Brüssel

Heute:
Babsy schaut nach Brüssel und ruft nach
Einserkasterl von Pressestunde über Innenstadthandel
GK Karlheinz König über Deutsch und Waffen

Liebe Leserleins!

Aus Brüssel hört man selten Gutes. Das liegt daran, dass die meisten Meldungen, die uns von dort erreichen, mit neuen Blödheiten irgend welcher EU-Behörden zu tun haben. Zuletzt etwa die reichlich kranke Idee, die Speisekarten auch noch mit Kalorienangaben zu bereichern.

Diesmal werden die schlechten Nachrichten von der Brüsseler Regierung sowie dem Polizeiapparat und nicht näher genannten Geheimdiensten verursacht. Seit Freitagnacht herrscht in Brüssel das Chaos leerer Strassen und Plätze. Ja, auch das gibt es. Man behauptet eine grosse Gefährdungslage und hat das Gefühl, also zumindest Ihre Babsy, dass da was nicht stimmt oder grotesk fehl läuft. What ever. Die Regierung ergeht sich in kryptischen Andeutungen und verunsichert die Bevölkerung. Der Eindruck, hier handle es sich um bewusste Panikmache, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Oder die Regierung hat die Hosen voll, nachdem man über Jahre hinweg zuliess, dass sich in einem Brüsseler Stadtteil offenbar eine Dschihadisten-Community gemütlich einrichten konnte, um dort zu überwintern, bis man ins Jenseits abmarschiert – nicht ohne bei diesem Abmarsch möglichst viele Unbeteiligte umzubringen.

Was ist der Sinn solcher Massnahmen? Kein Terrorist der Welt ist so dumm, in einem solchen Moment sein Vorhaben umzusetzen. Da wartet man ein paar Wochen und geht es erneut an. Wie es aussieht, ist diese Einsicht auch der belgischen Regierung im Laufe des Wochenendes gedämmert. Also hat man in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Scheinaktion gestartet: Grossrazzien (neunzehn an der Zahl) quer durch Brüssel, dabei wurden sechzehn Verdächtige (verdächtig wofür auch immer) fest genommen. Der, den man eigentlich gesucht hat (Salah Abdeslam, den Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris, der angeblich an den Anschlägen ebenfalls beteiligt war), wurde nicht gefunden.

Eine Aktion, die offenbar nur dazu dient, vor der Bevölkerung die Lahmlegung des öffentlichen Lebens zu rechtfertigen, die auch heute, Montag, wegen „fortbestehender Gefahr“ weiter geht. Nona besteht die Gefahr fort. Nur wird man das mit solchen Aktionen nicht in den Griff bekommen. Im Gegenteil, man hilft den Terroristen bei der Arbeit, indem man ein dauerndes Gefühl der Angst bis hin zur Hysterie schafft. Heute hat der belgische Innenminister Jan Jambon nicht frei von Chuzpe erklärt, die Leute sollen nicht in Panik verfallen (man legt ja nur den bereits dritten Tag die belgische Hauptstadt lahm, gell!) und „Das ökonomische und soziale Leben muss weitergehen.“ Tickt der noch richtig? Ihre Babsy jedenfalls wird das Gefühl nicht los, die ganze Kriegsrhetorik und Aktionen wie die in Brüssel dienen nur dazu, weitere Einschränkungen der Bürgerrechte vorzubereiten. Man kennt dieses Handlungsmuster bereits aus den USA nach 9/11.

Unsere unsägliche Mikl-Leitner ist ja bereits humpelnd auf diesem Weg unterwegs, sekundiert vom Minister des Äussersten, Herrn Kurz. Jetzt will man Fussfesseln und Hausarrest für potentielle Terroristen. Äh? Was ist ein „potentieller Terrorist“? Alle Bartträge, die sich täglich fünfmal pünktlich Richtung Mekka schwungvoll auf den Gebetsteppich schmeissen? Eine der wesentlichen Errungenschaften der bürgerlichen Revolutionen war es, nicht vorsorglich, ohne konkrete Tat, in Haft genommen werden zu können. Alles andere ist reine Willkür. Wenn jemand nachweislich ein Verbrechen plant, kann man ihn jetzt schon aus dem Verkehr ziehen. Aber nur, weil jemand vielleicht eines Tages etwas planen könnte – das ist pure Willkür und würde bloss dazu führen, dass bestimmte Leute mit ambivalenter Gefühlslage sich bestätigt sehen: es geht gegen sie, bloss weil sie Moslems sind. Die Gefahr, dass unsere unfähigen und in Panik verfallenen Politiker mit ihren Panikmassnahmen in Wahrheit der Sache der Terroristen dienen, ist gross. Und bei solch intellektuellen Leuchten wie Mikl-Leitner oder Kurz ist nicht zu erwarten, dass sie die Wirkungen ihrer dummen Vorschläge abschätzen können. Gott, Allah & Co. mögen uns nicht nur vor Terroristen schützen, sondern auch vor solchen Politikern. Es soll bloss niemand glauben, sie/ihn würde die Einschränkung der Bürgerrechte nicht treffen, weil sie/er weder Muslima/Moslem noch Terrorist/in ist.

Das schöne Ereignis dieses Wochenendes: der legendäre New Orleans-Musiker, Dr. John „The Night Tripper“ (eigentlich: Malcolm John Rebennack), wurde am vergangenen Samstag 75 Jahre alt. Sein unverkennbares Klavierspiel schmückte und perfektionierte die Platten vieler Rockgrössen bis hin zu den Rolling Stones. Einem breiten Publikum ist er durch die von ihm gespielte und gesungenen Titelmelodie (Cruella DeVille) in „101 Dalmatiner“ bekannt geworden.

Ein Musiker, dessen Wege sich oft mit denen von Dr. John kreuzten, ist, man muss leider sagen war Allen Toussaint. Eine der zentralen Figuren der amerikanischen US- und R&B-Szene. Neben seinen eigenen Platten war er im Laufe der Jahre an mehr als fünfzig Produktionen als Musiker, Arrangeur und Komponist beteiligt. Er starb schon Anfang November auf seiner Europa-Tournee nach einem Konzert in Madrid im 77 Lebensjahr an einem Herzinfarkt. Die europäischen Medien haben diesen Mann, gemessen an seiner Bedeutung, kaum gewürdigt und nur nebenbei über sein Ableben berichtet.

Unser oftmaliger Gastkommentator Michael Amon hat gewühlt und uns einige seiner Meinung nach typische Aufnahmen als You-Tube-Links geschickt, die wir im Anschluss an den Blog veröffentlichen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Innenstadthändel

Einserkasterl von Pressestunde

Statt weiter millionen Euro in die Entwicklung der Innenstädte zu versenken sollten sich alle Verantwortlichen lieber diese Studie (https://www.handelsverband.at/presse/presseaussendungen/studie-e-commerce-oesterreichschweiz/) und den Artikel auf Seite 18 der “Presse am Sonntag” zu Gemüte führen.

Es muss ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept erstellt werden. Sonst wird weiter Geld sinnlos verbrannt. Nicht nur in Gmunden.


Deutschkenntnisse & Waffen

Gastkommentar von karlheinz könig

weltanschauliche hilfe, widersprüche und übereinstimmungen

lieber brauner hans, eines muss ich zugeben: wie es um die deutschkenntnisse der nazis bestellt ist, entzieht sich meiner sicheren kenntnis. die beobachtung in allen onlineforen legt allerdings nahe, dass es sich um mitglieder des sprachprekariats handelt. was die zuwanderer aus “den osten” angeht, nun, das ist- wie ich hoffe- realsatire.

was die übereinstimmungen von nazis und is-kämpfern betrifft, so finde ich dort wenig unterschiede, wo sie an der macht sind und sich quasi vom system legitimiert fühlen (vgl. an geeigneter stelle: scheinlegitimation) der unterschied liegt nur in der unverzüglichen verfügbarkeit der bilder von ermordeten. der dieser unmenschlichen verrohung innewohnende und sie befeuernde (auf nichts nachvollziehbarem gründende) stolz ist derselbe. denn es muss uns eines klar sein: hinter jedem auf diesen photos gezeigten leichnam stehen erniedrigung, wie auch körperliche und seelische qualen eines einzelnen menschen oft über einen langen zeitraum. was uns gezeigt wird ist zumeist also der effekt, nicht der weg.

wenn man sich die schätzungen über die anzahl der schusswaffen (auch der illegalen) ansieht, besteht kein bedarf an einer weiteren bewaffnung der bevölkerung. da bisher noch jede seriöse studie der vermutung widersprach, dass die erhöhung der waffendichte zu grösserer sicherheit führt sondern nur zu kollateralschäden (kind erschiess kind im bus, besoffener sich selbst oder seinen bruder, vater den durch das fenster einsteigenden sohn der seinen schlüssel vergessen hatte).
es findet der merksatz anwendung: bewaffnung erfordert disziplin und zuverlässigkeit. und diese verhalten sich empirisch gesehen reziprok relativ zum bewaffnungswillen.


Allen Toussaint Funeral Procession

Allen Toussaint: Working in a coalmine

Dr. John: Iko Iko


 

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