Alles Mögliche

Heute:
Babsy heute über alles Mögliche

Liebe Leserleins!

Heute ein paar Zeilen über alles Mögliche und Unmögliche.

Die konstituierende Sitzung des Gmundner Gemeinderats. Die Zeit der Überraschungen ist vorbei, jetzt kommt die zähe Alltagsarbeit. Da wird sich weisen, wer Substanz hat und wer nicht. Wer wirklich neue Ideen hat und die auch einbringen, andere überzeugen kann. Die ÖVP muss natürlich niemanden überzeugen, auch die nächsten sechs Jahre nicht. Denn sie hat auch die letzten sechs Jahre nicht  nur nicht überzeugt, sondern arrogant und überheblich Panne an Panne, Willkürakt an Willkürakt gereiht. Und wurde dafür mit einer erweiterten absoluten Mehrheit belohnt. Man kann nur hoffen, dass sie daraus nicht die falschen Schlüsse zieht. Ein zweites Mal wird kein Krapf auftauchen und die Wahlen retten, weil er als einziger Kandidat einen Aufbruch verkörpern kann. Das funktioniert nur ein Mal. Die Verlockung ist allerdings gross, mit der neuerlichen absoluten Mehrheit Schindluder zu treiben.

Krapf wird zeigen müssen, was wirklich in ihm steckt (und ob etwas in ihm steckt). Viel Zeit zum Herumprobieren hat er nicht. Die Probleme Gmundens sind gross und werden nach Abschluss der Regio-Bauarbeiten nicht kleiner sein. (Und wenn die Eingaben beim VwGH Erfolg haben sollten, haben die Betreiber dieses Projekts den Nachttopf auf! Wie wäre es eigentlich mit einem Baustopp bis zur gerichtlichen Klärung, wenn der FJ-Platz fertig ist?)
Von der Ära Köppl sind vor allem Schulden geblieben und eine Stadt, die auch äusserlich in sehr schlechtem Zustand ist. Man fahre mit offenen Augen von Bad Goisern über Ischl, Traunkirchen nach Gmunden. Vorher ist alles recht schön herausgeputzt, sobald man Gmunden erreicht, schaut es trist aus: eine Bausünde neben der anderen, von als Investoren getarnten Spekulanten verheerte Stadtteile, teilweise herabgekommene Strassen und ebensolches Ambiente. Man würde nicht glauben, in eine eigentlich wohlhabende Stadt einzufahren. Einzelne Ortseile atmen die Tristesse von abgehausten Vierteln (man nehme einen Schandfleck wie Teile der unteren Linzer Strasse nach dem Klosterplatz) und können nur noch als schäbig bezeichnet werden.

Diese Stadt hat extrem grossen Sanierungsbedarf: finanziell, städtebaulich, ideel, geistig, intellektuell und politisch. (Was nützen die klügsten Diskussionsrunden im Rahmen der Festwochen oder der Kulturvermerke, wenn die Gmundner Politik mangels Intellekt und Interesse nichts davon mit bekommt?)
Ob da all zu grosser Optimismus in Richtung positiver Änderungen angebracht ist, kann Ihre Babsy nur bezweifeln. Bei der ÖVP müssten aus vielen bisherigen Mitläufern, die jeden Unsinn brav mit getragen haben, selbständig denkende und handelnde Persönlichkeiten werden. Wunder sind in den letzten 2000 Jahren allerdings ziemlich selten geworden. Aber vielleicht gibt es entgegen meiner Skepsis doch noch die eine oder andere Überraschung. Es soll Menschen geben, die in ihrem Amt wachsen. In Gmunden war bisher leider meist – quer durch die Parteien – das Gegenteil zu bemerken. Eine Trendwende wäre da sicher angesagt.

Ja, die Österreicher. Am Nationalfeiertag haben wir wieder einmal bewiesen, dass wir die Meister der Chuzpe sind.
Klar, wir haben ein Problem. Die Ungarn haben dicht gemacht, die Kroaten schieben die Leute möglichst schnell Richtung Slowenien, und von dort stürmen die Massen dann nach Österreich. Gleichzeitig haben die Deutschen den Grenzübertritt für Flüchtlinge auf 50 Personen je Grenzübergang und Stunde begrenzt. Da kann man sich leicht ausrechnen, welcher Rückstau in Österreich entsteht. Aber die Piefke haben nicht mit unserer Durchtriebenheit gerechnet! Im Dunkel der Nacht hat man den Bayern von Sonntag auf Montag schnell mal 2.000 Flüchtlinge, die man mit dem Bus von Spielfeld herangekarrt hat, vor die Tür gestellt. So samma, mir Österreicher. Da können sogar die Bayern noch was lernen. Wir wearn kan Richter brauchn, nur a paar Autobusse.

Ein wenig seltsam berührt ist man von der Mitteilung eines hochrangigen Funktionärs des Roten Kreuzes: es gäbe in Spielfeld genug Zelte, niemand müsse im Freien übernachten. Aber die Flüchtlinge hätten Angst, die Abfahrt zu versäumen und würden ohnehin ganz allgemein den Mitteilungen von Polizei und Behörden keinen Glauben schenken. Schnellsiederkurse an der Grenze würden da wohl auch nicht viel helfen. Wir haben es nicht mit Leuten zu tun, die überlegt handeln, sondern mit einer Art von Herde, die in Panik in eine Stampede verfallen ist. Die kann man nicht aufhalten und nicht stoppen, ausser man fährt mit Panzern hinein. Was nicht so ganz dem hochgelobten europäischen Wertekatalog entsprechen würde.

Allerdings stellt sich nicht nur Ihrer Babsy immer drängender die Frage, welchen Wert dieser Wertekanon eigentlich noch hat. Bei der ersten echten Prüfung und Herausforderung stellt er sich als Muster ohne Wert heraus. Klartext: immer mehr wird deutlich, welch kolossaler Fehlgriff die Osterweiterung mitsamt der Aufnahme der Baltischen Staaten war. Diese Staaten und ihre Bürgerleins denken und handeln anders als die „Kernstaaten“, haben keine demokratischen Traditionen, wollen Geld und Subventionen von den „reichen“ Ländern und sind nicht bereit, selbst eine Gegenleistung zu erbringen. Während polnische Billigarbeitskräfte Europa (vor allem Grossbritannien und Nord- und Ostdeutschland, aber auch Österreich) überschwemmen, ist Polen zwar bereit, Milliarden-Subventionen der Nettozahler zu empfangen, nicht jedoch Flüchtlinge.

Dass die EU jetzt meint, mit 100.000 Unterkünften entlang der Westbalkan-Route den Andrang der Flüchtlinge in den Griff zu bekommen, ist niedlich. Offenbar plant man eine Art Jugendherbergs-Kette für Flüchtlinge. Vielleicht kann man auch noch ein paar Würstelstände aufstellen, die Halal-Eitrige plus alkoholfreies 16er-Blech anbieten. 50.000 solcher Plätze für Flüchtlingstouristik sollen in Griechenland entstehen. Die Griechen sollen auch gleich die Registrierung der Leute vornehmen. Kleines Problem: das haben sie schon bisher nicht gekonnt. Jetzt will die EU ein paar Leute als Hilfe hinschicken. Wie wir das Tempo der EU kennen, darf man zirka ab dem Jahr 2020 mit dem Eintreffen der ersten Quartiermacher rechnen, die sich mal umschauen werden, wo man die Helferleins unterbringen könnte.

Man sollte endlich ehrlich sagen: es gibt derzeit keine Lösung. Solange der Krieg in Syrien weitergeht, werden die Leute von dort flüchten. Und wohin sollen die? Nach Indien, China? In die bereits überfüllten Lager in Jordanien, im Libanon oder in der Türkei? Nach Amerika („Papa, i mog ned schwimma!“ – „Gusch Bua, schwimm weida!“)?
Preisfrage: Wohin würden Sie flüchten, wenn Sie in Syrien wären? Oder würden Sie es vorziehen, von den Bomben der Russen, Assads, der USA, der Franzosen, der Saudis (gewünschte Möglichkeit bitte ankreuzen) getroffen zu werden, oder doch lieber auf den Einzug der IS-Truppen warten?
Wenn Herr Kurz (das ist unser PR-erfahrener aber sonst eher unbeleckter Aussenminister) meint, „Zäune könnten funktionieren“ und Frau Mikl (Kommentar überflüssig) von einer „Festung Europa“ deliriert, dann kann frau nur sagen: Die werden sich noch wundern.

Es ist eine wundergläube Zeit, aber dummerweise ganz ohne Wunder. Ist das nicht wundersam?

Babsy Blitzschschnell f. d. Team Gmundl


 

 

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