Hotel – ein running Gag!

Heute:
Babsy Blitzschnell über das Hotel-Dogma
GK der PGG „Drei weitere Hotels!!!“

Liebe Leserleins!

Seit gestern ist es klar, wie man langsam aber sicher sein Geld verlieren kann: durch den Kauf von Deutschen Bundesanleihen. Die haben jetzt nämlich einen negativen Zinssatz. Was wir alle in der Schule als kleine Kinderleins gelernt haben – „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!“ – ist ein dummer Spruch von gestern. Der Sparefroh ist zum Spareunfroh geworden. Wer Centlein auf Centlein stapelt, legt die Münzlein lieber unters Bett, dort werden sie wenigstens nicht weniger, solange kein Einbrecherlein kommt, und sie im grossen Sack wegschleppt. Wer aber so dumm ist, seine Centlein selbst zur Bank zu schleppen, hätte sie gleich den Einbrecherleins annoncieren können, gell, dann wäre das Pinke schnell weg, und der Ärger einmalig. Der Ärger bei Sparbuch oder deutschen Bundesanleihen ist aber ein dauernder.

So, damit wären wir bei der Hotelfrage. Ja, das hängt ein bisserl mit der Zinsenlage zusammen. Im Gegensatz zum Glaubensbekenntnis der Tourismusverantwortlichen am Traunsee und in Gmunden rechnen sich Hotels hier in der Gegend nur in sehr beschränkter Zahl. Sonst würden nicht dauernd welche zusperren. Noch dazu ist jetzt Zeit, Kassa zu machen. Wozu mühsam ein Hotel betreiben, wenn man die Hütte mitsamt Grund zu Geld machen kann, zu sehr viel Geld. Jetzt ist genug Geld am Markt, ein paar Leute werden ja trotzt Krise immer reicher. Wohin mit dem Pinke? Deutsche Bundesanleihen kaufen? Sparbuch? Nein, man kauft Grund und Boden. Der wird nicht mehr. Nicht einmal die EZB kann (so wie etwa die Finanzmärkte mit Euronen) die Immo-Märkte mit Grundstücken fluten, eben weil man Grund und Boden nicht einfach drucken kann. Also behalten Immobilien langfristig nicht nur den Wert, sondern werden wertvoller.

Jetzt wird das Alpenhotel Altmünster vom Eigentümer Wolfgang Gröller zu einem Haus mit Wohnungen umgebaut und danach verscherbelt. Die Erklärung des Eigners, das „Arbeitszeitgesetz sei schlecht“ und die „Lohnnebenkosten zu hoch“ ist natürlich eine Ausrede. Da fehlt nur noch der Hinweis auf die Registrierkassen. Ja, manches im Arbeitsrecht ist inzwischen übertrieben kompliziert, und die Lohnnebenkosten sind ein eigenes Thema (weshalb es sinnvoll ist, über ein neues Steuersystem zu diskutieren, das nicht nur Arbeitsplätze besteuert und dafür Gewinne aus Maschinen nicht zur Finanzierung des Sozialstaates heranzieht).

Das Problem geht tiefer: hier in der Gegend rentieren sich Hotels mangels Qualitätstourismus und wegen der kurzen Saison so gut wie gar nicht – unabhängig davon wie die Arbeitszeiten geregelt oder die Lohnnebenkosten verringert werden. Die Wahrheit ist wohl eine unangenehme: mit den Schliessungen der letzten Jahre nähern wir uns schön langsam jenem Bestand an Hotelbetten, der wirtschaftlich auslastbar ist. Zusätzliche Hotelbetten sind nur dann sinnvoll, wenn über mindestens zwei Jahrzehnte seitens des Landes sehr viel Geld in neue Formen des Tourismus (die noch zu erfinden wären) investiert wird.

Was derzeit stattfindet ist auf jeden Fall ein normaler Vorgang in einer Marktwirtschaft – man kann das Hotel-Sterben nennen, aber auch: Marktbereinigung, das trifft es besser.
Nur zum Nachrechnen: das Alpenhotel hat 80 Betten, sprich eine Jahreskapazität von 29.200 Nächtigungen. Erreicht wurden lt. Besitzer zuletzt 12.000. Ergibt eine Auslastung von 41 %. Wenn man berücksichtigt, dass ein Teil der Nächtigungen mit Sicherheit aus schlecht bezahlten Seminarbuchungen und Busgästen resultiert, kann man sich ausrechnen, was wirtschaftlicher ist: der Hotelbetrieb oder Umbau und Verkauf. Diese Rechnung gilt für manch andere Betriebe bestenfalls in gleicher Weise.

Wurden früher neu gebaute Hotels möglichst schnell in Appartementhäuser umgewandelt und verscheppert, sind jetzt auch die „alten“ dran. Siehe eben jetzt in Altmünster. Das Fatale daran: die dringend benötigten leistbaren Wohnungen werden so nicht geschaffen. Während ein paar betuchte sich Prestige-Zweitwohnsitze in hässlichen, die Stadt verschandelnden Bauten zu völlig verrückten Irrsinnspreisen zulegen und die Leerstände zunehmen, steigt gleichzeitig die Wohnungsnot.
(Frau fragt sich in der Tat, wieso Leute sich um viele 100.000e Euronen Wohnungen kaufen, deren Ausblick genau auf die Hausmauer vis-à-vis gerichtet ist. Aber das ist deren Problem und ein Versagen der Stadtplanung, dass solche rein auf die Rendite schielende Bebauungen möglich sind. Viele Architekten sind zu Handlangern der Renditejäger verkommen, und so sehen dann viele Bauten in Gmunden und Umgebung aus.)

Auf jeden Fall zeigt auch die nun offizielle Schliessung des Alpenhotels einmal mehr: die Rufe nach mehr Hotels für Gmunden bzw. die Traunseeregion sind Verzweiflungsgeschrei aus Mangel an Ideen. Offenbar lohnt sich der Betrieb eines Hotels hier in der Gegend nur unter sehr speziellen Bedingungen. Solange die zündende Idee für den Traunsee-Tourismus nicht gefunden ist, wird jedes neue Hotel (und viele alte) ausschliesslich als Spekulationsobjekt dienen und in kürzester Zeit als Cluster von Zweitwohnsitzen enden. Sauteuer und an den Bedürfnissen der heimischen Wohnungssuchenden zielgenau vorbei.

Auch noch interessant: die Kronenzeitung, wahrlich nicht besonders FPÖ kritisch, bezeichnete den seit dem zweiten Wahlgang der HBP-Wahl von der FP eingeschlagenen Kurs gestern als „ultrarechts“, ein Synonym für rechtsradikal. Am Sonntag hatte Hofer übrigens ebendort erklärt: “ … trotzdem hat mich die Hälfte der Österreicher gewählt.“
OK, wir nehmen zur Kenntnis, dass die FPÖ auch ihre eigene Arithmetik hat. Zur Erinnerung: Hofer hat 49,7 % erreicht, also keineswegs die Hälfte der Wählenden und schon gar nicht die „Hälfte der Österreicher“. Von der Hälfte der  Österreicherleins wurde natürlich keiner der beiden Kandidaten gewählt. Bei der Wahlbeteiligung von 72,2 % wurde VdB von 36,3 % der Österreicherleins und Hofer von 35,9 % gewählt.

Liebe Leute, ich kann nicht einmal raten „Zieht euch warm an.“, denn das gilt zwar für heute, nicht aber für morgen, Donnerstag. Da gibt es angeblich Südföhn, bevor am Wochenende schon wieder heftige Regenfälle mit Unwettern und Vermurungsgefahr drohen. So wir den Wetterfröschen glauben wollen. Aber in den letzten Wochen sind sie leider meist richtig gelegen.

Äh, ja, jetzt soll ich auch noch was dazu sagen, dass die Orbán-Ungarn die noch nicht Strache-Österreicher in die Pfanne gehauen haben? Nee, fällt mir nicht ein. Noch dazu, da die Ungarn nach der neuen FP-Nomenklatur fast nur über „autochthone“ Nationalspieler verfügen, während Österreichs Team so gar nicht FP-autochthon ist: Özcan, Dragovic, Garics, Alaba, Arnautovic, Junuzovic, Ilsanker, Jantscher, Sabitzer, Janko, Okotie. Frau fragt sich, wie der Mölzer und der Strache eine autochthone Nationalmannschaft aufstellen würden. Aber vielleicht werden die vorher alle zu Ehren-Autochthonen erklärt. Vorbilder in der Geschichte für diese Methode soll es ja geben.

Dass jetzt Strache schon wieder Einträge auf seiner Facebook-Seite löschen musste, ist die Strafe der Geschichte. Diesmal, weil dort von einem Poster für die Behandlung des neuen Kanzlers Kern eine „neun Millimeter“-Patrone empfohlen worden ist. Es ist der Fluch der bösen Tat, diesfalls der bösen Worte, dass sie nun immer wieder Böses müssen gebären. Die politisch Andersdenkenden müssen das ernten, was die FPÖ gesät hat. Wann endlich wehren sich jene in der FPÖ, die über Anstand und Vernunft verfügen, gegen offene (Strache, Kickl, Gudenus) und versteckte (Hofer) Scharfmacher in der FPÖ?

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Drei weitere Hotels!!!

Gastkommentar der PGG

Pressemeldung der
Physikalische Gesellschaft Gmunden – Gesellschaft zur Relativierung der Zeit und des Polsprungs.
Erstes Zentralorgan für angewandte Verschwörungstheorien.

Liebe Damen und Herren von Gmundl,

wir brauchen am Traunsee und in Gmunden mindestens drei weitere öffentlich geförderte Hotels und Seniorenresidenzen, die man zuerst baut und dann filetiert an „Immo – Investoren“ (nicht Zweitwohnungsbesitzer) verkaufen kann. Da der Polsprung ja kommt, macht das dann auch nichts, wenn man dadurch die Finanzen einer Stadt und das Stadtbild erheblich stört bis zerstört.

Also wir müssen schon sagen, der Wolfgang G. hatte nie schlecht gehende Reha-Zentren, dazu passende Grundstücke und Hotels mit Hintergedanken für Immospekulationen zusammengekauft, sondern nur die Freude des Tourismusdirektors und seiner fachlich qualifizierten Mentoren im Auge gehabt. Jede und jeder in Traunkirchen wird das den geneigten Leser (mit einem Lachanfall) bestätigen.  Es haben immer andere und eine Registrierkasse um € 500 Schuld, wenn man Hotels dann doch anders und besser für sich verwerten kann. Mit der Gewerkschaft braucht man sich dann auch nicht mehr ärgern.

Irgendwo müssen Mindestrentnererben ihre unversteuerten Erbschaftsgelder ja parken. Minuszinssätze, die es heute schon bei den Banken gibt,  braucht doch wirklich  kein Schwein. Der Resi-Tant (die Tante unseres Beirats-Vorsitzenden) in Mödling geht’s ja auch gar nicht gut – also wohin mit der Marie?
Hochachtungsvoll
DDr. Bertram Beige (Pressesprecher)

Hinweis: Schon in einem einzigen Haus in der Gmundner  Rustonstraße haben bestenfalls 50% der Wohnungseigentümer ihren Hauptwohnsitz in diesem einen Haus in Gmunden. So entgeht der Gemeinde jährlich mindestens  – alleine in einem Haus – € 5 Mio an Bundesumlage aus dem Finanzausgleich.


 

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