Zahlenspiele

Heute:
Babsy Blitzschnell über Zahlenstürme
EK von Wilhelm Krausshar über Saatguthändler
EK von Gmunder & Gmundnerin über Grabgebühr

Liebe Leserleins!

Wir alle wissen, dass Mathematik und Polit-Mathematik in einem nicht unbeträchtlichen Spannungsverhältnis stehen. Man denke nur an die verschiedenen Budgetdefizite: Maastrichtdefizit, konjunkturbereinigtes Defizit, um Investitionen bereinigtes Defizit etc.

Dieser Tage hat sich die Politik an Asyl-Mathematik versucht, einem relativ neuen Spezialbereich, der es nicht einmal noch in die Mathe-Zentralmatura geschafft hat. Wer da wen gelegt hat, ist unklar.

Angeblich hat Innenminister Sobotka beim Ministerrat eine bereinigte Anzahl der auf den Richtwert/Grenzwert anrechenbaren Anzahl von Flüchtlingen genannt, jene ominösen 11.000 von denen Kanzler Kern dann sprach. Wäre natürlich fein, gell, wenn es ein wenig mehr Spielraum gäbe bei dem schwachsinnigen Spiel mit dem Notstand. Denn ein Notstand ist weit und breit nicht erkennbar. Die ÖVP heulte auf, also vor allem Herr Kurz. Klar, der will dem neuen Kanzler gleich den Neustarter-Bonus wegnehmen. Auch wenn er damit die ganze Regierung, folglich auch sich selbst, schwer beschädigt. Denn auch ein Herr Kurz hat derzeit bei Neuwahlen nichts zu gewinnen. Bestenfalls den Vizekanzler unter Strache. Aber Herr Kurz sieht sich längst als Kanzler. Also sollte er sich auch wie einer benehmen. Faymann kann ja kein Massstab sein, gell!

Nun standen also zwei Zahlen im Raum: 22.000 Leute (eine Zahl, deren Herkunft unklar ist) und die bereinigte Zahl (in der alle gem. Dublin abzuschiebenden Menschen und alle ohne Aussicht auf Asyl herausgerechnet sind) von 11.000 im Raum. Auftritt Innenminister: Der Kanzler muss was missverstanden haben. Und, Hokuspokus, er nennt eine dritte, nunmehr angeblich absolut richtige Zahl: 18.950. Also etwa die Hälfte der für heuer „zugelassenen“ Flüchtlinge.

Das alles ist Zahlenwirrwarr und Unfug. Erstens ist die entscheidende Frage: wieviele Leute sind wirklich hier? Die Dublin-Asylanten sollten zwar in jenes Land abgeschoben werden, in dem sie erstmals EU-Boden betreten haben. Aber das funktioniert seit Jahren nicht. Auch die abgelehnten Asylansucher werden nur in geringem Mass abgeschoben. Das ist die Realität. Viel wichtiger wäre es zu wissen, wann endlich wirksame und ausreichende Massnahmen getroffen werden, um die Leute zu integrieren. Wer hier ist, ist nun einmal hier. Depperte Videos wie jenes eines F-Funktionärs, das wir gestern hier gezeigt haben, bringen es nicht. Es gibt zu wenig Deutschkurse, zu wenig Arbeit (das gilt für alle, die hier im Land leben), zu wenig ordentlichen Wohnraum (gilt auch wiederum für alle). Da würden wir gerne Massnahmen sehen (nicht nur davon hören).

Eine Illusion soll niemand sich machen: der Strom der Flüchtlinge wird nicht abreissen. Längst ist die Route von der Türkei/Griechenland über Kreta nach Italien wieder aktiv. Weder die NATO noch EU-Frontex sind in der Lage, das Mittelmeer zu sichern. Sie können nicht viel mehr machen, als Ertrinkende aus dem Meer zu fischen. Die werden dann in Italien ausgeladen. Italien ist aber längst überfordert, da die Verteilung innerhalb der EU nicht funktioniert. Von Solidarität keine Spur. Die Griechen und Italiener sollen sich erhängen.

Die Vorstellung, Österreich werde am Brenner wirklich „zumachen“, ist erschreckend angesichts der Konsequenzen. Wenn Europa nicht endlich funktioniert, werden die Hardliner in der Regierung nicht zögern, auch Waffengewalt an zu wenden. Eine menschliche Katastrophe ist dann nicht mehr aus zu schliessen. Wenn es dabei Tote gibt, stellt sich die Frage, ob sich die Regierung damit nicht moralisch auf die selbe Stufe stellt wie jene Schlepperbanden, die es in Kauf nehmen, dass Leute im Meer ersaufen oder in Kühl-LKWs ersticken. Der Effekt ist ja ident: tote Flüchtlinge.

Zahlenspiele interessieren wirklich niemanden mehr. Es sind endlich Taten notwendig, um die Probleme zu lösen. Lösbar sind sie nämlich, es muss nur der Wille vorhanden sein. Statt billig politisches Kleingeld zu wechseln.

Ums Kleingeld geht es auch beim Team Stronach. 22 Millionen hat der Skurrilo-Millionär in sein „Team Stronach“ gesteckt. Eine Fehlinvestition. Allgemein heisst es ja: If you pay peanuts you will get monkeys. Na, der Stronach hat mehr als Erdnüsse bezahlt, aber trotzdem nur Affen bekommen. Jetzt droht Stronach mit einer neuen Partei, das Team Stronach will trotzdem wieder kandidieren (obwohl der Klub-Chef Lugar sich ohnehin schon an die FP, aus der er einst kam, ranwirft). Und Frau Griss hat auch eine neue Partei angekündigt (oder eine Bewegung, den Schmäh hat schon Haider einst gemacht). Liebe Leute, wir werden bei der nächsten NR-Wahl unter mehr Politsonderlingen wählen dürfen denn je. Ob da bei Ihrer Babsy wirklich Freude aufkommt? Eher nicht.

Österreichs Politik ist hoffnungslos gefangen in einem Netz aus unfähigen Regierungspolitikern, einer rechtsradikalen FPÖ ohne Lösungen, einer schwer schwächelnden sonstigen Opposition (Grüne, Neos) und immer neuen Politkasperln. Die Aussichten sind trüb, liebe Leute!

Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Da leistet sich Gmunden einen Fremdenverkehrsdirektor, und diesem ausgesprochen kreativen Kopf fallen dauernd richtig innovative Dinge ein: Hansi Hinterseer-Konzerte, um ein nicht vorhandenes 4-Sterne-Hotel zu füllen. Oder jetzt: Wiederaufwärmen des Uralt-Schinkens „Schlosshotel Orth“. Jetzt mit Jubiläum und vollständiger Videothek, damit die herbeirasenden Touristen sich alle Folgen der Serie vor Ort angucken können.

Da sind wir gespannt. Denn diese Serie wird auf allen Sendern rund um die Uhr als Wiederholung  herunter genudelt. Inzwischen ist dieser Schmarren nicht nur ein Schmarrn, sondern ein altmodischer Schmarrn. Sowas von altbacken, dass frau es nicht aushält. Wenn das die Zukunft des Gmundner Fremdenverkehrs ist, dann gute Nacht. Angeblich sind im Laufe der letzten 20 Jahre 2,5 Millionen Leute wegen der Serie nach Gmunden gekommen. Wer es glaubt wird selig. Da würde man gern wissen, wer die gezählt hat! Die selben Leute, die auch für die Passagierzählung der Regio-Prognose zuständig waren?

Die Interessenten für diese Schmalz-Serie sterben entlang der Todesraten der deutschen Sterbetafel aus. Da hilft wirklich nur noch die Erhöhung der Grabgebühren: Begraben in Gmunden, wo einst eine Serie spielte. Ein echter Fremdenverkehrshit. Gmunden, die Begräbnisstadt. Irgend wann wird der Murray doch noch Touristiker des Jahres.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Saatguthändler

Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Sorry, ich wollte der Firma nicht zu nahe treten, fand es nur rasend komisch, dass ein Getreidehändler ein Schloß als hauseigenes Seminarzentrum braucht. Daher die karikierende Zuspitzung auf die heißen Themen. Es kann auch ganz normale Workshops über Pioneer-Saatgut abgehalten werden.

Anmerkung:
Das war schon in Ordnung. Wir wollten nur sicherheitshalber anmerken, dass es auch die gentechnikfreie Sparte gibt. Was in all dem anderen Zeug drin ist, dass da verhökert wird, wissen wir natürlich nicht.
Auch wir wundern uns, wozu man als reiner Grosshändler ein Seminarzentrum braucht. An einen Hotelbetrieb glauben wir nicht, der rechnet sich nicht. Wir vermuten eher entweder eine private Nutzung mit ein bisserl „Firmenschmäh“ für die Abschreibung. Oder, nicht aus der Welt, die Familie spekuliert auch mit Immobilien, dass ein Umbau in Appartements erfolgt, die man teuer verkaufen kann. Eine Etage exklusiv für die Familie. Aber lassen wir uns überraschen.


Grabgebühren

Einsterkasterl von Gmundner & Gmundnerin

Ja das ist alles richtig, Artikel der Wahrheit, Ignoranz, Einwohnerfeindlich.
Darüber hinaus bedanke ich mich beim

Bürgermeister von Gmunden

weil die jährliche Grabgebühr um über 11% erhöht wurde.
Da kann ein Mindestpensionist Pensionistin mit 40 Arbeitsjahren wenigstens
an keinen Urlaub denken.


 

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