Matura

Heute:
Babsy Blitzschnell über die Zentralmatura anderer Art

Liebe Leserleins!

Es ist soweit. Heute ist eine Zentralmatura der anderen Art. Wir Österreicherleins werden heute abgeprüft, ob wir in Geschichte und Politischer Bildung gut aufgepasst haben, und ob uns was Gscheites bei gebracht worden ist.

Einst schrieb Karl Kraus: „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, dann werfen auch Zwerge einen grossen Schatten.“ Das kann man ungeschmälert auch für die Politik übernehmen. Wie sonst wäre es möglich, dass ein Klein-Zwerg wie Hofer einen solchen Schatten wirft? Und sollte er gewinnen, legt sich ein Schatten über dieses Land. Wir werden sehen, ob die Österreicherleins ihre Lektion gelernt haben und den politischen Demenztest bestehen.

Wir verstehen die Ängste und den Frust vieler Wählerleins. Wir teilen die teilweise auch. Aber ist das ein Grund, wieder einmal auf einen falschen Heilsbringer herein zu fallen? Auf jemanden, der seine Auftritte ausschliesslich auf Manipulation aufbaut? Der den Menschen mit NLP-Techniken das Hirn verkleistert und sie dabei gleichzeitig glauben lässt, sie würden eine freie und intelligente Entscheidung treffen? Wir hoffen, dass möglichst viele Österreicherleins durchschauen, mit welcher Leimrute sie hier gefangen werden sollen. Wollen wir wirklich beweisen, dass wir völlig geschichtsvergessen sind – wie in vielen seriösen ausländischen Medien geschrieben wird?

Als Land, das vom Export und vom Fremdenverkehr (Fremdenverkehr – was für ein bescheuerter Begriff!) abhängig ist, sollte uns die Meinung des Auslandes nicht egal sein. Wir sollten diese Meinung ernst nehmen und nicht trotzig wieder einmal nur deshalb jemanden wählen, weil ihn das „Ausland“ nicht will. Die Waldheim-Jahre waren verlorene Jahre für Österreich. Das könnte wieder kommen.

Die Meinungsforscher halten sich diesmal total bedeckt. Wir haben Zugang zu Unterlagen bekommen, die derzeit in österreichischen und europäischen Medienkreisen kursieren. Eine ominöse Umfrage, die dieser Woche durchgeführt worden sein soll. Die zeigt zwar leichte Vorteile für Hofer, aber beweist auch, dass wirklich alles möglich ist. Hofer liegt in einer Range von 49 bis 55 %, VdB zwischen 45 und 51 %. Diese Spannbreite ist irre und sagt alles und gleichzeitig nichts. Alles über die Unsicherheit der Wählerleins, nichts über den wirklichen Ausgang. Es kann 55 zu 45 für Hofer ausgehen – aber auch 51 zu 49 % für VdB.

Die Ergebnisse diese Umfrage sind allerdings – so unsere Sicht – extrem unsicher, eher im Bereich des Kaffeesuds und der Kristallkugel angesiedelt. Erstens ist nicht ersichtlich, wie viele Leute befragt worden sind. Es gibt keine Rohdaten, die Bewertung der Rohdaten ist unklar. Wir wissen, dass da vieles als „Bauchentscheidung“ läuft. Jede Menge Wählerleins ist noch immer unentschlossen – ob sie wählen gehen wollen, und wenn ja, wen sie wählen. Die Anzahl der Briefwählerleins ist enorm hoch, es gibt keine Vergleichsdaten. Fast 900.000 Briefwählerleins, 300.000 mehr als im ersten Wahlgang. Wie viele von den Neuzugängen VdB- bzw. Hofer-Wählerleins sind, weiss niemand. Oder ob die hohe Zahl nur daran liegt, dass es zwei durch Feiertage verkürzte Wochen hintereinander gibt, somit eine hohe Zahl von Urlauberleins.
Niemand kann einschätzen, wie seriös diese nur unter dem Tisch gehandelte Umfrage ist. Wichtig ist, dass alle Zweifler sich für einen Kandidaten entscheiden. Weiss wählen nützt übrigens vor allem Hofer, wenn man den Meinungsauguren trauen darf.

Irritierend ist, dass die FPÖ schon vor dem Wahltag wieder einmal in die Opferroller verfällt und laut „Wahlbetrug“ schreit. Natürlich ohne jeden Beweis, einfach so in den Wald hinein, es wird schon was hängen bleiben. Ist das die Nervosität aus Angst vor einer Niederlage? Die man dann gleich in der Opferrolle als Wahlbetrug hinstellen will? FPÖ-Einpeitscher Kickl behauptet jedenfalls jetzt schon, dass man den Wahlkarten-Auszählungen nicht trauen könne. Da seien zu viele Grün-Stimmen drin. Das müsse man sich genau anschauen, denn der gewaltige Anstieg bei den Wahlkarten werfe einmal mehr die Frage auf, ob bei Verfügungsberechtigung und Auszählung tatsächlich dem Wählerwillen entsprochen werde, „oder ob Helfershelfer des gegenwärtigen Politsystems hier vielleicht die Gelegenheit nutzen könnten, dem Wählerwillen zugunsten des Systemrepräsentanten Van der Bellen ’nachzuhelfen'“ . so Kickl wörtlich.

Wie immer strickt die FPÖ gleich vorauseilend an einer Legende. Man müsste da ja fast umgekehrt fragen, wenn man ähnlich paranoid wäre wie die FPÖ: ist der Staatsapparat schon blau unterwandert, und sind die 35%-Hofer im ersten Wahlgang womöglich Ergebnis dieser Unterwanderung? Ergebnis einer Manipulation von Systemgegnern, die das System untergraben wollen? Wir stellen diese Frage natürlich nicht, weil wir nicht paranoid sind. Aber wie verantwortungslos darf eine Partei sein, wenn es um die politische Wurst geht? Wollen die Österreicherleins wirklich eine Partei bzw. einen Parteikandidaten wählen, deren Propaganda auf Unwahrheit, Halbwahrheiten und NLP-Manipulation beruht? Merke: „Er hat euch nie belogen“ – das war schon unter Haider eine Lüge. Der zutreffende Werbespruch müsste richtigerweise so lauten: „Wir haben euch stets belogen“. Schön in Blau mit dem Logo der FPÖ.

Liebe Leute, gehts wählen. Und denkt an die Zukunft eurer Kinder! Fragt mal die Menschen in Kärnten, wie sie jetzt das segensreiche Wirken der FPÖ bewerten!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl



 

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