Bahnhof, Massaker und ein böses Haus

Heute:
Babsy Blitzschnell kommentiert Grausliches
GK Traunseewiener über den Gmundner Bahnhof
GK Neutral über Eigene Leute über die Klinge springen lassen

Liebe Leserleins!

Wieder ein Massaker in den USA, diesmal das grösste seit Jahren. Wenn man es als Terroranschlag einstuft, dann ist es der grösste in den USA seit 9/11. Ob das nun ein islamistischer Terrorakt des IS war oder ein ausgerasteter Schwulenhasser (wie der Vater des Täters behauptet) ist letzten Endes egal. Der Mörder hat sich jedenfalls die Tatwaffen kurz vorher in einem Waffengeschäft gekauft. Was eher gegen die IS-Theorie spricht. Auch wenn der IS sich zur Tat bekannt hat – das sagt nicht viel. Terrororganisationen streiten oft um die Täterschaft. Kennt man sehr gut aus Israel – dort streiten meist gleich vier oder fünf islamistische Gruppen um die zweifelhafte Ehre, für Mordakte verantwortlich zu sein.

Bedenklich ist nur, wie die Islamophoben in Österreich reagieren. Auf der FP-nahen Web-Seite unzensuriert.at wird gleich gesagt, kann nur islamistisch sein, die „Linken“ würden versuchen diesen Tathintergrund zu verschleiern. Und jede Menge der dortigen Poster schreit gleich nach der Bewaffnung der Bürger. Dabei ist ein Grossteil der Massaker in den USA der Tatsache geschuldet, dass man so leicht und vor allem schnell an Waffen kommt. Bei uns ist das recht kompliziert, braucht Zeit, da kann ein Durchgedrehter sich abkühlen, bevor er an die Waffen kommt. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.) Gut, jeder darf seine eigene Paranoia haben. Aber die Idee, dass alle Bürger mit der Krachn herum laufen, die ist beängstigend. Und die US-Erfahrungen sind alles andere als ermutigend. Die FP als Partei der Waffennarren? Ob die stark FP-lastigen Polizeitruppen damit wirklich eine Freude haben?

Haider kann man vieles vorwerfen. Aber eines nicht: dass er je homophoben oder schwulenfeindlichen Meinung in der FPÖ Raum gegeben hätte. Das hat sich grundlegend geändert. Der Wiener FP-Vizebürgermeister (ohne konkrete Arbeit, aber mit viel konkreter Kohle) Gudenus etwa gefällt sich darin, auf Kongressen in Putins Russland homophobe Töne zu spucken. Damit gibt man durchgeknallten Homo-Hassern eine Bestätigung ihres Denkens. Am Beginn jeder dieser Arten von Täterschaft steht die Aufhussung von Leuten gegen andere. Auch davon findet sich viel auf unzensuriert.at – und man gibt dem dort breiten Raum. Die FPÖ sollte man darüber nachdenken, ob sie ihre Politik wirklich dauerhauft darauf aufbauen will, Vorurteile gegen Menschen zu schüren, die anders ticken als die Mehrheit. Von einer Partei, die den Anspruch hat, den Kanzler zu stellen, muss man mehr erwarten als nur flottes Maulheldentum, nämlich Verantwortungsbewusstsein.

Die Strassenschlachten zwischen Rechtsradikalen und Linksradikalen sind nicht das, was wir unter Demonstrationsfreiheit verstehen. Ob in Wien die Polizei dieses Wochenende richtig gehandelt hat, als sie mit Pfeffersprays ausschliesslich gegen die Anarchos vorgegangen ist, wird hoffentlich geklärt werden können. Und ob man mit ebensolcher Härte gegen die rechtsradikalen „Identitären“ vorgehen wird, die derzeit versuchen, mit viel Randale auf sich aufmerksam zu machen, wird sich weisen. Die FPÖ könnte sich auf jeden Fall endlich von diesem Trupp eindeutig distanzieren.

Stattdessen postet Strache die Falschmeldung, es läge ein „rechter“ Demonstrant im Koma. (Auch auf unzensuriert.at steht diese Meldung weiterhin , obwohl sie längst dementiert ist.) Das ist leider Methode: unbestätigte Meldungen gross aufblasen, und wenn sie sich als falsch herausstellen, einfach auf Facebook oder sonst wo stehen lassen. Wenn es eng wird mit einer Lügengeschichte, wird sie halt schnell gelöscht. Hängen geblieben ist auf jeden Fall etwas.

Liebe Leute, wir beschäftigen uns mit diesen Fragen, weil das jetzt nötig ist. Die Bürgerleins sollen zumindest wissen, dass man nicht alles glauben soll und darf, was da so auf die Schnelle in den „sozialen“ Medien herum gereicht wird. Da ist viel Unfug dabei, viel bewusste Manipulation, aber oft auch einfach nur viel Dummheit.

Das Hitler Geburtshaus, kurz Hitlerhaus genannt, ist wieder im Gerede. Jetzt will man die Hütte abreissen, um „Ewiggestrigen“ keinenWallfahrtsort zu bieten. Ehrlich: davon hält Ihre Babsy gar nichts. Man kann die Geschichte nicht ausradieren. Wenn wir alle Häuser abreissen, in denen Massenmörder geboren worden sind, oder wenn wir all deren Denkmäler schleifen, wird viel Land frei im Land, gell!

Es hat keinen Sinn, sich auf diese Art aus der Geschichte zu stehlen. Nazi-Nostalgiker werden immer ein Platzerl finden, an dem sie der grossen Taten des Führers gedenken können. Und sei es ein Baum in einem Stadtpark, auf den der Führer und sein Schäferhunderl mal raufgepinkelt haben. Ich fand die Idee mit einer geschützten Werkstatt für Behinderte in diesem Haus gut. Da geht es um jenes „unwerte“ Leben, das die Nazis mittels Euthanasie umgebracht haben. Kann man die Nazi-Ideologie mehr demütigen als damit, in Hitlers Geburtshaus solch „unwertes“ Leben blühen und gedeihen zu lassen?

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Bahnhof Gmunden leider keine Visitenkarte

Gastkommentar von Traunseewiener

Der neue Gmundner Bahnhof ist ja nicht nur gefährlich, sondern auch einer Stadt wie Gmunden unwürdig.
Hätte man nicht das alte Bahnhofsgebäude restaurieren können, den alten Stuck wieder hervorholen, etwas gestalten das zu Gmunden passt? Und dazu einen modernen Bahnsteig mit einer UNTERFÜHRUNG bauen?
Wie so etwas aussehen kann sieht man z.B. in NÖ an der Franz-Josephs-Bahn. Ich empfehle den Bahnhof Tulln, eine Stadt ein wenig kleiner als Gmunden, aber vergleichbar, der Bahnhof sieht noch wie ein Bahnhof aus und hat selbstverständlich auch eine Unterführung.

Eine so bedeutende Fremdenverkehststadt wie Gmunden sollte schon auch ein schöneres Ankommen ermöglichen als diese Haltestelle mit Betonschachtel.

In Altmünster z.B. steht ein hübscher Bahnhof und der Fahrdienstleiter – oder die Fahrdienstleiterin – steht am Bahnsteig und begrüßt freundlich die Reisenden. In Gmunden muss man vor dem einfahrenden Zug zur Straßenbahn hechten. Vielleicht sollte man Gästen diesen Bahnhof verschämt verschweigen und sie bis Altmünster fahren lassen und ihnen dort ein Taxi gönnen.


Die eigenen Leute opfern

Gastkommentar von Neutral

Zuerst, liebes Gmundl-Team, danke ich für die Kommentare jenseits des Tellerrands. Bin froh, wenn ihr euch auch mit Themen beschäftigt, die nicht nur Gmundner Themen sind. Da würde der Blog sehr bald sehr fad sein. So viel gibt es hier nun auch nicht zu berichten. Die grossen lokalen Themen schlafen derzeit, wie wir wissen. Bei der Regio warten wir alle auf einen Gerichtsentscheid. Die Hotel-Sache wird ohnehin eine Never-Ending-Story werden. Ich wünsche unserem BM Krapf eine lange Amtszeit, aber beim Hotel werden sich noch viele Bürgermeister abstrudeln.

Jetzt aber zu einem Thema jenseits des Tellerrands, das nicht nur mich sehr bewegt. In meinem Bekanntenkreis, der ist politisch recht bunt, ist die Wahlanfechtung DAS Gesprächsthema. Natürlich wird hitzig debattiert. Was nichts Schlechtes ist, wie ich finde. Dazu aber ein konkreter Gedanke zu einem Thema, den wir uns diese Woche bei einer Gesprächsrunde gemacht haben, und den alle, die dabei waren, geteilt haben, egal aus welcher politischen Richtung. Ein Punkt, über den viel mehr gesprochen und diskutiert werden sollte, weil es um die Glaubwürdigkeit einer Partei geht, die sich für die „kleinen Leute“ einzusetzen behauptet.

Die angebliche „Partei des kleines Manns“ opfert nämlich ihre eigenen Leute der Parteiräson. Mit den „Argumenten“ in der Wahlanfechtung geht die strafrechtliche Unbescholtenheit ihrer eigenen „kleinen Leute“ über Bord. Einziges Ziel dieser Anfechtung: Strache und Hofer sollen staatsstreichartig zu „großen Männern“ gemacht werden.
Strafbar, denn die FPÖ-Wahlbeisitzer haben zwei völlig unvereinbare Erklärungen eidesstattlich abgegeben.

1. Unterfertigung der Protokolle der Wahlkommission und Bestätigung, bei der Wahlauszählung seien alle Vorschriften beachtet worden.
2. Danach haben sie auf Ersuchen/Druck der FPÖ-Führung Erklärungen abgegeben, bei der Wahlauszählung  wären viele Vorschriften nicht beachtet worden.

Eine der beiden eidesstattlichen Erklärungen der FPÖ-Wahlbeisitzer muss falsch sein. Folge: strafrechtliche Verfolgung dieser FPÖ-Wahlbeisitzer, die wahrscheinlich auch FP-Mitglieder sind.

Halten wir fest: die „Partei der kleinen Leute“ lässt ihre eigenen „kleinen Leute“ über die Klinge springen, opfert sie, damit Strache und Hofer „große Männer“ werden. Grosse Staatsmännder entstehen so bestimmt nicht.

Wer soll und will dieser Partei der Opferung ihrer eigenen Leute künftig eigentlich noch vertrauen?


 

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