Die Schweissfuss-Stadt hat jedes Mass verloren
24. Oktober 2013

Die ÖVP tut jedes Mass verloren haben tun. Die tut wirklich glauben, dass sie die Stadt Gmunden, die Bürgerleins und Wählerleins in Personalunion sein tun tut. Wer es nicht glauben tun will, der tätert sich die Homepage der Stadtgemeinde anschauen machen tun sollen, was dort über die neue Entwicklung rund ums Unglücks-Hotel geschrieben stehen tun tut. (Mir haben uns erlaubt haben tun, unterhalb unseres Blogs eine Aussendung von GR Kammerhofer zu diesem Thema veröffentlichen zu tun. Mir ham ihn aber ned gfragt, aber weil mir ihn von einer Lokalredaktion bekommen haben tun, tunmir annehmen, er will schon haben, dass die Leute das lesen können tun dürfen, gell!)

Herr Bürgermeister! Das soll eine Seite der Stadtgemeinde sein tun, nicht der Stadt-ÖVP! Tun Sie sich Ihnen einbremsen tun. Derzeit tun alle Parteien ausser der ÖVP für den Rückkauf der Gründe sein tun. Die bisherigen angeblichen Investoren tun ihre Chance gehabt haben tun. Hätten längst bauen können machen tun. War aber nix. Weil die kein Geld nicht haben tun, gell! Mit einer Stimme Mehrheit sollte man nicht herumlaufen tun, als ob man der Rambo und der Terminator in einer Person sein tun tätert, gell! Da sollte man demütig sein tun, wenigstens ein klein wenig, und auch auf die anderen hören tun. Die tun nämlich auch nicht alle deppert sein tun.

Der bisherige Hotelstandort tut sein tun wie ein mausetoter Hund. Man sollte das endlich zur Kenntnis nehmen tun. Der Hotelstandort tut ein schlechter sein. Das angeblich Hotel-Konzept tut alles sein (vor allem eine Einstiegsdroge in die Umwandlung in ein Zweitwohnungs-Gebäude), aber ganz sicher kein brauchbares Konzept für ein Hotel. In der Allianz tut es eine Menge guter Ideen geben tun, wie man was Ordentliches machen tun könnte: Hallenbad, Konferenz-Zentrum, Hotel – alles an einem Ort. Das ist ein Konzept, das man diskutierten tun sollterte. Nicht den Mist, der jetzt am Tisch liegt mit ein paar Millionärs-Chalets. Mit einer Hotelinsel. Mit einer Lacke vor den Chalets. Das tut alles Unfug sein, den nicht einmal die glauben tun, die was das vorgelegt haben tun. Sonst hätterten sie längst bauen können. Die tun nicht nur deshalb nix bauen, weil sie kein Geld haben. Die bauen nicht, weil sie wissen tun, dass das Konzept ein Schwachsinn sein tut, weil es kein Konzept sein tut.

Man müsste viel mehr Mut haben tun. Die Idee „Bad Gmunden“ täterte eine solche mutige Idee sein. Aber die braucht Zeit. Da tut der Köppl schon längst abgewählt sein tun, bis das fertig sein täterte. Aber es täterte eine Perspektive sein. Man nüsste die ganze Stadt total umkrempeln tun. Alles neu denken tun. Von der Regio-Tram über die Toskana bis zum Hotel. Dann mit den Bürgerleins reden. Die überzeugen tun. Glaubwürdige Investoren auftreiben tun. Das es funktionieren werden tut, das tut niemand garantieren können. Aber der Mist, der was jetzt sein tut, der tut garantiert nicht klappen.

Aber vielleicht tut die ÖVP in eine ganz andere Richtung denken tun. Weil die Tips tun diese Woche melden, dass im Gmundner Spital eine Methode erfunden worden sein tut, mit der man Schweissfüsse bekämpfen können tut. Mir tun schon den neuen ÖVP-Slogan sehen: Gmunden – Die Schweissfuss-Stadt. Wir tun zum Himmel stinken. Schweissfüsse aller Länder, tuts zu uns kommen. Mir tun euch die Schweissfüsse abnehmen tun. Und dann tuts gleich heiraten tun können im Seeschloss. Ohne Angst vor der Hochzeitsnacht, weil die Schweissfusserl weg sein tun, gell!

Gmunden, die Schweissfuss-Hochzeits-Stadt. Das tut die Zukunft sein, wenn die ÖVP so weitermachen tun tut wie bisher. Da tun sogar die Schwäne die Nasenlöcher rümpfen tun, gell!

Tschüss und tuts den Burgit-Fusssprä ned vergessen tun! Das Team Gmundl

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Offener Brief von GR Karl Kammerhofer.

Stellungnahme von Gemeinderat Ing.Mag. Karl Kammerhofer
Vertragsbruch

 „Investoren“ und eine Linzer Bank  haben keine Legitimation die Geschäftspartner unserer Stadt zu sein

Die Stadtgemeinde Gmunden hat mit der Asamer Gruppe, aus meiner Sicht, einen für die Stadtgemeinde nachteiligen, verwirrend/unklaren Vertrag geschlossen. Gegen diesen Vertrag sind, nach einer damals überhasteten Entscheidung,  inzwischen alle  im  Gmundner Gemeinderat vertretenen  Parteien – mit Ausnahme der ÖVP. Das ist die heutige Ausgangslage.

Entscheidend ist jetzt alleine die rechtliche Situation: Der Verkäufer wurde im Vertrag  eindeutig verpflichtet das vertraglich bestimmtes Hotel(!) bis s p ä t e s t e n s 31.Dezember 2013 zu errichten.

Bei Vertragsbruch – also wenn das Hotel zu diesem Zeitpunkt nicht errichtet werden kann – ist die Gmundner Stadtgemeinde  geradezu  v e r p f l i c h t e t  dieses wertvolle Grundstück zum Verkaufspreis zurückzukaufen. So sollte es  nach dem Willen aller in Gmunden vertretenen Parteien (Ausnahme ÖVP) jetzt  auch geschehen. Nichts anderes. Die entsprechenden Anträge liegen vor. Das sollte Heinz Köppl als Bürgermeister unserer Stadt jetzt auch exekutieren. Gmunden kann sich nicht weiter zum Gespött machen  und mit einem Geschäftspartner weiter zusammen zu arbeiten wenn dieser bisher noch keinen Termin trotz vorliegender Baugenehmigungen einhalten konnte.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass eben so ein Projekt unter den derzeitigen touristischen Randbedingungen ( fehlender Ganzjahrestourismus und ruinöser Preiskampf in der Hotelbranche) an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich einfach nicht tragbar ist. Eine eventuell dadurch entstehende Bauruine würde  der Gemeinde  vermutlich Entscheidungen abringen, die niemand in unserer Stadt dann wirklich haben wird wollen(siehe Hotel Austria). Die angedachte veröffentlichte Vorschlag ist rechtlich nicht tragbar, unwirtschaftlich und noch dazu für unsere Stadt äußerst riskant.

Also zurück zum Start, zurück zu klaren Verhältnissen und vorwärts zur Schaffung eines wirtschaftlich erfolgreichen Ganzjahrestourismus in einem neuen BAD GMUNDEN 2020 .
Karl Kammerhofer 
(Gemeinderat in Gmunden)
www.report.arte77.at

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Köppl: Gmunden wird total transparent!
1. April 2013

Na, hamma doch so angekündigt haben tun, dass das eine Sensation sein wird tun, was wir melden tun.

Ja, richtig gelesen haben tunma! In Gmunden tut jetzt alles transparent werden tun. Weil nämlich der Köppl sich nicht länger nachsagen lassen tun will, dass die kleinen Bürgerleins nicht kapieren tun können, was sich so alles abspielen tun tut. Weil das ist ab sofort alles anders.

Das tut man schon bei den neuen Seilbahngondeln sehen tun. Weil die sind nämlich sowas von transparent, da tut man richtig reinsehen tun. Nicht so heimlich, wie bei den alten Gondeln, da was man nie sehen hat können, ob überhaupt wer drinnensitzen tun tut. Da hat man nur rätseln tun können. Bei den tollen neuen Gondeln, die was angeblich jetzt kommen tun werden tun, da tut rundummadum alles aus Glas sein tun werden. Transparenter tuts nicht gehen tun. Da sehen dann die Gmundner Bürgerleins viel besser, wieviel Turistileins in den Gondeln reingepfercht sein tun. Da tut man dann wenigstens wissen tun, wieviele man abseilen tun werden wird müssen, wenn die Seilbahn einmal hängen bleiben tun wird. Was natürlich nicht vorkommen tun wird, weil das eine ganz neue und unglaublich moderne Seilbahn werden sein tut. Klaro, tut ja auch ganz neu gebaut sein tun, wenn sie denn eines Tages gebaut sein worden tun wird.

Aber das tut gar nicht das Wichtigste sein tun. Weil die Seilbahn tätert schon ein wenig z’wenig sein tun. Aber die Gmundner ÖVP und der Köppl haben sich jetzt total der Transparenz verschworen haben getan. Da tunma nur noch staunen tun können, weil nämlich es werden jetzt alle Toiletten im Rathaus und überhaupt auch die anderen öffentlich Toiletten mit Glastüren ausgestattet werden tun, nämlich ned. Nicht mit Milchglas, wer das denken tun tut, tut den Mut der GÖVP unterschätzen tun. Die tun das radikal angehen tun. Klarglas! Perestroika (oder wie das Zeug heissen tut, das was die Russen trinken tun).

Das neue Motto tut nämlich sein tun: kein Scheiss bleibt vor den Gmundner Bürgerleins verborgen. Tunma die Scheisshäusln öffnen, vollen Blick in alle Klomuscheln. Keiner tut hier mehr Pipi oder Aa machen tun ohne öffentliche Kontrolle, gell! Weil das ist nämlich die wahre Transparenz. Da kennma keinen Schenierer. Und wer glauben tun tut, er kann sich einen tragbaren Vorhang mitnehmen tun und die Tür verhängen tun, solange er sein Gschäfterl macht, der hat sich sowas von täuschen getan. Da wird hart durchgegriffen werden tun. Da tun die Haberer von der Stadtpolizei kommen tun und nehmen die Vorhänge weg und kassieren den Gmundner-Transparenz-Durchsetzungs-Euro, der was aber fünf Euro kosten werden tun wird. Wegen der EU, die was das verlangen werden tut.

Weil es geht nämlich darum, dass die Gschäfterln durchsichtig werden tun und nicht undurchsichtig bleiben tun werden. Unbarmherzig werden die jetzt durchleuchtet. Jedes Bürgerlein kann jetzt bei jedem Gschäfterl zuschauen. Soviel Transparenz hat es noch nie geben tun. Jetzt werma erst merken tun, wie arg die Gschäftln zum Himmel stinken tun, weil natürlich tut auch ein grosses Loch in die Türen kommen, damit das alles ordentlich durchlüftet werden tun wird. Uiuiuiui, das wird a Gerücherl tun geben werden! Zum Himmel wird es stinken tun. Ned so wie jetzt, wo nix nach was riechen tut, gell! Ob die Gmundner Bürgerleins das aushalten tun werden: soviel Transparenz und offengelegter Geruch (Gschmäckle, wie die Schwaben sagen tun tun)???

Und damit es keine Geheimnisse mehr geben tun tut vor die Bürgerleins,tut der Asamer dann auch den Bürgermeister gleich selber machen tun. Damit klar sein tun tut, wie die Entscheidungen fallen tun tun. Franks Gesetz: Wers Gouild hod, schaufft aun (mir wissen schon, der Frank, der was aus der Steiermark nach Kanada und jetzt wieder nach Österreich gehen haben getan tut, und jetzt überall kandidieren tun tut, nur die Steuern, die tut er blöderweise nicht hier zahlen tun). Also: der Asamer tut den Bürgermeister gleich selber machen tun, damit alles klar sein tun tut und transparent. Dann kann keiner mehr sagen tun: der Köppl tut mit dem Asamer mauscheln. Weil dann tut der Asamer gleich mit dem Asamer mauscheln, der kurze Amtweg, und wenn einer mit sich selbst mauscheln tut, dann tuns alle wissen, und dann tut es kein Mauscheln mehr sein tun. Kapiert?

Weil das tut ja auch eine Verwaltungsvereinfachung sein tun, wenn der Asamer sich die Gmundner Grundstückln gleich selbst billig verkaufen tun tut. Und die Verhandlungen mit sich selbst gleich selber führen tun tut, und net erst vorher dem Bürgermeister alles erklären tun müssen tut, was ja auch Zeit brauchen tun tätert, bis der verstanden haben tun tut, was der Asamer wollen tut, dass der Bürgermeister tun wollen tut. Kapiert? Um 128 Euro den Kwadratmeter verkaufts der Asamer dann dem Asamer und keiner tut blöde Fragen stellen, weil der Asamer natürlich keine blöden Fragen stellen tun tut. Das tun nur die dummen Bürgerleins tun. Um 128 Euro Grund verkaufen tun, das tut der Asamer selber auch können, zwas tun ma einen Bürgermeister brauchen tun! Alles in einer Hand, One-Shop-Stop, wie die das jetzt nennen tun, alles transparent. Alles auf kürzestem Weg.

Was der Köppl dann machen tut? Na, der wird der Transparenz-Beauftragte vom Asamer werden tun und darf den ganzen Tag mit dem Küberl und dem Fetzerl kontrollierend durch Gmunden patrullieren tun und muss drauf schauen tun, dass alles schön sauber und durchsichtig bleiben tut. Und dass die Pöpsche auch schön artig abgewischt werden tun, damit da keiner mit ungewaschene Handerln aus dem Häusl gehen tut, weil man muss das rechtzeitig lernen tun, dass eine Hand die andere waschen tun tut, gell. Von Häusl zu Häusl die Glastüren reinigen tun, wisch und weg, und schauen, dass ja keiner was Intransparentes tun tut auf einem Häusl. Und immer eine Hand die andere, gell …

Demnächst werden dann die Privattoiletten in den Gmundner Haushalten verboten werden tun, weil das tut nicht gehen, dass die Politik sowas von total transparent werden tun wird, aber z’Haus scheisst sich keiner was. Oder tut sich was scheissen, aber tuts nicht herzeigen, weil er lieber intransparent seine Gschäftln verrichtet. Aber das mit dem Verbot der privaten Scheisserei der normalen Bürgerleins hamma heuer ned durchsetzen tun können, das tut erst nach der näcshten Wahl kommen tun. Versprochen! Da tut sich der Köppl drum kümmern tun. Weil es tut nix über Transparenz gehen tun.

Tschüss!

Das Team Gmundl tut viele Eier unter der Schneedecke wünschen!

Ein Kommentar aus dem Jahr ????
24. März 2013

Heute tunma mal raten tun. Von wann dieser Kommentar sein tun tut. Da werden sich ein paar Leute freuen tun, dass es diesmal so leicht zum Lesen werden sein tun wird tun. Weil wir tun nämlich was nachdrucken, was schon einmal wo erschienen sein tun tut. Wir haben es auf der Homepage des Gmundner Schriftstellers Michael Amon finden haben tun, der was viele Kommentare für österreichische Zeitungen schreiben tun tut und die auch oft auf seine Homepage stellen tut, wo wir sie dann finden tun können tun. Und darum, weil er sie eh schon dorthin gestellt haben tun tut, tunma uns erlauben, einen speziellen Kommentar hier nochmals reinstellen zu tun in diesen Blog. Weil mir tun uns schon fragen tun, wo der das alles erlebt haben tun tut. Aber vielleicht tut den Gmundner Bürgerleins einfallen tun, ob ihnen da irgendwas bekannt vorkommen tun tut. Gell. Und tunma nicht wieder glauben tun tun, dass der Amon zum Team Gmundl gehören tun tut. Tut er nicht tun. Aber mir haben ned soviele Autoren in Gmunden, die was man kennen tut und die was auch was Politisches schreiben tun wollen tun können. Darum tunma ihn zitieren tun tun.

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Small is ugly

GASTKOMMENTAR VON MICHAEL AMON (Die Presse)

Alles, nur keine zusätzliche Macht für Ortskaiser, das käme nämlich ziemlich teuer!

Franz Schellhorn stellte letzten Sonntag die vielen Verwaltungsebenen in Österreich zu Recht infrage. Bloß das Heilmittel, das er vorschlägt, ist von zweifelhafter Qualität: „die Landesregierungen samt angegliederter Verwaltungsapparate auflösen und deren Aufgaben den Gemeinden übertragen“. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht! Ich lebe seit ein paar Jahren abwechselnd in Wien und in einer Bezirkshauptstadt und staune immer wieder, was in manchen Gemeinden „am Land“ wie abläuft. Ja, auch in Wien oder auf Bundesebene gibt es zweifelhafte Vorgänge, sind Korruption und Durchstechereien von Seilschaften nicht auszuschließen. Aber grosso modo funktioniert die Kontrolle durch die überregionalen Medien (dass die Justiz nicht immer agiert, ist ein anderes, trauriges Kapitel). Ein dauerhaft korrupter Minister ist undenkbar. Wenn Ungereimtheiten auftauchen (BUWOG, KHG), wird das öffentlich – und auch die Beschuldigten können sich zur Wehr setzen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Auf dem Land dagegen wuchern die Gerüchte, mal zu Recht, mal zu Unrecht. Es bleibt ein schaler Geschmack, aber offen auf den Tisch kommen die Dinge nicht.

Berlusconismus in Österreich

Auf Gemeindeebene läuft eben vieles anders. Von der Grundidee, dass Gemeinden besonders nahe am Bürger agieren, ist nicht viel übrig geblieben. Welcher Bundespolitiker würde sich trauen, so über Bürgerinitiativen „drüberzufahren“, wie es in vielen Gemeinden bis heute üblich ist? Würde ein Minister so ausrasten wie vor ein paar Jahren der Bürgermeister der OÖ Gemeinde Pasching, dann müsste er sogar in Österreich seinen Hut nehmen. Es dauerte Jahre, den Paschinger Bürgermeister anzubringen. In manchen Bundesländern wird das Problem durch Direktwahl und demokratiefeindliche Amtsperioden von fünf oder sechs Jahren (OÖ) zusätzlich verschärft. Da schießen Ortskaiser geradezu zwangsläufig ins Kraut.

Bürgernähe heißt in vielen Gemeinden: Eine kleine Clique von wirtschaftlich einflussreichen lokalen Unternehmern kapert die Politik, um ihre persönlichen Interessen durchzusetzen. Der Berlusconismus ist auf lokaler Ebene längst in Österreich angelangt. Mächtige Unternehmer haben ihre Leute im Gemeinderat sitzen und halten sich den Bürgermeister, der dafür die Kassen im nächsten Wahlkampf gefüllt bekommt. Die Grundstücksspekulation blüht begleitet von freundlichen Umwidmungen, die zu wundersamen Wertzuwächsen für die Spekulanten führen. Wo es nicht ums große Geld geht, in den ganz kleinen Gemeinden, da ist man so bürgernah, dass man nicht mehr Nein sagen kann, wenn man mit den Spezln am Stammtisch sitzt – da werden fröhlich Lawinenhänge verhüttelt und Hochwasserzonen zu Bauland gemacht. Ganz ohne Korruption, weil man halt unter sich ist und es sich mit den Freunden nicht verscherzen will.

Die lokalen Medien lassen als Kontrollinstanz aus. Entweder sind sie fest in den Händen lokaler Machthaber, oder die Verquickung zwischen Lokalpolitik und Lokalzeitung ist so groß, dass nur Redakteure mit Hang zum Selbstmord sich einem lokalen Aufdeckungsjournalismus verschreiben würden. Da wirken sogar die Landesstudios des ORF wie Vorposten des kritischen Journalismus, die Interventionen im ORF auf Bundesebene sind lächerlich verglichen mit der affirmativen Haltung lokaler Medien. Auf Landesebene üben die großen Regionalzeitungen ein Mindestmaß an Kontrolle aus, auf Gemeindeebene ist ihnen das aus Platzgründen und Mitarbeitermangel verwehrt.

In den ganz kleinen Gemeinden geschieht vieles deshalb, weil die Nähe zu groß ist. Da geht es um die erwähnten Freundschaftsdienste. In den größeren Gemeinden stellt sich das Problem krasser dar: Sie sind so klein, dass Geschäftemacher und Politiker einander nicht nur persönlich noch gut kennen, sondern auch auf vielfältige Art miteinander verwandt und verbandelt sind. Gleichzeitig aber sind sie bereits so groß, dass der Normalbürger die Verquickungen nicht mehr mitbekommt. In diesem Biotop gedeihen „Gefälligkeiten“ und Korrumpierung. Immer bekommt der örtliche Architekt, längst berüchtigt für seine hässlichen Kisten, die Aufträge. Sein Bruder hockt im Gemeinderat, sein Schwager im Gestaltungsbeirat. En passant wird der Forstweg zur Jagdhütte des Bürgermeisters gratis asphaltiert. Der denkt dafür seit Jahren nicht daran, gegen ein als Schafstall deklariertes Wohnhaus eines ortsbekannten Grundstücksspekulanten rechtlich vorzugehen.

Lokale Oligarchen

So weit eine zufällige Auswahl von Beispielen aus verschiedenen Gemeinden. Meine persönliche Erfahrung sagt mir inzwischen: Small is ugly. Man muss oft froh sein, wenn man auf dem Rechtsweg aus dem Entscheidungsbereich von Gemeinde oder Bezirkshauptmannschaft heraus und auf die Landesebene kommt, auf der endlich rechtskonform und nicht nach den Interessen der lokalen Oligarchien entschieden wird. Wenn schon abschaffen, dann Ebenen unterhalb der Landesverwaltung. Für die rein lokalen Angelegenheiten könnte man Einrichtungen wie die Magistratischen Bezirksämter schaffen und die Bezirkshauptmannschaften auflösen. Die Mitsprache der Bürger bei lokalen Angelegenheiten könnte nach dem Muster der Wiener Bezirksvertretungen geregelt werden. Die daraus resultierende größere Machtzentrierung auf Landesebene kann durch Ausbau der Bürgerrechte und Verkürzung der Legislaturperioden auf vier Jahre beschränkt werden. Gleichzeitig wird durch diese Zentralisierung die Kontrollmacht der Regionalmedien gestärkt. Alles, nur keine zusätzliche Macht für Ortskaiser, das käme nämlich ziemlich teuer!

Michael Amon lebt als freier Schriftsteller in Wien und Gmunden. Zuletzt erschien von ihm „Und sie lügen doch“ bei Molden.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 12.06.2010)

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Gell! Da tunma mit den Ohren wackeln und mit den Knien schnackeln. Aus dem Jahr 2010 tut dieser Artikel sein tun. Tut sich ned viel geändert haben tun. Eher im Gegenteil. Ein bisserl profetisch der Kommentar, wennma uns dieser Tage so in Gmunden umschauen tun tun.Mir tunmir nämlich nicht mehr aus dem Staunen herauskommen tun tun.

Darum werma demnächst weiter über den Asamer berichten tun tun. Und was sich da so abspielt und was echt ein Wahnsinn sein tut hier in der Gemeinde. Aber wenigstens die Seilbahn tut jetzt kommen tun tun. Da haben auch schon viele Angst haben tun, dass die lieber eine Strasse hinauf bauen tun lassen tun, als eine Gondelbahn. Auch wenn viele der alten Seilbahn nachweinen tun werden tun. Weil die viel gemütlicher gewesen haben ist. Aber lassma uns überraschen. Vielleicht tuts eine schöne Seilbahn werden tun. Und dann werma ausprobieren, ob der Gestank, der was aus manchen Ecken in Gmunden herauskommen tun tut, auch oben bei der neuen Seilbahn-Bergstation noch zum Riechen sein tun werden wird. Da samma jetzt schon gspannt sein tun.

Tschüß!

Mir tun ein gutes neues Jahr wünschen tun!
1. Januar 2013

Mir haben eine kleine Pausen machen getan. Wegen des Weihnachtsfriedens. Obwohl sich den manche nicht verident haben tun, gell! Die gehörerten jeden Tag an den Ohrwascheln gezogen werden, und täterten dann Ohrlappern haben tun wie ganze Elefantenohren. Da würdert sich so mancher Politiker hier in Gmunden dauernd auf die eigenen Ohrwascheln steigen tun, wenn wir den immer dran ziehen könnterten, wenn es nötig sein tätert.

Also wir tun jetzt allen unseren Leserinnen und Lesern was Gutes wünschen tun fürs nächste Jahrl, gell! All unseren Freundinnen und Freunden, die was uns immer loben tun, tun wir versprechen tun, dass mir uns ned bessern werden, weil das nämlich manche gern sehen täterten, dass mir uns „bessern“ tun und nix mehr schreiben tun und das Maul halten tun. Werden wir aber nicht tun tun, gell! Und beim Stil werma auch bleiben tun, auch wenn er manchmal mühsam zum Lesen sein tut. Was tutst denn glaubne, liebe Leute, wie sauschwer der erst zum Schreiben tun ist! Na, eh ned. Mir tun uns leicht tun, weil mir tun jetzt schon die Übung haben. Wenn alle brav und fleissig den Gmundl lesen tun, dann tuns auch genug Übung bekommen tun, und es tätert ihnen was abgehen tun, wenn mir plötzlich nicht mehr so schreiben tun täterten, gell!

Also: noch ein paar schöne Tage verbringen tun und dann tuts neue Taten von uns geben tun. Mir hören ned auf. Ned 2013. Und a ned 2014. Gell. Weil das tun wir unseren Leserleins schuldig sein tun. Solange die da in Gmunden und Umgebung so viele Scheisse tun bauen tun, tun mir weitermachen tun! Versprochen!

Das Team Gmundl

Höhere Mathematik & das 100-Millionen-Ding
16. Juli 2012

Liebe Leute, es freut uns vom Team Gmundl sehr, dass ihr schon in den frühen Morgenstunden unseren Blog gestürmt habt. Ist echt nett. Aber mir waren noch ned so weit, dass wir online gehen hätterten können und wollen. Weil nämlich schreiben müssen wir den Blog auch. Ned nur ausdenka. Nach der grossen Hitze war durchatmen angesagt, gell! Tief Luft holen, aber auch weil nämlich die Rechenkünste von unserem Herrn Gmunden-Bürgermeister atemberaubend sind. Der Mann hat sich für viel, viel Höheres qualifiziert als nur BM einer kleinen Stadt an einem glücklichen See zu sein. Vielleicht hat er aber nur einen grossen, verkannten Mathematiker, ein echtes Zahlengenie in seinen Beraterreihen. Wissma net. Weil so richtig vorstellen könn ma uns das nicht, dass der Herr BM nächtens mit dem Bleistift hinterm Ohr über Zahlenkolonnen brütet und tüftelt, rätselt, rechnet, radiert, dazukritzelt, potzblitz erkennt und so am End ganz Gmunden rettet.

Daher einmal hier diese wunderbare Aufstellung zu den Kosten des Strandbades, also genau gesagt: den verschiedenen Kosten, je nachdem, was man mit dem Bad so machen will. Ist aus der letzten ÖVP-Zeitung, die den Gmundnerinnen und Gmundnern vorige Woche ins traute Heim geflattert ist, folglich auch ins traute, punkig renovierte Heim vom Herrn Gmundl.

Rechenkünste

Erinnert den Herrn Gmundl daran, wie einst der schwächste Rechenknecht der Klasse nach vielen Jahren den Matheprofessor wieder trifft. Der Prof voll abgesandelt, neben die Schucherln, unsere Mathe-Niete im Nadelstreif aus dem Aston Martin aussteigend. Der Prof entsetzt: „Wie geht das? Du warst in Rechnen das und der Letzte.“ Unser Nadelstreif-Antimathe-Kollege locker: „Rechnen muass ma können. Ich kauf um 100 Euro ein, schlag 20 Prozent drauf, macht 200. Und von die zehn Euro Differenz leb ich.“ Gerüchten zufolge ist unser ehemaliger Matheprof daraufhin mit unbekanntem Ziel emigriert und wurde nie wieder gesichtet. Der Herr sei Köppls Mathelehrer gnädiger. Weil nämlich jeder, der net angsoffen ist, schnallt, dass die Rechnung, die der Köppl in seiner Parteizeitung veröffentlich hat, irgendwie einen neuen mathematischen Kosmos erschließt, aus dem Nichts neu schafft. Wahrscheinlich habens im Brandl tschechert, und die Berechnung ist auf einer Servietten gmacht worden. So wie angeblich schon bald die Steuererklärungen, wenn wir erst einmal die Flachsteuer haben, an die aber nur ein paar Flachköpfe glauben.

Aber guat. Wir wollen uns jetzt net weiter über das Köppelsche KO-Axiom (siehe Blog von voriger Woche) den Mund fusslig plappern. Zahlen, Zahlen, Zahlen – ist das Motto, zumindest für uns arme, gepeinigte Steuerzahler. Ziffern, Ziffern, Ziffern also, die für uns einen leeren Geldbeutel bedeuten. Ausgsackelt. Aber wurscht. Der Köppl rechnet uns allen Ernstes vor, dass die Therme die billigste Plantschbeckenvariante ist. Rechnen muass ma eben können, und das kann er, der Herr BM. Noch nie war Mathe so einfach. Aufsteigen auch mit Fleck. Die Tabelle da oben wird zur Pflichtfrage für alle Matura-Prüflinge in Gmundner Gymnasien, HAKs etc.

Es is nämlich so: die rechnen einfach den Investitionskostenanteil der Stadt nicht in den Gesamtabgang hinein. Motto: die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten ins Töpfchen. Nur der jährliche Abgang, der sich aus dem Betrieb des Bades ergibt, wird in den Gesamtabgang über 25 Jahre reingerechnet. Die Investitionskosten nicht. Schwuppdiwupp, schon kostet die Therme die Stadt Gmunden exakt null Euro. Das nennte man eine echte Nullnummer.

Dabei weiss natürlich jeder auch nur viertelbegabte HAK-Matura-Aspirant, dass da viel mehr Kosten anfallen: weil es muss nämlich auch den Investitionsanteil wer brandeln, nämlich ned, auf den Tisch des Hauses legen, hinblatteln. Auch sollte man nicht vergessen: die Gemeinde schenkt das gesamte Strandbad samt Grundstück der Thermen-Holding. Kostet zwar kein Bargeld, aber Volksvermögen und macht die Gmundner Einwohner ärmer. Würde man das nämlich verkaufen, würde eine Menge Geld in der Kasse klingeln. Ist also auch als Abgang anzusetzen. Wenn man dann noch die Renovierungskosten fürs alte Strandbad und die Errichtungskosten für ein „normales“ Hallenbad a weng z’hoch ansetzt, dann kostet alles viel, viel Geld, nur die Therme kostet nullnix. Totalnull. Siehe ÖVP-Zeitungsausschnitt oben. Wie gesagt: a echte Nullnummer.

Weil wir haben nämlich mit ein paar Professoren der Mathematik und einigen Kaufleuten der HAK gesprochen, die nicht im Köppelschen Expertenteam für höhere Kommunalmathematik und angrenzende Grenzwissenschaften sind. Die rechnen ganz anders (und a paar verweigern die Aussage, die welche was ein einschlägiges Parteibiachl haben, die wollen sis net verscherzen, weil der BM kann schon ganz gwaltig grantig werden, rotes Kopferl, laute Stimme, ungsund!). Dabei hat uns der Oberprofessor Zeilinger, jawoll, der mit der Quantenverschränkung, versichert, dass die mathematischen Grundrechenarten im ganzen Universum gültig sind. Wo auch immer ein Lichtquanterl oder ein Bürgermeisterl (welches manchmal auch nur ein ganz kleines Lichterl, folglich Quanterl ist) herumschwirrt im weiten Universum. Möglicherweise aber geltens in Gmunden vielleicht doch nicht, die Wissenschaft hat das noch nicht geklärt, aber darum meidet der Zeilinger, welcher ein ordentlicher Professor ist, die Stadt und ist lieber nebenan in Traunkirchen mit seinen Tagungen und Vorträgen. Er traut der Neuen Gmundner Mathematik scheinbar nicht und will hier vermutlich auch gar nicht forschen. Weil unheimlich ist das schon, wenn hier im Dorf die Mathematik nicht mehr gilt. Die Quantenmechanik auch net. Nämlich. Weil hier in Gmunden eben alles ganz anders läuft. Obwohl so einen schönen Tunnel wie den in Genf, den CERN, hättma da auch bauen können. Unterm See, unterm Traunstein. Weil was ein echter Gmundner Politiker ist, der liebt den Tunnelbau. Blöd nur, dass im Tunnel vom CERN kane Autos reinlassen. Die sind angeblich zu gross. Weil dort dürfen nur kleine Teilchen rein, die Higgs-Teilchen, welche was in Gmunden Hicks-Teilchen heissen, nach dem Geräusch, was ma alle paar Sekunden macht, wenn ma sein Brandl-Quantum intus hat.

Na guat. Hier also die Tabelle, wie sie das Team Gmundl bei einigen kühlen Drinks und unter Zuhilfenahme riesiger Rechenzentren und unzähliger einheimischer Experten und Rechenkünstler, die keiner Parteizentrale, sondern nur der Zahl Pi und dem Café Brandl verpflichtet sind, erstellt hat:

Strandbad Hallenbad Therme
Gesamtinvestition 250.000 10,0 Mio. 30 Mio.
Anteil Stadt 250.000  6,5 Mio. 10 Mio.
jährlicher Abgang
ungedeckte
Betriebskosten
150.000 400.000 0
Abgang 25 Jahre ohne
Investition
3,75 Mio. 10,0 Mio. 0
zuzüglich
Investitionen
0,25 Mio. 6,5 Mio. 10,0 Mio.
Wert des verschenkten
Strandbades+Grund
0 0 20,0 Mio.

GESAMTKOSTEN

4,0 Mio. 16,5 Mio. 30,0 Mio.

Jo, jetzt schauma mit die Augerln. So ist es nämlich, dass die uns ganz schön verarschen mit der Neuen Gmundner Mathematik, nämlich net. Wird nix werden mit UNI-Stadt, wenn sich die KO-Mathematik durchsetzt. Weil nämlich die keiner ernst nimmt. Ausserdem wurde bei den Zahlen schon recht freimütig geschätzt. Die Renovierungskosten vom Strandbad sind total überdreht. Aus erster Hand, nämlich aus den Fingern gesogen. Jeder, der nämlich net voll deppert ist, braucht sich nur im Strandbad umschauen. Der wird nix finden, was vier Mille Renovierungskosten verursacht. Die Investitionskosten für ein neues Hallenbad sind genauso übertrieben und viel zu hoch angesetzt als wie was der jährliche Verlust ist. Nämlich net. Rechnen muass ma können, wie unserer Aston-Martin-fahrender Exkollege und Mathe-Genie (ist der eigentlich im Köppelschen Mathe-Erneuerungs-Team mit von der Partie?) zu sagen pflegt.

Liebe Leut! Wie haltet ihr es mit der Neuen Mathematik? Sollte Gmunden nicht beizeiten dran denken, einen Köppl-Mathe-Gedächtnis-Lehrstuhl zu sponsern? Vielleicht am Parkplatz vom Strandbad. Mathematiker aus aller Welt werden einfallen wie sonst nur Heuschrecken und Investmentfonds. Guat, die letzteren haben es im Moment ned eilig, die machen einen grossen Bogen um Gmunden, weil der Asamer sie dauernd um Geld für das glückliche Hotel anschnorrt, wofür sie aber so überhaupt ka Lust haben, was Bares auf den Tisch zu legen. Weil Hotels in Gmunden gehn net, sagen die. Die Gmundner Hotels gehn net, die stehn nur herum und verwandeln sich dann auf einmal, schwuppdiwupp, in Wohnungen und Appartments. Das dritte Gmunder Immobilien-Unschärfegesetz, ein Nebenzweig der Quantenmechanik und ein Sonderfall der Heisenbergschen Unschärferelation: wenn man nicht hinschaut, isses a Hotel, kaum guckt ma drauf, isses womöglich ein Appartmenthaus. Aber man kann nie vorhersagen, was es bei der Endabnahme wirklich sein wird.

Klaro. Ein paar nichtmathematische Fragen sind noch offen. Etwa die, was denn eigentlich ein Thermenbad in Gmunden von einem hundsordinären Hallenbad unterscheidet, oder wie das so ist mit dem Grundstück vom Strandbad, das die Stadt herschenken will. Damit wollen wir uns im nächsten Blog beschäftigen. Leider muss auch die Enthüllung des 100-Millionendings noch einmal aufgeschoben werden, weil nämlich der Platz nicht reicht wegen der vielen Mathematik. Aber keine Sorge: das Geheimnis wird bald gelüftet und folgt einem wesentlich einfacheren Mathe-Modell, einem von der alten Schule. Weil, rechnen muass ma können, gell!, und ein herzliches nämlich net bis demnächst.

Therme, Alte, Jugend
25. Juni 2012

Haaaasss war’s. Das Team Gmundl hat sich eine kurze Pause gegönnt und war splitternackert im Weissenbachtal baden. Wir Mäderln und Buberln quer durcheinander. In aller behördlich vorgeschriebener Unanstössigkeit. Eh klar. Obwohl: komisch ist es schon – überall lauern Schendarmen, welche es nimmer gibt, weil jetzt alle Polizisten sind. Die lauern, damit die Nackerten nicht die Gelegenheit ergreifen … – dabei jammern doch alle, dass es zu wenig Kinder gibt im Land. Angeblich ist es dort früher, bevor die behördlichen und amtlich ermächtigten FKK-Experten tagten, unheimlich wüst zugegangen. Wildfremde Menschen sollen einander sexuell beglückt haben. Gschnackslt habens – auf gut oberösterreichisch. Ohne Trauschein angeblich. Wo komma da hin. Und quer durcheinander auch noch. Swinging Weissenbachtal. Hier ist nur der Marsch erlaubt, nix swingin‘ Salzkammergut. Blasmusik schon, aber, stammel, stotter, doch nicht so.

Jedenfalls haben die Nackerten die spechtelnden Ortsansässigen unglücklich gemacht (weil sie nicht mittun haben dürfen?). Wenn der Nachbar seine Frau und die Kinder verprügelt, da schaumma fest weg. Da kommt keine Polizei, weil sie keiner holt. Aber wehe ein paar Nackerte fallen übereinander her, in Gottes freier Natur … Vielleicht sollte man es nur ohne Gummi und so erlauben, weil dann erholert sich die Bevölkerung zwar nicht vom Schock aber vom Pillenknick (siehe weiter unten über den Mangel an jungen Leuten).

Auf jeden Fall war es gemütlich, nackert, ruhig. Wenn jetzt auch noch die vielen Aufsichtsorgane, die überall herauslugen wie erregte Geschlechtsorgane, wenn die jetzt auch noch verschwinden täterten, weil schliesslich nichts geschehen tut, dann wird es erst richtig lustig. Wenn Sie also ein paar fröhliche Nackerte im Weissenbachtal sehen, könnte sein, dass wir vom Team Gmundl mitten unter ihnen sind. Aber nicht jede oder jeder Nackerte ist bei uns dabei, gell, sondern nur ein paar davon. Das ist die nackte Wahrheit!

Aber eigentlich wollte der Herr Gmundl über was ganz was anderes schreiben. Darüber, dass in den OÖN der Brandner (den wir sehr, sehr lieb haben, weil er unsere Welt retten will, das ist ohnedies total über drüber super ok, also nicht kränken, Herr Edmundl, ist nicht bös gemeint), also der Brandner hat darüber gejammert, dass die Stadt stirbt, wenn es keine Jungen mehr gibt. Da hat er schon irgendwie recht, der Edmundl. Blöd nur, dass zwar in Gmunden zu wenig junge Menschen leben, auf der Welt insgesamt aber die Menschheit eher ausufert. Z’viel Leute, egal ob jung oder alt. Wenn wir jetzt in den Industrieländern auch wieder anfangen, uns unkontrolliert zu vermehren, na Mahlzeit! Oder eigentlich: nichts mehr mit Mahlzeit. Weil uns das Futter ausgeht. Die Energie. Die Rohstoffe. Müsste ein Klimamönch eigentlich wissen. Aber vielleicht weiss er es ohnehin. Mehr junge Leute werden es in Österreich jedenfalls nicht mehr werden. Was vielleicht kein echter Schaden nicht ist, denn die, welcherne es gibt, haben es  schon schwer genug. Die sind vom Leben gezeichnet, bevor sie es noch richtig beginnen haben können. Wir sagen nur: Generation Praktikum. Und von dort gleich in die Generation Prekär. Prekär bleibt es dann auch bis zur Rente mit 75.

Klar wollen wir vom Team Gmundl auch gern, dass die Jungen, was wir ja selbst sind, sich Wohnungen leisten können. Aber mehr werden, das werden mir net mehr werden. Die Welt wird sich daran gewöhnen müssen, dass es irgendwann mehr ältere Leute gibt als junge. Das nennt man Zivilisation. Die Barbaren sind jung gestorben. Da gabs keine alten Leut. Wer nicht am Blinddarm verreckt ist, den hat der Säbelzahntiger erwischt, sobald man nicht mehr hatschen hat können. Also wollen wir keine Barbaren nicht sein. Wir wollen alle lang leben. Nur alt werden will keiner. Ist nicht von uns, vom Team Gmundl. Hat irgendein Filosof geschrieben. Name vergessen. Als ob ältere Leute keine Zukunft hätten. Die Aussage ist einfach Quatsch. Es gibt ohnedies genug junge Leute. Wir lassen sie nur nicht ins Land. Wir lassen sie hier nicht arbeiten. Und von wegen: wir geben nicht einmal den Jungen, die jetzt schon hier herumhocken, genug Arbeit und ein ordentliches Einkommen. Von Spanien oder Griechenland oder Portugal wollen mir gar nicht reden. Wenn mir die so dringend brauchen täterten, dann könnten wir sie holen. Tut aber keiner.

Wir brauchen kein Lacus Felix-Hotel. Bringt nur Billigjobs für Ostblöckler. Die Wette gilt!

Wir brauchen gute Jobs mit guter Bezahlung. Egal ob für alt oder jung. Für alle. Und da schauts mies aus. Verdammt mies. Bei der Gasche, die manche von uns bekommen, können sie sich nicht einmal das Wohnen in der Jugendherberge leisten. Da bleibt nur Hotel Mama. Generation Nesthocker. Wer rausfällt, bleibt über. Den klaubt keiner auf. Leitartikel schreiben ist klass. Klaro. Und leicht. Auch klaro. Sich einschränken, weil man dafür bezahlt wird: leiwand! Alle hacknstadn spanischen Jugendlichen macherten sofort auf Klimamönch, wenn sie dafür den Journalisten-KV kriegen bekommen täterten. Da schnallen sie sofort den ökologischen Gürtel enger. Weil jetzt habens nicht einmal einen Gürtel, und wenn, dann ist er schon auf null geschnallt. Die dampfen aus purer Verzweiflung CO2 aus jeder Pore. So ist es nämlich, Nudlaug! Also bitte nicht sudern über zu wenig Junge im Ort. Sondern schreiben: warum die Post zusperrt, die Züge saumässige Fahrpläne haben, die Spitäler „sparen“, die Gerichte sperren. Warum wir Milliarden für die Banken haben, und ein paar Mille für die Unis fehlen. Statt sudern, den jungen Leuten, die noch da sind, effektiv helfen. Muss halt die Gemeinde ein paar von den Millionen, die offenbar überall und überflüssig herumkugeln (Seilbahn, Bad, Hotel, 127-Euro-m2-Preis-Grundstück für Hrn. Asamer), herüberwachsen lassen. Zu den Jungen. Zu den Alten. Zu all jenen, die sich das Wohnen in Gmunden nicht leisten können – unabhängig vom Alter. Weil obdachloses Frieren im Winter ist keine Frage des Alters, sondern eine soziale Frage.

Eigentlich wollte der Herr Gmundl diesmal auch noch über die Therme schreiben. Aber was er da gehört und gelesen hat, das ist sowas von nämlich grenzwertig, so unbeschreiblich dämlich, dass er noch darüber nachdenken muss. Er weiss nämlich nicht: sind die so dumm oder stellen sie sich nur so dumm? Die was ihm das von der Therme und deren Finanzierung erzählen. Entweder schmettern die fröhlich ihren Blöd- und Flachsinn in die Welt hinaus und denken sich nichts dabei, oder sie denken sich was dabei, was eigentlich noch ärgererer wär. Nämlich ned! Auf bald – entweder nackert im Weissenbachtal oder wie auch immer vor dem Bildschirm bei unserem kleinen Blog, den was jetzt immer mehr Leutln lesen. Was uns wiederum glücklich macht, wenn wir sehen, dass es die Leute glücklich macht. Wenn wir in Gmunden die Menschen mit dem ganz speziellen Gmundl-Grinser auf den Lippen sehen, wie sie sich unsere WEB-Adresse zuflüstern, da wissen wir: das sind Gmundlianer. Da setzen wir selbst auch den Gmundl-Grinser auf, den speziellen. Und empfehlen Sie unseren Blog bitte weiter!

Und was wir noch sagen wollten: in den Postings von den Nachrichten (ja, ja, die OÖN), da treibt sich ein gewisser Garfield herum. Der sagt es den Gmundnern rein, fast so wie der Herr Gmundl. Wieso werden wir den Verdacht nicht los, dass da einer von den Nachrichten selbst die Sau raus lässt? So ganz ohne Rücksicht auf Redaktionslinie und so. Schreibt mächtig lustige Kommentare. Der Edmundl wird doch nicht gar heimlich einen faulen, gefrässigen Kater, der auf die CO2-Bilanz pfeift, zum Vorbild haben und ganz still und heimlich, nach Dienstschluss, ausserhalb des Journalisten-KVs, ganz ohne Pinke, mal Klartext schreiben und genüsslich CO2 verprassen? Also, wenn der Edmundl der Garfield ist, wir verpfeifen ihn nicht. Er soll es für sich behalten und weiterhin  online garfieldmässig herummosern. Wegen dem Spass und wegen der Wahrheit. Die ist nämlich nicht nur eine Tochter der Zeit (Khol, ÖVP), sondern auch eine Cousine der Notwendigkeit.

Ankündigung: Demnächst also die Therme. Ein paar Fragen zur Seilbahn und den Millionengeschäften, die rund um sie gemacht werden. Mei, freuen wir uns schon auf diese kommenden Blogs. Da wird kein Auge trocken bleiben.

Geschäfte mit der Öffentlichkeit
13. Mai 2012

Das „Team Gmundl“ hat eine kleine Pause eingelegt. Aber jetzt sind wir wieder da. Mit Wucht und Bravour gleich mal in die Vollen. Und niemand soll glauben, das sei unaktuell. Die nächsten Folgen einer kleinen Fortsetzungsstory (Titel: Auch Gmunden hat seinen Karl-Heinz) sind schon recherchiert, nur noch ein paar stilistische Feinheiten, und ab gehen die Blogs in den nächsten Wochen. Beginnen wir’s wieder!

Also: Der den Sozialdemokraten nahestehende Schriftsteller Michael Amon, der zeitweise auch in Gmunden lebt, hat in der Online-Ausgabe der OÖN einen Bericht über das AMS kommentiert. Ist zwar schon ein Zeiterl her, aber nicht uninteressant und noch immer hochaktuell, was Amon schreibt – und noch interessanter, was er nicht schreibt. Aber davon weiter unten.

Hier der Bericht der OÖN (15. 2. 2012):

LINZ. Im Großraum Linz und in Teilen Niederösterreichs testet das Arbeitsmarktservice (AMS) eine ungewöhnliche Kooperation. Die gemeinnützige Personalüberlassung Tandem soll mit gewerblichen Leiharbeitsfirmen Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung bringen.

Funktionieren soll das so: Tandem bekommt von mehreren AMS-Geschäftsstellen (in Oberösterreich aus Linz, Wels, Traun und Steyr) langzeitbeschäftigungslose Menschen zugewiesen. Das setzt eine Arbeitslosigkeit von sechs bzw. von zwölf Monaten voraus. 1700 Personen sollen das im Projektzeitraum bis April 2013 sein. Diese sollen von Tandem mit Kurzschulungen oder Praktika auf einen Arbeitseinsatz vorbereitet werden. 60 Prozent oder rund 1000 Arbeitslose sollen über Personalleasing wieder in einem Job Fuß fassen.

Hier kommen die gewerblichen Überlasser ins Spiel: Sie sollen ihre Marktkenntnis einbringen und die schwerer Vermittelbaren ihren Kunden mit ihrem Personal anbieten. Diese Verleiher kassieren eine Prämie, wenn die Arbeitslosen mehr als drei Monate in einem Vollzeitjob landen.

Für die Beschäftigerbetriebe, die den Arbeitsuchenden eine Chance geben, sind die Tarife viel billiger – um bis zu 40 Prozent. „Wir zahlen den Vermittelten den arbeitsplatzüblichen Lohn. Die Differenz zum billigeren Überlassungstarif ist die Förderung des AMS“, sagt Tandem-Gründer Hermann Zemlicka. 18 Leiharbeitsfirmen haben in den ersten Wochen des Projekts eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben.

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Und hier das Posting von Amon:

Verrücktheit
Schwer vermittelbare Arbeitslose über Leasingfirmen wieder in Arbeit zu bringen und dabei ordentlich mitzuschneiden ist abartig. Wer erfindet so etwas? Meines Wissens arbeitet das AMS tagtäglich mit Leasingfirmen eng zusammen. Wozu einen zusätzlichen Vermittler dazwischen schalten? Und: Personalvermittler müssen ihr Angebot paßgenau auf die Beschäftiger zuschneiden, um im umkämpften Markt zu bestehen. Über diese Schiene benachteiligte, unvermittelbare Personen in Arbeit zu bekommen, ist eine Illusion. Dem AMS hat minimalste Mittel für individuelle aktive Arbeitsmarktpolitik. Mehr als ein Monat 100% und 3 Monate 40% der Lohnkosten sind normal nicht drin. Warum also „füttert“ man Kurse der Aufsichtsratsmitglieder (BFI, WIFI) oder gar so zweifelhafte Firmen wie „Tandem“, die selbst so gut wie ausschließlich prekäre Arbeitsverhältnisse anbietet? Und seit wann ist eine GmbH gemeinnützig???
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Was Amon nicht schreibt (mit Rücksicht auf einen Parteifreund?): Die Firma Tandem gehört einem Gmunder SPÖ-Gemeinderat, dessen Geschäftsmodell offenbar darauf beruht, sich immer möglichst in der Nähe offener öffentlicher Hände herumzutreiben. We are only in it for the money? Gemeinnützig ist da in der Tat gar nichts. Der Herr hat auch ein paar zigtausend Euro von der Stadtgemeinde kassiert für irgendeine Studie zu UNI-Fragen. Jetzt hat er das Geld, und wir ka UNI. Wo der Mann uns doch einst schon prophezeit hat, dass innerhalb von fünf Jahren 800 Studierende Gmunden stürmen und gleichzeitig pro Kopf ein paar Tausender Studiengebühren hinblattln würden. Wie man weiss, sind es nicht ganz so viele geworden. Aber man wird sich ja noch verschätzen dürfen. Echt pervers: da kämpfen die SPÖ und ihre Jugendorganisationen gegen die Studiengebühren, wollen die Reichen besteuern, und die Gmundner SP hat nichts anderes zu tun, als von unleistbaren Studiengebühren zu träumen. Und jene Reichen nach Gmunden zu locken, die sie eigentlich besteuern will. Aber vielleicht ist das nur eine besonders listige Form, den Gstopften das Geld aus der Tasche zu leiern. Aber so listig, das zu schnallen, sind die Geldsäcke schon lang. Sonst wären sie keine Geldsäcke geworden. Huhu, SP-Gmunden, aufwachen! Weckruf!
Man sollte auch nicht vergessen, bei dem famosen Tandem-AMS-Modell darauf hinzuweisen, dass auf diese Weise der Konkurrenzkampf innerhalb der personalbereitstellenden Firmen gehörig angefeuert wird, und zwar in Form der Lohndrückerei durch die „geförderten“ Arbeitskräfte. Mit dieser Art der „Förderung“ gefährdet man in Wahrheit bestehende, noch halbwegs gut bezahlte Jobs in der Privatwirtschaft und fördert das Prekariat, anstatt es zu bekämpfen. Wahrhaft sozialdemokratisch so ein Tandem: viele strampeln und einer kassiert.
Wenn die Gmundner SPÖ wenigstens bei ihren Stammwählern wieder ein wenig Glaubwürdigkeit gewinnen will (man buchstabiert das: G-L-A-U-B-W-Ü-R-D-I-G-K-E-I-T), dann sollte sie sich endlich von Leuten trennen, deren Geschäftstätigkeit der eigenen Wählerschaft weder zu erklären noch zumutbar  ist.
Weil der Grossvater vom Gmundl würde nämlich im Grab rotieren, wenn er mitbekäme, dass seine Partei von ein paar Geschäftemachern gekapert worden ist, die dann auch noch so tun, als ob sie „visionäre Linke“ wären.Von wegen …
Das mit dem Rotieren wird natürlich ein bisschen schwierig für den Grossvater, weil er hat sich in roter Tradition verbrennen lassen. Wird aus dem Rotieren halt ein Tornado. Ein Aschen-Wirbelsturm in der Urne. Und das haben all unsere roten Grossväter sich nicht verdient. Aber vielleicht kommt die Gmundner SP irgendwann zur Besinnung. Nach der übernächsten Wahlschlappe, wenn der Köppl von den Bürgerinnen und Bürgern spontan zum Bürgermeister auf Lebenszeit ausgerufen worden ist, nachdem sie den Dickinger in der Altmühl getroffen haben. So alt kann der Köppl gar nicht werden, wie ein paar Herren der SP-Gmunden heut schon ausschauen. Wackelts mit dem Popo, möcht man denen zurufen. Aber die wackeln ja ned amal mit den Ohren. Möge der Grossvater-Aschentornado über sie kommen!

Köppl-Festspiele
13. Februar 2012

Wer sich in den letzten Tagen trotz der Strassenglätte quer durch Gmunden zu bewegen getraut hat, der konnte Verfolgungswahn bekommen. An jeder Ecke grinst dem gequälten Bürger ein Köppl-Plakat entgegen. Zahlen tuns eh die besteuerten, pensionsangeglichenen, ausgabengekürzten und schuldgebremsten Bürgerleins. Shit happens. Für jene unter uns, die nicht wissen, wer Köppl ist: der ÖVP-Bürgermeister unserer kleinen Stadt. Ja, man muss das dazusagen. Denn wenn man den Umfragen glauben darf, kennen zwei bis drei Prozent der Bewohner Gmundens den Köppl nicht. Ist so. Auch wenn mans nicht glauben kann. Angeblich laufen die sogar frei herum.

Auf allen Strassen ist Ruh, nur der Köppl schaut uns allerweil zu. Es war zuletzt ja ziemlich visionärrisch hier in der Stadt. Liegt vielleicht am Fasching. Wir erinnern uns: Visionen sind das, was man mit dem Hausarzt besprechen sollte. So schauen die Gmundner Visionen auch aus. Eine Sammlung von verstaubten Wahlversprechen (Traunseetherme) und undurchschaubaren Privatinteressen (Hotel lacus infelix). Und weil die Bürger schön langsam unruhig werden, die nächsten Wahlen zwar noch weit in der Zukunft liegen, aber sich doch schon am Horizont abzeichnen, und die langmütigen Bürger die Versprechungen vom letzten Mal nicht so recht vergessen wollen, muss der Bürgermeister ausrücken und alles zurechtrücken: die Wahlversprecher, die Visionen, die ganze Stadt und sich selbst vielleicht auch. Seit der Sache mit dem Stadtamtdirektor ist der arme Mann erkennbar aus dem Gleichgewicht, was sogar der Herr Gmundl verstehen kann. Dass Köppl sich gleich selbst zum Opfer stilisiert hat, war zwar einigermassen übertrieben und ein wenig pietätlos. Aber natürlich ist es keine Hetz, wenn der ranghöchste Mitarbeiter eines Bürgermeisters letale Konsequenzen daraus zieht, dass sein Chef zu einsamen Beschlüssen, Alleingängen und ganz allgemein zu Wutausbrüchen neigt. Da kann ein Mensch in der Krise schon eine Krise bekommen. Dem Toten dann seinen Selbstmord auch noch vorzuwerfen, ist aber nicht wirklich elegant. Cool schon gar nicht. Aber wir wissen, dass Eleganz in Gmunden Mangelware ist. Coolness auch. Und zwar überall. In der Mode, im Benehmen, in den Herzen. Gmunden ist denkbar unelegant.Und cool ists nur in diesen Tagen, da die Seeränder leicht anfrieren.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Leserschaft kennt und schätzt halt diese kleinen Abschweifungen, sagt sich Herr Gmundl.

Also in der ganzen Stadt Köppl-Plakate mit der Einladung zu einer Bürgerinformation am heutigen Montag im Stadttheater. Blöderweise hat er die anderen Parteien vorher nicht informiert. Und jetzt machen die ein ziemliches Theater. Ein Tamtam. Was auch in Ordnung ist. Klar gehört dem Köppl politisch eine aufgelegt, wenn er so selbstherrlich agiert. Aber was tut die VGO (Vereinigte Gmundner Opposition)? Sie schwächelt! Was heisst schwächelt! Die röchelt nicht mal mehr. Strategisch und intellektuell am Arsch, da kann der Dickinger noch so intellektuell dreinzuschauen versuchen und mit Pfeife und Ohren wackeln. Die VGO (also SPÖ, Grüne und FPÖ) haben nämlich beschlossen, den Köppl ganz fürchterlich zu bestrafen. Sie gehen nicht zur Bürgerversammlung. Da wird der Köppl sich aber fürchten, wenn er keinen Dickinger sieht und keinen Grampelhuber und keine Bors. Wird ihm unheimlich unangenehm sein, dass ihm niemand von den anderen Parteien blöde Fragen stellen wird. Tolle Strategie! Wer ist denn auf diese Idee gekommen? Dem gehört nämlich der „Große Köppl-Verdienstorden am Schwanenhals“ umgehängt für Verdienste um die ÖVP und die Bürgermeisterschaft Köppls.

Liebe Leute von der VGO: Falls ihr es nicht kapiert habt – Politik heisst Diskussion und Auseinandersetzung. Folglich: hingehen und dem Köppl nicht das Wort, die Regie und die Führung überlassen. Im Stadttheater sein und ordentlich ein Theater machen. Tamtam! Lasst die Derwische hüpfen und die Puppen tanzen! Ist ja Fasching!

Und der Polit-Dilettant, dem das eingefallen ist, der stellt sich hinter dem Köppl auf die Bühne, links hinten ins Eckerl mit dem Rücken zu den Leut, und schämt sich laut und vernehmlich. Und verspricht: „So eine dumme Idee habe ich nie wieder.“

Die Bürger und Mitglieder aller Nicht-ÖVP-Parteien kann man dagegen nur auffordern: gehts hin, stellts Fragen, lassts den Köppl nicht so billig davonkommen. Haltet dagegen! Und nehmts euch kein Beispiel an der VGO. Und der SP-Dickinger steht eine Stunde zusätzlich im Eckerl, ohne Pfeife, weil der Herr Gmundl hat den Verdacht, dass das dem seine Idee war mit dem Nichthingehen.

(Natürlich gilt für alle handelnden und nicht handelnden Personen die Unschulds- und Nüchternheitsvermutung.)

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