Willkommensklatscher“ auszuweisen, ist ein Vorbote dessen, was auf uns zukommen kann. Niemand vom Führungspersonal in der FP hat sich bis heute von dieser Irrsinnsforderung distanziert. Zuerst sagen wir „Österreich zuerst“. Dann kommt „Volksfreunde zuerst“. Am Ende sind alle Andersdenkenden Volksfeinde. So läuft es immer, wenn engstirnige Nationalisten die Oberhand bekommen.

In einer Woche also werden wir wissen, ob man mit Menschenverachtung und Uralt-Ideologie in Österreich eine Mehrheit bekommen kann, oder ob es eine Mehrheit der Besonnenen gibt.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Weil es auch aktuell ist: nächste Woche werden wir erfahren, ob die Neuaufstellung der SPÖ wirklich ein Neubeginn ist oder nur die alte Karre mit einem neuen Gespann.


 

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